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Bundesverwaltungsgericht 07.12.2010 B-485/2010

7. Dezember 2010·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,394 Wörter·~17 min·1

Zusammenfassung

Direktzahlungen und Ökobeiträge | Verweigerung der Direktzahlungen 2007 und 2008

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­485/2010 Urteil   v om     7 .   D e z embe r   2010 Besetzung Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), Philippe Weissenberger und Vera Marantelli,    Gerichtsschreiber Michael Barnikol. Parteien 1. X._______ AG,  2. A._______,  3. B._______,  alle vertreten durch lic. iur. Roger Lippuner, Rechtsanwalt,  St. Gallerstrasse 46, Postfach 945, 9470 Buchs SG,  Beschwerdeführende,  gegen Volkswirtschaftsdepartement des\Kantons St. Gallen,  9000 St. Gallen,    Vorinstanz,  Landwirtschaftsamt St. Gallen, Unterstrasse 22, 9001 St.  Gallen,    Erstinstanz.  Gegenstand Direktzahlungen 2007 und 2008.

B­485/2010 Sachverhalt: A.  A.a Die Beschwerdeführerin 1  ist eine Aktiengesellschaft, die einen Bio­ Obstbaubetrieb  betreibt. Mit Verfügung  vom 25. August  2005  stellte  die  Erstinstanz  die  Direktzahlungsberechtigung  der  Beschwerdeführerin  1  fest  und  erachtete  die  Beschwerdeführer  2  und  3  als  gemeinsame  Bewirtschafter  des  Betriebs.  Dieser  Verfügung  lagen  folgende  Beteiligungsverhältnisse  an  der  Beschwerdeführerin  1  zugrunde:  Beschwerdeführer 2 66.89 % A. und H. C._______                   15.89 % Y._______ Holding AG 15.89 % D._______   0.66 % E._______     0.66 % Bereits  im  Dezember  2004  kündigten  A.  und  H.  C._______  das  Pachtverhältnis  für  die  von  ihnen  zur  Verfügung  gestellten  landwirtschaftlichen  Nutzflächen  mit  der  Beschwerdeführerin 1.  Das  Kreisgericht  Werdenberg­Sargans  stellte  mit  rechtskräftigem  Entscheid  vom  3. November 2005  die Gültigkeit  der  Kündigung  per  31. März 2007  fest.  Gemäss  den  von W.  F._______ mit  Schreiben  vom  5. März  2008  eingereichten  Aktionärsverzeichnissen  sahen  die  Beteiligungsverhältnisse  an  der  Beschwerdeführerin 1  und  weiteren  Gesellschaften  per  29. Februar 2008 wie folgt aus: Beschwerdeführerin 1:  Beschwerdeführer 2 (gemäss Kaufvertrag  ab  27.  Februar  2009  Beschwerdeführer 3) 66.89 % A. und H. C._______                   15.89 % Y._______ Holding AG 15.89 % D._______   0.66 % E._______      0.66 % Z._______ AG: W. F._______       74.26 % G._______                24.75 % D._______   0.99 % Y._______ Holding AG:

B­485/2010 W. F._______        49.00 % B. F._______        49.00 % D._______   2.00 %. A.b Mit Verfügung vom 26. Januar 2009 entschied die Erstinstanz, dass  die  Beschwerdeführerin  1  für  die  Jahre  2007  und  2008  nicht  als  selbständiger  Betrieb  anerkannt  werde.  Die  Beschwerdeführer  2  und  3  seien  für  das  Jahr  2007  bzw.  2008  nicht  als  beitragsberechtigte  Bewirtschafter  der  Beschwerdeführerin 1  anerkannt.  Zur  Begründung  brachte  die  Erstinstanz  vor,  mit  H.  C._______  sei  im  Jahr  2007  eine  unabhängige  Person  aus  dem  Betrieb  der  Beschwerdeführerin 1  ausgeschieden.  Aktienverkäufe  an  den  Beschwerdeführer 2  und  den  Beschwerdeführer 3 vom 3. Juli 2005 und 27. Februar 2008 seien nur  im  Hinblick  auf  die  für  die  Direktzahlungsberechtigung  notwendigen  zwei  Drittel  am  Aktienkapital  der  Beschwerdeführerin 1  erfolgt.  Sie  seien  massiv  unter  Preis  erfolgt  und  vorgeschoben  worden,  weshalb  nicht  davon ausgegangen werden könne, dass die Beschwerdeführer 2 und 3  den  Betreib  jeweils  tatsächlich  übernommen  hätten.  Zudem  sei  die  Beschwerdeführerin 1  aufgrund  der  verschiedenen  Eigen­  und  Fremdkapitalbeteiligungen  zwischen  ihr  und  W.  F._______,  der  Z._______  AG  und  der  Y._______  Holding  AG  nicht  finanziell  unabhängig. A.c  Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin 1  am  11. Februar 2009 Einsprache. Sie beantragte,  es  sei  festzustellen, dass  der Betrieb  der Beschwerdeführerin 1,  insbesondere  für  die  Jahre  2007  und 2008, als selbständiger Betrieb anerkannt werde und für den Bezug  von Direktzahlungen berechtigt  sei. Der Beschwerdeführer 2  sei  für  das  Jahr  2007  und  der  Beschwerdeführer 3  für  das  Jahr  2008  als  beitragsberechtigter  Bewirtschafter  der  Beschwerdeführerin 1  anzuerkennen.  Zudem  beantragte  sie,  die  Erstinstanz  sei  anzuweisen,  der Beschwerdeführerin 1 Akteneinsicht im Hinblick auf die Anerkennung  des  Betriebs  von  H.  C._______  sowie  sämtlicher  weiterer  Betriebe  mit  Beteiligung juristischer Personen zu erteilen. A.d Mit Entscheid vom 9. März 2009 wies die Erstinstanz die Einsprache  der  Beschwerdeführerin  1  mit  der  Begründung  ab,  aus  dieser  ergäben  sich  gegenüber  der  Verfügung  vom  26.  Januar  2009  keine  neuen  Erkenntnisse.

B­485/2010 A.e  Gegen  diesen  Einspracheentscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin 1  am  12.  März  2009  Rekurs  bei  der  Vorinstanz.  Sie  stellte  im  Wesentlichen  die  gleichen  Anträge  wie  im  Einspracheverfahren. A.f Mit  Entscheid  vom  17.  Dezember  2009  wies  die  Vorinstanz  den  Rekurs  ab.  Sie  erwog,  die  Beschwerdeführerin  1  sei  in  den  Jahren  2007  und  2008  trotz  eigener  Rechtspersönlichkeit  und  Rechnungslegung  nicht  in  der  Lage  gewesen,  wichtige  Entscheide  unabhängig  von W.  F._______  zu  treffen.  Dabei  stützte  sie  sich  auf  mehrere  Indizien.  Sowohl  die  Beteiligungsverhältnisse  an  der  Beschwerdeführerin 1, der Y._______ Holding AG und der Z._______  AG  als  auch  die  Verhältnisse  in  den  Verwaltungsräten  dieser  Unternehmen  sprächen  gegen  die  Unabhängigkeit  des  Betriebs  der  Beschwerdeführerin  1.  Zudem  liessen  erhebliche  finanzielle  Verflechtungen und bestimmte geschäftliche Aktivitäten der beteiligten  Personen und Gesellschaften darauf schliessen, dass der Betrieb der  Beschwerdeführerin 1 wirtschaftlich nicht eigenständig sei. B.  Gegen  diesen  Entscheid  erhoben  die  Beschwerdeführenden,  alle  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Roger  Lippuner,  am  26.  Januar  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragen,  es  sei  festzustellen,  dass  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  1  für  die  Jahre  2007  und  2008  als  selbständiger  Betrieb  anerkannt  und  für  den  Bezug  von Direktzahlungen berechtigt  sei. Der Beschwerdeführer 2 sei  für das  Jahr  2007  und  der  Beschwerdeführer  3  für  das  Jahr  2008  als  Bewirtschafter  der  Betriebs  anzuerkennen.  Die  Erstinstanz  sei  anzuweisen,  den  Beschwerdeführenden  Einsicht  in  die  Unterlagen  betreffend  die  Anerkennung  des  Betriebs  von  H.  C._______  und  sämtlicher  weiterer  Betriebe  mit  Beteiligung  juristischer  Personen  zu  erteilen.  Aufgrund  der  Annahme,  dass  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  1  ein  Verwalterbetrieb  des  Betriebs  von  W.  F._______  sei,  hätten  die  Vorinstanzen  diesen  "zumindest  als  Nebenpartei"  am  Verfahren  beteiligen  und  ihm  das  rechtliche  Gehör  gewähren  müssen.  Des  Weiteren  habe  die  Vorinstanz  das  Recht  der  Beschwerdeführerin 1  auf  Akteneinsicht  und  damit  ihren  Anspruch  auf  rechtliches Gehör  in mehrfacher Hinsicht  verletzt.  In materieller Hinsicht  sei  festzuhalten,  dass  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  durch  das  Ausscheiden von H. C._______ gegenüber der Verfügung der Erstinstanz  vom  25. August  2005  nicht  geändert  habe.  Zudem  sei  die 

B­485/2010 Beweiswürdigung  der  Vorinstanz  zu  beanstanden.  Die  Tatsachen,  auf  welche  sie  die  angefochtene  Verfügung  anhand  der  zur  Verfügung  stehenden  Beweise  und  Indizien  stütze,  genügten  insgesamt  nicht,  um  von  der  Unselbständigkeit  bzw.  Abhängigkeit  des  Betriebs  der  Beschwerdeführerin 1 ausgehen zu können. C.  Mit Vernehmlassung vom 16. Februar 2010 beantragt die Vorinstanz die  Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  macht  geltend,  die  Beschwerdeführenden  könnten  nur  die Verletzung  eigener  prozessualer  Rechte  rügen  und  demnach  nicht  vorbringen, W. F._______s Anspruch  auf  rechtliches Gehör  sei  verletzt worden. Die Verfassung  des Kantons  St. Gallen begründe  ferner keinen unmittelbaren,  individuellen Anspruch  auf  Zugang  zu  amtlichen  Informationen.  Der  Gewährung  von  Akteneinsicht  hätten  sowohl  private  Interessen  Dritter  entgegengestanden als auch der Umstand, dass in einigen Aktenstücken  lediglich  eine  sachverständige Würdigung  feststehender  Tatsachen  und  keine Sachverhaltsfeststellung enthalten sei. Auch in materieller Hinsicht  sei die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. D.  Mit  Eingabe  vom  12.  Mai  2010  liess  sich  das  als  Fachbehörde  in  das  Verfahren einbezogene Bundesamt  für  Landwirtschaft BLW vernehmen.  Es bringt vor, aufgrund der gegenseitigen persönlichen,  finanziellen und  wirtschaftlichen  Verflechtungen  seien  die  an  einen  eigenständigen  Betrieb zu stellenden Anforderungen nicht erfüllt. Dies gelte insbesondere  im Hinblick auf die Stimm­ und Zeichnungsverhältnisse im Verwaltungsrat  der Beschwerdeführerin 1. Diesbezüglich unterstütze es die Erwägungen  im Entscheid der Vorinstanz vollumfänglich. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Der angefochtene Entscheid vom 17. Dezember 2009 stützt sich auf die  Landwirtschaftsgesetzgebung  und  damit  auf  öffentliches  Recht  des  Bundes.  Er  stellt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  (VwVG, SR 172.021)  dar. Das Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  u.a.  Beschwerden  gegen  Verfügungen  letzter  kantonaler  Instanzen,  soweit  ein Bundesgesetz  dies  entsprechend  vorsieht  (Art. 31  i.V.m.  Art. 

B­485/2010 33 Bst.  i des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR  173.32]). Gemäss Art. 166 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29.  April  1998  (LwG, SR 910.1)  kann gegen Verfügungen  letzter  kantonaler  Instanzen,  die  wie  im  vorliegenden  Fall  in  Anwendung  des  LwG  und  seiner  Ausführungsbestimmungen  ergangen  sind,  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Ausgenommen  sind einzig kantonale Verfügungen über Strukturverbesserungen, die mit  Beiträgen  unterstützt  werden.  Eine  derartige  Ausnahme  liegt  nicht  vor.  Die  Beschwerdeführenden  sind  als  Adressaten  des  angefochtenen  Beschwerdeentscheids  durch  diesen  berührt  und  haben  daher  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  seiner  Aufhebung  (Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Sie sind somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Eingabefrist sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Beschwerdeschrift  sind  gewahrt  (Art. 50  und  52  Abs. 1  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  bezahlt  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  vor. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.. 2.  Die  Beschwerdeführenden  machen  sinngemäss  geltend, W.  F._______  sei als Beigeladener am Verfahren zu beteiligen. Die Entscheidung, wer  neben den Parteien als sonstiger Beteiligter in das Verfahren einbezogen  wird,  obliegt  indessen  allein  dem Gericht.  Es  besteht  somit  weder  eine  Pflicht  zur  Beiladung  noch  ein  Anspruch  auf  Beiladung  (vgl.  VERA  MARANTELLI­SONANINI/SAID HUBER, in: Waldmann/ Weissenberger [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,   Zürich  2009,  Art. 6  N 61,  mit  Hinweisen).  Zudem  hat  W.  F._______  seinerseits  die  Beteiligung  am  vorliegenden  Verfahren nicht beantragt. Selbst wenn W. F._______, der nicht Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  ist,  gleichwohl  berechtigt  wäre,  am  Verfahren als Partei oder als sonstiger Beteiligter teilzunehmen, hätten er  oder  ein  von  ihm bevollmächtigter Rechtsvertreter  dies  geltend machen  müssen.  Das  Begehren  der  Beschwerdeführenden,  W.  F._______  als  Beigeladenen am Verfahren zu beteiligen, ist somit abzuweisen. 3.  Die  Beschwerdeführenden  rügen  im  mehrfacher  Hinsicht  die  Verletzung  ihres  Rechts  auf  Akteneinsicht.  Der  in  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  (BV,  SR  101)  verfassungsrechtlich  gewährleistete  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  enthält  mehrere  Verfahrensgarantien,  insbesondere  auch das Recht auf Akteneinsicht (vgl. BGE 129 V 478 E. 4.4.2, BGE 127  I  54  E. 2b).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Formulierung  gewährt  der  Gehörsanspruch allen Personen, die vom Ausgang des Verfahrens mehr 

B­485/2010 als die Allgemeinheit betroffen werden könnten, das Recht auf Mitwirkung  und Einflussnahme  (vgl. BGE 132 V 387 E. 5). Eine gerügte Verletzung  des rechtlichen Gehörs und somit auch des Rechts auf Akteneinsicht wird  vom Bundesverwaltungsgericht mit voller Kognition überprüft. 3.1.  Die  Beschwerdeführenden  rügen,  die  Vorinstanz  habe  bestimmte  Aktenstücke  als  intern  klassifiziert  und  ihnen  zu Unrecht  die  Einsicht  in  sie verweigert. Das Recht auf Akteneinsicht bezieht sich grundsätzlich auf  alle  für  den  Entscheid  erheblichen  Akten.  Verweigert  werden  darf  ausnahmsweise  die  Einsicht  in  Akten,  denen  für  die  Behandlung  eines  Falles  kein  Beweischarakter  zukommt,  weil  sie  ausschliesslich  der  verwaltungsinternen  Meinungsbildung  dienen  und  insofern  lediglich  für  den  behördeninternen  Gebrauch  bestimmt  sind.  Hierzu  gehören  typischerweise  Entwürfe,  Anträge,  Notizen,  Protokolle,  Mitberichte  und  Hilfsbelege, dagegen nicht von Sachverständigen und Experten erstellte  Berichte  und  Gutachten  zu  streitigen  Sachverhaltsfragen  (vgl.  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6177/2008  vom  4. Dezember 2008 E. 5.1, mit Hinweisen). 3.2.  Die  Beschwerdeführenden  begehren  ferner  "Einsicht  in  die  Betriebsanerkennung  C._______  sowie  sämtlicher  weiterer  Betriebe  mit  Beteiligung  juristischer  Personen".  Sie  machen  geltend,  dass  sie  Anspruch auf Überprüfung hätten, ob andere Betriebe mit Beteiligung  juristischer  Personen  gleich  oder  anders  behandelt  würden  als  die  Beschwerdeführerin 1. 3.2.1. Inhaber des Anspruchs auf Akteneinsicht ist ausschliesslich, wer  als  Partei  am  jeweiligen  Verfahren  beteiligt  ist  oder  zumindest  einen  durchsetzbaren  Anspruch  auf  Verfahrensteilnahme  als  Partei  hat.  Darüber  hinaus  ist  der  Vertreter  einer  Partei  zur  Ausübung  des  Anspruchs  berechtigt  (Art.  26  Abs.  1  VwVG;  vgl.  BERNHARD  WALDMANN/MAGNUS OESCHGER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  a.a.O.,  Art. 26  N   45  ff.  und  51).  Die  Beschwerdeführer  haben  somit  kein Recht auf Einsicht in Akten, die Verfahren betreffen, an denen sie  nicht als Partei beteiligt sind. 3.2.2.  Sofern  die  Beschwerdeführenden  Einsicht  in  Vorakten  des  vorliegenden  Verfahrens  begehren,  welche  die  Anerkennung  des  Betriebs von H. C._______ betreffen,  ist zu berücksichtigen, dass die  Einsichtnahme in die Akten verweigert werden kann, wenn wesentliche  öffentliche  oder  private  Interessen  die  Geheimhaltung  erfordern 

B­485/2010 (Art. 27  Abs. 1  VwVG).  Ob  und  in  welchem  Umfang  den  Betroffenen  Akteneinsicht  zu  gewähren  ist,  ist  das  Ergebnis  einer  Abwägung  zwischen  den  Einsichtsinteressen  der  Betroffenen  und  den  entgegenstehenden  öffentlichen  oder  privaten  Geheimhaltungsinteressen  (vgl. WALDMANN/OESCHGER,  a.a.O.,  Art. 27  N 3). Besonders hoch ist insbesondere die Schutzbedürftigkeit privater  Interessen  von  nicht  am  Verfahren  beteiligten  Dritten  an  der  Geheimhaltung  ihrer  personenbezogenen  Daten  (vgl.  STEPHAN  C.  BRUNNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 31  ff.  zu  Art. 27).  Das  Gesuch  des  H.  C._______  beinhaltet  in  erheblichem  Umfang  solche  Informationen,  insbesondere  zu  seinem  Einkommen  und  seiner  sozialversicherungsrechtlichen  Stellung.  Demgegenüber kommt dem Gesuch bei der Beurteilung der vorliegend  streitrelevanten  Fragen  nur  eine  untergeordnete  Bedeutung  zu.  Die  privaten  Geheimhaltungsinteressen  überwiegen  daher  die  Einsichtsinteressen der Beschwerdeführenden. 3.3.  Die  Akteneinsichtsbegehren  der  Beschwerdeführenden  sind  somit  abzuweisen. 4.  Die  Beschwerdeführenden  rügen,  die  Erstinstanz  habe  bei  der  Feststellung  des  relevanten Sachverhalts  und  bei  der Beweiswürdigung  Aktenstücke,  in  welche  sie  den  Beschwerdeführenden  keine  Einsicht  gewährt  habe,  zu  Unrecht  berücksichtigt.  Zudem  hätten  die  Beschwerdeführenden  insofern  keine  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  gehabt.  Es  handle  sich  um  handschriftliche  Aufzeichnungen  betreffend  einen  Augenschein  und  eine  Besprechung  der  Erstinstanz  mit  dem  kantonalen Steueramt. Aus diesen Beweismitteln habe die Erstinstanz zu  Unrecht  abgeleitet,  W.  F._______  habe  nicht  unwesentlich  das  Geschehen  in  der  Beschwerdeführerin  1  bestimmt.  Diese  Aktenstücke  hätte  die  Vorinstanz  aus  dem  Recht  weisen  müssen.  Die  Vorinstanz  macht  demgegenüber  geltend,  die  Aufzeichnungen  würden  nicht  als  wesentliche  Entscheidgrundlage  dienen.  Die  in  den  Aufzeichnungen  protokollierten  Handlungen  hätten  keinen  Beweischarakter.  Zudem  sei  den  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  des  Rekursverfahrens  Akteneinsicht gewährt worden, so dass ein allfälliger Verfahrensfehler als  geheilt zu betrachten sei.

B­485/2010 4.1.  Im  Verwaltungsverfahren  darf  bei  der  Entscheidung  nicht  auf  Beweismittel  abgestellt  werden,  ohne  dem  Betroffenen  Gelegenheit  zu  geben, an der Beweisabnahme mitzuwirken oder wenigstens nachträglich  zum Beweisergebnis  Stellung  zu  nehmen  (vgl.  BGE  117  V  282  E.  4a).  Falls  sich  die  Erstinstanz  auf  Aktenstücke  abgestützt  hat,  ohne  den  Beschwerdeführenden  Gelegenheit  zu  geben,  Einsicht  in  diese  zu  nehmen  bzw.  hierzu  Stellung  zu  nehmen,  ist  dieses  Verhalten  somit  geeignet, eine unzulässige Beweisabnahme und  in der Folge auch eine  unrichtige Sachverhaltsfeststellung zu begründen. 4.2. Anfechtungsobjekt ist vorliegend allein die Verfügung der Vorinstanz  vom  17. Dezember 2009,  jedoch  nicht  die  Verfügungen  der  Erstinstanz  vom  26. Januar 2009  und  9. März 2009.  Die  Vorinstanz  hat  die  betreffenden  Aktenstücke  soweit  ersichtlich  nicht  in  ihre  Sachverhaltsermittlung  und  Beweiswürdigung  einbezogen  und  ist  auch  ohne Berücksichtigung dieser Beweismittel zum Ergebnis gekommen, der  Betrieb der Beschwerdeführerin 1 sei nicht selbständig. Zudem bestehen  keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz in unzulässiger Weise auf  Beweismittel  abgestellt  hätte,  ohne  den  Beschwerdeführenden  Akteneinsicht  und  die  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zu  gewähren.  Entsprechendes  wird  von  den  Beschwerdeführenden  denn  auch  nicht  geltend  gemacht.  Die  Sachverhaltsermittlung  und  Beweiswürdigung  der  Vorinstanz sind daher insofern nicht zu beanstanden. 5.  5.1. Grundsätzlich  finden  diejenigen  Rechtsätze  Anwendung,  die  bei  Erfüllung  eines  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tatbestands  Geltung  hatten.  Der  Gesetzgeber  kann  eine  davon abweichende Regelung treffen, was er indessen im Hinblick auf  die vorliegend streitentscheidenden Normen nicht getan hat (vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3405/2007  vom  3. Juli 2008  E. 2.2.2, mit Hinweisen). Der hier zu beurteilende Sachverhalt bezieht  sich  auf  die  Direktzahlungen  der  Jahre  2007  und  2008,  weshalb  grundsätzlich  die  in  diesen  Jahren  geltenden Rechtsätze Anwendung  finden. Diese haben  im Übrigen – soweit hier  interessierend –  in den  vergangenen Jahren keine Änderungen erfahren. 5.2.  Gemäss  Art.  104  Abs.  2  BV  fördert  der  Bund  die  bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betriebe ergänzend zur zumutbaren  Selbsthilfe  der  Landwirtschaft  und  nötigenfalls  abweichend  vom 

B­485/2010 Grundsatz  der  Wirtschaftsfreiheit.  Er  ergänzt  unter  der  Voraussetzung  eines  ökologischen  Leistungsnachweises  das  bäuerliche  Einkommen  durch  Direktzahlungen  zur  Erzielung  eines  angemessenen  Entgelts  für  die erbrachten Leistungen (Art. 104 Abs. 3 Bst. a BV). Art. 70 Abs. 5 LwG  ermächtigt  den  Bundesrat,  Vorschriften  für  den  Bezug  der  Direktzahlungen zu erlassen und bestimmte Grenzwerte festzulegen. Der  Bund  leistet  Bewirtschaftern  und  Bewirtschafterinnen  von  bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betrieben unter der Voraussetzung  des  ökologischen  Leistungsnachweises  allgemeine  Direktzahlungen,  Ökobeiträge und Ethobeiträge (Art. 70 Abs. 1 LwG). Gemäss Art. 2 Abs.  1 Bst. a der Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (DZV, SR  910.13)  werden  Direktzahlungen  an  Bewirtschafter  oder  Bewirtschafterinnen  ausgerichtet,  die  einen  Betrieb  führen,  ihren  zivilrechtlichen  Wohnsitz  in  der  Schweiz  haben  und  eine  bestimmte  landwirtschaftliche Ausbildung nachweisen können. 5.3. Die  Landwirtschaftliche  Begriffsverordnung  vom  7.  Dezember  1998  (LBV,  SR  910.91)  umschreibt  gestützt  auf  das  LwG  Begriffe  des  Landwirtschaftsrechts und regelt das Verfahren für die Anerkennung von  Betrieben  und Formen  der  überbetrieblichen Zusammenarbeit  sowie  für  die  Überprüfung  und  Abgrenzung  von  Flächen  (Art. 1  LBV).  Die  LBV  bezweckt,  die  in  verschiedenen  Erlassen  des  Landwirtschaftsrechts  wiederkehrenden  Begriffe  materiellrechtlich  einheitlich  zu  fassen.  Damit  soll  vermieden werden,  dass  im Einzelfall  dieselbe Rechtsfrage  bei  der  Beurteilung von Leistungsansprüchen aus den verschiedenen Bereichen  des Landwirtschaftsrechts unterschiedlich entschieden wird. Die Kantone  vollziehen die LBV, das Bundesamt  für Landwirtschaft beaufsichtigt den  Vollzug (Art. 33 Abs. 1 und 2 LBV). 5.4. Art. 6 LBV definiert den  landwirtschaftsrechtlichen Rechtsbegriff des  Betriebs wie folgt: "1Als  Betrieb  gilt  ein  landwirtschaftliches  Unternehmen,  das: a) Pflanzenbau oder Nutztierhaltung oder beide Betriebszweige betreibt; b) eine oder mehrere Produktionsstätten umfasst; c)  rechtlich,  wirtschaftlich,  organisatorisch  und  finanziell  selbständig  sowie unabhängig von anderen Betrieben ist; d) ein eigenes Betriebsergebnis ausweist; und  e) während des ganzen Jahres bewirtschaftet wird. 2Als  Produktionsstätte  gilt  eine  Einheit  von  Land,  Gebäuden  und  Einrichtungen,  die  räumlich  als  solche  erkennbar  und  getrennt  von 

B­485/2010 anderen Produktionsstätten ist, und auf der eine oder mehrere Personen  tätig sind.[...]4 Die Anforderung von Absatz 1 Buchstabe c ist insbesondere nicht erfüllt,  wenn: a)  der  Bewirtschafter  oder  die  Bewirtschafterin  die  Entscheide  zur  Führung  des  Betriebes  nicht  unabhängig  von  Bewirtschaftern  anderer  Betriebe treffen kann; b) der Bewirtschafter oder die Bewirtschafterin eines anderen Betriebes,  oder deren Gesellschafter, Genossenschafter, Aktionär oder Vertreter,zu  25  oder  mehr  Prozent  am  Kapital  des  Betriebes  beteiligt  ist;  oder  c)  die  auf  dem  Betrieb  anfallenden  Arbeiten  ohne  anerkannte  Gemeinschaftsform  nach  den  Artikeln  10  oder  12  mehrheitlich  von  anderen Betrieben ausgeführt werden." 5.5. Die natürliche oder juristische Person oder die Personengesellschaft,  die  einen  Betrieb  auf  eigene  Rechnung  und  Gefahr  führt,  gilt  als  Bewirtschafter  oder  Bewirtschafterin  (Art. 2  Abs. 1  LBV).  Führt  ein  Bewirtschafter oder eine Bewirtschafterin mehrere Produktionsstätten, so  gelten diese zusammen als ein Betrieb (Art. 2 Abs. 2 LBV). Das Gleiche  gilt  in  analoger  Anwendung  zudem  auch  für  eine  Mehrzahl  von  Bewirtschaftern  oder  Bewirtschafterinnen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­2698/2007  vom  17. Juli  2008  E. 6,  mit  Hinweisen). 5.6. Landwirtschaftliche Betriebe müssen vom Kanton anerkannt werden  (Art.  30  Abs. 1  LBV),  wobei  die  neu  entstandenen  Einheiten  nach  dem  Betriebsbegriff  gemäss  Art. 6  Abs. 1  LBV  insbesondere  die  Anforderungen  an  die  rechtliche,  wirtschaftliche  und  organisatorische  Selbständigkeit  erfüllen  müssen.  Des  Weiteren  prüfen  die  Kantone  periodisch, ob die Betriebe und Gemeinschaften die Voraussetzungen für  die Anerkennung noch erfüllen.  Ist dies nicht der Fall,  so widerrufen sie  eine Betriebsanerkennung (Art. 30a Abs. 1 LBV). Die Kontrolltätigkeit der  zuständigen  Organe  beim  Vollzug  der  die  Landwirtschaft  betreffenden  Gesetze  wird  in  der  Inspektionskoordinationsverordnung  vom  14.  November 2007  (VKIL, SR 910.15)  geregelt. Demnach werden Betriebe  in der Regel ein bis zwei Mal  jährlich inspiziert, wobei auf Betrieben, bei  denen  ein  begründeter  Verdacht  auf  Nichteinhaltung  der  Vorschriften  besteht, häufigere Inspektionen vorgenommen werden können (Art. 1 und  2  VKIL).  Die  Vollzugsorgane  melden  Mängel,  die  unabhängig  vom  Inspektionsgegenstand  festgestellt  werden,  anderen  betroffenen  Stellen  sowie  der  Inspektionsstelle  weiter.  Die  Vollzugsorgane  und  die  Inspektionsstellen ziehen die Konsequenzen aus der Feststellung (Art. 3 

B­485/2010 Abs. 3 VKIL). Die genannten Bestimmungen haben den Zweck, Versuche  zu Umgehungen der Vorschriften zu verhindern. 6.  Strittig  und zu prüfen  ist  in materieller Hinsicht  einzig die Frage,  ob der  Betrieb der Beschwerdeführerin 1 i.S.v. Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV rechtlich,  wirtschaftlich,  organisatorisch  und  finanziell  selbständig  sowie  unabhängig von anderen Betrieben ist. 6.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  geltend,  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin 1  sei  mit  Verfügung  vom  25. August 2005  von  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  anerkannt  worden.  Die  Verfügung  beruhe auf dem festgestellten Sachverhalt, dass der Beschwerdeführer 2  66,89 % des Aktienkapitals der Beschwerdeführerin 1 besessen habe, als  bäuerlicher  Bewirtschafter  auf  deren  Betrieb  gearbeitet  habe  und  als  Mitglied des Verwaltungsrats  in  leitender Funktion  tätig gewesen sei. An  diesem  Sachverhalt  habe  sich  abgesehen  von  der  Substitution  des  Beschwerdeführers 2  durch  den  Beschwerdeführer 3  nichts  geändert,  weshalb  weder  sachlich  noch  rechtlich  Anlass  bestehe,  die  Beitragsberechtigung rückwirkend in Frage zu stellen. Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  die  Frage,  ob  der  Betrieb  der Beschwerdeführerin 1 in den Jahren 2007 und 2008 als selbständiger  Betrieb  anzuerkennen  ist  und  Direktzahlungsansprüche  für  diesen  Zeitraum  bestehen. Unmittelbar  entscheidrelevant  sind  vorliegend  somit  die tatsächlichen Verhältnisse in den Jahren 2007 und 2008. Die von den  Beschwerdeführenden  erwähnte  Verfügung  wurde  demgegenüber  im  Jahr 2005 erlassen.  In dieser Verfügung wurde darüber entschieden, ob  die  Anerkennungsvoraussetzungen  zum  damaligen  Zeitpunkt  vorlagen.  Sie betrifft somit sowohl einen anderen Streitgegenstand als auch einen  anderen streitrelevanten Sachverhalt als die angefochtene Verfügung. Ob  die  Betriebe  und  Gemeinschaften  die  Voraussetzungen  für  eine  Anerkennung noch erfüllen, wird periodisch überprüft, mit der Folge, dass  die Anerkennung gegebenenfalls widerrufen werden kann  (vgl. oben, E.  5.6).  Die  Vorinstanz  und  das  Bundesverwaltungsgericht  sind  somit  keineswegs  an  die  Sachverhaltsfeststellungen,  die  der  Verfügung  vom  25.  August  2005  zugrunde  liegen,  gebunden  und  können  Änderungen  des  für  die  Anerkennung  der  Direktzahlungsberechtigung  der  Beschwerdeführerin 1  relevanten  Sachverhalts  ohne  Weiteres  berücksichtigen.  Vor  allem  können  sie  eine  erneute  und  umfassende  Sachverhaltsaufklärung  vornehmen.  Die  Vorinstanz  ist  daher  in  der 

B­485/2010 angefochtenen Verfügung  zu Recht  von  dem die  Jahre  2007  und  2008  betreffenden  Sachverhalt  ausgegangen.  Sofern  die  Beschwerdeführenden geltend machen, es seien auch  in diesen Jahren  nach  wie  vor  die  Voraussetzungen  der  Betriebsanerkennung  und  der  Berechtigung  zum  Bezug  von  Direktzahlungen  –  insbesondere  im  Hinblick  auf  die  hier  streitige  Frage  der  Selbständigkeit  und  Unabhängigkeit des Betriebs der Beschwerdeführerin 1 – gegeben, wird  darauf in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 6.2.  Die  Vorinstanz  stützt  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  insbesondere  darauf,  dass  W.  F._______  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  über  die  Y._______  Holding  AG  15,89 %  der  Aktien  der  Beschwerdeführerin  1  gehalten  habe.  Zudem  hätten  zwischen  der  Beschwerdeführerin 1, der Y._______ Holding AG, der Z._______ AG  und W. F._______ verschiedene Forderungen bestanden, die  in  ihrer  Ausprägung  typischerweise  innerhalb  eines  Konzernunternehmens,  nicht  aber  bei  unabhängig  voneinander  geführten  Unternehmen  zu  erwarten  seien.  Die  fraglichen  Fremdkapitalpositionen  seien  im  Zusammenhang  mit  der  Untersuchung  der  Beschwerdeführerin 1  per  31. Dezember  2007  auf  einen  Schlag  ausgeglichen  worden,  was  nur  möglich  sei,  wenn  die  betroffenen  Unternehmen  zentral  gesteuert  würden.  Ferner  hätten  die  Eheleute  F._______  Fr.  202'000.–  eines  gegenüber  der  Beschwerdeführerin 1  bestehenden  Darlehensguthabens  in  Aktien  umgewandelt  und  zu  einem  auffällig  niedrigen Preis an den Beschwerdeführer 2 veräussert. Gleiches gelte  für  den  Preis,  zu  dem  der  Beschwerdeführer 2  die  Aktien  auf  den  Beschwerdeführer 3  übertragen  habe.  Diese  Geschäfte  ergäben  nur  dann einen Sinn, wenn W. F._______ in der Lage gewesen sei, einen  bestimmenden Einfluss auf die Beschwerdeführerin 1 auszuüben. Des  Weiteren  habe  D._______  sowohl  bei  der  Beschwerdeführerin  1  als  auch  bei  der  Y._______  Holding  AG  und  der  Z._______  AG  die  Funktion des Verwaltungsratspräsidenten inne. Auch sei der Sohn von  W.  F._______,  S.  F._______,  in  den  Verwaltungsrat  der  Beschwerdeführerin 1 gewählt worden. In Anbetracht dieser Umstände  könne der Betrieb der Beschwerdeführerin nicht mehr als  selbständig  und unabhängig i.S.v. Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV angesehen werden. 6.3.  Die  Beschwerdeführer  beanstanden  die  von  der  Vorinstanz  vorgenommene  Beweiswürdigung.  Diese  könne  ihre  Feststellungen  auf  keine  direkten  Beweise  stützen.  Aufgrund  blosser  Unterstellungen  und  Mutmassungen  habe  sie  angenommen,  der  Betrieb  der 

B­485/2010 Beschwerdeführerin 1 sei nicht als selbständiger Betrieb anzusehen. Eine  Beteiligung  der Y._______ Holdig AG  von  15,89 %  sei  nicht  genügend,  um die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Beschwerdeführerin 1  in  Frage  zu  stellen.  Für  den  Aufbau  des  Obstbaubetriebs  der  Beschwerdeführerin 1  seien  ferner  erhebliche  finanzielle  Mittel  erforderlich  gewesen. Weil  die  Beschwerdeführerin 1  praktisch  mittellos  gewesen sei und Bankdarlehen  für einen Pachtbetrieb nicht zu erhalten  gewesen seien, habe sie den Betriebsaufbau mit Darlehen der Eheleute  F._______  finanzieren  müssen.  Der  niedrige  Kaufpreis  der  Aktien  sei  jeweils durch den niedrigen Marktwert des Betriebs bedingt gewesen. Die  Vorinstanzen hätten nicht berücksichtigt,  dass die Beschwerdeführerin 1  infolge der Pachtkündigung durch H. C._______ per 31. März 2007 mehr  als  70 %  der  von  ihr  bewirtschafteten  Flächen  verloren  und  dementsprechend  einen  massiven  Umsatzeinbruch  erlitten  hätten.  Die  Konsequenzen  dieses  Verlusts  sei  von  den  Aktionären  zu  tragen  gewesen.  Dass  die  Beschwerdeführerin 1  denselben  Verwaltungsratspräsidenten habe wie die Y._______ Holding AG und die  Z._______ AG, lasse sich dadurch erklären, dass die Familie F._______,  die  in  den  ersten  Jahren  nach  der Gründung  der  Beschwerdeführerin 1  ein Hauptaktionär derselben gewesen sei, die Dienste von D._______ als  professionellem  Berater  in  Anspruch  genommen  habe.  Der  Umstand,  dass  auch  die  späteren  Mehrheitsaktionäre  an  ihm  als  Verwaltungsratspräsident  festgehalten  hätten,  liesse  sich  mit  seinen  Leistungen und dem Bestreben der Aktionäre nach Kontinuität erklären.  Dass  S.  F._______  Verwaltungsratsmitglied  der  Beschwerdeführerin 1  sei, sei naheliegend und alles andere als ungewöhnlich, weil er einen von  ihm gepachteten Obstbaubetrieb in die Beschwerdeführerin 1 eingebracht  und die Aktien der Eheleute C._______ übernommen habe. 6.4.  In  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947  [BZP, SR 273]). Frei ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie  nicht an bestimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter  genau  vorschreiben,  wie  ein  gültiger  Beweis  zustande  kommt  und  welchen  Beweiswert  die  einzelnen  Beweismittel  im  Verhältnis  zueinander  haben  (vgl.  BGE  130  II  482  E. 3.2;  CHRISTOPH  AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  a.a.O.,  Rz. 17  zu  Art. 12;  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983,  S. 278 f.).  Der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  verlangt,  dass  sich  die  urteilende  Instanz  sorgfältig,  gewissenhaft  und  unvoreingenommen 

B­485/2010 ihre Meinung darüber  bildet,  ob der  zu beweisende Sachumstand als  wahr zu gelten hat. Berücksichtigt wird dabei sowohl das beigebrachte  Beweismaterial als auch das Beweisverhalten der Parteien. Beweis ist  geleistet,  wenn  der  Richter  gestützt  auf  die  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt,  dass  sich  der  rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht hat. Was das Beweismass betrifft, kennt das VwVG keine  starren  Beweisregeln  und  setzt  keine  unumstössliche  Gewissheit  voraus.  Massgeblich  ist  allein  die  Überzeugung  vom  Vorhandensein  bzw. Fehlen von Tatsachen. Genügend ist  insofern ein so hoher Grad  an  Wahrscheinlichkeit,  dass  keine  vernünftigen  Zweifel  bleiben  (vgl.  PATRICK  L.  KRAUSKOPF/KATRIN  EMMENEGGER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  a.a.O.,  Art. 12  N 214,  mit  Hinweisen).  Eine  überwiegende  Wahrscheinlichkeit  wird  als  ausreichend betrachtet, wo ein  strikter Beweis nicht  nur  im Einzelfall,  sondern der Natur der Sache nach nicht möglich oder nicht zumutbar  ist und  insofern eine Beweisnot besteht  (vgl. BGE 130  III 321 E. 3.2).  Dann  gilt  der  Beweis  als  erbracht,  wenn  für  die  Richtigkeit  einer  Sachbehauptung  derart  gewichtige  Gründe  sprechen,  dass  andere  denkbare  Möglichkeiten  vernünftigerweise  nicht  in  Betracht  kommen  (vgl. BGE 132 II 715 E. 3.1). 6.5.  Das  Begehren  der  Beschwerdeführenden,  W.  F._______  am  Verfahren zu beteiligen, lässt sich als Beweisantrag auslegen, mit dem  Ziel,  W.  F._______  vom  Gericht  als  Zeugen  befragen  zu  lassen.  Angebotene Beweise  sind  abzunehmen, wenn  sie  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  als  tauglich  erscheinen  (Art. 33  VwVG).  Von  einem  beantragten Beweismittel kann indessen abgesehen werden, wenn der  Sachverhalt,  den  eine  Partei  beweisen  will,  nicht  rechtserheblich  ist,  wenn  bereits  Feststehendes  bewiesen  werden  soll,  wenn  im  Voraus  gewiss  ist,  dass  der  angebotene  Beweis  keine  wesentlichen  Erkenntnisse  zu  vermitteln  vermag,  oder  wenn  die  verfügende  Behörde  den  Sachverhalt  aufgrund  eigener  Sachkunde  ausreichend  würdigen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 153  E. 3,  BGE  122  V  157  E. 1d,  BGE  104  V  211  E. a;  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.267/2000  vom  10. November 2000  E. 2c/aa).  Der  Verzicht  auf  die Durchführung  beantragter  Beweisabnahmen  ist  auch  zulässig, wenn die Behörde aufgrund bereits abgenommener Beweise  oder  gestützt  auf  die  Aktenlage  ihre  Überzeugung  gebildet  hat  und  ohne Willkür annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere  Beweiserhebungen  nicht  mehr  geändert  würde  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.267/2000  vom  10. November 2000  E.  2c/aa;  BGE 

B­485/2010 134 I 140 E. 5.3, BGE 122 III 219 E. 3c, BGE 117 Ia 262 E. 4b). Wie  die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kann  im Wesentlichen bereits  aufgrund  des  unstreitigen  Sachverhalts  entschieden  werden,  ob  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  als  selbständig  und  unabhängig  anzusehen ist. Auf eine Befragung von W. F._______ als Zeugen kann  somit verzichtet werden. 6.6. Unbestritten ist, dass die Eheleute F._______ zusammen mit 98 %  an  der  Y._______  Holding  AG  beteiligt  sind,  welche  ihrerseits  über  15,89 % des Aktienkapitals der Beschwerdeführerin 1 verfügt (vgl. die  Aktionärsverzeichnisse,  act. IV/4).  Ein  Betrieb  ist  jedenfalls  dann  als  unselbständig  anzusehen,  wenn  der  Bewirtschafter  oder  die  Bewirtschafterin  eines  anderen  Betriebs  oder  deren  Gesellschafter,  Genossenschafter,  Aktionär  oder  Vertreter  zu  25 %  oder  mehr  am  Kapital  des  Betriebs  beteiligt  sind  (Art. 6  Abs. 4  Bst. b  LBV).  Die  Beteiligung  der  Y._______  Holding  AG  von  15,89 %  genügt  allein  somit  nicht,  um gestützt  auf  Art.  6 Abs.  4 Bst.  b  davon  ausgehen  zu  können,  dass  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  1  nicht  als  selbständig zu betrachten ist. 6.6.1. Fraglich  ist aber, ob dieser Umstand gleichwohl  im Hinblick auf  die Frage, ob die Voraussetzungen des Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV erfüllt  sind,  zu  berücksichtigen  ist.  Art. 6  Abs. 4  LBV  enthält  einen  exemplarischen  und  nicht  abschliessenden  Katalog  von  Fallkonstellationen,  bei  deren  Vorliegen  die  Voraussetzungen  des  Art. 6  Abs. 1  Bst. c  LBV  als  nicht  erfüllt  gelten.  Sofern  die  Voraussetzungen  dieser,  die  Regelung  des  Art.  6  Abs. 1  Bst. c  LBV  lediglich  konkretisierenden Tatbestände nicht erfüllt  sind,  folgt  daraus  keineswegs,  dass  der  jeweilige  Betrieb  als  selbständig  und  unabhängig im Sinne von Art. 6 Abs. 1 LBV anzusehen ist. Dies muss  die  verfügende  Instanz  vielmehr  unter  Berücksichtigung  aller  Umstände  des  Einzelfalls  und  aller  Beweismittel  beantworten.  Hierzu  gehören  auch  die  zwischen  den  involvierten  Gesellschaften  bestehenden Beteiligungsverhältnisse. 6.6.2. Des Weiteren  lässt  sich  aus  Art. 6  Abs. 4  Bst. b  LBV  ableiten,  dass  sich  die  Unselbständigkeit  eines  Betriebs  aus  der  Beteiligung  Dritter  an  dessen  Aktienkapital  ergeben  kann.  Auch  wenn  die  Beteiligung  der  Y._______  Holding  AG  an  der  Beschwerdeführerin 1  quantitativ nicht ausreicht, um gestützt auf die Spezialbestimmung des  Art. 6  Abs. 4  Bst. b  LBV  die  Unselbständigkeit  der 

B­485/2010 Beschwerdeführerin 1 anzunehmen, ist sie durchaus für die allgemeine  Frage  von  Bedeutung,  ob  die  Beschwerdeführerin  einen  eigenständigen  Betrieb  gemäss  Art. 6  Abs. 1  Bst. c  LBV  bewirtschaftet. Der Umstand, dass die Eheleute F._______ zusammen  mit  98 %  an  der  Y._______  Holding  AG  beteiligt  sind  und  diese  immerhin  über  15,89 %  des  Aktienkapitals  der  Beschwerdeführerin 1  verfügt,  ist  deshalb entgegen der Ansicht  der Beschwerdeführerinnen  ein  Indiz  für  die  fehlende  Selbständigkeit  des  Betriebs  der  Beschwerdeführerin 1. 6.7. Von den Beschwerdeführern wird  ferner nicht bestritten, dass die  Beschwerdeführerin 1,  die Y._______ Holding AG und die Z._______  AG  im  streitrelevanten  Zeitraum  den  gleichen  Verwaltungsratspräsidenten, Herrn D._______, hatten. 6.7.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  seiner  Rechtsprechung  mehrfach  personelle  Überschneidungen  in  den  Verwaltungsräten  von  Aktiengesellschaften  als  Umstände  bewertet,  die  der  Selbständigkeit  der  betreffenden  Betriebe  entgegenstehen.  Wenn  sämtliche  Verwaltungsräte  und  damit  rechtlich  und  organisatorisch  die  Entscheidungsträger  der  jeweiligen  Aktiengesellschaften  identisch  seien,  sei  die  Selbständigkeit  und  Unabhängigkeit  der  Betriebe  nicht  gegeben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­4218/2008 vom  5. November 2008,  E. 3.4).  Auch  in  einem  Fall,  in  dem  eine  Person  sowohl  Verwaltungsratspräsident  mit  Einzelunterschrift  als  auch  Hauptaktionär  zweier  Aktiengesellschaften  mit  einer  Beteiligung  von  25 %  war,  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgegangen,  dass die organisatorische Selbständigkeit der jeweiligen Betriebe nicht  vorhanden sei (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­2698/2007  vom 17. Juli 2008, E. 6.1). 6.7.2.  Im  vorliegenden  Fall  war  D._______  im  entscheidrelevanten  Zeitraum  Verwaltungsratspräsident  der  Beschwerdeführerin 1  mit  Kollektivunterschrift  zu  zweien.  Gleichzeitig  war  er  Verwaltungsratspräsident  der  Z._______  AG  und  der  Y._______  Holding AG, welche mit 15,89 % an der Beschwerdeführerin 1 beteiligt  war.  Ebenfalls  im  Verwaltungsrat  der  Beschwerdeführerin 1  mit  Kollektivunterschrift  zu  zweien  vertreten  waren  zunächst  der  Beschwerdeführer 2  und  später  S.  F._______  (vgl.  jeweils  die  in  den  Akten  enthaltenen  Handelsregisterauszüge,  insbesondere  jene  vom  30. Oktober 2007,  31. Oktober 2007  und  29. August 2008  [act. IV/2 

B­485/2010 sowie  IV/13]).  Die  organisatorischen  Verknüpfungen  zwischen  den  involvierten  Gesellschaften  waren  somit  zwar  nicht  ganz  so  intensiv  wie  in  den  in  E. 6.7.1  genannten  Fällen.  Aber  auch  wenn  man  berücksichtigt, dass D._______ nur zur Kollektivunterschrift zu zweien  berechtigt  war  und  keine  vollständige  Identität  in  der  Zusammensetzung  der  jeweiligen  Verwaltungsräte  vorliegt,  ist  davon  auszugehen,  dass  er  in  seiner  Funktion  als  Verwaltungsratspräsident  einen  erheblichen  Einfluss  auf  die  geschäftlichen  Aktivitäten  der  Beschwerdeführerin 1  hatte.  Zudem  hatte  der  Beschwerdeführer  2  aufgrund der kollektiven Zeichnungsberechtigung nicht die Möglichkeit,  unabhängig von D._______ Geschäfte zu  tätigen. Hinzu kommt, dass  S.  F._______,  der  als  Sohn  der  Eheleute  F._______  zu  diesen  in  einem  starken  familiären  Näheverhältnis  steht,  ebenfalls  Verwaltungsratsmitglied  mit  Kollektivunterschrift  zu  zweien  war.  Die  Erstinstanz  weist  in  der  Verfügung  vom  26. Januar 2009  zutreffend  darauf  hin,  dass  D._______  und  S.  F._______,  die  eine  Kollektivunterschrift  zu  zweien  ausüben  können,  in  der  Lage  seien,  wirksam Verträge gegen den Willen weiterer Verwaltungsratsmitglieder  abzuschliessen. 6.7.3. Die Beschwerdeführer bringen diesbezüglich vor, D._______ sei  in  der  Vergangenheit  als  Berater  für  die  Familie  F._______  tätig  gewesen.  Diese  Tatsache  kann  indessen  am  Vorliegen  der  beschriebenen  personellen  Verknüpfung  der  betroffenen  Gesellschaften  nichts  ändern.  Im  Gegenteil  verstärkt  das  Vorbringen  der  Beschwerdeführerinnen  den  Eindruck,  dass  das  Ehepaar  F._______ bzw. die Y._______ Holding AG und die Z._______ AG auf  die  Geschäftsführung  der  Beschwerdeführerin 1  Einfluss  nahmen.  Es  spricht  somit  eher gegen als  für die Unabhängigkeit  des Betriebs der  Beschwerdeführerin 1. 6.7.4.  Insgesamt  ist  somit  die  Funktion  des  D._______  als  Verwaltungsratspräsident  der  Beschwerdeführerin 1,  der  Y._______  Holding  AG  und  der  Z._______  AG  ein  weiterer  Aspekt,  der  entscheidend  gegen  die  Selbständigkeit  des  Betriebs  der  Beschwerdeführerin 1 spricht. 6.8. Des Weiteren bestehen mehrere Hinweise auf enge wirtschaftliche  Verbindungen  zwischen  der  Beschwerdeführerin 1,  der  Y._______  Holding AG und der Z._______ AG sowie den Eheleuten F._______.

B­485/2010 6.8.1. Die Beschwerdeführerin 1 wies  in der  für das Beitragsjahr 2007  relevanten  Bilanz  vom  31. Dezember 2006  ein  Darlehen  zugunsten  von  W.  F._______  in  der  Höhe  von  Fr. 19'989.05  und  eine  Kontokorrentposition  zugunsten  der  Y._______  Holding  AG  über  Fr. 84'728.05  aus.  Gleichzeitig  besass  die  Beschwerdeführerin  1  ein  Kontokorrentguthaben bei der Z._______ AG über Fr. 60'000.–, wobei  die Z._______ AG wiederum ein Kontokorrentguthaben gegenüber der  Y._______  Holding  AG  über  Fr. 463'441.73  und  eine  Kontokorrentschuld  gegenüber  W.  F._______  über  Fr. 27'827.50  auswies  (vgl.  jeweils  die  Bilanzen  der  Gesellschaften,  act. IV/1a  und  3a).  Somit  ist  jedenfalls  im  Hinblick  auf  das  Beitragsjahr  2007  von  einer  erheblichen  finanziellen  Verflechtung  der  betroffenen  Gesellschaften  auszugehen.  Dass  die  Forderungen  bzw.  Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2007 mit einem Mal ausgeglichen  waren,  lässt  zudem  auf  ein  koordiniertes  Zusammenwirken  der  Gesellschaften  schliessen. Die  Zweifel, welche  die Vorinstanz  an  der  wirtschaftlichen  Unabhängigkeit  der  Beschwerdeführerin 1  anbringt,  sind unter diesen Umständen nicht von der Hand zu weisen. 6.8.2.  Das  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden,  die  Beschwerdeführerin 1  sei  auf  entsprechende  Darlehen  angewiesen  gewesen  (vgl.  oben  E. 6.3),  erklärt  zwar  die  Motive  der  Beschwerdeführerin 1,  welche  sie  dazu  bewogen  haben  mögen,  die  erwähnten Verbindlichkeiten einzugehen. Diese sind jedoch vorliegend  nicht  entscheidrelevant.  Es  kommt  allein  darauf  an,  ob  die  Beschwerdeführerin objektiv als unabhängig  i.S.v. Art. 6 Abs. 1 Bst. c  LBV angesehen werden kann. 6.9. Unstreitig  ist  schliesslich  auch,  dass die Eheleute F._______ am  19. April 2005  Fr.  202'000.–  von  einem  Darlehensguthaben  in  der  Höhe  von  Fr.  250'000.­,  das  ihnen  gegenüber  der  Beschwerdeführerin 1  zustand,  in  202  Aktien  zu  jeweils  Fr. 1'000.–  umwandelten  und  diese mit  Vertrag  vom  3. Juli 2005  (act. II/20)  zum  Preis  von  47'268.­  an  den  Beschwerdeführer 2  veräusserten.  Dieser  Vorgang  fand  zwar  im  Jahr  2005  und  somit  nicht  in  unmittelbarer  Zeitnähe  zu  den  streitrelevanten  Beitragsjahren  2007  und  2008  (vgl.  diesbezüglich  bereits  E. 6.1)  statt.  Die  dargelegten  Transaktionen  lassen  aber  auf  einen  generellen  Einfluss  der  Eheleute  F._______  schliessen,  der  bereits  im  Jahr  2005  vorlag  und  auch  noch  während  der Beitragsjahre 2007 und 2008 fortbestand. Hierfür spricht auch der  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer 2  die  Aktien  mit  Vertrag  vom 

B­485/2010 27. Februar 2008  (act. IV/25)  zu  einem  ähnlich  niedrigen  Preis  (Fr.  40'400.–)  auf  den  Beschwerdeführer 3  übertragen  hat.  Die  Aktiengeschäfte  gewinnen  zudem  in  Verbindung  mit  den  bereits  festgestellten  personellen  und  wirtschaftlichen  Verflechtungen  an  Bedeutung  und  sind  durchaus  beachtenswert.  Der  für  die  Aktien  jeweils gezahlte Preis kann im Verhältnis zu dem Betrag, auf welchen  die  Eheleute  F._______  anlässlich  der  Umwandlung  des  Darlehens  verzichteten,  zumindest  als  auffällig  gering  angesehen  werden.  Der  Vorwurf,  die  Aktien  seien  auf  den  Beschwerdeführer 2  bzw.  den  Beschwerdeführer 3  übertragen  worden,  um  die  tatsächliche  Beteiligung  der  Eheleute  F._______  zu  verdecken  und  auf  diese  Weise  Direktzahlungen  zu  erwirken,  erscheint  deshalb  durchaus  nachvollziehbar.  Auch  erstaunt,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  diesem  Zusammenhang  geltend  machen,  der  Betrieb  der  Beschwerdeführerin 1  habe  per  31. März 2007  eine  erhebliche  Wertminderung  erlitten.  Die  Geldsumme,  welche  der  Beschwerdeführer 3  im  Jahr  2008  für  die Aktien  gezahlt  hat,  ist  nicht  wesentlich niedriger, als der Preis, für den der Beschwerdeführer 2 die  Aktien im Jahr 2005 erworben hatte. Da vorliegend zahlreiche weitere  Umstände  gegen  die  Selbständigkeit  der  Beschwerdeführerin 1  sprechen,  kann  aber  letztlich  offen  bleiben,  ob  der  Preis,  der  für  die  Aktien gezahlt wurde, tatsächlich dem Marktwert entsprach. 6.10.  Insgesamt  ergeben  sich  aus  dem  unbestrittenen  rechtserheblichen  Sachverhalt  mehrere  Anhaltspunkte,  welche  die  Unselbständigkeit der Beschwerdeführerin 1 nahelegen. Für sich allein  betrachtet  sind  sie  zwar  möglicherweise  noch  nicht  genügend  beweiskräftig,  um  diese  Annahme  zu  rechtfertigen.  Eine  Gesamtbetrachtung  dieser  Sachverhaltselemente  führt  aber  zur  letztlich  unzweifelhaften  Schlussfolgerung,  dass  die  Beschwerdeführerin 1  in  den  Beitragsjahren  2007  und  2008  wirtschaftlich,  organisatorisch  und  finanziell  nicht  selbständig  und  unabhängig i.S.v. Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV war. 7.  Die Beschwerde erweist sich somit  insgesamt als unbegründet, weshalb  sie abzuweisen ist. 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  den  unterliegenden  Beschwerdeführern  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 

B­485/2010 VwVG).  Diese  sind mit  dem  von  ihnen  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Den  unterliegenden  Beschwerdeführern  ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG,  Art. 7  Abs. 1  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  VGKE,  SR 173.320.2)  und  ebenso  wenig  der  Vorinstanz  (Art.  7  Abs.  3  VGKE;  vgl.  MARCEL  MAILLARD,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  a.a.O.,  Art. 64 Rz. 14; MICHAEL BEUSCH, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O.,  Rz  10  zu  Art.  64  VwVG,  je  mit  Hinweisen).  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 2'100.– werden den Beschwerdeführenden  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'100.– verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde); – Die Erstinstanz (Gerichtsurkunde); – Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

B­485/2010 Stephan Breitenmoser Michael Barnikol Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 15. Dezember 2010

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