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Bundesverwaltungsgericht 02.12.2011 C-2206/2010

2. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,219 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Einreiseverbot | Einreiseverbot

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­2206/2010 Urteil   v om   2 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Andreas Trommer, Richter Jean­Daniel Dubey, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______,  Zustelladresse: p.A. B._______, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot.

C­2206/2010 Sachverhalt: A.  Der  aus  dem  Kosovo  stammende  Beschwerdeführer  (geb.  1974)  gelangte  am  20. September  2009  mit  einem  Besuchervisum  auf  dem  Luftweg  in  die  Schweiz.  Anlässlich  seiner  Ausreise  vom  24. November  2009  stellte  die  Grenzkontrollbehörde  am  Flughafen  Zürich­Kloten  fest,  dass sein Schengenvisum bereits am 8. Oktober 2009 abgelaufen war. Der  Beschwerdeführer  erklärte  hierzu,  am  Vortag  mit  der  Bahn  von  Frankreich  in  die Schweiz  gereist  zu  sein  und  nicht  gewusst  zu  haben,  dass  sein  Visum  nicht  mehr  gültig  sei.  In  der  Folge  wurde  er  über  die  Rapportierung  des  Vorkommnisses  an  das  Statthalteramt  Bülach  in  Kenntnis  gesetzt  und  es wurde  ihm  das  rechtliche Gehör  zur  allfälligen  Verhängung einer Fernhaltemassnahme gewährt. Noch am gleichen Tag  kehrte er in sein Heimatland zurück. B.  Mit Verfügung vom 3. Februar 2010 verhängte die Vorinstanz gegen den  Beschwerdeführer  ein  zweijähriges  Einreiseverbot  und  entzog  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung.  Zur  Begründung  führte  sie  unter  Bezugnahme  auf  Art. 67  Abs.  1  Bst.  a  des  Ausländergesetzes  vom  16. Dezember  2005  (AuG,  SR  142.20;  zur  damaligen Fassung vgl. AS 2007 5437) aus, es liege ein Verstoss gegen  die öffentliche Sicherheit und Ordnung wegen illegalen Aufenthalts vor. Das Einreiseverbot konnte dem Beschwerdeführer erst am 20. März 2010  zur Kenntnis gebracht werden. C.  Mit Strafverfügung des Statthalteramtes Bülach vom 8. Februar 2010 war  der Beschwerdeführer des widerrechtlichen Verweilens im Land im Sinne  des AuG schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 350.­ verurteilt  worden. Die Strafverfügung blieb unangefochten. D.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  27. März  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragt  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  des  Einreiseverbots.  Hierzu  bringt  er  sinngemäss  vor,  aus  Nachlässigkeit  Fehler  begangen  und  die  aufenthaltsrechtlichen  Bestimmungen  der  Schweiz  unterschätzt  zu  haben,  was  nicht  hätte  geschehen  dürfen.  Er  sei  zuvor  mehr  als  zehn  oder  zwölf  Mal  in  die 

C­2206/2010 Schweiz eingereist, ohne dass er sich etwas habe zu Schulden kommen  lassen.  Dieses  Mal  habe  er  sich  jedoch  sechs  Tage  vor  Ablauf  der  Visumsdauer  erkältet,  in  der Wohnung  des Gastgebers  im  Bett  bleiben  müssen und so vergessen, die Schweiz ordnungsgemäss zu verlassen.  Einen  Arzt  habe  er  nicht  konsultiert.  Nach  Ablauf  des  bewilligten  Aufenthalts  habe  er  jedoch  Angst  gehabt,  sich  auf  einer  Polizeistation  oder  irgendwo  sonst  zu  melden.  Eines  Tages  habe  er  sich  dann  aber  doch entschieden, wieder in sein Heimatland zurückzukehren. Die Busse  habe er inzwischen bezahlt. Er bitte um Entschuldigung und Annullierung  des Einreiseverbots. Dem Rechtsmittel lagen eine Rechnung des Statthalteramtes Bülach vom  3. Februar  2010  und  eine  Zahlungsanweisung  des  Beschwerdeführers  vom 18. März 2010 an eine Kreditbank bei. E.  Das  BFM  schliesst  in  seiner  Vernehmlassung  vom  4. August  2010  auf  Abweisung der Beschwerde. F.  Der  Beschwerdeführer  machte  vom  gewährten  Recht  auf  Replik  innert  angesetzter Frist keinen Gebrauch. G.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  –  einschliesslich  der  beigezogenen  Akten  des Migrationsamts des Kantons Zürich – wird, soweit rechtserheblich, in  den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehört  auch  das  BFM,  das  mit  der  Anordnung  eines  Einreiseverbotes  eine  Verfügung  im  erwähnten  Sinne  und  daher  ein  zulässiges 

C­2206/2010 Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt  nicht vor. 1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet  sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsbetroffener  legitimiert  (Art. 48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).  1.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  (vgl.  Art.  83  Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [BGG, SR  173.110]).  2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE  2011/1 E. 2 mit Hinweis). 3.  Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates  ist, der  durch  eines  der  Schengen­Assozierungsabkommen  gebunden  ist  (vgl.  Anhang 1 Ziffer  1 AuG),  ein Einreiseverbot  nach Art.  67 AuG verhängt,  wird  diese  Person  gestützt  auf  Art.  94  Abs.  1  und  Art.  96  des  Übereinkommens  vom  19.  Juni  1990  zur  Durchführung  des  Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen Abbau  der Kontrollen  an  den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen  [SDÜ], Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19­62) und Art. 16 Abs. 2  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  13.  Juni  2008  über  die  polizeilichen  Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR  361)  grundsätzlich  im  Schengener  Informationssystem  ([SIS],  vgl.  dazu  Art.  92  ff.  SDÜ)  zur 

C­2206/2010 Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine solche Ausschreibung einer  Person  im  SIS  zur  Einreiseverweigerung  aufgrund  einer  vom  BFM  verhängten  Fernhaltemassnahme  bewirkt,  dass  ihr  die  Einreise  in  das  Hoheitsgebiet der Schengen­Mitgliedstaaten verweigert wird (vgl. Art. 13  Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments  und des Rates  vom 15. März 2006 über  einen Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [Schengener  Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1­32]).  4.  4.1.  Auf  den  1.  Januar  2011  trat  als  Folge  der  Weiterentwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  eine  neue  Fassung  von  Art.  67  AuG  in  Kraft  (zum Ganzen vgl. BBl 2009 8881 und AS 2010 5925). Nach Art. 67 Abs.  1 AuG wird ein Einreiseverbot vom BFM unter Vorbehalt von Abs. 5 nun  gegenüber  weggewiesenen  Ausländerinnen  und  Ausländern  verfügt,  wenn  die  Wegweisung  nach  Art.  64d  Abs.  2  Bst.  a  –  c  AuG  sofort  vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die betroffene Person der  Ausreiseverpflichtung  nicht  nachgekommen  ist  (Art.  67  Abs.  1  Bst.  b  AuG).  Es  kann  nach  Art.  67  Abs.  2  AuG  sodann  gegen  ausländische  Personen  erlassen  werden,  die  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland  verstossen  haben oder  diese  gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Art.  67  Abs.  2  Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­,  Ausschaffungs­  oder  Durchsetzungshaft  genommen worden sind  (Art.  67 Abs.  2 Bst.  c). Das  Einreiseverbot wird  für eine Dauer  von höchstens  fünf  Jahren verhängt.  Es  kann  für  eine  längere  Dauer  verfügt  werden,  wenn  die  betroffene  Person  eine  schwerwiegende  Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann die verfügende  Behörde  aus  humanitären  oder  anderen  wichtigen  Gründen  von  der  Verhängung  eines  Einreiseverbots  absehen  oder  ein  Einreiseverbot  vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG).  Die  bisher  bestehende  Praxis  der  Vorinstanz  bei  der  Ansetzung  von  Fernhaltemassnahmen  ist  mit  den  obgenannten  Grundsätzen  vereinbar  (vgl. BBl 2009 8896 ad Art. 67 Abs. 3 in fine). Für den Beschwerdeführer  ändert sich dadurch im Ergebnis nichts.  4.2. Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten,  sondern  eine  Massnahme  zur  Abwendung  künftiger  Störungen  der  öffentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz  über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: 

C­2206/2010 Botschaft], BBl 2002 3709, 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung  im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG (welcher der alten Fassung von  Art. 67  Abs.  1  Bst.  a  AuG  entspricht)  bildet  den  Oberbegriff  für  die  Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechtsordnung;  deren  Verletzung  ist  namentlich gegeben bei erheblichen oder wiederholten Verstössen gegen  gesetzliche  Vorschriften  oder  behördliche  Verfügungen  sowie  bei  Nichterfüllung  öffentlichrechtlicher  oder  privatrechtlicher  Verpflichtungen  (Botschaft,  a.a.O.,  3809;  vgl.  auch  Art.  80  Abs.  1  Bst.  a  und  b  der  Verordnung  vom  24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] sowie RAINER J. SCHWEIZER/PATRICK  SUTTER/NINA WIDMER,  in:  Rainer  J.  Schweizer  [Hrsg.],  Sicherheits­  und  Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd.  III/1, Basel  2008, Teil B, Rz. 13  mit Hinweisen). 4.3.  In Bezug auf die Verfehlungen, derentwegen der Beschwerdeführer  straf­  und  ausländerrechtlich  belangt wurde,  gilt  zudem allgemein,  dass  für  die  Verhängung  eines  Einreiseverbots  kein  vorsätzlicher  Verstoss  gegen  ausländerrechtliche  Bestimmungen  erforderlich  ist.  Es  genügt,  wenn  der  ausländischen  Person  eine  Sorgfaltspflichtverletzung  zugerechnet  werden  kann.  Unkenntnis  oder  Fehlinterpretation  der  Einreise­  oder  Aufenthaltsvorschriften  stellen  normalerweise  keinen  hinreichenden  Grund  für  ein  Absehen  von  einer  Fernhaltemassnahme  dar.  Jeder  Ausländerin  und  jedem  Ausländer  obliegt,  sich  über  bestehende  Rechte  und  Pflichten  im  Zusammenhang  mit  ausländerrechtlichen Vorschriften ins Bild zu setzen und sich im Falle von  Unklarheiten  bei  den  zuständigen Stellen  zu  informieren  (vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts C­3450/2009 vom 16. August 2011 E. 6.3 mit  Hinweis). 5.  5.1. Der der  angefochtenen Verfügung  zu Grunde  liegende Sachverhalt  ist  unbestritten.  Aufgrund  seiner  Staatsangehörigkeit  unterliegt  der  Beschwerdeführer  der  Visumspflicht.  Am  8. Juli  2009  erhielt  er  von  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Pristina  ein  vom  9. Juli  2009  bis  8. Oktober  2009  gültiges  Besuchervisum,  das  innerhalb  besagter  Geltungsdauer  einen  maximal  30­tägigen  Aufenthalt  im  Schengenraum  erlaubte. Gemäss Eintrag  in  seinem Reisepass  (Einreisestempel)  reiste  er  am  20. September  2009  via  Flughafen  Zürich­Kloten  in  die  Schweiz  ein. Das  fragliche Visum  lief wie eben erwähnt  am 8. Oktober 2009 ab.  Der  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  bzw.  im 

C­2206/2010 Schengenraum  dauerte  aber  bis  zum  24. November  2009,  womit  feststeht, dass er den erlaubten Zeitrahmen um rund eineinhalb Monate  überschritten hat. Ob es sich wie nachträglich behauptet um eine blosse  Nachlässigkeit  handelte,  ist  für  die  Verhängung  eines  Einreiseverbots  unerheblich,  weil  ein  vorsätzlicher  Verstoss  gegen  ausländerrechtliche  Bestimmungen, wie ebenfalls schon dargetan (siehe E. 4.3 hiervor), dafür  nicht  erforderlich  ist.  Hinsichtlich  dieses  Sachverhalts  wurde  er  denn  strafrechtlich  rechtskräftig  verurteilt  (vgl.  Bst.  C  vorstehend).  Die  Einwände  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  27. März  2010  gegen  das  Zustandekommen  der  Strafverfügung  (dem  Betroffenen  sei  die  Möglichkeit  verwehrt  worden,  sich  persönlich  vor  dem  Strafrichter  zu  äussern)  hätte  er  in  jenem Verfahren  vorbringen müssen  und  sind  hier  nicht  Verfahrensgegenstand.  Stattdessen  hat  er  die  Busse,  welche  ihm  auferlegt wurde, bezahlt. Dass die Angelegenheit mit der Bezahlung der  Busse  nicht  sein  Bewenden  haben  würde,  dessen  musste  sich  der  Beschwerdeführer im Klaren sein, war ihm am 24. November 2009 durch  die Kantonspolizei Zürich  im Hinblick auf die allfällige Verhängung einer  Fernhaltemassnahme doch das rechtliche Gehör gewährt worden. 5.2.  Im  vorliegenden  Fall  hat  sich  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Anwesenheit  über  die  im  Visum  aufgeführte  Geltungsdauer  hinaus  widerrechtlich  in  der  Schweiz  bzw.  im  Schengenraum  aufgehalten  und  damit  gegen  ausländerrechtliche  Vorschriften  verstossen.  Sein  Fehlverhalten rechtfertigt grundsätzlich ein Einreiseverbot gemäss Art. 67  Abs. 1 Bst. a AuG in der Fassung vom 1. Januar 2008 bzw. Art. 67 Abs. 2  Bst. a AuG in der Fassung vom 1. Januar 2011. 6.  6.1. Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die Massnahme  in  richtiger  Ausübung  des  Ermessens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Massnahme  einerseits  und  den  von  der  Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen  andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten Rechtsgüter,  die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Verfügungsbelasteten  bilden  dabei  den  Ausgangspunkt  der  Überlegungen  (vgl.  ULRICH  HAEFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  vollständig  überarbeitete Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 613 ff.). 

C­2206/2010 6.2. Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers wiegt objektiv nicht leicht.  Es  beinhaltet  die  Missachtung  ausländerrechtlicher  Normen,  denen  im  Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung eine zentrale Bedeutung  zukommt.  Das  generalpräventiv  motivierte  Interesse,  die  ausländerrechtliche  Ordnung  durch  eine  konsequente  Massnahmenpraxis  gegenüber  fehlbaren  ausländischen  Personen  zu  schützen, ist ganz allgemein als gewichtig zu betrachten. Aber auch was  die subjektive Seite anbelangt,  ist das Verhalten des Beschwerdeführers  nicht  zu  bagatellisieren.  So  ist  trotz  seiner  gegenteiliger  Behauptungen  von einem bewussten Vorgehen auszugehen; insbesondere dass er nicht  im Stande gewesen sein soll, sich bei einer Behörde zu melden, erscheint  als blosse Ausflucht. Solche Annahmen rechtfertigen sich umso mehr, als  er seinen eigenen Angaben zufolge immerhin schon zehn oder zwölf Mal  in die Schweiz eingereist ist. Laut elektronischer Datenbank wurde ihm in  der  Zeitspanne  von  2004  bis  2009  insgesamt  elf  Mal  ein  Visum  mit  unterschiedlicher Gültigkeitsdauer (30, 60 oder 90 Tage) ausgestellt. Die  einschlägigen  ausländerrechtlichen  Normen  und  die  Konsequenzen  bei  deren  Nichtbeachtung  waren  ihm  somit  zweifelsohne  bekannt  und  der  Umgang  mit  Amtsstellen  nichts  Neues.  Eine  Beeinträchtigung  der  persönlichen  Interessen  macht  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  nicht  geltend. Aktenkundig  ist  einzig, dass er  in der Vergangenheit mehrmals  seine im Kanton Zürich ansässige Schwester besucht hat. Dazu äusserte  er sich in der Rechtsmitteleingabe jedoch nicht. 6.3.  Eine  Abwägung  der  gegenläufigen  öffentlichen  und  privaten  Interessen  führt  zum  Ergebnis,  dass  das  auf  zwei  Jahre  befristete  Einreiseverbot  sowohl  vom Grundsatz  her  als  auch  in  Bezug  auf  seine  Dauer  eine  verhältnismässige  und  angemessene  Massnahme  zum  Schutze der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. Sie entspricht  auch der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in vergleichbaren Fällen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6017/2010  vom  19. April  2011  und  C­1667/2010  vom  21. März  2011).  Es  liegen  keine  besonderen Gründe  vor,  die  es  rechtfertigen  würden,  hier  von  der  bisherigen  Praxis  abzuweichen. 7.  Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im  Lichte  von  Art. 49  VwVG  nicht  zu  beanstanden  ist.  Die  Beschwerde  ist  deshalb abzuweisen.

C­2206/2010 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  Beschwerdeführer  die  Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2  und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  15. Juli  2010  in  gleicher  Höhe  geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. ZEMIS […] retour) – das Migrationsamt des Kantons Zürich ad […] (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand:

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