Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 C-2868/2011

9. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·687 Wörter·~3 min·2

Zusammenfassung

Rentenanspruch | Rentengesuch

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­2868/2011 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiber Roger Stalder. Parteien A._______, Serbien Beschwerdeführerin,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    Vorinstanz.  Gegenstand Rentengesuch.

C­2868/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die IV­Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder  Vorinstanz)  mit  Verfügung  vom  12.  April  2011  das  Begehren  von  A._______  (im  Folgenden:  Versicherte  oder  Beschwerdeführerin)  auf  Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  (IV)  abgewiesen  hat, dass  die  Versicherte  hiergegen  mit  Eingabe  vom  20.  Mai  2011  (Eingangsstempel;  Postaufgabe:  12.  Mai  2011)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht erhoben hat, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  Schreibens  vom  24. Mai  2011  eingeladen  worden  ist,  dem  Bundesverwaltungsgericht  ein  Zustelldomizil in der Schweiz bekannt zu geben, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Schreiben  vom  9.  Juni  2011  eine  Zustelladresse genannt und ausgeführt hat, sie habe die Adresse bereits  im  Verfahren  C­1516/2008  bekannt  gegeben  und  diesbezüglich  noch  keine Antwort erhalten, dass – nachdem die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 26. Juli 2011  am 28. Juli 2011 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen ist und die  Beschwerdeführerin  in  der  Folge  auf  die  Einreichung  einer  Replik  verzichtet hat – der Schriftenwechsel mit prozessleitender Verfügung vom  2. August 2011 geschlossen worden ist, dass  die  Beschwerdeführerin  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolgen  (Nichteintretensentscheid bei nicht fristgerechter Leistung gemäss Art. 63  Abs. 4 VwVG) mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2011 aufgefordert  worden  ist,  bis  zum  21.  November  2011  einen  Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.­ zu leisten, dass die Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2011 am 21. Oktober 2011  an  die  von  der  Versicherten  genannte  Adresse  zugestellt  und  der  verlangte Kostenvorschuss nicht geleistet worden ist, dass  die  Nichte  der  Versicherten  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit  Schreiben vom 23. November 2011 mitgeteilt hat, ihre Tante sei im Spital  gewesen,  weshalb  sie  diese  nicht  früher  habe  erreichen  und  auf  das  Schreiben des Bundesverwaltungsgerichts reagieren können,

C­2868/2011 dass  im  Rahmen  der  Zwischenverfügung  vom  1.  Dezember  2011  das  Schreiben  vom  23.  November  2011  als  Fristwiederherstellungsgesuch  entgegengenommen  und  die  Beschwerdeführerin  darauf  hingewiesen  worden ist, dass sie unverzüglich resp. innert 30 Tagen nach Wegfall des  Hindernisses  die  entsprechenden  Beweismittel  einzureichen  und  die  versäumte  Rechtshandlung  nachzuholen  hat,  ansonsten  auf  die  Beschwerde nicht eingetreten werde, dass die Beschwerdeführerin  – unter Beilage eines Entlassungsberichts  einer  Klinik  in  ihrer  Heimat  –  am  24.  November  2011  eine  in  ihrer  Muttersprache abgefasste Stellungnahme abgegeben hat, dass das Bundesverwaltungsgericht  die Übersetzung dieser Dokumente  in die deutsche Sprache veranlasst hat, dass  die  Beschwerdeführerin  gemäss  dem  undatierten  Austrittsbericht  vom  11.  November  2011  bis  15.  November  2011  stationär  behandelt  worden ist, dass die Beschwerdeführerin  in  ihrer Stellungnahme vom 24. November  2001  (recte:  2011)  um  Erteilung  des  Rechts  auf  unentgeltliche  Prozessführung  ersucht  und  Ausführungen  zu  ihrem  schlechter  gewordenen Gesundheitszustand gemacht hat, dass sie überdies ausgeführt hat, im Verfahren C­1516/2008 noch keinen  Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts erhalten zu haben, und darum  ersucht  hat,  die  Entscheidungen  wenn  möglich  an  ihre  Adresse  in  Serbien zuzustellen, dass  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  beurteilt,  sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten, dass Verfügungen der IVSTA im Bereich von IV­Rentenansprüchen beim  Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind, dass das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht – abgesehen von  Ausnahmen, die vorliegend nicht von Relevanz sind – kostenpflichtig  ist 

C­2868/2011 und  die  Beschwerdeführenden  einen  Verfahrenskostenvorschuss  zu  leisten haben (Art. 63 VwVG), dass  der  mit  Zwischenverfügung  vom  20.  Oktober  2011  einverlangte  Kostenvorschuss von der Beschwerdeführerin nicht bezahlt worden ist, dass somit – trotz Androhung des Nichteintretens gemäss Art. 63 Abs. 4  VwVG  in der am 21. Oktober 2011 der Nichte zugestellten und somit  in  den  Herrschaftsbereich  der  Beschwerdeführerin  gelangten  Zwischenverfügung  vom  20.  Oktober  2011  –  der  Verfahrenskostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.  300.­  nicht  fristgerecht  geleistet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG),  dass auch die Einreichung eines Gesuches um Erteilung des Rechts auf  unentgeltliche Prozessführung nicht fristgerecht erfolgt ist, dass die mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2011 angesetzte Frist  zur Bezahlung des Verfahrenskostenvorschusses bis zum 21. November  2011  aus  zureichenden  Gründen  hätte  erstreckt  werden  können,  wenn  die Beschwerdeführerin vor Ablauf der Frist darum ersucht hätte (Art. 22  Abs. 2 VwVG), dass  sich  die  Beschwerdeführerin  vor  Ablauf  dieser  Frist  nicht  hat  vernehmen lassen resp. kein Fristerstreckungsgesuch gestellt hat, dass  unter  diesen  Umständen  androhungsgemäss  auf  die  Beschwerde  vom  10.  Mai  2011  (Postaufgabe:  12.  Mai  2011)  im  einzelrichterlichen  Verfahren nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4, 2. Satz VwVG und Art. 23  Abs. 1 Bst. b VGG), dass  auf  die  Beschwerde  dennoch  einzutreten  wäre,  wenn  die  Frist  wiederhergestellt werden könnte, dass  –  ist  Gesuchsteller  oder  sein  Vertreter  unverschuldeterweise  abgehalten  worden,  binnen  Frist  zu  handeln  –  diese  wieder  hergestellt  wird, sofern er unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall  des  Hindernisses  darum  ersucht  und  die  versäumte  Rechtshandlung  nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG), dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Zeit  zwischen  dem  11.  November  2011 und dem 15. November 2011 in stationärer Behandlung gewesen ist  und  die  in  der  prozessleitenden  Verfügung  vom  20.  Oktober  2011  angesetzte Frist erst am 21. November 2011 abgelaufen ist,

C­2868/2011 dass  die  Beschwerdeführerin  während  der  Zeit  ihres  Krankenhausaufenthaltes  unverschuldeterweise  davon  abgehalten  worden  ist,  eine  Fristerstreckung  zu  beantragen  resp.  den  Kostenvorschuss  zu  leisten  oder  das Gesuch  um  Erteilung  des  Rechts  auf unentgeltliche Prozessführung zu stellen, dass sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bis zum Fristablauf  vom  21.  November  2011  noch  6  Tage  Zeit  gehabt  hätte,  die  entsprechenden  Rechtshandlungen  selbst  vorzunehmen  oder  deren  Vornahme zu veranlassen, dass  die  Beschwerdeführerin  somit  ab  dem  16.  November  2011  nicht  mehr unverschuldeterweise davon abgehalten wurde, fristgerecht bis zum  21.  November  2011  zu  handeln,  und  das  Gesuch  vom  24.  November  2011 daher verspätet ist, dass unter diesen Umständen kein Fristwiederherstellungsgrund gegeben  ist  resp.  die  Frist  gemäss  Art.  24  Abs.  1  VwVG  nicht  wiederhergestellt  werden kann und das (implizite) Gesuch vom 24. November 2011 daher  abzuweisen ist, dass  es  somit  –  wie  bereits  dargelegt  –  beim  Nichteintreten  auf  die  Beschwerde  vom  10.  Mai  2011  (Postaufgabe:  12.  Mai  2011)  im  einzelrichterlichen Verfahren verbleibt, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Verfahren  C­1516/2008  am  1. März 2010 ein Urteil gefällt hat, dass  dieses  Urteil  am  15.  März  2010  versandt  und  der  Beschwerdeführerin an der von  ihr angegebenen Zustelladresse am 16.  März 2010 eröffnet worden ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren Ausführungen keine Kenntnis  dieses Entscheids vom 1. März 2010 hat, dass deshalb dem vorliegendem Entscheid das Urteil vom 1. März 2010  in  Kopie  beizulegen  ist,  ohne  dass  damit  eine  neue  Rechtsmittelfrist  ausgelöst wird, dass  die  Beschwerdeführerin  um  eine  Zustellung  an  ihrem  Wohnort  ersucht hat, sofern dies möglich sei,

C­2868/2011 dass  im  Ausland  wohnende  Parteien  in  der  Schweiz  ein  Zustellungsdomizil  anzugeben  haben,  es  sei  denn,  das  Völkerrecht  gestatte der Behörde, Mitteilungen  im betreffenden Staat durch die Post  zuzustellen (Art. 11b Abs. 1 VwVG), dass  mangels  völkerrechtlicher  Bestimmung  eine  direkte  Zustellung  an  den Wohnort der Beschwerdeführerin in Serbien nicht möglich ist, dass  somit  die  Zustellung  an  die  von  der  Beschwerdeführerin  angegebene Zustelladresse in der Schweiz zu erfolgen hat, dass  bei  einer  Erledigung  in  frühem  Verfahrensstadium  mangels  erheblichen  Aufwandes  des  Bundesverwaltungsgerichts  von  der  Erhebung  von Verfahrenskosten  abgesehen werden  kann  (Art.  6 Bst.  a  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]), dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 3 VGKE), dass für das Dispositiv auf die nächste Seite zu verweisen ist.

C­2868/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das  Fristwiederherstellungsgesuch  vom  24.  November  2011  wird  abgewiesen. 2.  Auf die Beschwerde vom 20. Mai 2011 (Eingangsstempel; Postaufgabe:  12. Mai 2011) wird nicht eingetreten. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Urteil vom 1. März  2010) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Roger Stalder

C­2868/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-2868/2011 — Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 C-2868/2011 — Swissrulings