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Bundesverwaltungsgericht 03.02.2012 B-8117/2010

3. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,174 Wörter·~16 min·3

Zusammenfassung

Absolute Ausschlussgründe | Verfügung vom 20. Oktober 2010 im Markenprüfungsverfahren Nr. IR 955 567 GREEN PACKAGE

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­8117/2010 Urteil   v om   3 .   Februar   2012 Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Marc Steiner, Richterin Maria Amgwerd,    Gerichtsschreiber Said Huber. Parteien BlackRock Capital Management, Inc.,  100 Bellevue Parkway, US­19809 Wilmington DE,   vertreten durch Rechtsanwälte Stefan Hubacher und  Bernard Volken, Fuhrer Marbach & Partner,  Konsumstrasse 16 A, 3007 Bern, Beschwerdeführerin,  gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Verfügung vom 20. Oktober 2010 betreffend die  Internationale Registrierung Nr. 955 567 GREEN PACKAGE.

B­8117/2010 Sachverhalt: A.  Am 27. März 2008 notifizierte die Organisation Mondiale de  la Propriété  Intellectuelle  (OMPI)  die  Eintragung  der  IR­Marke  der  Beschwerdeführerin Nr.  955 567 GREEN PACKAGE mit Ursprungsland  Vereinigte  Staaten  von  Amerika  (USA).  Sie  beansprucht  Schutz  für  folgende Dienstleistungen der Klasse 36: "Services d'informations financières, à savoir mise à disposition d'informations  dans le domaine de la gestion des risques, gestion et analyse financière ainsi  que gestion et analyse de placements; commerce de titres pour le compte de  tiers;  conseils  en  matière  d'assurances;  services  de  conseil  en  matière  de  placements." B.  Ausgehend von dieser internationalen Registrierung und der beantragten  Schutzausdehnung auf  die Schweiz  erliess  die Vorinstanz  am 18. März  2009  eine  vollständige  provisorische  Schutzverweigerung  ("Notification  de  refus  provisoire  total")  mit  der  Begründung,  das  Zeichen  bedeute  "paquet  écologique"  und  sei  ein  Hinweis  auf  Art  und  Objekt  der  beanspruchten Dienstleistungen. Die Ausgabe von Finanzpaketen auf der  Grundlage von ökologischen Projekten sei branchenüblich. Daher sei das  Zeichen  nicht  unterscheidungskräftig  und  für  den  Wirtschaftsverkehr  freizuhalten. C.  Mit  Schreiben  vom  18.  Dezember  2009  widersprach  die  Beschwerdeführerin  der  Vorinstanz.  Sie  führte  aus,  "green"  habe  im  englischen  Sprachgebrauch  sehr  viele  unterschiedliche  Bedeutungen.  Das  Verständnis  von  "green"  als  "ökologisch"  sei  nicht  naheliegend,  sondern  bedürfe  grundsätzlich  eines  Gedankenaufwands.  Diese  Bedeutung  ergebe  sich  lediglich  als  Assoziation  im  breiten  Bedeutungsangebot  des  Wortes  "green".  "Package"  sei  ebenfalls  mehrdeutig  und  könne  als  Paket,  Bündelung,  Einheit,  Frachtstück,  Gehäuse  oder  Pauschalarrangement  verstanden  werden.  Es  benötige  darum auch eines Gedankenaufwandes, um von GREEN PACKAGE auf  "ökologisches Paket"  zu  kommen.  "Package" werde  im Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  denn  auch  im  Sinne  von  "Gesamtlösungen"  und  nicht  im  Sinne  eines  "Pakets"  verstanden.  Zum  Verständnis als "ökologisches Paket" sei ein assoziativer Gedankengang  nötig,  der  nur  Sinn  mache,  wenn  der  Verbraucher  beispielsweise  eine 

B­8117/2010 ökologische  Verpackung  in  den  Händen  habe.  Finanzdienstleistungen  und  Versicherungsberatungen  hätten  keinen  ideellen  Charakter  und  könnten für sich selbst gesehen weder farbig noch ökologisch sein. Es sei  schleierhaft,  wie  Dienstleistungen  auf  dem  Gebiet  des  Finanz­  oder  Versicherungswesens  in  ökologischer  Weise  erbracht  werden  sollten.  Daher  würden  weder  die  beanspruchten  Dienstleistungen  noch  deren  Eigenschaften  durch  das  vorliegende  Zeichen  beschrieben.  Die  Vorinstanz  habe  zudem  bereits  vergleichbare  Marken  eingetragen,  nämlich die internationale Registrierung Nr. 897117 GREEN LIFE im Jahr  2006 und die Schweizerische Marke Nr. 581886 GREEN PACT  im Jahr  2008 für dieselben Dienstleistungen im Finanz­ und Versicherungswesen.  Die Verweigerung der Eintragung des vorliegenden Zeichens stelle daher  auch  einen  Verstoss  gegen  das  Gleichbehandlungsgebot  dar.  Als  zusätzliches  Indiz  für  die  Schutzfähigkeit  zu  berücksichtigen  sei  die  Eintragung des Zeichens in quasi sämtlichen Industrienationen. D.  Die  Vorinstanz  hielt  mit  Schreiben  vom  22.  März  2010  an  ihrer  Einschätzung  der  Rechtslage  fest.  Insbesondere  betonte  sie,  die  massgebenden  Abnehmer,  die  aus  Durchschnittskonsumenten  und  aus  Experten  im  Finanzwesen  bestünden,  verstünden  das  Zeichen  ohne  Gedankenaufwand  als  Hinweis,  dass  die  beanspruchten  Finanz­  und  Versicherungsdienstleistungen  ein  "ökologisches  (Finanz­)Paket"  bildeten.  Im  Finanzwesen  zeichne  sich  ein  Trend  hin  zu  ökologisch  basierten Dienstleistungen ab, weshalb beispielsweise die Begriffe "green  finance"  und  "green  insurance"  gebraucht  würden.  Auch  sei  der  Begriff  "financing  package"  ein  Sachbegriff  des  Finanzwesens  und  werde  mit  "Finanzierungspaket"  übersetzt.  Die  Bezeichnung  "Green  Package"  sei  ebenfalls  gebräuchlich  und  werde  als  "ökologisches  (Finanz­)Paket"  verstanden,  welches  auf  ökologischen  Projekten  basiere,  oder  solche  "ökologische (Finanz­)Pakete" zum Objekt haben.  In Verbindung mit der  Dienstleistung "commerce de titres pour le compte de tiers" der Klasse 36  verstehe  der  massgebende  Abnehmerkreis  den  Hinweis,  dass  die  gehandelten  Wertpapiere  auf  Investitionen  in  ökologische  Projekte  basierten.  Er  erblicke  im  Zeichen  GREEN  PACKAGE  daher  einen  rein  beschreibenden  Hinweis  auf  das  Objekt  der  fraglichen  Finanzdienstleistung. Alle beanspruchten Dienstleistungen könnten in der  Form  eines  "ökologischen  Dienstleistungspakets"  angeboten  werden.  Insofern beschreibe GREEN PACKAGE die Art der Dienstleistungen und  stelle  eine  Sachbezeichnung  dar.  Mögliche  weitere  Bedeutungen  seien  unerheblich,  da  es  reiche,  wenn  ein  Sinngehalt  beschreibend  sei.  Die 

B­8117/2010 Hintergründe  oder  Motive  der  Hinterlegung  seien  ebenso  unbeachtlich.  Die  geltend  gemachten  Voreintragungen  begründeten  ebenfalls  keinen  Anspruch auf Eintragung, denn jene seien mit dem vorliegenden Zeichen  aufgrund  eines  anderen  Sinngehalts  nicht  vergleichbar.  Der  Grundsatz  der  Gleichbehandlung  sei  restriktiv  anzuwenden  und  einzelne  Fehleintragungen  für  eine  Gleichbehandlung  ohnehin  unbeachtlich.  Bei  einem  klaren  Fall  wie  dem  vorliegenden  könne  die  Beschwerdeführerin  auch  aus  den  ausländischen  Voreintragungen  nichts  zu  ihren  Gunsten  ableiten. E.  Mit  Schreiben  vom  22.  Juli  2010  hielt  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  erneut  fest,  dem  Wort  "green"  komme  verschiedene  Sinngehalte  zu,  wobei  sich  keiner  davon  aufdränge.  In  der  Wortkombination  GREEN  PACKAGE  einen  Zusammenhang  zwischen  finanziellen  Dienstleistungen  und  ökologischen  Produkten  zu  erblicken,  bedinge die Bildung verschiedener  intellektueller Brücken und sei daher  für  den  Durchschnittskonsumenten  nicht  sofort  erkennbar.  Sie  verwies  ferner  auf  Rechtsprechung  und  Markeneintragungen  betreffend  ihrer  Ansicht nach vergleichbare Zeichen. F.  Am  20.  Oktober  2010  verfügte  die  Vorinstanz  die  Zurückweisung  der  internationalen  Registrierung  Nr.  955  567  GREEN  PACKAGE  für  sämtliche  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  36.  In  der  Begründung  hielt  sie  im  Wesentlichen  an  ihrer  bisherigen  Rechtsauffassung fest.  G.  Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom  19. November 2010 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte,  die  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  das  Zeichen  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  zu  Lasten der Vorinstanz in der Schweiz vollständig zum Schutz zuzulassen.  Sie  führte  aus,  da  keine  der  möglichen  Bedeutungen  von  "green"  in  Kombination  mit  "package"  dominiere,  werde  der  Aussagegehalt  des  Zeichens unbestimmt. Selbst wenn die massgebenden Abnehmer  in der  Bezeichnung  "grünes  Paket"  einen  indirekten  Hinweis  auf  ein  ökologisches Dienstleistungspaket erblickten, sei dem Zeichen kein direkt  beschreibender  Inhalt  zu  entnehmen.  Zudem  wies  die  Beschwerdeführerin  auf  die  nach  ihrer  Auffassung  vergleichbaren 

B­8117/2010 Voreintragungen CH Nr.  540  494  – Green, CH Nr.  P­409  682  – Green  Way,  CH Nr.  492  123  green.ch  (fig.),  CH Nr.  573  312  – Global  Green  sowie  CH  Nr.  525  861  –  green.ch  all  internet  (fig.),  CH  Nr.  579  253 –  green.ch The Internet Company (fig.) und CH Nr. 535 692 – green.eu hin  und  machte  ergänzende  Ausführungen  zur  Sprachüblichkeit  der  Markenbestandteile. H.  Mit  Vernehmlassung  vom  14.  Januar  2011  beantragte  die  Vorinstanz  unter  Hinweis  auf  die  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Beschwerde unter Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen.  I.  Auf  die  Durchführung  einer  mündlichen  und  öffentlichen  Verhandlung  wurde  stillschweigend  verzichtet  (Art.  40  Abs.  1  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). J.  Auf  die  dargelegten  und  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  zahlreichen  eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit  sie  rechtserheblich  sind, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Der Entscheid der Vorinstanz vom 20. Oktober 2010 stellt eine Verfügung  nach  Art.  5  Abs.  1  Bst.  c  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021)  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen der Vorinstanz in Markensachen zuständig (Art.  31, 32 und 33 Bst. e VGG). Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  durch  diese  beschwert  und  hat  ein  als  schutzwürdig  anzuerkennendes  Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie  ist  daher zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).  Eingabefrist  und  ­form  sind  gewahrt  (Art.  50 Abs.  1  und Art.  52 Abs.  1  VwVG),  die  Vertreterin  hat  sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Art.  11  VwVG),  der Kostenvorschuss wurde  fristgerecht  bezahlt  (Art.  63 Abs.  4 

B­8117/2010 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff.  VwVG).  Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  2.1. Die  USA  und  die  Schweiz  sind  beide  Mitgliedsstaaten  sowohl  der  Pariser  Verbandsübereinkunft  vom  20.  März  1883  zum  Schutz  des  gewerblichen Eigentums  (PVÜ,  SR  0.232.04,  revidiert  in  Stockholm  am  14. Juli 1967) als auch des Protokolls vom 27. Juni 1989 zum Madrider  Abkommen über die  internationale Registrierung von Marken (MMP, SR  0.232.112.4).  Nach  Art.  5  Abs.  1  MMP  darf  ein  Verbandsland  einer  international  registrierten Marke den Schutz  nur  verweigern, wenn nach  den in der PVÜ genannten Bedingungen ihre Eintragung in das nationale  Register  verweigert  werden  kann.  Das  trifft  gemäss  Art.  6quinquies  Bst.  B  Ziff.  2  PVÜ  namentlich  dann  zu,  wenn  die  Marke  jeder  Unterscheidungskraft  entbehrt  oder  ausschliesslich  aus  Zeichen  oder  Angaben zusammengesetzt  ist, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art,  der  Beschaffenheit,  der  Menge,  der  Bestimmung,  des  Wertes,  des  Ursprungsortes  der  Erzeugnisse  oder  der  Zeit  der  Erzeugung  dienen  können  oder  im  allgemeinen  Sprachgebrauch  oder  in  redlichen  und  ständigen  Verkehrsgepflogenheiten  der  Schweiz  üblich  sind.  Dieser  Ausschlussgrund  ist auch  im Markenschutzgesetz vom 28. August 1992  (MSchG, SR 232.11)  vorgesehen,  das  in Art.  2 Bst.  a MSchG Zeichen,  die  Gemeingut  sind,  unter  Vorbehalt  der  Verkehrsdurchsetzung  vom  Markenschutz ausschliesst. Lehre und Praxis zu diesen Normen können  damit  herangezogen  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A_492/2007  vom  14.  Februar  2008  E.  2  –  Gipfeltreffen  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1611/2007  vom  7. Oktober  2008  E.  3.2 –  Laura Biagiotti Aqua di Roma). 2.2. Voraussetzung  der  Berücksichtigung  dieses  Ausschlussgrundes  ist  die rechtzeitige Beanstandung der Marke durch das nationale Markenamt  gegenüber  der  OMPI.  Die  am  27.  März  2008  beginnende  Frist  von  18  Monaten für die Erklärung der Schutzverweigerung gemäss Art. 5 Abs. 2  und  3  MMP  wurde  vorliegend  mit  Beanstandung  vom  18. März  2009  durch die Vorinstanz gewahrt.

B­8117/2010 3.  Als Gemeingut  gelten  einerseits  Zeichen,  die  aus  anderen Gründen  für  den  Wirtschaftsverkehr  freizuhalten  sind,  und  andererseits  Zeichen,  denen  die  für  die  Individualisierung  der  Ware  oder  Dienstleistung  des  Markeninhabers  erforderliche  Unterscheidungskraft  fehlt  (EUGEN  MARBACH,  in:  Roland  von  Büren/Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und Wettbewerbsrecht,  Bd.  III/1, Markenrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2009, N.  247  [in  der Folge MARBACH  SIWR]; CHRISTOPH WILLI,  in  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen  Markenrechts, Zürich 2002, Art. 2 N. 34).  3.1.  Nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  Zeichen  ohne  Unterscheidungskraft  insbesondere  Herkunftsbezeichnungen,  Sachbezeichnungen und Hinweise auf Eigenschaften wie beispielsweise  die  Beschaffenheit,  Bestimmung  oder  Wirkung  der  Waren  oder  Dienstleistungen, sofern solche Hinweise vom angesprochenen Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit  und  ohne  Fantasieaufwand  verstanden  werden und sich nicht  in blossen Anspielungen erschöpfen (BGE 135 III  359 E. 2.5.5 – akustische Marke, mit Verweis auf BGE 131 III 495 E. 5 –  Felsenkeller, BGE 129 III 514 E. 4.1 – Lego und BGE 128 III 454 E. 2.1 –  Yukon).  Als  Gemeingut  schutzunfähig  sind  auch  Zeichen,  die  sich  in  allgemeinen  Qualitätshinweisen  oder  reklamehaften  Anpreisungen  erschöpfen (Urteil des Bundesgerichts 4A.161/2007 vom 18. Juli 2007 E.  4.3 – we make ideas work, BGE 129 III 225 E. 5.1 – Masterpiece). 3.2.  Die  Frage,  ob  einer  Marke  die  erforderliche  Unterscheidungskraft  fehlt,  ist  aus  Sicht  der  angesprochenen  Abnehmerkreise  zu  beurteilen  (WILLI,  a.a.O.,  Art.  2  N.  41;  EUGEN  MARBACH,  Die  Verkehrskreise  im  Markenrecht,  in:  sic!  1/2007,  S.  3  ff.  [in  der  Folge  MARBACH  Verkehrskreise]).  Bei  der  Beurteilung  der  Freihaltebedürftigkeit  eines  Zeichens bestehen die massgeblichen Verkehrskreise dagegen aus den  Mitgliedern der betreffenden Branche, allen voran aus den Konkurrenten  des  Hinterlegers  (WILLI,  a.a.O.,  Art.  2  N.  44;  MARBACH  Verkehrskreise,  a.a.O.,  S.  6).  Zur  Annahme  von  Gemeingut  genügt  es,  dass  bloss  ein  bestimmter  Kreis  der  Adressaten,  z.B.  die  Fachleute,  das  Zeichen  als  beschreibend erachtet (RKGE vom 28. Juni 1999,  in: sic! 5/1999 S. 557  E.  4  –  Pedi­Med,  mit  Verweis  auf  LUCAS  DAVID,  Kommentar  zum  Markenschutzgesetz,  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz/Muster­ und Modellgesetz, Basel 1999 [in der Folge  DAVID,  Kommentar  MSchG],  Art.  2  N.  9;  vgl.  auch  Urteil  des 

B­8117/2010 Bundesverwaltungsgerichts B­3394/2007 vom 29. September 2008 E. 4 –  Salesforce.com und RKGE vom 7. Mai 2003, in: sic! 10/2003 S. 806 E. 4  – SMArt, je mit Verweis auf DAVID, a.a.O., Art. 2 N. 18).  Zur Bestimmung der massgeblichen Verkehrskreise gehört die Abwägung  der  üblichen  Aufmerksamkeit,  mit  welcher  sie  das  zu  beurteilende  Zeichen  wahrnehmen  und  interpretieren.  Konsumgüter  des  täglichen  Bedarfs  und  alltägliche Dienstleistungen werden mit  eher  geringer  oder  durchschnittlicher Aufmerksamkeit eingekauft. Dagegen ist bei teuren und  seltener erworbenen Waren oder Dienstleistungen sowie bei Fachleuten  von einer höheren Aufmerksamkeit auszugehen  (ASCHMANN, a.a.O., Art.  2  lit.  a  N.  26  mit  Verweis  auf  BGE  134  III  547,  552  –  Freischwinger  Panton II, BGE 122 III 382, 388 – Kamillosan sowie BGE 84 II 441, 445 –  Xylokain).  3.3. Gemäss  konstanter Praxis  kann  die Mehrdeutigkeit  eines Zeichens  zur  Schutzfähigkeit  führen,  wenn  nicht  auszumachen  ist,  welche  von  mehreren Bedeutungen dominiert und dies zu einer Unbestimmtheit des  Aussagegehalts  des  Zeichens  führt  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts B­958/2007 vom 9.  Juni 2008 E. 4.5 – Post  und B­2125/2008 vom 15. Mai 2009 E. 2.3 – Total Trader; RKGE vom 14.  Juni  2006,  in:  sic!  4/2007 S.  269 E.  4  – Royal). Anders  ist  dagegen  zu  entscheiden, wenn ein beschreibender Sinngehalt im Zusammenhang mit  den  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  vorherrschend  ist;  in  einem solchen Fall kann die Möglichkeit weiterer, weniger nahe liegender  Deutungen  den  Gemeingutcharakter  nicht  aufheben  (Urteile  des  Bundesgerichts 4A_370/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 4.3 – Post und  4A_492/2007 vom 14. Februar 2008 E. 3.4 – Gipfeltreffen). Schliesslich  erfüllt ein Zeichen den Ausschlussgrund des Gemeinguts, wenn mehrere  mögliche  Sinnvarianten  des  Zeichens  letztlich  auf  dieselbe  beschreibende  Bedeutung  hinauslaufen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts B­516/2008 vom 23. Januar 2009 E. 5.2.1 –  After hours und B­958/2007 vom 9. Juni 2008 E. 4.5 – Post). An  die  Stelle  einer  bei  abstrakter  Betrachtung  vorhandenen  Mehrdeutigkeit  eines  Zeichens  kann  ein  eindeutiger  Sinn  mit  beschreibendem Charakter  treten,  sobald  das  Zeichen  in Beziehung  zu  einer  bestimmten  Ware  oder  Dienstleistung  gesetzt  wird  (Urteil  des  Bundesgerichts 4A.5/2004 vom 25. November 2004,  in: sic! 4/2005, 279  E. 3.3 – Firemaster). Im Falle mehrdeutiger Zeichen ist dementsprechend  zu prüfen, welche Bedeutung im Zusammenhang mit den beanspruchten 

B­8117/2010 Waren  und  Dienstleistungen  dominiert  und  deshalb  für  die  markenrechtliche  Beurteilung  ausschlaggebend  ist  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­7394/2006 vom 18. Oktober 2007 E. 2.2 –  Gipfeltreffen; RKGE vom 27. Januar 2004,  in: sic! 9/2004 S. 671 E. 7 –  Europac).  3.4.  Die  Rechtsprechung  berücksichtigt,  dass  der  Konsument  in  einer  Bezeichnung  stets  einen  ihm  bekannten  Bedeutungsgehalt  sucht.  Falls  ein  Zeichen  als  Einheit  für  den  Abnehmer  keinen  eigenen  Bedeutungsgehalt aufweist, wird er in einem nächsten Schritt versuchen,  sich aus den Teilen des Zeichens einen Sinn  zu erschliessen,  bevor er  von  einem  reinen  Fantasienamen  ausgeht  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­1710/2008 vom 6. November 2008 E. 3.3 –  SWISTEC).  Bei  Wortverbindungen  oder  aus  mehreren  Einzelwörtern  zusammengesetzten Zeichen ist deshalb zunächst der Sinn der einzelnen  Bestandteile  zu  ermitteln  und  dann  zu  prüfen,  ob  sich  aus  ihrer  Verbindung  im  Gesamteindruck  ein  die  Ware  oder  die  Dienstleistung  beschreibender,  unmittelbar  verständlicher  Sinn  ergibt  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts B­516/2008 vom 23. Januar 2009 E. 3 – After  hours und B­5518/2007 vom 18. April 2008 E. 4.2 – Peach Mallow). Bei  der  Gesamtwürdigung  der  einzelnen  Bestandteile  der  Marke  sind  als  massgebende  Kriterien  insbesondere  die  lexikalische  Nähe  der  Marke,  die zeitliche und örtliche Aktualität des Sinngehalts und die Produktnähe  aus der Sicht des Marktes zu berücksichtigen (ASCHMANN, a.a.O., Art. 2  lit.  a  N.  100  ff.).  Eine  zergliedernde,  analytische  Betrachtungsweise  ist  aber  dabei  zu  vermeiden,  z.B. wenn  die  Aufgliederung  für  den Verkehr  nicht naheliegend ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Sinngehalt  der  Bestandteile  nicht  offensichtlich  ist  (RKGE  vom  17.  Juli  1999,  in:  5/1999 S. 559 – Dystar). 3.5.  Setzt  sich  eine  Marke  aus  Wörtern  einer  anderen  als  einer  schweizerischen  Landessprache  zusammen,  so  ist  zur  Beurteilung,  inwieweit  die  Marke  als  beschreibend  zu  qualifizieren  ist,  auf  das  Verständnis  der  angesprochenen  Verkehrskreise  abzustellen.  Die  englische  Sprache  ist  dem  schweizerischen  Durchschnittskonsumenten  zumindest  in den Grundzügen vertraut. Er  ist beispielsweise problemlos  in  der  Lage,  gängige  Farbbezeichnungen  zu  übersetzen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­8055/2008 vom 8. September 2010 E. 5 –  Red  Bull).  Es  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  er  auch  komplexere Aussagen versteht (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­ 4848/2009  vom  14.  April  2010  E.  2.4  –  Trendline/Comfortline;  WILLI, 

B­8117/2010 a.a.O.,  Art.  2  N.  17).  Englische  Begriffe  müssen  mit  anderen  Worten  berücksichtigt  werden,  sofern  sie  einem  wesentlichen  Teil  der  Bevölkerung  unseres  Landes  bekannt  sind  (BGE  129  III  225  E.  5.1 –  Masterpiece; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B­516/2008 vom 23.  Januar 2009 E. 3 – After hours und B­8371/2007 vom 19 Juni 2008 E. 5 –  Leader).  Insbesondere  im  Dienstleistungsmarketing  sind  englische  Ausdrücke  heute  derart  allgegenwärtig,  dass  allein  die  englische  Sprachwahl  keine  Unterscheidungskraft  begründet  (MARBACH  SIWR,  a.a.O., N. 287).  3.6.  Farbbezeichnungen  fehlt  insbesondere  dann  die  erforderliche  Unterscheidungskraft,  wenn  sie  mit  einem  beschreibenden  Sinngehalt  verstanden  werden,  am  betreffenden  Markt  oft  vorkommen  oder  anpreisend  wirken  (Urteil  des  Bundesgerichts  4C.258/2004  vom  6.  Oktober 2004 E. 3.4 – Yello, BGE 103 Ib 268 E. 2.a – Red&White; DAVID  ASCHMANN,  in: Michael G. Noth/Gregor Bühler/Florent Thouvenin [Hrsg.],  Markenschutzgesetz,  Bern  2009,  Art.  2  N.  173).  Der  beschreibende  Charakter  von  Farbbezeichnungen  ist  nach  den  allgemeinen  Grundsätzen zu beurteilen.  3.7.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  im  Bereich  der  Zeichen  des  Gemeingutes  Grenzfälle  einzutragen  und  die  endgültige  Entscheidung ist dem Zivilrichter zu überlassen (BGE 130 III 328 E. 3.2 –  Swatch­Uhrband, BGE 129 III 225 E. 5.3 – Masterpiece). 4.  Als Abnehmer von  Services d'informations financières (Dienstleistungen bezüglich finanztechnische  Informationen), nämlich:  – mise à disposition d'informations dans le domaine de la gestion des risques  (Bereitstellung von Informationen im Bereich des Risikomanagements);  – gestion  et  analyse  financière  ainsi  que  gestion  et  analyse  de  placements  (Finanzverwaltung  und  –analyse  sowie  Verwaltung  und  Analyse  von  Kapitalunterbringung);  – commerce de titres pour le compte de tiers (Wertpapierhandel im Auftrag von  Dritten);  – conseils en matière d'assurances (Beratung betreffend Versicherungen);  – services  de  conseil  en  matière  de  placements  (Beratungsdienstleistungen  betreffend Kapitalunterbringung)

B­8117/2010 kommen  einerseits  Finanzintermediäre  und  ­institute  in  Frage,  welche  den  Handel  zwischen  Kapitalgebern  und  ­nehmern  ermöglichen  oder  erleichtern.  Es  sind  auch  Unternehmen  im  Allgemeinen  angesprochen,  welche  die  vorliegend  beanspruchten  Dienstleistungen  nachfragen.  Die  Dienstleistungen richten sich aber auch direkt an ein breites Publikum, so  insbesondere die Beratungsdienstleistungen sowie der Wertpapierhandel  im Auftrag von Dritten. Somit ist mit der Vorinstanz einherzugehen, dass  sich  die  beanspruchten  Dienstleistungen  zusammengefasst  sowohl  an  den Durchschnittskonsumenten als auch an Experten des Finanzwesens  richten. Die vorliegend beanspruchten Dienstleistungen der Klasse 36 werden  in  der  Regel mit  grosser  Sorgfalt  und  nicht  alltäglich  ausgewählt.  Für  den  Erwerb  solcher  Dienstleistungen  kann  entsprechend  eine  hohe  Aufmerksamkeit  erwartet  werden.  Für  die  Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  des  Zeichens  ist  deshalb  vom  Verständnis  dieser  Verkehrskreise auszugehen. 5.  5.1. Mit dem englischen Adjektiv "green" wird in der Regel die Farbe grün  bezeichnet.  Gleichzeitig  bedeutet  es  aber  auch  umweltfreundlich,  umweltbewusst, ökologisch, unerfahren, naiv etc. Als Substantiv wird es  u.a. mit "Grünton, Blattgemüse, Grünzeug, Grüne(­r), Grünfläche, Rasen,  Zielbereich im Golfsport" übersetzt (vgl. http://de.pons.eu > green).  Die  programmatische  Bedeutung  "Ökologie"  hat  die  Farbe Grün  in  den  letzten  zwei  Jahrzehnten  des  20.  Jahrhunderts  erhalten.  Grün  steht  demnach  symbolisch  für  die  Natur,  die  es  durch  eine  ökologische  Denkweise  zu  erhalten  gilt  (CHRISTIANE  WANZECK,  Zur  Etymologie  lexikalisierter Farbwortverbindungen, Amsterdam/New York 2003, S. 95;  vgl.  auch  ROMAN  BAECHLER,  Rote  Bullen  und  lila  Kühe  –  Zur  kennzeichnungsrechtlichen  Behandlung  der  Farbe  in  Europa  und  der  Schweiz,  in:  Martin  Rehbinder/Reto  M.  Hilty  [Hrsg.],  Schriften  zum  Medien­ und Immaterialgüterrecht, Bern 2008, S. 22 f.). Auch  für viele Organisationen, die sich dem Umweltschutz verschrieben  haben, diente die Symbolfarbe "green" bzw. "grün" als Namensgeber, um  damit unmittelbar auf  ihre Anliegen hinzuweisen – so etwa Greenpeace  Schweiz oder die Grüne Partei der Schweiz.  http://de.pons.eu/

B­8117/2010 "Green"  oder  "Grün"  zur  abstrahierten  Kennzeichnung  von  Umweltverträglichkeit  oder  Umweltschutz  ist  in  den  unterschiedlichsten  Wirtschaftszweigen  weit  verbreitet.  Selbst  Produkte  wie  beispielsweise  Diesel  für Motorfahrzeuge werden  unter  "green"  angeboten,  um auf  die  Umweltverträglichkeit  des  Treibstoffes  hinzuweisen.  Auch  im  Energie­  und  Strombereich  zeigt  "green"  Strom  aus  erneuerbaren  und  damit  umweltfreundlichen Energien  an  (vgl.  RKGE  vom  16. Mai  2006,  in:  sic!  11/2006 S. 752 ff. – Green Label).  Die  Benutzung  von  "green"  als  vorangehendes  Adjektiv,  um  auf  die  ökologische  und  umweltschützerische  Anliegen  thematisierende  Grundlage  des  nachfolgenden  Wortes  hinzuweisen,  ist  im  anglo­ amerikanischen  Sprachraum  geläufig  ("green  taxes",  "green  revolution",  "green  party",  "green  technology",  "green  issues",  "green  real  estate",  "green fuel(­s)", "green energy", "green tourism" usw.).  5.2.  Die englische Vokabel "package" hat als technischer Begriff Eingang  in  die  deutsche  wie  in  die  französische  Sprache  gefunden  und  ist  in  Wörterbüchern dieser Sprachen mit einem spezifischen Sinn erwähnt, der  (im  Unterschied  zur  englischen  Bedeutung)  nur  die  wirtschaftliche  Warenmenge bezeichnet ("Pa│ckage […], das; ­s, ­s ‹engl.› (Paket)", vgl.  hierzu  DUDEN  –  DIE  DEUTSCHE  RECHTSCHREIBUNG,  25.  Aufl.,  Mannheim/Wien/Zürich 2009).  Der Eintrag auf dem Onlineportal von Duden lautet:  "Pa│ckage, als Einheit verkaufte Zusammenstellung mehrerer Produkte;  Beispiel:  DVD,  Broschüre  und  Filmplakat  kosten  im  Package  nur  20  Euro; Herkunft: englisch package = Paket". Der  Petit  Robert  (LE NOUVEAU PETIT ROBERT,  Dictionnaire  de  la  langue  française,  Nouvelle  édition  millésime  2012,  Paris  2011)  führt  unter  "package" aus:  "mot  anglais,  de  to  pack  «emballer»  1)  INFORM.  Ensemble  cohérent  de  programmes  et  de  documentations  commercialisables  2)  COMM.  Ensemble  de  prestations,  faisant  partie  d'un  programme  complet,  et  assuré pour un prix forfaitaire. […].".  LANGENSCHEIDT  E­HANDWÖRTERBUCH  Englisch­Deutsch  5.0,  Berlin  und  München zeigt beim Stichwort "package" folgende Übersetzungen an:

B­8117/2010 "1.  Pack,  Ballen;  Frachtstück;  Paket  2.  Packung  (Spaghetti  etc.);  package  insert Beipackzettel,  Packungsbeilage 3.  Verpackung 4. TECH.  betriebsfertige  Maschine  oder  Baueinheit;  5.  ÖKON.,  POL.,  FIG.  Paket  n  (auch  INFORM.), POL. auch Junktim; package deal a) Kopplungsgeschäft,  b)  Pauschalarrangement,  ­angebot;  package  holiday  Pauschalurlaub,  package tour Pauschalreise, c) POL. Junktim n, d)  (als Ganzes oder en  bloc verkauftes) (Fernseh­ etc.)Programm." Die  deutsche  Übersetzung  des  englischen  "package"  lässt  dessen  Mehrdeutigkeit  erkennen,  indem  allein  auf  dem  Online­ Übersetzungsportal  der  Leo  GmbH  22  verschiedene  Bedeutungen  von  "package"  aufgelistet  sind  (vgl.  http://dict.leo.org/  >  package),  darunter  "Angebotspaket,  Paket,  Bündelung,  Einheit,  Pauschalangebot  und  ­ arrangement". "Package"  erscheint  häufig  in  Verbindung  mit  einem  voran­  oder  hintangestellten  Wort.  Auf  dem  Online­Übersetzungsportal  Leo  GmbH  erscheinen  über  230  Kombinationen  von  "package"  mit  einem  anderen  Substantiv,  Verb  oder  Adjektiv  in  den  verschiedensten  Bedeutungen.  Auch  im  Online­Wörterbuch  PONS  finden  sich  beispielsweise  die  Kombinationen "financial package" und "financing package", welche sich  mit  "Finanzpaket,  Finanz[ierungs]paket"  übersetzen  lassen  (vgl.  http://de.pons.eu > package).  Unstreitig  gehören  "green"  und  "package"  zum  Grundwortschatz  der  englischen  Sprache  (vgl.  insb.  die  Einträge  der  Wörter  in:  PONS,  Basiswörterbuch  Schule,  Englisch­Deutsch,  Stuttgart  2006)  und  wird  entsprechend  von  den  angesprochenen  schweizerischen  Verkehrskreisen verstanden. 5.3. Wie die zahlreich eingereichten Beweismittel der Vorinstanz belegen  können, wird "green" im Wirtschaftsverkehr sowie im Finanzwesen häufig  benutzt,  um  die  ökologische  Grundlage  der  entsprechenden  Produkte  oder Dienstleistungen hervorzuheben. So wird "Green Finance" – was als  selbständiger Begriff auch Eingang in die Wörterbücher gefunden hat (E.  5.2  in  fine)  –  beispielsweise  umschrieben  als  marktorientiertes  Investitionsprogramm,  das  Umweltfaktoren  oder  ökologische  Anreize  in  der  Risikobewertung  nutzt,  um  unternehmerische  Entscheide  zu  treffen  (vgl. etwa http://us.hsmglobal.com > What is green finance?). Auch in der  Literatur  zum  Bankwesen  ist  der  Begriff  anzutreffen  (vgl.  JAN  JAAP  BOURMA, MARCEL JEUCKEN, LEON KLINKERS [Hrsg.], Sustainable Banking –  The  Greening  of  Finance,  Sheffield  2001).  Ebenso  verwenden  Finanz­  und  Versicherungsinstitute  "Green  Finance",  "Green  Financing"  und  http://dict.leo.org/ http://de.pons.eu/ http://us.hsmglobal.com

B­8117/2010 "Green  Investments"  sowie  "Green  Insurances",  um  unter  diesen  Begriffen  ihre  Dienstleistungen  und  Produkte  anzubieten,  die  auf  Umweltschutz  und dem Erhalt  der  natürlichen Ressourcen basieren. Es  ist  daher  mit  der  Vorinstanz  einherzugehen,  dass  auch  im  Finanz­,  Banken­  und  Versicherungssektor  vermehrt  auf  Nachhaltigkeit  basierende  Dienstleistungen  und  ökologische  Produkte  angeboten  werden.  Auch  im  deutschen  Sprachraum  ist  "grün"  ein  Synonym  für  "dem  Umweltschutz verpflichtet,  ihn  fördernd" oder  "zu einer Partei gehörend,  sie  betreffend,  zu  deren  hauptsächlichen Anliegen  die Ökologie  gehört"  (vgl. DUDEN,  a.a.O. > grün).  "Grün"  (zu  sein)  ist mithin  gleichbedeutend  mit  Umweltschutz  und  dem  Erhalt  der  natürlichen  Lebensgrundlagen  verbunden mit einer besonders ökologischen Lebenshaltung.  Eine  Suche  nach  der  Verwendung  der  in  den  Wörterbüchern  wiedergegebenen Bedeutungen im Internet ergibt, dass "Green Package"  weltweit  1,2  Mio.  mal  zu  finden  ist.  In  Verbindung  mit  dem  englischen  Begriff  für  Umwelt  ("environment")  ergibt  die  Suche  im  Web  257'000  Treffer.  Es  handelt  sich  bei  "Green  Package"  deshalb  um  eine  Begriffskombination,  die  weit  verbreitet  ist  und  mit  über  1'220  Treffern  auch  auf  schweizerischen  Websites  zu  finden  ist.  Der  Begriff  "Green  Package" wird danach von den unterschiedlichsten Branchen benutzt, um  Dienstleistungen  oder  Produkte  als  besonders  umweltverträglich  anzupreisen.  6.  6.1. Der Umstand, dass das Zeichen Gedankenassoziationen weckt oder  Anspielungen  enthält,  die  nur  entfernt  auf  die  Waren  oder  Dienstleistungen hindeuten, begründet nicht Gemeingut. Der gedankliche  Zusammenhang  mit  den  Waren  oder  Dienstleistungen  muss  vielmehr  derart  sein,  dass  der  beschreibende  Charakter  des  Zeichens  für  einen  erheblichen Teil der schweizerischen Markenadressaten ohne besondere  Denkarbeit oder besonderen Aufwand an Fantasie zu erkennen ist (BGE  131 III 495 E. 5 – Felsenkeller, BGE 128 III 447 E. 1.5 – Première). Als  Gemeingut schutzunfähig sind jedoch nicht nur spezifisch auf bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  zugeschnittene  Sachbezeichnungen,  sondern  auch  Angaben,  die  sich  in  allgemeiner  Weise  auf  Angebote  verschiedener  Art  beziehen  können  (MICHAEL  RITSCHER,  Beschaffenheitsangaben  sind  Bezeichnungen,  bei  welchen  der 

B­8117/2010 gedankliche Zusammenhang mit der Ware [oder Dienstleistung] derart ist,  dass  ihr  beschreibender  Charakter  ohne  besondere  Denkarbeit  oder  besonderen Phantasieaufwand zu erkennen ist, in: Binsenwahrheiten des  Immaterialgüterrechts, FS David, Zürich 1996, S. 138). 6.2. Der  Beschwerdeführerin  ist  zuzugeben,  dass  bei  der  Übersetzung  der Wortkombination GREEN PACKAGE  vom Englischen  ins  Deutsche  mehrere Bedeutungen möglich sind. Damit beurteilt werden kann, welche  Bedeutung bei mehrdeutigen Zeichen für die relevanten Abnehmerkreise  im Vordergrund stehen, ist zu prüfen, welche Bedeutungen des Zeichens  in der Schweiz im täglichen Gebrauch im relevanten Kontext Verwendung  finden (Urteil des Bundesgerichts 4A_265/2007 vom 26. September 2007  E.  2.3  f.  –  American  Beauty,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 7412/2006  vom  1.  Oktober  2008  E.  5  –  Afri­Cola).  Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  GREEN  PACKAGE  sei  unterscheidungskräftig  und  gewisse  Sinngehalte  nur  unter  Aufwendung  von Gedankenarbeit auszumachen. Bei  abstrakter  und  isolierter  Betrachtung  ist  die  Wortmarke  GREEN  PACKAGE  in  der  Tat  mehrdeutig.  Die  Wortverbindung  kann  als  grün(farbige[­s])  Paket,  Packung,  Frachtstück,  Gehäuse,  Verpackung  oder  Behältnis  verstanden  werden.  Es  ist  aber  ebenso  wahrscheinlich,  dass in GREEN PACKAGE auch ohne Bezug zu bestimmten Waren oder  Dienstleistungen  die  Bündelung  bzw.  Zusammenstellung  mehrerer,  umweltverträglicher  Produkte  erblickt  wird,  welche  als  Einheit  verkauft  werden.  Nicht  nur  im  englischen  Sprachgebrauch  wird  die  Farbbezeichnung "green" als Synonym  für ökologisch, umweltverträglich  verwendet.  Auch  das  deutsche  "grün"  steht  für  ökologisch,  umweltverträglich,  nachhaltig  (vgl.  E.  5.1).  Der  Abnehmer  der  beanspruchten Dienstleistungen muss daher keine gedanklichen Brücken  bauen,  um  bei  "green"  –  das  zum  englischen  Grundwortschatz  gehört  und  damit  dem  schweizerischen  Durchschnittsabnehmer  in  seiner  Bedeutung wohlbekannt  ist  –  an Ökologie  und Umweltverträglichkeit  zu  denken.  In  GREEN  PACKAGE  kann  also  selbst  bei  abstrakter  Betrachtung  eine  Einheit  von  mehreren,  ökologischen  und  dem  Umweltschutz  verpflichteten  Produkten  oder  Dienstleistungen  erblickt  werden.  Dies  muss  umso  mehr  gelten,  als  das  in  seinem  Ursprung  englische Wort "package" Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat  und  in  den Wörterbüchern  als  "als  Einheit  verkaufte  Zusammenstellung  mehrerer Produkte" aufgeführt wird. 

B­8117/2010 6.2.1. Wie  oben  ausgeführt  (E.  4)  bezeichnet  GREEN  PACKAGE  aus  Sicht  des  schweizerischen  Durchschnittskonsumenten  sowie  aus  Sicht  der  Fachleute  der  Finanz­  und  Versicherungsbranche  ein  Dienstleistungspaket,  dessen  Dienstleistungen  besonders  umweltverträglich  sind.  Die  meisten  der  vorliegend  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  36,  jedenfalls  "services  d'informations  financières,  à  savoir  mise  à  disposition  d'informations  dans  le  domaine  de  la  gestion des risques, gestion et analyse financière ainsi que gestion et analyse de  placements; services de conseil en matière de placements" resp. "Bereitstellung  von  Informationen  im  Bereich  des  Risikomanagements,  Finanzverwaltung  und  –analyse  sowie  Verwaltung  und  Analyse  von  Kapitalunterbringung,  Wertpapierhandel  im  Auftrag  von  Dritten, Beratungsdienstleistungen  betreffend  Kapitalunterbringung"  sind  zumindest  partiell  deckungsgleich  mit  dem  Oberbegriff  "Finanzwesen"  aus  Klasse  36  und  können  jeweils  als  Dienstleistungsbündel  angeboten  werden. Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt,  versteht der massgebende Abnehmerkreis GREEN PACKAGE  in diesem Zusammenhang als Hinweis auf Beratungen und Informationen  über  die  Investition  in  umweltverträgliche  Projekte  und  die  Verwaltung  und Analyse von Investitionen in solche Programme.  Gemäss Rechtsprechung  ist ein Zeichen  regelmässig  für den gesamten  Oberbegriff  unzulässig,  wenn  es  für  bestimmte  Produkte,  die  unter  den  entsprechenden Oberbegriff zu subsumieren sind, unzulässig  ist  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­613/2008  vom  6.  November  2008  E.  3.4 – NanoBone und B­1000/2007 vom 13. Februar 2008 E. 8 – Viaggio;  RKGE vom 30. April 1998, in: sic! 5/1998 479 E. 2c – Source Safe). Dies  trifft jedenfalls auf das "Finanzwesen" zu. Damit ist das Zeichen entgegen  der Ausführungen der Beschwerdeführerin insoweit beschreibend. 6.2.2.  Bezüglich  "commerce  de  titres  pour  le  compte  de  tiers"  resp.  "Wertpapierhandel  im  Auftrag  von  Dritten"  versteht  der  angesprochene  Verkehrskreis  Handel  von  Wertpapieren,  die  ihre  Grundlage  in  umweltverträglichen  Projekten  haben.  Er  wird  in  der  internationalen  Registrierung  GREEN  PACKAGE  daher  einen  beschreibenden  Hinweis  auf das Objekt der fraglichen Dienstleistung sehen.  6.2.3.  Ebenfalls  beansprucht  wird  das  Zeichen  für  "Beratung  betreffend  Versicherungen". Weil  "Beratung  betreffend  Versicherungen"  im  Sinne  eines  Oberbegriffs  beansprucht  wird,  fallen  darunter  nicht  nur  "klassische"  Versicherungen wie etwa Hausrats­ oder Privathaftpflichtversicherungen,  sondern  auch  Lebensversicherungen  und  die  (freie)  Vorsorge,  die 

B­8117/2010 inhaltlich  in  die  Nähe  einer  Kapitalanlage  kommen.  Solche  Versicherungspakete können unmittelbar ökologische Zwecke versichern  oder  nach  ökologischen  und  nachhaltigen  Aspekten  als  Elemente  von  Kapitalanlagen angeboten werden. Da sich der beschreibende Charakter  einer Marke auch auf den Inhalt der Dienstleistung beziehen kann, ist die  Bezeichnung  GREEN  PACKAGE  in  solchen  Fällen  ohne  Zuhilfenahme  der  Fantasie  verständlich  und  für  die  in  Frage  stehende  Beratung  betreffend  Versicherungen  aus  Sicht  der  Konsumenten,  die  diese  in  Anspruch nehmen, beschreibend. 6.3. Wird der durchschnittliche Abnehmer auf die von GREEN PACKAGE  beanspruchten  Dienstleistungen  aufmerksam  gemacht,  erkennt  er  den  Zusammenhang zwischen dem als Einheit angebotenen Finanzpaket und  dessen ökologischer Grundlage mithin sogar unmittelbar. Die Bedeutung  von  GREEN  PACKAGE  als  Finanzierungspaket  resp.  Dienstleistungsbündel,  dem  umweltverträgliche  Projekte  bzw.  Investitionen  in  –  eben  –  "grüne"  Projekte  zugrunde  liegen,  ist  damit  offensichtlich.  Der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin,  wonach  Finanzdienstleistungen  nicht  "grün"  sein  könnten  und  ein  Bedeutungsgehalt  in  das  Zeichen  "hineininterpretiert"  werden  müsse,  kann  daher  nicht  gefolgt  werden.  Es  kann  ihr  auch  nicht  zugegeben  werden,  dass  GREEN  PACKAGE  mehrdeutig  sei  und  keine  der  möglichen  Bedeutungen  dominiere,  was  den  Aussagegehalt  des  Zeichens unbestimmt mache. Vielmehr dominiert bei GREEN PACKAGE  im  Zusammenhang  mit  den  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Gedanke  an  umweltverträgliche  Finanz(­ierungs)­  und  Versicherungspakete. 7.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  schliesslich  vor,  das  Zeichen  sei  von  diversen  anderen  Staaten  zum  Markenschutz  zugelassen  worden.  Insbesondere  die  Registrierung  in  einem  englischsprachigen  Land  wie  den  USA  sei  als  gewichtiges  Indiz  für  die  Schutzfähigkeit  auch  in  der  Schweiz zu berücksichtigen. Dieser  Argumentation  kann  nicht  gefolgt  werden.  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  kommt  ausländischen  Entscheidungen  bei  der  Beurteilung  des  beschreibenden  Charakters  grundsätzlich  keine  präjudizierende  Wirkung  zu,  zumal  die  Beurteilung  nach  schweizerischem  Recht,  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festhält,  eindeutig  ausfällt.  Es  ist  aus  den  oben  dargelegten Gründen  auch  kein 

B­8117/2010 Grenzfall  zu  beurteilen,  der  eine  Berücksichtigung  einer  ausländischen  Praxis  unter  Umständen  rechtfertigen  könnte  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­653/2009  vom  14.  April  2009  E.  6.1 –  Express Advantage, mit weiteren Hinweisen).  8.  Ergänzend  beruft  sich  die  Beschwerdeführerin  mehrfach  auf  das  Gleichbehandlungsgebot  und  verlangt,  dass  ihr  Zeichen  zumindest  aufgrund  früherer  Eintragungen  von  vergleichbaren  Marken  durch  die  Vorinstanz  einzutragen  sei.  Nach  dem  Gleichbehandlungsgrundsatz  im  Rahmen  von  Art.  8  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  sind  juristische  Sachverhalte  nach Massgabe  ihrer Gleichheit  gleich  zu  behandeln.  Die  gleiche Behörde darf nicht ohne sachlichen Grund zwei rechtlich gleiche  Sachverhalte unterschiedlich beurteilen (WILLI, a.a.O., Art. 2 N. 28).  Die Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes hängt davon ab, ob  das zu beurteilende Zeichen in Bezug auf die beanspruchten Waren und  Dienstleistungen  mit  anderen  Marken  vergleichbar  ist  (RKGE  vom  30.  März  2004,  in:  sic!  10/2004  S.  776  E.  10  –  Ready2Snack).  Im  Markenrecht  ist  dieser  Grundsatz  mit  Zurückhaltung  anzuwenden,  weil  bei  Marken  selbst  geringe  Unterschiede  im  Hinblick  auf  die  Unterscheidungskraft von erheblicher Bedeutung sein können (Urteil des  Bundesgerichts 4A.13/1995 vom 20. August 1996, in: sic! 2/1997 S. 161  E. 5c – Elle).  Demgegenüber besteht kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht,  selbst  wenn  eine  bisher  abweichende  Praxis  bestanden  haben  sollte.  Frühere – allenfalls fehlerhafte – Entscheide sollen nicht als Richtschnur  für  alle  Zeiten  Geltung  haben  müssen.  Der  Anspruch  auf  Gleichbehandlung  im Unrecht wird  indessen ausnahmsweise anerkannt,  wenn  eine  ständige  gesetzeswidrige  Praxis  einer  rechtsanwenden  Behörde  vorliegt  und  die  Behörde  zu  erkennen  gibt,  dass  sie  auch  in  Zukunft  nicht  von  dieser  Praxis  abzuweichen  gedenke  (Urteil  des  Bundesgerichts 4A.5/2004 vom 25. November 2004, in sic! 4/2005 278 E.  4.3  –  Firemaster;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7412/2006  vom 1. Oktober 2008 E. 10 – Afri­Cola mit Hinweisen und B­7427/2006  vom 9. Januar 2008 E. 9.1 – Chocolat Pavot [fig.]). Die Marke CH Nr. 540 494 Green in Alleinstellung wurde neben anderen  für Dienstleistungen der Klasse 36 eingetragen. Vor allem  in Bezug auf 

B­8117/2010 eine Sache  (Green Finance, Green  Insurance) wirkt  das Wort  in  seiner  Bedeutung von "ökologisch". Selbst wenn es als Wort in Alleinstellung mit  dem  vorliegenden  Zeichen  vergleichbar  wäre,  könnte  die  Beschwerdeführerin aufgrund dieser vereinzelten Eintragungen keine zu  ihren Gunsten auszulegende Praxis der Vorinstanz ableiten.  Auch  die  von  der  Beschwerdeführerin  als  vergleichbar  eingestuften  Marken IR 897 117 GREEN WAY und CH Nr. 573 312 GLOBAL GREEN  für  die  Klasse  36  vermögen  nicht  die  Eintragung  des  hinterlegten  Zeichens unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung zu begründen.  Die für die Marken eingetragenen Dienstleistungen mögen zwar identisch  sein  mit  jenen,  die  auch  für  GREEN  PACKAGE  beansprucht  werden.  GREEN WAY  wie  auch  GLOBAL  GREEN  ist  jedoch  als  unbestimmter  und  mehrdeutiger  in  Bezug  auf  die  beanspruchten  Dienstleistungen  anzusehen.  Die Zeichen CH Nr. 525 861 green.ch all  internet  (fig.) und CH Nr. 579  253  green.ch  The  Internet  Company  (fig.)  sind  kombinierte  Wort­ /Bildmarken,  die  sich  nicht  mit  der  Wortmarke  GREEN  PACKAGE  vergleichen  lassen,  da  jene  über  zusätzliche,  allenfalls  kennzeichnungskräftige  Elemente  enthalten.  Die  genannten  Marken  ergeben überdies im Gesamteindruck keinen beschreibenden Sinngehalt  für  die  beanspruchten Dienstleistungen  der Klasse  36, wohingegen das  Zeichen  GREEN  PACKAGE  in  Bezug  auf  die  beanspruchten  Waren  eindeutig beschreibend ist.  Auch  in Bezug auf das Zeichen CH Nr. 535 692 green.eu besteht keine  Vergleichbarkeit  mit  GREEN  PACKAGE,  da  jenes  aufgrund  der  unterschiedlichen Zeichenbildung weder identisch mit GREEN PACKAGE  ist  noch  ein  vergleichbar  klarer  Hinweis  auf  das  Objekt  der  entsprechenden Dienstleistungen vorliegt. Was  schliesslich  das  Alter  der  Voreintragungen  anbelangt,  auf  die  sich  ein Anspruch auf Gleichbehandlung stützen lässt, kann deren Zulassung  zum  Markenschutz  in  der  Schweiz  nicht  länger  als  acht  Jahre  zurückliegen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6246/2010  vom  28. Juli 2011 – Jumboline sowie B­6959/2009 vom 21. Juni 2010 E. 5 –  Capri).  Entsprechend  ist  die  von  der  Beschwerdeführerin  ins  Feld  geführte  Vergleichsmarke  CH  Nr.  492  123  green.ch,  welche  am  29.  November  2001  ins  schweizerische  Markenregister  eingetragen  wurde,  unbeachtlich. 

B­8117/2010 9.  Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verweigerung der Eintragung der  internationalen Registrierung Nr.  955 567 GREEN PACKAGE durch die  Vorinstanz  für  die  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  36  rechtmässig war. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  sind  die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die Gerichtsgebühren  sind  nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der Parteien  festzulegen  (Art.  63 Abs.  4bis  VwVG,  Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Bei Markeneintragungen geht es um Vermögensinteressen,  die  Gerichtsgebühr  bemisst  sich  folglich  in  erster  Linie  nach  dem  Streitwert  (Art.  4  VGKE).  Die  Schätzung  des  Streitwerts  hat  sich  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  an  Erfahrungswerten  aus  der  Praxis  zu  orientieren,  wobei  bei  eher  unbedeutenden  Zeichen  grundsätzlich  ein  Streitwert  zwischen  Fr.  50'000.–  und  Fr.  100'000.–  pro  strittiger  Markenhinterlegung angenommen werden darf (BGE 133 III 490 E. 3.3 –  Turbinenfuss [3D]). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden  Verfahren  auszugehen  und  die  Gerichtsgebühr  auf  Fr.  2'500.–  festzulegen.  Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  einen  höheren oder niedrigeren Wert der strittigen Marke. Der Vorinstanz ist als  Bundesbehörde  keine Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  7 Abs.  3  VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

B­8117/2010 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die  Vorinstanz  (Ref­Nr.  IR  955  567  –  GREEN  PACKAGE;  Gerichtsurkunde) – Das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  EJPD  (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David Aschmann Said Huber Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art. 72  ff., 90  ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17.  Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (Art.  42  BGG). Versand: 10. Februar 2012

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