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Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 B-8058/2010

27. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,367 Wörter·~17 min·1

Zusammenfassung

Absolute Ausschlussgründe | Internationale Registrierung Nr. 958317 - IRONWOOD

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­8058/2010 Urteil   v om   2 7 .   Juli   2011 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, Richter David Aschmann,  Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. Parteien I._______________,  vertreten durch Rechtsanwalt Sven Capol, E. Blum & Co. AG  Patent­ und Markenanwälte VSP, Vorderberg 11,  8044 Zürich, Beschwerdeführerin,  gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,   Vorinstanz. Gegenstand Internationale Registrierung Nr. 958 317 – IRONWOOD.

B­8058/2010 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerin  ist  Inhaberin  der  internationalen  Registrierung  Nr. 958 317  "IRONWOOD"  mit  Ursprungsland  Vereinigte  Staaten  von  Amerika,  welche  von  der  Organisation  Mondiale  de  la  Propriété  Intellectuelle  (OMPI)  der  Vorinstanz  am  1.  Mai  2008  notifiziert  wurde.  Diese  internationale  Registrierung  wurde  ihr  2008  von  der  M.___,  Cambridge  USA,  übertragen  (WIPO  Gazette,  2008/23,  S.  561).  Sie  beansprucht  in  der  Schweiz  Schutz  für  die  folgenden  Waren  und  Dienstleistungen:  Klasse  5:  Préparations  pharmaceutiques  utilisées  en  cancérothérapie,  dans  le  traitement  d'allergies,  d'inflammations,  de  douleurs,  de  troubles  psychiques,  de  la  dépression,  de  l'anxiété,  de  psychoses  et  de  la  schizophrénie  et  dans  le  traitement  de maladies  et  dysfonctionnements  concomitants  immunologiques,  métaboliques,  infectieux,  dermatologiques, du système reproducteur, gynécologiques, du système  nerveux central, génétiques, oculaires, urologiques, rénaux, de rétention  d'eau,  de  rétention  sodique,  digestifs,  gastro­intestinaux,  cardiovasculaires et respiratoires. Klasse  42:  Recherche  et  développement  de  produits  pharmaceutiques  pour des tiers. Gegen diese Schutzausdehnung erliess die Vorinstanz am 16. April 2009  eine vorläufige Schutzverweigerung ("refus provisoire  total"). Sie machte  geltend,  das Zeichen  "IRONWOOD"  stelle  in Bezug auf  die  in Klasse 5  und  42  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistung  einen  Verweis  auf  deren Art und Objekt und damit Gemeingut dar.  In  ihrer  Eingabe  vom  12.  November  2009  hielt  die  Beschwerdeführerin  dagegen,  das  Zeichen  sei  unterscheidungskräftig,  da  die  Bezeichnung  "Ironwood",  bzw.  die  Übersetzung  "Eisenholz",  keinen  genau  bestimmbaren  Sinngehalt  aufweise,  da  dies  keine  spezifische  Pflanzenbezeichnung  sei.  Die  betroffenen  Fachkreisen,  in  casu  Apotheker und Pharmakologen, wüssten genau, dass dies kein Beschrieb  einer  Pflanzengattung  sei.  Dem  Durchschnittskonsumenten  sei  die  Bezeichnung  hingegen  gar  nicht  bekannt.  Damit  könne  kein  direkter  Bezug  zu  den  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  hergestellt  werden.

B­8058/2010 Die  Vorinstanz  hielt  mit  Schreiben  vom  15.  Januar  2010  an  ihrer  Zurückweisung fest.  In  ihrer Eingabe vom 15. Juli 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin die  Vorinstanz  um  Erlass  einer  beschwerdefähigen  Verfügung;  dies  nach  zweifach verlängerter Frist. Mit  Verfügung  vom  15.  Oktober  2010  verweigerte  die  Vorinstanz  der  internationalen  Registrierung  Nr. 958 317  "IRONWOOD"  den  Schutz  in  der  Schweiz  für  sämtliche  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  der Klassen 5 und 42. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, der  Begriff  "Ironwood"  würde  von  den  massgebenden  Verkehrskreisen,  in  casu  in  erster  Linie  Fachkräften  wie  namentlich  Pharmakologen,  als  Hinweis auf den  Inhaltsstoff  "Eisenholz" verstanden. Dieses Verständnis  liege  auch  vor,  wenn  es  sich  dabei  nicht  um  den  Namen  einer  spezifischen  Pflanze  sondern  um  einen  Oberbegriff  handle,  unter  welchen mehrere Gruppen heilender Pflanzen fallen würden. So wüssten  insbesondere  die  Fachkreise,  dass  bestimmte  Myrtengewächse,  aus  welchen ätherische Öle zur Verwendung in Heilmittel gewonnen würden,  unter den Oberbegriff "Ironwood" fallen. Schliesslich seien auch Pflanzen,  welche  Aspidosperma­Alkaloide  enthalten,  und  in  der  Behandlung  von  Asthma  und  Appetitlosigkeit  eingesetzt  werden,  unter  den  Begriff  "Ironwood"  zu  subsumieren.  Im  Zusammenhang  mit  den  in  Klasse  5  beanspruchten  Pharmazeutika  beschreibe  die  internationale  Registrierung  "IRONWOOD"  daher  direkt  deren  Inhaltsstoff.  Bezüglich  den  in  Klasse  42  beanspruchten  pharmazeutischen  Forschungsdienstleistungen  beschreibe  das  Zeichen  deren  Forschungsobjekt  direkt.  Aufgrund  ihres  direkt  beschreibenden  Charakters mangle es der internationalen Registrierung an der gesetzlich  geforderten Unterscheidungskraft, weshalb sie  in der Schweiz nicht zum  Markenschutz  zugelassen  werden  könne.  Des  Weiteren  bestehe  ein  Freihaltebedürfnis  am Begriff.  Aus  den  ausländischen Eintragungen  der  internationalen  Registrierung  könne  nichts  zu  ihren  Gunsten  abgeleitet  werden, da diese nur in Grenzfällen als Indiz für eine Eintragungsfähigkeit  angesehen werden, was vorliegend nicht gegeben sei.  B.  Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom  17.  November  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  der  internationalen Registrierung Nr. 958 317 "IRONWOOD" sei der Schutz in 

B­8058/2010 der  Schweiz  vollumfänglich  zu  gewähren,  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz. Zur Begründung brachte  sie im Wesentlichen vor, der englische Begriff "Ironwood" bezeichne eine  Vielzahl  von  Bäumen  und  Sträucher,  die  aufgrund  ihres  harten  und  dichten  Holzes  volkstümlich  so  genannt  würden. Weiter  könne  die  von  der  Vorinstanz  vorgenommene  Übersetzung  nicht  unbesehen  übernommen  werden,  da  die  deutschen  Begriffe  "Eisenholz"  und  "Eisenbaum" nicht vollständig deckungsgleich mit dem Begriff "Ironwood"  seien.  Die  englische  Definition  sei  weniger  breit  als  die  deutsche.  Da  vorliegend  der  englische  Begriff  um  Markenschutz  in  der  Schweiz  ersuche,  könne  der  Schutz  nicht  einzig  aufgrund  der  Definition  des  deutschen  Pendants  verweigert  werden.  Ausserdem  wüssten  die  relevanten  Verkehrskreise,  dass  der  Begriff  "Ironwood"  mehrere  Gattungen und multiple Arten und Unterarten zusammenfasse und nicht  die  botanische  Bezeichnung  der  jeweiligen  Pflanze  sei.  Weiter  sei  den  Verkehrskreisen bekannt, dass es sich nicht um eine Beschreibung eines  Wirkstoffes  handle,  sondern  um  eine  im  Zusammenhang  mit  pharmazeutischen  Produkten  und  Forschung  bedeutungslose  Beschreibung  einer  Holzart.  Damit  handle  es  sich  weder  um  eine  Gattungsbezeichnung  noch  um  einen  Verweis  auf  Art  und  Objekt  der  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen.  Mit  Hinweis  auf  ausländische,  insbesondere  angelsächsische  Eintragungen  der  internationalen  Registrierung,  bringt  die  Beschwerdeführerin  vor,  die  Schutzfähigkeit  sei  somit  ohne  Weiteres  gegeben.  Eine  Schutzverweigerung sei absolut unverständlich.  C.  Mit  Vernehmlassung  vom  25.  Februar  2011  beantragte  die  Vorinstanz,  die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin  vollumfänglich  abzuweisen.  Zur  Begründung  verwies  sie  auf  die  angefochtene  Verfügung  vom  15.  Oktober  2010  und  bemerkte  ergänzend, der Begriff "Ironwood" werde als Bezeichnung verschiedener  Pflanzen mit Heilwirkung  verwendet, weshalb  zumindest  die  Fachkreise  wüssten,  dass  es  sich  hierbei  im  Heilmittelbereich  um  eine  Sachbezeichnung  handle.  Dabei  sei  irrelevant,  dass  verschiedene  Pflanzenarten unter diese Sachbezeichnung subsumiert würden.  D.  Auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen  Parteiverhandlung  wurde  stillschweigend verzichtet.

B­8058/2010 E.  Soweit  sie  rechtserheblich  erscheinen,  wird  auf  die  vorgebrachten  Argumente  und  Beweismittel  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zuständig  (Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerde wurde in der gesetzlichen Frist von  Art.  50  Abs. 1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021)  eingereicht  und  der  verlangte  Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet.  Als  Markenanmelderin  ist  die  Beschwerdeführerin  zur  Beschwerde  legitimiert  (Art. 48  VwVG).  Auf  die  Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  2.1. Die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  (USA)  und  die  Schweiz  sind  beide Mitgliedsstaaten sowohl der Pariser Übereinkunft zum Schutz des  gewerblichen Eigentums,  revidiert  in Stockholm am 14. Juli  1967  (PVÜ,  SR 0.232.04) als auch des Protokolls zum Madrider Abkommen über die  internationale  Registrierung  von  Marken  vom  27.  Juni  1989  (MMP,  SR 0.232.112.4).  Gemäss  der  neuen  Fassung  des  Protokolls  vom  1. September  2008  gilt  nur  zwischen  Staaten,  welche  sowohl  das  Protokoll  als  auch  das  Madrider  Abkommen  über  die  internationale  Registrierung von Marken, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967 (MMA,  SR  0.232.112.3)  unterzeichnet  haben,  dass  die  Schutzverweigerung  innerhalb von zwölf Monaten nach dem Datum der Notifikation durch die  Organisation mondiale  de  la  propriété  intellectuelle  zu  erklären  ist  (vgl.  Art. 5 Abs. 2 Bst. a und b in Verbindung mit Art. 9sexies Abs. 1 Bst. a und b  MMP). Da die USA das Madrider Abkommen nicht unterzeichnet haben,  gilt  vorliegend  eine  Frist  von  18 Monaten  für  die  Erklärung  der  Schutzverweigerung. Die am 1. Mai 2008 beginnende Frist  ist daher mit  Erklärung der Schutzverweigerung vom 16. April 2009 eingehalten.

B­8058/2010 2.2.  Als  Zurückweisungsgrund  kann  die  Vorinstanz  angeben,  dass  die  Marke  jeder  Unterscheidungskraft  entbehre  oder  ausschliesslich  aus  Zeichen  oder  Angaben  zusammengesetzt  sei,  die  "im  Verkehr  zur  Bezeichnung  der  Art,  der  Beschaffenheit,  der Menge,  der  Bestimmung,  des  Werts,  des  Ursprungsorts  der  Erzeugnisse  oder  der  Zeit  der  Erzeugung dienen könnten oder im allgemeinen Sprachgebrauch oder in  den redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten des Schutzlandes  üblich"  seien  (Art.  5  Abs.  1 MMA  in  Verbindung mit  Art.  6quinquies  Bst. b  Ziff. 2 PVÜ). Dieser zwischenstaatlichen Regelung entspricht Art. 2 Bst. a  des Markenschutzgesetzes  vom 28. August  1992  (MSchG, SR  232.11).  Lehre  und  Praxis  zu  dieser  Norm  können  somit  herangezogen  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A_492/2007  vom  14.  Februar  2008  E.  2  Gipfeltreffen). 3.  Nach  Art.  2  Bst.  a  MSchG  sind  Zeichen,  die  Gemeingut  sind,  vom  Markenschutz ausgeschlossen, es sei denn, dass sie sich im Verkehr für  die  Waren  und  Dienstleistungen  durchgesetzt  haben,  für  die  sie  beansprucht werden. 3.1.  Der  Begriff  Zeichen  des  Gemeinguts  ist  ein  Sammelbegriff  für  beschreibende Angaben, Freizeichen sowie für elementare Zeichen. Der  Grund  für  den  Schutzausschluss  ist  im  Freihaltebedürfnis  oder  in  der  fehlenden  Unterscheidungskraft  des  Zeichens  begründet  (EUGEN  MARBACH,  in:  Roland  von  Büren/Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und Wettbewerbsrecht,  Bd.  III/1, Markenrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2009,  [hiernach:  MARBACH,  SIWR  III/1],  N.  247).  Als  Gemeingut  sind unter anderem die  in Art. 6quinquies B Ziff. 2 PVÜ erwähnten Zeichen  anzusehen,  die  spezifische  Merkmale  der  entsprechenden  Produkte  bezeichnen  und  daher  nicht  zur  Identifikation  von  Waren  oder  Dienstleistungen dienen können und vom Publikum nicht als Hinweis auf  eine  bestimmte  Betriebsherkunft  verstanden  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4854/2010  vom  29. November  2010  E.  3  Silacryl).  Nicht  kennzeichnungskräftig  sind  demnach  insbesondere  Sachbezeichnungen und Hinweise auf Eigenschaften wie beispielsweise  die  Beschaffenheit,  Bestimmung  oder  Wirkung  der  Waren  oder  Dienstleistungen, sofern solche Hinweise vom angesprochenen Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit  und  ohne  Fantasieaufwand  verstanden  werden und sich nicht  in blossen Anspielungen erschöpfen (BGE 135 III  359 E. 2.5.5 – akustische Marke, mit Verweis auf BGE 131  III 495 E. 5  Felsenkeller, BGE 129 III 514 E. 4.1 Lego  [3D], und BGE 128 III 454 E. 

B­8058/2010 2.1  Yukon).  Beschreibende  Angaben  können  sich  auch  auf  die  Inhaltsstoffe  der  beanspruchten  Waren  beziehen  (Urteil  des  BVGer  B­ 4854/2010 vom 29. November 2010 E. 5.3  Silacryl) und auf diese Weise  die  Gemeingutzugehörigkeit  des  Zeichens  begründen.  Als  Gemeingut  schutzunfähig  sind  auch  Zeichen,  die  ausschliesslich  aus  allgemeinen  Qualitätshinweisen  oder  reklamehaften  Anpreisungen  bestehen  (Urteil  des Bundesgerichts 4A.161/2007 vom 18. Juli 2007 E. 4.3 we make ideas  work; BGE 129 III 225 E. 5.1 Masterpiece I).  Massgeblich  für  die  naheliegende  Erkennbarkeit  des  beschreibenden  Charakters  sind  die  im  Registereintrag  erwähnten  Waren  und  Dienstleistungen (MARBACH, SIWR III/1, Rn. 209 ff.).  3.2. Auch  englische  Ausdrücke  können  Gemeingut  sein,  wenn  sie  von  einem erheblichen Teil der Verkehrskreise verstanden werden (BGE 129  III 228 E. 5.1 Masterpiece, Urteil des Bundesgerichts, veröffentlicht in sic!  2004, 401 f. E. 3.1­3.2 Discovery Travel & Adventure Channel). Nach der  Rechtsprechung  können  vom  breiten  Publikum  allerdings  nur  ein  Grundwortschatz  englischer  Vokabeln  und  keine  perfekten  Englischkenntnisse erwartet werden  (BGE 125  III  203 E.  1c Budweiser,  BGE 108  II  489 E. 3 Vantage, Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts B­ 7468/2006  vom  6.  September  2007  E.  6.2.2  Seven/Seven  for  all  mankind).  Fachkreise  verfügen  dagegen  in  ihrem  Fachgebiet  oft  über  gute Englischkenntnisse (Urteil des Bundesgerichts 4A_455/2008 vom 1.  Dezember  2008 E.  4.3 AdRank,  Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  B­3394/2007  vom  29.  September  2008  E. 4.2  Salesforce.com  und  B­ 7204/2007  vom  1.  Dezember  2008  E. 7  Stencilmaster).  Fremdwörter  können  sich  branchenspezifisch  auch  als  Sachbezeichnungen  etabliert  haben  und  im  Zusammenhang  mit  den  konkreten  Waren  oder  Dienstleistungen  vom  breiten  Publikum  in  einem  beschreibenden  Sinn  aufgefasst werden  (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B­5531/2007  vom  12.  Dezember  2008  E. 7 Apply­Tips  und  B­600/2007  vom  21.  Juli  2007 E. 2.3.3 Volume up). 3.3. Die Frage,  ob eine Marke eine Beschaffenheitsangabe  darstellt,  ist  aus  Sicht  der  angesprochenen  Abnehmerkreise  für  die  Waren  zu  beurteilen  (BGE  128  III  451  E.  1.6 Première,  BGE  116  II  611  f.  E.  2c  Fioretto),  wobei  es  ausreicht,  dass  der  beschreibende  Charakter  vom  Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit  und  ohne  Fantasieaufwand  unmittelbar erkennbar ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_330/2009 vom 3.  September  2009  E. 2.3.2 Magnum).  Auch  das  Verständnis  betroffener 

B­8058/2010 Fachkreise  ist  zu  berücksichtigen  (LUCAS  DAVID,  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz/Muster­  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  [hiernach:  DAVID,  Kommentar] MSchG  Art. 2  Rn. 18).  Dem Gemeingut  zugehörig  sind  zudem Zeichen,  bei  denen  im  Hinblick  auf  die  beanspruchten Waren  und Dienstleistungen  von  einem  Freihaltebedürfnis  auszugehen  ist  (BVGE  2010/32  E.  7.3.  Pernaton/Pernadol  400;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­ 1580/2008  vom  19.  Mai  2009  E.  2.2  A  ­  Z).  Bei  der  Beurteilung  der  Freihaltebedürftigkeit  eines  Zeichens  ist  auf  das  Bedürfnis  der  Verkehrsteilnehmer,  allen  voran  den  Konkurrenten  des  Hinterlegers,  abzustellen (EUGEN MARBACH, Die Verkehrskreise im Markenrecht, in: sic!  1/2007, [hiernach: MARBACH, Verkehrskreise], S. 1, 11). 4.  Die  internationale Registrierung  "IRONWOOD"  beansprucht  in  Klasse  5  Schutz  für  pharmazeutische  Erzeugnisse  sowie  in  Klasse  42  diesbezügliche Forschungs­ und Entwicklungsdienstleistungen. Unter den  massgebenden  Verkehrskreis  der  pharmazeutischen  Forschungs­  und  Entwicklungsdienstleistung fallen einzig die betreffenden Fachkräfte, was  weder  von  der  Beschwerdeführerin  noch  von  der  Vorinstanz  bestritten  wird.  4.1.  Im  Bereich  pharmazeutischer  Erzeugnisse  wurde  bis  anhin  strikt  zwischen  Verkehrskreisen  rezeptpflichtiger  Medikamente  und  solchen  allgemein  erhältlicher  pharmazeutischer  Erzeugnisse  unterschieden.  Bezüglich  rezeptpflichtiger  Medikamente  wurde  grundsätzlich  auf  das  Verständnis  der  entsprechenden  Fachkreise  abgestellt,  da  der  Kaufentscheid  nicht  beim  eigentlichen  Endabnehmer  liegt,  sondern  von  einer  dritten  Fachperson  initiiert  wird  (ALEXANDER  PFISTER,  Die  Absatzmittler  als  relevanter  Verkehrskreis  im  Markeneintragungsverfahren,  in: sic! 10/2009, S. 686; ebenso MARBACH,  Verkehrskreise,  S. 11;  BGE  84  II  441  Xylocain).  Besteht  bei  einem  Medikament  eine Rezeptpflicht,  handelt  es  sich  dabei  wohl  kaum mehr  um  ein  Gut  des  täglichen  Gebrauchs  (PFISTER,  a.a.O.,  S. 686  Fn. 31),  weshalb  sich  schon  alleine  deshalb  im  Bereich  der  pharmazeutischen  Erzeugnisse eine Differenzierung bei der Feststellung der massgebenden  Verkehrskreise rechtfertigte.  In  jüngerer Zeit gehen Rechtsprechung und  Lehre indessen im Rahmen der Beurteilung der Verwechslungsgefahr im  Widerspruchsverfahren  davon  aus,  dass  unabhängig  von  der  Rezeptpflicht  auch die Sichtweise des Endverbrauchers  zu beachten  ist  (in  Anlehnung  an DAVID,  Kommentar, MSchG Art. 3  Rn. 14;  Entscheide 

B­8058/2010 der RKGE vom 26. Juli 2000 in sic! 2000, 608/609, E. 3 Tasmar/Tasocar,  vom 4. April 2003 in sic! 2003, 500, 501 E. 5 Rivotril/Rimostil und vom 5.  August 2003 in sic! 2003, 973, 974, E. 4 Seropram/Citopram; allgemeiner  GALLUS  JOLLER,  in:  Michael  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  (MSchG),  Bern  2009,  [hiernach:  BEARBEITER/IN,  MSchG­Kommentar],  Art. 3  Rn. 55;  neuerdings  ebenso  MARBACH, SIWR III/1, Rn. 996). Das Bundesverwaltungsgericht hat diese  Rechtsprechung  nur  übernommen,  sofern  ein  Zeichen  allgemein  für  pharmazeutische  Präparate  registriert  ist  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6097/2010  vom  16.  Juni  2011  E. 4.3  Belladerm,  B­1700/2009  vom  11.  November  2009  E.  4.2  Oscillo­coccinum/Anticoccinum,  B­6770/2007  vom  9.  Juni  2008  E.  7.2  Nasocort/Vasacor, B­4070/2007 vom 8. April 2008 E. 5.2 Levane/Levact).  Bei  schweren  Schmerzmitteln  hielt  es  indessen  weiterhin  die  Wahrnehmung  der  entsprechenden  Fachkreise  für  massgeblich  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­4070/2007  vom  8.  April  2008  E.  8  Levane/Levact;  ähnlich  Urteil  des  Handelsgerichts  Bern  vom  in  sic!  2/2007 109 ff. E. 4 Zyloric/Uloric). 4.2. Vorliegend  beansprucht  die  internationale  Registrierung  Schutz  für  pharmazeutische  Erzeugnisse  der  Klasse  5,  welche  die  Behandlung  verschiedenster,  teils schwerer Erkrankungen bezwecken. So sind unter  anderem  Erzeugnisse  zur  Behandlung  von  Erkrankungen  wie  Krebs,  schweren psychischen Erkrankungen und Störungen,  Immunschwächen  sowie  Erzeugnisse  zum  Einsatz  in  der  Reproduktionsmedizin,  der  Urologie  und  Gynäkologie  beansprucht,  welche  kaum  ohne  Rezept  erhältlich  sind.  Doch  auch  alltäglichere  pharmazeutische  Erzeugnisse,  wie zum Beispiel Schmerzmittel und Entzündungshemmer, unterliegen ab  einer gewissen Stärke der Rezeptpflicht. Die Beschwerdeführerin und die  Vorinstanz  stimmen  dementsprechend  überein,  dass  bezüglich  der  in  Klasse 5 beanspruchten Waren  in erster Linie Fachkräfte wie Ärzte und  Apotheker  zu  den massgebenden  Verkehrskreisen  zu  zählen  sind.  Der  effektive  Endabnehmer,  d.h.  der  Durchschnittskonsument,  wird  von  beiden zumindest  in  jenen Fällen zum relevanten Verkehrskreis gezählt,  in denen keine Rezeptpflichtigkeit besteht (vgl. Ziffer 5 der angefochtenen  Verfügung  und  Ziffer  12  der  Beschwerdeschrift).  Im  Einklang  mit  der  Vorinstanz  und  der  Beschwerdeführerin  sind  daher  für  einen  Teil  der  Warenliste  Durchschnittskonsumenten  von  Arzneimitteln  und  für  einen  anderen  Fachkreise  der  Medizin  als  massgebende  Verkehrskreise  anzusehen, wobei  vorliegend aufgrund der  nachstehenden Erwägungen  offen bleiben kann, wie die beanspruchten Waren zu differenzieren sind. 

B­8058/2010 Die Vorinstanz weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass ein Zeichen  bereits  dann  zurückzuweisen  ist,  wenn  ein  Schutzausschlussgrund  aus  Sicht nur eines betroffenen Verkehrskreises gegeben ist (vgl. Ziffer 5 der  angefochtenen Verfügung).  5.  5.1. Die strittige internationale Registrierung besteht aus dem englischen  Substantiv "ironwood", dem die Sinngehalte "any of numerous trees and  shrubs  (as  a  hornbeam  or  hop  hornbeam)  with  exceptionally  tough  or  hard  wood"  und  "the  wood  of  an  ironwood"  zukommen  (Eintrag  "Ironwood" in: Merriam­Webster English Dictionary Online, aufrufbar unter  <www.merriam­webster.com>, zuletzt besucht am 22.06.2011; vgl. auch  Beilage  4  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010).  Der  Begriff  "ironwood"  bezeichnet  demnach  sowohl  jeden  Baum,  der  ein  aussergewöhnlich  hartes  und  schwer  bearbeitbares  Holz  hat,  als  auch  das Holz jener Bäume.  5.2. Weiter  lässt sich die englische Wortkombination  "ironwood" auch  in  die Wörter  "iron"  und  "wood"  aufteilen. Während  dem  Begriff  "iron"  die  Sinngehalte  "Das  Eisen;  eisern;  bügeln"  zukommen  (PONS  Online  Wörterbuch  Englisch­Deutsch,  abrufbar  unter  <http://www.pons.de>,  [hiernach:  PONS],  zuletzt  besucht  am  23.06.2011),  kann  "wood"  auf  Deutsch sowohl mit "Holz" als auch mit "Wald" übersetzt werden (PONS,  a.a.O.). Damit ergeben sich die Sinngehalte "eiserner Wald", "Eisenwald",  "eisernes Holz" und "Eisenholz" sowie "bügeln­Holz" bzw. "­Wald", wobei  Letztere  keinen  Sinn  ergeben.  Da  sich  das  Zeichen  "IRONWOOD"  aus  Begriffen des englischen Grundwortschatzes zusammensetzt, werden die  Bedeutungen "Eisenholz" bzw. "Eisenwald" sowohl von den Fachkreisen  als  auch  von  den  Durchschnittsabnehmern  ohne  Gedankenaufwand  im  dargelegten  Sinn  erkannt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3377/2010  vom  27.07.2010  E.  5.2  RADIANT  APRICOT;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1364/2008  vom  24.  Juni  2009  E.  5.3 On  the Beach). Ob allerdings aus der Tatsache, dass die Verkehrskreise den  Begriff "ironwood" problemlos wörtlich übersetzen können, gleich auf die  Bekanntheit  der  botanischen  Bedeutung  geschlossen  werden  kann,  ist,  wie  die  Beschwerdeführerin  anbringt  (vgl.  Ziffer  13  der  Beschwerdeschrift), zumindest nicht selbstverständlich und im Folgenden  zu prüfen. 

B­8058/2010 5.3.  Die  Tatsache,  dass  der  Begriff  "Eisenholz"  auch  im  Deutschen  existiert,  verstärkt  immerhin  die  Annahme,  der  Sinngehalt  des  Begriffs  "ironwood"  sei  tatsächlich  verständlich  (vgl.  Eintrag  zu  Eisenholz  in:  MEYERS GROSSES UNIVERSALLEXIKON, Band 4, Mannheim 1981, [hiernach:  MEYERS UNIVERSALLEXIKON], S. 242; vgl. Eintrag zu Eisenholz, Eisenbaum  in DER GROSSE BROCKHAUS, Beilage 5 der Beschwerdeschrift). So handelt  es  sich  einerseits  um  die  Bezeichnung  "für  das  sehr  harte,  schwer  zu  bearbeitende,  dunkelbraune  Holz  des  australischen  Myrtengewächses  Backhousia  myrtifolia"  sowie  andererseits  um  die  "ungenaue  Bezeichnung  für  sehr  harte,  dichte  und  schwere  Hölzer  verschiedener  aussereuropäischer  Bäume",  wie  zum  Beispiel  "für  das  Bongosiholz  (Bongosi),  das  Holz  des  Zaubernussgewächses  (Parrotia  persica),  das  Holz  des Seifenbaumgewächses  (Argania  spinosa),  das Holz  von Arten  der Gattung Afzelia und für das ostindische Nagasholz vom Nagasbaum"  (vgl. MEYERS UNIVERSALLEXIKON, a.a.O., S. 242). Das Eisenholz  ist somit  ein  "sehr  hartes,  schwer  zu  bearbeitendes  Holz  verschiedener  aussereuropäischer  Baumarten"  (vgl.  Eintrag  "Eisenholz"  in:  DUDEN –  DEUTSCHES  UNIVERSALWÖRTERBUCH,  6.  überarbeitete  und  erweiterte  Auflage,  Mannheim  2007,  S. 479).  Als  Eisenholzbaum  gilt  jener  Baum,  der  Eisenholz  liefert  (Eintrag  "Eisenholz"  in:  DUDEN  –  DAS  GROSSE  WÖRTERBUCH  DER  DEUTSCHEN  SPRACHE,  2.  neu  bearbeitete  Auflage,  Mannheim 1993, S. 884).  Auch im Französischen existiert der Begriff "bois de fer". Es handelt sich  hierbei  um  den  "nom  commercial  donné  à  des  bois  très  durs,  et  à  des  bois  dont  le  contact  ne  rouille  pas  le  fer,  tels  que  le  teck"  (LAROUSSE  ENCYCLOPÉDIE  DE  LA  LANGUE  FRANÇAISE,  [hiernach:  LAROUSSE],  abrufbar  unter  <http://www.larousse.fr>,  zuletzt  besucht  am  23.06.2011).  Bezeichnet wird damit klar eine Holzart. 5.4. Die Vorinstanz schliesst aus der englischen Definition des Zeichens  und  dem  Sinngehalte  des  deutschen  Gegenstücks,  dass  es  sich  in  beiden  Fällen  um  eine  bestimme  Pflanzengattung  handelt.  Der  Begriff  "ironwood"  werde  daher  als  Gattungs­  bzw.  Sachbezeichnung  aus  der  Botanik  im  Sinne  von  Eisenholz  verstanden  (Ziffern  5  und  8  der  angefochtenen Verfügung). Es handle  sich dabei um eine Baumgattung  (Beilage  5  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010)  aus  der  Familie  der Myrtengewächse  (Beilage  6  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom 15.01.2010). Weiter werde  auch  die  in  der Medizin  verwendete,  in  Nordamerika  verbreitete  Hopfen­Hainbuche  (Hophornbeam,  Ostrya 

B­8058/2010 Virginiana)  als  "Ironwood"  bzw.  "Eisenholz"  bezeichnet  (Beilage 7  der  Vernehmlassung der Vorinstanz). 5.5.  Die  Beschwerdeführerin  wendet  dagegen  ein,  beim  Begriff  "Ironwood" handle es sich nicht um eine bestimme Pflanzengattung oder  Pflanzenart. Vielmehr sei dies eine Bezeichnung  für das sehr harte und  dichte  Holz  verschiedenster  Bäume  (vgl.  Ziffern  6  und  8  der  Beschwerdeschrift  sowie Beilagen 2 bis 4 der Beschwerdeschrift). Auch  im Deutschen würde mit  "Eisenholz"  nicht eine bestimmte Gattung,  und  damit  eine  bestimmte  Heilpflanze  benannt,  sondern  lediglich  das  Holz  dieser Pflanzen (Beilage 5 der Beschwerdeschrift). Sowohl im Englischen  als  auch  im  Deutschen  würden  verschiedenste  Pflanzenarten  sogenanntes  "Ironwood"  bzw.  Eisenholz  liefern,  weshalb  dieser  Begriff  zur konkreten Pflanzenbestimmung nicht herangezogen werden könne. 5.6.  In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin  ergibt sich aus verschiedenen allgemeinen und botanischen Lexika, dass  sowohl  der  Begriff  "Ironwood"  als  auch  dessen  deutsche  und  französische  Pendants  "Eisenholz"  und  "bois  de  fer"  eindeutig  an  die  Eigenschaften des Holzes bestimmter Bäume anknüpfen, nicht aber eine  Pflanzensorte  bzw.  –gattung  bezeichnen  (siehe  die  E. 5.1  und  5.3  hiervor).  Selbst  aus  der  Belegstelle,  welche  die  Vorinstanz  zu  dieser  Aussage führt, geht explizit hervor, dass es sich beim Begriff "Eisenholz"  um  "besonders  harte  Hölzer  verschiedener  Bäume",  also  um  eine  Charakterisierung des Holzes verschiedenster Bäume, handelt (Beilage 7  des Schreibens der Vorinstanz vom 15.01.2010). Entsprechend sind auch  die von der Vorinstanz erwähnten Wikipedia­Einträge zu "Eisenholz" und  "Eisenhölzer"  in die Kategorie  "Holzart" eingeteilt  (vgl. Beilagen 5 und 6  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010).  "Ironwood"  ist  ein  "common  name"  (Beilage  2  der  Beschwerdeschrift  mit  Verweis  auf  Eintrag  "Ironwood"  in  Wikipedia)  bzw.  einen  "nom  commercial"  (LAROUSSE, a.a.O.) und eine "volkstümliche Bezeichnung" (Beilage 5 zur  Beschwerdeschrift  mit  Verweis  auf  Eintrag  "Eisenholz,  Eisenbaum",  in:  DER GROsse BROCKHAUS, 18. Auflage, 1978) für Bäume mit hartem Holz  sowie  das  Holz  dieser  Bäume.  Etwas  anderes  als  die  Eigenschaft  gewisser  Hölzer  bezeichnet  dieser  Begriff  weder  auf  Englisch  noch  auf  Deutsch  oder  Französisch.  Da  dieses  Charakteristikum  auf  die  verschiedensten Bäume und Hölzer zutrifft, kann entgegen der Annahme  der  Vorinstanz  jedenfalls  nicht  direkt  auf  eine  botanische  Gattungsbezeichnung  "Eisenholz"  geschlossen  werden  (vgl.  E.  5.4  f.  hiervor). 

B­8058/2010 6.  Im Folgenden  ist zu prüfen, ob das Zeichen  im Zusammenhang mit den  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  aufgrund  gemeinsamer  Eigenschaften der als "ironwood" bzw. "iron wood" bezeichneten Pflanzen  bzw.  Bäume  dem  Gemeingut  zuzurechnen  ist.  Die  Vorinstanz  hat  der  internationalen  Registrierung  den  Markenschutz  in  der  Schweiz  verweigert, weil diese Pflanzen nach ihren Feststellungen zur Gattung der  Myrthengewächs  gehören,  welche  wiederum  zur  Herstellung  von  pharmazeutischen  Produkten  dienen  und  die  Marke  damit  direkt  einen  möglichen  Inhaltsstoff  der  Waren  bzw.  Gegenstand  der  Forschung  beschreibt  (Ziffer  9 f.  der  angefochtenen  Verfügung).  Hierfür  stützt  sie  sich  auf  verschiedenste  Quellen  im  Internet,  welche  vor  allem  die  deutschen Bezeichnungen "Eisenholz" und "Eisenhölzer" betreffen. 6.1.  6.1.1. Gestützt  auf  den  Eintrag  zum  Begriff  "Eisenholz"  in  der  Online­ Enzyklopädie  Wikipedia,  in  welchem  exemplarisch  als  "Eisenholz"  bezeichnete  Bäume  aufgeführt  werden  (Beilage  5  des  Schreibens  der  Vorinstanz vom 15.01.2010), schliesst die Vorinstanz auf die  "Arten aus  der Gattung der Eisenhölzer", den Metrosideros, welche zur Familie der  Myrtengewächse  zählen  (Beilage 6 des Schreibens der Vorinstanz  vom  15.01.2010).  Aus  der  Definition  der Myrtengewächse  in Wikipedia  leitet  sie wiederum ab, dass viele Arten der Myrtengewächse ätherische Öle für  die  Pharmazie  liefern  (Beilage  8  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010). Aus diesen Feststellungen zieht die Vorinstanz den Schluss,  "Eisenholz"  –  und  demnach  auch  "Ironwood"  –  beschreibe  allfällige  pharmazeutische  Inhaltsstoffe,  wie  zum  Beispiel  jene  Arten  der  Myrtengewächse aus denen ätherische Öle für die Pharmazie gewonnen  werden,  direkt.  Wie  die  Beschwerdeführerin  jedoch  richtigerweise  einwendet,  kommt  die  Vorinstanz  nicht  direkt  zu  diesem  Ergebnis.  Vielmehr  bedarf  es mehrerer Gedankengänge,  um  zu  diesem Ergebnis  zu  kommen.  Ausserdem  handelt  es  sich  bei  der  von  der  Vorinstanz  erwähnten  Myrtengewächsart  "Metrosideros"  gerade  nicht  um  eine  Heilpflanze  (siehe  Beilage  6  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010). 6.1.2.  Mit  Verweis  auf  einen  Ausschnitt  eines  weiteren  Wikipedia­ Eintrages  zu  "Zaubernussgewächsen"  (Beilage  9  des  Schreibens  der 

B­8058/2010 Vorinstanz vom 15.01.2010) belegt die Vorinstanz, dass einige Arten der  "Hamamelis" Heilpflanzen sind und deren ätherische Öle bzw. Blätter  in  der  Pharmazie  zu Heilzwecken  verwendet  werden.  Im Einklang mit  der  Vorinstanz  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  eine  Art  der  Zaubernussgewächse  tatsächlich  mit  "Ironwood"  und  "Eisenholz"  bezeichnet  wird.  Es  handelt  sich  hierbei  aber  nicht  um  die  von  der  Vorinstanz  erwähnten  "Hamamelis  virginiana"  und  "Loropetalum  chinense"  sondern  um  die  "Parrotia  persica",  dem  persischen  Eisenholzbaum,  welcher  aber  als  Ziergehölz  gilt  (siehe  Beilage  2  der  Beschwerdeschrift; MEYERS UNIVERSALLEXIKON, a.a.O., S. 242; Eintrag zu  "Parrotia  persica"  in  Wikipedia,  aufrufbar  unter  <http://de.wikipedia.org/wiki/Parrotia_persica>,  zuletzt  besucht  am  29.06.2011). Bei der mit "Ironwood" bezeichneten Zaubernussgewächsart  handelt es sich also gerade nicht um eine Heilpflanze. 6.1.3. Weiter verweist die Vorinstanz auf die Heilkräfte des Aspidosperma  bzw.  Quebracho  (Beilage  11  zum  Schreiben  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010). Hierbei sei bemerkt, dass weder der Quebrachobaum, noch  dessen Pflanzenfamilie, die "Hundsgiftgewächse", zu den als "Ironwood"  bezeichneten  Baumarten  gehören  (Beilagen  2  und  8  der  Beschwerdeschrift).  Dies  gilt  auch  für  die  "Swartzia  madagascariensis"  bzw.  "Bobgunnia  madagascariensis",  deren  Heilwirkung  im  Übrigen  klinisch  nicht  bewiesen  werden  konnte  (Beilage  2  der  angefochtenen  Verfügung).  Soweit  die  Vorinstanz  auf  das  in  der  Homöopathie  verwendete  "Guajakaholz" verweist (vgl. Beilage 1 der angefochtenen Verfügung), ist  im  Einklang  mit  der  Beschwerdeführerin  einzuwenden,  dass  dieses  möglicherweise  im  16.  Jahrhundert  als  "Eisenholz"  galt,  es  heutzutage  aber  "Pockholz"  genannt  wird  (Beilage  2  der  Stellungnahme  der  Beschwerdeführerin  vom  12.11.2009).  Im  Übrigen  geht  dies  in  gleicher  Weise aus der Belegstelle hervor, auf welche sich die Vorinstanz beruft. 6.1.4.  Die  Vorinstanz  belegt  mit  dem  Pflanzenbeschrieb  in  <http://www.himalayahealthcare.com/herbfinder/h_mesuaf.htm>  (zuletzt  besucht am 15.01.2010) die heilenden Eigenschaften des "Mesua ferrea",  einem  Baum  der  im  angelsächsischen  Raum  nebst  anderen  auch  den  Namen  "Ceylon  ironwood"  trägt  (Beilage  10  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010).  Mit  Verweis  auf  den  privaten  Blog  <http://www.pflanzenguru.com/pflanzen­der­ayurveda>  (zuletzt  besucht  am  15.01.2010)  belegt  sie,  dass  Extrakte  des  Samenöls  des  Mesua 

B­8058/2010 ferrea  sowie  dessen  Rinde,  Blätter  und  Knospen  in  der  ayurvedischen  Medizin Verwendung  finden  (Beilage  12  des Schreibens  der Vorinstanz  vom 15.01.2010).  Im Einklang mit der Vorinstanz  ist daher  festzuhalten,  dass die Pflanze  "mesua  ferrea"  in der Alternativmedizin verwertet wird.  Der Begriff "Ironwood" bezieht sich jedoch auch hierbei nur auf das Holz  der  Pflanze.  Etwas  anderes  lässt  sich  aus  den  Belegen  der  Vorinstanz  nicht schliessen.  6.1.5. Ähnliches gilt auch für die "Ostrya virginiana", der amerikanischen  Hopfenbuche,  deren  Verwendung  in  der  Homöopathie  die  Vorinstanz  belegt  (Beilage  7  der  Vernehmlassung  der  Vorinstanz).  Zwar  ist  dieser  Baum unter die Bäume, welche dank ihres Holzes als "Ironwood" gelten,  zu  subsumieren  (Beilage  2  der  Beschwerdeschrift;  Beilage  4  des  Schreibens  der  Vorinstanz  vom  15.01.2010),  doch  bezieht  sich  "Ironwood"  eben  auf  dessen  Holz.  Weiter  wird  dieser  Inhaltsstoff  im  prüfungsrelevanten  Sprachraum  stets  "ostrya  virginica"  bzw.  "ostrya  virginiana"  genannt,  nicht  aber  "Eisenholz"  oder  gar  "Ironwood"  (vgl.  Deutsche  Homöopathische  Union,  aufrufbar  unter  <http://www.dhu.de/globuli/seiten/arzneimittel  /datenbank/product.php?id=2611021>,  zuletzt  besucht  am  6.7.2011;  Eintrag  in  Bibliothek  der  Heilpflanzen­Welt,  aufrufbar  unter  <http://buecher.heilpflanzen­welt.de/BGA­Kommission­D­Monographien  /ostrya­virginiana­­ostrya­virginica.htm>,  zuletzt  besucht  am  6.7.2011;  Eintrag  in  Arzneimittel  des  Herstellers  Arcana,  aufrufbar  unter  <http://www.arcana.de/homoeopathische­ arzneimittel/arzneimittelverzeichnis/ostrya­virginica>,  zuletzt  besucht  am  6.7.2011).  Gerade  Fachkräfte  wie  Pharmazeuten  und  Ärzte  in  der  Schweiz  wissen  daher,  dass  die  Bezeichnungen  "Ironwood"  bzw.  "Eisenholz" nicht die korrekten Bezeichnungen  für die heilende Wirkung  der  Pflanzen  generell  oder  gar  spezifisch  die  Heilpflanze  "Ostrya  Virginiana"  sind.  Etwas  anderes  geht  entgegen  der  Meinung  der  Vorinstanz auch nicht aus dem ins Recht gelegten Ausschnitt des Blogs  "How  to  lose  belly  fat  fast"  hervor  (Beilage  3  der  angefochtenen  Verfügung),  dem  im  Übrigen  weder  wissenschaftlicher  Gehalt  noch  Bezug zur Schweiz zugesprochen werden kann. Darin steht ausdrücklich  – und  im Widerspruch  zur Argumentation  der Vorinstanz  –,  dass  dieser  Baum  in der modernen Medizin keine Verwendung  findet  (vgl. Absatz 5  der Beilage 3 der angefochtenen Verfügung).  6.2.  Zusammenfassend  ist  daher  nicht  zu  bezweifeln,  dass  Pflanzengattungen,  von denen einzelne Arten aufgrund  ihrer Holzstärke 

B­8058/2010 als  "Ironwood"  gelten,  medizinische  Verwendung  finden.  Daraus  kann  aber  entgegen  der  Ansicht  der  Vorinstanz  nicht  geschlossen  werden,  dass  der  Begriff  "Ironwood"  selber  eine  direkte  Beschreibung  eines  möglichen Inhaltstoffes darstellt. Im Einklang mit der Beschwerdeführerin  ist festzuhalten, dass der Begriff "Ironwood" eine Holzart, nicht aber einen  botanischen  Gattungs­,  Art­  oder  Familiennamen  bezeichnet  (vgl.  E. 5  hiervor). Dadurch  unterscheidet  sich  "Ironwood"  beispielsweise  klar  von  der  anerkannten  botanischen Gattung  der  Sonnenhüte,  welche  von  der  Vorinstanz  angeführt wird,  zu  der  es  viele Unterarten,  davon  einige mit  heilender Wirkung,  gibt.  Mit  anderen Worten,  wiewohl  die  Bezeichnung  mit  ihrem  Sinngehalt  an  eine  biologische  Eigenschaft  von  Pflanzen –  nämlich das harte Holz – anknüpft, hat sie erwiesenermassen nichts mit  der  heilenden  Eigenschaft  dieser  Pflanzen  zu  tun  und  wird  nach  dem  Gesagten  jedenfalls  nicht  ohne  Gedankenaufwand  als  Hinweis  auf  Zutaten oder Wirkstoffe von Medikamenten begriffen.  6.2.1.  Nach  Auffassung  des  Bundesverwaltungsgerichts  schiesst  die  Vorinstanz daher mit ihrem Entscheid über das Ziel hinaus, da ansonsten  aus  einem  anderen  Begriffskreis  stammende  Oberbegriffe  generell  von  der  Eintragungsfähigkeit  ausgeschlossen  wären,  wie  etwa  "Laubbaum",  "Tiefwurzler"  für Medikamente oder Nachtschattengewächs  für Gemüse.  Obwohl  z.B.  einige  Gemüse  (Kartoffel,  Tomate,  Paprika,  Aubergine)  Nachtschattengewächse  sind,  haben  die  die  Bezeichnung  mit  Nachtschattengewächs  begründenden  Eigenschaften  nichts  mit  deren  Essbarkeit  als Gemüse zu  tun. Die Argumentation der Vorinstanz,  dass  auch unter anderem mit  Ironwood oder Eisenholz bezeichnete Pflanzen  heilende  Eigenschaften  haben,  würde  dazu  führen,  dass  nicht  nur  systematisch korrekte und umgangssprachliche Pflanzenbezeichnungen,  sondern  auch  alle  anderen  denkbaren  biologischen  Eigenschaftsbezeichnungen,  die  auf  heilende  Pflanzen  als  Waren  der  Klasse  5  zutreffen,  von  der  Eintragung  ausgeschlossen  sind,  was  indessen nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts zu weit geht. 6.3. Verifiziert man  die  Rechercheergebnisse  aus  Sicht  der  betroffenen  Verkehrskreise  und  gewichtet  diese  qualitativ  (vgl.  DAVID  RÜETSCHI,  Beweisrecht,  in:  MSchG­Kommentar,  a.a.O.,  Rn.  54;  ebenso MARBACH,  SIWR  III/1,  Rn. 228),  kommt  man  bezüglich  des  Verkehrskreises  der  Fachkräfte  zum  Schluss,  dass  Quellen  naturwissenschaftlicher  bzw.  medizinischer  Natur,  in  denen  zwischen  der  Holzcharakterisierung  und  einem  Heilmittel  eine  direkte  Verbindung  hergestellt  wird,  fehlen.  Wie  voranstehend untersucht (vgl. E. 5.6 und 6.1), wird der Begriff "Ironwood" 

B­8058/2010 vom  spezialisierten  Verkehrskreis,  auf  welchen  sich  die  Vorinstanz  korrekterweise  in  erster  Linie  abstützt,  mit  einzelnen  Hölzern  aber  in  keiner  Weise  mit  der  Pflanzenheilkunde  in  Verbindung  gebracht.  Demnach  ist  festzustellen,  dass  nicht  nur  der  Durchschnittskonsument,  sondern  auch  das  einschlägige  Fachpublikum  das  hinterlegte  Zeichen  zwar  übersetzen  kann,  den  Begriff  jedoch  nicht  unmittelbar  mit  Heilpflanzen in Verbindung bringt.  6.4. "Ironwood" ist nach dem Gesagten keine direkte Beschreibung eines  möglichen  Inhaltsstoffes  eines  der  beanspruchten  Medikamente.  Es  handelt  sich  auch  nicht,  wie  von  der  Vorinstanz  vorgebracht,  um  eine  Sachbezeichnung  der  Pharmazie  (Ziffern  3  und  4  der  Vernehmlassung  der  Vorinstanz).  Als  Sachbezeichnung  gilt  nämlich  jener  Ausdruck,  der  nach dem allgemeinen Sprachgebrauch des  für die betreffende Ware  in  Betracht kommenden Verkehrskreis dazu dient, eine bestimmte Sache zu  benennen  (CHRISTINE  BEUTLER,  Schutz  der  sachlichen  Kommunikation,  Bern 2011, S. 26 mit Verweis auf BGE 84 II 429 E. 3b, S. 431 f.). Gerade  spezialisierte  Fachkräfte  wissen  aufgrund  ihrer  Sachkenntnisse,  dass  "Ironwood"  weder  eine  Gattungs­  noch  eine  Art­  oder  Familienbezeichnung,  sondern  eine  Holzcharakterbeschreibung  ist.  Durchschnittskonsumenten setzen den Begriff gar nicht in Verbindung mit  Medikamente, worin sich im Übrigen Vorinstanz und Beschwerdeführerin  einig  sind.  Die  massgebenden  Verkehrskreise  nehmen  die  hinterlegte  Bezeichnung  daher  keinesfalls  als  Sachbezeichnung  der  Pharmazie  wahr.  Selbst  spezialisierte  Verkehrskreise  bedürfen  eines  erhöhten  Gedankenaufwandes,  um  von  "Ironwood"  auf  eine  Heilpflanze  zu  schliessen. Nur wenn "Ironwood" begriffsnotwendig oder  faktisch  in aller  Regel  zu  Heilzwecken  verwendet  würde,  wäre  der  Gedankenschritt  allenfalls  derart  klein,  dass  eine  an  sich  nicht  mit  der  Heilwirkung  im  Zusammenhang  stehende  Eigenschaft  der  Pflanzen  deren  Verwendung  zu Heilzwecken direkt beschreiben würde. Entgegen den Feststellungen  der  Vorinstanz  kann  daher  nicht  von  einer  fehlenden  Unterscheidungskraft  des  Zeichens  für  die  beanspruchten  Waren  der  Klasse 5 ausgegangen werden.  6.5.  Soweit  Dienstleistungen  der  Klasse  42  betroffen  sind,  könnte  "Ironwood" als  thematische Beschreibung des Forschungsgegenstandes  der Unterscheidungskraft entbehren. Da  jedoch, wie gezeigt, der Begriff  "Ironwood" an die Eigenart des Holzes und nicht an die heilende Wirkung  einiger  auch  als  "Ironwood"  bezeichneter  Pflanzen  anknüpft,  käme  ein  beschreibender  Charakter  des  Zeichens  nur  bei  auf  Hölzer  bezogene 

B­8058/2010 Forschung  in  Betracht.  Daran  ändert  auch  die  Tatsache  nichts,  dass  "Ostrya  Virginiana"  und  "Messua  Ferrea",  deren  Holz  als  "Ironwood"  gelten,  in  der  Homöopathie  verwendet  werden.  Der  Begriff  "Ironwood"  bezieht sich auch hier nur auf die Holzart, weshalb der Begriff nicht für die  Forschung  und  Entwicklung  von Medikamenten  direkt  beschreibend  ist.  Entgegen der Meinung der Vorinstanz, ist die internationale Registrierung  "IRONWOOD"  daher  auch  bezüglich  der  in  Klasse  42  beanspruchten  Dienstleistungen nicht beschreibend.  7.  Dem Zeichen könnte allenfalls ein anpreisender Charakter  in dem Sinne  zugemessen werden, als der Bestandteil IRON bzw. Eisen, insbesondere  auch  von  den  Durchschnittskonsumenten,  als  Hinweis  auf  Stärke  und  Kraft  verstanden  würde,  welche  durch  die  Einnahme  der  Medikamente  erreicht  würde.  Als  Adjektiv  hat  "iron"  u.a.  den  Sinngehalt  "stark  und  gesund", weshalb man zum Beispiel  von einer  "iron constitution" spricht  um  auf  die  robuste  Konstitution  einer  Person  hinzuweisen  (Eintrag  zu  "iron  (adjective)"  in:  Merriam­Webster,  aufrufbar  unter  <http://www.merriam­ webster.com/dictionary/iron?show=1&t=1309791922>,  zuletzt  besucht  am 01.07.2011). Demgegenüber  ist aber zu beachten, dass der weitere  Bestandteil WOOD nicht derart unbedeutend  ist, dass er vollkommen  in  den  Hintergrund  gedrängt  würde.  Auch  schliessen  die  massgebenden  Verkehrskreise  nicht  ohne  Gedankenaufwand  von  der  Holzeigenschaft  "Ironwood"  auf  einen  möglichen  Effekt  der  beanspruchten  pharmazeutischen Erzeugnisse,  also  darauf,  dass  das Erzeugnis  einem  stark  wie  "Ironwood"  mache.  Dem  Wort  "Ironwood"  als  Ganzes  wohnt  somit in Bezug auf die beanspruchten Waren und Dienstleistungen nichts  unmittelbar Anpreisendes inne, weshalb die Gemeingutzugehörigkeit des  Zeichens auch so nicht begründet werden kann. 8.  Die Vorinstanz macht schliesslich geltend, der Begriff  "Ironwood" sei  für  pharmazeutische  Produkte  und  Forschungsdienstleistungen  freihaltebedürftig.  Es  ist  der  Vorinstanz  insofern  zuzustimmen,  als  nicht  nur  eindeutige  zoologische  oder  botanische  Speziesbezeichnungen  wegen ihres Freihaltebedürfnisses dem Gemeingut zuzuordnen sind (vgl.  BVGE  2010/32  E.  7.3.2  Pernaton/Pernadol  400).  Ausserdem  kann  ein  Begriff  selbst  dann  freihaltebedürftig  sein,  wenn  für  die  gleiche  Ware  Alternativen  bestehen  (vgl.  BEUTLER,  a.a.O.,  S.  26).  Mangels  eines  Bezugs  zur  Pflanzenheilkunde,  ist  ein  Freihaltebedürfnis  bezüglich  dem 

B­8058/2010 hinterlegten  Begriff  für  die  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen  jedoch abzulehnen. So hat das Bundesverwaltungsgericht etwa in Bezug  auf eine die Silbe PERNA enthaltende Marke für diätetische Erzeugnisse  entschieden,  dass  diese  Silbe  freihaltebedürftig  ist,  da  es  sich  um  eine  Gattungsbezeichnung handelt, die in der Bezeichnung mehrerer ebenfalls  vom  Menschen  geniessbarer  Muschelsorten  verwendet  wird  (BVGE  2010/32  E.  7.3.2  Pernaton/Pernadol  400).  Wie  bereits  aufgezeigt  (vgl.  E. 5  hiervor),  handelt  es  sich  bei  "Ironwood"  jedoch  nicht  um  eine  Gattungsbezeichnung,  sondern  um  die  Beschreibung  einer  Holzeigenschaft, welche verschiedenen Pflanzen gemein  ist.  "Ironwood"  ist namentlich keine umgangssprachliche Bezeichnung von Heilpflanzen.  Entgegen der Meinung der Vorinstanz kann es weder bei der Beurteilung  des  Gemeingutcharakters  noch  des  Freihaltebedürfnisses  eine  Rolle  spielen,  ob  ein  allfälliges  Produkt  unter  der  strittigen  Bezeichnung  auf  dem Markt  erhältlich  ist  (BEUTLER,  a.a.O., S.  26). Da  vorliegend  sowohl  die  Baumart,  deren  Familie  als  auch  deren  Gattungen  jeweils  andere  Namen  als  "Ironwood"  tragen,  besteht  für  Konkurrenten  ein  weiter  Spielraum  für  alternative  Bezeichnungen.  Anders  wäre  allenfalls  zu  urteilen,  wenn  das  Zeichen  "Ironwood"  etwa  für  aus  Holz  herstellbare  Waren monopolisiert würde. 9.  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Vorinstanz  anzuweisen, der Internationalen Registrierung Nr. 958'317 "IRONWOOD"  für die beantragten Waren und Dienstleistungen Schutz  für die Schweiz  zu gewähren. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten  zu  erheben  (Art. 63 Abs. 2 VwVG), und es ist der Beschwerdeführerin der geleistete  Kostenvorschuss  zurückzuerstatten.  Überdies  ist  ihr  eine  angemessene  Parteientschädigung  zuzusprechen.  Fehlt  wie  vorliegend  eine  unterliegende  Gegenpartei,  ist  die  Parteientschädigung  derjenigen  Körperschaft oder autonomen Anstalt aufzuerlegen,  in deren Namen die  Vorinstanz  verfügt  hat  (Art.  64  Abs.  2  VwVG).  Nach  Art.  1  des  Bundesgesetzes über Statut und Aufgaben des Eidgenössischen Instituts  für Geistiges Eigentum (IGEG, SR 172.010.31) handelt die Vorinstanz als  autonome  Anstalt  mit  eigener  Rechtspersönlichkeit.  Sie  ist  in  eigenem  Namen  mit  dem  Vollzug  des  Markenschutzgesetzes,  namentlich  der  Führung  des  Markenregisters  beauftragt  (Art.  2  Abs.  1  Bst.  a  und  b  IGEG). Gestützt darauf hat die Vorinstanz die angefochtene Verfügung in 

B­8058/2010 eigenem  Namen  und  unter  Erhebung  der  dafür  vorgesehenen  Gebühr  erlassen.  Ihr  sind  demnach  die  Parteikosten  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen. Diese Kosten sind gemäss Art. 8 und 14 Abs. 2 Satz 2 des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  11. Dezember  2006  (VGKE,  SR  173.320.2)  mangels  Kostennote  aufgrund  der  Akten  festzusetzen.  Angesichts  des  einfachen  Schriftenwechsels  erscheint  für  das  Beschwerdeverfahren  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 3'000.­­  (inkl.  MwSt) als angemessen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird  gutgeheissen  und  die Vorinstanz  angewiesen  der  Internationalen Registrierung Nr. 958 317 – IRONWOOD in der Schweiz  für die beanspruchten Waren der Klasse 5 und die Dienstleistungen der  Klasse 42 Schutz zu gewähren.  2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  2'500.­­  wird  der  Beschwerdeführerin  nach  Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. 3.  Der  Beschwerdeführerin  wird  zulasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'000.­­ (inkl. MwSt) zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Rechtsvertreter;  Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

B­8058/2010 Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Sabine Büttler Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 28. Juli 2011

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