Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 26.09.2011 C-6202/2009

26. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,499 Wörter·~17 min·1

Zusammenfassung

Meinungs- Informationfreiheit, Medienfreiheit, Petitionrecht (Übriges) | Zutrittsausweis zum Medienzentrum Bundeshaus; Verfügung vom 28. August 2009

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6202/2009 Urteil   v om   2 6 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig­Vouilloz, Richter Vito Valenti,    Gerichtsschreiberin Susanne Genner. Parteien X._______,  vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Regina Natsch,  Beschwerdeführerin,  gegen Bundeskanzlei BK,  Vorinstanz.  Gegenstand Zutrittsausweis zum Medienzentrum Bundeshaus;  Verfügung vom 28. August 2009.

C­6202/2009 Sachverhalt: A.  Die Medienschaffende X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin)  ist  als  Redaktorin  für  die  Zeitschrift  P._______  tätig,  welche  von  ihrer  Arbeitgeberin,  der  U._______  GmbH,  herausgegeben  wird.  U._______  versteht  sich  als  Kompetenz­  und  Servicezentrum  für  Politik  (vgl.  www.u._______.ch). Die Zeitschrift P._______ erscheint achtmal pro Jahr  jeweils  vor  und  nach  den  Sessionen  der  eidgenössischen  Räte,  wobei  jedem  Themenkreis  (Agrarpolitik,  Bildungspolitik,  Gesundheitspolitik,  Sozialpolitik,  Umweltpolitik  und  Wirtschaftspolitik)  ein  eigenes  Heft  gewidmet  ist.  Die  Beschwerdeführerin  zeichnet  verantwortlich  für  die  Themen Bildungs­, Gesundheits­ und Sozialpolitik. B.  Am 3. März 2009 sandte die Bundeskanzlei (nachfolgend: Vorinstanz) ein  Schreiben (act. 1) an die Beschwerdeführerin. Darin teilte sie dieser mit,  ihr  derzeit  gültiger  Ausweis  für  den  Zutritt  ins  Medienzentrum  Bundeshaus und  ins Parlamentsgebäude  laufe Ende März 2009 ab und  müsse  deshalb  erneuert  werden.  Die  am  1. Januar  2008  in  Kraft  getretene Verordnung  vom 30. November  2007  über  die Akkreditierung  von Medienschaffenden (MAkkV, SR 170.61) bringe  jedoch Änderungen  mit  sich,  insbesondere  hinsichtlich  der  Anforderungen  für  die  Gültigkeitsdauer.  Gemäss  Art.  7  MAkkV  könnten  journalistisch  tätige  Medienschaffende,  welche  zur  Ausübung  ihres  Berufes  vorübergehend  Zutritt zu den Informationsräumlichkeiten im Medienzentrum Bundeshaus  oder  im  Parlamentsgebäude  benötigen,  eine  Zutrittsberechtigung  beantragen.  Die  Vorinstanz  werde  künftig  Zutrittsausweise  mit  einer  Gültigkeitsdauer  von  12  Monaten  nur  ausstellen,  wenn  die  Medienschaffenden  das Erfordernis  eines  permanenten  Zutritts  belegen  könnten. Zutrittsausweise, die für Ereignisse von beschränkter Dauer wie  beispielsweise  Sessionen  benötigt  würden,  seien  entsprechend  mit  beschränkter Gültigkeitsdauer zu beantragen. C.  Mit  Gesuch  vom  23.  März  2009  (act.  2)  beantragte  die  Beschwerdeführerin  bei  der  Vorinstanz  eine  Zutrittsberechtigung  zum  Medienzentrum Bundeshaus und Parlamentsgebäude  für ein Jahr. Dem  Gesuch  legte sie eine Bestätigung  ihrer Arbeitgeberin bei, unterzeichnet  am 23. März 2009 von Y._______, Leiter Infoprodukte bei der U._______  GmbH  (act.  3).  Darin  wurde  erläutert,  die  Beschwerdeführerin  benötige 

C­6202/2009 als  verantwortliche  Redaktorin  für  die  Themen  Bildungs­,  Gesundheits­  und  Sozialpolitik  der  achtmal  jährlich  erscheinenden  Zeitschrift  P._______  auch  weiterhin  Zutritt  zum  Medienzentrum  und  Parlamentsgebäude. Deswegen werde um Verlängerung der Ende März  2009 auslaufenden Zutrittsberechtigung um ein weiteres Jahr ersucht. D.  Mit  E­Mail  vom  3.  April  2009  (act.  7)  bestätigte  die  Vorinstanz  den  Eingang des Gesuchs und teilte mit, der bisherige Ausweis behalte seine  Gültigkeit, bis ein Entscheid gefallen sei. E.  Mit  Verfügung  vom  28.  August  2009  (act.  5)  wies  die  Vorinstanz  das  Gesuch ab. Zur Begründung führte sie an, die Beschwerdeführerin sei mit  Schreiben vom 5. März 2009 auf die Voraussetzungen  für  die Erteilung  eines  Zutrittsausweises  aufmerksam  gemacht  worden.  Gemäss  Art.  7  Abs. 1 MAkkV müsse die Tätigkeit als Journalist nachgewiesen werden.  Es  sei  darauf  hingewiesen  worden,  dass  Verbandsarbeit,  PR­  und  Werbetätigkeiten  in sinngemässer Anwendung von Art. 2 Abs. 3 MAkkV  nicht als journalistische Tätigkeiten gelten würden. Die Notwendigkeit des  Zutritts zu den betroffenen Räumlichkeiten müsse gemäss Art. 8 Abs. 3  MAkkV durch Bestätigung der Chefredaktion oder des Arbeitgebers oder  durch  andere  geeignete  Dokumente  dargelegt  werden.  Das  Gesuch  müsse  gemäss  Art.  8  Abs. 3  und  Art.  10  Abs.  1  MAkkV  Angaben  zur  Dauer der benötigten Zutrittsberechtigung enthalten. Im vorliegenden Fall  sei  der  geforderte  Nachweis  der  journalistischen  Tätigkeit  bzw.  der  benötigten  Zutrittsberechtigung  nicht  erbracht  worden.  Deshalb  könne  dem  Gesuch  keine  Folge  gegeben  werden.  Der  Zutritt  zu  einzelnen  Veranstaltungen  im  Medienzentrum  oder  im  Parlamentsgebäude  bleibe  für  journalistisch  tätige  Medienschaffende  gewahrt.  Die  Beschwerdeführerin habe jederzeit die Möglichkeit, gegen Vorlage eines  persönlichen Ausweises an den jeweiligen Logen einen Tages­Badge zu  behändigen. F.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin,  nunmehr  vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Regina Natsch, am 30. September  2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  23.  März  2009  um  Zutrittsberechtigung  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  sei  gutzuheissen;  eventualiter  sei  das  Gesuch 

C­6202/2009 beschränkt auf die Zutrittsberechtigung zum Medienzentrum Bundeshaus  gutzuheissen oder der Entscheid der Vorinstanz vom 28. August 2009 sei  aufzuheben und die Sache sei mit verbindlichen Weisungen auf Erteilung  der Berechtigung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur  Begründung  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend,  die  Vorinstanz  habe  das  Vorliegen  einer  journalistischen  Tätigkeit  zu  Unrecht  verneint,  denn  sie  betreibe  keine  Verbandsarbeit,  PR­ oder Werbetätigkeit. Der Bereich Infoprodukte von U._______ GmbH  mit der Zeitschriftenreihe P._______ sei betriebsintern von den restlichen  Bereichen  getrennt  und  nicht  interessengebunden.  Die  Beschwerdeführerin  sei  zu  60 %  fest  als  Redaktorin  angestellt.  Den  Nachweis  der  benötigten  Zutrittsberechtigung  habe  sie  durch  eine  Bestätigung  ihrer Arbeitgeberin  erbracht.  Zur  effizienten Ausführung der  Arbeit  sei  die  Beschwerdeführerin  unbedingt  auf  aktuelle  Informationen  aus  erster  Hand  angewiesen.  Sie  besuche  das  Medienzentrum  denn  auch  mehrmals  pro  Woche  und  benötige  aufgrund  des  periodischen  Erscheinens von P._______ dauerhaften und ungehinderten Zutritt. Zum  Beweis  reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  Bestätigung  der  U._______  GmbH,  unterzeichnet  am  30.  September  2009  von  deren  Geschäftsführer  Z._______  (Beschwerdebeilage  4),  sowie  je  ein  Druckexemplar der Zeitschrift P._______ zum Thema Gesundheitspolitik  (Beschwerdebeilage  5a),  Sozialpolitik  (Beschwerdebeilage  5b)  und  Bildungspolitik (Beschwerdebeilage 5c) ein. G.  Der  mit  Zwischenverfügung  vom  15.  Oktober  2009  einverlangte  Kostenvorschuss von Fr. 500.­ wurde am 22. Oktober 2009 bezahlt. H.  Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2009 beantragte die Vorinstanz,  die Beschwerde sei abzuweisen. Die Beschwerdeführerin sei zu Unrecht  davon ausgegangen, dass die Vorinstanz die journalistische Tätigkeit der  Beschwerdeführerin verneint habe. Die Vorinstanz habe dem Gesuch der  Beschwerdeführerin nicht stattgegeben, weil weder diese selbst noch die  U._______  GmbH  die  Notwendigkeit  einer  permanenten  Zutrittsberechtigung  hinreichend  zu  begründen  vermocht  hätten.  Die  zeitliche Beschränkung unterscheide die Zutrittsberechtigung gemäss Art.  7 Abs.  1 MAkkV  von  der Akkreditierung. Hier  sei  an Personen  gedacht  worden,  welche  die  Voraussetzung  nach  Art.  2  Abs.  2  MAkkV  nicht 

C­6202/2009 erfüllten.  Mit  der  Inbetriebnahme  des  neuen  Medienzentrums  Bundeshaus  sei  die  Zahl  der  Arbeitsplätze  der  Journalistinnen  und  Journalisten  reduziert  worden.  Die  in  der  MAkkV  getroffene  Unterscheidung in akkreditierte und weitere Medienschaffende diene der  zweckmässigen  Nutzung  der  Räumlichkeiten.  Die  Notwendigkeit  einer  permanenten  Zutrittsberechtigung  werde  in  der  Beschwerde  nicht  begründet;  sie  erscheine  vielmehr  punktuell,  nämlich  vor,  während  und  nach  den  Sessionen.  Die  Vorinstanz  sei  bereit  zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  für  ein  Zutrittsrecht  von  beschränkter  Dauer  erfüllt  seien;  dazu  müsse  die  Beschwerdeführerin  allerdings  die  gewünschte  Dauer  der  Zutrittsberechtigung  präzisieren  (z.  B.  während  der  Sessionen). I.  Mit Replik  vom 24.  Februar  2010 hielt  die Beschwerdeführerin  an  ihren  Anträgen fest. Sie habe mit Gesuch vom 23. März 2009 um Gewährung  einer  Zutrittsberechtigung  als  "weitere  Medienschaffende"  im  Sinn  des  3. Abschnitts  der  MAkkV  ersucht;  der  heutigen  Argumentation  der  Vorinstanz folgend, hätte sie sich schon damals wohl mit Erfolg um eine  Akkreditierung  bemühen  können.  Die  Beschwerdeführerin  arbeite  mit  einem  Pensum  von  60 %  permanent  und  ausschliesslich  im  Bereich  Infoprodukte der U._______ GmbH. Somit berichte sie keineswegs  "nur  sehr  sporadisch"  aus  dem  Bundeshaus  und  erst  recht  nicht  "bei  besonderen Ereignissen wie bspw. Bundesratswahlen". Die  Beschwerdeführerin  habe  zur  Kenntnis  genommen,  dass  die  Vorinstanz nach Einreichung der Beschwerde nicht mehr davon ausgehe,  es  handle  sich  bei  der  Publikation  des  P._______  um  Verbandsarbeit,  PR­  oder Werbetätigkeit.  Einziges Argument  für  die Gesuchsabweisung  stelle  demnach  die  angeblich  fehlende Notwendigkeit  des  permanenten  Zutritts  dar.  Damit  erfasse  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  immer  noch  falsch.  Das  Erscheinen  des  P._______  orientiere sich zwar an den Sessionen, die Begleitung der Geschäfte sei  jedoch  dauerhaft.  Im  Bereich  "Parlamentsberichterstattung"  würden  die  Ergebnisse  der  Beratungen  während  der  Sessionen  aufgearbeitet,  während  ausserhalb  der  Sessionen  das  Schwergewicht  der  Arbeit  auf  den  Kommissionsgeschäften  liege.  In  den  Bereichen  "Bundesrat"  und  "Bundesverwaltung"  erfolge  die  Bearbeitung  von  Beschlüssen  und  Publikationen  fortwährend.  Ebenfalls  unterliege  der  Bereich  "Verbände  und NGO's" nicht dem Sessionsrhythmus.

C­6202/2009 Art.  7  Abs.  1  MAkkV  spreche  nicht  von  der  Notwendigkeit  eines  permanenten  oder  regelmässigen  Zutritts,  sondern  von  der  sehr  viel  schwächeren Notwendigkeit eines vorübergehenden Zutritts. Gemäss Art.  10 Abs. 1 MAkkV könne bereits die  vorübergehende Notwendigkeit  des  Zutritts  zu  einer  Zutrittsberechtigung  für  die  Dauer  von  12  Monaten  führen. Folge auf  jede vorübergehende Periode von 12 Monaten  jeweils  nahtlos  die  nächste,  ergebe  sich  ein  permanenter  Zutritt,  welcher  einer  Akkreditierung  entspreche.  Die  Beschwerdeführerin  habe  zu  keiner  Zeit  um  Erteilung  einer  Akkreditierung  ersucht,  obwohl  ein  entsprechendes  Gesuch  wohl  gutzuheissen  gewesen  wäre.  Die  Voraussetzungen  zur  Zutrittsberechtigung  für  journalistisch  tätige  Medienschaffende  im  Sinn  von Art. 7 Abs. 1 MAkkV erfülle die Beschwerdeführerin jedoch längstens. J.  Die Vorinstanz bestätigte mit Duplik vom 25. März 2010 ihren Antrag auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  präzisierte,  die  Voraussetzung  der  hauptberuflichen  journalistischen  Tätigkeit  werde  zusammen  mit  dem  zeitlichen  Aspekt  geprüft;  diese  Verbindung  habe  beim  vorliegenden  Entscheid  im Vordergrund gestanden. Keineswegs aber könne man aus  der  Vernehmlassung  herauslesen,  die  Vorinstanz  sei  zur  Auffassung  gelangt, die Herausgabe des P._______ stelle keine Verbandsarbeit, PR­  oder  Werbetätigkeit  dar.  Zudem  habe  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  dargelegt,  dass  die MAkkV  nicht  dem Ausschluss  von  Lobbyisten,  sondern  der  zweckmässigen  Nutzung  der  Räumlichkeiten  diene. Im  vorliegenden  Fall  sei  das  Kriterium  der  Notwendigkeit  des  permanenten  Zutritts  nicht  erfüllt.  Die  Zutrittsberechtigung  sei  in  erster  Linie für Personen gedacht, die keine Akkreditierung beantragen könnten.  Mit  der  Gewährung  einer  derartigen  Berechtigung  dürfe  die  Unterscheidung,  welche  die  MAkkV  zwischen  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung  mache,  nicht  umgangen  werden.  Eine  Zutrittsberechtigung  für  12  Monate  könne  zu  einer  Umgehung  dieser  Unterscheidung führen, indem bei gleichbleibenden Voraussetzungen ein  Gesuch um Verlängerung der Zutrittsberechtigung um weitere 12 Monate  nicht abgewiesen werden könnte. Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  31.  März  2010  geschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

C­6202/2009 1.  Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozess­ voraussetzungen  vorliegen  und  auf  eine  Beschwerde  einzutreten  ist  (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.1.  Anfechtungsgegenstand  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  28. August  2009  (act.  1).  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  –  unter Vorbehalt  der  in Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  Vorinstanzen  gemäss Art. 33 VGG erlassen wurden. 1.2. Der  angefochtene  Entscheid  ist  als  Verfügung  im  Sinn  von  Art.  5  Abs. 1  Bst.  c  VwVG  zu  qualifizieren,  und  eine  Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Gemäss  Art.  33  Bst. d  VGG  ist  die  Beschwerde  zulässig  gegen  Entscheide  der  Bundeskanzlei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist somit  für die Behandlung der vorliegenden  Beschwerde zuständig. 1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen.  Sie  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges  Interesse. Die Beschwerdeführerin ist somit gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG  zur Beschwerdeführung legitimiert. 1.4. Die angefochtene Verfügung trägt das Datum vom 28. August 2009  und ist der Beschwerdeführerin nach deren Angaben am 31. August 2009  zugegangen.  Die  am  30.  September  2009  der  Schweizerischen  Post  übergebene  Beschwerde  wurde  somit  fristgemäss  im  Sinn  von  Art.  50  Abs.  1  VwVG  eingereicht.  Der  Kostenvorschuss  wurde  innert  der  gesetzten Frist bezahlt, und auch die Formerfordernisse gemäss Art. 52  Abs. 1 VwVG sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2.  Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom  28. August 2009 das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 23. März 2009  um  Zutrittsberechtigung  ins  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude zu Recht abgewiesen hat.

C­6202/2009 2.1. Mit  der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann gerügt  werden,  die  angefochtene  Verfügung  verletze  Bundesrecht  (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe  auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 2.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ  GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). 3.  In  der  Folge  sind  die  gesetzlichen  Grundlagen,  auf  welche  sich  die  Verfügung  vom  28.  August  2009  stützt,  einer  vertieften  Prüfung  zu  unterziehen.  3.1. Gemäss  Art.  17  Abs.  1  BV  ist  die  Freiheit  von  Presse,  Radio  und  Fernsehen sowie anderer Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen  Verbreitung von Darbietungen und Informationen gewährleistet. Vorab ist  zu  prüfen,  ob  die  Möglichkeit  des  Zutritts  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  in  den  Schutzbereich  der  Medienfreiheit fällt.  3.1.1. Der persönliche Schutzbereich  ist  im Fall der Beschwerdeführerin  ohne  Weiteres  zu  bejahen,  da  Art.  17  Abs.  1  BV  Medienschaffende  schützt  (vgl.  HERBERT  BURKERT,  in:  Bernhard  Ehrenzeller  /  Philippe  Mastronardi  /  Rainer  J.  Schweizer  /  Klaus  A.  Vallender  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfassung,  Kommentar,  2.  Auflage,  Zürich  /  St.  Gallen  2008  und  Zürich  /  Basel  /  Genf  2008  [hiernach:  St.  Galler  Kommentar zur BV], Art. 17, Rz. 25).  3.1.2. In sachlicher Hinsicht sichert die Medienfreiheit den ungehinderten  Nachrichtenfluss  und  den  freien  Meinungsaustausch;  sie  schützt  die  Recherchetätigkeit  der  Journalisten  zur  Herstellung  von  Medienerzeugnissen und zu deren Verbreitung in der Öffentlichkeit (BGE  137  I  8  E.  2.5;  vgl.  auch  JÖRG  PAUL  MÜLLER  /  MARKUS  SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz,  4. Aufl.,  Bern  2008,  S.  438).  Die  entsprechenden  Tätigkeiten  sind  in  jeder  Phase  geschützt,  von  der 

C­6202/2009 Gründung  des  Mediums  über  die  jeweilige  Ausgestaltung  bis  hin  zum  Vertrieb  bzw.  zum Bereithalten  der  Information  (vgl.  HERBERT BURKERT,  in:  St.  Galler  Kommentar  zur  BV,  Art.  17,  Rz.  17).  Nach  der  Rechtsprechung  sind  staatliche  Beschränkungen  der  journalistischen  Freiheit  in  der  Phase  der  Informationsbeschaffung  rechtfertigungsbedürftig  und  müssen  die  Eingriffsvoraussetzungen  von  Art.  36  BV  wahren.  Vom  Schutz  der  Medienfreiheit  erfasst  wird  dabei  grundsätzlich jegliche Form der journalistischen Informationsbeschaffung,  unabhängig davon, ob die  Informationen allgemein zugänglich sind oder  nicht (BGE 137 I 8 E. 2.5). Da der beantragte Zutritt zum Medienzentrum  Bundeshaus und Parlamentsgebäude der Beschaffung von journalistisch  relevanten  Informationen  dient,  stellt  die  Nichterteilung  des  entsprechenden Zutrittsausweises einen Eingriff in die Medienfreiheit dar. 3.2. Einschränkungen von Grundrechten bedürfen gemäss 36 Abs. 1 BV  einer  gesetzlichen  Grundlage;  schwerwiegende  Eingriffe  müssen  im  Gesetz  selbst,  d.  h.  in  einem  formellen  Gesetz,  vorgesehen  sein.  Ausgenommen  sind  Fälle  ernster,  unmittelbarer  und  nicht  anders  abwendbarer Gefahr.  Das  Erfordernis  der  gesetzlichen  Grundlage  betrifft  einerseits  die  Normstufe,  andererseits  den  Grad  der  Bestimmtheit  der  Norm.  Für  die  Normstufe  ist  die  demokratische  Legitimierung  des  Erlasses  entscheidend:  Je  schwerer  der  Eingriff  wiegt,  desto  höher  sind  diesbezüglich  die  Anforderungen  (vgl.  SCHWEIZER,  a.a.O.,  Art. 36,  Rz. 12). Das Prinzip der genügenden Bestimmtheit einer Norm dient der  Rechtssicherheit: Die Bürgerinnen und Bürger  sollen  ihr Verhalten nach  den  vorhersehbaren  Folgen  richten  können  (vgl.  SCHWEIZER,  a.a.O.,  Art. 36, Rz. 11).  Im Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  die Verfügung  vom 28.  August 2009 auf einer Rechtsgrundlage beruht, welche (unter Einhaltung  der  Delegationsgrundsätze)  auf  der  erforderlichen  Normstufe  erlassen  wurde und genügend bestimmt ist. 3.2.1. Vorab  ist  festzustellen, ob die Abweisung des Gesuchs um Zutritt  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  einen  schweren oder einen  leichten Eingriff  in die Medienfreiheit darstellt, weil  die Anforderungen an die Normstufe von dieser Qualifizierung abhängen  (vgl.  Art.  36  Abs.  1  zweiter  Satz  BV).  Durch  die  Nichterteilung  des  Zutrittsausweises wird die Informationsbeschaffung aus dem Bundeshaus  nicht vollständig verunmöglicht. Sie wird jedoch erschwert, indem sich die  betroffenen  Medienschaffenden  jeweils  mit  Tagesbadges  Zugang  zum 

C­6202/2009 Medienzentrum Bundeshaus verschaffen müssen und auch nicht von den  Dienstleistungen  profitieren  können,  welche  zutrittsberechtigte  oder  akkreditierte  Medienschaffende  geniessen.  Die  Abweisung  des  Zutrittsgesuchs stellt demnach einen leichten Eingriff in die Medienfreiheit  dar.  Im  Umkehrschluss  von  Art.  36  Abs.  1  zweiter  Satz  BV  genügt  als  Grundlage  für nicht schwerwiegende Grundrechtseingriffe ein Gesetz  im  materiellen Sinn.  3.2.2.  Das  Medienzentrum  Bundeshaus  und  das  Parlamentsgebäude  stehen  im Verwaltungsvermögen  der Eidgenossenschaft.  Die  Frage  der  Zutrittsberechtigung  zu  diesen  Gebäuden  betrifft  somit  ein  Nutzungsverhältnis  an  einer  öffentlichen  Sache.  Auf  der  formellgesetzlichen  Ebene  statuiert  Art.  62f  RVOG,  dass  der  Bund  in  seinen  Gebäuden  das  Hausrecht  ausübt.  Das  Gemeinwesen  ist  nicht  ohne  Weiteres  verpflichtet,  Privatpersonen  die  Nutzung  seines  Verwaltungsvermögens  zu  gestatten.  In  grundrechtsrelevanten  Fällen  kann  sich  jedoch  für  die  gesuchstellende  Partei  –  analog  zum  gesteigerten Gemeingebrauch von Strassen und Plätzen – ein bedingter  Anspruch  auf  Nutzung  der  Verwaltungssache  aus  den  betroffenen  Grundrechten ergeben. Wie der Zugang zu einer Anstalt muss auch der  Zutritt  zu  einem  Gebäude  im  Verwaltungsvermögen  rechtsgleich  und  willkürfrei  gestattet  werden  (PIERRE  TSCHANNEN  /  ULRICH  ZIMMERLI  /  MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht,  3.  Aufl.,  Bern  2009,  S.  456, Rz. 2 ff.). Akkreditierungsvorschriften normieren die Zutritts­ und Informationsrechte  von  Medienschaffenden  in  Bezug  auf  Parlaments­,  Verwaltungs­  oder  Gerichtsgebäude  mit  dem  Zweck,  aufgrund  knapper  räumlicher  Ressourcen die Nutzung dieser Gebäude zu regulieren. Mit Blick auf die  beschränkten  Kapazitäten  ist  die  Frage  der  Zutrittsberechtigung  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  mit  der  Bewilligungspflicht  für  den  gesteigerten  Gemeingebrauch  vergleichbar.  Die  Zulässigkeit  der  Bewilligungspflicht  für  die  jeweilige  Grundrechtsausübung  wird  von  der  Lehre  bejaht.  Es  wird  jedoch  darauf  hingewiesen,  dass  nicht  nur  die  Verweigerung  einer  Bewilligung,  sondern  bereits  das  Bewilligungserfordernis  als  solches  eine  Grundrechtsbeschränkung  darstellt, die gemäss Art. 36 BV einer gesetzlichen Grundlage bedarf. Die  Meinung,  wonach  die  Sachherrschaft  des  Gemeinwesens  eine  gesetzliche Grundlage gewissermassen ersetze (vgl. THOMAS SÄGESSER,  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsgesetz  [RVOG],  Bern  2007,  Art. 62f,  Rz.  2),  ist  in  Anbetracht  der  grundrechtlichen  Relevanz  dieses 

C­6202/2009 Nutzungsverhältnisses  kritisch  zu  hinterfragen  (vgl.  auch  TSCHANNEN  /  ZIMMERLI / MÜLLER, a.a.O., S. 464, Rz. 13). Angemerkt  sei  in  diesem  Zusammenhang,  dass  in  Bezug  auf  die  Akkreditierungsvorschriften  der  eidgenössischen  Gerichte  die  Zuständigkeitsnorm jeweils auf formellgesetzlicher Ebene erlassen wurde  (für  das  Schweizerische  Bundesgericht  vgl.  Art.  27  Abs.  4  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), für das  Bundesstrafgericht  vgl.  Art.  63  Abs.  4  des  Strafbehördenorganisationsgesetzes  vom  19.  März  2010  [StBOG,  SR  173.71] und für das Bundesverwaltungsgericht vgl. Art. 29 Abs. 4 VGG). 3.2.3. Fraglich  ist, ob das vorliegend zu beurteilende Nutzungsverhältnis  als  "besonderes Rechtsverhältnis"  zu qualifizieren  ist. Der Begriff  dieser  Rechtsfigur  ist  umstritten.  Nach  der  neueren  Lehre  ist  ein  besonderes  Rechtsverhältnis  nur  anzunehmen,  wenn  dieses  zu  einer  ausserordentlichen  Befindlichkeitslage  der  berechtigten  oder  verpflichteten  Person  führt.  Das  ist  der  Fall,  wenn  eine  dreifache  Eingliederung  der  involvierten  Personen  in  die  staatliche  Sphäre  stattfindet:  die  personale,  die  räumliche  und  die  bürokratisch­ hierarchische  Eingliederung.  Beim  Zutritt  von  Medienschaffenden  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  handelt  es  sich  jedoch  um  ein  schlichtes  Verwaltungsrechtsverhältnis,  weshalb  nach  dieser  Definition  ein  allgemeines und nicht ein besonderes Rechtsverhältnis vorliegt (vgl. zum  Ganzen MARKUS MÜLLER, Das besondere Rechtsverhältnis, Bern 2003, S.  131 ff.; TSCHANNEN / ZIMMERLI / MÜLLER, a.a.O., S. 391 ff., Rz. 25 ff.).  Nach  einer  älteren  Lehre  werden  die  unterschiedlichsten  Verwaltungsrechtsverhältnisse,  bei  denen  eine  räumliche  Nähe  zur  Behörde  bzw.  Anstalt  besteht,  als  besondere  Rechtsverhältnisse  betrachtet. Geht man vom älteren, weiteren Begriff aus, könnte der Zutritt  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  als  besonderes  Rechtsverhältnis  qualifiziert  werden. Heute wird  jedoch  von Doktrin  und Rechtsprechung  anerkannt, dass auch  im besonderen Rechtsverhältnis Grundrechte und  das  Gesetzmässigkeitsprinzip  zu  beachten  sind,  wobei  die  Anforderungen  an  die  Normbestimmtheit  und  die  Normstufe  entsprechend dem konkreten Sachverhalt herabgesetzt sein können (vgl.  MARKUS  MÜLLER,  a.a.O,  S.  122  ff.;  TSCHANNEN  /  ZIMMERLI  /  MÜLLER,  a.a.O., S. 391 ff., Rz. 24, 30 ff; BGE 135 I 79 E. 6). 

C­6202/2009 Bei  der  Beurteilung  von  Grundrechtseingriffen  ist  die  jeweilige  Ausprägung  des  Einzelfalls  von  entscheidender  Bedeutung.  Deswegen  könnten  aus  der  Bezeichnung  des  zu  beurteilenden  Sachverhalts  als  besonderes  Rechtsverhältnis  im  genannten  weiten  Sinn  keine  direkten  Rückschlüsse  auf  die  erforderliche  Normstufe  und  Normbestimmtheit  gezogen werden. Die  Frage  der Qualifizierung  als  besonderes  oder  als  gewöhnliches Rechtsverhältnis kann daher letztlich offen bleiben. 3.2.4.  Wie  in  E.  3.2.1  dargelegt  ist  für  den  fraglichen  Eingriff  keine  Grundlage auf der Ebene des Bundesgesetzes erforderlich. Zum gleichen  Schluss  führt  Art.  164  Abs.  1  Bst.  c  BV  e  contrario,  indem  die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  und  die  damit  verbundene  Gewährung  oder  Verweigerung  des  Zutritts  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  keine grundlegenden  Rechte  und  Pflichten  von  Privatpersonen  betrifft.  Die  Grundrechtsbeschränkung,  welche vorliegend in einem Bewilligungserfordernis besteht, kann folglich  direkt,  ohne  Delegation  im  formellen  Gesetz,  auf  der  Stufe  einer  Bundesratsverordnung  vorgesehen  werden.  Das  in  Art.  62f  RVOG  statuierte  Hausrecht  des  Bundes  bildet  den  Rahmen  für  diese  Rechtsetzungskompetenz des Bundesrates. Nach Lehre und Rechtsprechung genügt zwar bei nicht schwerwiegenden  Grundrechtseingriffen als gesetzliche Grundlage eine Verordnung; diese  muss jedoch in jedem Fall formell und materiell verfassungsmässig sein.  Dies bedeutet, dass die Verordnung von einer Behörde erlassen worden  ist,  die  dazu  befugt  ist,  und  dass  sie  sich  im  Rahmen  der  Gesetzesdelegation bewegen muss (vgl. SCHWEIZER, a.a.O., Art. 36, Rz.  12; BGE 137  I 8 E. 2.6; BGE 128  I 113 E. 3). Diese Grundsätze gelten  sinngemäss  auch  für  die  Subdelegation  zwischen  Bundesrat  und  Departement.  Nach  Art.  48  Abs.  1  RVOG  ist  der  Bundesrat  ermächtigt,  die  Zuständigkeit  zum  Erlass  von  Rechtssätzen  auf  die  Departemente  zu  übertragen.  Er  berücksichtigt  dabei  die  Tragweite  der  Rechtssätze.  Die  Subdelegation ist vorliegend somit grundsätzlich zulässig. Es ist daher zu  prüfen, ob der Bundesrat von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht hat,  bzw. gestützt auf welche Subdelegationsnorm die Vorinstanz befugt war,  Akkreditierungs­  und  Zutrittsvorschriften  für  Medienschaffende  zu  erlassen.

C­6202/2009 3.2.5. Der Entscheid der Vorinstanz stützt sich auf Art. 7 Abs. 1 der am  1. Januar 2008 in Kraft getretenen MAkkV. Diese wurde gestützt auf Art.  8  der  (mit  Wirkung  ab  1.  Januar  2009  aufgehobenen)  Organisationsverordnung  vom  5.  Mai  1999  für  die  Bundeskanzlei  (AS  1999 1757, nachfolgend: aOV­BK) sowie nach Anhörung des Vorstandes  der Vereinigung der Bundeshausjournalistinnen und ­journalisten von der  Vorinstanz selbst erlassen; sie löste die Akkreditierungs­Verordnung vom  21.  Dezember  1990  (AS  1991  210,  nachfolgend:  Akkreditierungs­ Verordnung) ab. Die MAkkV als Verordnung der Bundeskanzlei steht auf  derselben  Regelungsstufe  wie  eine  Departementsverordnung,  denn  Bundeskanzlei  und  Departemente  haben  in  der  Organisation  der  zentralen Bundesverwaltung den gleichen Rang (vgl. Art. 7 Abs. 1 Bst. a  der  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsverordnung  vom  25. November 1998 [RVOV, SR 172.010.1]). Art. 8 aOV­BK lautete:  "Die  Bundeskanzlei  ist  zuständig  für  die  Akkreditierung  der  Bundeshausjournalisten und ­journalistinnen." Art. 8 aOV­BK erwähnte die Rechtsetzungskompetenz der Bundeskanzlei  nicht  explizit.  Da  diese  Bestimmung  im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen Verfügung nicht mehr  in Kraft  stand, kann offen bleiben,  ob  damit  eine  Rechtsetzungskompetenz  an  die  Vorinstanz  subdelegiert  wurde oder ob die Vorinstanz dadurch lediglich als zuständig zum Erlass  von Verfügungen  im Bereich  der Akkreditierungen  erklärt wurde.  Selbst  wenn  von  einer  Delegation  der  Rechtsetzungskompetenz  ausgegangen  würde,  wäre  diese  mit  der  Aufhebung  der  aOV­BK  mit  Wirkung  ab  1. Januar 2009 weggefallen. 3.2.6.  Am  1.  Januar  2009  wurde  die  totalrevidierte  Organisationsverordnung  für  die  Bundeskanzlei  vom  29.  Oktober  2008  (OV­BK, SR 172.210.10) in Kraft gesetzt. Diese enthält keine Art. 8 aOV­ BK vergleichbare Bestimmung; der Begriff der Akkreditierung wird  in der  OV­BK  nicht  erwähnt.  Der  Akkreditierung  in  thematischer  Hinsicht  am  nächsten kommt Art. 7 Abs. 3 OV­BK mit folgendem Wortlaut:  "Sie [die Bundeskanzlei] betreibt das Medienzentrum Bundeshaus." Weder der Wortlaut  ("betreibt",  französisch  "gère",  italienisch  "gestisce")  noch  die  Systematik  von  Art.  7  Abs.  3  OV­BK  (Unterstützung  der  Departemente  und  Bundesämter  bei  der  Wahrnehmung  ihrer  Kommunikationsaufgaben [Art. 7 Abs. 1 OV­BK], Pflege des einheitlichen  Erscheinungsbildes der Bundesverwaltung [Art. 7 Abs. 2 OV­BK], Betrieb 

C­6202/2009 des Politforums Käfigturm zusammen mit den Parlamentsdiensten [Art. 7  Abs. 4 OV­BK] und Vertretung der  Interessen der Departemente bei der  Parlamentsbibliothek  [Art.  7  Abs.  5  OV­BK])  weist  darauf  hin,  dass  die  Vorinstanz durch diese Bestimmung zum generell­abstrakten Erlass von  Bewilligungsvoraussetzungen berechtigt werden sollte. Art. 7 Abs. 3 OV­ BK  genügt  daher  nicht  als  Subdelegationsnorm  zum  Erlass  von  rechtsetzenden  Bestimmungen  im  Bereich  der  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung von Medienschaffenden. 3.3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  eine  spezifische  Rechtsgrundlage  für  den  Erlass  von  Akkreditierungs­  und  Zutrittsvorschriften  für  Medienschaffende  auf  Stufe  Bundesgesetz  nicht  notwendig  ist.  Mit  Blick  auf  die  Tatsache,  dass  das  Hausrecht  des  Bundes in seinen Gebäuden durch Art. 62f RVOG auf formellgesetzlicher  Ebene  verankert  ist,  kann  die  Regelung  der  Akkreditierung  und  des  Zutritts von Medienschaffenden  in einer Bundesratsverordnung erfolgen.  Es  ist  daher  erforderlich,  dass  entweder  der  Bundesrat  selbst  diese  Vorschriften erlässt,  oder dass er  die entsprechende Kompetenz an die  Vorinstanz  subdelegiert;  beides  ist  vorliegend  nicht  erfolgt.  Angesichts  der  grundrechtlichen  Relevanz  der  Zutrittsmöglichkeit  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  zum  Parlamentsgebäude  für  Medienschaffende ist eine Regelung auf Departementsstufe, welche sich  nicht auf eine hinreichende Grundlage  im übergeordneten Recht stützen  kann, mit dem Gesetzmässigkeitsprinzip nicht vereinbar (vgl. auch Urteil  des  BVGer  C­6123/2009  vom  20.  Juni  2011  E.  3  [zur  Publikation  vorgesehen]).  Aus den genannten Gründen kommt das Bundesverwaltungsgericht zum  Schluss,  dass  die MAkkV  und  damit  auch  die  angefochtene  Verfügung  einer genügenden gesetzlichen Grundlage entbehrt. Die Beschwerde  ist  daher gutzuheissen, und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben. 4.  Selbst wenn die MAkkV als gesetzliche Grundlage für die Abweisung des  Zutrittsgesuchs genügen würde, wäre die Beschwerde gutzuheissen und  zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, wie die folgenden  Ausführungen zeigen. Im  Zusammenhang  mit  der  Totalrevision  des  Akkreditierungsrechts  für  Medienschaffende  beschloss  der Bundesrat  eine  restriktivere Praxis  bei  der  Erteilung  von  Akkreditierungen,  wobei  nicht  akkreditierte 

C­6202/2009 Medienschaffende  die  Möglichkeit  einer  Zutrittsberechtigung  haben  sollten  (vgl.  THOMAS  SÄGESSER,  Die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  zur  Berichterstattung  aus  dem  Bundeshaus,  ZBl  2008  S.  177­199  [hiernach:  ZBl  2008],  S.  177).  Das  System,  wonach  Medienschaffende  entweder  als  akkreditierte  Journalisten  bzw.  Journalistinnen  oder  als  weitere  Medienschaffende  Zutritt  zu  den  Informationsräumlichkeiten des Bundeshauses erhalten können, bestand  allerdings  schon  unter  dem  alten  Recht.  Einschlägig  hinsichtlich  der  Voraussetzungen  waren  folgende  Bestimmungen  der  Akkreditierungs­ Verordnung:

C­6202/2009 Art. 2 Voraussetzung zur Akkreditierung 1  Journalisten,  welche  im  Hauptberuf  aus  dem  Bundeshaus  für  in  der Schweiz produzierte Medien berichten, erhalten von der Bundes­ kanzlei auf Gesuch hin eine Akkreditierung. 2 Als hauptberuflich  tätig gelten diejenigen Journalisten, welche min­ destens  80 %  ihres  Erwerbs­Einkommens  aus  ihrer  journalistischen  Tätigkeit im Bundeshaus verdienen. 3  Journalisten,  welche  die  Voraussetzungen  der  Absätze  1  und  2  nicht  erfüllen,  können  von  der  Bundeskanzlei  auf  begründetes  Ge­ such  hin  nur  akkreditiert  würden,  sofern  sie  nachweisen,  dass  sie  regelmässig  aus  dem  Bundeshaus  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien berichten wollen und dafür eine Akkreditierung benötigen. Art. 3 Zutritts­Berechtigte 1  Alle  Journalisten,  welche  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien  berichten,  haben  Zutritt  zu  den  Informationsräumen  des  Bundeshauses,  soweit  es  die  Ausübung  des  Berufes  erfordert.  Bei  Bedarf kann die Bundeskanzlei auf Gesuch hin einen Zutritts­Ausweis  ausstellen. 2 (...) Art. 8 Ausweise und Dauer 1 Die Bundeskanzlei  akkreditiert  Journalisten  jeweils  bis  Jahresende  und stellt ihnen einen Ausweis aus. 2  Die  Gültigkeit  des  Akkreditierungs­Ausweises  wird  von  der  Bun­  deskanzlei  jeweils um ein Jahr verlängert,  sofern die  in den Artikeln  2 oder 4 genannten Voraussetzungen immer noch erfüllt sind. 3 Der Zutritts­Ausweis verliert  seine Gültigkeit, wenn er nicht  jährlich  von der Bundeskanzlei erneuert wird. Demgegenüber lauten die entsprechenden Bestimmungen der MAkkV: 2. Abschnitt: Akkreditierung Art. 2 Voraussetzungen 1  Medienschaffende  werden  akkreditiert,  wenn  sie  hauptberuflich  journalistisch zum Zweck der  Information aus dem Bundeshaus  tätig  sind.

C­6202/2009 2  Hauptberuflich  journalistisch  tätig  ist  in  der Regel,  wer  im Umfang  von mindestens 60 Prozent einer Vollzeitstelle journalistisch tätig ist. 3  Als  journalistische  Tätigkeit  gilt  auch  die  fotografische  Bericht­ erstattung.  Nicht  als  journalistische  Tätigkeiten  gelten  Verbands­ arbeit, PR­ und Werbetätigkeiten. Art. 3­4 (...) Art. 5 Dauer 1 Die Akkreditierung gilt bis zum Ende einer Legislaturperiode. 2 Sie wird zu Beginn einer neuen Legislaturperiode erneuert. Art. 6 (...) 3. Abschnitt: Zutritt weiterer Medienschaffender Art. 7 Zutrittsberechtigung 1 Journalistisch tätige Medienschaffende, welche zur Ausübung ihres  Berufes  vorübergehend  Zutritt  zu  den  Informationsräumlichkeiten  im  Medienzentrum Bundeshaus oder  im Parlamentsgebäude benötigen,  können eine Zutrittsberechtigung beantragen. 2 (...) Art. 8­9 (...) Art. 10 Dauer 1  Die  Zutrittsberechtigung  hat  eine  begrenzte  Gültigkeitsdauer  zwi­ schen einem Tag und zwölf Monaten. 2 Sie  kann  auf  Gesuch  hin  verlängert  werden,  wenn  die  Vorausse­ tzungen nach Artikel 7 weiterhin erfüllt sind. (...) 4.1.  4.1.1. Ein  Hauptunterschied  gegenüber  dem  alten  Recht  besteht  darin,  dass  in  der  MAkkV  die  Voraussetzungen  für  die  Akkreditierung  enger  gefasst sind, indem Art. 2 Abs. 3 der Akkreditierungs­Verordnung nicht in  die MAkkV übernommen wurde. Die Kategorie  jener Journalistinnen und  Journalisten,  welche  die  Voraussetzung  "im  Hauptberuf"  gemäss  Art.  2  Abs.  1  der  Akkreditierungs­Verordnung  (Anteil  der  Bundeshaus­ Berichterstattung  am  Erwerbseinkommen)  nicht  erfüllten  und  trotzdem 

C­6202/2009 akkreditiert werden konnten, wenn sie nachweislich regelmässig aus dem  Bundeshaus  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien  berichteten,  wurde  aufgehoben. Nach dem neuen Recht sollte diese Gruppe berechtigt sein,  eine (zeitlich beschränkte) Zutrittsberechtigung zu erhalten. 4.1.2. Ein  weiterer  Unterschied  liegt  darin,  dass  die  Voraussetzung  der  hauptberuflichen  journalistischen  Tätigkeit,  welche  in  Bezug  auf  die  Akkreditierung sowohl im alten als auch im neuen Recht statuiert ist (vgl.  Art. 2 Abs. 1 der Akkreditierungs­Verordnung bzw. Art. 2 Abs. 1 MAkkV),  in der revidierten Fassung anders und zudem enger umschrieben wird als  in der ursprünglichen Fassung. Nach  Art.  2  Abs.  2  der  Akkreditierungs­Verordnung  war  das  Element  "hauptberuflich"  erfüllt,  wenn  80 %  des  jeweiligen  Erwerbseinkommens  aus  der  journalistischen  Tätigkeit  im  Bundeshaus  stammten.  Demgegenüber  liegt  gemäss  Art.  2  Abs.  2 MAkkV  eine  hauptberufliche  Tätigkeit  vor,  wenn  60 %  einer  Vollzeitstelle  für  die  journalistische  Tätigkeit im Bundeshaus aufgewendet werden. Das  Element  "journalistisch"  wurde  in  der  Akkreditierungs­Verordnung  nicht  definiert.  Neu  erklärt  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  ausdrücklich  die  fotografische  Berichterstattung  als  journalistische  Tätigkeit  im  Sinn  der  Verordnung und schliesst Verbandsarbeit, PR­ und Werbetätigkeiten vom  Begriff  der  journalistischen  Tätigkeit  aus.  Unklar  ist,  ob  diese  Einschränkung  auch  auf  die  Zutrittsberechtigung  nach  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  anwendbar  ist.  In  der  Literatur  wird  die  Frage  bejaht,  die  resultierende Lösung jedoch als problematisch eingestuft (vgl. SÄGESSER,  ZBl 2008, S. 185). 4.2.  In  der  Folge  ist  zu  prüfen,  ob  die  Definition  des  Begriffs  "journalistisch" in Art. 2 Abs. 3 MAkkV sich nur auf Art. 2 Abs. 1 MAkkV,  d. h. auf die Akkreditierung bezieht, wie die Beschwerdeführerin geltend  macht,  oder  ob  diese  Einschränkung  analog  anzuwenden  ist  auf  die  Zutrittsberechtigung  weiterer  Medienschaffender  nach  Art.  7  Abs.  1  MAkkV.  Die Vorinstanz beantwortet diese Frage nicht eindeutig. Sie begründet die  Verfügung  vom  28.  August  2009  u.  a.  folgendermassen: Mit  Schreiben  vom 5. März 2009 sei die Beschwerdeführerin auf die Voraussetzungen  für  die  Erteilung  eines  Zutrittsausweises  aufmerksam  gemacht  worden.  Gemäss  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  müsse  die  Tätigkeit  als  Journalist 

C­6202/2009 nachgewiesen  werden.  Es  sei  darauf  hingewiesen  worden,  dass  Verbandsarbeit, PR­ und Werbetätigkeiten  in  sinngemässer Anwendung  von  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  nicht  als  journalistische  Tätigkeiten  gelten  würden. In  ihrer  Vernehmlassung  vom  17.  Dezember  2009  führt  die  Vorinstanz  jedoch  an,  sie  habe  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Schreiben  vom  3. März 2009 darauf aufmerksam gemacht, sie werde keine permanenten  Zutrittsausweise mehr  ausstellen  für  Personen,  die  zur  Ausübung  einer  Verbands­,  PR­  oder  ähnlichen  Tätigkeit  Zutritt  benötigten. Würde  eine  solche  Berechtigung  gewährt,  würde  die  Unterscheidung  in  der  Verordnung  umgangen  und  der  damit  verbundene  Zweck  vereitelt.  Die  Vorinstanz sei  jedoch bereit  zu prüfen, ob die Voraussetzungen  für den  vorübergehenden Zutritt  erfüllt  seien,  sofern die Beschwerdeführerin  die  gewünschte  Dauer  der  Zutrittsberechtigung  (z.  B.  während  der  Sessionen)  präzisiere.  Damit  zieht  die  Vorinstanz  sinngemäss  in  Erwägung, auf die angefochtene Verfügung zurückzukommen, indem sie  sich  bereit  erklärt  zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  der  Zutrittsberechtigung  teilweise  vorliegen. Dies  hätte  sie  allerdings  bereits  bei  der  Instruktion  des  Gesuchs  tun  und  das  Gesuch  gegebenenfalls  teilweise  gutheissen  können.  Ungereimt  ist  diese  Erwägung  auch  deshalb, weil die Vorinstanz am Ende der Vernehmlassung zum Schluss  kommt, aus den genannten Gründen sei die Beschwerde abzuweisen. 4.2.1. Mit Blick auf die Verordnungssystematik muss davon ausgegangen  werden,  dass  die  in  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  vorgenommene  Präzisierung  des Begriffs "journalistisch" ausschliesslich auf Art. 2 Abs. 1 MAkkV und  damit  auf  die  Frage  der  Akkreditierung  Bezug  nimmt.  Die  Beschwerdeführerin weist  zu Recht  darauf  hin,  dass  die Einschränkung  im  3.  Abschnitt  der  MAkkV  weder  eine  direkte  Erwähnung  findet  noch  aufgrund  einer Verweisnorm auf  den  2. Abschnitt  für  anwendbar  erklärt  wird.  Mit  Ausnahme  des  4.  Abschnitts,  in  dem  die  Ausstellung  des  Zutrittsausweises  an  die  akkreditierten  Medienschaffenden  und  die  weiteren  Zutrittsberechtigten  durch  die  Bundeskanzlei  geregelt  ist  (vgl.  Art.  12 MAkkV),  sind  sowohl  die materiellen Voraussetzungen  als  auch  die Verfahrensbestimmungen  in Bezug auf  die Akkreditierung  einerseits  und die Zutrittsberechtigung andererseits getrennt statuiert. Art. 2 Abs. 3  MAkkV hat keinen systematischen Konnex zu Art. 7 MAkkV; die einzige  Verbindung  ist  semantischer  Art,  indem  beide  Bestimmungen  das  Element "journalistisch tätig" enthalten. 

C­6202/2009 4.2.2.  Ein  weiterer  Grund  für  die  dargelegte  Auslegung  liegt  in  der  inhaltlichen  Konzeption  der  Verordnung,  die  augenscheinlich  eine  Unterscheidung  zwischen  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung  bewirken  sollte.  Während  die  Akkreditierung  –  unter  Vorbehalt  von  Änderungen in den Voraussetzungen (vgl. Art. 4 MAkkV) – bis zum Ende  der  Legislaturperiode  gültig  ist  und  jeweils  erneuert  wird  (vgl.  Art.  5  MAkkV), wird die Zutrittsberechtigung  für maximal 12 Monate erteilt und  muss nach Ablauf der Gültigkeitsdauer erneut beantragt werden. Auch in  Bezug auf die Nutzung der Räumlichkeiten und sonstige Berechtigungen  unterscheiden  sich  Zutrittsberechtigung  und  Akkreditierung  erheblich.  Gemäss  Art.  11 MAkkV  kommen  Zutrittsberechtigte  in  den Genuss  der  Arbeitserleichterungen  nach Art.  6 Bst.  a  und  c MAkkV: Sie  können  an  allen  Veranstaltungen  teilnehmen,  welche  von  der  Regierung,  der  Verwaltung  oder  dem  Parlament  für  sie  durchgeführt  werden,  und  sie  haben  Zutritt  zu  allen  den Medienschaffenden  offenstehenden  Räumen  des  Medienzentrums  Bundeshaus  und  des  Parlamentsgebäudes.  Demgegenüber  geniessen  die  akkreditierten  Medienschaffenden  viel  weitergehende  Rechte,  sowohl  hinsichtlich  der  Bedienung  mit  Informationen  als  auch  der  Bereitstellung  von  Infrastrukturen  wie  Arbeitsplätze oder Postfächer (vgl. Art. 6 MAkkV). Da die Akkreditierung wie gezeigt mit weitreichenden Rechten verbunden  ist, dürfen an sie strengere Voraussetzungen geknüpft werden als an die  Zutrittsberechtigung. Die Vorinstanz weist  in  ihrer Duplik  darauf  hin,  die  Zutrittsberechtigung  sei  vor  allem  für  Personen  gedacht,  die  nicht  akkreditiert werden könnten. Würde für die Zutrittsberechtigung nach Art.  7 Abs. 1 MAkkV das Erfordernis statuiert, es dürfe keine Verbandsarbeit,  PR­  oder Werbearbeit  vorliegen,  würde  einerseits  einer  grösseren  Zahl  Medienschaffender  der  (vorübergehende)  Zutrittsausweis  grundsätzlich  verweigert,  andererseits  bestünde  der  einzige  Unterschied  zur  Akkreditierung darin, dass diese eine mindestens 60 %­ige Tätigkeit zum  Zweck  der  Information  aus  dem  Bundeshaus  voraussetzt.  Ein  rein  quantitatives  Kriterium  als  einziges  Unterscheidungsmerkmal  erscheint  für die Abgrenzung der Akkreditierung von der Zutrittsberechtigung nicht  befriedigend. 4.2.3.  Schliesslich  gebietet  auch  die  Bedeutung  des  Medienzentrums  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude,  insbesondere Medienschaffende,  die  für einen Verband oder eine Interessengemeinschaft  tätig sind, nicht  grundsätzlich  von  der  Zutrittsberechtigung  auszuschliessen,  zumal  sie  nach dem alten Recht akkreditiert werden konnten (vgl. Art. 2 Abs. 3 der 

C­6202/2009 Akkreditierungs­Verordnung;  SÄGESSER,  ZBl  2008  S.  185).  Dies  muss  umso  mehr  gelten,  als  die  Abgrenzung  zwischen  Verbandsarbeit,  PR­  und  Werbetätigkeit  einerseits  und  "reiner"  journalistischer  Tätigkeit  andererseits  im  Einzelfall  schwierig  sein  kann.  Die  teleologische  und  historische  Auslegung  führt  somit  zum  gleichen  Resultat  wie  die  systematische Auslegung. 4.2.4.  Als  Zwischenfazit  ist  daher  festzuhalten,  dass  für  eine  sinngemässe  Anwendung  von  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  auf  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  kein  Anlass  besteht.  Somit  stellt  das  Vorliegen  von  Verbandsarbeit, PR­ oder Werbetätigkeit nach der MAkkV, wie sie nach  der  vorstehenden  Auslegung  verstanden  werden  muss,  kein  grundsätzliches  Hindernis  für  die  Erteilung  einer  Zutrittsberechtigung  nach Art. 7 Abs. 1 MAkkV dar (vgl. auch Urteil des BVGer C­6123/2009  vom  20.  Juni  2011  E.  4.2  [zur  Publikation  vorgesehen]).  Aus  diesem  Grund kann vorliegend offen bleiben, ob die von der Beschwerdeführerin  ausgeübte Tätigkeit als Verbandsarbeit einzustufen ist oder nicht. 4.3.  Schliesslich  stellt  sich  die  Frage  der  notwendigen  Dauer  der  Zutrittsberechtigung.  Die  Beschwerdeführerin  hat  die  maximale  Dauer  von 12 Monaten beantragt und macht geltend,  sie widme sich  in einem  Pensum  von  60 %  der  Redaktion  des  P._______  und  besuche  das  Medienzentrum  Bundeshaus  mehrmals  wöchentlich.  Dass  diese  Frequenz  für  die  Redaktion  des  P._______  notwendig  ist,  wird  auch  in  der vorgelegten Bestätigung der Arbeitgeberin vom 30. September 2009  (Beschwerdebeilage  4)  betont.  Die  Vorinstanz  vertritt  hingegen  den  Standpunkt,  weder  die  Beschwerdeführerin  selbst  noch  deren  Arbeitgeberin  habe  die  Notwendigkeit  einer  permanenten  Zutrittsbrechtigung hinreichend zu begründen vermocht. Die Gewährung  einer  Zutrittsberechtigung  könne  weder  durch  Arbeitsintensität  noch  durch kontinuierliche Aufarbeitung eines Geschäfts gerechtfertigt werden.  Nach den Ausführungen der Beschwerdeführerin und ihrer Arbeitgeberin  erscheine die Notwendigkeit des Zutritts nur als punktuelle, nämlich vor,  während  und  nach  den  Sessionen.  Das  Vorbringen,  wonach  sich  die  Beschwerdeführerin  mehrmals  pro  Woche  ins  Medienzentrum  begebe,  vermöge – selbst dann, wenn es verifiziert werden könnte – lediglich die  Notwendigkeit  eines  vielleicht  regelmässigen,  nicht  aber  permanenten  Zutritts zu belegen. Vorliegend könne daher keine permanente, sondern  nur eine vorübergehende Zutrittsberechtigung gewährt werden.

C­6202/2009 4.3.1.  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  sieht  den  Fall  der  regelmässig  wiederkehrenden Notwendigkeit des Zutritts nicht ausdrücklich vor. Zwar  ist auch der regelmässige Zutritt  jeweils nur vorübergehend, solange die  Frequenz  nicht  ein  gewisses  Mass  überschreitet  und  eine  dauerhafte  Zutrittsberechtigung erforderlich macht. Nach der Literatur  ist der Begriff  "vorübergehend"  in  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  jedoch  im  Sinn  von  "gelegentlich"  oder  "sporadisch"  zu  verstehen: Gedacht wurde dabei  an  "Personen, die nur sehr sporadisch im Sinne einer Fachberichterstattung  oder bei besonderen Ereignissen wie bspw. Bundesratswahlen aus dem  Bundeshaus  berichten  und  daher  das  für  eine  Akkreditierung  erforderliche  Kriterium  der  Hauptberuflichkeit  nicht  erfüllen"  (vgl.  SÄGESSER,  ZBl  2008,  S.  193).  Die  Gruppe  jener  Medienschaffenden,  welche einen permanenten Zutritt benötigt, ohne akkreditiert zu sein, wird  weder  im  Normtext  noch  in  der  Literatur  erwähnt,  obwohl  nach  dem  revidierten  Recht  gerade  diese  Gruppe  die  Möglichkeit  einer  Zutrittsberechtigung  erhalten  sollte  (vgl.  SÄGESSER,  ZBl  2008,  S.  178,  193).  Indem  aber  die MAkkV  eine  vorübergehende  Zutrittsberechtigung  von bis zu 12 Monaten vorsieht, bleibt dennoch Raum für Fälle, in denen  der  Zutritt  nicht  nur  sporadisch,  sondern  wiederkehrend  notwendig  ist.  Dieser  Raum  muss  für  die  Gruppe  der  weiteren  Medienschaffenden,  welche nicht akkreditiert sind und dennoch keinen sporadischen, sondern  einen  permanenten  Zutritt  benötigen,  zur  Verfügung  stehen  (vgl.  auch  Urteil  des  BVGer  C­6123/2009  vom  20.  Juni  2011  E.  4.3.1  [zur  Publikation vorgesehen]). Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, die Unterscheidung in  einen "vielleicht regelmässigen, aber nicht permanenten Zutritt" sei nicht  nachvollziehbar.  Eine  solche  Differenzierung  finde  sich  weder  in  der  MAkkV,  noch  werde  sie  im  laufenden  Verfahren  von  der  Beschwerdeführerin  vorgenommen.  Es  sei  eine  Tatsache,  dass  eine  Regelmässigkeit  ab  einer  gewissen  Intensität  fliessend  in  eine  Permanenz übergehe.  In  diesem  Zusammenhang  ist  anzumerken,  dass  eine  zwölfmonatige  Zutrittsberechtigung  gemäss  Art.  10  Abs.  1  MAkkV  in  Verbindung  mit  Art. 7  Abs.  1  MAkkV  als  vorübergehend  gilt,  woran  auch  die  in  Art. 10  Abs. 2 MAkkV vorgesehene Verlängerungsmöglichkeit nichts ändert. Die  von der Vorinstanz geäusserte Gefahr der Vereitelung des Unterschieds  zwischen  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung  ist  in  den  jeweiligen  Voraussetzungen  in  der  MAkkV  selbst  angelegt  (vgl.  auch  Urteil  des 

C­6202/2009 BVGer  C­6123/2009  vom  20.  Juni  2011  E.  4.3.2  [zur  Publikation  vorgesehen]). 4.3.2. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Sachverhalt in Bezug auf  die  Häufigkeit  und  Dauer  der  notwendigen  Besuche  der  Beschwerdeführerin  im  Medienzentrum  Bundeshaus  und  die  damit  verbundene Frage,  für welchen Dauer eine Zutrittsberechtigung gewährt  werden  kann,  zu  wenig  abgeklärt  erscheint.  Der  Vorinstanz  steht  als  Betreiberin des Medienzentrums Bundeshaus (vgl. Art. 7 Abs. 3 OV­BK)  grundsätzlich  ein  weites  Ermessen  in  Bezug  auf  die  Nutzung  der  betreffenden Räumlichkeiten zu. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass  sich das Ermessen der Verwaltung an den Normen des objektiven Rechts  orientieren  muss  und  folglich  eine  auf  grundsätzlichen  Überlegungen  basierende  generelle  Nichtgewährung  der  maximalen  Zutrittsdauer  von  12  Monaten  gemäss  Art.  10  Abs.  1  MAkkV  eine  Ermessensunterschreitung  darstellen  würde  (vgl.  dazu  BENJAMIN  SCHINDLER,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], Zürich  / St. Gallen 2008, Art.  49, Rz.  26  am  Ende;  ANDRÉ  MOSER  /  MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.185).  In  diesem  Sinn  obliegt  es  der  verfügenden  Behörde,  ihr  Ermessen pflichtgemäss auszuüben. 5.  5.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  gemäss  Art.  63  Abs.  1  VwVG  keine  Verfahrenskosten  zu  auferlegen.  Der  einbezahlte  Kostenvorschuss  von  Fr.  500.­  ist  der  Beschwerdeführerin  zurückzuerstatten.  In  Anwendung  von  Art.  63  Abs.  2  VwVG  sind  auch  der  Vorinstanz  keine  Verfahrenskosten zu auferlegen.  5.2.  Die  obsiegende  Beschwerdeführerin  hat  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7  Abs.  1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Da  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  keine  Kostennote  eingereicht  hat,  ist  die  Parteientschädigung  aufgrund  der  Akten  festzusetzen  (Art.  14  Abs.  2  VGKE).  In  Berücksichtigung  des  notwendigen Aufwands wird die Parteientschädigung auf Fr. 2'500.­  inkl.  Auslagen und Mehrwertsteuer festgesetzt. 

C­6202/2009 C­6202/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  im  Sinn  der  Erwägungen  gutgeheissen,  und  die  Verfügung vom 28. August 2009 wird aufgehoben. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 500.­  wird  der  Beschwerdeführerin  zurückerstattet. 3.  Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von  Fr. 2'500.­ zu bezahlen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Susanne Genner Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen der Art. 82  ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG,  SR  173.110)  erfüllt  sind.  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6202/2009 — Bundesverwaltungsgericht 26.09.2011 C-6202/2009 — Swissrulings