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Bundesverwaltungsgericht 25.01.2011 B-8061/2010

25. Januar 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,866 Wörter·~9 min·1

Zusammenfassung

Öffentliches Beschaffungswesen | Submission "Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen Los 12: Walensee"

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II Postfach CH­3000 Bern 14 Telefon +41 (0)58 705 25 60 Fax +41 (0)58 705 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts­Nr. B­8061/2010 Zw i s ch enen t s ch e i d vom   2 5 .   J a nua r   2011   Besetzung Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), Richter David Aschmann, Richter Bernard Maitre, Gerichtsschreiber Urs Küpfer. In der Beschwerdesache Parteien 1. X._______ AG, 2. Y._______ GmbH, beide vertreten durch Rechtsanwältin A._______, Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Strassen ASTRA, 3003 Bern, Vergabestelle Gegenstand Submission "Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse betr.  Naturgefahren auf Nationalstrassen Los 12: Walensee".

B­8061/2010 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A.  Das  Bundesamt  für  Strassen,  Abteilung  Strasseninfrastruktur  (ASTRA,  Vergabestelle, Vergabebehörde), schrieb am 7. Juni 2010 unter dem Titel  "Projekt:  45750  –  Gefahrenbeurteilung  und  Risikoanalyse  betreffend  Naturgefahren  auf  Nationalstrassen  Los  12:  Walensee"  im  offenen  Verfahren einen Dienstleistungsauftrag gemäss Gemeinschaftsvokabular  CPV 71351220 ("geologische Beratung") auf simap.ch aus. B.  Am 27. Oktober 2010 veröffentlichte die Vergabestelle auf simap.ch den  Zuschlag  an  die  ARGE  Z._______  (Zuschlagsempfängerin)  zum  Preis  von  Fr.  384'454.80  (inkl.  Mehrwertsteuer,  MWST),  wobei  sie  folgende  Begründung  nannte:  "Art.  13,  Abs.  1,  lit  f  VöB". Mit  Schreiben  gleichen  Datums  orientierte  die  Vergabestelle  die  Ingenieurgemeinschaft  X._______  AG  /  Y._______  GmbH  (Beschwerdeführerinnen)  über  die  Zuschlagserteilung  und  hielt  fest,  sie  sei  von  der  Angebotsprüfung  ausgeschlossen  worden,  weil  sie  weniger  Stunden  als  vorgegeben  offeriert habe  (wobei die Vergabestelle den Ausdruck  "formelle Prüfung"  anfügte).  Für  Details  zur  anonymisierten  Auswertung  der  Angebote  verwies die Vergabestelle auf eine dem Schreiben beiliegende Übersicht. C.  Mit  Eingabe  vom  16.  November  2010  fochten  die  Beschwerdeführerinnen,  beide  vertreten  durch  Rechtsanwältin  A._______,  den  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  beim  Bundesverwaltungsgericht an. Sie stellen folgende Rechtsbegehren: "In prozessualer Hinsicht: 1. Der Beschwerde sei – vorerst superprovisorisch und alsdann definitiv – die  aufschiebende Wirkung zu erteilen. 2.  Der  Vergabestelle  seien  jegliche  Vorkehrungen,  die  den  Ausgang  des  Verfahrens  präjudizieren  könnten,  zu  untersagen,  namentlich  sei  ihr  zu  untersagen, den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin abzuschliessen. 3.  Den  Beschwerdeführerinnen  sei  Einsicht  in  sämtliche  Akten  des  Vergabeverfahrens  zu  gewähren,  soweit  nicht  begründete  Geheimhaltungsinteressen geltend gemacht werden. 4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

B­8061/2010 In materieller Hinsicht: 5.  Die  Verfügung  vom  27.  Oktober  2010,  nach  der  das  Angebot  der  Beschwerdeführerinnen  für  das  Los  12  (Walensee)  "Gefahrenbeurteilung  und Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen" vom Verfahren  ausgeschlossen  sei,  sei  aufzuheben,  und  das  Angebot  sei  zur  Bewertung  zuzulassen. 6. 6.1  Der  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  an  die  Zuschlagsempfängerin für das Los 12 (Walensee) "Gefahrenbeurteilung und  Risikoanalyse betr. Naturgefahren auf Nationalstrassen" sei aufzuheben und  es sei den Beschwerdeführerinnen der Zuschlag zu erteilen. 6.2  Eventualiter  sei  der  Zuschlagsentscheid  vom  27.  Oktober  2010  aufzuheben und es sei die Vergabestelle zu verpflichten, unter Einbezug des  Angebotes  der  Beschwerdeführerinnen  eine  neue  Angebotsbewertung  vorzunehmen. 7. Unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vergabestelle." Als  Begründung  bringen  die  Beschwerdeführerinnen  zusammengefasst  vor,  der  Ausschluss  ihres  Angebotes  sei  rechtswidrig,  weil  er  auf  sachfremden Motiven  beruhe  und  unverhältnismässig  sei;  er missachte  den zentralen Grundsatz des Vergaberechts, wonach dem wirtschaftlich  günstigsten Angebot (das die Beschwerdeführerinnen eingereicht hätten)  der Zuschlag zu erteilen sei. D.  Durch  Zwischenverfügung  vom  18.  November  2010  ordnete  das  Bundesverwaltungsgericht  an,  dass  bis  zu  seinem  Entscheid  über  den  Antrag  betreffend  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  alle  Vollzugsvorkehrungen,  welche  den  Ausgang  des  hängigen  Beschwerdeverfahrens  präjudizieren  können,  namentlich  der  Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben haben. Gleichzeitig ersuchte es die Vergabebehörde, bis zum 2. Dezember 2010  zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen,  es  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen,  Stellung  zu  nehmen,  respektive  bis  zum 20. Dezember 2010 zur Beschwerde materiell Stellung zu nehmen. Schliesslich  gab  das  Bundesverwaltungsgericht  in  derselben  Verfügung  der Zuschlagsempfängerin Gelegenheit, bis zum 2. Dezember 2010 zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen  auf  Erteilung  der  aufschiebenden 

B­8061/2010 Wirkung respektive bis zum 20. Dezember 2010 zur Beschwerde Stellung  zu  nehmen.  Dabei  wies  es  die  Zuschlagsempfängerin  darauf  hin,  dass  sie,  insbesondere  in  Bezug  auf  das  mit  der  Parteistellung  verbundene  Kostenrisiko, als eigentliche Gegenpartei behandelt werde, sofern sie  im  vorliegenden Verfahren formelle Anträge stelle. Aufgrund eines Gesuchs der Vergabebehörde  vom 26. November 2010  erstreckte das Bundesverwaltungsgericht dieser die Frist zur Einreichung  einer  Stellungnahme  zum  Antrag  der  Beschwerdeführerinnen  um  Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Verfügung vom 26. November  2010 bis zum 10. Dezember 2010. E.  Während  die  Zuschlagsempfängerin  keine  Stellungnahme  einreichte,  beantragte  das  ASTRA  in  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Dezember  2010  (eingegangen  beim  Bundesverwaltungsgericht  am  16.  Dezember  2010),  das  Gesuch  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  sei  abzuweisen; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Dezember  2010  liess  das  Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführerinnen ein Exemplar der  Vernehmlassung  der  Vergabestelle  vom  10.  Dezember  2010  (inkl.  Beilagen 1­19 gemäss Aktenverzeichnis zu dieser Vernehmlassung) zur  Kenntnisnahme  zukommen.  Gleichzeitig  verfügte  es,  dass,  soweit  weitergehend,  über  deren  Akteneinsichtsgesuch  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  entschieden  werde.  Ausserdem  stellte  es  fest,  dass  sich  die  Zuschlagsempfängerin  bis  zum  Ablauf  der  ihr  gesetzten  Frist  am  2. Dezember 2010 nicht hatte vernehmen lassen. Das Bundesverwaltungsgericht erwog dabei, dass nach seiner Praxis vor  dem Entscheid über die aufschiebende Wirkung in der Regel kein zweiter  Schriftenwechsel  angeordnet werde  und  es  sich  im  fraglichen Zeitpunkt  nicht aufdrängte,  formell einen solchen anzuordnen. Weiter hielt es  fest,  dass  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  wie  zuvor  schon  für  dasjenige  vor  deren  Vorgängerorganisation  Eidgenössische  Rekurskommission  für  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (BRK),  ohne  Zustimmung der Betroffenen insbesondere kein allgemeiner Anspruch auf  Einsichtnahme in Konkurrenzofferten bestehe. F.  Mit  Datum  vom  23.  Dezember  2010  unterbreiteten  die 

B­8061/2010 Beschwerdeführerinnen  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  "freiwillige  Stellungnahme"  zur  Vernehmlassung  des  ASTRA  vom  10.  Dezember  2010. Diese Stellungnahme wurde dem ASTRA am 3.  Januar 2011 zur  Kenntnis zugeschickt. G.  Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie  für  den  Entscheid  wesentlich  sind,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gegen  Verfügungen  über  den  Zuschlag  in  Vergabeverfahren  steht  die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art.  27 Abs. 1  i.V.m.  Art.  29  lit.  a  BöB).  Dabei  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  über  Gesuche  um  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB). Für das Verfahren vor dem  Bundesverwaltungsgericht  sind  die  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) massgebend, soweit das BöB und das Bundesgesetz über das  Bundesverwaltungsgericht  vom  17. Juni  2005  (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen  (Art.  26  Abs.  1  BöB  und  Art.  37  VGG).  Gemäss  Art.  31  BöB  kann  die  Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.2. Über  das  Begehren  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  im  Rahmen  der  Anfechtung  eines  Zuschlags  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  ständiger  Praxis  in  Dreierbesetzung  (BVGE  2009/19,  nicht  publizierte  E.  1.2  mit  Hinweisen,  abrufbar  über  www.bvger.ch,  Entscheiddatenbank,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­3402/2009 vom 2. Juli 2009). 2.  Im  Unterschied  zu  Art.  55  Abs.  1  VwVG  sieht  Art.  28  Abs.  1  BöB  vor,  dass  der  Beschwerde  keine  aufschiebende  Wirkung  zukommt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  diese  jedoch  auf  Gesuch  hin  erteilen  (Art. 28 Abs. 2 BöB). http://www.bvger.ch

B­8061/2010 2.1. Das BöB selbst nennt die Kriterien, welche beim Entscheid über die  aufschiebende Wirkung zu berücksichtigen sind, nicht. Es können jedoch  diejenigen  Grundsätze  übernommen  werden,  welche  Rechtsprechung  und Lehre zu Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist aufgrund einer  Interessenabwägung  zu  prüfen,  ob  die  Gründe,  die  für  sofortige  Vollstreckbarkeit  sprechen,  gewichtiger  sind  als  jene,  welche  für  die  gegenteilige  Lösung  angeführt  werden  können  (BGE  117  V  185  E.  2b,  110 V 40 E. 5b, 106 Ib 115 E. 2a, 105 V 266 E. 2; ULRICH HÄFELIN/GEORG                MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  A.,  Zürich/            St. Gallen 2010, N. 1802 f.; PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. II, 2. A.,  Bern 2002, S. 680 f.). Die Behörde beschränkt sich dabei auf eine prima­ facie­Beurteilung.  Diese  Überlegungen  sind  grundsätzlich  auch  im  Bereich  des  öffentlichen  Beschaffungswesens  massgebend.  Dass  der  Suspensiveffekt im BöB, anders als im VwVG, nicht von Gesetzes wegen  gewährt  wird,  zeigt,  dass  sich  der  Gesetzgeber  der  Bedeutung  dieser  Anordnung  im  Submissionsrecht  bewusst  war  und  eine  individuelle  Prüfung  für  notwendig  erachtete  (BVGE  2007/13  E.  2.1,  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7393/2008  vom  14. Januar 2009 E. 2.1, je mit Hinweisen). 2.2.  Im  Falle  eines Gesuchs  um Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  muss  in  einem  ersten  Schritt  mittels  einer  prima­facie­Würdigung  der  materiellen Rechtslage geprüft werden, ob die Beschwerde aufgrund der  vorhandenen  Akten  als  offensichtlich  unbegründet  erscheint.  Trifft  dies  zu, so ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren.  Werden  der  Beschwerde  hingegen  Erfolgschancen  zuerkannt  oder  bestehen  diesbezüglich  Zweifel,  so  ist  aufgrund  der  erwähnten  Interessenabwägung zu entscheiden. Dem öffentlichen Interesse an einer  möglichst  raschen  Umsetzung  des  Vergabeentscheids  kommt  dabei  erhebliches  Gewicht  zu  (Zwischenentscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts           B­7393/2008 vom 14. Januar 2009 E.  2.2, B­7252/2007 vom 6. Februar 2008 E. 2.2 und B­5838/2007 vom 6.  Dezember  2007  E.  3.3  mit  Hinweisen).  Einzubeziehen  sind  nach  ständiger  Praxis  auch  die  Interessen  der  Beschwerdeführer  sowie  allfällige  private  Interessen  Dritter,  insbesondere  der  übrigen  an  einem  Beschaffungsgeschäft  Beteiligten.  Ausgangspunkt  muss  dabei  die  Gewährung  wirksamen  Rechtsschutzes  und  die  Verhinderung  von  Zuständen  sein,  welche  das  Rechtsmittel  illusorisch  werden  lassen  (BVGE  2007/13  E.  2.2  mit  Hinweisen;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3803/2010  vom  23.  Juni  2010  E.  2  mit  Hinweisen).

B­8061/2010 3.  3.1.  Ob  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind  und  ob  auf  eine  Beschwerde (bzw. vorliegend auf einen prozessualen Antrag) einzutreten  ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit  freier  Kognition  (BVGE  2007/6  E.  1  mit  Hinweisen;  BVGE  2008/48,  nicht  publizierte  E.  1.2).  Ist  prima  facie  davon  auszugehen,  dass  auf  die  Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten werden kann, dringt  die Beschwerdeführerin mit prozessualen Anträgen von vornherein nicht  durch (Zwischenentscheide des Bundesverwaltungsgerichts B­4860/2010  vom 30.  Juli  2010 E.  2  und B­6177/2008  vom 20. Oktober  2008 E.  2.2  i.V.m. E. 3.1). 3.2. Das  BöB  erfasst  nur  Beschaffungen,  welche  dem Übereinkommen  vom  15.  April  1994  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (ÜöB,  SR  0.632.231.422)  unterstellt  sind.  Alle  übrigen  Beschaffungen  sind  in  der  Verordnung  vom  11.  Dezember  1995  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) geregelt. Die Beschwerde an  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  dem  5.  Abschnitt  des  BöB  ist  nach  der  Konzeption  dieses  Gesetzes  nur  zulässig  gegen  Beschaffungen,  die  in  den Geltungsbereich  des  BöB  fallen  (e  contrario  Art. 2 Abs. 3 Satz 4 BöB, vgl. auch Art. 39 VöB; BVGE 2008/61 E. 3.1,  2008/48 E. 2.1; Entscheid der BRK vom 11. Oktober 2001, veröffentlicht  in VPB 66.4, E. 1b mit Hinweisen). 3.3.  Die  Vergabestelle  ist  als  Bundesamt  Teil  der  allgemeinen  Bundesverwaltung  und  untersteht  daher  dem  BöB  (Art.  2  Abs.  1  lit.  a  BöB). 3.4. Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. b BöB i.V.m. Art. 1 lit. b der Verordnung des  EVD  über  die  Anpassung  der  Schwellenwerte  im  öffentlichen  Beschaffungswesen  für  das  zweite Semester  des  Jahres  2010 und das  Jahr 2011 vom 11.  Juni 2010  (SR 172.056.12)  ist das BöB anwendbar,  wenn  der  geschätzte Wert  des  zu  vergebenden Dienstleistungsauftrags  den  Schwellenwert  (ohne  MWST)  von  Fr.  230'000.­  erreicht.  Laut  Publikation vom 27. Oktober 2010 auf simap.ch wurde der Zuschlag zum  Preis von Fr. 384'454.80 erteilt. Demnach wird der für die Anwendbarkeit  des BöB massgebliche Schwellenwert im vorliegenden Fall überschritten.

B­8061/2010 4.  4.1. Als durch Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gelten  nach  Art.  29  BöB  insbesondere  die  Ausschreibung  des  Auftrags  (lit.  b)  und der Zuschlag (lit. a). Einwände, welche die Ausschreibung betreffen,  können  im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen einen späteren  Verfügungsgegenstand  grundsätzlich  nicht  mehr  vorgebracht  werden  (BGE  130  I  241  E.  4.3;  vgl.  [betreffend  Eignungskriterien]  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1688/2010  vom  19.  Juli  2010  E.  4.3  mit  Hinweisen;  Entscheid  der  Eidgenössischen  Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen, BRK, vom 16.  November  2001,  BRK  2001­011,  publiziert  in:  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden, VPB 66.38, E. 2c/aa mit Hinweisen); dies gilt jedenfalls  in  dem  Masse,  wie  Bedeutung  und  Tragweite  der  getroffenen  Anordnungen  ohne  Weiteres  erkennbar  sind  (Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts         B­504/2009 vom 3. März 2009 E. 5.3 mit  Hinweisen; MARC STEINER, Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht  in  Vergabesachen,  in:  Michael  Leupold  et  al.  (Hrsg.),  Der  Weg  zum  Recht,  Festschrift  für  Alfred  Bühler,  Zürich  2008,  S.  405  ff.,  S.  412 mit  Hinweisen).  Behauptete  Mängel  in  den  Ausschreibungsunterlagen  sind  dagegen  grundsätzlich  nicht  selbständig,  sondern  mit  dem  nächstfolgenden Verfahrensschritt, der in eine Verfügung gemäss Art. 29  BöB  mündet,  in  der  Regel  also  mit  dem  Zuschlag,  anzufechten  (Entscheid der BRK vom 16. November 2001, BRK 2001­011, publiziert  in VPB 66.38, E. 3c/cc). 4.2. Nach Ziff. 3.13 der simap­Ausschreibung für Los 12 vom 7. Juni 2010  waren  die  Ausschreibungsunterlagen  ab  diesem  Datum  bis  zum  13. August 2010 auf simap.ch verfügbar. Entsprechend hielt das ASTRA  in Ziff. 3 seiner Vernehmlassung vom 10. Dezember 2010 fest:  "Mit den  Ausschreibungen im SIMAP vom 7. Juni 2010 […] wurden den Anbietern  auch  sämtliche  Formulare  und  Unterlagen  zur  Erstellung  eines  Angebotes  zur  Verfügung  gestellt."  Die  Beschwerdeführerinnen  behaupten nicht, dass die Ausschreibungsunterlagen nicht zeitgleich mit  der  Ausschreibung  verfügbar  gewesen  wären,  und  mindestens  prima  facie  bestehen  auch  keine  anderslautenden  Indizien.  Vor  diesem  Hintergrund lässt sich jedenfalls auf ersten Anschein hin feststellen, dass  die Ausschreibungsunterlagen faktisch Teil der Ausschreibung waren. Demzufolge  durften  hier  Einwände  gegen  die  Ausschreibung  sowie  die  Ausschreibungsunterlagen  prima  facie  in  dem  Umfang  nicht  mehr  mit 

B­8061/2010 einer Beschwerde gegen den Zuschlag vorgebracht werden,  in welchem  Bedeutung  und  Tragweite  der  entsprechenden  Anordnungen  ohne  Weiteres erkennbar waren. 4.3. Laut ihrer Ziff. 1 richtet sich die Beschwerde vom 16. November 2010  sowohl  gegen  den  Ausschluss  der  Beschwerdeführerinnen  vom  Vergabeverfahren (Absageschreiben des ASTRA vom 27. Oktober 2010)  als auch gegen den Zuschlag vom 27. Oktober 2010. Nicht angefochten  haben  die  Beschwerdeführerinnen  hingegen  die  Ausschreibung  vom  7.  Juni 2010. Sofern und soweit die strittigen Anordnungen in der Ausschreibung bzw.  in  den  Ausschreibungsunterlagen  ohne  Weiteres  erkennbar  waren,  müsste  die  Beschwerde  daher  mit  der  Folge  des  Nichteintretens  als  verspätet betrachtet werden. 4.4. Mit  ihrer  Beschwerde  beanstanden  die  Beschwerdeführerinnen  im  Wesentlichen  die  Methodik  der  Vergabestelle,  eine  feste  Stundenzahl  vorzuschreiben.  Sie  werfen  dem  ASTRA  auch  widersprüchliches  Verhalten vor, nachdem ihnen im April 2010 der Zuschlag für ihr Angebot  zu  Los 10  (Chur)  erteilt  wurde,  bei  welchem  sie  mit  leicht  geänderter  Projektorganisation  aufgrund  gleich  gestalteter  Ausschreibungsunterlagen  ebenfalls  weniger  Stunden  als  vom  ASTRA  vorgegeben offeriert hatten. Die zwingende Vorgabe von Stunden lässt ihrer Auffassung nach sowohl  die  unterschiedlichen  Spezialisierungen  der  Anbieter  als  auch  laufende  Arbeiten  bei  anderen  Teilprojekten  und  dadurch  erworbenes  Know­how  völlig  ausser  Acht.  Es  sei  schlicht  undenkbar,  dass  jeder  Anbieter  von  einem uniformen Aufwand ausgehen könne. 4.5. Gemäss  Ziff.  2.9  der  Ausschreibung  (Teilangebote;  Bemerkungen)  sind  Abänderungen  am  Angebotstext  nicht  zulässig.  Ziff.  3.1  (generelle  Teilnahmebedingungen) bestimmt sodann, dass Abänderungen der vom  Auftraggeber  abgegebenen  Unterlagen  nicht  zulässig  sind  und  entsprechende Angebote vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden  können. 4.6. Ziff. 3.9 der Ausschreibung nennt folgende Zuschlagskriterien: Kriterium 1: Schlüsselpersonen (Gewichtung 40%)

B­8061/2010 Die  Schlüsselpersonen  im  Angebot  werden  hinsichtlich  folgender  Unterkriterien bewertet: 1.1) Referenzen in Bezug zur Aufgabe resp. zu den Aufgaben im Projekt  und deren Aktualität (Gewichtung 30%) 1.2) Angaben zu Aus­ und Weiterbildung, zu den speziellen Kenntnissen,  zur  Berufserfahrung  in  Bezug  zur  Aufgabe  resp.  zu  den  Aufgaben  im  Projekt Kriterium  2:  Aufgabenanalyse  und  Vorgehensvorschlag  (Gewichtung  40%) Die  Angaben  im  Angebot  werden  hinsichtlich  folgender  Unterkriterien  bewertet: 2.1)  Aufgabenanalyse:  Ausgangslage,  Untersuchungsgebiet,  bekannte  Ereignisse,  Schwerpunkte  der  Arbeit,  Chancen  und  Risiken,  Bezug  zur  Methodik und Risikoanalyse, Vorbehalte (Gewichtung 30%) 2.2)  Vorgehensvorschlag: Organisation,  Vorgehen, Wahl  der Methoden,  Sicherstellung der Qualität der Resultate (Gewichtung 10%) Kriterium 3: Preis (Gewichtung 20%) Für  die  Preisbewertung  gilt:  Das  tiefste  bereinigte  Angebot  erhält  die  maximale  Punktzahl.  Angebote,  deren  Preis  50%  oder  mehr  über  dem  tiefsten  Angebot  liegen,  erhalten  0  Punkte.  Dazwischen  erfolgt  die  Bewertung linear. 4.7.  Die  Beschwerdeführerinnen  erstellten  ihre  Offerte  auf  dem  vom  ASTRA  abgegebenen,  ab  7.  Juni  2010  über  simap.ch  zu  beziehenden  Formularsatz  "Gefahrenbeurteilung  und  Risikoanalyse  betreffend  Naturgefahren  auf  Nationalstrassen,  Los  12:  Walensee,  Angebot".  Unmittelbar  nach  dem Deckblatt  dieses  Formularsatzes  folgt  eine  Seite  mit  den  Überschriften  "Generelle  Bemerkungen  zum  Angebot"  sowie  "Anleitung zum Ausfüllen des Formulars"; diese Seite findet sich auch in  der  Offerte  der  Beschwerdeführerinnen.  Unter  den  generellen  Bemerkungen  zum  Angebot  hielt  die  Vergabestelle  insbesondere  Folgendes fest:

B­8061/2010 Der Auftraggeber gibt für die zu erbringenden Leistungen eine bestimmte  Stundenanzahl  vor.  Diese  vorgegebenen  Stunden  müssen  zwingend  offeriert werden. Der Bewerber  ist  frei,  die Stundenvorgaben auf Naturgefahrenprozesse,  Phasen und Personen zu verteilen. Die Stunden der Schlüsselpersonen  für Projektleitung und Initialisierung sind pro Naturgefahrenprozess durch  den Auftraggeber vorgegeben. Allfällige weitere  Leistungen,  welche  aus  Sicht  des  Anbieters  vorteilhaft  sind,  werden  in  der  Tabelle  "Zusatzleistungen"  aufgelistet.  Die  Zusatzleistungen müssen grundsätzlich bei dem Auftraggeber zeitgerecht  angemeldet und durch ihn bewilligt werden. Unter  dem  Titel  "Anleitung  zum  Ausfüllen  des  Formulars"  sind  drei  unterschiedlich  eingefärbte  Rechtecke  dargestellt.  Das  mittlere,  orange  weist  folgende  Legende  auf:  "Diese  vorgegebenen  Arbeitsstunden  des  Auftraggebers sind zwingend zu offerieren". 4.8.  Vor  diesem  Hintergrund  muss  zumindest  bei  erster  Betrachtung  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Anbietenden  im  Prinzip  leicht  erkennen konnten, dass die Gewichtung des Zuschlagskriteriums "Preis"  bei  20%  lag  und  das  ASTRA  eine  feste,  zwingend  einzuhaltende  Stundenzahl  vorgab,  bei  deren  Nichteinhaltung  der  Ausschluss  vom  Vergabeverfahren  für das Los 12 drohte. Zu prüfen bleibt aber noch, ob  auch  Bedeutung  und  Tragweite  dieser  Anordnungen,  insbesondere  in  ihrer Verbindung, ohne Weiteres erkennbar waren. 4.9. Das  ASTRA  stimmt mit  den  Beschwerdeführerinnen  darin  überein,  dass die Ausschreibungsunterlagen – mit Ausnahme des losindividuellen  Perimeterplans und der Gefahrenhinweiskarten – für die Lose 11, 12 und  10,  bei welchem die Beschwerdeführerinnen ebenfalls weniger Stunden  offeriert,  jedoch  den  Zuschlag  erhalten  hatten,  identisch  waren.  Laut  unbestrittener Angabe  in  der Beschwerdeschrift  erging der Zuschlag  für  Los 10  im  April  2010,  also  einige  Zeit  vor  der  Publikation  der  Ausschreibung des hier zur Diskussion stehenden Loses 12. Die  Beschwerdeführerinnen  erklären,  ihr  Angebot  für  Los  10  sei  nicht  ausgeschlossen  worden;  es  habe  keinerlei  Vorbehalte  oder  Hinweise  gegeben, und der Vertrag sei auf der offerierten Grundlage unterzeichnet  worden. Sie hätten deshalb nachvollziehbar keinerlei Anlass gehabt, eine  entsprechende  Rechtsfolge  bei  den  Losen  11  und  12  zu  befürchten, 

B­8061/2010 entsprechende Nachfragen zu stellen oder einen Vorbehalt anzubringen.  Dass  ein  vergleichbares  Vorgehen  je  zum  Ausschluss  habe  führen  können, sei ihnen nicht angekündigt worden, was auch unter dem Aspekt  des Vertrauensschutzes zu rügen sei. 4.10.  Prima  facie  liegt  es  daher  im  Bereich  des  Möglichen,  dass  Bedeutung  und  Tragweite  der  behördlichen  Anordnungen  in  der  Ausschreibung  sowie  in  den  Ausschreibungsunterlagen  nicht  ohne  Weiteres erkennbar waren. Dies gilt jedenfalls, sofern und soweit sich die  Beschwerdeführerinnen aufgrund des Verhaltens des ASTRA bzw.  ihrer  Erfahrungen  mit  Offerten  für  frühere  Lose,  bei  denen  sie  trotz  Unterbietung  der  vorgegebenen  Stundenzahl  nicht  ausgeschlossen  wurden,  in  zulässiger  Weise  auf  den  Vertrauensschutz  berufen  dürfen,  was zumindest bei vorläufiger Beurteilung denkbar erscheint. Angesichts  dessen  ist  prima  facie  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  nicht  bereits  gegen  die  Ausschreibung  vom  7.  Juni  2010  (bzw.  die  gleichzeitig  freigegebenen  Ausschreibungsunterlagen)  Beschwerde  führen  mussten  und  ihre  Vorbringen  vom  16.  November  2010  daher  grundsätzlich  nicht  als  verspätet zu gelten haben. 5.  Vor  diesem  Hintergrund  können  die  prozessualen  Anträge  der  Beschwerdeführerinnen,  welche  mindestens  prima  facie  die  Voraussetzungen zur Beschwerdeführung (Art. 48 Abs. 1, 50 Abs. 1, 52  Abs.  1  und  63  Abs.  4  VwVG)  erfüllen,  nicht  bereits  mit  Blick  auf  die  Eintretensfrage abgewiesen werden. 6.  Demzufolge  muss  nun  mittels  einer  prima­facie­Würdigung  der  materiellen Rechtslage geprüft werden,  ob die Beschwerde gestützt  auf  die vorhandenen Akten als offensichtlich unbegründet anzusehen ist. 6.1. Nach der Praxis der BRK, des Bundesverwaltungsgerichts und des  Bundesgerichts liegt eine Gewichtung des Preiskriteriums mit 20% selbst  für komplexe Beschaffungen grundsätzlich an der untersten Grenze des  Zulässigen (BGE 130 I 241 E. 6.3, 129 I 313 E. 9.2; Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3311/2009  vom  16.  Juli  2009  E.  6.3  mit Hinweisen; GALLI/MOSER/LANG/CLERC, N. 527 mit Hinweisen). Eine zu  tiefe  Gewichtung  des  Preises  verletzt  den  Grundsatz  der  Zuschlagserteilung an das wirtschaftlich günstigste Angebot und steht im 

B­8061/2010 Widerspruch  zur  Zielsetzung,  die  öffentlichen  Mittel  möglichst  wirtschaftlich einzusetzen (GALLI/MOSER/LANG/CLERC, N. 527). 6.2.  Die  Gewichtung  des  Zuschlagskriteriums  3  "Preis"  mit  20%  liegt  grundsätzlich  an  der  untersten  Grenze  des  nach  der  soeben  zitierten  Praxis selbst für komplexe Aufträge Zulässigen. Durch die Vorgabe einer  zwingend einzuhaltenden festen Stundenzahl könnte das Gewicht dieses  Zuschlagskriteriums  allerdings  noch  abgeschwächt  worden  sein,  weil  beispielsweise erfahreneren, teureren Anbietern, welche für die Erfüllung  des  Auftrags  an  sich  nicht  so  viele  Stunden  einsetzen  müssten  wie  weniger  erfahrene Offerenten mit  günstigerem Honoraransatz,  derselbe  zeitliche Aufwand vorgeschrieben wird. Auf diese Weise konnten erstere  unter  Umständen  ihren  reicheren  Erfahrungsschatz  nicht  zur  Geltung  bringen, was dazu geführt  haben  könnte,  dass  in Verletzung  von Art.  1  Abs. 1  lit.  b und c BöB der Wettbewerb unter den Anbietenden verzerrt  und nicht das wirtschaftlich günstigste Angebot berücksichtigt wurde. 6.3.  Prima  facie  lässt  sich  demnach  nicht  ausschliessen,  dass  das     ASTRA  durch  die  tiefe  Gewichtung  des  Zuschlagskriteriums  "Preis"  in  Kombination  mit  der  Vorgabe  einer  festen,  zwingend  einzuhaltenden  Stundenzahl gegen Bundesrecht verstossen haben könnte. 6.4. Daher  erscheint  die  Beschwerde  bei  erster,  vorläufiger  Beurteilung  der  Rechtslage  gestützt  auf  die  vorhandenen  Akten  nicht  als  offensichtlich  unbegründet.  Angesichts  dessen  ist  mittels  einer  Interessenabwägung  über  die  Gewährung  der  aufschiebenden Wirkung  zu befinden. 6.5.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Dezember  2010  erklärte  das  ASTRA,  vorliegend  bestünden  zwar  öffentliche  Interessen  an  der  Gefahrenbeurteilung  und  Risikoanalyse  betreffend  Naturgefahren  auf  Nationalstrassen,  jedoch  keine  Dringlichkeit.  Die  Reihenfolge  und  Staffelung  der  ausgeschriebenen  Lose  sei  von  der  Vergabestelle  aufgrund  der  eigenen  Ressourcen  festgelegt  worden.  Vor  diesem  Hintergrund  und  in  Anbetracht  dessen,  dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  Parteivorbringen  prima  facie  nicht ersichtlich ist, inwiefern hier das Postulat der Gewährung wirksamen  Rechtsschutzes  hintanzustellen  wäre,  ist  der  Beschwerde  die  von  den  Beschwerdeführerinnen beantragte aufschiebende Wirkung zu erteilen.

B­8061/2010 7.  Über die Kosten­ und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheides  ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. 8.  Über das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerinnen ist, soweit  es  durch  die  bis  anhin  gewährte  Akteneinsicht  nicht  gegenstandslos  geworden ist, zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden. 9.  Über  das  weitere  Vorgehen,  namentlich  über  die  Ansetzung  eines  zweiten  Schriftenwechsels  entsprechend  dem  Begehren  der  Beschwerdeführerinnen, ist zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden.

B­8061/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerinnen  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  wird  gutgeheissen;  der  Beschwerde  wird  antragsgemäss die aufschiebende Wirkung erteilt. 2.  Über  das  Akteneinsichtsbegehren  der  Beschwerdeführerinnen  wird,  soweit  es  nicht  gegenstandslos  geworden  ist,  zu  einem  späteren  Zeitpunkt entschieden. 3.  Über  das  weitere  Vorgehen  wird  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  entschieden. 4.  Über die Kosten­ und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheids  wird im Endentscheid befunden. 5.  Dieser Zwischenentscheid geht (vorab per Fax) an: – die Beschwerdeführerinnen (Einschreiben mit Rückschein) – die  Vergabestelle  (Ref­Nr.  J283­1093/Aph;  Einschreiben  mit  Rückschein) – die Zuschlagsempfängerin (A­Post, auszugsweise). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Vera Marantelli Urs Küpfer

B­8061/2010 Rechtsmittelbelehrung: Dieser  Zwischenentscheid  kann,  soweit  davon  auszugehen  ist,  dass  er  einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs.  1  lit.  a  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005,  BGG,  SR  173.110),  gemäss  Art.  100  Abs.  1  BGG  innerhalb  von  30  Tagen  seit  Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden,  wenn  der  geschätzte  Wert  des  zu  vergebenden  Auftrags  den  massgebenden  Schwellenwert  erreicht  und  sich  eine  Rechtsfrage  von  grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 lit. f Ziff. 1 und 2 BGG). Versand: 26. Januar 2011

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