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Bundesverwaltungsgericht 08.11.2011 C-5678/2008

8. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,173 Wörter·~11 min·1

Zusammenfassung

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung | Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­5678/2008 Urteil   v om   8 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Rudolf Grun. Parteien L._______, vertreten durch Dr. iur. Titus J. Pachmann, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

C­5678/2008 Sachverhalt: A.  Die  aus  Lettland  stammende  Beschwerdeführerin  (geb.  1974)  reiste  im  September  1996  erstmals  in  die  Schweiz,  wobei  sie  mit  Kurzaufenthaltsbewilligungen  (L­Bewilligungen)  als  Cabarettänzerin  nachweislich  bis  Ende  Februar  1998  in  verschiedenen Night­Clubs  und  Cabarets der Schweiz tätig war. Am  7.  August  1998  heiratete  sie  in  Ittigen  (BE)  den  Schweizer  Bürger  R._______  (geb. 1966). Die Ehegatten wohnten  in Bolligen  (BE),  Ittigen  (BE) und Ostermundigen (BE), ab 13. März 2001 in Kloten (ZH) bzw. ab  September 2003 in Rümlang (ZH). B.  Gestützt  auf  ihre  Ehe  mit  einem  Schweizer  Bürger  stellte  die  Beschwerdeführerin  am  5.  Oktober  2002  ein  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  gemäss  Art.  27  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  29. September  1952  (BüG,  SR  141.0).  Im  Rahmen  dieses  Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Eheleute am 26. Juli 2003  eine  gemeinsame  Erklärung,  wonach  sie  in  einer  tatsächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  an  derselben  Adresse  zusammenlebten  und  weder  Trennungs­  noch  Scheidungsabsichten  bestünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die  erleichterte Einbürgerung nicht möglich  ist, wenn vor oder während des  Einbürgerungsverfahrens  einer  der  Ehegatten  die  Trennung  oder  Scheidung beantragt hat oder keine  tatsächliche eheliche Gemeinschaft  mehr  besteht,  und  dass  die  Verheimlichung  dieser  Umstände  zur  Nichtigerklärung der Einbürgerung nach Art. 41 BüG führen kann. Am  20.  August  2003  wurde  die  Beschwerdeführerin  erleichtert  eingebürgert.  Nebst  dem  Schweizer  Bürgerrecht  erwarb  sie  das  Bürgerrecht  des  Kantons  Bern  sowie  das  Gemeindebürgerrecht  von  Alchenstorf (BE). C.  Am 1. Dezember 2003 verliess der Ehemann die bisherige Wohnung  in  Rümlang und  zog nach Walchwil  (ZG), wo er  bereits  am 27.  Juni  2003  zusammen  mit  einer  anderen  Frau  eine  Wohnung  mit  Wirkung  ab  1.  Oktober 2003 gemietet  hatte. Am 13. Februar 2004  reichten die beiden  Ehegatten  ein  gemeinsames  Scheidungsbegehren  ein,  das  am  30.  August  2004  zur  Scheidung  führte  (am  8.  Oktober  2004  in  Rechtskraft 

C­5678/2008 erwachsen).  Am  31.  Oktober  2004  zog  die  Beschwerdeführerin  von  Rümlang nach Zürich. D.  Aufgrund dieser Umstände eröffnete die Vorinstanz am 13. Juni 2007 ein  Verfahren  auf  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art. 41 BüG. Im Rahmen dieses Verfahrens hatte die Beschwerdeführerin  verschiedentlich Gelegenheit zur Stellungnahme. Ferner nahm das BFM  Einsicht  in  die  Akten  des  Bezirksgerichts  Dielsdorf  betreffend  Ehescheidung. Auf Veranlassung der Vorinstanz wurde der Ex­Ehemann  von  der  Zuger  Polizei  am  24.  September  2007  zur  ehelichen  Gemeinschaft,  zur  erleichterten   Einbürgerung  und  zu  den  Umständen  der  Ehescheidung  befragt,  wobei  die  Beschwerdeführerin  an  dieser  Befragung anwesend war. Im Nachgang zu dieser Befragung wurden der  Ex­Ehemann  und  die  Beschwerdeführerin  vom  BFM  am  4.  bzw.  6.  Februar  2008  schriftlich  aufgefordert,  einige  Ergänzungsfragen  zu  beantworten. Die entsprechenden Antwortschreiben  folgten am 17. bzw.  18. Februar 2008. E.  Am  14.  Juli  2008  erteilte  der  Kanton  Bern  als  Heimatkanton  der  Beschwerdeführerin  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten Einbürgerung. F.  Mit Verfügung vom 30.  Juli  2008 erklärte die Vorinstanz die erleichterte  Einbürgerung der Beschwerdeführerin für nichtig. G.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  4.  September  2008  beantragt  die  Beschwerdeführerin in der Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen  Verfügung.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  sie  um  Einvernahme des Ex­Ehemannes als Zeugen. H.  Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  September  2008  lehnte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  beantragte  Zeugeneinvernahme  ab  und  räumte  der  Beschwerdeführerin  die  Möglichkeit  ein,  eine  schriftliche  Stellungnahme  dieser  Person  nachzureichen,  wovon  sie  innert  dazu  angesetzter Frist jedoch keinen Gebrauch machte.

C­5678/2008 I.  Die  Vorinstanz  schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  24.  November  2008 auf Abweisung der Beschwerde. J.  Die  Beschwerdeführerin  hält  mit  Replik  vom  5.  Januar  2009  an  ihren  Begehren und deren Begründung fest. K.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art.  33  VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen des BFM betreffend die Nichtigerklärung einer erleichterten  Einbürgerung (vgl. Art. 51 Abs. 1 BüG). 1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit des Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. 1.3.  Als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  ist  die  Beschwerdeführerin  zur Beschwerdeerhebung  legitimiert  (Art.  48 Abs.  1  VwVG). Auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher  einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 

C­5678/2008 Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E.2). 3.  3.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der  Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte  Einbürgerung  stellen,  wenn  sie  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  gewohnt  hat  (Bst.  a),  seit  einem  Jahr  hier  wohnt  (Bst.  b)  und  seit  drei  Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger  lebt (Bst.  c). Die Einbürgerung setzt zudem voraus, dass die ausländische Person  in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert  ist, die schweizerische  Rechtsordnung  beachtet  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz  nicht  gefährdet  (vgl.  Art.  26  Abs.  1  BüG).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen  müssen  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  anlässlich  der  Einbürgerungsverfügung  erfüllt  sein.  Fehlt  es  im  Zeitpunkt  des  Einbürgerungsentscheids  an  der  ehelichen  Gemeinschaft,  darf  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  ausgesprochen werden (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 mit Hinweisen). 3.2.  Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  im  Sinne  des  Bürgerrechtsgesetzes bedeutet mehr als nur das formelle Bestehen einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  eine  tatsächliche  Lebensgemeinschaft,  getragen  vom  beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  aufrecht  zu  erhalten (vgl. BGE 130 II 482 E. 2, BGE 130 II 169 E. 2.3.1, BGE 128 II  97 E.  3a, BGE 121  II  49 E.  2b). Hintergrund  hierfür  ist  die Absicht  des  Gesetzgebers,  dem  ausländischen  Ehegatten  eines  Schweizer  Bürgers  die  erleichterte  Einbürgerung  zu  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürgerrechts  im  Hinblick  auf  ihre  gemeinsame  Zukunft  zu  fördern  (vgl.  Botschaft zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 27. August 1987,  BBl 1987  III  310). Ein Hinweis auf den  fehlenden Willen der Ehegatten,  die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, kann im Umstand liegen,  dass kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die Trennung erfolgt  oder  die  Scheidung  eingeleitet  wird  (vgl.  BGE  135  II  161  E.  2  mit  Hinweisen). 4. 

C­5678/2008 4.1. Gemäss der hier anwendbaren, bis zum 28. Februar 2011 geltenden  Fassung  von  Art.  41  Abs.  1  BüG  (vgl.  AS  1952  1087)  kann  die  Einbürgerung vom BFM mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons  innerhalb von fünf Jahren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche  Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden  ist. 4.2.  Die  formellen  Voraussetzungen  für  eine  Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Der  Kanton  Bern  hat  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  am  14.  Juli  2008  erteilt  und  die  Nichtigerklärung  ist  von  der  zuständigen  Instanz  innerhalb  der  gesetzlichen  Frist  ergangen  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_255/2011 vom 27. September 2011 E. 2.1.3 mit Hinweisen). 4.3. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzungen für  eine Nichtigerklärung  gegeben  sind,  indem die Beschwerdeführerin  ihre  Einbürgerung  erschlichen  hat.  Das  blosse  Fehlen  einer  Einbürgerungsvoraussetzung  genügt  dabei  nicht.  Die  Nichtigerklärung  setzt  vielmehr  voraus,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  erschlichen,  das  heisst  mit  einem  unlauteren  und  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist. Arglist  im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes  ist  nicht  erforderlich.  Immerhin  ist  notwendig,  dass  die  betroffene  Person  bewusst  falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst  in  falschem  Glauben  lässt  und  so  den  Vorwurf  auf  sich  zieht,  es  unterlassen  zu  haben,  die  Behörde  über  eine  erhebliche  Tatsache  zu  informieren  (vgl.  BGE 135 II 161 E. 2 mit Hinweisen). Hat die betroffene Person erklärt, in  einer stabilen Ehe zu leben und weiss sie, dass die Voraussetzungen für  die erleichterte Einbürgerung auch  im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen  müssen, so muss sie gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben  sowie ihre Mitwirkungs­ bzw. Auskunftspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst.  a  VwVG  die  Behörde  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche  Änderung  der Verhältnisse orientieren,  von der  sie weiss oder wissen muss,  dass  sie  einer  Einbürgerung  entgegensteht.  Die  Behörde  darf  sich  ihrerseits  darauf  verlassen,  dass  die  vormals  erteilten  Auskünfte  bei  passivem  Verhalten  der  Person  nach  wie  vor  der  Wirklichkeit  entsprechen  (vgl.  BGE 132 II 113 E. 3). 5.  5.1. Das  Verfahren  zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  richtet sich nach den Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes  (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a VwVG). Danach obliegt es gemäss 

C­5678/2008 Art.  12  VwVG  der  Behörde,  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  abzuklären.  Sie  hat  zu  untersuchen,  ob  der  betroffenen  Person  die  Täuschung über  eine Einbürgerungsvoraussetzung  vorgeworfen werden  kann,  wozu  insbesondere  ein  beidseitig  intakter  und  gelebter  Ehewille  gehört.  Da  die  Nichtigerklärung  in  die  Rechte  der  betroffenen  Person  eingreift,  liegt die Beweislast  bei  der Behörde. Allerdings geht es  in der  Regel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörende Sachverhalte,  die  der  Behörde  nicht  bekannt  und  einem  Beweis  naturgemäss  kaum  zugänglich  sind.  Sie  kann  sich  daher  veranlasst  sehen,  von  bekannten  Tatsachen  (Vermutungsbasis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu  schliessen.  Solche  sogenannt  natürlichen  bzw.  tatsächlichen  Vermutungen  können  sich  in  allen  Bereichen  der  Rechtsanwendung  ergeben,  namentlich  auch  im  öffentlichen  Recht.  Es  handelt  sich  um  Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  auf  Grund  der  Lebenserfahrung  gezogen  werden.  Die  betroffene  Person  ist  verpflichtet,  bei  der  Sachverhaltsabklärung  mitzuwirken  (vgl.  BGE  135  II  161  E.  3  mit  Hinweisen). 5.2. Die  natürliche  Vermutung  gehört  zur  freien  Beweiswürdigung  (vgl.  Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947  über  den  Bundeszivilprozess  [BZP,  SR  273]).  Sie  stellt  eine  Beweislasterleichterung  dar,  indem  eine  bereits  vorhandene,  aber  nicht  mit  letzter  Schlüssigkeit  mögliche  Beweisführung  unterstützt  wird.  Eine  Umkehrung  der Beweislast  hat  sie  jedoch  nicht  zur  Folge. Wenn  daher  bestimmte Tatsachen – beispielsweise die Chronologie der Ereignisse –  die natürliche Vermutung begründen, dass die erleichterte Einbürgerung  erschlichen wurde, muss die betroffene Person nicht den Beweis für das  Gegenteil erbringen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der es als  wahrscheinlich  erscheinen  lässt,  dass  sie  die  Behörde  nicht  getäuscht  hat. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches Ereignis  handeln, das zum raschen Scheitern der Ehe führte, oder die betroffene  Person kann plausibel darlegen, weshalb sie die Schwere der ehelichen  Probleme  nicht  erkannt  hat  und  den  wirklichen  Willen  hatte,  mit  dem  Schweizer  Ehepartner  auch  weiterhin  in  einer  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 mit Hinweisen). 6.  6.1. Die  Vorinstanz  stellt  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  auf  den  Standpunkt,  dass  die  Beschwerdeführerin  durch  falsche  Angaben  und  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  ihre  erleichterte  Einbürgerung  erschlichen habe. So habe der Ex­Ehemann bereits Ende Juni 2003 mit 

C­5678/2008 einer  anderen  Frau  eine Wohnung  in Walchwil  gemietet,  auch wenn  er  die  eheliche  Wohnung  offiziell  erst  anfangs  Dezember  2003  verlassen  habe.  Die  Bekanntschaft  mit  dieser  Frau  sowie  andere  Frauenbekanntschaften  seien  der  Grund  für  das  Scheitern  der  Ehe  gewesen. Selbst wenn die Ehefrau darauf hingewiesen habe, dass bei ihr  im Herbst 2003 das Interesse am Ex­Ehemann nicht erloschen gewesen  sei,  sei  bei  ihr  ebenfalls  stark  zu  zweifeln,  ob  im  Zeitpunkt  der  erleichterten  Einbürgerung  der  Wille  zur  zukunftsgerichteten  ehelichen  Gemeinschaft  noch  vorhanden  gewesen  sei.  So  räume  sie  für  den  Zeitpunkt  November  2003  selbst  ein,  bereits  eine  Ahnung  gehabt  zu  haben,  dass  etwas  nicht  stimme,  weil  der  Ex­Ehemann  seit  ein  paar  Monaten  durch  seine  beruflichen  Verpflichtungen  öfters  als  sonst  abwesend  gewesen  sei.  Erfahrungsgemäss  sei  das  Geschilderte  aber  das  Ergebnis  eines  längeren  Prozesses,  der  zeitlich wesentlich  vor  der  erleichterten  Einbürgerung  eingesetzt  haben  müsse.  Dass  die  Beschwerdeführerin  sich  dessen  erst  im  Oktober/November  2003  bewusst geworden sei, sei wenig glaubhaft. 6.2.  Die  Beschwerdeführerin  hält  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  4. September  2008  im  Wesentlichen  dagegen,  dass  sie  zum  Zeitpunkt  der Einbürgerung keine Anhaltspunkte gehabt habe, um an einer stabilen  ehelichen Gemeinschaft zu zweifeln. Der Ex­Ehemann habe die eheliche  Wohnung  im  fraglichen  Zeitpunkt  gar  nicht  verlassen.  Mit  der  Wohnungsmiete  Ende  Juni  2003  habe  er  lediglich  einer  ausländischen  Bekannten  zu  einer  Wohnung  verhelfen  wollen.  Erst  Ende  November  2003  sei  der  Beschwerdeführerin  vom  Ex­Ehemann  eröffnet  worden,  dass  dieser  auszuziehen  gedenke.  Dieses  unerwartet  und  überaus  einschneidende  Ereignis  habe  im  Dezember  2003  den  Zerfall  der  ehelichen  Gemeinschaft  ausgelöst.  Die  ernsthaften  Absichten  der  Beschwerdeführerin bezüglich einer stabilen und zukunftsgerichteten Ehe  zeigten  sich  auch  daran,  dass  sie  im  Hinblick  auf  eine  gemeinsame  Zukunft  ihr Einbürgerungsgesuch nicht unmittelbar nach der dreijährigen  Frist von Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG eingereicht habe, sondern damit über  14 zusätzliche Monate zugewartet habe. 7.  7.1. Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführerin  ihren  Ex­ Ehemann  im  Februar  1998  in  einem  Cabaret  in  Bern  kennenlernte.  Nachdem  ihre Bewilligung abgelaufen war, verliess sie die Schweiz. Als  Touristin  vom Ex­Ehemann eingeladen,  kehrte  sie am 28. März 1998  in  die Schweiz zurück (vgl. Wohnsitzbescheinigung der Gemeinde Bolligen 

C­5678/2008 vom 26. September 2002). Nach der Heirat  vom 7. August 1998 erhielt  sie eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung. Gestützt auf diese Heirat, das  am  2.  Oktober  2002  eingereichte  Gesuch  und  die  am  26.  Juli  2003  unterzeichnete Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft wurde sie am  20. August 2003 erleichtert eingebürgert. Am 1. Dezember 2003 verliess  der  Ex­Ehemann  die  eheliche  Wohnung  in  Rümlang  und  zog  nach  Walchwil,  wo  er  zusammen  mit  einer  anderen  Frau  wohnte.  Am  13.  Februar  2004  reichten  die  Ehegatten  ein  gemeinsames  Scheidungsbegehren ein, das am 30. August 2004 zur Scheidung führte. 7.2. Bereits  die  äusseren Umstände  (Heirat  vor  dem Hintergrund  eines  nicht  dauerhaft  gefestigten  Aufenthalts  als  Cabarettänzerin  in  der  Schweiz und Trennung drei Monate nach der erleichterten Einbürgerung  sowie  anschliessende  Scheidung)  begründen  eine  tatsächliche  Vermutung  dafür,  die  Ehe  sei  schon  vor  dem  Zeitpunkt  der  Erklärung  betreffend  eheliche  Gemeinschaft  bzw.  der  erleichterten  Einbürgerung  nicht intakt und nicht auf eine gemeinsame Zukunft ausgerichtet gewesen  und  die  erleichterte  Einbürgerung  sei  somit  erschlichen  worden.  Die  Vermutung  wird  bestärkt  durch  eine  Anzahl  Indizien.  Es  sind  dies  insbesondere  der  bereits  am  27.  Juni  2003  vom  Ex­Ehegatten  unterzeichnete  Mietvertrag  der Wohnung  in Walchwil  und  die  Angaben  der beiden Ehegatten, auf die im Folgenden noch einzugehen ist. 7.3. Besteht aufgrund der Ereignisabläufe die tatsächliche Vermutung, die  Einbürgerung  sei  erschlichen  worden,  obliegt  es  dem  Betroffenen,  die  Vermutung  durch  den  Gegenbeweis  bzw.  durch  erhebliche  Zweifel  umzustossen, indem Gründe bzw. Sachumstände aufgezeigt werden, die  es  als  überzeugend  bzw.  nachvollziehbar  erscheinen  lassen,  dass  eine  angeblich  noch  wenige  Monate  zuvor  bestehende  tatsächliche,  ungetrennte eheliche Gemeinschaft  in der Zwischenzeit dergestalt  in die  Brüche gegangen ist, dass es zur Scheidung kam (vgl. BGE 130 II 482 E.  3.2  S. 486).  Dementsprechend  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachten  Argumente  geeignet  sind,  die  eben  umschriebene tatsächliche Vermutung umzustossen. 8.  8.1. Bei  dem  von  der  Beschwerdeführerin  angegebenen Grund  für  den  Ende  Juni  2003  vom  Ex­Ehegatten  unterzeichneten  Mietvertrag  ("einer  ausländischen  Bekannten  zu  einer Wohnung  verhelfen wollen")  handelt  es  sich  –  wie  bereits  von  der  Vorinstanz  in  der  Vernehmlassung  ausgeführt  –  um  eine  reine  Schutzbehauptung.  Einerseits  ist  es 

C­5678/2008 unwahrscheinlich,  dass  der  Ex­Ehemann  aus  Gefälligkeit  einen  Mietvertrag mitunterzeichnete und so einer  ihm lediglich bekannten Frau  zu  einer  5½  Zimmerwohnung  zur  Alleinbenutzung  verhalf.  Neben  der  Grösse  dieser  Wohnung  spricht  auch  die  Angabe  einer  gemeinsamen  Vormieteradresse  dafür,  dass  er  schon  damals  die  Absicht  hatte,  mit  dieser Frau zusammenzuziehen. Andererseits bestätigte der Ex­Ehegatte  selbst,  dass  die  Fortführung  der  Ehe  nicht  mehr  möglich  gewesen  sei,  weil  er  sich  in  eine  andere  Frau  verliebt  habe  (vgl.  Rapport  der  Zuger  Polizei  vom  24.  September  2007  S.  4)  bzw.  diese  Bekanntschaft  und  auch  noch  andere  Frauenbekanntschaften  der Grund  für  das  Scheitern  der Ehe gewesen sei (Rapport der Zuger Polizei a.a.O. S. 5). Dass er den  Mietvertrag  bereits  Ende  Juni  2003  unterzeichnet  hat,  weist  eindeutig  darauf hin, schon damals in diese Frau verliebt gewesen zu sein und sie  somit schon einige Zeit vor der Unterzeichnung kennengelernt zu haben.  Auch wenn  er  vor  dem  definitiven  Auszug  aus  der  ehelichen Wohnung  seine  Ehefrau  noch  getroffen  und  mit  ihr  gemeinsame  Sachen  unternommen  hatte  (Spaziergänge,  Kinobesuche  usw.),  konnte  schon  damals  von  einer  intakten  und  zukunftsgerichteten  Ehe  nicht  mehr  die  Rede  sein.  In  seiner  Eingabe  vom  18. Februar  2008  an  die  Vorinstanz  räumte er schliesslich ein, bei der gemeinsamen Erklärung vom 26. Juli  2003  betreffend  eheliche  Gemeinschaft  eine  "wohlwollende  Einschätzung" abgegeben zu haben. Gleichzeitig führte er auf die Frage  nach dem gegenseitigen Interesse unter den Ehegatten aus, einfach nicht  zusammengepasst zu haben ("viele Sachen waren total verschieden und  es war kein gegenseitiges Verständnis da"). 8.2.  Entgegen  ihren  Vorbringen  konnte  auch  die  Beschwerdeführerin  nicht  von  einer  intakten  ehelichen  Gemeinschaft  zum  Zeitpunkt  der  Erklärung  bzw.  der  erleichterten  Einbürgerung  ausgehen.  So  ist  nicht  nachvollziehbar, dass der ihr Ende November 2003 mitgeteilte Entscheid  des Ehegatten, sie definitiv zu verlassen, völlig unerwartet gekommen ist  und  damit  als  einschneidendes  Ereignis  den  Zerfall  der  ehelichen  Gemeinschaft  ausgelöst  hat.  Gemäss  ihren  eigenen  Angaben  hatte  sie  nämlich schon vorher das Gefühl gehabt, dass ihr Mann das Interesse an  ihr  verloren  hatte  und  auf  Distanz  gegangen  war  (vgl.  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  30.  Oktober  2007),  bzw.  geahnt,  dass  etwas  nicht  stimmte,  weil  ihr  Ehemann  seit  ein  paar  Monaten  durch  seine  beruflichen Verpflichtungen öfters abwesend gewesen war als sonst (vgl.  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom  17.  Februar  2008).  Wie  die  Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend festhielt, stellt der  geschilderte Sachverhalt das Ergebnis eines längeren Prozesses dar, der 

C­5678/2008 zeitlich  vor  der  erleichterten  Einbürgerung  stattgefunden  haben  muss,  weshalb der Beschwerdeführerin auch nicht geglaubt werden kann, dass  die  ehelichen  Schwierigkeiten  erst  im  Oktober/November  2003  aufgetreten  sein  sollten. Aus dem Gesuch der Beschwerdeführerin  vom  5.  Dezember  2003  um  Erlass  von  Eheschutzmassnahmen  ergibt  sich  nämlich,  dass  der  Ex­Ehemann  ihr  seit  über  einem  halben  Jahr  keinen  Unterhalt  mehr  bezahlt,  seit  längerer  Zeit  zu  verschiedenen  Damen  aussereheliche Beziehungen unterhalten habe und ebenfalls seit längerer  Zeit  via  Internet  auf  Partnersuche  gewesen  sei.  Ferner  soll  er  die  Beschwerdeführerin  massiv  körperlich  angegriffen  und  dabei  auch  verletzt  haben.  Auf  jeden  Fall  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Auszug  des  Ex­Ehemannes  aus  der  gemeinsamen Wohnung  bzw.  die  von  ihm  geäusserte  Absicht,  die  Wohnung  zu  verlassen,  nicht  den  Zerfall  der  ehelichen Gemeinschaft auslöste, sondern vielmehr den Endpunkt einer  vorangegangenen Phase gegenseitiger Entfremdung darstellte. 8.3. Weder  zugunsten  noch  zuungunsten  der  Beschwerdeführerin  lässt  sich  etwas  aus  dem  Umstand  ableiten,  dass  sie  unverzüglich  in  die  Scheidung einwilligte, zumal sie aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage  – der  Ex­Ehemann  soll  seiner  ehelichen  Unterstützungspflicht  nur  mangelhaft  nachgekommen  sein  –  unter  Druck  stand.  Dasselbe  gilt  in  Bezug  auf  den  Wechsel  der  ehelichen  Wohnung  (von  Kloten  nach  Rümlang)  im  September  2003.  Immerhin  ist  es  unwahrscheinlich,  dass  die  Ehegatten  –  wie  von  der  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Eingabe  vom  30. Oktober 2007 geltend gemacht – zum damaligen Zeitpunkt noch den  Wunsch  hatten,  Kinder  zu  bekommen;  diesfalls  wären  sie  nicht  in  eine  Zweizimmerwohnung  umgezogen.  Nicht  für  die  Glaubwürdigkeit  der  Beschwerdeführerin  insgesamt  spricht  sodann,  dass  sie  zu  keinem  Zeitpunkt erotische Tätigkeiten ausgeübt haben will (vgl. Eingabe vom 30.  Oktober  2007),  obwohl  ihre  Tätigkeit  als  Cabarettänzerin  an  verschiedenen Orten in der Schweiz aktenkundig ist. 8.4. Dass die Beschwerdeführerin mit der Einreichung des Gesuchs um  erleichterte Einbürgerung am 5. Oktober 2002 mehr als 14 Monate nach  dem ihrer Meinung nach frühstmöglichen Zeitpunkt zugewartet habe, trifft  ferner nicht zu. Sie  lässt dabei ausser Acht, dass die Einreichung eines  solchen Gesuchs nicht nur eine eheliche Gemeinschaft  von drei  Jahren  mit  einem Schweizer  Bürger  (Art.  27 Abs.  1 Bst.  c  BüG)  sondern  auch  eine  Wohnsitzdauer  von  insgesamt  fünf  Jahren  in  der  Schweiz  voraussetzt  (Art.  27  Abs.  1  Bst.  a  BüG).  Bei  der  Einreichung  ihres  Gesuchs wohnte sie seit 28. März 1998 ununterbrochen in der Schweiz. 

C­5678/2008 Hinzu kommen nachgewiesene Voraufenthalte  in der Schweiz zwischen  anfangs  September  1996  bis  Ende  Februar  1998  von  insgesamt  neun  Monaten.  Somit  konnte  sie  das  Gesuch  nicht  vor  Juli  2002  einreichen.  Aus dem Einreichen des Gesuchs drei Monate nach dem frühstmöglichen  Zeitpunkt  kann  mit  Sicherheit  nicht  auf  eine  stabile  und  zukunftsgerichteten Ehe zum fraglichen Zeitpunkt geschlossen werden. 8.5.  Die  Auffassung  der  Beschwerdeführerin,  wonach  der  "Bürgerrechtsentzug"  der  Vorinstanz  nach  knapp  fünfjährigem  behördlichen Zuwarten stossend und unverhältnismässig sei, kann nicht  gehört werden. Sie verkennt dabei offensichtlich, dass Art. 41 Abs. 1 BüG  gemäss der bis 28. Februar 2011 geltenden Fassung (vgl. AS 1952 1087)  der Nichtigerklärung durch das Bundesamt einen zeitlichen Rahmen von  fünf  Jahren  setzt  (gemäss  dem  heute  geltenden  Art.  41  Abs.  1bis  BüG  sogar  acht  Jahre).  Weitere  im  Zeitablauf  gründende  Beschränkungen  sind nicht vorgesehen. Erhöhte Anforderungen an die Nichtigerklärung, je  später  diese  verfügt  wird,  lassen  sich  deshalb  mit  der  gesetzlichen  Ordnung  nicht  vereinbaren.  Selbst  wenn  die  Beschwerdeführerin  inzwischen  die  zeitlichen  Voraussetzungen  der  ordentlichen  Einbürgerung  erfüllen  würde,  ändert  sich  nichts.  Die  Rechtsprechung  geht  davon  aus,  dass  gegenüber  einer  Person,  welche  die  Täuschungshandlung begangen hat, die Nichtigerklärung die Regelfolge  darstellt,  von  der  nur  unter  ganz  ausserordentlichen  Umständen  abzuweichen  ist.  Die  Erfüllung  der  Voraussetzungen  für  die  ordentliche  Einbürgerung  fällt  nicht  darunter  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­143/2008  vom  18.  Februar  2010  E. 8.2.3  sowie Urteil des Bundesgerichts 1C_350/2009 vom 16. November 2009  E. 3.2). 9.  Das  Bundesverwaltungsgericht  teilt  demnach  die  Auffassung  der  Vorinstanz, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, die gegen  sie  sprechende Vermutung  in  Frage  zu  stellen, wonach  schon  vor  dem  Zeitpunkt  der  erleichterten  Einbürgerung  zwischen  ihr  und  ihrem  Ex­ Ehemann  keine  stabile  und  auf  die  Zukunft  gerichtete  eheliche  Gemeinschaft  bestanden  hat.  Daran  vermag  auch  das  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eingereichte  Unterstützungsschreiben  eines  befreundetes Ehepaares  nichts  zu  ändern. So  enthält  dieses Schreiben  das  Datum  vom  12.  August  2002  und  wurde  im  April  2003,  also  drei  Monate  vor  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  bei  der  Vorinstanz eingereicht. Bezüglich des massgeblichen Zeitpunktes hat es 

C­5678/2008 schon  aus  diesem  Grund  einen  geringen  Beweiswert.  Zudem  beschränken sich Aussagen Dritter über das Eheleben anderer Personen  – wie  auch  im  vorliegenden  Fall  –  naturgemäss  auf  die Wahrnehmung  eines  äusseren  Erscheinungsbildes.  Für  die  Beurteilung  der  hier  wesentlichen Frage, ob die Ehe im fraglichen Zeitpunkt stabil und auf die  Zukunft  gerichtet  war,  erweisen  sich  solche  Bestätigungen  regelmässig  nicht  als  besonders  aufschlussreich  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4723/2008  vom  30.  November  2010  E.  9  mit Hinweis). Indem die Beschwerdeführerin  in der mit  dem Ex­Ehemann gemeinsam  unterzeichneten Erklärung  den Bestand  einer  intakten  und  stabilen Ehe  versicherte bzw. gegenüber der Einbürgerungsbehörde ihre tatsächlichen  Lebensverhältnisse  verheimlichte,  hat  sie  die Behörde über wesentliche  Tatsachen  getäuscht  und  die  erleichterte  Einbürgerung  im  Sinne  von  Art. 41 Abs. 1 BüG erschlichen. Die materiellen Voraussetzungen für die  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  sind  somit  ebenfalls  erfüllt. 10.  Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  rechtmässig  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  daher  abzuweisen. 11.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende  Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten sind auf Fr. 1'000.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art.  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Dispositiv Seite 14

C­5678/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'000.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und  mit  dem  am  30.  September  2008  geleisteten  Kostenvorschuss gleicher Höhe verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung;  Akten  Ref­Nr.  K  […]  zurück) – den Zivilstands­ und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Rudolf Grun Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-5678/2008 — Bundesverwaltungsgericht 08.11.2011 C-5678/2008 — Swissrulings