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Bundesverwaltungsgericht 22.08.2011 C-5962/2009

22. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,830 Wörter·~14 min·2

Zusammenfassung

Personen des Asylrechts | Zustimmung zur Aufenthaltsregelung (Art. 14 Abs. 2 AsylG)

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­5962/2009 Urteil   v om   2 2 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, Richter Blaise Vuille,    Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. Parteien X._______, vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, LL.M., Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Zustimmung zur Aufenthaltsregelung gemäss Art. 14 Abs. 2  AsylG.

C­5962/2009 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  (geb.  1987),  äthiopischer  Staatsangehöriger,  reiste am 17. August 2003 in die Schweiz ein und stellte tags darauf ein  Asylgesuch. Dieses wurde mit Verfügung des damaligen Bundesamts für  Flüchtlinge  (BFF;  heute:  BFM)  vom  19. März  2004  abgewiesen.  Gleichzeitig wurde die Wegweisung sowie deren Vollzug angeordnet und  dem Beschwerdeführer eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz bis zum  14. Mai  2004  angesetzt.  Diese  Verfügung  erwuchs  unangefochten  in  Rechtskraft. Der Verpflichtung  zur Ausreise  kam der Beschwerdeführer  in  der  Folge  nicht nach. B.  Am  15. Februar  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  beim  BFM  ein  Gesuch  um  Wiedererwägung  der  Verfügung  vom  19. März  2004  im  Wegweisungspunkt ein. Gegen die mit Verfügung des BFM vom 2. März  2006  (unter  Feststellung  der  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  der  Verfügung  vom  19. März  2004  sowie  Hinweis  darauf,  dass  einer  allfälligen Beschwerde  keine aufschiebende Wirkung  zukomme) erfolgte  Abweisung  dieses  Gesuchs  erhob  der  Beschwerdeführer  am  22. März  2006  bei  der  damaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde. Diese setzte mit Zwischenverfügung vom 4. April 2006 den  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  aus  und  trat  schliesslich  auf  die  Beschwerde mit Urteil vom 25. April 2006 androhungsgemäss – aufgrund  innert Frist nicht verbesserter (nicht unterzeichneter) Beschwerde – nicht  ein. C.  Mit  Eingabe  vom  25. Oktober  2006  stellte  der  (nunmehr  vertretene)  Beschwerdeführer  beim  BFM  ein  zweites  Wiedererwägungsgesuch.  Im  Rahmen  von  durch  das  BFM  vorgenommenen  Abklärungen  hinsichtlich  der zwei vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel stellten sich  diese als totalgefälscht heraus. In der Folge wies das BFM mit Verfügung  vom  20. März  2008  (erneut  unter  Feststellung  der  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  der  Verfügung  vom  19. März  2004  sowie  Hinweis  darauf,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  komme  keine aufschiebende Wirkung zu) auch dieses Wiedererwägungsgesuch  ab.

C­5962/2009 Mit Eingabe vom 24. April 2008 erhob der Beschwerdeführer gegen diese  Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht,  wobei  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sinngemäss  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  respektive  Aussetzung  des  Wegweisungsvollzuges  während  der  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  sowie  um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  ersuchte. Diese  Gesuche  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  2. Mai  2008  ab  und  es  hielt  dementsprechend  fest,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Ausgang  des  Verfahrens  im  Ausland  abzuwarten. D.  Mit  Schreiben  vom  20. Mai  2008  ersuchte  der  Beschwerdeführer  die  kantonale  Migrationsbehörde  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aufgrund eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles. E.  Mit  Urteil  vom  27. Mai  2008  trat  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  die  Beschwerde  vom  24. April  2008  (vgl.  Bst. C)  mangels  Leistung  des  Kostenvorschusses nicht ein. Daraufhin  setzte das BFM dem Beschwerdeführer  am 2. Juni  2008 neu  Frist zur Ausreise bis zum 16. Juni 2008 an. F.  Mit Gesuch vom 9. Februar 2009 (übermittelt am 3. März 2009) ersuchte  der  Kanton  Solothurn  das  BFM  um  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  wegen  Vorliegens  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles  (vgl.  Art. 14  Abs. 2  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). G.  Mit Schreiben vom 11. Juni 2009 teilte das BFM dem Beschwerdeführer  mit,  dass  es  beabsichtige,  die  Zustimmung  zur  anbegehrten  Aufenthaltsregelung zu verweigern. Insbesondere führte es diesbezüglich  aus,  seine  berufliche  und  soziale  Integration  –  nach  einem  nicht  besonders  langen  Aufenthalt  hierzulande –  erscheine  nicht  als  derart  aussergewöhnlich, dass sie zu einer Verwurzelung geführt hätte und von  ihm  daher  nicht  verlangt  werden  könnte,  in  einem  anderen  Land,  insbesondere  seinem  Herkunftsland  zu  leben.  Ungeachtet  seiner  Erwerbstätigkeit,  gewisser  Sprachkenntnisse  sowie  seines 

C­5962/2009 Bekanntenkreises  liessen  die  gesamten  Umstände  nicht  auf  eine  besonders  enge  Beziehung  zur  Schweiz  schliessen.  Auch  die  persönlichen  Verhältnisse  des  (alleinstehenden)  Beschwerdeführers  sowie  sein  Gesundheitszustand  würden  nicht  gegen  eine  Rückkehr  in  sein Herkunftsland sprechen. Ihm wurde Gelegenheit eingeräumt, hierzu  Stellung zu nehmen. H.  Der Beschwerdeführer  führte  in einer Stellungnahme vom 30. Juni 2009  insbesondere  aus,  seine  Verbundenheit  mit  seinem  Herkunftsland,  welches  er  im  Alter  von  16  Jahren  verlassen  habe,  habe  stark  nachgelassen,  während  er  gleichzeitig  stark  von  der  hiesigen  Kultur  geprägt  worden  sei.  Aufgrund  des  in  Äthiopien  Erlebten  habe  er  psychiatrische  Behandlung  in  Anspruch  nehmen  müssen.  Bezugspersonen  habe  er  dort  keine  mehr.  Zudem  sei  die  allgemeine  (insbesondere medizinische  wie  humanitäre)  Situation  desolat,  so  dass  eine Wiedereingliederung  für  ihn mit  einer  überdurchschnittlichen  Härte  verbunden wäre. I.  Mit  Verfügung  vom  20. August  2009  verweigerte  das  BFM  die  Zustimmung  zur  Erteilung  der  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art. 14  Abs. 2  AsylG.  Zur  Begründung  führte  es  im  Wesentlichen  aus,  die  Voraussetzungen  für  die  Anerkennung  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalles seien vorliegend – ungeachtet der sechsjährigen  Aufenthaltsdauer und  Integrationsbemühungen – nicht erfüllt. Zudem sei  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Addis  Abeba,  wo  er  während  Jahren  gelebt  und  die  Schule  besucht  habe,  auf  ein  soziales  Netz  zurückgreifen  könne,  welches  ihm  die  Reintegration  erleichtern  dürfte.  Die  geltend  gemachten  psychischen  Probleme  schliesslich  könnten – wie das Bundesverwaltungsgericht im Zusammenhang mit der  Prüfung  der  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  bereits  festgehalten  habe – auch in Äthiopien behandelt werden. J.  Mit Rechtsmitteleingabe  vom 18. September  2008  (recte:  2009)  hat  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  mit  dem  Antrag  auf  Aufhebung  sowie  sinngemäss  auf  Anweisung  an  die  Vorinstanz,  der  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  nach  Art. 14  Abs. 2  AsylG  zuzustimmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um 

C­5962/2009 Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege.  Zur  Begründung  verweist  er auf seine bisherigen Eingaben und bringt im Übrigen im Wesentlichen  vor, er habe sich in beruflicher Hinsicht so gut integriert, wie es ihm unter  den  gegebenen  widrigen  Umständen möglich  gewesen  sei.  Es  sei  ihm  jedoch kein Sprachkurs  finanziert worden und auch die Aufnahme einer  Arbeitsstelle  sei  ihm  nicht  bewilligt  worden.  Eine  sechsmonatige,  ambulante  psychiatrische  Behandlung  habe  man  ihm  erst  nach  mehrfachen Anfragen bewilligt. Er habe keine Bindungen mehr zu seinem  Herkunftsstaat,  was  jedoch  naturgemäss  unmöglich  zu  belegen  sei.  Er  sei im Alter von 16 Jahren in die Schweiz eingereist und im Zuge seines  Aufenthaltes hierzulande stark durch die hiesige Kultur geprägt worden.  K.  Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Oktober  2009  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab. L.  Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2009  auf Abweisung der Beschwerde. M.  Mit  Replik  vom  26. November  2009  hält  der  Beschwerdeführer  (unter  Einreichung  eines  ärztlichen  Zeugnisses  vom  selben  Tag)  an  den  gestellten Rechtsbegehren und der Begründung fest. N.  Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  28. Juli  2011  reichte  der  Beschwerdeführer namentlich weitere Beweismittel ein. O.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

C­5962/2009 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33  VGG  genannten  Behörden.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  14  Abs.  2  AsylG.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (vgl.  Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  [BGG, SR 173.110]  sowie Urteil  des Bundesgerichts  2C_692/2010 vom 13. September 2010 E. 3). 1.2.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  Verwaltungsgerichtsgesetz  und  dem  Bundesgerichtsgesetz,  soweit  das  Asylgesetz – sofern anwendbar – nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  gemäss  Art. 48  Abs.  1 VwVG zur Beschwerde  legitimiert. Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten  (vgl.  Art.  50  und  52  VwVG). 2.  Mit vorliegender Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  die  Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG, Art. 106 Abs. 1 AsylG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  sind  grundsätzlich  die  tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Entscheides (vgl. BGE 135 II  369 E. 3.3 S. 374). 3.  3.1. Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des  BFM  einer  ihm  nach  dem  Asylgesetz  zugewiesenen  Person  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilen,  wenn  die  betroffene  Person  sich  seit  Einreichung  des  Asylgesuches  mindestens  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  aufhält (Bst. a), der Aufenthaltsort der betroffenen Person den Behörden  http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-369 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-369 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-369 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-369 http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-369

C­5962/2009 immer bekannt war  (Bst. b) und wegen der  fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher Härtefall  vorliegt  (Bst.  c).  Dabei  geht  es – wie bereits erwähnt – nur um die Frage, ob der Kanton ermächtigt  wird,  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen  bzw.  ein  Aufenthaltsverfahren durchzuführen. Anwendbar  ist die  (im Rahmen der  Asylgesetzrevision  vom 16. Dezember 2005 per  1. Januar  2007  in Kraft  getretene)  Härtefallregelung  von  Art.  14  Abs.  2  AsylG  sowohl  auf  Personen,  die  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben,  als  auch  auf  Personen,  die  sich  noch  im  Asylverfahren  befinden.  Sie  stellt  eine  Ausnahme vom Grundsatz der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens dar  (PETER NIDERÖST, Sans­Papiers in der Schweiz, in: Peter Uebersax/Beat  Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2.  Auflage, Basel 2009, Rz. 9.35; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  C­7265/2007 vom 24. März 2010 E. 3 zur Rechtsnatur dieses Verfahrens  sowie  zur  Stellung  der  betroffenen  Person;  zu  Letzterem  auch  das  erwähnte,  zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesgerichts  2D_41/2010 E. 3.1.2). 3.2. Bereits vor der Revision vom 16. Dezember 2005 sah das Asylgesetz  in  aArt.  44  Abs.  3  bis  5  die  Möglichkeit  vor,  in  Fällen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen,  sofern  vier  Jahre  nach  Einreichen  des  Asylgesuchs  noch  kein  rechtskräftiger Entscheid ergangen war. Rechtskräftig abgewiesene  Asylsuchende  waren  von  der  Möglichkeit  der  vorläufigen  Aufnahme  ausgeschlossen.  Die  nunmehr  geltende  Regelung  von  Art. 14  Abs.  2  AsylG enthält  nicht  nur  eine Ausweitung des Anwendungsbereiches auf  rechtskräftig abgewiesene Asylsuchende, sondern bringt der betroffenen  Person  auch  insoweit  eine  rechtliche  Besserstellung,  als  ihr  eine  Aufenthaltsbewilligung erteilt und nicht mehr nur die vorläufige Aufnahme  gewährt werden kann (zur Entstehung des heutigen Art. 14 Abs. 2 AsylG  vgl. BVGE 2009/40 E. 3.1). 4.  4.1.  Der  Beschwerdeführer  hält  sich  seit  der  Einreichung  des  Asylgesuches  am  18. August  2003  seit  mehr  als  fünf  Jahren  in  der  Schweiz  auf,  wobei  sein  Aufenthaltsort  den  Angaben  der  kantonalen  Migrationsbehörde  zufolge  (vgl.  Gesuch  vom  9. Februar  2009)  den  Behörden  stets  bekannt  war.  Die  in  Art.  14  Abs.  2  Bst.  a  und  b  AsylG  genannten  Anforderungen  sind  damit  erfüllt.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  nach  Massgabe von Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG "wegen der  fortgeschrittenen 

C­5962/2009 Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliegt".  Diese  Frage  beurteilt  sich  auf  der  Grundlage  der  umfangreichen  Rechtsprechung  zum Härtefallbegriff  gemäss Art.  13 Bst.  f  der  bis  zum  31. Dezember 2007 geltenden Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die  Begrenzung der Zahl der Ausländer  (Begrenzungsverordnung, BVO, AS  1986 1791; vgl. heute Art. 30 Abs. 1 Bst. b des Ausländergesetzes vom  16. Dezember  2005  [AuG,  SR  142.20]).  Mit  Art. 14  Abs. 2  Bst. c  AsylG  hat  der  Gesetzgeber  nämlich  keinen  eigenen  Härtefallbegriff  schaffen,  sondern  den  bereits  im  Kontext  des  Ausländerrechts  bestehenden  und  von  der  Rechtsprechung  konkretisierten  Härtefallbegriff  auch  für  das  Asylrecht  anwendbar  machen  wollen  (vgl.  dazu  eingehend  BVGE  2009/40 E. 5 mit Hinweisen). 4.2.  In  Anlehnung  an  die  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  hat  der  Verordnungsgeber  in  Art.  31  Abs.  1  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201) eine entsprechende Kriterienliste aufgestellt, die sich sowohl auf  Art.  14  Abs.  2  AsylG  als  auch  auf  den  Anwendungsbereich  des  AuG  (Art. 30  Abs.  1  Bst.  b,  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  und  Art.  84  Abs.  5  AuG)  bezieht. Im Einzelnen werden folgende Kriterien genannt: Die Integration  (Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst.  b),  die  Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille  zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d),  die Dauer der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und  die Möglichkeit für eine Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g). 4.3.  Im  Weiteren  statuiert  die  auf  die  soeben  genannten  Härtefallregelungen nach AsylG und AuG anwendbare Bestimmung von  Art.  31  Abs.  2  VZAE,  dass  die  gesuchstellende  Person  ihre  Identität  offenlegen muss. Dieses Erfordernis steht im Zusammenhang mit Art. 13  und  Art.  90  AuG,  wonach  die  gesuchstellende  Person  im  Bewilligungs­  und  Anmeldeverfahren  ein  gültiges  Ausweispapier  vorlegen  und  diesbezüglich  zutreffende  und  vollständige  Angaben  machen  muss.  Werden diese zwingenden Vorschriften verletzt,  kann dies den Widerruf  einer Bewilligung zur Folge haben (Art. 62 Bst. a und Art. 63 Abs. 1 Bst. a  AuG) und zu Zwangsmassnahmen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 AuG und  Art. 77 Abs. 1 Bst. c AuG) oder gar strafrechtlichen Sanktionen (Art. 120  Abs. 1 Bst. e AuG) führen (PETER UEBERSAX, Einreise und Aufenthalt,  in  Ausländerrecht,  a.a.O.,  Rz. 7.272  ff.).  Einen  weiterreichenden  Regelungsumfang  hat  die  insoweit  nur  deklaratorische  Verordnungsbestimmung  von Art.  31 Abs.  2 VZAE  (abgesehen  von der 

C­5962/2009 wohl  ungenauen  Übersetzung  im  französischen  Text  [vgl.  in  diesem  Zusammenhang Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­5870/2008 vom  7. Juni  2010  E. 7.1  und  7.2  in  fine])  nicht  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts C­1207/2009 vom 6. Januar 2011 E. 4.3). 5.  5.1.  Im Hinblick auf die Rechtsprechung zum Härtefallbegriff von Art. 13  Bst.  f  BVO  und  die  diesbezüglich  in  Art.  31  Abs.  1  VZAE  aufgestellten  Kriterien  darf  auch  im  Anwendungsbereich  des  Asylgesetzes  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  nicht  leichthin  angenommen  werden.  Erforderlich  ist,  dass  sich  die  ausländische  Person  in  einer  persönlichen  Notlage  befindet,  was  bedeutet,  dass  ihre  Lebens­  und  Existenzbedingungen,  gemessen  am  durchschnittlichen  Schicksal  von  ausländischen  Personen,  in  gesteigertem  Mass  in  Frage  gestellt  sind  bzw. die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung für sie mit schweren  Nachteilen verbunden wäre. 5.2. Die Anerkennung als Härtefall muss allerdings nicht bereits deshalb  erfolgen, weil sich die Anwesenheit in der Schweiz als einziges Mittel zur  Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Es genügt auch nicht,  wenn sich die ausländische Person während längerer Zeit in der Schweiz  aufgehalten,  sich  in  sozialer  und  beruflicher  Hinsicht  gut  integriert  und  sich nichts hat zuschulden kommen  lassen. Vielmehr bedarf es einer so  engen Beziehung zur Schweiz, dass es ihr nicht zugemutet werden kann,  im Ausland, insbesondere in ihrem Heimatland, zu leben (BGE 130 II 39  E. 3; BVGE 2007/16 E. 5.1); die in diesem Kontext anwendbaren Kriterien  von  Art.  31  Abs.  1  VZAE  stellen weder  einen  abschliessenden Katalog  dar  noch müssen  sie  kumulativ  erfüllt  sein  (vgl. BVGE 2009/40 E.  6.2).  Immerhin  werden  bei  einem  sehr  langen  Aufenthalt  weniger  hohe  Anforderungen  an  das  Vorliegen  besonderer  Umstände,  wie  etwa  eine  überdurchschnittliche  Integration  oder  andere  Faktoren  gestellt,  welche  die  Rückkehr  ins  Heimatland  als  ausgesprochen  schwierig  erscheinen  lassen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­7265/2007 vom 24. März  2010 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen). 5.3. Zu beachten gilt es, dass die ausländerrechtliche Zulassung wegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalles  nicht  das  Ziel  verfolgt,  eine  ausländische  Person  gegen  die  Folgen  eines  Krieges  oder  des  Missbrauchs  staatlicher  Gewalt  zu  schützen.  Solche  Erwägungen  betreffen  einerseits  die Frage  der Asylgewährung,  andererseits  sind  sie 

C­5962/2009 für  die  Beurteilung  der  Vollziehbarkeit  einer  verfügten Wegweisung  von  Bedeutung  (vgl.  Art.  83  AuG).  Im  Zusammenhang  mit  dem  schwerwiegenden persönlichen Härtefall sind ausschliesslich humanitäre  Gesichtspunkte  ausschlaggebend,  wobei  der  Schwerpunkt  auf  der  Verankerung  in  der Schweiz  liegt.  Im Rahmen  einer Gesamtschau  sind  jedoch  seit  jeher  auch  der Gesundheitszustand  einer  Person  sowie  die  Möglichkeiten  einer  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland  mitzuberücksichtigen  (heute  sind  diese  von  der  Rechtsprechung  entwickelten Kriterien in Art. 31 Abs. 1 Bst. f und g VZAE positivrechtlich  verankert).  Diese  Prüfung  kann  nicht  losgelöst  von  den  persönlichen,  familiären  und  ökonomischen  Schwierigkeiten  erfolgen,  denen  eine  ausländische Person in ihrem Heimatland ausgesetzt wäre (vgl. BGE 123  II 125 E. 3 S. 128). Daraus ergibt sich eine gewisse Überschneidung von  Gründen, die den Wegweisungsvollzug betreffen, und solchen, die einen  Härtefall (mit)begründen können. Das ist nicht zu vermeiden und in Kauf  zu nehmen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­8270/2008 vom  10. Mai 2010 E. 5.3 mit Hinweis). 5.4.  Rechtswidrige  Aufenthalte  werden  bei  der  Härtefallprüfung  grundsätzlich  nicht  berücksichtigt  (anders Aufenthalte  im Rahmen eines  Verfahrens auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, vgl. dazu Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4306/2007  vom  11.  Dezember  2009  E. 6.4).  In solchen Fällen hat die Behörde  jedoch zu prüfen, ob sich die  betroffene  Person  aus  anderen  Gründen  in  einer  schwerwiegenden  persönlichen Notlage befindet. Dazu  ist auf  ihre  familiären Beziehungen  in  der Schweiz  und  in  ihrem Heimatland  sowie  auf  ihre  gesundheitliche  und  berufliche  Situation,  ihre  soziale  Integration  sowie  die  weiteren  Umstände  des  Einzelfalles  abzustellen.  In  diesem  Zusammenhang  ist  auch  das  Verhalten  der  Behörden  –  beispielsweise  ein  nachlässiger  Wegweisungsvollzug – zu berücksichtigen (vgl. BGE 130 II 39 E. 3 S. 42  mit  Hinweis  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4551/2008  vom 23. Dezember 2009 E. 5.2).  6.  6.1.  In  Bezug  auf  die  Dauer  des  bei  der  Härtefallprüfung  zu  berücksichtigenden  Aufenthalts  (vgl.  Art.  31  Abs. 1  Bst. e  VZAE)  fällt  Folgendes  in  Betracht:  Das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  wurde  mit  –  unangefochten  gebliebener  –  Verfügung  des  BFM  vom  19. März  2004  abgewiesen  und  es  wurde  ihm  eine  Frist  zur  Ausreise  bis  zum  14. Mai  2004  gesetzt.  Der  Verpflichtung  zur  Ausreise  kam  der 

C­5962/2009 Beschwerdeführer  jedoch  nicht  nach,  so  dass  sein  nachfolgender  weiterer Verbleib  in  der Schweiz  als  rechtswidriger Aufenthalt  nach Art.  115  Abs. 1  Bst.  b  AuG  zu  qualifizieren  ist.  Neben  der  Dauer  des  Asylverfahrens  (Einleitung  am  18.  August  2003)  bis  zum  Ablauf  der  Ausreisefrist am 14. Mai 2004 – insgesamt also etwa 9 Monate – ist ihm  daher  lediglich  die  Zeit  seit  der  Anhandnahme  des  Härtefallverfahrens  durch  den  Kanton  (Mai  2008)  an  die  nach  Art. 31  Abs. 1  Bst. e  VZAE  massgebliche  Aufenthaltsdauer  anzurechnen.  Diese  beträgt  demnach  insgesamt  etwa  vier  Jahre.  Aus  der  mittlerweile  neunjährigen  Anwesenheitsdauer kann er somit nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4551/2008  vom  23. Dezember 2009 E. 6). Es stellt sich die Frage, wie die sonstigen Umstände seines Aufenthalts  und  Verhaltens  zu  würdigen  sind  bzw.  ob  sich  allenfalls  daraus  für  ihn  eine  schwerwiegende  persönliche  Notlage  ergibt.  Ausgenommen  von  Art. 31  Abs. 1  Bst. e  VZAE  sind  im  Folgenden  dementsprechend  die  übrigen  in  Art. 31  Abs. 1  Bst.  a  –  g  VZAE  aufgeführten  Kriterien  zu  berücksichtigen. 6.2.  6.2.1.  Bezüglich  des  Kriteriums  der  (sozialen)  Integration  des  Beschwerdeführers  (vgl.  Art. 31  Abs. 1  Bst. a  VZAE)  ist  festzuhalten,  dass dieser nach Einschätzung der kantonalen Migrationsbehörde in der  Schweiz "gut  integriert"  ist. Sie gab an, er fühle sich "hier gut" und habe  "sich  eingelebt"  (vgl.  Gesuch  vom  9. Februar  2009).  Die  Akten  lassen  jedoch  relativ  wenig  Schlüsse  in  dieser  Hinsicht  zu.  Zwar  ist  davon  auszugehen,  dass  in  Anbetracht  der  Dauer  seiner  Anwesenheit  in  gewissem Umfang soziale Kontakte bestehen, doch lässt sich den Akten  nichts  entnehmen,  was  auf  den  Aufbau  bzw.  das  Bestehen  eines  Bekannten­ bzw. Freundeskreises schliessen lassen könnte. Einzig nicht  näher  bezeichnete  "äthiopische  Freunde"  finden  an  einer  Stelle  Erwähnung  (vgl.  Schreiben  des Beschwerdeführers  vom  20. Mai  2008).  Hinweise  auf  eine  Teilnahme  des  (alleinstehenden)  Beschwerdeführers  am sozialen Leben (Mitgliedschaft in Vereinen, Kontakt zu Nachbarn etc.)  bestehen  keine.  Die  mit  Eingabe  vom  28. Juli  2011  eingereichten  Unterstützungsschreiben  stammen  ausnahmslos  von  Arbeitskolleginnen  und  –kollegen  des  Beschwerdeführers,  von  denen  er  offenkundig  geschätzt  wird.  Zu  seiner  allgemeinen  sozialen  bzw.  über  das  Arbeitsumfeld hinausgehenden Integration lässt sich daraus jedoch kaum 

C­5962/2009 etwas ableiten.  In diesem Zusammenhang dürften nicht zuletzt die wohl  nach  wie  vor  noch  relativ  beschränkten  Deutschkenntnisse  des  Beschwerdeführers eine Rolle spielen. Die Akten enthalten lediglich einen  einzigen  Hinweis  auf  Bemühungen  des  Beschwerdeführers  zum  Spracherwerb (vgl. Bericht  "Integrationsgespräch" vom 7. März 2007 mit  dem  Hinweis  auf  ein  bei  Caritas  besuchtes  Modul  und  dem  weiteren  Vermerk,  die  Sprachkenntnisse  seien  "noch  zu  verbessern").  Eine  objektive  Einschätzung  der  Kenntnisse  des  Beschwerdeführers  (bspw.  anhand  der  Kategorien  des  Europäischen  Sprachenportfolios)  erweist  sich  – mangels Vorliegens  entsprechender Unterlagen  –  als  unmöglich.  Gemäss  einer  Aktennotiz  der  kantonalen  Behörde  kann  er  sich  grundsätzlich in deutscher Sprache verständigen (vgl. Notiz vom 13. Juni  2008);  ihren  diversen  Berichten  ist  jedoch  auch  zu  entnehmen,  dass  seine Kenntnisse bei und nach Einleitung des Härtefallverfahrens – trotz  wiederholten  bzw.  eindringlichen  Ermunterungen  zum  Erwerb  entsprechender Kenntnisse – für eine zufriedenstellende Kommunikation  noch  nicht  ausreichten  (vgl.  Aktennotizen  vom  13. Juni  2008  und  vom  14. Januar 2009). Der Einwand des Beschwerdeführers, der Besuch von  (wohl: kostenpflichtigen) Sprachkursen sei  ihm nie bewilligt worden  (vgl.  Beschwerdeschrift  S. 4),  erweist  sich  als  vorgeschoben,  besteht  doch  auch  seitens  nicht  profitorientierter  Organisationen  ein  Angebot  an  unentgeltlichen  bzw.  kostengünstigen  Sprachkursen  (welches  vom  Beschwerdeführer  im  Übrigen,  wie  erwähnt,  bei  immerhin  einer  Gelegenheit  bzw.  zumindest  für  eine  gewisse  Zeit  in  Anspruch  genommen  worden  war)  und  ist  überdies  der  Erwerb  von  Sprachkenntnissen  bis  zu  einem gewissen Niveau  auch  nicht  zwingend  vom Besuch entsprechender Kurse  abhängig. Alles  in  allem weisen die  Umstände  auf  eine  relativ  beschränkte  (soziale)  Integration  des  Beschwerdeführers hin.  6.2.2.  Im  Zusammenhang  mit  dem  Kriterium  der  Respektierung  der  Rechtsordnung  nach  Art. 31  Abs. 1  Bst. b  VZAE  fällt  zunächst  zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers  in  Betracht,  dass  er  im  Vorstrafenregister  nicht  verzeichnet  ist  (vgl.  den  Auszug  vom  11. Juli  2011). Jedoch ist demgegenüber sein langer rechtswidriger Aufenthalt  in  der  Schweiz  nach  Ablauf  der  Ausreisefrist  am  15. Mai  2004  bis  zur  Anhandnahme  des  Härtefallverfahrens  im  Mai  2008  zu  berücksichtigen  (vgl.  E. 6.1).  Wie  erwähnt,  liegt  dabei  ein  strafrechtlich  relevanter  Verstoss  vor  (vgl.  Art. 115  Abs. 1  Bst. b  AuG);  dass  er  dafür  in  strafrechtlicher Hinsicht nicht zur Verantwortung gezogen wurde, spielt im  vorliegenden  Zusammenhang  keine  Rolle.  Der  Beschwerdeführer  ist 

C­5962/2009 zudem  auch  anderweitig  strafrechtlich  in  Erscheinung  getreten.  Insbesondere  von Bedeutung  erweist  sich  dabei  die  Verwendung  eines  gefälschten  Ausweises,  derentwegen  er  mit  Jugendverfügung  der  Jugendanwaltschaft  des  Kantons  Solothurn  vom  17. Mai  2004  verurteilt  wurde:  Am  5. März  2004  –  nach Einleitung  eines Asylverfahrens  in  der  Schweiz – hatte der Beschwerdeführer versucht, unter Verwendung eines  blankogefälschten  südafrikanischen  Reisepasses  bei  einer  Ausweiskontrolle am Flughafen Basel­Mulhouse die Schweiz in Richtung  England zu verlassen (vgl. Verzeigungsrapport der Kantonspolizei Basel­ Stadt  vom  5. März  2004).  Bei  den  übrigen  strafrechtlich  geahndeten  Vorkommnissen handelt es sich weitgehend um Bagatellfälle, namentlich  um  – immerhin  regelmässige –  Verstösse  gegen  das  Transportgesetz  durch  Fahren  ohne  gültigen  Fahrausweis  (vgl.  Jugendverfügung  der  Jugendanwaltschaft  des  Kantons  Solothurn  vom  17. Mai  2004,  Strafmandat  des  Untersuchungsrichteramts  I  Berner  Jura­Seeland  vom  21. November  2005,  Strafverfügung  der  Staatsanwaltschaft  Solothurn  vom 15. Oktober  2007).  In  diesem Zusammenhang wurde  er  jeweils  zu  Bussen verurteilt. Insbesondere diesen Zahlungsverpflichtungen kam er  in der Folge nicht  nach,  so  dass  er  im  Zusammenhang  mit  diesen  Forderungen  jeweils  betrieben werden musste. Die entsprechenden Verfahren endeten jeweils  mit  der  Ausstellung  eines  Verlustscheins.  Erst  nach  Einleitung  des  Härtefallverfahrens  und  auf  Aufforderung  der  kantonalen  Migrationsbehörde hin, welche mit ihm einen Abzahlungsplan zur Tilgung  seiner  Schulden  erarbeitete,  erfüllte  er  schliesslich  die  noch  offenen  Forderungen  (vgl. Auszug aus dem Betreibungsregister  vom 29. Januar  2009  umfassend  den  Zeitraum  von  2007  bis  zu  diesem  Datum  sowie  Bestätigung  der  Zentralen  Gerichtskasse  des  Kantons  Solothurn  vom  29. Januar 2009). Ansonsten kam er seinen  finanziellen Verpflichtungen  während der Dauer seiner Anwesenheit – soweit ersichtlich – nach.  In  diesem  Zusammenhang  fällt  zudem  in  Betracht,  dass  der  Beschwerdeführer  ihn  im  Rahmen  des  Asyl­  bzw.  Wegweisungsverfahrens  treffende  Mitwirkungspflichten  verletzt  hat  (vgl.  Art. 8 Abs. 1 und 4 AsylG). Selbst nach Ablauf der ihm gesetzten Frist zur  Ausreise  gab  er  mehrfach  explizit  an,  er  werde  nicht  freiwillig  nach  Äthiopien  zurückkehren;  wiederholten  Aufforderungen  zur  Angabe  von  Daten,  Unterzeichnung  von  Formularen  und  Beschaffung  von  Dokumenten  im Hinblick auf die Ausreise kam er denn auch nicht nach  (vgl. bspw. Aktennotizen der kantonalen Migrationsbehörde vom 12. Mai 

C­5962/2009 2004  und  vom 24. April  2008  sowie  deren Schreiben  an  das BFM  vom  23. August  2005  betreffend  jeweils mit  dem  Beschwerdeführer  geführte  Heimreisegespräche sowie Aktennotiz und E­Mail vom 13. Juni 2008). In  diesem  Zusammenhang  sei  darauf  hingewiesen,  dass  ihm  die  Beschaffung eines Reisepasses nach Einleitung des Härtefallverfahrens  bezeichnenderweise  innert  kurzer  Frist  möglich  war  (vgl.  den  am  30. Januar  2009  ausgestellten  Reisepass).  Auf  die  Möglichkeit  der  Inanspruchnahme  von  Rückkehrhilfe  hingewiesen  gab  er  zur  Antwort,  daran  sei  er  nicht  interessiert;  materielle  Schwierigkeiten  habe  er  in  Äthiopien schliesslich keine gehabt (vgl. Informationsschreiben betreffend  Rückkehrhilfeprogramm vom 9. Juni 2006 und vom 22. Juni 2007 sowie  Bericht vom 24. April 2008).  Schliesslich  ist  der  Umstand  nicht  ausser  Acht  zu  lassen,  dass  der  Beschwerdeführer  im Rahmen des zweiten Wiedererwägungsverfahrens  (Wiedererwägungsgesuch  vom  25. Oktober  2006)  zwei  Beweismittel  einreichen liess, welche sich im Zuge aufwändiger Abklärungen, zu deren  Vornahme  sich  das  BFM  veranlasst  sah,  als  Totalfälschungen  herausstellten, was dem Beschwerdeführer  – zumindest  hinsichtlich  des  einen  Beweismittels  (eines  Schulbüchleins) –  bewusst  war.  In  diesem  Zusammenhang ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (noch zur  bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Regelung von Art. 13 Bst. f BVO)  hinzuweisen,  wonach  mutwillige  und  vom  Betroffenen  missbräuchlich  verzögerte  Aufenthalte  nicht  zu  einer  Härtefallregelung  führen  dürften  (vgl.  BGE 124  II  110  S. 113  E. 3  in  fine  sowie  namentlich  das  bereits  erwähnte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­4551/2008 E. 6.2. und  insb. E. 6.2.2). Insgesamt erweist  sich, dass der Beschwerdeführer während der Dauer  seiner Anwesenheit in verschiedenerlei Hinsicht ein Verhalten an den Tag  gelegt  hat,  welches  keineswegs  als  Wohlverhalten  bzw.  als  (durchgehende)  Respektierung  der  Rechtsordnung  gemäss  dem  Kriterienkatalog von Art. 31 Abs. 1 VZAE bezeichnet werden kann. 6.2.3. Hinsichtlich der  finanziellen Verhältnisse (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. d  VZAE)  ist  Folgendes  festzuhalten:  Dem  Beschwerdeführer,  welcher  in  seinem Herkunftsstaat  lediglich einen Teil der schulischen Grundbildung  genossen haben dürfte,  ist zugutezuhalten, dass er per 3. Oktober 2007  (mit  dem Einverständnis  der  kantonalen Behörde)  bei  der Kreuz­Rössli­ Kornhaus  AG  in  seinem  Wohnort  eine  Teilzeit­Erwerbstätigkeit  als  "Mitarbeiter Casserolier und Office" aufgenommen hat (vgl. Arbeitsvertrag 

C­5962/2009 vom  26. September  bzw.  26. November  2007).  Vom  Arbeitgeber  wurde  ihm Ende 2008 eine gute Integration im Team und Arbeitsamkeit attestiert  (vgl. Arbeitsbestätigung vom 24. Dezember 2008). Seit der Aufnahme der  Erwerbstätigkeit  ist er offenbar  finanziell unabhängig bzw. (gerade) nicht  mehr auf finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand angewiesen  (vgl.  Budget­Berechnung  durch  die  kantonale  Migrationsbehörde  vom  3. Februar 2009, wobei festzuhalten ist, dass sich der damals eingesetzte  Nettolohn klar als zu hoch erweist  [vgl. Lohnabrechnungen von Oktober  2007  bis  Dezember  2008]).  Per  1. November  2010  wurde  der  Beschwerdeführer beim selben Betrieb –  in der gleichen Funktion eines  Officeangestellten  und  "Casserolier"  –  als  Vollzeitmitarbeiter  angestellt  (vgl.  Arbeitsvertrag  vom  30. Oktober  2010).  Der  nun  vertraglich  vereinbarte monatliche Nettolohn  übersteigt  den  früher  erzielten  um ein  paar  hundert  Franken.  Da  der  Beschwerdeführer  zudem  nicht  mehr  im  Stundenlohn  angestellt  ist,  erweist  sich  die  finanzielle  Situation  inzwischen  als  gesicherter.  Mit  Arbeitsbestätigung  vom  8. Juli  2011  verlieh der Arbeitgeber wiederum seiner Zufriedenheit mit den Leistungen  des Beschwerdeführers Ausdruck. Dass dieser  sich  inzwischen um den  Erwerb  von  Bildung  bemüht  hätte,  geht  aus  den  Akten  nicht  hervor.  Insbesondere  aufgrund  dieses Umstands  erscheinen  seine Verhältnisse  trotz  der  Vollzeitstelle,  die  er  inzwischen  bekleidet,  nicht  als  derart  gesichert,  dass  das Risiko  einer Unterstützung  durch  die Sozialhilfe  als  grundsätzlich  gebannt  zu  betrachten  wäre.  Immerhin  kam  er  seinen  finanziellen  Verpflichtungen  während  der  Dauer  seiner  Anwesenheit  weitgehend nach, mit der erwähnten bedeutsamen Ausnahme – vor der  Einleitung  des  Härtefallverfahrens –  der  Bussen,  zu  denen  er  aufgrund  seiner  strafrechtlichen  Verfehlungen  verurteilt  worden  war  (vgl.  E. 6.2.2  sowie den aktuellen Betreibungsregisterauszug vom 12. Juli 2011). 6.2.4. Mit  Bezug  auf  den  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  (vgl.  Art. 31  Abs. 1  Bst. f  VZAE)  ist  einzig  bekannt,  dass  er  sich  von  Januar  bis  Juli  2007  bei  den  Psychiatrischen  Diensten  des  Kantons  Solothurn in ambulanter psychiatrischer Behandlung befand (vgl. ärztliche  Bestätigung  vom  17. Januar  2008).  Diese  Behandlung  ist  folglich  seit  längerem abgeschlossen und  in Bezug auf  ihren  Inhalt  ist zudem nichts  bekannt. Im Zusammenhang mit dem replikweise eingereichten ärztlichen  Bericht  vom  26. November  2009  und  den  dortigen  (nicht  näher  erläuterten)  Diagnosen  (u.a.  "Anpassungsstörung  mit  längerdauernder  depressiver  Reaktion  im  Rahmen  einer  psychosozialen  Belastungssituation")  sei  lediglich  darauf  hingewiesen,  dass  es  sich  bei  dem  attestierenden  Arzt  um  den  Hausarzt  des  Beschwerdeführers 

C­5962/2009 handelt,  einen  Facharzt  für  Innere  Medizin,  welchen  der  Beschwerdeführer  offenbar  im  Wesentlichen  wegen  Symptomen  wie  Schlafstörungen  und  Inappetenz  aufgesucht  hatte.  Die  Erwähnung  findende  partielle  Gesichtslähmung  von  Anfang  Oktober  2009  war  offenkundig  vorübergehender  Natur.  Eine  schwerwiegende  persönliche  Notlage  lässt  sich  auf  der  Grundlage  dieser  ärztlichen  Bestätigungen  nicht erkennen. 6.2.5.  In  Bezug  auf  die  Möglichkeit  der  Wiedereingliederung  des  Beschwerdeführers  im  Herkunftsstaat  ergibt  sich  Folgendes:  Er  ist  im  Alter  von  16  Jahren  in  die  Schweiz  gelangt.  Den  grössten  Teil  seines  bisherigen Lebens hat er in Äthiopien verbracht – darunter  insbesondere  die prägenden Phasen der Kindheit und der frühen Jugendjahre bis wohl  knapp  zum  14. Altersjahr –,  danach  hielt  er  sich  offenbar  während  gut  zwei  Jahren  in  Kenia  auf.  Die  Rückkehr  in  den  Herkunftsstaat  dürfte  damit  für  den  Beschwerdeführer  zwar  womöglich  mit  gewissen,  jedoch  nicht  mit  erheblichen  Schwierigkeiten  verbunden  sein.  In  Addis  Abeba,  wo er vor seiner Ausreise aus Äthiopien lebte und die Schule besucht hat,  dürften noch Verwandte väterlicherseits  (insbesondere eine Tante  findet  in  den  Akten  Erwähnung)  leben.  Das  damalige  BFF  hielt  fest,  der  Beschwerdeführer  verfüge  sowohl  in  Äthiopien,  als  auch  in  Eritrea  und  Kenia  über  ein  soziales  Netz  (vgl.  Verfügung  des  BFF  vom  19. März  2004).  Der  gleichzeitig  mit  ihm  aus  Äthiopien  nach  Kenia  ausgereiste  Bruder dürfte zudem nach wie vor dort  leben. Es ist davon auszugehen,  dass  ihm  bei  einer  Rückkehr  diese  sozialen  Kontakte,  welche  wohl  zumindest  zum  Teil  wieder  aufgenommen  werden  könnten,  Halt  geben  und die Wiedereingliederung erleichtern können. Aus den Ausführungen  hinsichtlich  der  allgemeinen  Lage  in  Äthiopien,  welche  vom  Beschwerdeführer  als  existenzbedrohend  bezeichnet  wird  (vgl.  die  Eingabe  vom  28. Juli  2011),  kann  er  im  Zusammenhang  mit  dem  vorliegenden  Aufenthaltsverfahren  nichts  für  sich  ableiten.  Sowohl  das  BFM als auch das Bundesverwaltungsgericht haben bereits mehrfach die  Vollziehbarkeit  der  Wegweisung  überprüft  und  das  Vorliegen  von  Vollzugshindernissen verneint  (vgl. E. 5.3 sowie die Verfügung des BFF  vom 19. März 2004 [Sachverhalt Bst. A], diejenige des BFM vom 2. März  2006  und  die  Zwischenverfügung  der  ARK  vom  4. April  2006  [vgl.  Sachverhalt Bst. B] die Verfügung des BFM vom 20. März 2008 und die  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  2. Mai  2008  [vgl. Sachverhalt Bst. C]).

C­5962/2009 6.3. Zusammenfassend  sind  dem Beschwerdeführer  in  einem gewissen  Mass  Integrationsbemühungen  bzw.  eine  gewisse  Integration  zugutezuhalten.  Immerhin  ist  ein gewisser Zusammenhang –  zumindest  in  zeitlicher Hinsicht  –  zwischen seinen diesbezüglichen Anstrengungen  (bspw. hinsichtlich der Abzahlung seiner Schulden, der Passbeschaffung  bzw.  ganz  allgemein  sein  – nunmehr –  kooperationsbereites  Verhalten  gegenüber  den  Behörden)  und  dem  Härtefallverfahren  nicht  von  der  Hand zu weisen. Dass er sich hierzulande "gut fühlt" und "sich eingelebt"  hat,  wie  von  der  kantonalen  Migrationsbehörde  festgehalten  wurde,  erweist sich im vorliegenden Zusammenhang nicht als hinreichend. Eine  besonders  enge  Beziehung  seinerseits  zur  Schweiz  bzw.  eine  "fortgeschrittene  Integration"  im Sinne  von Art. 14 Abs. 2 AsylG,  ist  aus  den  gesamten  Umständen  jedenfalls  nicht  ersichtlich.  Diesen  Schluss  legen auch klar die Äusserungen des Beschwerdeführers gegenüber der  kantonalen Migrationsbehörde nahe: Mehrfach brachte er  ihr gegenüber  zum  Ausdruck,  am  liebsten  hätte  er  sich  nach  England  begeben  bzw.  würde  er  sich  dorthin  begeben  (vgl.  Berichte  der  kantonalen  Migrationsbehörde über die Heimreisegespräche vom 12. Mai  2004 und  insbesondere vom 24. April 2008; anlässlich dieses Gesprächs äusserte  er  sich  offenbar  dahingehend,  seine  Bemühungen,  nach  England  zu  gelangen, habe man ihm ja "vermasselt" [vgl. sein gescheiterter Versuch  vom  5. März  2004,  die  Schweiz  mit  einem  gefälschten  Reisepapier  in  Richtung  England  zu  verlassen],  und  lieber  [als  nach  Äthiopien  zurückzukehren]  gehe  er  wieder  nach  London;  er  würde  es  jederzeit  wieder  versuchen). Diese Äusserungen  sprechen mithin  klar  gegen das  Vorliegen einer besonderen bzw. engen Beziehung zur Schweiz, wie sie  für  eine  Härtefallbewilligung  Voraussetzung  ist.  Auch  wenn  daher  von  einer  gewissen  Integration  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  auszugehen  ist,  kann  –  vor  dem  Hintergrund  der  vorstehenden  Ausführungen  –  von  einer  Verankerung  hierzulande,  wie  sie  im  vorliegenden  Zusammenhang  gefordert  ist  (vgl.  E. 5.2),  nicht  die  Rede  sein.  Aus  den  Akten  ergibt  sich  nichts,  was  auf  eine  derart  enge  Verbundenheit des Beschwerdeführers mit der Schweiz schliessen liesse,  dass von ihm nicht verlangt werden könnte, sein Leben in einem anderen  Land, insbesondere seinem Herkunftsland, weiterzuführen. 7.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  daher  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung zum Schluss, dass trotz einer gewissen Integration im  Laufe  der  hierzulande  verbrachten  Jahre  beim  Beschwerdeführer  kein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliegt,  wenn  er  die  Schweiz 

C­5962/2009 verlassen muss.  Daraus  folgt,  dass  die  Vorinstanz  die  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  nach  Art.  14  Abs. 2  AsylG  im  vorliegenden  Fall  zu  Recht  verweigert  hat  (vgl.  Art. 49  VwVG).  Die  Beschwerde ist daher abzuweisen. 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv S. 18)

C­5962/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] retour) – Ausländerfragen des Kanton Solothurns (Ref­Nr. […] [samt Akten]) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Viviane Eggenberger Versand:

C-5962/2009 — Bundesverwaltungsgericht 22.08.2011 C-5962/2009 — Swissrulings