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Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 B-4581/2010

11. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,275 Wörter·~11 min·1

Zusammenfassung

Arbeitsvermittlung | Vergütung von arbeitsmarktlichen Massnahmen

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­4581/2010 Urteil   v om   1 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger, Richter Bernard Maitre,    Gerichtsschreiber Alexander Schaer. Parteien A._______, vertreten durch B._______, Beschwerdeführer,  gegen beco ­ Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung, Logistik  Arbeitsmarktliche Massnahmen, Lagerhausweg 10,  Postfach 730, 3018 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Vergütung von arbeitsmarktlichen Massnahmen.

B­4581/2010 Sachverhalt: A.  A.a  Am  4. August  2006  schlossen  die  beco  –  Berner  Wirtschaft  (Vorinstanz)  sowie  A._______  (Beschwerdeführer)  einen  Vertrag  betreffend arbeitsmarktliche Massnahmen  (AMM)  für die kaufmännische  Praxisfirma  (bzw.  gemäss  dem  gesetzlichen  Terminus  "Übungsfirma")  C._______  in  D._______  für  das  Kalenderjahr  2007.  Dieser  Vertrag  wurde  in  der  Folge  von  den  beiden  Parteien  im  gegenseitigen  Einvernehmen jeweils  für die darauffolgenden Kalenderjahre 2008, 2009  und  2010  verlängert.  Der  Beschwerdeführer  verpflichtete  sich  unter  anderem  auch  dazu,  eine  ordnungsgemässe  Buchhaltung  nach  Art. 957 ff.  des  Bundesgesetzes  betreffend  die  Ergänzung  des  Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) vom  30. März  1911  (OR,  SR 220)  zu  führen,  sowie  –  sofern  die  anrechenbaren  Kosten  einer  Massnahme  Fr. 200'000.−  oder  mehr  betrugen  –  Auszahlungsgesuche  von  einem  besonders  befähigten  Revisor  einer  anerkannten  Revisionsstelle  prüfen  zu  lassen.  Letztere  musste entweder Mitglied eines der Treuhandkammer angeschlossenen  Vereins bzw. Verbandes sein oder der kantonalen bzw. eidgenössischen  Finanzkontrolle angehören. A.b Anlässlich der Überprüfung der buchhalterischen Akten für das Jahr  2007  stellte  die  Vorinstanz  fest,  dass  die  Revisionsstelle  des  Beschwerdeführers  (E._______  AG)  im  Zeitpunkt  der  Überprüfung  der  Buchhaltung  über  keinen  Revisor  verfügte,  welchem  die  geforderten  Eigenschaften  zukamen.  Sie  forderte  daraufhin  mit  E­Mail  vom  28. Oktober  2008  den  Beschwerdeführer  auf,  umgehend  eine  vertragsgemässe  Revision  der  Buchführung  2007  zu  veranlassen.  Im  Dezember  2008  hat  die  Vorinstanz  dahingehend  eingewilligt,  dass  die  Revision  der  Buchführung  2007  zusammen  mit  derjenigen  der  Buchführung  2008  vorgenommen  werden  kann.  Die  Revision  wurde  daraufhin im April und Mai 2009 durch die F._______ AG durchgeführt. A.c  Mit  Verfügung  vom  21. Mai  2010  hiess  die  Vorinstanz  das  Auszahlungsgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  4. Mai  2010  teilweise  gut.  Sie  kürzte  dabei  das  Gesuch  um  Fr. 7'969.15,  da  sie  die  Revisionskosten  für  die  Jahre  2007  und  2008  für  nicht  angemessen  erachtete.  Im  Vergleich  zu  anderen  Revisionskosten  in  etwa  gleich  grossen  Betrieben  seien  die  aufgeführten  Kosten  unverhältnismässig  hoch und nicht nachvollziehbar.

B­4581/2010 B.  Mit  Beschwerde  vom  24. Juni  2010  gelangt  der  Beschwerdeführer  ans  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  die  Aufhebung  der  Verfügung  der Vorinstanz vom 21. Mai 2010. Zudem sei die Vorinstanz anzuweisen,  den  Betrag  von  Fr. 7'969.15  an  den  Beschwerdeführer  bzw.  die  Übungsfirma C._______  zu überweisen. Dies  jeweils  unter Kosten­  und  Entschädigungsfolgen. Der  Beschwerdeführer  rügt  eine  Verletzung  von  Bundesrecht,  eine  unvollständige Feststellung  des Sachverhalts  sowie Unangemessenheit.  So sei die vorgenommene Kürzung nicht nachvollziehbar und willkürlich,  da der geltend gemachte Aufwand nachgewiesen sei. Auch sei sie nicht  begründet worden  und  ein Vergleich mit  anderen Revisionskosten  nicht  von Belang. Zudem habe sich der Beschwerdeführer  in  jeder Beziehung  an die Vorgaben der Vorinstanz gehalten. C. Mit Vernehmlassung  vom 16. August  2010  beantragt  die Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  von  den  einzelnen  Revisoren  in  den  Jahren  2007  bis  2009  in  Rechnung  gestellten  Kosten  seien  unterschiedlich  hoch  ausgefallen  und  wiesen  –  je  nach  Berechnung –  Abweichungen  im Bereich  von Faktor  2.4  bis  3.15  auf. Den Unterlagen  könne entnommen werden, dass die F._______ AG für ihre Arbeiten bzgl.  der  Jahre  2007  sowie  2008  überdurchschnittlich  hohe  Kosten  geltend  gemacht habe. So gelte es anzumerken, dass  in der F._______ AG mit  einer  Ausnahme  dieselben  Personen  beschäftigt  seien  wie  bei  der  E._______ AG.  Letztere  habe  bei  der  ersten  Überprüfung  des  Auszahlungsgesuches 2007 Fr. 2'410.25 verrechnet. Für die nochmalige  Überprüfung  seien  daraufhin  weitere  Fr. 6'369.90  in  Rechnung  gestellt  worden.  Und  obwohl  bei  der  buchhaltungsführenden  wie  auch  bei  der  revidierenden Gesellschaft  die  gleichen Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter  tätig  seien,  seien  für  die  Überprüfung  des  Auszahlungsgesuches  2008  weitere Fr. 7'599.25  verrechnet worden. Diese Revisionskosten  stünden  somit  in  einem  krassen Missverhältnis  zu  den  übrigen Revisionskosten,  seien  damit  unverhältnismässig  und  zugleich  in  ihrem  Aufwand  unbegründet. 

B­4581/2010 Des Weiteren sei bis anhin keine stichhaltige Begründung  für die hohen  Revisionskosten  abgegeben  und  die  einzelnen  Kostenpositionen  nicht  detailliert  erläutert  worden.  Unmissverständlich  gehe  jedoch  aus  den  Unterlagen  hervor,  dass  für  die Revisionen  2007 und 2008 61 Stunden  Revisionsarbeiten verrechnet wurden, was unverhältnismässig hoch sei,  da  die  Buchhaltung  2007  bereits  "vorrevidiert"  worden  sei  und  lediglich  noch  für  kleinere  Korrekturen  zurückgegeben  wurde.  Die  gemachten  Tätigkeiten  und  die  daraus  resultierenden  Kosten  könnten  nicht  nachvollzogen werden. Im  Rahmen  ihrer  Vernehmlassung  legt  die  Vorinstanz  unter  anderem  auch  eine  Stellungnahme  der  Arbeitsvermittlung,  Logistik  Arbeitsmarktliche Massnahmen, vom 12. August 2010 zu den Akten. D. In seiner Replik vom 30. September 2010 hält der Beschwerdeführer an  seinen  Begehren  fest.  Er  betont  dabei,  dass  die  von  der  Vorinstanz  kritisierten Rechnungen der üblichen Praxis der Treuhand­Gesellschaften  entsprechen  würden.  Auch  habe  die  Vorinstanz  ihre  Anforderungen  an  die Revision und das Controlling ab dem Jahr 2007 massiv erhöht und es  gebe keinen Grund, den Beschwerdeführer nachträglich für die erhöhten  Anforderungen mit einer Kürzung der Leistung zu bestrafen. Schliesslich  sei  ein  Vergleich  mit  der  Rechnung  eines  anderen  Revisors  nicht  stichhaltig  und  unfair.  In  formeller  Hinsicht  bestreitet  der  Beschwerdeführer  die  Tragweite  der  Stellungnahme  der  Arbeitsvermittlung,  Logistik  Arbeitsmarktliche  Massnahmen,  vom  12. August 2010. E. Mit Duplik vom 29. Oktober 2010 bekräftigt die Vorinstanz  ihre bisherige  Argumentation.  Dem  Hauptverantwortlichen  für  die  Revision  sei  das  Dossier  hinreichend  bekannt  gewesen,  wodurch  die  vielen  Arbeitsstunden und die hohen Kosten für dessen Überarbeitung bzw. die  Revisionsvorarbeiten erstaunen würden. Zudem habe die Vergleichsfirma  die  gleichen  Vorgaben wie  der  Beschwerdeführer  gehabt  und  ebenfalls  15 Plätze für Teilnehmer zur Verfügung gestellt. Die Firma sei daher sehr  wohl  mit  dem  Beschwerdeführer  vergleichbar,  wodurch  die  Unverhältnismässigkeit der beanstandeten Kosten aufgezeigt werde.

B­4581/2010 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art. 31  i.V.m.  Art. 33  lit. h  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  17. Juni  2005  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember  1968  (Verwaltungsverfahrensgesetz,  VwVG,  SR 172.021).  Darunter  fällt  auch  die  vorliegende,  von  der  Vorinstanz  erlassene  Verfügung.  Die  Vorinstanz  handelte  dabei  anstelle  der  Ausgleichskasse  (vgl.  Art. 59c  Abs. 5  Satz 1  des  Bundesgesetzes  über  die  obligatorische  Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982  [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG, SR 837.0] i.V.m. Art. 81e Abs. 4  der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die  Insolvenzentschädigung  vom  31. August  1983  [Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV, SR 837.02]). Gemäss  Art. 1  Abs. 1  AVIG  finden  die  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  vom  6. Oktober  2000  (ATSG,  SR 830.1)  auf  die  obligatorische  Arbeitslosenversicherung  und  die  Insolvenzentschädigung Anwendung, soweit das AVIG nicht ausdrücklich  eine  Abweichung  vom  ATSG  vorsieht.  Art. 101  AVIG  sieht  vor,  dass  gegen  Entscheide  und  Beschwerdeentscheide  des  SECO  sowie  gegen  Entscheide  der  Ausgleichsstelle  (bzw.  der  entsprechend  ermächtigten  Behörde)  in  Abweichung  von  Art. 58  Abs. 1  ATSG  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erhoben  werden  kann.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  im  Sinne  von  Art. 33  lit. i  VGG  grundsätzlich  zur  Behandlung  der  Streitsache  zuständig,  zumal  keine  Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt  (vgl. dazu auch Urteil des  Bundesgerichts  8C_1078/2009  vom  8. Juni  2010  E. 4  sowie  BGE  133 V 536  E. 5).  Verfahrenstechnisch  findet  das  Beschwerdeverfahren  Anwendung  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 4528/2010 vom 25. Februar 2011 E. 1.2). Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  beschwerdelegitimiert im Sinne von Art. 48 VwVG. Die Eingabefrist sowie 

B­4581/2010 die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Beschwerdeschrift  wurden  gewahrt  (vgl.  Art. 50  sowie  52 Abs. 1  VwVG),  und  auch  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  vor.  Auf  die  Beschwerde  ist  somit  einzutreten. 2. Mit  arbeitsmarktlichen  Massnahmen  (AMM)  soll  gemäss  Art. 59  Abs. 2  Satz 1  AVIG  die  Eingliederung  von  Versicherten,  die  aus  Gründen  des  Arbeitsmarktes  erschwert  vermittelbar  sind,  gefördert  werden.  Das  Gesetz  unterscheidet  dabei  zwischen  Bildungsmassnahmen,  Beschäftigungsmassnahmen sowie speziellen Massnahmen, was seit der  AVIG­Revision  2011  zusätzlich  explizit  in  Art. 59  Abs. 1bis  AVIG  ausgeführt wird.  Praxisfirmen  (bzw. gemäss dem gesetzlichen Terminus  "Übungsfirmen")  dienen  dem  Sammeln  von  Berufserfahrung  oder  zusätzlichen  Kenntnissen  nach  dem  Prinzip  "learning  by  doing"  in  einem  wirklichkeitsnahen  Umfeld  vorwiegend  im  kaufmännischen  Bereich.  Die  Dauer  dieser  AMM  ist  im  Normalfall  auf  sechs  Monate  beschränkt  (EIDGENÖSSISCHES  VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT  EVD,  Arbeitsmarktliche  Massnahmen  –  Ein  erster  Schritt  zur  Wiedereingliederung,  Bern 2011,  S. 16 f.).  Sie  gehört  gemäss  Art. 60  Abs. 1 AVIG zur Gruppe der Bildungsmassnahmen. Die  Frage  der  Finanzierung  von  Auslagen  im  Zusammenhang  mit  Übungsfirmen  richtet  sich  seit  dem  1. April  2011  nach  den Regelungen  von Art. 59cbis Abs. 2 AVIG  (vgl. BBl  2008 7757 f.),  nachdem zuvor  seit  der  AVIG­Revision  2003  die  materiell  gleichlautende  Bestimmung  von  Art. 62 Abs. 1 aAVIG  (AS 2003 1738) Anwendung  fand. Gemäss beiden  Bestimmungen werden den Organisationen  jeweils  die  nachgewiesenen  und  notwendigen  Kosten  für  die  Durchführung  von  Übungsfirmen  erstattet.  Bei  diesen  finanziellen  Leistungen  handelt  es  sich  um  Abgeltungen  im Sinne  von Art. 3 Abs. 2  lit. b  des Bundesgesetzes  über  Finanzhilfen und Abgeltungen vom 5. Oktober 1990 (Subventionsgesetz,  SuG, SR 616.1). 3. 3.1  Einleitend  rügt  der  Beschwerdeführer,  dass  die  Vorinstanz  die  vorgenommene  Kürzung  des  Auszahlungsgesuchs  nicht  begründet  hat. 

B­4581/2010 Die grundsätzliche Pflicht der Behörden,  ihren Entscheid  zu begründen,  folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2  BV  und  Art. 29  VwVG  (vgl.  Art. 35  VwVG).  Die  Begründung  muss  so  abgefasst  sein,  dass  der  Betroffene  den  Entscheid  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  kann  und  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und  auf die sich deren Entscheid stützt (BGE 133 III 439 E. 3.3). 3.2  Im  vorliegenden  Fall  hat  die  Vorinstanz  in  ihrer  Verfügung  vom  21. Mai  2010  (wenn  auch  knapp)  dargelegt,  aus  welchem  Grund  das  Auszahlungsgesuch  des  Beschwerdeführers  gekürzt  wurde.  Diese  Begründung  ist grundsätzlich nicht  zu beanstanden und ermöglicht dem  Beschwerdeführer  die  sachgerechte  Anfechtung  des  Entscheides.  Es  liegt  daher  keine  Verletzung  der  Begründungspflicht  und  damit  des  rechtlichen  Gehörs  vor.  Auf  die  Frage  der  materiellen  Richtigkeit  der  Begründung der Vorinstanz wird in E. 4 eingegangen.  3.3  Aus  den  vorherigen  Ausführungen  folgt,  dass  im  Hinblick  auf  die  Stellungnahme  der  Arbeitsvermittlung,  Logistik  Arbeitsmarktliche  Massnahmen,  vom  12. August  2010  der  Frage  einer  allfälligen  nachträglichen  Begründung  der  Verfügung  im  Rahmen  der  Schriftenwechsel  vor  Bundesverwaltungsgericht  keine  eigenständige  Bedeutung  zukommt.  Unabhängig  davon  ist  festzuhalten,  dass  die  Stellungnahme  ohne  weiteres  als  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  tauglich  erscheint  und  diese  daher  ebenfalls  als  Beweismittel  zu  berücksichtigen ist (vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG). 4. 4.1  Einleitend  ist  zu  bemerken,  dass  der  von  der  Vorinstanz  zugrunde  gelegte  Sachverhalt  und  chronologische  Ablauf  der  Geschehnisse  vom  Beschwerdeführer  nicht  eigentlich  in  Frage  gestellt  wird,  so  dass  keine  unzureichende  Sachverhaltsfeststellung  festgestellt  werden  kann.  Die  Kritikpunkte  des  Beschwerdeführers  richten  sich  vielmehr  grundsätzlich  gegen  die  Zulässigkeit  des  Vorgehens  der  Vorinstanz  und  dabei  insbesondere  die  vorgenommenen  Kürzungen.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  sind  daher  gänzlich  unter  diesem Gesichtspunkt  zu  würdigen. 4.2 Art. 81d AVIV ermöglicht der zuständigen Amtsstelle seit dem 1. April  2011  die  Gewährung  von  Beiträgen  an  AMM­Veranstalter  durch 

B­4581/2010 Verfügung  oder  Leistungsvereinbarung,  nachdem  zuvor  Art. 81d  aAVIV  (AS  2003  1840)  selbiges  nur mittels  Leistungsvereinbarung  vorsah.  Bei  diesen  Leistungsvereinbarungen  handelt  es  sich  um  verwaltungsrechtliche  Verträge.  Diese  entstehen  durch  übereinstimmende  Willenserklärungen;  die  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  betreffend  die  Ergänzung  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  (Fünfter  Teil:  Obligationenrecht)  vom  30. März  1911  (OR,  SR 220)  finden  analog  Anwendung  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2010, S. 249, Rz. 1102). 4.3  4.3.1 Umstritten ist im vorliegenden Fall, ob es der Vorinstanz erlaubt ist,  das von einer Organisation eingereichte Auszahlungsgesuch im Detail zu  kontrollieren  und  allenfalls  ganz  oder  teilweise  abzulehnen.  Hinsichtlich  der konkret  relevanten Kontrollbefugnisse können weder dem AVIG, der  AVIV noch den Vereinbarungen der beiden Parteien explizite Regelungen  entnommen  werden.  Die  grundsätzliche  Zulässigkeit  der  detaillierten  Kontrolle  eines  Auszahlungsgesuches  sowie  die  Möglichkeit,  allenfalls  Kürzungen  vorzunehmen,  ergibt  sich  jedoch  ohne  weiteres  aus  der  Auslegung  der  rechtlichen  Normen  bzw.  Vereinbarungen  der  beiden  Parteien  sowie  den  anwendbaren  Regelungen  des  allgemeinen  Subventionsrechts  (vgl.  Art. 2  SuG)  und  des  OR,  genauer  gesagt  den  Regelungen über den einfachen Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. OR (vgl.  auch  Verträge  für  das  Kalenderjahr  2007  und  2008,  Ziff. 2  bzw.  Allgemeine  Geschäftsbedingungen  (AGB)  zum  Vertrag  für  das  Kalenderjahr 2009, Ziff. 2). 4.3.2  Die  grundsätzliche  Zulässigkeit  der  Kontrolle  sowie  allenfalls  Kürzung  von  Auszahlungsgesuchen  ergibt  sich  bereits  aus  den  im  vorliegenden  Fall  primär  anwendbaren  rechtlichen  Grundlagen.  So  hält  Art. 59cbis Abs. 2 AVIG (bzw. vor der AVIG­Revision 2011 Art. 62 Abs. 1  aAVIG)  fest,  dass  den  Organisationen  die  nachgewiesenen  und  notwendigen  Kosten  zur  AMM­Durchführung  erstattet  werden.  Diese  Formulierung  impliziert unweigerlich ein Kontroll­ und Kürzungsrecht der  zuständigen  Instanzen,  haben  sie  doch  gemäss  dieser Bestimmung  die  Pflicht  zu  unterscheiden  zwischen  notwendigen  und  nicht  notwendigen  Kosten  und  dürfen  sie  doch  gemäss  eindeutigem  Wortlaut  nur  nachgewiesene  und  notwendige  Kosten  erstatten  (Botschaft  zur  Änderung  des  Arbeitslosenversicherungsgesetzes  vom  3. September 

B­4581/2010 2008,  BBl  2008  7757).  Gleiches  ergibt  sich  auch  aus  den  verwaltungsrechtlichen  Verträgen  der  beiden  Parteien.  Der  Vertrag  für  das  Kalenderjahr  2007  hält  in  Ziff. 7.3  klar  fest,  dass  "nur  die  für  den  umschriebenen  Vertragsgegenstand  effektiv  notwendigen,  anrechenbaren und belegten Kosten" vergütet werden. Derselbe Passus  findet  sich  in  den  zum  jeweiligen  Vertrag  gehörenden  AGB  für  das  Kalenderjahr 2008 (Ziff. 5.3) sowie das Kalenderjahr 2009 (Ziff. 4.4). 4.3.3  Die  Vorgehensweise  der  Vorinstanz  wird  ferner  auch  durch  das  allgemeine  Subventionsrecht  geschützt.  Das  Subventionsgesetz  soll  unter  anderem  sicherstellen,  dass  Finanzhilfen  und  Abgeltungen  im  gesamten Bereich des Bundes nur gewährt werden, wenn sie hinreichend  begründet sind (Art. 1 Abs. 1 lit. a SuG). Dies ist nur dann der Fall, wenn  die  Gegenleistung  des  Empfängers  entsprechend  der  Verfügung  oder  dem Vertrag sowie den massgebenden Rechtsvorschriften erbracht wird  (Botschaft  zu  einem  Bundesgesetz  über  Finanzhilfen  und  Abgeltungen  vom 15. Dezember 1986, BBl 1987 I 369, 412). Folgerichtig haben daher  die  zuständigen  Behörden  jeweils  zu  überprüfen,  ob  der  Subventionsempfänger  die  Aufgabe  gesetzmässig  und  nach  den  ihm  auferlegten Bedingungen erfüllt (Art. 25 Abs. 1 SuG).  4.3.4  Gleiches  ergibt  sich  schliesslich  mit  Blick  auf  die  anwendbaren  Regeln  des  Privatrechts.  Art. 400  Abs. 1  OR  statuiert  eine  Abrechnungspflicht  für  den  Beauftragten.  Diese  soll  dem  Auftraggeber  eine  sachgerechte  Kontrolle  der  Tätigkeiten  des  Beauftragten  ermöglichen  (ROLF H. WEBER,  Kommentar  zu  Art. 400  OR,  in:  Heinrich  Honsell et al.  [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligationenrecht I, Art. 1­ 529  OR,  4. Aufl.,  Basel  2007,  S. 2422,  Rz. 8).  Gemäss  Art. 394  Abs. 3  OR ist zwar unter anderem dann eine Vergütung zu  leisten, wenn diese  verabredet wurde, doch ist dabei gemäss Rechtsprechung und Lehre das  Honorar  nur  bei  korrekter  und  sorgfaltsgemässer  Auftragsführung  geschuldet.  Eine  relevante  Unsorgfalt  führt  zum  Wegfall  der  Honorarforderung bzw. berechtigt zur Honorarreduktion. Es besteht daher  nur  für  diejenigen  Tätigkeiten  ein  Honoraranspruch,  welche  vertragskonform ausgeführt worden sind (ROLF H. WEBER, Kommentar zu  Art. 394 OR, a.a.O., S. 2392 f., Rz. 43). 4.4

B­4581/2010 4.4.1  Das  grundsätzliche  Kontroll­  und  Kürzungsrecht  der  Vorinstanz  bejahend, stellt sich somit vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz zurecht  von einer relevanten Unsorgfalt ausgegangen ist. 4.4.2  Die  Vorinstanz  macht  geltend,  dass  die  von  den  einzelnen  Revisoren  in  den  Jahren  2007  bis  2009  in Rechnung  gestellten Kosten  unterschiedlich  hoch  ausgefallen  seien  und  –  je  nach  Berechnung –  Abweichungen  im  Bereich  von  Faktor  2.4  bis  3.15  aufweisen  würden.  Den Unterlagen könne entnommen werden, dass die F._______ AG  für  ihre Arbeiten bzgl. der Jahre 2007 sowie 2008 überdurchschnittlich hohe  Kosten  geltend  gemacht  habe.  So  gelte  es  anzumerken,  dass  in  der  F._______ AG mit einer Ausnahme dieselben Personen beschäftigt seien  wie bei der E._______ AG. Letztere habe bei der ersten Überprüfung des  Auszahlungsgesuches 2007 Fr. 2'410.25 verrechnet. Für die nochmalige  Überprüfung  seien  daraufhin  weitere  Fr. 6'369.90  in  Rechnung  gestellt  worden.  Obwohl  bei  der  buchhaltungsführenden  wie  auch  bei  der  revidierenden Gesellschaft  die  gleichen Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter  tätig  seien,  seien  für  die  Überprüfung  des  Auszahlungsgesuches  2008  weitere Fr. 7'599.25 in Rechnung gestellt worden. Diese Revisionskosten  stünden  somit  in  einem  krassen  Missverhältnis  zu  den  übrigen  Revisionskosten,  seien  damit  unverhältnismässig  und  zugleich  in  ihrem  Aufwand  unbegründet.  Des  Weiteren  sei  bis  anhin  keine  stichhaltige  Begründung für die hohen Revisionskosten abgegeben und die einzelnen  Kostenpositionen  nicht  detailliert  erläutert  worden.  Unmissverständlich  gehe  jedoch  aus  den  Unterlagen  hervor,  dass  für  die  Revisionen  2007  und  2008  61  Stunden  Revisionsarbeiten  verrechnet  wurden,  was  unverhältnismässig  hoch  sei,  da  die  Buchhaltung  2007  bereits  "vorrevidiert"  worden  sei  und  lediglich  noch  für  kleinere  Korrekturen  zurückgegeben  wurde.  Die  gemachten  Tätigkeiten  und  die  daraus  resultierenden Kosten könnten nicht nachvollzogen werden. 4.4.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die bei ihm angefochtenen  Verfügungen  und  Entscheide  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition, das heisst auch auf eine allfällig unrichtige oder unvollständige  Feststellung  des Sachverhalts  hin,  ebenso auf Angemessenheit  (Art. 49  VwVG). Bei der Angemessenheit geht es dabei um die Frage, ob der zu  überprüfende  Entscheid,  den  die  Behörde  nach  dem  ihr  zustehenden  Ermessen  im  Einklang  mit  den  allgemeinen  Rechtsprinzipien  in  einem  konkreten  Fall  getroffen  hat,  nicht  zweckmässigerweise  anders  hätte  ausfallen  sollen.  Allerdings  darf  das  Gericht  sein  Ermessen  nicht  ohne  triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen. Es muss 

B­4581/2010 sich  vielmehr  auf  Gegebenheiten  abstützen  können,  welche  seine  abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen.  Auch  ist  den  Bestrebungen  der  Verwaltung  Rechnung  zu  tragen,  die  darauf  abzielen,  eine  rechtsgleiche  Behandlung  aller  Verfahrensbeteiligten  zu  gewährleisten.  Ermessensmissbrauch  ist  gegeben,  wenn  die  Behörde  zwar  im  Rahmen  des  ihr  eingeräumten  Ermessens  bleibt,  sich  aber  von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  massgebenden  Vorschriften  fremden  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine  Rechtsprinzipien,  wie  das  Verbot  von  Willkür  und  von  rechtsungleicher  Behandlung,  das  Gebot  von  Treu  und  Glauben  sowie  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  verletzt  (BGE  123  V  150  E. 2  m.w.H.). 4.4.4  Die  E._______  AG  sowie  die  F._______ AG  haben  ihren  Sitz  an  derselben  Adresse  und  setzen  sich  personell  aus  denselben  Mitarbeiterinnen  und  Mitarbeitern  zusammen.  Den  Rechnungen  der  beiden  Firmen  (Rg.­Nr.  (…)  [E._______  AG]  bzw.  (…)  und  (…)  [F._______  AG])  lässt  sich  entnehmen,  dass  sowohl  die  Erstrevision  2007  (durch  die  E._______ AG)  als  auch  die  Zweitrevision  2007  und  Revision 2008 (beide durch die F._______ AG) von den beiden gleichen  Mitarbeitern ausgeführt wurden, bei der Zweitrevision 2007 und Revision  2008  ergänzt  durch  G._______.  Letzterer  war  zudem  alleinig  für  die  Revision  2009  verantwortlich.  Die  Buchführung  wurde  2007  durch  H._______, 2008 und 2009 durch die E._______ AG vorgenommen. Wie  bereits  erwähnt,  haben  grundsätzlich  dieselben  Personen  die  Erstrevision  2007  als  auch  die  Zweitrevision  2007  und  Revision  2008  vorgenommen. Die Vorinstanz stellt  in  ihrer Vernehmlassung denn auch  zurecht  die  Frage,  ob  die  Zweitrevision  2007  sowie  die  Revision  2008  überhaupt  vereinbarungsgemäss  durchgeführt  wurden,  hatte  sie  doch  den Beschwerdeführer  ausdrücklich  dazu  aufgefordert,  die Buchführung  durch  einen  anerkannten  Revisor  revidieren  zu  lassen.  G._______s  Beitrag  an  die  Revision  umfasst  jedoch  verglichen  mit  den  von  der  F._______  AG  verrechneten  Leistungen  gerademal  rund  24 %.  Diese  Frage  kann  indessen  aufgrund  der  nachfolgenden  Überlegungen  offen  gelassen werden. 4.4.5 Wie unzweifelhaft  feststeht und vom Beschwerdeführer auch nicht  in  Frage  gestellt  wird,  erfolgte  die  Erstrevision  2007  nicht  vereinbarungsgemäss. In ihrer E­Mail vom 28. Oktober 2008 forderte die  Vorinstanz den Beschwerdeführer auf, die Buchhaltung 2007 durch einen 

B­4581/2010 anerkannten  Revisor  revidieren  zu  lassen.  Dieser  hatte  gemäss  derselben  E­Mail  zudem  den  ganzen  Fragebogen  bzgl.  internem  Kontrollsystem  (IKS) zu beantworten. Weitere Vorgaben wurden keine gemacht. Ganz im  Gegenteil  schien  die  Vorinstanz  davon  auszugehen,  dass  das  Auszahlungsgesuch materiell grundsätzlich in Ordnung war. Unabhängig  von  der  Frage  der  grundsätzlichen  Zulässigkeit  des  Vorgehens  erscheinen  die  verrechneten  Leistungen  der  F._______  AG  für die Zweitrevision 2007 sowie die Revision 2008 unverständlich, dies  selbst  dann, wenn man  die  verrechneten  Leistungen  von G._______  in  der  Höhe  von  Fr. 2'500.−  (exkl.  MWST)  aus  den  nachfolgenden  Überlegungen  ausklammert.  Dabei  gilt  es  insbesondere  auch  zu  berücksichtigen,  dass  die  Buchhaltung  der C._______  nur  bescheidene  Anforderungen  an  eine  Revision  stellte.  Hinsichtlich  der  Revision  2007  wurden  vom  Beschwerdeführer  keine  ausreichenden Gründe  dargelegt,  weshalb die Wiederholung einer scheinbar materiell  bereits akzeptablen  Revision  durch  dieselben  Personen  im  April  2009  im  Vergleich  zur  Erstrevision  2007  20.5 zusätzliche  Stunden  an  Arbeit  verursacht  haben  soll.  Auch  die  knappen  Erklärungen  in  den  "Auswertungen­Fakturen­ Detail  zu  Fakturen"  vermögen  nur  einen  Teil  des  Gesamtaufwandes  ansatzweise zu erklären. Gleiches gilt  für die Revision 2008,  in welcher  die F._______ AG  für  ihre eigenen Leistungen  trotz des Einbezugs von  G._______  einen  doppelt  so  hohen  Aufwand  verrechnete  (Fr. 4'562.50  exkl.  MWST)  wie  die  aus  denselben  Personen  bestehende  E._______  AG  bei  ihrer  Erstrevision 2007  (Fr. 2'240.−  exkl. MWST).  Hinzu  kommt,  dass im Gegensatz zu 2007 die Buchführung 2008 durch die E._______  AG  vorgenommen  wurde,  wodurch  nach  allgemeiner  Lebenserfahrung  mit  Synergieeffekten  zu  rechnen wäre.  Zwar  ist  es  zutreffend,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrer E­Mail vom 28. Oktober 2008 dem Beschwerdeführer  zubilligte, dass die um die IKS­Kontrolle erweiterte Revision eine "relativ  aufwendige  Arbeit"  sei  und  wohl  zusätzliche  Kosten  von  "ein  paar  tausend  Franken"  anfallen  würden,  doch  bleibt  dennoch  festzustellen,  dass G._______ für dieselbe Arbeit bezogen auf das Jahr 2009 lediglich  Fr. 2'910.50  (exkl.  MWST)  berechnete.  Selbst  wenn  man  nun  dem  Beschwerdeführer  zubilligen würde,  dass  auch bei G._______ aufgrund  seiner  Mitarbeit  bei  der  Revision  der  Jahre  2007  und  2008  gewisse  Synergieeffekte  die  Kosten  senkten,  so  vermag  dies  dennoch  nicht  zu  erklären,  wieso  die  verrechneten  Leistungen  der  F._______ AG  bei  der  Zweitrevision  2007  203 %  (Fr. 5'920.­  im  Vergleich  zu  Fr. 2'910.50  [jeweils exkl. MWST]) sowie bei der Revision 2008 157 % (Fr. 4'562.50 im 

B­4581/2010 Vergleich  zu  Fr. 2'910.50  [jeweils  exkl.  MWST])  der  Leistungen  von  G._______  ausmachen.  Auch  hierfür  bleibt  der  Beschwerdeführer  eine  ausreichende Erklärung schuldig. 4.4.6 Auch der mit einer Übungsfirma derselben Grösse vorgenommene  Quervergleich  bekräftigt  die  Sicht  der  Vorinstanz.  So  stellte  die  Referenzfirma  für  das  Jahr  2009  eine  Rechnung  in  der  Höhe  von  Fr. 1'690.45 aus. Wenn man nun zugunsten des Beschwerdeführers noch  die  Kosten  für  eine  IKS­Kontrolle mit  einrechnen  oder  davon  ausgehen  würde,  dass  auch  hier  noch  ein  anerkannter  Revisor  die  Rechnung  zu  überprüfen  hätte  und man  sich  dabei  an  den Ansätzen  von G._______  orientieren würde, so würde man sich immer noch im Bereich der Kosten  für die Revision 2009 des Beschwerdeführers bewegen.  4.4.7  Analog  zu  Art. 8  ZGB  trägt  auch  im  öffentlichen  Prozess  in  der  Regel  derjenige  die  Beweislast,  der  aus  der  unbewiesen  gebliebenen  Tatsache hätte Rechte ableiten können (RENÉ RHINOW ET AL., Öffentliches  Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, S. 285, Rz. 997 mit Hinweisen). Nichts  anderes ergibt sich auch aus dem allgemeinen Auftragsrecht. So  ist der  Beauftragte  unter  anderem  beweispflichtig  für  die  Angemessenheit  der  Forderung (ROLF H. WEBER, Kommentar zu Art. 394 OR, a.a.O., S. 2392,  Rz. 41). Im  vorliegenden  Fall  vermag  der  Beschwerdeführer  die  Ursache  und  Angemessenheit der auffällig hohen Forderung für die Zweitrevision 2007  sowie  die  Revision  2008  nicht  ausreichend  darzulegen.  Die  Überlegungen  der  Vorinstanz  sind  für  das  Bundesverwaltungsgericht  vollständig  und  nachvollziehbar.  Zudem  erscheint  der  Ansatz  der  Vorinstanz, basierend auf der Erstrevision 2007, der Revision 2009 sowie  Quervergleichen  für  diesen  konkreten  Fall  einen  Durchschnittswert  von  Fr. 3'000.− für eine Revision anzunehmen und diesen auf die Jahre 2007  und 2008 anzuwenden, praxisnah und sachgerecht, somit  insbesondere  auch nicht willkürlich, und wird vom Ermessen der Vorinstanz gedeckt.  5. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  im  vorliegenden  Fall  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  sowie  keine  unzureichende  Sachverhaltsfeststellung vorliegt. Des Weiteren sind die  für die Kürzung  des  Auszahlungsgesuchs  massgebenden  Überlegungen  der  Vorinstanz  vollständig, nachvollziehbar und von deren Ermessen gedeckt. 

B­4581/2010 6. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  als  vollumfänglich  unterlegene Partei  die  Kosten  des  Verfahrens  trägt  (Art. 63  Abs. 1  VwVG,  Art. 1 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Diese  werden  auf  Fr. 1'000.−  festgelegt  und  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Der  Beschwerdeführer  hat  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'000.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. (…); Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

B­4581/2010 Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury Alexander Schaer Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6,  6004 Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und hat die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 14. Oktober 2011

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