Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 15.09.2011 C-6787/2009

15. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,190 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Freiwillige Versicherung | AHV (freiwillige Versicherung)

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6787/2009 Urteil   v om   1 5 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Vito Valenti,  Richter Philippe Weissenberger,  Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth. Parteien A._______, Südafrika, Zustellungsdomizil: B._______,  Beschwerdeführerin,  gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,  Vorinstanz.  Gegenstand AHV (freiwillige Versicherung).

C­6787/2009 Sachverhalt: A.  Die  1951  geborene,  verheiratete  Schweizer  Bürgerin  A._______,  wohnhaft  in  Südafrika,  ist  seit  2003  der  freiwilligen  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  ([AHV/IV]  nachfolgend:  freiwillige Versicherung) angeschlossen (act. 1 und 2). B.  Mit  Beitragsverfügung  vom  16. Juni  2009  setzte  die  Schweizerische  Ausgleichskasse  SAK  (nachfolgend:  SAK  oder  Vorinstanz)  den  Beitrag  von  A._______  für  das  Jahr  2008  auf  total  Fr. 2'099.55  (Fr. 2'038.40  zuzüglich 3% Verwaltungskosten von Fr. 61.15) fest. Dieser Berechnung  legte die SAK ein anrechenbares  jährliches Einkommen von Fr. 20'800.­  zugrunde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie trotz  erfolgter  Mahnung  bis  dato  die  Einkommens­  und  Vermögenserklärung  und/oder die entsprechenden Belege für die Berechnung der Beiträge an  die  freiwillige  Versicherung  für  das  Jahr  2008  nicht  erhalten  habe.  Aus  diesem  Grund  erfolge  eine  amtliche  Beitragsverfügung  gemäss  den  gültigen Weisungen (act. 7). C.  Mit  Einsprache  vom  9.  bzw.  14. Juli  2009  beantragte  A._______  sinngemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Neuberechnung  des  geschuldeten  Beitrages  für  das  Jahr  2008.  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  sie  das  in  der  Beitragsverfügung  aufgeführte  Einkommen  von  Fr. 20'800.­  nicht  nachvollziehen  könne.  Dies  entspreche  einem monatlichen  Einkommen  von  ZAR  12'826.­,  was  keineswegs  ihr  Einkommen  darstelle.  Sie  habe  bereits  beim  Ausfüllen  des  Fragebogens  erwähnt,  dass  in  der  letzten  Berechnung  nicht  ihr  reelles  Einkommen  aufgeführt  worden  sei  und  darum  ersucht,  das  Einkommen  den  tatsächlichen  Einkommensverhältnissen  anzupassen.  Nun  sei  die  neue  Berechnung  noch höher ausgefallen. Es sei ihr nicht möglich, den geforderten Beitrag  zu bezahlen. Sie habe die Einkommens­ und Vermögenserklärung für die  Berechnung  der  Beiträge  an  die  freiwillige  Versicherung  für  das  Jahr  2008  ausgefüllt  an  die  SAK  gesandt  und  keine  Mahnung  erhalten.  Sie  werde  die  Unterlagen  nochmals  per  Einschreiben  versenden.  Die  Beitragsverfügung sei entsprechend zu berichtigen (act. 8, 9 und 13).

C­6787/2009 D.  Am  30. Juli  2009  ging  die  von  A._______  am  5. Februar  2009  unterzeichnete  Erklärung  über  Einkommen  und  Vermögen  zwecks  Festsetzung  der  Beiträge  für  das  Beitragsjahr  2008  bei  der  SAK  ein  (act. 12). E.  Mit  Entscheid  vom  9. Oktober  2009  wies  die  SAK  die  Einsprache  von  A._______  ab.  Zur  Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  da  sie  die  Einkommens­  und  Vermögenserklärung  sowie  entsprechende  Beweismittel  nicht  erhalten  habe,  sei  A._______  mit  Schreiben  vom  9. März  2009  gemahnt  und  nach  ungenütztem Ablauf  der Nachfrist  von  30  Tagen  am  16. Juni  2009  amtlich  taxiert  worden.  Grundlage  der  amtlichen  Taxation  habe  das  beitragspflichtige  Einkommen  von  Fr. 16'000.­  der  Beitragsperiode  2006/2007  gemäss  Verfügung  vom  28. November  2006  gebildet.  Einspracheweise  habe  A._______  die  Einkommenserklärung  2008  eingereicht.  Unbestritten  sei,  dass  sie  ein  Einkommen  habe.  Auch  gebe  sie  an,  dass  sie  keine  Ersparnisse  habe  und  aufgrund  der  kleinen  Lodge  überleben  würde.  Jedoch  mache  sie  keine Angaben über die Höhe ihres Einkommens. Ferner fehlten jegliche  Belege. Die amtliche Taxation vom 16. Juni 2009 für das Jahr 2008 in der  Höhe von 2099.55 bleibe demnach gültig (act. 15). F.  Gegen  diesen  Einspracheentscheid  erhob  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  15. Oktober  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte  sinngemäss  die  Aufhebung  des  angefochtenen Entscheids  und  die Neuberechnung  des  Beitrages für das Jahr 2008, da ihr effektiv erzieltes Einkommen nicht der  Schätzung  in der Beitragsverfügung entspreche.  Ihr Einkommen betrage  monatlich ZAR 3'000.­. Als Beweismittel reichte sie eine Bestätigung ihres  Buchhalters  vom  20. Oktober  2009  sowie  einen  Auszug  der  SARS  in  X._______ vom 15. Mai 2006 betreffend "personal income tax return" zu  den Akten. Mit gleicher Eingabe erhob auch der Ehemann der Beschwerdeführerin,  C._______, Beschwerde gegen einen Einspracheentscheid der SAK vom  12. Oktober 2009 betr. freiwillige Versicherung. G.  Mit  Vernehmlassung  vom  2. Dezember  2010  beantragte  die  SAK  die 

C­6787/2009 Abweisung  der  Beschwerde  und  die  Bestätigung  des  angefochtenen  Einspracheentscheids.  Nebst  der  bereits  im  angefochtenen  Einspracheentscheid aufgeführten Begründung machte sie insbesondere  geltend, dass der Nachweis der Zustellung der Mahnung zwar nicht mehr  erbracht werden könne. Spätestens mit Erhalt der Beitragsverfügung  für  das Jahr 2008 sei die Beschwerdeführerin jedoch im Bilde gewesen, dass  die SAK die Einkommens­ und Vermögenserklärung 2008 nicht erhalten  habe.  Die  Beschwerdeführerin  habe  in  der  Folge  die  Erklärung  über  Einkommen  und  Vermögen  zwecks  Festsetzung  der  Beiträge  2008  eingereicht.  Angaben  zum  Einkommen  und  Belege  zu  den  gemachten  Angaben  hätten  vollumfänglich  gefehlt.  Eine  ordentliche  Veranlagung  anlässlich des Einspracheverfahrens sei auch auf dieser Grundlage nicht  möglich  gewesen,  weshalb  die  Einsprache  am  9. Oktober  2010  habe  abgewiesen  werden  müssen.  Beschwerdeweise  werde  neu  die  Lohnbestätigung der  "LS Finansiële Dienste/LS Financial Services" vom  20. Oktober  2009  ins  Recht  gelegt.  Diese  Erwerbstätigkeit  sei  bisher  nirgends  erwähnt  gewesen.  Hingegen  fehlten  weiterhin  Angaben  zum  Einkommen im Zusammenhang mit der Y._______ Lodge. H.  Mit  Verfügung  vom  21. Dezember  2010  trennte  der  zuständige  Instruktionsrichter  das  Beschwerdeverfahren  von  C._______  betr.  freiwillige Versicherung vom Beschwerdeverfahren seiner Ehefrau. I.  Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen. J.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten  Unterlagen  wird  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  lit. d  VGG  und  Art. 85bis  Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters­ und  Hinterlassenenversicherung  (AHVG,  SR 831.10)  beurteilt  das 

C­6787/2009 Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine  Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2. Aufgrund von Art. 3  lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  findet  das  VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das  Bundesgesetz  vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 830.1)  anwendbar  ist.  Gemäss  Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten  Teil geregelte Alters­ und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit  das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3.  Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  den  angefochtenen  Einspracheentscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung,  sodass  sie  im  Sinne  von  Art. 59  ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4. Da die Beschwerde im Übrigen frist­ und formgerecht (Art. 60 ATSG  und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten. 2.  2.1. Nach  der Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei  der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt  des  Erlasses  des  streitigen  Entscheides  (hier:  9. Oktober  2009)  eingetretenen  Sachverhalt  ab  (BGE 129 V 1  E. 1.2  mit  Hinweisen).  Tatsachen,  die  jenen  Sachverhalt  seither  verändert  haben,  sollen  im  Normalfall  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung  sein  (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.2.  In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden Sachverhalts Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3). Für das  vorliegende  Verfahren  ist  deshalb  das  per  1. Januar  2003  in  Kraft  getretene ATSG sowie das AHVG, die Verordnung vom 31. Oktober 1947  über  die  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung  (AHVV,  SR 831.101)  und  die  Verordnung  vom  26. Mai  1961  über  die  freiwillige  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  (VFV,  SR 831.111)  anwendbar.

C­6787/2009 2.3.  Die  Beschwerdeführenden  können  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss  des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3.  Vorliegend ist zu prüfen, ob die SAK den Beitrag der Beschwerdeführerin  für das Jahr 2008 zu Recht amtlich festgesetzt hat und, falls ja, ob dieser  korrekt ermittelt worden ist. 3.1.  3.1.1.  Art. 2  Abs. 1  AHVG  bestimmt,  dass  Schweizer  Bürger  und  Staatsangehörige  der  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Gemeinschaft  oder  der  Europäischen  Freihandelsassoziation,  die  nicht  in  einem  Mitgliedstaat  der  Europäischen  Gemeinschaft  oder  der  Europäischen  Freihandelsassoziation  leben,  der  freiwilligen  Versicherung  beitreten  können, falls sie unmittelbar vorher während mindestens fünf aufeinander  folgenden Jahren obligatorisch versichert waren. 3.1.2. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften über die  freiwillige  Versicherung; er bestimmt insbesondere die Frist und die Modalitäten des  Beitritts,  des  Rücktritts  und  des  Ausschlusses.  Ferner  regelt  er  die  Festsetzung  und  Erhebung  der  Beiträge  sowie  die  Gewährung  von  Leistungen (Art. 2 Abs. 6 Satz 1 AHVG). 3.1.3.  Die  Versicherten  sind  gehalten,  der  Auslandsvertretung,  der  Ausgleichskasse  und  der  IV­Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  alle  zur  Durchführung  der  freiwilligen  Versicherung  benötigten  Angaben  zu  machen und auf Verlangen deren Richtigkeit zu belegen (Art. 5 VFV). 3.1.4. Die Versicherten haben der Ausgleichskasse innert 30 Tagen nach  Ablauf  des  Beitragsjahres  die  für  die  Beitragsfestsetzung  erforderlichen  Angaben zu  liefern (Art. 14b Abs. 1 VFV). Die Ausgleichskasse setzt die  für  das Beitragsjahr  geschuldeten Beiträge  spätestens  bis  zum 30. Juni  des  Folgejahres mittels  Verfügung  fest.  Hat  die  versicherte  Person  von  der Möglichkeit  Gebrauch  gemacht,  Akontozahlungen  zu  leisten,  nimmt  die Ausgleichskasse den Ausgleich vor (Art. 14b Abs. 2 VFV). 3.1.5.  Werden  die  nötigen  Angaben  zur  Beitragsfestsetzung  nicht  fristgemäss  gemacht,  so  ist  innert  zweier  Monate  schriftlich  unter 

C­6787/2009 Ansetzung  einer  Nachfrist  von  30 Tagen  zu  mahnen.  Wird  auch  die  Nachfrist  nicht  eingehalten,  so  sind,  falls  bereits  Beiträge  in  der  freiwilligen  Versicherung  entrichtet  wurden,  die  geschuldeten  Beiträge  durch Veranlagungsverfügung festzusetzen (Art. 17 Abs. 1 VFV). Der  Beweis  der  Tatsache  sowie  des  Zeitpunktes  der  Zustellung  obliegt  der  Verwaltung.  Weil  der  Sozialversicherungsprozess  von  der  Untersuchungsmaxime  beherrscht  wird,  handelt  es  sich  dabei  nicht  um  die subjektive Beweisführungslast (Art. 8 ZGB), sondern in der Regel nur  um die sogenannte objektive Beweislast in dem Sinne, dass im Falle der  Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus  dem  unbewiesen  gebliebenen  Sachverhalt  Rechte  ableiten  wollte  (BGE 103  V  65  E. 2a  mit  weiteren  Hinweisen).  Der  Nachweis  der  Zustellung  eingeschriebener  Sendungen  kann  durch  Empfangsbescheinigungen gesichert werden. 3.2.  Die  Vorinstanz  macht  geltend,  die  Beschwerdeführerin  sei  mit  Schreiben vom 9. März 2009 gemahnt worden, die fehlenden Unterlagen  einzureichen;  sie  räumt  jedoch  ein,  der  Nachweis  der  Zustellung  der  Mahnung könne nicht mehr erbracht werden.  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet,  die  Mahnung  erhalten  zu  haben  (act. 9).  Demnach  kann  festgehalten  werden,  dass  die  Vorinstanz  keinen  rechtsgenüglichen Nachweis für die Zustellung der Mahnung vom 9. März  2009 erbracht hat. 3.3.  Die  Vorinstanz  bringt  weiter  vor,  spätestens  mit  Erhalt  der  Beitragsverfügung für das Jahr 2008 sei die Beschwerdeführerin im Bilde  gewesen, dass die SAK die Einkommens­ und Vermögenserklärung 2008  nicht  erhalten  habe.  Die  Beschwerdeführerin  habe  in  der  Folge  die  Erklärung  über  Einkommen  und  Vermögen  zwecks  Festsetzung  der  Beiträge 2008 eingereicht. Angaben zum Einkommen und Belege zu den  gemachten  Angaben  hätten  vollumfänglich  gefehlt.  Eine  ordentliche  Veranlagung  anlässlich  des  Einspracheverfahrens  sei  auch  auf  dieser  Grundlage  nicht  möglich  gewesen,  weshalb  die  Einsprache  am  9. Oktober  2010  habe  abgewiesen  werden  müssen.  Beschwerdeweise  werde neu die Lohnbestätigung der  "LS Finansiële Dienste/LS Financial  Services" vom 20. Oktober 2009 ins Recht gelegt. Diese Erwerbstätigkeit 

C­6787/2009 sei  bisher  nirgends  erwähnt  gewesen.  Weiterhin  fehlten  Angaben  zum  Einkommen im Zusammenhang mit der Y._______ Lodge. Mit  dieser  Argumentation  verkennt  die Vorinstanz,  dass  gemäss Art. 17  Abs. 1 VFV beim Fehlen der nötigen Angaben zur Beitragsfestsetzung zu  mahnen  und  eine  Nachfrist  von  30  Tagen  anzusetzen  ist  (vgl.  E. 3.1.5  hiervor).  Da  die  Vorinstanz  keinen  Nachweis  für  die  Zustellung  der  Mahnung vom 9. März 2009 erbringen konnte  (vgl. E. 3.2 hiervor), hätte  sie  nach  Erhalt  der  Erklärung  über  Einkommen  und  Vermögen  zwecks  Festsetzung  der  Beiträge  2008  aufgrund  der  –  ihrer  Auffassung  nach –  nach  wie  vor  fehlenden  nötigen  Angaben  zur  Beitragsfestsetzung  die  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  Art. 17  Abs. 1  VFV  erneut  unter  Ansetzung  einer  Nachfrist  mahnen  müssen.  Dies  ist  vorliegend  jedoch  nicht erfolgt. 3.4.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  die  Beschwerdeführerin  nicht  rechtsgenüglich  im  Sinne  von  Art. 17  Abs. 1  VFV gemahnt hat, weshalb die erfolgte amtliche Einschätzung zu Unrecht  erfolgte.  Die  Beschwerde  ist  daher  gutzuheissen  und  der  angefochtene  Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2009 aufzuheben. Die Sache ist an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  damit  diese  die  Beschwerdeführerin  ordnungsgemäss auffordere, die nötigen Unterlagen einzureichen (sofern  dies  nicht  bereits  geschehen  ist),  um  anschliessend  die  Höhe  des  Beitrages für das Jahr 2008 festzulegen. 4.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige  Parteientschädigung. 4.1. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),  sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 4.2. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren  eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig  hohe  Kosten  zugesprochen  werden  (Art. 64  Abs. 1  VwVG).  Da  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin,  welche  nicht  vertreten  war,  keine  unverhältnismässig  hohen  Kosten  entstanden  sind  und  diese  zu  Recht  keinen  entsprechenden  Antrag  gestellt  hat,  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art. 64  Abs. 1  VwVG  und  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 

C­6787/2009 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). Die  unterliegende  SAK  hat  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

C­6787/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom  9. Oktober  2009  wird  aufgehoben,  und  die  Sache  wird  zum  weiteren  Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  und  es  wird  keine  Parteientschädigung zugesprochen. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr._______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Lucie Schafroth Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat  die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG).

C­6787/2009 Versand:

C-6787/2009 — Bundesverwaltungsgericht 15.09.2011 C-6787/2009 — Swissrulings