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Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 C-2483/2011

20. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,403 Wörter·~12 min·2

Zusammenfassung

nach Auflösung der Familiengemeinschaft | Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie Wegweisung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­2483/2011 Urteil   v om   2 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. André Rüegsegger, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung sowie Wegweisung.

C­2483/2011 Sachverhalt: A.  Der  algerische  Staatsangehörige  A._______,  geboren  1974  (nachfolgend: Beschwerdeführer),  reiste am 8. Juni 2002  in die Schweiz  ein  und  stellte  am  10.  Juni  2002  ein  Asylgesuch,  wobei  er  angab,  B._______,  geb.  1977,  Angehöriger  der  palästinensischen  Volksgruppe  zu  sein  und  aus  dem  Libanon  zu  stammen.  Mit  Verfügung  vom  14.  Januar 2003 wies das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute BFM) das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  an.  Der  Beschwerdeführer  liess  die  ihm  angesetzte  Ausreisefrist  verstreichen,  ohne die Schweiz verlassen zu haben. B.  Am  1.  Juni  2004  heiratete  er  unter  seinem  Namen  A._______  eine  im  Kanton Schwyz wohnhafte Schweizer Bürgerin, worauf  ihm gestützt  auf  diese  Ehe  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde.  Diese  wurde  regelmässig verlängert, letztmals bis zum 31. Mai 2010. C.  Mit  Eheschutzverfügung  vom  23.  August  2006  bewilligte  das  Bezirksgericht  Schwyz  den  Ehegatten  auf  unbestimmte  Zeit  das  Getrenntleben. Im Rahmen einer Sachverhaltsabklärung im August 2008  äusserte sich die Ehefrau gegenüber dem Amt für Migration des Kantons  Schwyz rückblickend, dass die Ehe aus  ihrer Sicht bereits  im damaligen  Zeitpunkt  definitiv  gescheitert  war.  Gemäss  einer  Adressänderung  der  Gemeinde  X._______  vom  15.  November  2006  zog  der  Beschwerdeführer per 1. September 2006 offiziell aus der gemeinsamen  Wohnung  aus  und  nahm  in  Y._______  neuen Wohnsitz.  Mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Schwyz  vom  28.  Oktober  2009  wurde  die  Ehe  geschieden. Die Ehe blieb kinderlos. D.  Im  März  2010  stellte  der  Beschwerdeführer  bei  der  kantonalen  Migrationsbehörde  das  Gesuch  um  eine  weitere  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung. Die kantonale Migrationsbehörde unterbreitete die  Angelegenheit  im Juni 2010 dem BFM mit dem Antrag auf Erteilung der  Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. E.  Da das BFM in Erwägung zog, die beantragte Zustimmung zu verweigern  und den Beschwerdeführer aus der Schweiz wegzuweisen, gewährte es 

C­2483/2011 ihm hierzu mit Schreiben vom 24. August 2010 das rechtliche Gehör.  In  diesem Rahmen äusserte sich A._______ am 24. September 2010 durch  seinen  Rechtsvertreter  und  machte  insbesondere  geltend,  die  bereits  erfolgte  Umwandlung  des  ursprünglichen  Aufenthaltszwecks  (von  Verbleib  bei  der  Ehefrau  zu  Erwerbstätigkeit)  sowie  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschwerdeführers  einerseits  und  seine  sehr  gute  Integration  andererseits  erfüllten  die  Voraussetzungen,  seine  Aufenthaltsbewilligung wiederum zu verlängern. F.  Mit  Verfügung  vom  24.  März  2011  verweigerte  die  Vorinstanz  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung.  Gleichzeitig  wurde  die Wegweisung  von  A._______  verfügt  und  es  wurde  ihm  eine  Ausreisefrist  von  acht  Wochen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  dieser  Verfügung eingeräumt.  Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, das eheliche Zusammenleben  in  der  Schweiz  habe  keine  drei  Jahre  gedauert,  womit  die  –  in  Art.  50  Abs. 1 Bst. a des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR  142.20)  genannte  –  Voraussetzung  der  mindestens  dreijährigen  ehelichen Gemeinschaft nicht erfüllt sei. Für einen weiteren Aufenthalt in  der  Schweiz  bestünden  auch  keine  wichtigen  persönlichen  Gründe  im  Sinne  von  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG.  Der  Beschwerdeführer  sei  zwar  wirtschaftlich  unabhängig;  auch  wenn  in  persönlicher  und  beruflicher  Hinsicht  eine  gewisse  Integration  stattgefunden  habe,  so  lasse  dies  jedoch nicht  auf  eine überaus enge Beziehung  zur Schweiz  schliessen.  Es  sei  allerdings  festzustellen,  dass  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  zu  Klagen  Anlass  gegeben  habe.  Zudem sei  er  erst  im Alter  von 29  Jahren  in  die Schweiz  eingereist,  so  dass  es  ihm  jetzt,  nach  neun  Jahren,  zumutbar  sei,  wieder  in  sein  Heimatland  zurückzukehren.  Der  Beschwerdeführer  habe  schliesslich  den Nachweis nicht erbracht, dass er – wie in der Stellungnahme vom 24.  September  2010  behauptet  –  keine  Bindungen  mehr  zum  Heimatstaat  habe.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  in  seinem  Fall  auch  möglich,  zulässig und zumutbar.  G.  Am  29.  April  2011  erhob  A._______  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  den  Anträgen,  es  sei  die  vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben  und  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Er macht geltend, die Vorinstanz habe 

C­2483/2011 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu Unrecht (nur) gestützt auf  Art.  50 AuG geprüft;  bei  einer  pflichtgemässen Ermessensausübung  im  Sinne  von  Art. 33  Abs.  3  AuG  i.V.m.  Art.  96  Abs.  1  AuG  seien  die  Voraussetzungen  für  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  des  Beschwerdeführers  zu  bejahen.  Zudem  würde  eine  plötzliche  Verweigerung der Bewilligungsverlängerung auch gegen den Grundsatz  von Treu und Glauben verstossen, nachdem diese seit der Trennung von  seiner  Schweizer  Ehefrau  im  Jahre  2006  drei  weitere  Male  verlängert  worden  sei  und  sich  die  Ausgangslage  in  keiner  Art  und  Weise  zuungunsten des Beschwerdeführers geändert habe. H.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  28.  Juni  2011  beantragt  die  Vorinstanz  unter Bezugnahme auf die bisher dargelegten Gründe die Abweisung der  Beschwerde.  Darüber  hinaus  weist  sie  darauf  hin,  dass  die  in  Art.  50  Abs. 1 Bst. a AuG erwähnte dreijährige Dauer der Ehegemeinschaft erst  mit Datum der Heirat beginne. Schliesslich führt sie unter Verweis auf die  bundesgerichtliche  Praxis  aus,  im  Zusammenhang  mit  dem  nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG sei nicht  massgebend,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  Arbeit  habe,  Deutsch spreche, gut  integriert  sei und einen Bekanntenkreis aufgebaut  habe.  Geprüft  werde  vielmehr,  ob  die  persönliche,  berufliche  und  familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei  einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten habe. I.  In  der  darauffolgenden  Replik  vom  12.  August  2011  hält  der  Beschwerdeführer an den gestellten Anträgen fest. J.  Der weitere Inhalt der vorinstanzlichen und der beigezogenen kantonalen  Akten  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den  Erwägungen  Berücksichtigung finden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht,  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen,  Beschwerden 

C­2483/2011 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer  in Art. 33 VGG  aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen Verfügungen des  BFM,  welche  die  Zustimmung  zur  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  oder  die  Wegweisung  betreffen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig,  soweit  nicht  die  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  offen  steht  (vgl.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  und  4  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. 1.3.  Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  zu  deren  Anfechtung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE  2011/1 E. 2 und BVGE 2007/41 E. 2). 3.  Am  1.  Januar  2008  traten  das  Ausländergesetz  und  seine  Ausführungsbestimmungen in Kraft – unter anderem die Verordnung vom  24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem  Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  bleibt  nach  der  übergangsrechtlichen  Ordnung  des  Ausländergesetzes das alte materielle Recht anwendbar, wobei es ohne  Belang ist, ob das Verfahren auf Gesuch hin – so explizit Art. 126 Abs. 1  AuG – oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2).

C­2483/2011 3.1.  Dem  Beschwerdeführer  ist  zwar  noch  unter  dem  Geltungsbereich  des  Bundesgesetzes  vom  26.  März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  eine  erstmalige  Aufenthaltsbewilligung  erteilt worden;  da er  jedoch mit Gesuch  vom 22.  März  2010  die  Verlängerung  dieser  Bewilligung  beantragt  hat,  ist  im  vorliegenden Verfahren neues Recht anwendbar. 3.2. Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und  Verlängerung  von  Bewilligungen.  Vorbehalten  bleibt  jedoch  die  Zustimmung durch das BFM. Dessen Zustimmungserfordernis ergibt sich  im vorliegenden Fall aus Art. 99 AuG  i.V.m. Art. 85 Abs.1 Bst. a VZAE.  Letztgenannte Bestimmung wird präzisiert durch die Weisungen des BFM  im Ausländerbereich in der Fassung vom 1. Juli 2009 (www.bfm.admin.ch  >  Dokumentation  >  Rechtliche  Grundlagen  >  Weisungen  und  Kreisschreiben).  Diese  sehen  in  Ziffer  1.3.1.4  Bst.  e  vor,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  der  Auflösung  der  ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder  ausländischen  Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten ist, falls die betroffene ausländische Person nicht aus einem  Mitgliedstaat  der  EFTA  oder  der  EG  stammt.  Der  Ausweis  darf  erst  ausgestellt werden, wenn die Zustimmung des BFM vorliegt (Art. 86 Abs.  5 VZAE). 4.  Gemäss  Art.  42  Abs.  1  AuG  haben  ausländische  Ehegatten  von  Schweizerinnen  und  Schweizern,  wenn  sie  mit  diesen  zusammenwohnen,  Anspruch  auf  Erteilung  und  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  –  nach  einem  ordnungsgemässen  und  ununterbrochenen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  –  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Niederlassungsbewilligung  (Art.  42  Abs.  3  AuG).  Nach  Auflösung  der  Ehe  oder  Familiengemeinschaft  –  mitgemeint  ist  auch  die  eheliche  Gemeinschaft – besteht der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  die  Ehegemeinschaft  mindestens  drei  Jahre  bestanden  hat  und  eine  erfolgreiche  Integration  besteht  (Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  wenn  wichtige  persönliche  Gründe  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  erforderlich machen  (Art.  50  Abs.  1  Bst. b AuG). 5.  5.1.  Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  die  Nichtverlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  verstosse  gegen  den  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben,  nachdem  ihm  diese  drei  Mal  um  jeweils  ein  Jahr,  zuletzt  bis  http://www.bfm.ch

C­2483/2011 zum 31. Mai 2010,  verlängert wurde, obwohl es bereits  im Herbst 2006  zur Trennung von seiner Ehefrau gekommen war. Das Amt für Migration  des Kantons  Schwyz  habe  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  im  Juni  2010  der  Vorinstanz  mit  dem  Antrag  auf  Erteilung  der  Zustimmung  unterbreitet.  Aufgrund  dieser  Umstände  habe  der  Beschwerdeführer  nach  den  Regeln  von  Treu  und  Glauben  mit  einer  weiteren Verlängerung rechnen dürfen. 5.2. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht  einer  Person  Anspruch  auf  Schutz  des  berechtigten  Vertrauens  in  behördliche Auskünfte und Zusicherungen. Er kann dazu führen, dass ein  Rechtsverhältnis  abweichend  vom  objektiven  Recht  zu  regeln  ist.  Voraussetzung  dafür  ist,  dass  die  Auskunft  bzw.  die  Zusicherung  für  einen  konkreten  Einzelfall  aufgrund  einer  vollständigen  Darstellung  des  Sachverhalts  vorbehaltslos  erteilt  wurde,  dass  die  Amtsstelle  für  die  Auskunftserteilung  zuständig war oder der Bürger  sie aus zureichenden  Gründen als zuständig betrachten durfte, dass die anfragende Person die  Unrichtigkeit  bei  pflichtgemässer  Aufmerksamkeit  nicht  ohne  weiteres  erkennen  konnte,  dass  sie  im  berechtigten  Vertrauen  auf  die  Auskunft  eine nicht wieder rückgängig zu machende Disposition getroffen hat und  dass  die Rechtslage  sich  seit  Erteilung  der Auskunft  nicht  geändert  hat  (vgl.  BGE  137  I  69  E.  2.5.1,  BGE  131  II  627  E.  6.1,  je  mit  weiteren  Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 2D_43/2011 vom 29. August 2011  E.  2.3.1  und  2P.245/2006  vom  6.  November  2006  E.  2.3.1,  je  mit  Hinweisen). 5.3. Die  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  nach  der  Auflösung  der  ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder  ausländischen Ehegatten oder nach dessen Tod bedarf der Zustimmung  des BFM. Eine ohne Zustimmung ausgestellte Aufenthaltsbewilligung  ist  ungültig. Diese Rechtslage wurde weiter  oben bereits  dargelegt  (vgl. E.  3.2). Mit Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 42 Abs. 1 AuG  fehlt damit dem Amt für Migration des Kantons Schwyz die Zuständigkeit,  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  in  eigener  Kompetenz  vorbehaltlos  vorzunehmen  (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  2C_594/2011  vom 21. Juli 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).  Unbestritten  ist vorliegend, dass den Ehegatten mit Eheschutzverfügung  vom 23. August  2006 das Getrenntleben bewilligt wurde. Die Ende Mai  2007 anstehende Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung war allerdings  noch  im  Lichte  von  Art.  7  Abs.  1  ANAG  zu  prüfen,  der  den 

C­2483/2011 Aufenthaltsanspruch  an  den  formellen  Bestand  der  Ehe  knüpfte.  Im  Gegensatz  dazu  richteten  sich  die  Verlängerungen  in  den  Jahren  2008  und 2009  (für  die Perioden 1.  Juni  2008 bis  31. Mai  2009 bzw.  1.  Juni  2009 bis 31. Mai 2010) nach den Bestimmungen des Ausländergesetzes.  Wie  sich  aus  den  kantonalen  Akten  ergibt,  wurden  die  entsprechenden  Verlängerungen vom Migrationsamt –  in Kenntnis des Umstandes, dass  die Ehegatten getrennt lebten – in eigener Kompetenz vorgenommen. Ob  die zuständige Behörde allenfalls die Voraussetzungen von Art. 49 AuG  als  erfüllt  betrachtete  oder  mit  einer  Wiederaufnahme  der  ehelichen  Gemeinschaft rechnete (vgl. Schreiben Rechtsanwalt A. Rüegsegger/Amt  für  Migration  des  Kantons  Schwyz  vom  24.  Oktober  2008  bzw.  dortige  Beilage Antworten zu den Fragen vom 30. Juli 2008,  insbes. Antwort 7),  ist unklar. Festzustellen ist, dass die Bewilligungen stets gestützt auf die  (noch)  bestehende  Ehe  erteilt  wurden  und  dass  damit  keine  Änderung  des  Zulassungsgrundes  verbunden  war.  Daran  ändert  –  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  –  nichts,  dass  auf  den  2008  und  2009 ausgestellten Ausweisen der Vermerk Ehegatte  einer Schweizerin  nicht mehr  erscheint  (vgl.  Rechtsmitteleingabe  S.  7  Ziff.  6).  Abgesehen  davon,  dass  derartige  Hinweise  auf  dem  Ausländerausweis  betreffend  den  Aufenthaltszweck  nicht  konstitutiv  sind,  musste  dem  Beschwerdeführer stets klar sein, dass seine Anwesenheit in der Schweiz  vom  Bestand  der  Ehe  bzw.  der  ehelichen  Gemeinschaft  abhing.  Gegenteilige  Zusicherungen  wurden  ihm  denn  auch  seitens  des  kantonalen  Migrationsamtes  nie  gemacht.  Von  einer  Verletzung  des  Vertrauensgrundsatzes gemäss Art. 9 BV kann vorliegend demnach nicht  die Rede sein. 6.  Der  Beschwerdeführer  macht  weiter  geltend,  er  habe  aufgrund  seiner  mehr als drei Jahre dauernden Ehe und seiner  Integration Anspruch auf  Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. 6.1. Das zeitliche Kriterium der dreijährigen Dauer der Ehegemeinschaft  ist nicht gleichbedeutend mit der Dauer der Haushaltsgemeinschaft. Von  einer  bestehenden  Ehegemeinschaft  kann  grundsätzlich  –  und  vorbehältlich  offenkundiger  Missbrauchsabsichten  –  ausgegangen  werden,  solange  die  Ehegatten  zusammen  leben.  Der  Fortbestand  der  Ehegemeinschaft  kann  aber  auch  im  Fall  ihres  Getrenntlebens  angenommen  werden,  nämlich  dann,  wenn  für  das  Getrenntleben  objektivierbare  Gründe  bestehen  (vgl.  MARC  SPESCHA  in:  Spescha/Thür/Zünd/Bolzli  [Hrsg.],  Kommentar  Migrationsrecht,  2. 

C­2483/2011 aktualisierte Auflage, Zürich 2009, Art. 50 AuG N 4). Art. 49 AuG spricht  diesbezüglich  von  wichtigen  Gründen,  die  in  der  Botschaft  zum  Ausländergesetz  vom  8.  März  2002  (BBl  2002  3753 f.)  zum  einen  als  berufliche  Gründe,  zum  anderen  auch  als  andere  wichtige  und  nachvollziehbare  Gründe  bezeichnet  werden.  Zu  letzteren  zählt  –  so  explizit  Art.  76  VZAE  –  eine  vorübergehende  Trennung  wegen  erheblicher  familiärer  Probleme,  womit  der  Gesetzgeber  insbesondere  Fälle  häuslicher  Gewalt  im  Auge  hatte  (vgl.  ESTHER  S.  AMSTUTZ  in:  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG], Art.  49 N  24;  BGE  2C_784/2010  vom  26.  Mai  2011  E.  3.1.2).  Hält  im  Falle  erheblicher Eheprobleme das Getrenntleben an, so stellt sich die Frage,  ob  die  Trennung  als  definitiv  und  die  Familiengemeinschaft  damit  als  aufgelöst zu betrachten ist (vgl. MARC SPESCHA, a.a.O., Art. 49 AuG N 3). 6.2.  Mit  Verfügung  vom  23.  August  2006  hat  der  Einzelrichter  des  Bezirkes  Schwyz  das  Getrenntleben  auf  unbestimmte  Dauer  bewilligt.  Das  Zusammenleben  hat  demzufolge  zwei  Jahre  und  drei  Monate  gedauert. Für die genaue Berechnung der Dreijahresfrist kann an dieser  Stelle auf die bundesgerichtliche Praxis verwiesen werden (vgl. BGE 136  II 113, bestätigt im bereits erwähnten BGE 2C_784/2010 E. 3.1.3). 6.3.  Wurde  der  gemeinsame  Haushalt  vor  Ablauf  von  drei  Jahren  aufgehoben,  so  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  eheliche  Gemeinschaft  trotzdem weiterhin Bestand hatte. Wie oben dargelegt (E. 6.1), kann dies  bei Vorliegen wichtiger Gründe angenommen werden, u.a. auch bei einer  vorübergehender  Trennung  wegen  erheblicher  familiärer  Probleme.  Gegen  die  Annahme  einer  vorübergehenden  Trennung  spricht  im  vorliegenden Fall zwar der Umstand, dass die Haushaltsgemeinschaft gar  nicht wieder  aufgenommen und die Ehe  schliesslich geschieden wurde;  allerdings  kann  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Ehegatten  womöglich zu Beginn ihrer Trennung noch mit der Lösung ihrer Probleme  und der baldigen Wiederaufnahme des Zusammenlebens rechneten. Die  reine  Behauptung  der  Ehegatten,  die  Wiedervereinigung  angestrebt  zu  haben,  reicht  für  eine  entsprechende  Annahme  jedoch  nicht  aus.  Vielmehr muss  sich  der  fortbestehende  Ehewille  daran  ablesen  lassen,  ob  und  welche  Kontakte  die  Ehegatten  weiterhin  gepflegt  und  welche  Anstrengungen  sie  zur  Überwindung  der  gemeinsamen  Schwierigkeiten  unternommen haben (vgl. MARC SPESCHA, a.a.O., Art. 49 AuG N 3). 

C­2483/2011 6.4.  Der  Beschwerdeführer  hat  im  Rahmen  der  Abklärung  des  Sachverhaltes  bezüglich  der  Verlängerung  durch  das  Amt  für Migration  des Kantons Schwyz auf die Frage, ob er es sich vorstellen könne, das  Eheleben  mit  seiner  Ehefrau  nochmals  aufzunehmen,  vorgebracht,  er  habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass sie wieder zusammen kommen  würden. Er fügte hinzu, dass er mit Kollegen seiner ehemaligen Ehefrau  gesprochen  habe,  damit  diese  versuchten,  sie  umzustimmen.  Dagegen  hielt seine Ex­Ehefrau mit Schreiben vom 18. August 2008 an das Amt für  Migration  des  Kantons  Schwyz  fest,  sie  könne  sich  nie  mehr  in  ihrem  Leben ein Eheleben mit dem Beschwerdeführer vorstellen und sie wäre  froh, wenn sie ihn nie wieder sehen würde.  Den  vagen  und  nicht  nachprüfbaren  Angaben  zur  versuchten  Kontaktaufnahme  des  Beschwerdeführers  steht  die  Aussage  der  Ex­ Ehefrau,  nie  wieder  Kontakt  mit  ihm  haben  zu  wollen,  entgegen.  Die  Ausnahmebestimmungen von Art. 49 AuG und Art. 76 VZAE haben nicht  den  Sinn,  dem  Ehepartner  eines  Schweizer  Bürgers  so  lange  das  Aufenthaltsrecht  zu  sichern,  bis  feststeht,  dass  seine  Ehe  endgültig  gescheitert  ist.  Vielmehr  ist  bei  einer  Trennung  wegen  familiärer  Probleme  eine  Ausnahme  vom  rechtsbegründenden  Erfordernis  des  Zusammenlebens  nur  dann  denkbar,  wenn  diese  Probleme  an  die  Schwere häuslicher Gewalt heranreichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts  2C_314/2010 vom 26. Juli 2010 E. 2.2). Hierfür bestehen im vorliegenden  Fall keine Anhaltspunkte. 6.5. Aufgrund  des  dargelegten  Sachverhalts  fällt  ausser  Betracht,  dass  die  Ehegatten  –  im  Sinne  von  Art.  49  AuG  –  wichtige  Gründe  für  ein  Getrenntleben  hatten  und  ihre  Ehegemeinschaft  trotzdem  mindestens  drei  Jahre  aufrecht  erhielten;  Entsprechendes  wird  denn  auch  nicht  geltend  gemacht.  Im  Ergebnis  ist  somit  davon  auszugehen,  dass  die  eheliche  Gemeinschaft  des  Beschwerdeführers  vor  Ablauf  von  drei  Jahren  beendet  war.  Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG  findet  in  seinem  Fall  folglich  keine  Anwendung.  Im  Rahmen  dieser  Bestimmung  kommt  es  deshalb  auf  die  behauptete  Integration  –  die  ein  kumulatives  Kriterium  wäre – nicht mehr an.  7.  Gemäss  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  besteht  –  unabhängig  von  der  bisherigen Dauer der Familien­ bzw. Ehegemeinschaft – auch dann der  Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  wichtige  persönliche  Gründe  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz 

C­2483/2011 erforderlich  machen  (sog.  "nachehelicher  Härtefall",  vgl.  den  bereits  erwähnten  BGE  2C_784/2010  E.  3.2.1).  Solche  Gründe  können  namentlich  –  so  explizit  Art.  50  Abs.  2  AuG  –  vorliegen,  wenn  der  betreffende  Ehegatte  Opfer  ehelicher  Gewalt  wurde  und  seine  soziale  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland  stark  gefährdet  erscheint;  beide  Bedingungen müssen jedoch nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 136 II 1 E.  5 S. 3 ff.). Weitere wichtige und im Zusammenhang mit der Ehe stehende  Gründe  können  sich  auch  daraus  ergeben,  dass  der  in  der  Schweiz  lebende  Ehepartner  gestorben  ist  oder  gemeinsame  Kinder  vorhanden  sind (vgl. MARC SPESCHA, a.a.O., Art. 50 AuG N 7 sowie MARTINA CARONI  in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 50 N 23 f.). 7.1. Im Falle des Beschwerdeführers sind jedoch keine spezifischen, auf  seiner Ehe bzw. deren Auflösung beruhenden Gründe ersichtlich, die ihm  einen  Anspruch  auf  weiteren  Verbleib  in  der  Schweiz  verschaffen  könnten.  Der  Umstand,  dass  seine  Ehe  gescheitert  ist,  lässt  nicht  erkennen,  dass  seine  soziale  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland  (Algerien)  stark  gefährdet  wäre.  Da  aus  seiner  Ehe  keine  Kinder  hervorgegangen sind, können auch keine entsprechend engen familiären  Beziehungen  als  wichtiger  Grund  für  die  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung herangezogen werden.  7.2.  Anspruchsbegründend  können  auch  sonstige  wichtige  persönliche  Gründe  sein,  da  Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG  bewusst  auf  eine  abschliessende  Aufzählung  der  Gründe  verzichtet  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4625/2009  vom  31.  März  2011  E.  7.2).  Entscheidend ist hierbei die persönliche Situation des Betroffenen. Die in  Art.  31  Abs.  1  VZAE  aufgelisteten,  aber  nicht  erschöpfenden  Kriterien  können  für  die Beurteilung  eines Härtefalles  herangezogen werden  und  eine  wesentliche  Rolle  spielen,  auch  wenn  sie  einzeln  betrachtet  grundsätzlich  noch  keinen  Härtefall  zu  begründen  vermögen  (vgl.  den  erwähnten BGE 2C_784/2010 E. 3.2.3). Ausdrücklich aufgeführt werden  dort die  Integration  (Bst.  a),  die Respektierung der Rechtsordnung  (Bst.  b),  die  Familienverhältnisse  (Bst. c),  die  finanziellen  Verhältnisse  sowie  der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung  (Bst.  d),  die  Dauer  der  Anwesenheit  (Bst.  e),  der  Gesundheitszustand  (Bst.  f) und die Möglichkeiten der Wiedereingliederung  im Herkunftsland  (Bst.  g;  zum  Ganzen  siehe  auch  MARTINA  CARONI  in:  Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 50 N 23 f.).

C­2483/2011 7.3. Der Beschwerdeführer hat  insbesondere betont, er habe sich  in der  Schweiz erfolgreich integriert und diesbezüglich auf seine berufliche und  soziale  Integration  verwiesen.  Aktuell  verfüge  er  über  eine  unbefristete  Arbeitsstelle  als  Stahlpresser.  Aus  dem  eingereichten  Arbeitszeugnis  geht  hervor,  dass  er  von  seinem  Arbeitgeber  sehr  geschätzt  wird.  Er  bringt weiter vor, über einen grossen Bekanntenkreis zu verfügen. Zudem  sei  er  der  deutschen  Sprache  mächtig  und  könne  sogar  einem  in  Schweizerdeutsch  geführten  Gespräch  ohne  weiteres  folgen  und  daran  teilnehmen.  In der Gemeinde X._______, wo er seit  rund sieben Jahren  lebe,  habe er  keine Sozialhilfeschulden und Verlustscheine hätten auch  nie  ausgestellt  werden  müssen.  Auch  die  Steuern  habe  er  immer  ordnungsgemäss  bezahlt.  Er  habe  ferner  keinen  Eintrag  im  Straf­  und  Betreibungsregister.  7.4. Dem Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  an  seinem Arbeitsplatz  offenbar  geschätzt  wird,  kommt  angesichts  der  arbeitsmarktlichen  Interessen  der  Schweiz  jedoch  kein  besonderes  Gewicht  zu.  Auch  die  erworbenen Sprachkenntnisse und der angeblich bestehende Freundes­  und Bekanntenkreis zeigen lediglich auf, dass die bisherige Eingliederung  des Beschwerdeführers einer normalen zeitlichen Entwicklung, nicht aber  einer  besonderen  –  und  auf  eine  enge  Beziehung  zur  Schweiz  hinweisenden – Integrationsleistung entspricht. 7.5. Festzuhalten  ist  auch,  dass  die  Aufenthaltsdauer  von  neun  Jahren  angesichts  seines Alters – der Beschwerdeführer  reiste  im Alter  von 29  Jahren in die Schweiz ein – nicht als sehr lang anzusehen ist.  Da  der  Beschwerdeführer  den  grössten  Teil  seines  Lebens  in  seinem  Heimatland  verbracht  hat  und mithin  die  persönlichkeitsbildenden  Jahre  dort  erlebte,  ist  er  mit  den  dortigen  kulturellen  und  gesellschaftlichen  Gepflogenheiten  vertraut. Deswegen  kann davon ausgegangen werden,  dass  er  nach  seiner  Rückkehr  soziale  Anknüpfungspunkte  haben  wird,  welche  seine  Reintegration  erleichtern  dürften.  Die  hier  erworbenen  Fähigkeiten  werden  ihm  bei  der  beruflichen  Wiedereingliederung  von  Nutzen  sein.  Ohne  Belang  ist  es,  wenn  er  dort  wirtschaftliche  Verhältnisse vorfindet, die nicht denjenigen der Schweiz entsprechen. Da  der  Beschwerdeführer  keine  gravierenden  gesundheitlichen  Probleme  hat,  ergeben  sich  insgesamt  gesehen  keine  wichtigen  persönlichen  Gründe,  die  eine  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  erfordern  würden.  Zu  betonen  ist,  dass  derartige  Gründe  nur  dann  anzunehmen  sind, wenn die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung 

C­2483/2011 stark gefährdet erscheint und nicht bereits dann, wenn ein Leben  in der  Schweiz einfacher wäre (vgl. den erwähnten BGE 2C_784/2010 E. 3.2.3). Schliesslich  ist  ebenfalls  der  Umstand  in  Betracht  zu  ziehen,  dass  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  zu  Klagen  Anlass  gegeben hat,  da er  sich  in  ungenügender Weise an die  schweizerische  Rechtsordnung  gehalten  hat  (vgl.  die  in  der  Verfügung  des  BFM  vom  24. März 2011 aufgelisteten Tatbestände). 8.  Der  Beschwerdeführer  besitzt  somit  weder  gestützt  auf  Art.  50  Abs.  1  Bst. a  AuG  (dreijährige  Ehegemeinschaft  und  erfolgreiche  Integration)  noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe)  einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass  die  Vorinstanz  innerhalb  des  Beurteilungsspielraums  von   Art.  18  –  30  AuG  einen  fehlerhaften  Ermessensentscheid  getroffen  habe  könnte,  bestehen  keine  Anhaltspunkte;  insbesondere  wäre  in  diesem  Rahmen  auch keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht  gekommen. Daher beruft sich der Beschwerdeführer zu Unrecht auf Art.  33 Abs. 3 AuG (i.V.m. Art. 86 Abs. 2 Bst. c Ziff. 3 VZAE). Denn mit dem  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  (Art.  42  Abs.  1  AuG)  ist  der  Beschwerdeführer  wieder  den  ordentlichen  Zulassungsvoraussetzungen  unterstellt (vgl. Art. 86 Abs. 2 Bst. c Ziff. 2 VZAE).  Dass  die  Vorinstanz  die  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  verweigert  hat,  kann  daher  nicht  beanstandet  werden. 9.  Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung  hat der Beschwerdeführer die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 Bst. c  AuG).  Es  bleibt  daher  zu  prüfen,  ob Hinderungsgründe  für  den  Vollzug  der Wegweisung anzunehmen sind (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG) und das BFM  gestützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. 9.1. Die Möglichkeit  und  Zulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs  stehen  im vorliegenden Fall ausser Frage. Demzufolge wäre allenfalls  relevant,  ob  die  zwangsweise Rückkehr  für  den Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre. 9.2. Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar  sein,  wenn  sie  in  ihrem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  Situationen  wie 

C­2483/2011 Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage  ausgesetzt  wäre.  Wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von  welchen  die  ansässige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder  ein  schwieriger  Arbeitsmarkt,  vermögen  jedoch  keine  konkrete  Gefährdung  zu  begründen.  Dagegen  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zumutbar,  wenn  dieser  für  die  ausländische  Person  höchstwahrscheinlich  zu  einer  existenziellen  Bedrohung  führen  würde,  beispielsweise  dann,  wenn  sie  sich  nach  ihrer  Rückkehr  mit  völliger  Armut,  Hunger,  Invalidität  oder  Tod  konfrontiert  wäre  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts     C­4625/2009 vom 31. März 2011 E. 10.2  mit Hinweis). 9.3. Der Beschwerdeführer hat im vorliegenden Verfahren keine konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  substantiiert  behauptet.  Zudem  hat  er  sich  nicht  zur  Situation  in  seinem Heimatland  geäussert,  geschweige denn zu den Lebensumständen, die er bei seiner Rückkehr  nach  Algerien  vorfinden  würde.  Schon  angesichts  dessen  kann  nicht  davon ausgegangen werden, dass der Vollzug der Wegweisung ihn dort  in eine existenzbedrohende Situation geraten  lassen würde und deshalb  als  unzumutbar  zu  erachten  wäre.  Trotz  der  im  Nachgang  zu  den  jüngsten  Umwälzungen  in  Tunesien  und  Ägypten  auch  in  Algerien  stattfindenden  Demonstrationen  geht  das  Gericht  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Algerien  aus  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­1017/2011  vom  1.  März  2011  E.  5.3.3).  Des  Weiteren  ist  der  Beschwerdeführer  weder  gesundheitlich  gefährdet  noch  sonst  von  einer  ernsthaften  Krankheit  betroffen,  deren  medizinische  Behandlung  im  Heimatland  nicht  gewährleistet  wäre.  Die  Hinweise auf die angeblich gute  Integration  in der Schweiz sind bei der  Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs derweil unbeachtlich  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­626/2006  vom  14.  Juni  2007  E.  6.2.2  sowie  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  62.52).  Dass  der  Beschwerdeführer  in  Algerien  andere  Lebensverhältnisse  als  in  der  Schweiz  antreffen  wird,  ist,  wie  bereits  gesagt,  unerheblich.  Der  Vollzug  seiner  Wegweisung  ist  somit  als  zumutbar zu erachten. 10.  Aus  diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  als  rechtmässig  zu  bestätigen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  demzufolge abzuweisen.

C­2483/2011 11.  Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv S. 15)

C­2483/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'100.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Akten retour) – das Amt für Migration des Kantons Schwyz Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Barbara Kradolfer Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-2483/2011 — Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 C-2483/2011 — Swissrulings