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Bundesverwaltungsgericht 18.11.2011 C-1443/2010

18. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,123 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Anerkennung der Staatenlosigkeit | Anerkennung der Staatenlosigkeit

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­1443/2010 Urteil   v om   1 8 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richterin Elena Avenati­Carpani,    Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa­Haake. Parteien A._______,    Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Anerkennung der Staatenlosigkeit.

C­1443/2010 Sachverhalt: A.  A._______ wurde 1964  in Prilep geboren, einem Ort, der zur Gemeinde  Deçan  im  westlichen  Kosovo  gehört.  Zuletzt  lebte  sie  in  der  Stadt  Gjakova,  bevor  sie  im  Juli  1988  mit  ihrer  sechsjährigen  Tochter  in  die  Schweiz  einreiste  und  ein Asylgesuch  stellte.  Ihr Ehemann, B._______,  war bereits  im vorhergehenden Monat   in die Schweiz gelangt und hatte  um Asyl ersucht. Die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK; heute  Bundesverwaltungsgericht) entschied mit Urteil vom 22. Dezember 1993  letztinstanzlich  über  die  Asylgesuche  der  Ehegatten  und  wies  deren  Beschwerde  gegen  den  negativen  Entscheid  der  Vorinstanz  ab.  Gleichzeitig  damit  wurde  auch  die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  Wegweisung rechtskräftig. Nachdem der Wegweisungsvollzug wiederholt  aufgeschoben  worden  war,  erhielt  die  –  1989  mit  der  Geburt  einer  weiteren  Tochter  vierköpfig  gewordene  –   Familie  […]  im  Rahmen  der  Humanitären  Aktion  2000  die  vorläufige  Aufnahme.  Die  beiden  Töchter  haben mittlerweile das Schweizer Bürgerrecht erhalten.  B.  Am  28.  Mai  2009  stellten  A._______  und  B._______  ein  Gesuch  um   Anerkennung ihre Staatenlosigkeit, welches das Bundesamt für Migration  (BFM)  dahingehend  beantwortete,  dass  es  die  Ehegatten  nicht  als  staatenlos,  sondern  als  kosovarische  Staatsangehörige  betrachte.  Am  12. Oktober 2009 erneuerte A._______ ihr Gesuch, insbesondere mit der  Begründung, sie sei bei  ihrer Einreise  in die Schweiz noch Bürgerin der  Sozialistischen  Föderativen  Republik  Jugoslawien  gewesen,  habe  nach  Zerfall  dieses  Staatsgebildes  keine  Staatsbürgerschaft  eines  der  Nachfolgestaaten  besessen  und  sämtliche  Beziehungen  zum  Kosovo  verloren.  B._______,  seit  Januar  2010  von  seiner  Ehefrau  geschieden,  bemüht  sich  in  einem  separaten Verfahren  um  die Anerkennung  seiner  Staatenlosigkeit.  C.  Im weiteren Verfahrensverlauf  liess  das BFM durch  die Schweizerische  Botschaft  in  Priština  abklären,  ob  die  Gesuchstellerin  die  kosovarische  Staatsangehörigkeit  beantragen  könne,  was  die  Vertretung  bejahte.  Dieses Abklärungsergebnis übermittelte das BFM der Gesuchstellerin mit   Schreiben vom 18. Dezember 2009 und stellte  ihr  anheim, das Gesuch  um Anerkennung der Staatenlosigkeit zurückzuziehen. A._______ lehnte  dies  in  ihrer  Antwort  vom  31.  Januar  2010  ab  und machte  geltend,  die 

C­1443/2010 Staatenlosigkeit  entspreche  ihrem  jetzigen  Zustand.  Zu  einem  späteren  Zeitpunkt  wolle  sie  selbst  entscheiden,  welche  Staatsbürgerschaft  –  in  Frage käme eher die schweizerische – sie beantragen wolle. D.   Mit Verfügung vom 3. Februar 2010 lehnte das BFM das Gesuch ab, dies  im Wesentlichen mit der Begründung, A._______ könne, wolle aber nicht  die Staatsangehörigkeit des Kosovo erlangen. Dieser Umstand schliesse  die Anerkennung der Staatenlosigkeit aus. E.  Gegen diese Verfügung erhob A._______ mit Eingabe vom 5. März 2010  Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Sie führt aus, sie sei zwar in  der Gemeinde Deçan geboren, habe dort aber nie gewohnt. Den letzten  zivilrechtlichen Wohnsitz habe sie in der Stadt Peç gehabt. Seitdem habe  sie zu den kosovarischen Behörden keinen Kontakt mehr aufgenommen;  weitere  Registrierungen  würden  diese  Behörden  nur  unter  bestimmten  Voraussetzungen und nur bei dort bestehendem zivilrechtlichen Wohnsitz  vornehmen.  Zudem  wolle  sie  die  Staatsbürgerschaft  des  Kosovo  nicht  beantragen, weil  sie  dorthin  keinen Bezug mehr  habe und  ihre engsten  Verwandten  –  Eltern  und  Bruder  –  verstorben  seien.  Demgegenüber  lebten  ihre  Kinder  und  Enkelkinder  in  der  Schweiz  und  besässen  den  Schweizer Pass. Sie selbst  fühle sich  insbesondere beruflich noch nicht  integriert  genug,  um  das  Schweizer  Bürgerrecht  erlangen  zu  können.  Durch  den  Status  der  vorläufigen  Aufnahme  sei  ihr  Leben  bisher  sehr  eingeschränkt  gewesen.  Bei  den  hiesigen  Behörden  sei  sie  teils  als  jugoslawische,  teils  als  serbische  Bürgerin  oder  auch  als  staatenlos  registriert. F.  In  ihrer Vernehmlassung vom 21. April 2010 verweist die Vorinstanz auf  die  Erwägungen  der  angefochtenen  Verfügung  und  beantragt  die  Abweisung der Beschwerde. G.  Die  Beschwerdeführerin  hat  sich  in  diesem  Verfahren,  soweit  es  ihr  Gesuch  um  Anerkennung  der  Staatenlosigkeit  betrifft,  nicht  mehr  geäussert. 

C­1443/2010 H.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  genannten  Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33  aufgeführten  Behörden  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  Verfügungen  des  BFM,  welche  die  Anerkennung  der  Staatenlosigkeit  betreffen  (vgl.  Art.  14  Abs.  3  der  Organisationsverordnung  für  das  Eidgenössische  Justiz­ und Polizeidepartement  vom 17. November 1999  [OV­EJPD, SR  172.213.1]). 1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 1.3. Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren Aufhebung. Auf die  frist­  und  formgerechte Beschwerde  ist  daher  einzutreten (Art. 48 ff. VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  –   hierzu  gehört  auch  das  Staatsvertragsrecht –  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die Unangemessenheit  gerügt werden  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 

C­1443/2010 grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE  2011/1  E.  2;  BVGE  2007/41  E.  2  und  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­2682/2007 vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und  1.3).

C­1443/2010 3.  3.1.  Das  von  der  Schweiz  am  3.  Juli  1972  ratifizierte  Staatenlosen­ Übereinkommen  regelt  die  Situation  von  Staatenlosen,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  besitzen  (vgl.  Präambel  des  Übereinkommens).  In  vielen  Bereichen  bezweckt  es  eine  Gleichbehandlung der Staatenlosen mit den Flüchtlingen,  so namentlich  in  Bezug  auf  die  personenrechtliche  Stellung,  die  Abgabe  eines  Reiseausweises,  die  Sozialversicherungen  und  die  Unterstützung  (Botschaft  vom  11.  August  1971  über  die  Genehmigung  des  Übereinkommens  über  die  Rechtstellung  der  Staatenlosen,  BBl  1971  II  424).  Zum  Teil  übernimmt  das  Übereinkommen  wörtlich  die  Bestimmungen  des  Abkommens  über  die  Rechtstellung  der  Flüchtlinge  vom 28. Juli 1951 (SR 0.142.30). 3.2.  Art.  1  Abs.  1  des  Staatenlosen­Übereinkommens  definiert  als  staatenlos  eine  Person,  die  kein  Staat  aufgrund  seines  Rechts  als  Staatsangehörigen ansieht. Das Übereinkommen bezieht  sich  somit  nur  auf die de jure Staatenlosen, nicht auf die de facto Staatenlosen, die zwar  formell noch eine Staatsangehörigkeit besitzen, deren Heimatstaat ihnen  aber  keinen  Schutz  mehr  gewährt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7134/2010  vom  9.  Juni  2011  E.  3.1  mit  Hinweisen).  Die  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  hält  hierzu  präzisierend fest, dass jemand nur dann als staatenlos betrachtet werden  kann, wenn er ohne eigenes Zutun die Staatsangehörigkeit  verloren hat  und  diese  nicht  (wieder­)  erlangen  kann  (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  2C_763/2008  vom  26.  März  2009  E. 3.2  mit  Hinweisen).  Wer  seine  Staatsangehörigkeit  freiwillig  aufgegeben  hat  oder  ohne  triftigen  Grund  auf  ihren  möglichen  Erwerb  oder  Wiedererwerb  verzichtet,  kann  demzufolge aus dem Abkommen keine Rechte für sich herleiten. 4.  A._______  lebte bis  Juli  1988  im Kosovo. Zu diesem Zeitpunkt war der  Kosovo eine autonome Provinz innerhalb der Teilrepublik Serbien, die mit  fünf  weiteren  Teilrepubliken  zur  Sozialistischen  Föderativen  Republik  Jugoslawien (1963 – 1992)  gehörte. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und  dem  Kosovokrieg  von  1999  wurde  die  Provinz  Kosovo  durch  die  UN­ Resolution  1244  unter  die  Verwaltungshoheit  der  Vereinten  Nationen  gestellt.   Am 17. Februar 2008 erklärte sich der Kosovo für unabhängig. 

C­1443/2010 Seine  Unabhängigkeit  wurde  mittlerweile  von  mehr  als  80  Staaten,  darunter  auch  von  der  Schweiz,  anerkannt.  Die  Beschwerdeführerin  befindet  sich  somit  in  der Situation,  dass  sie  nie  die Staatsbürgerschaft  des erst nach ihrer Ausreise entstandenen Staates Kosovo besessen hat.  4.1.  Aufgrund  dieses  Umstands  vertritt  die  Beschwerdeführerin  die  Auffassung,  sie  sei  derzeit  staatenlos  im  Sinne  des  Staatenlosen­ Übereinkommens  und  es  stünde  ihr  frei,  zu  gegebener  Zeit  die  ihr  passende  Staatsangehörigkeit  auszuwählen  bzw.  zu  beantragen.  Diese  Rechtsansicht  ist  jedoch  unzutreffend,  denn  für  die  Anerkennung  der  Staatenlosigkeit  ist  nicht  das  Fehlen  einer  Staatsangehörigkeit  ausschlaggebend.  Vielmehr  hat  der  Status  der  Staatenlosigkeit  –  nach  Sinn und Zweck des Übereinkommens – Auffang­ und Schutzcharakter,  der  in erster Linie denjenigen zugutekommen soll, die ohne  ihr Zutun  in  eine  Notlage  geraten  sind.  Da  die  Völkergemeinschaft  seit  langem  versucht,  die  Zahl  der  Staatenlosen  zu  reduzieren,  soll  erst  recht  vermieden werden, die Personen besserzustellen, welche die Möglichkeit  haben,  die  Staatsangehörigkeit  ihres  Herkunftslandes  zu  erlangen  bzw.  wiederzuerlangen.  Auf  persönliche  Präferenzen  der  Betroffenen  kommt  es somit nicht an (vgl. zitiertes Urteil des Bundesgerichts 2C_763/2008 E.  3.2  mit  Hinweisen  sowie  zitiertes  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7134/2010 E. 3.2). 4.2. A._______ hat sich in  ihrer Beschwerde zudem auf den Standpunkt  gestellt,  sie  könne,  auch  wenn  sie  wollte,  die  Staatsangehörigkeit  des  Kosovo gar nicht erlangen, unter anderem weil sie dort keinen Wohnsitz  habe.  Sie  hat  dabei  zum  einen  Bezug  genommen  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­5461/2008  vom  18.  März  2009,  zum  anderen  auf  eine  Veröffentlichung  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  vom  12.  August  2008  (RAINER  MATTERN,  Kosovo,  Update:  Aktuelle  Entwicklungen).  Aus  dem  zitierten  Urteil  kann  die  Beschwerdeführerin  aber  schon  deshalb  nichts  zu  ihren  Gunsten  ableiten,  weil  das  Bundesverwaltungsgericht  damit  keinen  Sachentscheid  getroffen  hat,  sondern  die  Angelegenheit  –  wobei  es  um  das  Gesuch  eines  palästinensischen  Flüchtlings  ging  –  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  hat.  Rainer  Mattern  hat  sich  im  erwähnten  Bericht  zwar  zur  neuen  Verfassung  des  Kosovo  und  deren  Bestimmungen  über  die  Staatsangehörigkeit  geäussert:  Diesen  Bestimmungen  zufolge  hätten  zum einen alle Bewohner der Republik Kosovo mit dem Datum 15. Juni  2008  ein  Recht  auf  die  kosovarische  Staatsbürgerschaft,  zum  anderen  auch die Personen, deren gewöhnlicher Wohnsitz sich am 1. Januar 2008 

C­1443/2010 in  Kosovo  befunden  habe,  sowie  deren  direkte  Nachkommen.  Ausdrücklich hat der Autor darauf hingewiesen, dass die Frage nach der  Staatsangehörigkeit  von  Personen,  die  vor  dem  1.  Januar  1998  bzw.  zwischen den beiden genannten Zeitpunkten einmal  in Kosovo gewohnt  hätten, offen geblieben sei. Seinen   Ausführungen zufolge gab es somit  für  den  Personenkreis,  zu  dem  auch  die  Beschwerdeführerin  gehört,  weder eine Regelung noch eine Praxis im Hinblick auf die Erlangung der  kosovarischen Staatsangehörigkeit.  4.2.1. Mittlerweile  sind  die  seinerzeit  offenen  Fragen  –  zumindest  was  vergleichbare  Situationen  wie  die  der  Beschwerdeführerin  angeht –  beantwortet.  Die  Vorinstanz  hat  von  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Priština  abklären  lassen,  ob  die  Beschwerdeführerin  die  Staatsangehörigkeit des Kosovo erwerben kann. Dies hat die Vertretung  bejaht und insbesondere betont, dass auch die in der Diaspora lebenden  Betroffenen  der  zweiten  Generation  problemlos  die  kosovarische  Staatsangehörigkeit erlangen könnten, vorausgesetzt, deren Eltern seien  in  der  ursprünglichen  Heimatgemeinde  registriert.  Das  im  Bürgerrechtsgesetz Kosovos verankerte Erfordernis enger  familiärer und  wirtschaftlicher Beziehungen (close family and economic links in Republic  of Kosovo) spiele de facto keine Rolle. Im speziellen Fall von A._______  sei  festgestellt  worden,  dass  an  dem  von  ihr  bezeichneten  Geburtsort  Prilep/Deçan  familiäre Wurzeln  bestünden.  Dieser  Umstand  ermögliche  ihr,  dort  einen  Identitätsausweis  und  einen  Pass  zu  beantragen  (vgl.  Schreiben der Schweizerischen Botschaft  im Kosovo vom 16. Dezember  2009). 4.2.2.  Vor  diesem  Hintergrund  kann  die  Beschwerdeführerin  nicht  ernsthaft   behaupten,  es  gäbe  für  sie  keine  Möglichkeit,  die  Staatsangehörigkeit des Kosovo zu erwerben. Der entsprechende Tenor  ihres Beschwerdevorbringens  zeigt  denn auch, dass  sie Anstrengungen  in  diese  Richtung  vermeiden  möchte,  statt  dessen  aber  –  über  den  Umweg einer zwischenzeitlichen Anerkennung der Staatenlosigkeit – zu  einem späteren Zeitpunkt das Schweizer Bürgerrecht erwerben möchte.  Dieser Weg ist, wie dargelegt, nicht gangbar.  5.  Demzufolge  ist  die  angefochtene  Verfügung  als  rechtmässig  zu  bestätigen (Art. 49 VwVG) und die  Beschwerde abzuweisen.

C­1443/2010 6.  Entsprechend dem Verfahrensausgang sind der Beschwerdeführerin die  Kosten  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs.  1 VwVG  i.V.m. Art.  1  und Art.  3  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). 

C­1443/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  800.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Barbara Giemsa­Haake Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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