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Bundesverwaltungsgericht 01.11.2011 B-7463/2010

1. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,290 Wörter·~11 min·3

Zusammenfassung

Höhere Fachprüfung | Höhere Fachprüfung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­7463/2010 Urteil   v om   1 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Francesco Brentani, Richter Stephan Breitenmoser, Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien A._______,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,  Effingerstrasse 27, 3003 Bern,    Vorinstanz,  Fachschule für Personalvorsorge AG,  Prüfungskommission, Bälliz 64, Postfach 2079,  3601 Thun,    Erstinstanz.  Gegenstand Höhere Fachprüfung.

B­7463/2010 Sachverhalt: A.a  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  absolvierte  an  der  Fachschule  für  Personalvorsorge  AG  im  Herbst  2009  die  Prüfung  zum  eidg. dipl. Pensionskassenleiter. Mit Verfügung vom 12. September 2009  teilte  ihm die Prüfungskommission der Fachschule  für Personalvorsorge  (nachfolgend: Erstinstanz) mit, er habe die Prüfung nicht bestanden.  A.b Gegen  den  Entscheid  der  Erstinstanz  erhob  der  Beschwerdeführer  am  16.  Oktober  2009  Beschwerde  beim  Bundesamt  für  Berufsbildung  und Technologie BBT (nachfolgend: Vorinstanz). Er stellte den Antrag, es  seien  ihm  im  Fach  Geschäftsführung  schriftlich  10  Zusatzpunkte  zu  gewähren.  Zur  Begründung  brachte  er  vor,  seine  Leistungen  im  betreffenden  Fach  seien  unterbewertet  worden,  überdies  habe  die  Erstinstanz das von ihm abgegebene Blatt mit der Antwort zur Aufgabe 7  nicht berücksichtigt.  A.c  Mit  Eingabe  vom  17.  März  2010  rügte  der  Beschwerdeführer  zusätzlich,  die  Erstinstanz  habe  fälschlicherweise  nicht  die  allgemein  übliche  Notenberechnungsformel  angewendet.  Gestützt  auf  die  allgemeine Notenberechnungsformel hätte ihm für seine Prüfung im Fach  Geschäftsführung  schriftlich  die  Note  3.0  (statt  2.5)  erteilt  werden  müssen. A.d  Mit  Beschwerdeentscheid  vom  14.  September  2010  wies  die  Vorinstanz die Beschwerde ab. Zur Begründung  führte sie aus, die vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Unterbewertung  verschiedener  seiner Lösungen (Aufgaben 3, 4, 4c, 4d, 5, 5a, 5b und 5c) liege nicht vor.  Die von der Erstinstanz vorgenommenen Bewertungen stützten sich auf  sachliche  Gründe  und  seien  nachvollziehbar.  Hinsichtlich  des  vom  Beschwerdeführer  gerügten  Verfahrensfehlers  im  Zusammenhang  mit  dem  fehlenden  Antwortblatt  zur  Aufgabe  7  im  Fach  Geschäftsführung  schriftlich  erweise  sich  die  Rüge  als  unbegründet.  Der  Erstinstanz  sei  keine  Sorgfaltspflichtverletzung  vorzuwerfen.  Der  Beschwerdeführer  sei  demnach im Fach Geschäftsführung schriftlich zu Recht mit der Note 2.5  bewertet worden.  B.  Gegen  diesen  Beschwerdeentscheid  erhob  der  Beschwerdeführer  am  16. Oktober  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  verzichtet darauf, seinen im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Antrag  auf  Zusprechung  von  fünf  Zusatzpunkten  für  verschiedene  seiner 

B­7463/2010 Lösungen  erneut  zu  stellen,  hält  aber  an  seiner  Rüge,  die  Erstinstanz  habe eines der von ihm abgegebenen Antwortblätter (Antwortblatt 7) bei  der  Korrektur  der  schriftlichen  Prüfung  im  Fach  Geschäftsführung  nicht  berücksichtigt,  fest. Er habe am Ende der Prüfung alle Blätter nochmals  kontrolliert  und  abgegeben.  In  den Antwortbogen  finde  sich  stattdessen  ein mit  der Handschrift  von  jemand  anderem  beschriftetes  Antwortblatt.  Von den bei Aufgabe 7 insgesamt 11 möglichen Punkten habe er keinen  einzigen  Punkt  erhalten.  Der  Beschwerdeführer  beantragt  die  unentgeltliche  Wiederholung  der  schriftlichen  Prüfung  im  Fach  Geschäftsführung.  Sodann  erachtet  der  Beschwerdeführer  das  von  der  Erstinstanz  verwendete  Notenraster  als  problematisch.  Er  habe  nicht  damit  rechnen  müssen,  dass  bei  der  Schlussprüfung  eine  geknickte  Notenskala  zur  Anwendung  kommen  würde.  Der  Beschwerdeführer  beantragt,  seine  Note  im  Fach  Geschäftsführung  schriftlich  sei  anhand  der  linearen  Skala  zu  berechnen,  und  es  sei  ihm  demnach  die  Note  3  zuzuerkennen. C.  Die  Erstinstanz  lässt  sich  am  10.  Dezember  2010  vernehmen  und  verlangt weiterhin die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich der Rüge,  es  fehle  das  Antwortblatt  7,  macht  die  Erstinstanz  geltend,  der  Beschwerdeführer  habe  kein  entsprechendes  Lösungsblatt  abgegeben.  Sodann  würden  weder  das  Gesetz  noch  andere  rechtsverbindliche  Quellen eine bestimmte Notenskala vorschreiben. D.  Mit  Eingabe  vom  13.  Dezember  2010  weist  die  Vorinstanz  darauf  hin,  dass  gemäss  höchstrichterlicher  Praxis  die  Bewertung  von  Prüfungsleistungen  nach  pflichtgemässem  Ermessen  der  Prüfungskommission  erfolge.  Aus  dem  erreichbaren  Punktemaximum  ergebe  sich  nicht  zwingend,  welche  Punktzahl  zu  welcher  Note  führen  müsse. Eine lineare Notenskala sei somit nicht vorgeschrieben. Solange  die  Notenskala  rechtsgleich  angewendet  werde,  sei  sie  nicht  zu  beanstanden. E.  Mit Stellungnahme vom 12. Februar 2011 hält der Beschwerdeführer an  seinen Rechtsbegehren fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

B­7463/2010 1.  Gestützt auf Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021).  Der angefochtene Beschwerdeentscheid ist eine Verfügung im Sinne von  Art. 5 Abs. 2 VwVG. Die Beschwerde ist gestützt auf Art. 33 Bst. d VGG  zulässig  gegen  Verfügungen  der  den  Departementen  unterstellten  Dienststellen der Bundesverwaltung. Um eine solche handelt es sich bei  der  Vorinstanz.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  damit  für  die  Behandlung der Beschwerde zuständig.  Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen.  Er ist als Adressat vom angefochtenen Entscheid besonders berührt und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen Aufhebung  oder  Änderung  (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist somit beschwerdeberechtigt. Die Beschwerde wurde rechtzeitig eingereicht (Art. 50 Abs. 1 VwVG) und  innert  der  angesetzten Nachfrist  begründet  (Art.  52  Abs.  2  VwVG).  Die  Form­ und Inhaltserfordernisse sind damit erfüllt, und auf die Beschwerde  ist einzutreten. 2.  2.1.  Gemäss  Art.  27  des  Berufsbildungsgesetzes  vom  13.  Dezember  2002 (BBG, SR 412.10) kann die höhere Berufsbildung einerseits durch  eine  eidgenössische  Berufsprüfung  oder  eine  eidgenössische  höhere  Fachprüfung  (Bst.  a)  und  andererseits  durch  eine  eidgenössisch  anerkannte  Bildung  an  einer  höheren  Fachschule  (Bst.  b)  erworben  werden.  Diese  eidgenössischen  Berufsprüfungen  und  höheren  Fachprüfungen  setzen  eine  einschlägige  berufliche  Praxis  und  einschlägiges Fachwissen voraus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Die zuständigen  Organisationen  der  Arbeitswelt  regeln  die  Zulassungsbedingungen,  Lerninhalte,  Qualifikationsverfahren,  Ausweise  und  Titel.  Sie  berücksichtigen  dabei  die  anschliessenden  Bildungsgänge.  Die  Vorschriften unterliegen der Genehmigung durch das BBT. Sie werden in  Form eines Verweises nach dem eidgenössischen Publikationsgesetz im  Bundesblatt  veröffentlicht  (Art.  28  Abs.  2  BBG).  Gestützt  auf  diese  Delegation  haben  die  Vereinigung  der  verbandlich  organisierten  Vorsorgeeinrichtungen  und  der  Verband  Verwaltungsfachleute  für  Personalvorsorge  am  30.  März  1993  resp.  13.  November  1992  das 

B­7463/2010 Prüfungsreglement  über  die  Höhere  Fachprüfung  für  eidg.  dipl.  Pensionskassenleiter/in  (nachfolgend:  Prüfungsreglement)  erlassen,  welches  mit  der  Genehmigung  des  BBT  vom  28.  Juni  1993  in  Kraft  getreten ist.  2.2. Die Fachprüfung wird vom Schweizerischen Pensionskassenverband  (ASIP)  und  dem  Verband  Verwaltungsfachleute  für  Personalvorsorge  (VVP)  über  die  Fachschule  für  Personalvorsorge  durchgeführt,  deren  Wahl  und  Konstituierung  in  Art.  5  des  Prüfungsreglements  geregelt  ist.  Die  Prüfungskommission  entscheidet  über  die  Zulassung  zu  den  Prüfungen  und  über  einen  allfälligen  Ausschluss  (Art.  6  Ziff.  3  Bst.  f  Prüfungsreglement) sowie über die Zuerkennung des Titels (Art. 6 Ziff. 3  Bst. b Prüfungsreglement), arbeitet die Formulare und Weisungen für die  Prüfungen  aus  (Art.  6  Ziff.  3  Bst.  d  Prüfungsreglement)  und  wählt  die  Expertinnen und Experten (Art. 6 Ziff. 3 Bst. e Prüfungsreglement).  2.3.  Für  jedes  Prüfungsfach  werden  von  der  Prüfungskommission  mindestens  zwei  Prüfungsexperten  bestimmt,  welchen  die  Prüfung  der  Kandidaten  obliegt,  insbesondere  die  Aufstellung  der  schriftlichen  Klausuraufgaben  und  die  Begutachtung  und  Bewertung  der  Lösungen,  sowie  die  mündliche  Prüfung  bezüglich  Stoffgebiet,  Schwierigkeitsgrad  und  Bewertung  der  Leistung  (Art.  7  Prüfungsreglement).  Die  Prüfung  umfasst die Fächer Geschäftsführung und Vermögensanlage sowie eine  Diplomarbeit  (Art.  13  Prüfungsreglement).  Für  die  Fächer  Geschäftsführung  und  Vermögensanlage  wird  je  eine  schriftliche  Klausurarbeit von 2 Stunden durchgeführt. Die mündliche Prüfung bezieht  sich auf die Fächer Geschäftsführung und Vermögensanlage und dauert  pro Fach 20 Minuten  (Art.  14 Prüfungsreglement). Der Prüfungsstoff  im  Fach Geschäftsführung umfasst die Themen Organisation und Führung,  Entwicklung  berufliche  Vorsorge,  Versicherungssysteme,  Rechnungswesen,  Präsentation/PR,  Informatik  (Art.  13  Ziff.  1  Prüfungsreglement).  2.4.  Das  Berufsbildungsgesetz  bestimmt,  dass  der  Bundesrat  die  Anforderungen  an  die  Qualifikationsverfahren  regelt  sowie  die  Qualität  und  die  Vergleichbarkeit  zwischen  den  Qualifikationsverfahren  sicherstellt.  Die  in  den  Qualifikationsverfahren  verwendeten  Beurteilungskriterien müssen sachgerecht und transparent sein sowie die  Chancengleichheit  wahren  (Art.  34  Abs.  1  BBG).  In  Bezug  auf  die  Bewertung  von  Leistungen  im  Qualifikationsverfahren  ist  vorgesehen,  dass die Bewertungen in ganzen oder halben Noten ausgedrückt werden, 

B­7463/2010 wobei 6 die höchste und 1 die tiefste Note bilden, und Noten unter 4 für  ungenügende  Leistungen  stehen  (Art.  34  Abs.  1  der  Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 [BBV, SR 412.101]).  Gemäss  dem  vorliegend  einschlägigen  Prüfungsreglement  gilt  die  Prüfung  als  bestanden,  wenn  der Gesamtdurchschnitt  sämtlicher Noten  mindestens  4.0  beträgt,  höchstens  eine  Note  3.5  oder  3.0  vorliegt  und  keine  schlechtere  Note  als  3.0  erteilt  werden  muss  (Art.  18  Prüfungsreglement).  2.5. Der Beschwerdeführer erreichte im Fach Geschäftsführung schriftlich  mit 23 von maximal 60 Punkten die Note 2.5. Im Fach Vermögensanlage  schriftlich erzielte er die Note 4.5 und in der mündlichen Prüfung die Note  4.5. Für seine Diplomarbeit erhielte er die Note 4.0.  Insgesamt erreichte  der  Beschwerdeführer  einen Gesamtdurchschnitt  von  3.9.  Für  die  Note  3.0  im Fach Geschäftsführung schriftlich – und damit das Bestehen der  Prüfung – fehlten dem Beschwerdeführer 4,5 Punkte.  3.  Der  Beschwerdeführer  kritisiert,  die  Vorinstanz  habe  bezüglich  der  Bewertung  der  erbrachten  Leistung  auf  ihre  eingeschränkte  Kognition  verwiesen  und  sei  nicht  von  der  Argumentation  der  Erstinstanz  abgewichen. Sinngemäss wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor,  ihre Überprüfungsbefugnis nicht voll ausgeschöpft zu haben.  3.1.  Nach  der  ständigen  Praxis  des  Bundesgerichts  und  des  Bundesverwaltungsgerichts auferlegt sich die Beschwerdeinstanz bei der  Überprüfung  von  Examensleistungen  selbst  bei  Vorliegen  eigener  Fachkenntnisse  Zurückhaltung,  indem  sie  in  Fragen,  die  seitens  der  Verwaltungsbehörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von  der  Beurteilung  der  erstinstanzlichen  Prüfungsorgane  und  Experten  abweicht (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1, BGE 121 I 225 E. 4b, BGE 118 Ia  488  E.  4c,  BGE 106  Ia  1  E.  3c;  BVGE  2007/6  E.  3  S.  48).  Der Grund  dafür  liegt  darin,  dass  der  Rechtsmittelbehörde  zumeist  nicht  alle  massgebenden Faktoren  der Bewertung  bekannt  sind  und  es  ihr  in  der  Regel nicht möglich  ist,  sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit  der  Leistungen  des  Beschwerdeführers  in  der  Prüfung  und  der  Leistungen  der  übrigen  Kandidaten  zu  machen.  Überdies  haben  Prüfungen  häufig  Spezialgebiete  zum  Gegenstand,  in  denen  die  Rechtsmittelbehörde  über  keine  eigenen  Fachkenntnisse  verfügt.  Eine  freie und umfassende Überprüfung der Examensbewertung würde zudem  die  Gefahr  von  Ungerechtigkeiten  und  Ungleichheiten  gegenüber 

B­7463/2010 anderen Kandidaten in sich bergen. Diese Zurückhaltung rechtfertigt sich  allerdings nur bei der Bewertung von fachlichen Prüfungsleistungen. Sind  demgegenüber  die  Auslegung  und  Anwendung  von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden  –  wie  vorliegend  –  Verfahrensmängel  im  Prüfungsablauf  gerügt,  hat  die  Rechtsmittelbehörde  die  erhobenen  Einwendungen  mit  uneingeschränkter  Prüfungsdichte  zu  prüfen.  Andernfalls  würde  sie  eine  formelle  Rechtsverweigerung  begehen  (vgl.  BVGE  2007/6  E.  3  S.  48;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4484/ 2009 vom 23. März 2010 E. 3).  3.2.  Mit  Blick  auf  den  angefochtenen  Beschwerdeentscheid  lässt  sich  festhalten, dass sich die Vorinstanz darin sorgfältig mit den Ausführungen  der  Erstinstanz  auseinandergesetzt  und  diese  insbesondere  hinsichtlich  ihrer  Vollständigkeit  und  Nachvollziehbarkeit  überprüft  hat.  Ihre  Schlussfolgerung, wonach die Erstinstanz  ihre Stellungnahme bezüglich  sämtlicher Rügen nachvollziehbar und schlüssig begründet habe, basiert  somit  auf  einer  detaillierten Beurteilung  sämtlicher Vorbringen. Vor  dem  Hintergrund, dass die Beschwerdeinstanz die eigentliche Bewertung der  Leistung mit Zurückhaltung prüfen soll, hingegen eingehend untersuchen  soll,  ob  die  Prüfungskommission  den  Prüfungsablauf  nachvollziehbar  wiedergegeben  hat,  so  dass  für  die  Beschwerdeinstanz  ersichtlich  ist,  welche  Fragen  der  Kandidat  korrekt  beantwortet  hat,  wo  Mängel  festgestellt wurden und welches die richtigen Antworten gewesen wären  (vgl.  angefochtener  Entscheid  E.  3),  ist  das  Vorgehen  der  Vorinstanz  nicht  zu  beanstanden.  Im  angefochtenen  Entscheid  hat  sich  die  Vorinstanz  sogar  in  vorbildlicher  Weise  mit  den  Ausführungen  der  Erstinstanz  auseinander  gesetzt.  Demnach  erweist  sich  die  Rüge,  die  Vorinstanz habe ihre Kognition nicht voll ausgeschöpft, als unbegründet.  4.  Der  Beschwerdeführer  rügt,  die  von  der  Erstinstanz  angewandte  "geknickte" Notenskala sei unzulässig. Er beantragt, seine Note im Fach  Geschäftsführung  schriftlich  sei  anhand  einer  linearen  Skala  zu  berechnen und es sei ihm die Note 3 zuzuerkennen.  Zur  Begründung  führt  der  Beschwerdeführer  an,  der  Vergleich  mit  der  linearen  Notenskala,  wie  sie  Bund,  Kantone  und  die  Schweizerische  Berufsbildungsämter­Konferenz  (SBBK)  anwenden  würden,  sowie  mit  einer  beliebigen  Skala,  wie  sie  beispielsweise  die  Swiss  Financial  Analysts Association (SFAA) gebrauche, zeige, dass die geknickte Skala  unausgewogen  sei.  Die  Kurve  würde  erst  von  einem  Wert  von  12 

B­7463/2010 Punkten  linear ansteigen und damit würden die Leistungen zwischen 23  und 37 Punkten bestraft. Mit 23 Punkten sei bei den anderen genannten  Skalen die Note 3 zu erreichen. Wie krass die geknickte Notenskala sei,  zeige sich auch daran, dass  für die als genügend bezeichnete Note 4.0  eine  Leistung  von  62,5­70%  erreicht  werden  müsse.  Gemäss  der  üblichen  linearen Notenberechnungsformel  hätten  die  von  ihm  erzielten  23  von  60  möglichen  Punkten  die  Note  3  ergeben  müssen,  womit  die  Prüfung bestanden gewesen wäre.  4.1. Im Rahmen des Schriftenwechsels erläuterte die Erstinstanz die von  ihr  bei  der  Höheren  Fachprüfung  für  Pensionskassenleiter  verwendete  Notenskala.  Ausgehend  von  der  maximal  möglichen  Punktzahl  von  60  Punkten  berechnet  sich  die  konkret  erreichte  Note,  indem  die  erreichte  Punktezahl  durch  10  geteilt  wird.  Viertelnoten  werden  auf  die  nächste  halbe Note gerundet. Dies ergibt folgendes Notenraster:  0      –12 Punkte: Note 1 12.5 –17 Punkte: Note 1.5 17.5 –22 Punkte: Note 2 22.5 –27 Punkte: Note 2.5 27.5 –32 Punkte: Note 3 32.5 –37 Punkte: Note 3.5 37.5 –42 Punkte: Note 4 (…) 57.5 –60 Punkte: Note 6 4.2.  Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festhält,  legen  weder  das  Berufsbildungsgesetz  noch  die  Ausführungsvorschriften  noch  das  Prüfungsreglement  fest,  nach  welcher  Skala  oder  Methode  die  Erstinstanz die Note festzulegen hat. Die Berufsbildungsverordnung sieht  einzig vor, dass die Leistungen  in den Qualifikationsverfahren  in ganzen  oder halben Noten ausgedrückt werden, wobei 6 die höchste und 1 die  tiefste  Note  darstellen  und  Noten  unter  4  für  ungenügende  Leistungen  stehen (vgl. Art. 34 Abs. 1 BBV).  4.3. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  steht  einer  Prüfungskommission  bei  der  Festlegung  der  Punkte­/Notenskala  ein  erheblicher  Ermessensspielraum  zu,  sofern  das  anwendbare  Prüfungsreglement  diese Frage nicht selbst regelt. In diesem Zusammenhang ist eine lineare  Notenskala  nicht  vorgeschrieben,  vielmehr  sind  unterschiedliche  Bewertungsmethoden zulässig. So haben das Bundesverwaltungsgericht 

B­7463/2010 und  seine  Vorgängerorganisation  insbesondere  auch  die  Anwendung  einer  geknickten  Notenskala  als  vertretbar  und  angemessen  beurteilt,  solange  diese Skala  rechtsgleich  angewendet wird  (vgl.  BVGE  2010/10  E. 5.2 S. 135; VPB 65.56 E.5.1.3).  4.4. Mit der Höheren Fachprüfung eidg. dipl. Pensionskassenleiter/in soll  der  Nachweis  erbracht  werden,  dass  eine  bewährte  Fachkraft  der  beruflichen  Vorsorge  fähig  ist,  die  administrative  Leitung  einer  Pensionskasse  zu  übernehmen  (vgl.  Art.  2  Prüfungsreglement).  Das  Prüfungsreglement  überträgt  den  Prüfungsexperten  die  Prüfung  der  Kandidaten,  insbesondere  die  Aufstellung  der  schriftlichen  Klausuraufgaben  und  die  Begutachtung  und  Bewertung  der  Lösungen,  sowie  die  mündliche  Prüfung  bezüglich  Stoffgebiet,  Schwierigkeitsgrad  und  Bewertung  der  Leistung  (vgl.  Art. 7  Prüfungsreglement).  Das  Prüfungsreglement  macht  weder  der  Prüfungskommission  noch  den  Experten Vorgaben darüber, wie viele Punkte pro Fach maximal erreicht  werden  können  resp.  wie  viele  Punkte  erforderlich  sind,  um  eine  bestimmte Note zu erreichen. Die Erstinstanz und die Prüfungsexperten  haben  daher  bezüglich  der  Festlegung  des  Bewertungsschemas  einen  erheblichen Ermessensspielraum. Mit Blick auf die hohen Anforderungen  an  die  Fähigkeiten  der  Leiterin/des  Leiters  einer  Pensionskasse  ist  es  vertretbar und nicht zu beanstanden, wenn die Erstinstanz das Erreichen  der genügenden Note 4.0 davon abhängig macht, dass der Kandidat von  maximal  60  Punkten  mindestens  deren  37,5  erreicht.  Dass  die  Erstinstanz  die  von  ihr  gewählte Notenskala  rechts­ungleich  angewandt  habe, hat der Beschwerdeführer nicht behauptet.  4.5. Die angewandte Punkte­/Notenskala ist daher nicht zu beanstanden.  5.  Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Erstinstanz habe ihn im Vorfeld der  Prüfung  nicht  darüber  informiert,  dass  eine  derartige  geknickte  Notenskala  angewendet  werde.  Im  Zeitpunkt  seiner  Anmeldung  zur  Ausbildung  im  Jahr  2008  sei  weder  aus  der  Homepage  noch  dem  Prüfungsreglement  oder  den  Unterlagen  zur  Prüfungsanmeldung  2009  eine diesbezügliche Information ersichtlich gewesen. Inwiefern  der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  diese  Notenskala  nicht  bereits  im  Voraus  gekannt  hatte,  für  ihn  einen  Nachteil  bedeutet  haben könnte, hat er nicht substantiiert und ist auch nicht ersichtlich. Der  Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, er habe sich im Vorfeld der 

B­7463/2010 Prüfung  darum  bemüht,  von  der  Prüfungskommission  diesbezüglich  Informationen zu erhalten, und diese seien ihm verweigert worden.  Die  sinngemässe  Rüge  des  Beschwerdeführers,  es  liege  ein  Verfahrensfehler darin, dass die Prüfungskommission ihm nicht vorgängig  bekannt  gegeben  habe,  nach  welcher  Punkte­/Notenskala  sie  die  Prüfungsleistungen bewerten werde, erweist sich daher als offensichtlich  unbegründet.  6.  Der Beschwerdeführer bemängelt, die Erstinstanz habe das Lösungsblatt  zur Aufgabe 7 nicht in die Bewertung einbezogen, obwohl er es ausgefüllt  und  abgegeben  habe.  Die  Prüfung  habe  diesbezüglich  einen  Verfahrensmangel aufgewiesen. Es sei ihm die kostenlose Wiederholung  der schriftlichen Prüfung im Fach Geschäftsführung zu gestatten.  Im  einzelnen  führt  der  Beschwerdeführer  aus,  er  habe  alle  Blätter  mit  Aufgabennummer,  Name  und  Kandidatennummer  beschriftet  und  zur  Frage  7  mindestens  einen  beschrifteten  und  beschriebenen  Bogen  abgegeben.  Er  habe  während  des  Lösens  der  Aufgaben  ein  striktes  Zeitbudget eingehalten (Punkte x 2 Minuten) und genügend Zeit gehabt,  bei allen Fragen etwas hinzuschreiben. Es sei nicht anzunehmen, dass er  ausgerechnet bei Frage 7, einer Frage mit hoher Punktzahl, nichts hätte  schreiben  sollen.  Er  bewerte  es  als  Verfahrensmangel,  dass  er  für  die  abgegebenen Blätter keine Quittung erhalten habe. Selbst die Erstinstanz  habe in einer ihrer Repliken zu verstehen gegeben, dass ihr das bisherige  Verfahren nicht  genüge und  sie Massnahmen zur Verhinderung  solcher  Fälle entscheiden werde. Die Vorinstanz habe demnach zu Unrecht eine  Sorgfaltspflichtverletzung der Erstinstanz verneint.  Die  Erstinstanz  hält  dagegen  fest,  bei  der  mündlichen  Instruktion  unmittelbar vor den schriftlichen Prüfungen werde angeordnet, dass jeder  Kandidat,  der  eine  Frage  nicht  beantworte,  dies  auf  dem  offiziellen  Antwortblatt  zu  vermerken  habe.  Dieser  Anordnung  sei  der  Beschwerdeführer aber nicht nachgekommen. Da seine Antwort zu dieser  Frage  gefehlt  habe  und  kein  entsprechender  Vermerk  durch  den  Beschwerdeführer  selbst  vorgenommen  worden  sei,  hätten  zwei  Mitglieder  der  Prüfungskommission  sämtliche  seiner  abgegebenen  Unterlagen  nochmals  kontrolliert  und  diesen  Vermerk  angebracht.  Die  Erstinstanz  lasse  jeweils  unmittelbar  nach  Abgabe  sämtlicher  Prüfungsdossiers  diese  im  gleichen  Raum  durch  zwei  ihrer  Mitglieder 

B­7463/2010 überprüfen.  Zwar  würden  die  Kandidaten  nicht  zurückgehalten,  bis  die  Kontrolle  beendet  sei,  damit  sie bei  fehlenden Antworten nochmals  ihre  Unterlagen  durchsuchen  oder  eigenhändig  einen  fehlenden  Vermerk  anbringen könnten, doch erachte die Erstinstanz dies nicht als notwendig,  weil die Verantwortung für die Vollständigkeit der abgegebenen Dossiers  beim  einzelnen  Kandidaten  liege.  Für  die  Vollständigkeit  der  abgegebenen  Unterlagen  sei  der  Kandidat  selbst  verantwortlich.  Stelle  die  Prüfungskommission,  vertreten  durch  die  zwei  Mitglieder,  die  die  Prüfungsaufsicht  wahrnähmen,  fest,  dass  der  Kandidat  keinen  eigenhändigen  Vermerk,  die  Frage  sei  nicht  beantwortet  worden,  angebracht habe, werde dieser Vermerk von einem der beiden Mitglieder  der Erstinstanz zwecks Information der Prüfungsexperten vorgenommen.  Vorliegend  stamme  der  kritisierte  Vermerk  von  einem  der  beiden  Mitglieder  der  Erstinstanz.  Es  sei  zwar  möglich,  dass  der  Beschwerdeführer keinen eigenhändigen Vermerk angebracht habe, weil  er  die  Frage  tatsächlich  beantwortet  habe.  Es  sei  aber  auch  möglich,  dass  ein Kandidat  den  verlangten Vermerk  bewusst  nicht  anbringe,  um  sodann  behaupten  zu  können,  er  habe  die  Frage  beantwortet  und  die  Antwort abgegeben, und es sei die Erstinstanz, die unsorgfältig gehandelt  und seine Antwort verloren habe. Mit der beschriebenen Vorgehensweise  habe sie aber die notwendige Sorgfalt walten lassen.  6.1.  Die  Frage,  die  sich  hier  stellt,  ist  weniger  eine  Frage  der  Sorgfaltspflicht als vielmehr der Beweislastverteilung. Im  Verwaltungsverfahren  besteht  zwar  die  Pflicht  zur  amtlichen  Sachverhaltsfeststellung (Art. 12 VwVG). Dieser Untersuchungsgrundsatz  ändert  aber  nichts  an  der  materiellen  Beweislast  (vgl.  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  Bern  1983,  S. 208 ff.;  RENÉ  A.  RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel  1990,  Nr. 88 I,  S. 298).  Die  Beweislast  richtet  sich  nach  der  Beweislastregel  von  Art. 8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210), sofern das massgebliche Recht keine  spezifische Beweisregel enthält (vgl. RHINOW/KRÄHENMANN, a. a. O., Nr. 2  B  V  c,  S.  6;  vgl.  zu  allem BGE 95 I 57  E. 2).  Danach  hat  derjenige  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  zu  tragen,  der  aus  einer  unbewiesen  gebliebenen  Tatsache  Rechte  ableiten  will.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher gezwungen, an der Beweisbeschaffung mitzuwirken und auf die für  sie günstigen Umstände hinzuweisen und sie zu belegen (vgl. CHRISTOPH  AUER,  in: Auer/ Müller/Schindler  [Hrsg.], Kommentar  zum Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008,  N  11  ad  Art.  13 

B­7463/2010 VwVG;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 269). 6.2. Die  schriftliche Prüfung  im Fach Geschäftsführung  vom 29. August  2009  beinhaltete  acht  Fragen,  für  deren  korrekte  Lösung  insgesamt  60  Punkte erzielt werden konnten. Die Frage 7 wurde hierbei mit maximal 11  Punkten  bewertet.  Aus  den  von  der  Erstinstanz  eingereichten  Prüfungsunterlagen  geht  hervor,  dass  die  Kandidaten  Lösungsblätter  verwendeten, auf welchen sie  in die entsprechend vorgedruckten Felder  die  Aufgaben­Nummer,  ihren  Namen  und  Vornamen  sowie  ihre  Kandidaten­Nummer  eintragen  mussten.  Der  Beschwerdeführer  hat  die  Aufgabenblätter  fortlaufend  nummeriert  und  bei  Fragen,  die  er  nicht  beantworten  konnte,  freien  Raum  auf  dem  Blatt  gelassen.  Vorliegend  fehlt, wie dargelegt, das Blatt mit der Lösung zur Aufgabe 7 resp. ein Blatt  mit  einem  eigenhändigen  Vermerk  des  Beschwerdeführers,  dass  er  die  betreffende Frage nicht beantwortet habe.  6.3.  Ein  Kandidat  trägt  grundsätzlich  die  Beweislast  dafür,  welche  Lösungsblätter  er  abgegeben  hat. Der Erstinstanz wiederum obliegt  die  Beweislast  dafür,  dass  sie  alle  vom  Beschwerdeführer  abgegebenen  Lösungsblätter korrigiert und berücksichtigt hat.  Wie die Erstinstanz selbst darlegt, wurden die Kandidaten unmittelbar vor  den schriftlichen Prüfungen mündlich so  informiert, dass  jeder Kandidat,  der eine Frage nicht beantworte, dies auf dem offiziellen Antwortblatt zu  vermerken  habe.  Mit  dieser  Anordnung  hat  die  Erstinstanz  in  für  sie  verbindlicher  Weise  geregelt,  wie  ein  Kandidat  den  ihm  obliegenden  Beweis  erbringen  kann.  Gemäss  diesem  von  der  Erstinstanz  vorgesehenen  Ablauf  darf  ein  Kandidat,  der  für  jede  Aufgabe  ein  Lösungsblatt  abgibt,  sich  darauf  verlassen,  dass  er  keine  weiteren  Massnahmen  zur  Beweissicherung  treffen  muss.  Er  darf  insbesondere  davon  ausgehen,  dass  es  für  ihn  nicht  notwendig  ist,  von  der  Prüfungsaufsicht  eine  schriftliche  Bestätigung  zu  verlangen,  dass  er  für  jede Aufgabe eine Lösung abgegeben hat. Vielmehr  ist es nach diesem  Ablauf  Sache  der  Prüfungsaufsicht,  bei  der  Abgabe  der  Prüfungslösungen und im Beisein des Kandidaten zu kontrollieren, ob zu  jeder Aufgabe ein Lösungsblatt abgeben wurde oder ob stattdessen eine  Bestätigung  des  Kandidaten  vorliegt,  dass  er  zur  betreffenden  Aufgabe  keine  Lösung  abgegeben  hat.  Die  Beweislast  dafür,  dass  ein  Lösungsblatt,  das  von  der  Nummerierung  der  Aufgaben  her  vorhanden  sein sollte, fehlt, weil der Kandidat es nicht abgegeben hat, obliegt somit 

B­7463/2010 der  Prüfungskommission.  Sie  kann  diesen  Beweis  nach  dem  von  ihr  selbst  vorgegebenen  Ablauf  nur  durch  die  entsprechende  Bestätigung  des  Kandidaten,  nicht  aber  durch  eine  allfällige  später  erstellte  Bescheinigung  eines  Mitglieds  der  Prüfungskommission  oder  einer  anderen Drittperson erbringen.  Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer die von ihm abgegebenen  Lösungsblätter  nummeriert. Ob das Blatt mit  der  Lösung  zur Aufgabe 7  nach  der  Abgabe  durch  den  Beschwerdeführer,  d.h.  im  Verantwortungsbereich  der  Prüfungskommission,  verloren  ging  oder  ob  er gar kein derartiges Blatt abgegeben hat, weil er die betreffende Frage  gar nicht beantwortet hat,  ist nicht erstellt. Da der Erstinstanz  für diesen  Umstand  die  Beweislast  obliegt,  hat  sie  auch  die  Folgen  der  entsprechenden Beweislosigkeit zu tragen.  6.4.  Als  Zwischenergebnis  ist  demnach  davon  auszugehen,  dass  nicht  rechtsgenüglich  erstellt  ist,  welche  Prüfungsleistung  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  die  Aufgabe  7  erbracht  hat.  Ob  die  Erstinstanz  ihm dafür zu Recht  jegliche Punkte verweigert hat,  ist daher  nicht nachvollziehbar.  7.  Voraussetzung  für  die  Erteilung  eines  eidgenössischen  Fachausweises  ist  in  jedem  Fall  ein  gültiges  und  genügendes  Prüfungsresultat.  Es  besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, dass nur Kandidaten  den  entsprechenden  Ausweis  erhalten,  welche  den  damit  verbundenen  hohen  Erwartungen  auch  nachgewiesenermassen  entsprechen.  Nach  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ist  deshalb  ein  gültiges  und  nachweislich  genügendes  Prüfungsresultat  grundsätzliche  Voraussetzung  für  die  Erteilung  eines Prüfungsausweises.  Liegt wegen Verfahrensfehlern  kein  gültiges  Prüfungsergebnis  vor,  so  ist  diese  Voraussetzung  nicht  erfüllt  und  es  bleibt  in  der  Regel  keine  andere  Lösung,  als  die  betreffende  Prüfung  durch  den  Betroffenen  wiederholen  zu  lassen  (vgl.  BVGE  2010/21 E. 8.1 S. 290 mit Hinweisen).  Ist ein angefochtener Prüfungsentscheid mit derartigen Verfahrensfehlern  behaftet,  kann dies, selbst wenn die Fehler unzweifelhaft nachgewiesen  sind,  grundsätzlich  nur  dazu  führen,  dass  ein  Beschwerdeführer  den  betroffenen  Prüfungsteil  gebührenfrei  wiederholen  darf,  nicht  aber  zur  Erteilung des Prüfungsausweises. 

B­7463/2010 Dies  gilt  vorliegend  umso  mehr,  als  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Bezug  auf  den  schriftlichen  Prüfungsteil  keine  substantiierten  Rügen  bezüglich  der  Bewertung  vorbringt  und  insofern  kein  Grund  für  eine  Höherbewertung  des schriftlichen Prüfungsteils ersichtlich ist.  Da  die  Aufgabe  7  maximal  11  Punkte  ergeben  hätte  und  dies  zum  Bestehen  der  Prüfung  hätte  führen  können,  ist  dieser  Verfahrensfehler  wesentlich  und  der  Beschwerdeführer  hat  Anspruch  auf  kostenlose  Wiederholung  der  Prüfung  im  Fach  Geschäftsführung  schriftlich  ohne  Anrechnung an die Anzahl der erfolglosen Prüfungsversuche.  8.  Zusammenfassend ist die Beschwerde daher teilweise gutzuheissen. Die  Entscheide der Erstinstanz und der Vorinstanz sind aufzuheben und die  Erstinstanz  ist  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  unentgeltlich  und  ohne  Anrechnung  an  die  Anzahl  der  erfolglosen  Prüfungsversuche  die  Möglichkeit  zu  geben,  die  schriftliche  Prüfung  im  Fach  "Geschäftsführung" zu wiederholen.  9.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  gilt  der  Beschwerdeführer  als  teilweise  obsiegend,  weshalb  ihm  lediglich  stark  reduzierte  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten  sind  daher  auf  Fr.  400.­  festzusetzen.  Vorinstanzen  werden  auch  bei  Unterliegen keine Kosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  10.  Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Entschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Der  Beschwerdeführer  war  im  vorliegenden  Verfahren nicht vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren  Kosten  in  diesem  Sinn  entstanden.  Daher  ist  praxisgemäss  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG  und Art.  7  ff.  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320]).  11.  Dieser  Entscheid  kann  nicht  mit  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  weitergezogen  werden  (Art.  83 

B­7463/2010 Bst.  t  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  [BGG, SR 173.110]). Er ist demnach endgültig.  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  angefochtene  Verfügung vom 12. September 2009 sowie der Entscheid der Vorinstanz  vom  14.  September  2010 werden  aufgehoben  und  die  Erstinstanz  wird  angewiesen, dem Beschwerdeführer unentgeltlich und ohne Anrechnung  an  die  Anzahl  der  erfolglosen  Prüfungsversuche  die  Möglichkeit  zu  geben,  die  schriftliche  Prüfung  im  Fach  "Geschäftsführung"  zu  wiederholen  und  anschliessend  erneut  über  das  Bestehen  oder  Nichtbestehen der Prüfung zu entscheiden.  Im  Kostenpunkt  geht  die  Sache  zurück  an  die  Vorinstanz  zur  neuen  Regelung  der  Kosten­  und  Entschädigungsfrage  für  das  vorinstanzliche  Verfahren. 2.  Dem  Beschwerdeführer  werden  reduzierte  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.−  auferlegt.  Die  Verfahrenskosten  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr.  1'100.−  zu  verrechnen  und  dem  Beschwerdeführer werden Fr. 700.− zurückerstattet.  3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilagen:  Rückerstattungs­ formular; Beschwerdebeilagen) – die Vorinstanz (Ref­Nr.___________; Einschreiben; Akten zurück) – die Erstinstanz (Einschreiben; Akten zurück) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

B­7463/2010 Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Versand: 9. November 2011

B-7463/2010 — Bundesverwaltungsgericht 01.11.2011 B-7463/2010 — Swissrulings