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Bundesverwaltungsgericht 11.08.2011 C-6135/2008

11. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,005 Wörter·~15 min·1

Zusammenfassung

Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid des Kantons | Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6135/2008 Urteil   v om   1 1 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien X._______ AG,  vertreten durch Rechtsanwalt Michael Siegrist, Kummer Bolzern & Partner, Winkelriedstr. 35, 6002 Luzern, Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zum arbeitsmarktlichen  Vorentscheid in Bezug auf A._______.

C­6135/2008 Sachverhalt: A.  A._______ (geb. […]) ist armenischer Staatsangehöriger. Am 31. Oktober  2005  erhielt  er  eine  vorerst  auf  ein  Jahr  befristete  kontingentierte  Kurzaufenthaltsbewilligung  im  Sinne  von  Art. 20  der  Verordnung  vom  6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS  1986  1791),  um als Geschäftsführer  die  im  selben Frühjahr  in Baar/ZG  gegründete  Firma  X._______  AG  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  aufzubauen.  Der  Zweck  der  Gesellschaft  bestand  anfänglich  zur  Hauptsache  in  der  Organisation  und  Durchführung  der  Abfallsammlung  und ­entsorgung in Armenien, mit eingeschlossen Finanzierung und Bau  entsprechender  Recycling­  und  Kehrichtverbrennungsanlagen.  A._______  wurde  hierfür  ausnahmsweise  erlaubt,  seine  Familie  nachzuziehen.  Die  spätere  Verlängerung  bzw.  Umwandlung  der  Bewilligung wurde  in der  fraglichen Zustimmungsverfügung des BFM an  mehrere  Bedingungen  (vorab  Nachweis  der  Aufnahme  der  Geschäftstätigkeit,  ausgewiesener  Geschäftserfolg  gemäss  Businessplan, Schaffung von Arbeitsplätzen für inländische Arbeitskräfte)  geknüpft. B.  Am  26.  September  2007  ersuchte  A._______  (sinngemäss)  um  Umwandlung  der  Kurz­  in  eine  Jahresaufenthaltsbewilligung.  In  diesem  Zusammenhang  wurde  festgestellt,  dass  die  Beschwerdeführerin  den  Geschäftssitz  mittlerweile  von  Baar  nach  Luzern  an  den  Wohnort  der  Familie A._______ verlegt hatte. Als Hauptzweck verfolgte die Firma neu  den Bau und Betrieb eines Gaskraftwerkes in Armenien. Auf  Anfrage  des  Amtes  für  Migration  des  Kantons  Luzern  hin  gab  das  BFM am 5. November 2007 eine erste negative Stellungnahme ab. Darin  wurde  insbesondere  auf  die  im  seinerzeitigen  Zustimmungsentscheid  vom  30. September  2005  festgelegten,  nicht  erfüllten  Bedingungen  verwiesen.  Dennoch  erachtete  die  kantonale  Behörde  die  Voraussetzungen  für die Erteilung einer Jahresaufenthaltsbewilligung zu  Lasten des kantonalen Kontingents als erfüllt und unterbreitete dem BFM  am  18. Dezember  2007  einen  Antrag  auf  Zustimmung  zum  entsprechenden arbeitsmarktlichen Vorentscheid. Mittels E­Mail vom 1. Februar 2008 an die kantonale Migrationsbehörde  verlangte  das  BFM  für  die  Weiterbehandlung  des  Beschäftigungsgesuches  eine Reihe  von Nachweisen und Belegen. Am 

C­6135/2008 7.  April  2008  liess  A._______  daraufhin  Unterlagen  zur  nunmehr  geplanten  Geschäftstätigkeit  und  zur  finanziellen  Situation  des  Unternehmens nachreichen. Nachdem  die  Vorinstanz  am  22.  April  2008  auf  elektronischem  Weg  signalisiert hatte, sie werde dem Umwandlungsgesuch nicht zustimmen,  legte  der  damalige  Parteivertreter  der  Gesellschaft  zusätzliche  Beweismittel  ins  Recht.  Für  die  Einreichung  ausstehender  Nachweise  und  die  Ausübung  des  rechtlichen  Gehörs  wurden  der  Beschwerdeführerin  in  der  Folge mehrmals  Fristerstreckungen  gewährt,  letztmals bis zum 30. Juli 2008. Dazwischen  fand am 18.  Juni 2008 am Sitz des BFM –  im Beisein von  A._______,  dem damaligen Rechtsvertreter,  einem Vertreter  des Amtes  für Migration des Kantons Luzern und zwei Vertreterinnen der Vorinstanz  – zudem eine gemeinsame Unterredung zwecks Klärung offener Fragen  statt.  Anlässlich  dieser  Sitzung  erklärte  A._______,  weshalb  er  von  seinem  ursprünglichen  Vorhaben  (Abfallbewirtschaftung  in  Armenien)  abgekommen  sei  und  sich  für  den Bau  von Kraftwerken  in  jenem Land  entschieden habe. Zur Sicherung der Finanzierung seiner Projekte sei er  auch ins Ölgeschäft eingestiegen. C.  Da keine weiteren Unterlagen eingingen, verweigerte die Vorinstanz mit  Verfügung  vom  21. August  2008  die  Zustimmung  zum  kantonalen  Vorentscheid  vom  18. Dezember  2007  über  die  Bewilligung  zur  Erwerbstätigkeit.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  wenn  auf  dem  Schweizer  Arbeitsmarkt  keine  entsprechende  Arbeitskraft  gefunden  werden  könne,  so  bestehe  die  Möglichkeit,  die  benötigte  Person  im  Ausland  zu  rekrutieren.  Dabei  gelte  es  den  Vorrang  inländischer  Arbeitnehmer  (Art. 7  BVO),  die  Lohn­  und  Arbeitsbedingungen  (Art. 9  BVO)  sowie  die  Rekrutierungsprioritäten  (Art. 8  BVO)  zu  beachten.  In  erster Linie seien hierbei Angehörige aus Staaten der EU und der EFTA  zu  berücksichtigen.  Ausnahmen  seien  möglich,  wenn  es  sich  um  qualifizierte  Arbeitskräfte  handle  und  besondere  Gründe  vorlägen.  Gesuche  für  Geschäftsführer  neu  gegründeter  Gesellschaften  erfüllten  nach  den  Weisungen  und  Erläuterungen  über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG­Weisungen)  das  Erfordernis  des  Vorhandenseins  besonderer  Gründe  dann,  wenn  der  Nachweis  erbracht  werden  könne,  dass  besagte  Geschäftstätigkeit  nachhaltig  positive  Auswirkungen  auf  den schweizerischen Arbeitsmarkt zeitige, u.a. in Form der Schaffung von 

C­6135/2008 Arbeitsplätzen. Vorliegend seien weder Art. 8 Abs. 3 Bst. a BVO noch die  in der Verfügung vom 30. September 2005 enthaltenen Bedingungen für  eine  Verlängerung  der  Bewilligung   erfüllt.  So  gebe  es  bis  heute  keine  Hinweise  für  eine  eigentliche  Geschäftsaufnahme.  Die  in  Armenien  geplanten  Projekte  seien  nicht  realisiert  worden  und  es  mangle  an  Projektverträgen  für  geplante  Aktivitäten  bzw.  einem  aktuellen  Businessplan, welcher Aufschluss über die weitere Entwicklung vermitteln  würde.  Ferner  sei  der  Geschäftserfolg  nicht  ausgewiesen  und  die  finanziellen  Voraussetzungen  für  derart  kapitalintensive  Vorhaben  nicht  belegt.  Schliesslich  seien  bis  anhin  keine  nachhaltigen  Investitionen  in  der Schweiz dokumentiert und keine dauerhaften Stellen  für  inländische  Arbeitnehmer geschaffen worden. D.  Mit  Beschwerde  vom  23. September  2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragt  der  ehemalige  Parteivertreter  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Zustimmung  zum  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid.  Im  Wesentlichen  bringt  er  vor,  die  Realisierung  eines  solchen  Grossprojekts  sei  sehr  zeit­  und  kapitalintensiv.  Die  Vorbereitungsarbeiten  hierfür  liefen  seit  rund  zwei  Jahren,  üblicherweise  dauerten  sie  für  den  Bau  eines  Gasturbinenkraftwerks  in  Armenien  zirka  drei  bis  fünf  Jahre.  Die  Vorbereitungsarbeiten  stünden  kurz  vor  dem  Abschluss.  Die  Beschwerdeführerin habe sich für den Einsatz von Gasturbinen der Firma  "R._______" entschieden. Die Finanzierungsbemühungen liefen über die  internationale  Bank  "Y._______"  in  England  und  die  russische  "Z._______".  Bewilligungen  des  armenischen Staates  für  das  Kraftwerk  lägen vor, ebenso nun die verlangten Geschäftsabschlüsse für die Jahre  2006  und  2007  sowie  ein  Businessplan.  Ein  Geschäftserfolg  sei  in  der  Phase der Vorinvestitionen  noch gar  nicht möglich. Erträge  flössen erst  nach dem Bau und der Inbetriebnahme des Gasturbinenkraftwerks. Dass  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine  grösseren  Sachinvestitionen  in  der  Schweiz getätigt worden seien, liege in der Natur der Sache, komme das  geplante Kraftwerk doch in Armenien zu stehen. Hierzulande befinde sich  der  Sitz  der  künftigen  Betreibergesellschaft.  Die  Investitionen  fielen  primär  im Bereich des Bereitstellens von Knowhow an. Was schliesslich  die Arbeitskräfte  anbelange,  so beabsichtige die Beschwerdeführerin,  in  Luzern  im  kommenden  Jahr  zwei  Stellen  und  in  ungefähr  eineinhalb  Jahren nochmals zwei Stellen zu schaffen.

C­6135/2008 Die  Rechtschrift  war  mit  mehreren  Beweismitteln  (Jahresrechnungen  2006 und 2007, Businessplan vom 23. September 2008, Korrespondenz  mit Banken und Kunden, etc.) ergänzt. E.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  14. November  2008  spricht  sich  die  Vorinstanz  unter  Erläuterung  der  bisher  genannten  Gründe  für  die  Abweisung der Beschwerde aus und hebt hervor, die Beschwerdeschrift  zeige deutlich den fehlenden Bezug des Unternehmens zur Schweiz und  ebenso  den  Umstand  auf,  dass  sich  das  Projekt  nach  wie  vor  in  einer  Anfangsphase befinde. Ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen für die Schweiz  sei nicht erkennbar. F.  Replikweise  hält  der  damalige  Rechtsvertreter  am  30. Januar  2009  am  eingereichten Rechtsmittel sowie den Begehren fest. Der Replik  legte er  die  Kopie  eines  Teilzeitarbeitsvertrages  vom  20. November  2008  zwischen  der Beschwerdeführerin  und  einer  in  der Schweiz  ansässigen  Büroangestellten bei. G.  Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  29. November  2010  lud  das  Bundesverwaltungsgericht  die Beschwerdeführerin ein,  das Rechtsmittel  zu aktualisieren. H.  Am  2. März  2011  äusserte  sich  der  neu  mandatierte,  jetzige  Rechtsvertreter  erstmals  zur  Sache.  Mit  Beschwerdeaktualisierung  vom  2. Mai 2011 stellte er den Eventualantrag, es sei die Unzumutbarkeit und  Unzulässigkeit  der  Wegweisung  von  A._______,  dessen  Ehefrau  und  seinen  zwei  Kindern  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  der  Familie in der Schweiz anzuordnen. Dazu reichte er weitere Beweismittel  ein. I.  Der  weitere  Akteninhalt  –  einschliesslich  der  beigezogenen  Akten  des  Amtes für Migration des Kantons Luzern – wird, soweit rechtserheblich, in  den Erwägungen Berücksichtigung finden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

C­6135/2008 1.  1.1.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Zustimmung  zum  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art. 31,  Art. 32  sowie  Art. 33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  endgültig  (Art. 1  Abs.  2  VGG  i.V.m.  Art. 83  Bst.  c  Ziff.  2  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet  sich  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VwVG). 1.3.  Im  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  sind  grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu prüfen, zu denen die Vorinstanz  verbindlich  –  in  Form  einer  Verfügung  –  Stellung  genommen  hat  bzw.  hätte nehmen müssen. Insoweit bildet die Verfügung die äussere Grenze  des zulässigen Streitgegenstands (BGE 136 II 457 E. 4.2 S. 462 f., BVGE  2010/5  E.  2,  je  mit  Hinweisen;  vgl.  auch  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  2.  Auflage,  Basel  2010,  Rz.  985  ff.).  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  bildet  ausschliesslich  die  Zustimmung  der  Vorinstanz  zum  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  in  einem  ausländerrechtlichen  Bewilligungsverfahren  (vgl.  dazu  Ziff.  5.2  hiernach). Soweit in der Beschwerdeaktualisierung vom 2. Mai 2011 über  die  Erteilung  der  Zustimmung  hinaus  eventualiter  –  verspätet  –  darum  ersucht  wird,  die  Unzumutbarkeit  und  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  A._______  und  seine  Familie  vorläufig  in  der  Schweiz  aufzunehmen,  erweist  sich  das  Begehren  als  unzulässig.  Darüber  wäre  unter  einem  anderen  Aspekt  sowie  in  einem  anderen Verfahren zu befinden. 1.4.  Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  im  oben  dargelegten  Umfang einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 2.  Am 1. Januar 2008 traten das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005  (AuG, SR 142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in 

C­6135/2008 Kraft  (unter  anderem  die  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  [VZAE,  SR  142.201]).  Auf  Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht wurden, wie dies  vorliegend der Fall ist, bleibt gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das alte Recht  anwendbar. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121,  zum  vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff.  I des Anhangs 2 zum AuG) und  die BVO  (zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff.  5 VZAE).  Entgegen  der  Annahme  des  neuen  Rechtsvertreters  gelangt  das  AuG  hier  mithin  noch  nicht  zur  Anwendung.  Die  früheren  und  heutigen  materiellen  Zulassungsvoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige  (mit  eingeschlossen  die  Weisungen)  unterscheiden  sich  in  grundsätzlicher  Hinsicht allerdings nicht (vgl. BBl 2002 3709, insbes. Ziff. 1.2.3.1 S. 3725  ff.). 3.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art. 62  Abs. 4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides (vgl. Urteil 2A.451/2002 vom 28. März 2003 E. 1.2, teilweise  publ. in: BGE 129 II 215). 4.  A._______  untersteht  als  armenischer  Staatsangehöriger  weder  dem  Abkommen  vom  21. Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (FZA,  SR  0.142.112.681)  noch  dem Abkommen  vom  21. Juni  2001  zur  Änderung  des  Übereinkommens  vom  4. Januar  1960  zur  Errichtung  der  Europäischen  Freihandelsassoziation  (EFTA­Übereinkommen,  SR  0.632.31). Seine Zulassung als  sogenannter Drittstaatsangehöriger  zum  schweizerischen Arbeitsmarkt  richtet sich deshalb nach dem ANAG und  der BVO (Art. 1 ANAG und Art. 2 BVO). Die Behörde entscheidet somit, 

C­6135/2008 im  Rahmen  der  gesetzlichen  Vorschriften  und  der  Verträge  mit  dem  Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt oder  Niederlassung (Art. 4 ANAG).  5.  5.1.  Art. 7  BVO  regelt  den  "Vorrang  der  inländischen  Arbeitnehmer".  Nach  dessen  Abs.  1  bis  3  können  Drittstaatsangehörige  zum  schweizerischen Arbeitsmarkt nur zugelassen werden, wenn auf diesem  keine geeignete Arbeitskraft zu finden  ist, die gewillt und fähig wäre, die  Arbeit zu den orts­ und berufsüblichen Lohn­ und Arbeitsbedingungen zu  leisten. Der Arbeitgeber hat dafür den Nachweis zu erbringen (Art. 7 Abs.  4 BVO). Vorbehalten sind die Ausnahmetatbestände von Art. 7 Abs. 5 bis  6  BVO.  Unter  der  Überschrift  "Prioritäten  für  die Rekrutierung"  errichtet  Art. 8 Abs. 1 BVO ein analoges System zu Gunsten von Angehörigen der  EU/EFTA­Staaten.  Durchbrochen  wird  es  durch  die  Ausnahmetatbestände von Art. 8 Abs. 2 und 3 BVO. Die Zulassung von  Drittstaatsangehörigen  ist  somit  erst  möglich,  wenn  nicht  nur  keine  geeigneten  einheimischen  Arbeitskräfte  rekrutiert  werden  können,  sondern  auch  keine  geeigneten  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer  aus dem EU/EFTA­Raum zur Verfügung stehen. Vorbehalten bleiben die  jeweiligen  Ausnahmetatbestände  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts C­4349/2008 vom 3. April 2009 E. 5.1). 5.2. Ob  die  Bestimmungen  über  den  Inländervorrang  (Art. 7  BVO)  und  den Vorrang von Angehörigen von Mitgliedstaaten der EU und der EFTA  (Art. 8  BVO)  die  Zulassung  eines  Drittstaatsangehörigen  zum  schweizerischen  Arbeitsmarkt  erlauben,  darüber  entscheidet  die  kantonale  Arbeitsmarktbehörde  im  Rahmen  eines  Vorentscheides  zu  Handen  des  kantonalen  Bewilligungsverfahrens.  Der  Vorentscheid  zu  Bewilligungen,  die  zu  Lasten  der  kantonalen  Höchstzahlen  gehen  (Kontingentsbewilligungen),  ist  alsdann  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten (Art. 42 Abs. 1 und 5 BVO i.V.m. Art. 51 Abs. 1 in fine BVO).  Die  Vorinstanz  befindet  über  das  Vorliegen  der  entsprechenden  Voraussetzungen  in  Ausübung  einer  originären  Sachentscheidskompetenz des Bundes ohne Bindung an die Beurteilung  durch  die  kantonalen Behörden  (vgl.  BGE 127  II  49 E.  3a S.  51  f.  und  BGE  120  Ib  6  E.  3  S.  11  f.;  ferner  Entscheide  des  Eidgenössischen  Justiz­  und Polizeidepartements  [EJPD],  publiziert  in: Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  70.23,  VPB  67.62  und  VPB  66.66).  Das  Verfahren selber hingegen richtet sich hier gemäss Art. 126 Abs. 2 AuG  bereits nach neuem Recht (vgl. Art. 99 AuG und Art. 85 VZAE).

C­6135/2008 5.3.  Gemäss  Art. 8  Abs.  1  BVO  werden  Bewilligungen  zur  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit  in  erster  Linie  den  Angehörigen  der  EU­ Mitgliedstaaten nach dem Freizügigkeitsabkommen und den Angehörigen  der  EFTA­Mitgliedstaaten  nach  dem  EFTA­Übereinkommen  erteilt.  Vorbehalten bleiben nach Art. 8 Abs. 2 BVO hochqualifizierte Personen,  die um eine Bewilligung für eine zeitlich begrenzte Tätigkeit gemäss den  von  der  Schweiz  abgeschlossenen  Wirtschafts­  und  Handelsvereinbarungen nachsuchen. Weitere Ausnahmen von Absatz 1  können  nach  Art. 8  Abs.  3  BVO  von  den  Arbeitsmarktbehörden  im  Rahmen des Vorentscheids zu Bewilligungen verfügt werden, wenn einer  der  folgenden  Tatbestände  erfüllt  ist:  Der  Drittstaatsangehörige  ist  eine  qualifizierte  Arbeitskraft  und  besondere  Gründe  rechtfertigen  eine  Ausnahme (Bst. a), oder beim Drittstaatsangehörigen handelt es sich um  eine  Person,  die  im  Rahmen  von  schweizerischen  Hilfs­  und  Entwicklungsprojekten  über  die  wirtschaftliche  oder  technische  Zusammenarbeit  ein  Weiterbildungsprogramm  absolviert  (Bst. b),  oder  der  Drittstaatsangehörige  gehört  der  Personenkategorie  der  Künstler,  Artisten  und  Cabaret­Tänzerinnen  an,  die  sich  innerhalb  eines  Kalenderjahres  insgesamt  längstens  acht  Monate  in  der  Schweiz  aufhalten (Bst. c). 6.  6.1. Aus den Akten wird nicht ganz klar, ob A._______ die Funktion eines  Geschäftsführers  nun  als  Angestellter  des  in  der  Schweiz  gegründeten  Unternehmens  oder  als  Selbständigerwerbender  wahrnimmt.  Der  Arbeitsvertrag,  den  er  im  Juli  2005  mit  der  Beschwerdeführerin  abgeschlossen hat und die ursprüngliche Organisationsstruktur mit einem  weiteren  Geschäftsführer  bzw.  dem  phasenweisen  Einsatz  eines  Direktors  aus  England  deuteten  eigentlich  eher  auf  ein  Angestelltenverhältnis  hin,  die  seitherige  Entwicklung  (grosser  bis  beherrschender Einfluss von A._______ als Hauptaktionär  innerhalb der  Aktiengesellschaft)  spricht  hingegen  für  eine  selbständige  Erwerbstätigkeit.  Auch  der  jetzige  Rechtsvertreter  geht  von  einer  selbständigen  Erwerbstätigkeit  aus  (vgl.  Ziff.  1.3  der  Beschwerdeergänzung  vom  2. Mai  2011).  Die  arbeitsmarktliche  Zulassung  war  nach  altem  Recht  zwar  auf  die  unselbständig  erwerbstätigen Ausländerinnen und Ausländer ausgerichtet, erfasste aber  auch die Selbständigerwerbenden, weshalb die BVO hier unabhängig von  der  Beschäftigungsart  des  Betroffenen  zur  Anwendung  gelangt  (zur  Bedeutung  der  Unterscheidung  zwischen  unselbständiger  und  selbständiger  Erwerbstätigkeit  siehe  das  Urteil  des 

C­6135/2008 Bundesverwaltungsgerichts  C­1229/2006  vom  6. Juni  2007  E.  4.6  mit  Hinweisen).  Beim  Zulassungsgrund  der  Unternehmensgründungen  bzw.  Neuansiedlung  von  Firmen  spielt  besagter  Aspekt  kaum  eine  Rolle  (vgl.  Ziff.  491.15  i.V.m. Anhang 4/8a der per Ende 2007 aufgehobenen ANAG­Weisungen,  abrufbar  unter:  http://www.bfm.admin.ch/content/bfm/de/home/dokumentation/rechtsgrun dlagen/weisungen_und_kreisschreiben/archiv_weisungen_und.html). 6.2.  In  der  vorliegenden Streitsache  fällt  als  Ausnahmetatbestand  allein  Art. 8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  in  Betracht,  der  eine  Ausnahme  von  den  Rekrutierungsprioritäten  zu  Gunsten  qualifizierter  Arbeitskräfte  zulässt,  wenn  besondere  Gründe  dies  rechtfertigen.  Beide  Kriterien  –  die  fachliche Qualifikation  und  die  besonderen Gründe  – müssen  kumulativ  erfüllt sein  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­4642/2007 vom  7. Dezember  2007  E.  3.3  mit  weiteren  Hinweisen).  Ihr  Vorliegen  kann  nicht  leichthin  angenommen  werden,  soll  die  Absicht  des  Verordnungsgebers  verwirklicht  werden,  die  Zuwanderung  aus  dem  Nicht­EU/EFTA­Raum  restriktiv  zu  gestalten,  konsequent  dem  volkswirtschaftlichen  Gesamtinteresse  unterzuordnen  und  vermehrt  an  den  übergeordneten  integrations­  und  staatspolitischen  Zielen  auszurichten (zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­ 4349/2008  vom  3. April  2009  E.  6.1  oder  Ziff.  432.3  der  ANAG­ Weisungen; zum Begriff des volkswirtschaftlichen Gesamtinteresses vgl.  BBl 2002 3726). 6.3. A._______ wurde  am  30. September  2005  als Geschäftsführer  der  wenige  Monate  zuvor  zusammen  mit  einem  Partner  gegründeten  Beschwerdeführerin  zugelassen.  Der  Aufenthaltszweck  lautete  auf  Aufbau  einer  neuen  Firma.  Es  handelte  sich  um  eine  Ausnahmebewilligung,  die  sich  auf  Art. 8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  abstützte.  Die  fragliche  Kurzaufenthaltsbewilligung  wurde,  der  geltenden  Praxis  entsprechend,  auf  maximal  zwei  Jahre  befristet  und  sollte  –  in  dieser  ersten Phase – der Betriebsgründung sowie der Geschäftsaufnahme und  dem Geschäftsaufbau dienen. Die damalige Zustimmungsverfügung legte  die Bedingungen für eine allfällige Bewilligungsverlängerung bzw. spätere  Umwandlung der Kurz­ in eine Jahresbewilligung fest. Eine solche wurde  (im Einklang mit Ziff. 491.15  i.V.m. Anhang 4/8a der ANAG­Weisungen)  im  Wesentlichen  von  der  zeitgerechten  Realisierung  der  seitens  der  Beschwerdeführerin  in  Aussicht  gestellten  Projekte  sowie  nachhaltig  positiven  Auswirkungen  der  Unternehmensgründung  auf  die  Schweizer 

C­6135/2008 Volkswirtschaft  (vor  allem  in  Form  der  Schaffung  von  Stellen  für  inländische Arbeitskräfte) abhängig gemacht. Die Bedingungen figurieren  in der Begründung der Zustimmungsverfügung vom 30. September 2005  und  sind  klar  formuliert.  Die  Beteiligten  waren  sich  der  Bedeutung  der  Bedingungen  und  der  Folgen  im  Falle  von  deren  Nichterfüllung  zweifelsohne  bewusst. Wie  sich  dem Sachverhalt  entnehmen  lässt  und  nachfolgend noch zu erläutern sein wird, wurde der Firmenzweck  in der  Folge mehrmals geändert  und das Betätigungsfeld  fortlaufend erweitert.  Den  Firmensitz  hat  A._______  –  in  Eigenregie  bzw.  ohne  vorgängige  ausländerrechtliche Bewilligung – vom Kanton Zug in den Kanton Luzern,  an  den  Wohnsitz  seiner  nachgezogenen  Familie,  verlegt  (vgl.  Handelsregisterauszug vom 27. September 2007). Die Finanzierung und  Realisierung der in den Jahren 2005 bis 2007 vorgestellten Hauptprojekte  wiederum  geriet  ins  Stocken.  Teilweise  befinden  sich  die  fraglichen  Projekte immer noch in der Vorbereitungs­ und Planungsphase, zum Teil  (z.B.  Abfallbewirtschaftung  in  Armenien)  wurde  ganz  Abstand  davon  genommen  (siehe  E.  9.1  hiernach).  Anlässlich  einer  Unterredung  vom  18. Juni  2008  wurden  A._______  die  angesprochenen  Zulassungsvoraussetzungen  nochmals  in  Erinnerung  gerufen.  Vor  dem  dargelegten  Hintergrund  scheint  es  angezeigt,  ein  besonderes  Augenmerk  darauf  zu  richten,  Handlungen  zu  verhindern,  die  in  irgendeiner  Weise  auf  eine  Umgehung  der  ordentlichen  ausländerrechtlichen  Vorschriften  hinauslaufen  könnten.  Andernfalls  würde  dem  Schaffen  vollendeter  Tatsachen  Vorschub  geleistet  (siehe  dazu Art. 4 Abs. 1 und 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949  zum  Bundesgesetz  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  [ANAV],  AS  1949  228,  zum  vollständigen  Quellennachweis  vgl.  Art. 91  Ziff.  1  VZAE).  Bei  dieser  Ausgangslage  rechtfertigt  es  sich,  die  festgelegten Zulassungskriterien strikt auszulegen. 7.  Was  die  Auslegung  von  Art. 8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  anbelangt,  stützt  die  Vorinstanz  ihre  ablehnende Haltung  vor  allem auf  die  schon  erwähnten  ANAG­Weisungen.  Als  Verwaltungsweisungen  bestehen  ihre  Hauptfunktionen  darin,  eine  einheitliche  und  rechtsgleiche  Handhabung  des  Verwaltungsrechts  sicherzustellen,  indem  sie  Leitlinien  und  Gesichtspunkte  zur  Konkretisierung  des  Verwaltungsermessens  festlegen.  Verwaltungsgerichte  sind  in  der  Regel  nicht  an  Verwaltungsweisungen  gebunden.  Freilich  pflegt  eine  Beschwerdebehörde  selbst  im Rahmen  einer  Angemessenheitskontrolle  nicht ohne Not von der Ermessenswaltung der Vorinstanz abzuweichen, 

C­6135/2008 zumal  wenn  wie  hier  Verwaltungsweisungen  vorliegen,  welche  das  Ermessen konkretisieren und eine dem Einzelfall angepasste und gerecht  werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen  (PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  §  41  Rz.  11  ff.;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 123 ff.; BGE 126 V  421  E.  5a  S.  427,  BGE  130  V  163  E.  4.3.1  S.  171  f.).  Eine  solche  Zurückhaltung  rechtfertigt  sich  umso mehr,  wenn  die Weisungen  –  wie  vorliegend  geschehen  –  unter  Mitwirkung  der  interessierten  Fachverbände verfasst wurden und deshalb für sich die Vermutung eines  sachgerechten  und  ausgewogenen  Interessenausgleichs  beanspruchen  können  (vgl.  statt  vieler  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­ 4642/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 5.1). Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  in  seiner  Rechtsprechung  hinsichtlich der Zulassung von Arbeitskräften aus Nicht­EU/EFTA­Staaten  davon aus, das die ANAG­Weisungen dem Sinn und Zweck des ANAG  und  der  BVO  entsprechen  und  demzufolge  auf  einer  hinreichenden  gesetzlichen  Grundlage  beruhen  (siehe  beispielsweise  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts C­4349/2008 vom 3. April 2009 E. 7 oder C­ 7445/2007 vom 16. Januar 2009 E. 8.3). 8.  8.1. Die Vorinstanz verweigerte die Zustimmung zur Bewilligungserteilung  wie mehrfach angetönt deshalb, weil sie das Vorliegen eines besonderen  Grundes  im  Sinne  von  Art. 8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  (nach  neuem  Recht  Art. 21  –  23  AuG  i.V.m.  VZAE­Weisungen)  verneinte.  Unter  besagtem  Gesichtspunkt  werden  von  der  Rechtsprechung  und  Praxis  folgende  Ausnahmegründe  zugelassen:  Zusammenarbeitsverträge  (Joint  Ventures), Praktika oder Aus­ und Weiterbildung  (von Berufsverbänden,  global  tätigen  Unternehmen  oder  in  genau  definierten  Bereichen  mit  Ausbildungskonzepten auch  für KMU), Kader­ oder Spezialistentransfer,  prekäre  gesamtschweizerische Arbeitsmarktsituation,  wirtschaftliche  und  für  den  Arbeitsmarkt  Schweiz  nachhaltig  relevante  Gründe  sowie  Sonderfälle  von  allgemeinem  Interesse  ohne  grössere  wirtschaftliche  Bedeutung  (vgl.  Ziff. 432.32  der  ANAG­Weisungen).  Für  diejenigen  Branchen  und  Berufe  bzw.  Berufsfunktionen,  in  denen  in  der  Vergangenheit  am  häufigsten  um  Ausnahmen  von  den  Rekrutierungsbemühungen  ersucht  wurde  (Gastgewerbe,  Gesundheitsbereich,  Tourismus,  Informatik, Sportler, Musiker, Künstler), 

C­6135/2008 listen  die  ANAG­Weisungen  explizit  die  besonderen  Kriterien  für  eine  Ausnahme  nach  Art. 8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  auf  (siehe  Ziff. 491  i.V.m.  Anhang  4/8  der  ANAG­Weisungen;  ferner  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4349/2008  vom  3. April  2009  E.  8.1  mit  Hinweisen). 8.2.  Für  Aufgaben,  wie  sie  A._______  wahrnimmt  und  weiterhin  wahrnehmen möchte, fiele unter den konkreten Begebenheiten einzig der  Ausnahmegrund  "Wirtschaftliche  und  für  den  Arbeitsmarkt  Schweiz  nachhaltig  relevante  Gründe"  in  Betracht.  Ziffer  432.32  der  ANAG­ Weisungen nennt unter diesem Titel die Erschliessung neuer Märkte, die  Sicherstellung von wirtschaftlich bedeutenden Verbindungen ins Ausland,  die  Sicherstellung  von  Exportvolumen  sowie  Unternehmensgründungen  oder  Betriebserweiterungen,  welche  die  Schaffung  von  nachhaltigen  Arbeitsplätzen  nach  sich  ziehen,  für  die  inländische  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer  rekrutierbar  sind  (siehe  dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1229/2006  vom  6. Juni  2007  E.  5.4).  Bezogen  auf  Unternehmensgründungen  oder  die  Neuansiedlung  von  Firmen  in  der  Schweiz  können  Kadermitarbeitende  oder  Selbständigerwerbende dann zugelassen werden, wenn damit nachhaltig  positive Auswirkungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbunden sind.  Von  einem  nachhaltigen  Nutzen  kann  gesprochen  werden,  wenn  das  neue  Unternehmen  zur  branchenspezifischen  Diversifikation  der  regionalen Wirtschaft beiträgt, Arbeitsplätze für Einheimische erhält oder  schafft,  erhebliche  Investitionen  tätigt  und  neue  Aufträge  für  die  Schweizer Wirtschaft  generiert  (vgl.  Ziff.  491.15  i.V.m. Anhang 4/8a der  ANAG­Weisungen).  Einwände  gegen  die  Anwendung  besagter  Weisungen als solcher werden keine erhoben. Letztere decken sich – im  Ergebnis – denn weitgehend mit den in der Zustimmungsverfügung vom  30. September  2005  figurierenden  Bedingungen  für  die  Erteilung  der  Kurzaufenthaltsbewilligung  und  deren  allfällige  Umwandlung  in  eine  Jahresbewilligung. 9.  Strittig  ist  vorliegend,  ob  überhaupt  eine Geschäftsaufnahme  erfolgt  ist.  Auch  was  den  Geschäftserfolg,  die  finanziellen  Voraussetzungen  zur  Realisierung der geplanten Projekte, die Investitionen und die Schaffung  von  Arbeitsplätzen  anbelangt,  gehen  die  Meinungen  der  Parteien  auseinander.

C­6135/2008 9.1.  Die  aus  einer  bestehenden  schweizerischen  Aktiengesellschaft  hervorgegangene  Beschwerdeführerin  wurde  seinerzeit  gemeinsam  von  A._______  und  einem  Schweizer  Staatsangehörigen  erworben,  umstrukturiert  und  im  Frühjahr  2005  in  X._______  AG  umbenannt.  Der  Hauptzweck  des Unternehmens  bestand  anfänglich  in  der Organisation  und  Durchführung  der  Abfallentsorgung  für  Armenien  (vgl.  Handelsregisterauszug vom 6. Mai 2005). Die Rede war ferner von einem  Bau  eines  Gasturbinenkraftwerkes  in  diesem  Land  (siehe  Beschäftigungsgesuch vom 26. Juli 2005 mit Ergänzung vom 24. August  2005  sowie  Businessplan  vom  1. April/6. August  2005).  Bei  der  Zustimmungsverfügung  vom  30. September  2005  betreffend  Zulassung  von A._______ als Geschäftsführer stand der – erfolgreiche – Aufbau der  Firma  für diese beiden Projekte  im Vordergrund, mit Schwergewicht auf  dem  Recycling­Projekt.  Dementsprechend  ausgestaltet  waren  die  Bedingungen  für  eine  spätere  Verlängerung.  Das  Vorhaben,  in  das  Geschäft  der  Abfallbewirtschaftung  von  Armenien  einzusteigen,  hat  die  Unternehmensleitung  trotz  Vorliegens  eines  angeblichen  Exklusivvertrages  mit  der  Regierung  von  Armenien  und  ersten  Auftragsbestätigungen  für  die  Lieferung  von  Mülltonnen  und  Occasionsfahrzeugen alsbald aufgegeben. Stattdessen konzentrierte sich  die  Beschwerdeführerin  nun  auf  den  Bau  und  Betrieb  eines  Gasturbinenkraftwerkes  zur  Stromerzeugung  in  Armenien.  Die  Zweckänderung  bzw.  Verlagerung  der  Geschäftstätigkeit  begründete  A._______  anlässlich  der  Unterredung  bei  der  Vorinstanz  vom  18. Juni  2008  damit,  er  sei  zu  Beginn  seiner  Tätigkeit  von  schlechten  Beratern  umgeben  gewesen.  Ein  früherer  Rechtsvertreter  nannte  zudem  Schwierigkeiten  bei  der  Finanzierung  (vgl.  Verlängerungsgesuch  vom  14. Oktober  2006).  Auch  die  Finanzierung  und  Umsetzung  des  Kraftwerkprojekts geriet, wie an anderer Stelle angetönt,  ins Stocken (so  der Parteivertreter  in seiner Beschwerdeaktualisierung vom 2. Mai 2011)  und  befindet  sich  zwischenzeitlich  arg  in  Verzug.  Aktenmässig  erstellt  sind  für  die  Zeitspanne  von  2005  bis  2007  immerhin  eine  Reihe  von  Vorbereitungsarbeiten (Abklärungen bei mehreren Banken und möglichen  Lieferanten  gemäss  Beschwerdebeilagen,  etc.).  Sie  betrafen  nicht  nur,  aber  auch  das  fragliche  Grossprojekt.  Da  dessen  Realisierung  zweifelsohne  einer  gewissen Planung  und Vorlaufzeit  bedarf,  kann  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  ohne  weiteres  der  Meinung  der  Vorinstanz anschliessen, eine eigentliche Geschäftsaufnahme sei gar nie  erfolgt.  Die  Frage  kann  offen  gelassen  werden,  da  die  Beschwerdeführerin – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – die übrigen 

C­6135/2008 Voraussetzungen,  welche  es  erlauben  würden,  dem  Arbeitsmarktentscheid zuzustimmen, nicht erfüllt. 9.2.  Vorliegend  waren  sowohl  Kurzaufenthaltsbewilligung  als  auch  die  Verlängerungsoption  eng  an  den  Geschäftserfolg  geknüpft  (siehe  die  vorangehende  E.  6.3).  Ein  solcher  ist,  weil  es  sich  um  einen  Ausnahmesachverhalt  handelt  (siehe  E.  8.1  und  8.2  hiervor)  und  vor  allem auch um Missbräuchen oder Umgehungsgeschäften vorzubeugen,  binnen  nützlicher  Frist  oder  jedenfalls  in  absehbarer  Zeit  zu  erzielen.  Entsprechende Bewilligungen  sind  in  einer  ersten Phase denn auf  zwei  Jahre zu befristen, was hier auch geschah. Laut  Businessplan  vom  1. April/6. August  2005  bestand  bereits  für  die  ersten drei Jahre (also 2005 – 2007) eine Umsatzerwartung von 36 bis 40  Millionen  Euro  pro  Jahr  und  die  Gewinnaussichten  bezifferte  die  Geschäftsleitung  darin  auf  30  %  des  erzielten  Umsatzes.  Was  das  Gasturbinenkraftwerk betrifft, sollte dieses im August 2006 betriebsbereit  sein.  Für  den  Aufbau  der  Abfallentsorgung  war  gemäss  Beschäftigungsgesuch vom 26. Juli 2005 ein Zeithorizont von drei bis fünf  Jahren  veranschlagt.  All  diese  Vorgaben  wurden  bei  weitem  nicht  erreicht. Wie mehrfach erwähnt, ist das Projekt der Abfallbewirtschaftung  in  Armenien  definitiv  gescheitert  und  das  geplante  Kraftwerk  wurde  bislang  nicht  verwirklicht,  was  sich  in  den Erfolgsrechnungen  der  Jahre  2005  bis  2007  niederschlägt.  So  resultierte  im  Geschäftsjahr  2005  ein  Verlust  von Fr. 109'704.40,  in  den  beiden  folgenden  Jahren  ein  solcher  von  Fr. 80'989.42  bzw.  Fr. 88'048.25.  Soweit  auf  Beschwerdeebene  argumentiert  wird,  dass  die  Vorbereitungen  für  den  Bau  eines  Gasturbinenkraftwerkes üblicherweise drei bis fünf Jahre dauerten und in  dieser Periode noch keine Erträge generiert werden könnten, muss sich  die  Beschwerdeführerin  entgegenhalten  lassen,  mit  unrealistischen  Annahmen und Szenarien operiert zu haben. Es genügt an dieser Stelle  der  Verweis  auf  den  Businessplan  2005  und  das  obgenannte  Beschäftigungsgesuch.  Letzterem  hat  das  BFM  damals  nicht  zuletzt  wegen  der  in  Aussicht  gestellten  baldigen  Erwirtschaftung  von  Gewinn  (Bedingung  der Wirtschaftlichkeit  des  Unternehmens)  zugestimmt.  Dies  ist  nicht  eingetreten.  Auch  die  Umsatzzahlen  blieben  hinter  den  Erwartungen  zurück  (für  2007  laut  einer  Bonitätsbeurteilung  von  "C._______" vom 23. April 2008 beispielsweise rund Fr. 400'000.­). Zwar  ist  in  der Rechtsmitteleingabe  vom 23. September  2008  und  der Replik  vom  30. Januar  2009  von  einem  bevorstehenden  Abschluss  der  Vorbereitungs­  und  Planungsphase  die  Rede,  die  diesbezüglichen 

C­6135/2008 Ausführungen  und  Beweismittel  (vgl.  etwa  die  Offerte  von  R._______  vom  25. Juni  2008)  sind  durch  den  Zeitablauf  indessen  überholt.  Der  eigentliche  Projektstart  ist  nie  erfolgt.  Auch  der  jetzige  Rechtsvertreter  bleibt  in  dieser  Hinsicht  auffallend  vage.  So  äusserte  er  sich  in  der  Beschwerdeaktualisierung  vom  2. Mai  2011  dahingehend,  A._______  treffe  sich  regelmässig mit Geschäftspartnern und möglichen  Investoren  und  er  verfolge  das  fragliche  Projekt  mit  Hochdruck.  Konkrete  Projektverträge oder sonstige Belege liegen aber keine vor. Der verlangte  projektbezogene Geschäftserfolg ist somit bis heute nicht nachgewiesen. 9.3. Damit einher geht, dass die Finanzierung von Bau und Betrieb des  Gasturbinenkraftwerkes  zur  Zeit  nicht  gesichert  erscheint.  Dass  es  sich  hierbei  um  ein  kapitalintensives  Geschäft  handelt,  ist  unbestritten.  Darüber  waren  sich  die  Beteiligten  bei  der  Einreichung  der  Gesuchsunterlagen  freilich  im Klaren. Trotzdem kommunizierten  sie  viel  zu  optimistische  Zahlen  und  Eckdaten.  Die  Korrespondenz  mit  der  Y._______,  auf  welche  der  frühere  Rechtsvertreter  verweist,  zeigt  die  Schwierigkeiten  der  Beschwerdeführerin  bei  der  Beschaffung  der  erforderlichen Kredite auf (siehe Beschwerdebeilagen 2 und 3). Auch die  bereits  erwähnte  Bonitätsbeurteilung  taxiert  die  Finanzlage  des  Unternehmens  (Aktivposten, Verbindlichkeiten) als schwer kontrollierbar.  Anlässlich  der  Besprechung  vom  18. Juni  2008  gab  A._______  an,  zur  Sicherung der Finanzierung seiner Projekte  ins Ölgeschäft  eingestiegen  zu  sein.  Er  vermittle  der  "N.________",  einer  zu  30 %  ihm gehörenden  Gesellschaft,  Ölverkäufe  nach  Griechenland,  wo  das  Rohöl  raffiniert  werde.  Diese  Transaktionen  haben  sich  in  den  bisherigen  Jahresrechnungen,  soweit  sie  überhaupt  vorgelegt  wurden,  nicht  niedergeschlagen. Der jetzige Parteivertreter nimmt darauf keinen Bezug  mehr. Vielmehr räumt er ein, die Finanzierung des Projekts sei wegen der  schlechten Wirtschaftslage  ins  Stocken  geraten. Dafür  habe A._______  mit seinen eigenen Mitteln andere Unternehmen gegründet, um mit deren  Gewinn  das  Hauptprojekt  voranzutreiben.  Inwieweit  von  solchen  Gesellschaften  (mit  Namen  aufgeführt  werden  zwei  Firmen)  tatsächlich  Mittel  in  das  Kraftwerkprojekt  geflossen  sind  oder  in  Kürze  fliessen  werden, ist aktenmässig nicht erstellt, sondern wird – einmal mehr – bloss  in  Aussicht  gestellt.  Auch  die  finanziellen  Voraussetzungen  sind  im  dargelegten Kontext damit nach wie vor nicht erfüllt. Nur schon von daher  liegt  kein  Sachverhalt  vor,  der  sich  unter  die  besonderen  Gründe  im  Sinne von Art. 8 Abs. 3 BVO subsumieren liesse.

C­6135/2008 9.4. Nicht  anders  verhält  es  sich  mit  den  übrigen  Voraussetzungen  für  eine  Ausnahme  von  den  Rekrutierungsprioritäten.  So  wurden  in  der  Schweiz  bislang  keine  nachhaltigen  Investitionen  getätigt.  Die  im  Finanzbericht  der  Beschwerdeführerin  vom  19. November  2007  aufgeführten  Auslageposten  beispielsweise  stellen,  da  sie  entweder  im  Ausland  angefallen  sind  oder  direkt  oder  indirekt  die  Lebenshaltungskosten  von  A._______  und  dessen  Familie  betreffen,  keine Investitionen im unternehmerischen Sinne dar. Wohl versprach der  Direktor  der  X._______AG  in  einem  Überblick  über  die  laufenden  Projekte vom 11. Dezember 2007 für das Jahr 2008 rund 30 Millionen an  Immobilieninvestitionen  in  der  Schweiz.  Die  prognostizierte  Entwicklung  hing  aber  von  den  beiden  mehrfach  erwähnten,  in  der  Folge  nicht  realisierten  Hauptprojekten  ab.  Mit  Blick  auf  den  Businessplan  der  "G._______"  (siehe  Beschwerdebeilage  6)  gilt  es  sodann  festzuhalten,  dass  ein  Bezug  zur  Schweiz  fehlt.  Dies  wird  seitens  des  früheren  Parteivertreters  nicht  in  Abrede  gestellt,  führt  er  doch  aus,  weil  das  Gasturbinenkraftwerk  in  Armenien  lokalisiert  sei,  stünden  hierzulande  noch  keine  grösseren  Sachinvestitionen  an.  In  der  Schweiz  werde  sich  aber  der  Sitz  der  künftigen  Betreibergesellschaft  befinden  und  Investitionen  fielen  primär  im  Bereich  des  Bereitstellens  von  Knowhow  an. Aufgrund der seitherigen Entwicklung des Kraftwerkprojekts erübrigen  sich hierzu weitere Ausführungen. Investitionen in die Gründung anderer  Firmen  wiederum  sind  vom  Aufenthaltszweck  nicht  gedeckt.  Ein  gesamtwirtschaftlicher  Nutzen  ist  –  im  Rahmen  der  bewilligten  Geschäftstätigkeit – weiterhin nicht erkennbar. 9.5.  Was  schliesslich  die  Schaffung  von  dauerhaften  Stellen  für  inländische  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer  anbelangt,  so  ergibt  sich  aus  den  Akten,  dass  das  Arbeitsverhältnis  mit  dem  zu  Beginn  angestellt  gewesenen  Schweizer  Geschäftsführer  im  Jahre  2007  aufgelöst worden ist. In Teilzeit beschäftigt wird seit anfangs Januar 2009  neu einzig eine Büroangestellte (siehe Beilage der Replik vom 30. Januar  2009).  Im  Frühjahr  2008  umfasste  der  Personalbestand  gemäss  "C._______"  zwei  Mitarbeitende,  die  gleiche  Anzahl  wie  2005,  als  A._______  eine  Kurzaufenthaltsbewilligung  erhalten  hatte.  Die  verschiedentlich  in  Aussicht  gestellten  Stellen  –  gemäss  Businessplan  vom  1. April/6. August  2005  in  absehbarer  Zeit  deren  12,  laut  Beschwerdeschrift vom 23. September 2008 zwei Stellen  im Jahre 2009  und weitere zwei Stellen im Folgejahr, die Wirtschaftsförderung der Stadt  Luzern ging in ihrer Stellungnahme vom 27. Februar 2008 kurzfristig von  drei  und  mittelfristig  von  acht  neuen  Mitarbeitenden  aus  –  wurden  bis 

C­6135/2008 heute nicht geschaffen. Gegen die Annahme nachhaltiger wirtschaftlicher  oder arbeitsmarktlicher Gründe spricht überdies die starke Fokussierung  auf  die  Person  von  A._______.  Die  Zustimmung  zur  Verlängerung  des  anbegehrten Anwesenheitsrechts scheitert  folglich auch am unverändert  minimalen  Personalbestand.  Hervorzuheben  gilt  es  an  dieser  Stelle  nochmals, dass – entsprechend der Ausgestaltung der Zustimmung des  BFM  vom  Herbst  2005  –  nur  diejenigen  Arbeitskräfte  mitberücksichtigt  werden können, welche auch tatsächlich für die Beschwerdeführerin tätig  sind. Der Hinweis  des  jetzigen Rechtsvertreters  auf  die  beiden  in  völlig  anderen  Branchen  agierenden  Firmen,  welche  A._______  zwischenzeitlich gegründet hat und in denen anscheinend drei Schweizer  Arbeitskräfte  einer  Erwerbstätigkeit  nachgehen,  erweist  sich  daher  als  unbehelflich. 9.6.  Alles  in  allem  wurden  weder  die  ursprünglich  geplanten  Projekte  verwirklicht noch  ist die Beschwerdeführerin den behördlichen Vorgaben  bezüglich  Geschäftserfolg,  Finanzen,  Investitionen  und  Arbeitsplätzen  nachgekommen.  Die  Voraussetzungen  von  Art.  8  Abs.  3  Bst.  a  BVO  (i.V.m.  Ziff.  491.15  und  Anhang  4/8a  der  ANAG­Weisungen)  sind  demnach nicht erfüllt. 10.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  zu  Recht ergangen ist (Art. 49 VwVG), weshalb die Beschwerde abgewiesen  werden muss, soweit darauf eingetreten werden kann. 11.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  Beschwerdeführerin  die  Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3  Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  darauf  eingetreten  werden  kann.

C­6135/2008 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'000.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  9.  Oktober  2008  in  gleicher  Höhe  geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] retour) – das Amt für Migration des Kantons Luzern ad LU […] (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand:

C-6135/2008 — Bundesverwaltungsgericht 11.08.2011 C-6135/2008 — Swissrulings