Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 C-3599/2009

11. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,105 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Sozialhilfe an Auslandschweizer | Sozialhilfe an Schweizer Staatsangehörige im Ausland

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­3599/2009 Urteil   v om   1 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, Richter Antonio Imoberdorf,  Gerichtsschreiber Rudolf Grun. Parteien T._______, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Justiz BJ, Fachbereich Sozialhilfe,  Bundesrain 20, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Sozialhilfe an Schweizer Staatsangehörige im Ausland.

C­3599/2009 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer  ist als schweizerisch­tschechischer Doppelbürger  1983  in  der  Schweiz  geboren  und  hat  hier  die  ersten  elf  Lebensjahre  verbracht.  Im März  1994  zog  er  mit  seiner  Mutter  in  die  Tschechische  Republik und absolvierte dort die restlichen Schuljahre. Von Juli 2004 bis  Dezember  2006  hielt  er  sich  zu  Studienzwecken  (HSG St.  Gallen)  und  zur  Absolvierung  eines  Bankpraktikums  (UBS)  in  der  Schweiz  auf.  Am  1. Januar 2007 kehrte er wieder in die Tschechische Republik zurück, um  dort das Studium fortzusetzen. Den Lebensunterhalt konnte er sich bis zu  seinem  25. Geburtstag  im  Oktober  2008  mit  der  Halbwaisenrente  finanzieren. B.  Ende März/anfangs April 2009 gelangte der Beschwerdeführer mit einem  formellen  Gesuch  um  Ausrichtung  von  monatlichen  Unterstützungsleistungen  nach  dem  Bundesgesetz  vom  21.  März  1973  über  Fürsorgeleistungen  an  Auslandschweizer  (ASFG,  AS  1973  1976,  seit  dem  1.  Januar  2010:  Bundesgesetz  vom  21.  März  1973  über  Sozialhilfe  und  Darlehen  an  Schweizer  Staatsangehörige  im  Ausland  [BSDA, SR 852.1]) an die Schweizer Vertretung in Prag. Zur Begründung  wurde  auf  die  per  Oktober  2008  ausgelaufene  Halbwaisenrente,  das  geringe Einkommen seiner Mutter  (ca. CHF 600.­  im Monat) und seinen  Gesundheitszustand  (leidet  an  Schuppenflechte  und  Arthritis)  hingewiesen, der es ihm verunmögliche, neben dem Tagesstudium noch  einer  Berufstätigkeit  nachzugehen.  Wenn  er  das  Studium  abbreche,  müsse er den vom Kanton Baselland bezogenen Ausbildungsbeitrag von  CHF 12'450.­ zurückzahlen. Ausserdem habe er noch Militärsteuern von  CHF  1'200.­  in  Raten  abzuzahlen.  Die  monatlichen  Unterstützungsleistungen  würden  es  ihm  finanziell  ermöglichen,  das  Studium abzuschliessen (Bachelor im Jahre 2010, Magister im 2012). C.  Mit  Verfügung  vom  27.  April  2009  lehnte  das  BJ  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  ab  mit  der  Begründung,  dass  Studien  an  Universitäten und  vergleichbare höhere Ausbildungen  in  der Schweiz  in  der Regel nicht durch die Sozialhilfe finanziert würden, weshalb auch die  Sozialhilfe  für  Auslandschweizerinnen  und  Auslandschweizer  nicht  für  den  Lebensunterhalt  für  studierende  Schweizer  Bürger  im  Ausland  aufkommen könne. Eine Unterstützung  im Aufenthaltsstaat setze zudem 

C­3599/2009 eine  mehrjährige  ununterbrochene  Aufenthaltsdauer  (mindestens  fünf  Jahre)  voraus,  in  welcher  der  Lebensunterhalt  durch  Erwerbstätigkeit  habe finanziert werden können. Jungen Erwachsenen im erwerbsfähigen  Alter könne auch eine Rückkehr in die Schweiz zugemutet werden. Sollte  sich der Beschwerdeführer für eine Rückkehr in die Schweiz entscheiden,  könne  ein  entsprechendes  Gesuch  um  Übernahme  der  Reisekosten  geprüft werden. D.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  2.  Juni  2009  beantragt  der  Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die  Ausrichtung  von  Unterstützungsleistungen.  In  Ergänzung  zum  Gesuch  bringt er unter Hinweis auf Ziffer 2.3.7. der Richtlinien des BJ vom 1. Mai  2008  über  die  Sozialhilfe  für  Auslandschweizerinnen  und  Auslandschweizer  vor, dass ausnahmsweise auch  für Erwachsene Aus­  oder Weiterbildungskosten übernommen werden könnten, wenn damit die  wirtschaftliche  Selbständigkeit  entscheidend  gefördert  werden  könne,  was bei ihm der Fall sei (durch Erreichung eines Hochschultitels). Ab dem  1. Juni 2009 sei ihm in Prag zwar eine staatliche Sozialwohnung zugeteilt  worden,  wobei  er  nur  die  Hauptkosten  zahlen  müsse.  Sein  Antrag  auf  weitergehende Sozialhilfe  sei  ihm  vom Sozialamt  der  Stadt  Prag  am  1.  Juni  2009  jedoch  abgelehnt  worden.  In  Abänderung  seines  Gesuchs  verlangt er nur noch eine finanzielle Unterstützung bis zum Sommer 2010  (Bachelor). Nach diesem Abschluss habe er sehr gute Möglichkeiten, sich  bei  der  UBS  in  der  Schweiz  zu  bewerben  und  den  Magister  im  Fernstudium zu absolvieren. E.  Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 17. Juli 2009 auf  Abweisung der Beschwerde. F.  Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  22.  Juli  2009  erhielt  der  Beschwerdeführer  Gelegenheit,  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stellung  zu  nehmen.  Die  hierfür  gesetzte  Frist  liess  er  ungenutzt  verstreichen. G.  Von  der  dem  Beschwerdeführer  am  23.  August  2011  gewährten  Möglichkeit,  den  Sachverhalt  zu  aktualisieren  und  abschliessende 

C­3599/2009 Bemerkungen anzubringen, wurde innert dazu angesetzter Frist ebenfalls  kein Gebrauch gemacht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art.  33  VGG  aufgeführten  Behörden  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen  des  BJ  betreffend  Sozialhilfeleistungen  an  Schweizer  Staatsangehörige im Ausland nach Art. 14 Abs. 1 BSDA. 1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts  anderes bestimmt. 1.3. Der Beschwerdeführer  ist als Adressat der Verfügung vom 27. April  2009 zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 49 Abs. 1 VwVG). Auf die frist­  und  formgerecht eingereichte Beschwerde  ist  daher einzutreten  (Art.  50  und 52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  –  wenn  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (vgl.  Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  sind  grundsätzlich  die  tatsächlichen  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  des  Entscheides (vgl. BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; BVGE 2011/1 E. 2 S. 4  mit Hinweis). 

C­3599/2009 3.  Die angefochtene Verfügung (vgl. Sachverhalt Bst. C) erging gestützt auf  das  bis  zum  31.  Dezember  2009  geltende  ASFG. Mit Wirkung  auf  den  1. Januar  2010  wurde  dieses  Gesetz  umbenannt  in  BSDA,  inhaltlich  wurde es jedoch – was die Sozialhilfe an Schweizer Staatsangehörige im  Ausland  anbelangt  –  unverändert  gelassen.  Die  Verordnung  vom  26.  November  1973  über  Fürsorgeleisten  an  Auslandschweizer  (ASFV,  AS  1973 1983) ihrerseits wurde ohne übergangsrechtliche Regelung auf den  1. Januar  2010  durch  die  Verordnung  vom  4.  November  2009  über  Sozialhilfe  und  Darlehen  an  Schweizer  Staatsangehörige  im  Ausland  (VSDA,  SR  852.11)  ersetzt.  Der  Erlass  übernimmt  den  Inhalt  des  bisherigen Rechts weitgehend unverändert. In einigen Bereichen hat der  Verordnungsgeber  die  Praxis  kodifiziert,  wie  sie  bis  anhin  den  altrechtlichen Richtlinien und Rundschreiben entnommen werden konnte  (vgl. Erläuterungen des BJ vom Dezember 2009 zur VSDA [nachfolgend:  Erläuterungen] S. 1, online unter www.bj.admin.ch > Themen > Migration  > Sozialhilfe Auslandschweizer > Auslandschweizer/in > Erläuterungen).  Der  Anwendung  des  neuen  Rechts  steht  daher  grundsätzlich  nichts  entgegen. Dabei kann auf die bisherige Rechtsprechung zurückgegriffen  werden (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C­7664/2007 vom 1.  Februar 2011 E. 2.2 mit Hinweis). 4.  4.1. Gemäss Art. 1 BSDA gewährt der Bund im Rahmen dieses Gesetzes  Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern, die sich in einer Notlage  befinden,  Sozialhilfeleistungen.  Auslandschweizer  im  Sinne  dieses  Gesetzes sind nach Art. 2 BSDA Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die  im  Ausland Wohnsitz  haben  oder  sich  seit  mehr  als  drei  Monaten  dort  aufhalten.  Art.  6  BSDA  stellt  sodann  den  Grundsatz  auf,  dass  Doppelbürger, deren ausländisches Bürgerrecht vorherrscht, in der Regel  nicht  unterstützt  werden.  Bei  der  Beurteilung  des  vorherrschenden  Bürgerrechts  kommt  es  auf  die  Umstände  des  Erwerbs  des  ausländischen Bürgerrechts,  den Aufenthaltsstaat  während  der  Kindheit  und  der  Ausbildungszeit,  die  Dauer  des  Aufenthalts  im  jetzigen  Aufenthaltsstaat  und  die  Beziehung  zur  Schweiz  an  (vgl.  Art.  2  Abs.  1  Bst. a – d VSDA sowie Ziff. 1.2.3. der Richtlinien des BJ vom 1. Januar  2010  zur  Sozialhilfe  für  Auslandschweizerinnen  und  Auslandschweizer  [nachfolgend:  Richtlinien],  online  unter  www.bj.admin.ch  >  Themen  >  Migration  >  Sozialhilfe  Auslandschweizer  >Auslandschweizer/in  >  Richtlinien  für  die  Behandlung  von  Gesuchen  um  Sozialhilfeunterstützung). http://www.bj.admin.ch http://www.bj.admin.ch

C­3599/2009 4.2.  Der  28­jährige  Beschwerdeführer  verfügt  seit  Geburt  sowohl  über  das  tschechische  als  auch  über  das  schweizerische  Bürgerrecht.  Zwar  hat  er  bis  heute  insgesamt  etwas mehr  als  die Hälfte  seines  Lebens  in  der Tschechischen Republik verbracht, wo auch noch seine Mutter  lebt.  Seine  Kindheit  (die  ersten  elf  Lebensjahre)  und  einen  Teil  seiner  Ausbildungszeit (von Juli 2004 bis Dezember 2007) verbrachte er jedoch  in der Schweiz. Den Gesuchsunterlagen ist ferner zu entnehmen (vgl. das  von  ihm  am  3. April  2009  unterzeichnete  Formular  für  Doppelbürger/innen),  dass  er  Beziehungen  zur  Schweiz  unterhält  (häufige  Kontakte  mit  Verwandten  und  Bekannten  in  Wettingen  und  Basel)  und  auch  sonst  mit  der  Schweiz  verbunden  ist  (regelmässige  Lektüre  schweizerischer  Zeitungen  oder  Zeitschriften).  Bei  dieser  Sachlage  kann  nicht  angenommen  werden,  das  ausländische  Bürgerrecht herrsche gemäss Art. 6 BSDA vor. 5.  Die  Vorinstanz  verweigert  in  casu  die  Ausrichtung  von  Sozialhilfeleistungen  unter  Hinweis  auf  ihre Richtlinien  (vgl.  Ziff.  2.3.7.),  wonach Studien an Universitäten und vergleichbare höhere Ausbildungen  nicht aus Mitteln der Sozialhilfe  finanziert werden. Tatsächlich wäre eine  diesbezügliche Ausrichtung  von Sozialhilfegeldern  an Auslandschweizer  eine Privilegierung gegenüber Studierenden  in der Schweiz, welche  ihre  Hochschulausbildung  in  der  Regel  ebenfalls  nicht  durch  die  Sozialhilfe  finanzieren  lassen  können. Die Richtlinien  sehen  jedoch  vor,  dass Aus­  oder  Weiterbildungskosten  ausnahmsweise  auch  für  Erwachsene  anerkannt  werden,  wenn  damit  die  wirtschaftliche  Selbständigkeit  entscheidend  gefördert  werden  kann.  Ob  ein  solcher  Ausnahmetatbestand  vorliegend  erfüllt  ist  oder  nicht,  kann  –  wie  nachfolgend aufgezeigt – letztlich offen gelassen werden. 6.  6.1. Gemäss Art.  5 Abs.  1 Bst.  c VSDA hat  eine Person  u.a.  nur  dann  Anspruch  auf  wiederkehrende  Leistungen,  wenn  ihr  Verbleib  im  Aufenthaltsstaat  aufgrund  der  gesamten  Umstände  gerechtfertigt  ist,  namentlich wenn sie sich schon seit mehreren Jahren im Aufenthaltsstaat  aufhält  (Ziff.  1),  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zeit  im  Aufenthaltsstaat  wirtschaftlich  selbständig  wird  (Ziff.  2)  oder  nachweist,  dass  ihr  wegen  enger  familiärer  Bande  oder  anderen  Beziehungen  die  Heimkehr  nicht  zugemutet  werden  kann  (Ziff.  3).  Ist  der  Verbleib  im  Aufenthaltsstaat aufgrund dieser Umstände nicht gerechtfertigt, kann der  gesuchstellenden  Person  die  Heimkehr  in  die  Schweiz  nahe  gelegt 

C­3599/2009 werden  (vgl. Art. 11 Abs. 1 BSDA, Ziff. 1.2.4. der Richtlinien sowie S. 3  der Erläuterungen). 6.2.  Der  Beschwerdeführer  hält  sich  nach  seinem  Studium  und  dem  Bankpraktikum  in  der  Schweiz  erst  seit  dem  1.  Januar  2007  und  somit  weniger als  fünf Jahre wieder  in der Tschechischen Replik auf. Erst bei  fünf  (ununterbrochenen)  Jahren  geht  die  Praxis  von  einer mehrjährigen  Aufenthaltsdauer  als  Voraussetzung  für  die  Ausrichtung  einer  wiederkehrenden  Leistung  aus  (vgl.  Ziff.  1.2.4  der  Richtlinien).  Jungen  Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter kann – wie die Vorinstanz in  ihrer  Verfügung zutreffend festhielt – eine Rückkehr in die Schweiz sogar dann  zugemutet werden, wenn sie  sich  seit mehr als  fünf  Jahren  im Ausland  aufhalten, die Aussicht auf ein Erwerbsleben  im Aufenthaltsstaat  jedoch  als gering bezeichnet werden muss. Indem der Beschwerdeführer davon  spricht,  nach  Abschluss  des  Studiums  wieder  in  der  Schweiz  eine  Erwerbstätigkeit  aufzunehmen,  schätzt  er  selbst  die Wahrscheinlichkeit,  in  absehbarer  Zeit  im  Aufenthaltsstaat  wirtschaftlich  selbständig  zu  werden, nicht als gross ein. Hinzu kommt, dass er den Lebensunterhalt  im Aufenthaltsstaat bisher nicht durch eine Erwerbstätigkeit finanziert hat,  was  ebenfalls  gegen  eine  Leistung  vor  Ort  spricht  (vgl.  Ziff.  1.2.4.  der  Richtlinien). Zwar lebt seine Mutter in Tschechien. Der Beschwerdeführer  ist  aber  nicht  mit  einer  Person  des  Aufenthaltsstaates  verheiratet,  was  allenfalls  gegen  eine  Heimkehr  sprechen  würde.  Im  Übrigen  lebte  er  während  seines  Studien­  bzw.  Ausbildungsaufenthalts  in  der  Schweiz  über  zwei  Jahre  getrennt  von  der  Mutter  und  wohnt  gemäss  seinen  eigenen Angaben auch heute allein. 6.3.  Daraus  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keinen  Anspruch  auf  monatliche Unterstützungsleistungen gestützt auf das BSDA hat und ihm  die Heimkehr in die Schweiz zugemutet werden kann. Dass eine allfällige  Unterstützung  in  der  Schweiz  mehr  kosten  würde  als  im  Ausland,  ist  dabei unerheblich (vgl. Art. 5 Abs. 2 VSDA und Erläuterungen S. 3). 7.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  die  Ausrichtung  von  Sozialhilfeleistungen  nach  dem  ASFG bzw. BSDA zu Recht verweigert hat. Die angefochtene Verfügung  erweist  sich  als  bundesrechtskonform  (vgl.  Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde ist daher abzuweisen.

C­3599/2009 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  würde  der  Beschwerdeführer  grundsätzlich  kostenpflichtig.  Angesichts  der  besonderen  Umstände  ist  jedoch  von  der  Auferlegung  von  Verfahrenskosten  abzusehen  (Art.  63  Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde; Akten Ref­Nr. A […] zurück) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Rudolf Grun Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 

C­3599/2009 173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-3599/2009 — Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 C-3599/2009 — Swissrulings