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Bundesverwaltungsgericht 12.12.2011 B-4405/2011

12. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,880 Wörter·~14 min·3

Zusammenfassung

Privatversicherung | Bewilligung zum Betrieb von Versicherungszweigen

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­4405/2011 Urteil   v om   1 2 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger, Richter Jean­Luc Baechler,    Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann.  Parteien 1. Schweizerischer Versicherungsverband SVV,  C.F. Meyer­Strasse 14, Postfach 4288, 8022 Zürich,   2. C._______ AG,  3. D._______,  alle vertreten durch Prager Dreifuss AG Rechtsanwälte,  Dr. Philipp Zurkinden und/oder Dr. Christoph Tagmann,  3011 Bern,  Beschwerdeführende,  gegen GVB Privatversicherungen AG,  Papiermühlestrasse 130, 3063 Ittigen,   Beschwerdegegnerin,  Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA,  Einsteinstrasse 2,  3003 Bern,    Vorinstanz,  Gegenstand Bewilligung zum Betrieb von Versicherungszweigen.

B­4405/2011 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A.  A.a    Im  Kanton  Bern  ist  per  1.  Januar  2011  das  totalrevidierte  Gebäudeversicherungsgesetz  vom  9.  Juni  2010  (GVG;  BSG  873.11)  in  Kraft  getreten.  Es  sieht  vor,  dass  wie  bis  anhin  die  obligatorische  Grundversicherung  der  im  Kanton  Bern  gelegenen  Gebäude  gegen  Feuer­  und  Elementarschaden  von  der  Gebäudeversicherung  Bern  (nachfolgend  auch:  GVB)  angeboten  wird.  Das  revidierte  Gebäudeversicherungsgesetz  und  die  gestützt  darauf  erlassene  Gebäudeversicherungsverordnung  schreiben  sodann  eine  klare  Trennung zwischen der obligatorischen Grundversicherung im staatlichen  Monopol  und  sachnahen  Zusatzversicherungen  und  Nebentätigkeiten  vor.  Die  Gebäudeversicherung  Bern  darf  Zusatzversicherungen  und  Nebentätigkeiten über  juristisch  selbständige,  privatrechtlich organisierte  Tochtergesellschaften anbieten.  A.b Vor diesem Hintergrund gründete die Gebäudeversicherung Bern die  privatrechtlich  organisierte  GVB  Privatversicherungen  AG  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin),  welche  für  sämtliche  Zusatzversicherungen  zuständig sein soll, und die GVB Services AG, welche Nebentätigkeiten  anbieten  soll.  Die  Beschwerdegegnerin  soll  nach  Erhalt  der  Betriebsbewilligung  von der GVB die bis dahin  von dieser angebotenen  Zusatzversicherungen  "GVB  TOP"  und  "GVB  PLUS"  übernehmen.  Das  Produkt  "GVB Plus"  ist  eine Umgebungsversicherung,  "GVB TOP"  eine  erweiterte Objektversicherung.  A.c  Mit  Schreiben  vom  21.  Januar  2011  ersuchte  die  Beschwerdegegnerin  die  Eidgenössische  Finanzmarktaufsicht  FINMA  (nachfolgend:  Vorinstanz)  um  Bewilligung  zum  Geschäftsbetrieb  sowie  um  Bewilligung  der  Übertragung  der  Bestände  der  "TOP"­Versicherung  und der "PLUS"­Versicherung von der GVB auf die Beschwerdegegnerin.  A.d  Mit  Verfügung  vom  6.  Juli  2011  erteilte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdegegnerin  die  Bewilligung  zum  Betrieb  der  Versicherungszweige B8  (Feuer  und Elementarschäden),  B  9  (Sonstige  Sachschäden),  B  13  (Allgemeine  Haftpflicht)  und  B16  (Verschiedene  finanzielle  Verluste)  und  genehmigte  ihren  Geschäftsplan.  Zur  Begründung führte die Vorinstanz aus, die Tatsache, dass es sich bei der  Eigentümerin  der  Gesuchstellerin  um  ein  Unternehmen  mit  Monopolstellung handle, stelle keinen Hinderungsgrund  für die Erteilung 

B­4405/2011 der  Bewilligung  zum  Geschäftsbetrieb  dar.  Die  Beschwerdegegnerin  habe  aber  die  in  den  aufsichtsrechtlichen  Bestimmungen  geregelten  Voraussetzungen und Bedingungen zu erfüllen. Die Beschwerdegegnerin  habe  mit  ihrer  Muttergesellschaft  einen  Dienstleistungsvertrag  abgeschlossen.  Die  Beschwerdegegnerin  übernehme  danach  für  die  GVB  die  Kernfunktionen  Produktion,  Bestandesverwaltung,  Schadenregulierung  und  Grosskundenbetreuung.  Das  Erbringen  dieser  Dienstleistungen  sei  kein  versicherungsfremdes  Geschäft,  denn  es  handle  sich  dabei  um  Kernfunktionen  des  Versicherungsgeschäfts.  Die  Versicherungsprodukte  "TOP"­Versicherung  und  "PLUS"­Versicherung  stünden ausserhalb des Regelungsbereichs der Aufsichtsverordnung. Sie  stellten  Zusatzversicherungen  zur  obligatorischen Gebäudeversicherung  dar, umfassten aber keine weiteren Deckungen oder Gegenstände, die in  den  Regelungsbereich  der  Obligatorien  oder  Monopole  bzw.  der  reglementierten  Elementarschadenversicherung  fielen.  Die  Übertragung  der  Versicherungsbestände  der  "TOP"­Versicherung  und  der  "PLUS"­ Versicherung  von  der  GVB  auf  die  Beschwerdegegnerin  sei  nicht  Gegenstand dieses Bewilligungsverfahrens.  B.  Gegen  diese  Verfügung  erhoben  der  Schweizerische  Versicherungsverband  SVV,  die  C._______  AG  und  die  D._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführende  bzw.  Beschwerdeführer  1  und  Beschwerdeführerinnen  2  und  3)  am 8. August  2011 Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, die angefochtene Verfügung  sei  aufzuheben  und  der  Beschwerdegegnerin  sei  die  Bewilligung  zum  Betrieb der Versicherungszweige B8 (Feuer und Elementarschäden), B 9  (Sonstige  Sachschäden),  B  13  (Allgemeine  Haftpflicht)  und  B16  (Verschiedene  finanzielle Verluste) nicht  zu erteilen. Eventualiter  sei die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  die  Bewilligungen  zum  Betrieb  von  Versicherungszweigen  an  deren  aufsichtsrechtliche  und  kartellrechtliche  Zulässigkeit  zu  knüpfen  sowie  durch  geeignete  Massnahmen  und/oder  Bedingungen oder Auflagen die klare Trennung zwischen dem Monopol­  und  dem  Privatversicherungsangebot  sicherzustellen.  Eventualiter  sei  den Beschwerdeführenden vollumfängliche Einsicht in die Verfügung vom  6. Juli 2011 zu gewähren und es sei  ihnen eine angemessene Nachfrist  zu  einer  allfälligen Nachbegründung  der  Beschwerde  einzuräumen.  Die  Beschwerdeführenden  seien  in  einem  erneuten  Bewilligungsverfahren  der  Vorinstanz  als  Parteien  beizuladen,  und  es  seien  ihnen  vollumfängliche  Parteirechte,  insbesondere  das  rechtliche  Gehör,  zu 

B­4405/2011 gewähren.  Sofern  die  Vorinstanz  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  entzogen  habe,  sei  diese  wieder  herzustellen.  Sofern  die  Vorinstanz  die  Portefeuille­Übertragung  als  nicht  genehmigungspflichtig  beurteilt  oder  diese  genehmigt  habe,  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  aus  den  heutigen  Portefeuilles  der  GVB  "GVB  PLUS" und "GVB TOP" nur die Übertragung der VVG­Zusatzversicherung  auf  die GVB Privatversicherungen AG zu einem marktüblichen Preis  zu  genehmigen sowie den Kunden ein Kündigungsrecht zu gewähren.  Zur Begründung führen die Beschwerdeführenden aus, sie seien sowohl  formell  als  auch  materiell  beschwert  und  daher  zur  Beschwerde  legitimiert.  Die  Bewilligung  zum  Betrieb  von  Versicherungszweigen  sei  unter  Verletzung  von  Bundesrecht,  insbesondere  verschiedener  Bestimmungen  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  und  des  Finanzmarktaufsichtsgesetzes,  der  Bundesverfassung,  von  Vorschriften  des  Versicherungsabkommens  Schweiz/EU  und  Verfahrensvorschriften  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes,  erteilt  worden.  Im  Weiteren  kritisieren die Beschwerdeführenden eine unrichtige bzw. unvollständige  Feststellung  des  erheblichen  Sachverhalts,  den  Missbrauch  des  Ermessens,  die  Ermessensunterschreitung  und  die  Unangemessenheit  der Verfügung.  C.  Mit  Beschwerdeantwort  vom  19.  August  2011  beantragt  die  Beschwerdegegnerin,  auf  die  Beschwerde  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter  sei  sie  abzuweisen.  Die  Beschwerdeführenden  seien  nicht  zur  Beschwerde  legitimiert,  da  sie  nicht  Adressaten  der  angefochtenen  Verfügung,  sondern  Konkurrenten  der  Bewilligungsempfängerin  seien.  Als Dritte wären sie nur beschwerdebefugt, wenn sie von der Bewilligung  mehr  als  jedermann  betroffen  wären  und  dazu  in  einer  besonderen,  unmittelbaren Beziehungsnähe stünden.  Sodann  beantragt  die  Beschwerdegegnerin,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung zu entziehen. D.  Am  7.  September  2011  verzichtete  die  Vorinstanz  auf  eine  Stellungnahme zum Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung.  E.  Die  Beschwerdeführenden  beantragen  mit  Stellungnahme  vom  7. 

B­4405/2011 September  2011,  das Gesuch  der  Beschwerdegegnerin  um Entzug  der  aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sei abzuweisen.  F.  Mit Verfügung vom 12. September 2011 wies die Instruktionsrichterin den  von  der  Beschwerdegegnerin  gestellten  Antrag  auf  Entzug  der  aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab. G.  Mit  Eingabe  vom  19.  September  2011  beantragt  die  Beschwerdegegnerin,  das Verfahren  sei  auf  die Frage  zu  beschränken,  ob  die  Beschwerdeführenden  zur  Beschwerde  legitimiert  seien,  und  es  sei darüber  im Rahmen eines selbständig anfechtbaren Beschlusses zu  entscheiden.  H.  Am  23.  September  2011  reichen  die  Beschwerdeführenden  eine  Beschwerdeergänzung  ein.  Zusätzlich  zu  den  mit  Beschwerde  vom  8.  August  2011  gestellten  Anträgen  1,  2,  4  und  6  beantragen  sie,  im  Verfahren betreffend die Portefeuille­Übertragung als Parteien beigeladen  zu  werden.  Die  Beschwerdeführenden  halten  erneut  fest,  sie  seien  beschwerdelegitimiert.  In  materieller  Hinsicht  rügen  sie,  die  Bewilligung  zum  Betrieb  von  Versicherungszweigen  sei  unter  Verletzung  von  Bundesrecht,  insbesondere  verschiedener  Bestimmungen  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  und  des  Finanzmarktaufsichtsgesetzes,  der  Bundesverfassung,  von  Vorschriften  des  Versicherungsabkommens  Schweiz/EU,  Vorschriften  des  Binnenmarktgesetzes  sowie  Verfahrensvorschriften  gemäss  Verwaltungsverfahrensgesetz,  erteilt  worden  und  sei  damit  bundesrechtswidrig.  Im Weiteren  rügen  sie  eine  unrichtige bzw. unvollständige Feststellung des erheblichen Sachverhalts,  den Missbrauch des Ermessens, die Ermessensunterschreitung und die  Unangemessenheit der Verfügung.  I.  Mit  Verfügung  vom  26.  September  2011  beschränkte  die  Instruktionsrichterin  den  Schriftenwechsel  vorerst  auf  die  Frage,  ob  die  Beschwerdeführenden zur Beschwerde legitimiert seien.  J.  Am 20. Oktober 2011 teilte das Sekretariat der Wettbewerbskommission  WEKO dem Bundesverwaltungsgericht mit, die Vorabklärungen seien am 

B­4405/2011 19.  Oktober  2011  abgeschlossen  worden  und  es  bestehe  derzeit  kein  Anlass,  eine  Untersuchung  nach  Kartellgesetz  zu  eröffnen,  nachdem  wettbewerbsrechtliche Bedenken hätten ausgeräumt werden können.  K.  Die Beschwerdeführenden bestreiten mit Eingabe vom 20. Oktober 2011,  den  Markteintritt  der  Beschwerdegegnerin  verzögern  zu  wollen.  Sie  hätten nur deshalb Beschwerde erhoben, weil sie von der Vorinstanz trotz  mehrerer Versuche nicht zum Verfahren zugelassen worden seien.  L.  Mit Eingabe vom 21. Oktober 2011 hält die Beschwerdegegnerin an den  in  früheren  Eingaben  gemachten  Ausführungen  fest,  soweit  sie  nicht  ausdrücklich davon abweiche, und beantragt, es sei auf die Beschwerde  mangels  Legitimation  der  Beschwerdeführenden  nicht  einzutreten,  eventualiter  sei  die  Beschwerde  abzuweisen.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragt  die  Beschwerdegegnerin,  auf  das  neue  Rechtsbegehren  der  Beschwerdeführenden  betreffend  Beiladung  in  einem  Drittverfahren  sei  nicht einzutreten, sowie, über die Frage der Legitimation sei mittels eines  selbständig  zu  eröffnenden  End­  oder  Zwischenentscheides  zu  entscheiden.  M.  Die Vorinstanz beantragt mit Stellungnahme vom 7. November 2011, auf  die Beschwerde  sei  nicht  einzutreten. Die Beschwerdeführenden  hätten  weder  Parteistellung  noch  seien  sie  beschwerdelegitimiert.  Die  Vorinstanz  verweist  diesbezüglich  auf  die  Begründung  der  Beschwerdegegnerin. Ergänzend hält die Vorinstanz fest, die Bewilligung  gemäss  Art.  3  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  stelle  eine  Polizeibewilligung dar, welche potentiellen Marktteilnehmern erteilt werde,  welche  die  vorgegebenen  gesetzlichen  Anforderungen  erfüllten.  Die  Vorinstanz  habe  die  Beschwerdegegnerin  wie  jede  andere  Marktteilnehmerin  bzw.  Gesuchstellerin  behandelt.  Eine  Privilegierung  der Beschwerdegegnerin  liege daher nicht vor. Auch sei die Bewilligung  nicht  an  die  Bedingung  eines  verfügbaren  Kontingents  oder  eines  nachweisbaren  Bedürfnisses  geknüpft.  Sie  stelle  daher  keine  wirtschaftspolitische  Bewilligung  dar.  Bei  den  Bestimmungen  des  VAG  handle es sich nicht um eine wirtschaftspolitische Ordnung im Sinne der  Rechtsprechung des Bundesgerichts. 

B­4405/2011 N.  Die  Beschwerdeführenden  beantragen  mit  Eingabe  vom  7.  November  2011,  es  sei  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  ein  gerichtliches  Gutachten  in  Auftrag  zu  geben  zur  Frage,  ob  die  von  der  Beschwerdegegnerin  geplanten  Angebote  von  Zusatzversicherungen  in  aktuarieller  und  versicherungstechnischer  Hinsicht  vollständig  autonom  und  unabhängig  von  der  obligatorischen  Grunddeckung  der  Gebäudeversicherungsanstalt  des  Kantons  Bern  angeboten  werden  könnten  bzw.  unter  welchen  versicherungstechnischen  und  aktuariellen  Voraussetzungen  die  Beschwerdeführenden  die  gleichen  Zusatzversicherungen  anbieten  könnten.  Den  Parteien  sei  vor  der  Auftragserteilung  Gelegenheit  zu  geben,  einen  Fragenkatalog  zum  Gutachten einzureichen.  O.  Mit  Stellungnahme  vom  18.  November  2011  beantragt  die  Beschwerdegegnerin,  der  Antrag  der  Beschwerdeführenden  vom  7.  November  2011  sei  abzuweisen.  Zur  Begründung  führt  sie  aus,  der  Antrag  sei  für  die  Frage  der  Legitimation  nicht  relevant  und  erfolge  verspätet.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  6.  Juli  2011,  mit  welcher  der  Beschwerdegegnerin  die  Bewilligung  zum  Betrieb  der  Versicherungszweige  B8  (Feuer  und  Elementarschäden),  B  9  (Sonstige  Sachschäden),  B  13  (Allgemeine  Haftpflicht)  und  B16  (Verschiedene  finanzielle  Verlust)  erteilt  wurde.  Diese Bewilligung  stellt  eine Verfügung  im Sinne  von Art.  5 Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz,  VwVG,  SR  172.021)  dar.  Verfügungen  der  Vorinstanz  unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31  und  33  Bst.  e  des  Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005  [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG] SR 173.32). Ein Ausschlussgrund (vgl.  Art. 32 VGG) liegt nicht vor.  Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Behandlung der Beschwerde  gegen die vorinstanzlichen Verfügungen zuständig. 

B­4405/2011 2.  Umstritten  ist  vorliegend  vorab  die  Beschwerdelegitimation  der  Beschwerdeführenden.  2.1. Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren  teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art.  48 Abs.  1 Bst.  a VwVG),  durch die  angefochtene Verfügung besonders  berührt  ist  (Art.  48  Abs.  1  Bst.  b  VwVG),  und  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat  (Art. 48 Abs. 1 Bst. c  VwVG).  2.2. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführenden am vorinstanzlichen  Verfahren  nicht  teilgenommen  haben.  Ebenso  unbestritten  und  aktenkundig  ist  jedoch,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Schreiben  vom 23. Mai 2011 ausdrücklich darum ersucht hatten, im vorinstanzlichen  Verfahren als Parteien beigeladen zu werden. Die Vorinstanz bestätigte  ihr  diesbezügliches Gesuch mit  Schreiben  vom 3.  Juni  2011. Nachdem  die  Beschwerdeführenden  mit  Schreiben  vom  16.  Juni  2011  auf  eine  rasche Behandlung  ihres Gesuchs gedrängt hatten, wies die Vorinstanz  dieses mit Schreiben vom 6. Juli 2011 formlos ab und erteilte gleichzeitig  der  Beschwerdegegnerin  die  Bewilligung  für  den  Vertrieb  von  Versicherungszweigen. Die Beschwerdeführenden haben somit  trotz entsprechendem Bemühen  ihrerseits keine Möglichkeit zur Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren  erhalten. Die Voraussetzung der formellen Beschwer (Art. 48 Abs. 1 Bst.  a VwVG) ist daher erfüllt. 2.3.  Die  materielle  Beschwer  erfordert,  dass  die  beschwerdeführende  Partei  durch die  angefochtene Verfügung besonders  berührt  ist  und ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Art.  48  Abs.  1  Bst.  b  und  c  VwVG).  Das  Erfordernis  des  besonderen  Berührtseins  ist beim Adressaten einer (individuell­konkreten) Verfügung  in der Regel ohne Weiteres gegeben. Darüber hinaus können auch Dritte  materiell  beschwert  sein.  Diese  sind  in  der  Regel  indessen  nur  indirekt  von  der  Verfügung  betroffen,  da  ihnen  durch  den  angefochtenen  Entscheid  weder  direkt  Rechte  eingeräumt  noch  Pflichten  auferlegt  werden. Als "besonders berührt" gelten solche Personen daher nur, wenn  sie  eine  besondere  beachtenswerte,  nahe  Beziehung  zur  Streitsache  aufweisen  (BGE  135  II  172  E.  2.1  mit  weiteren  Hinweisen;  ISABELLE  HÄNER,  Die  Beteiligten  im  Verwaltungsverfahren  und  http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=besondere+beachtenswerte+nahe+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-172%3Ade&number_of_ranks=0#page172

B­4405/2011 Verwaltungsprozess,  Zürich  2000,  Rz.  525,  BERNHARD  WALDMANN,  in:  Niggli/Uebersax/Wiprächtiger  [Hrsg.],  Basler  Kommentar  zum  BGG,  Basel 2008, N. 18 zu Art. 89 BGG, ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich  2010,  Rz.  1772).  Die  beschwerdeführende  Person  muss  stärker  als  jedermann  betroffen sein, d.h. sie muss ein persönliches Interesse nachweisen, das  sich  vom  allgemeinen  Interesse  der  übrigen  Bürger/innen  klar  abhebt.  Durch diese Einschränkung soll die Popularbeschwerde ausgeschlossen  werden. Worin  die  besondere  Beziehungsnähe  zur  Streitsache  besteht,  wird  nach  objektiven  Kriterien  bestimmt  (ISABELLE  HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N. 9 ff. zu Art. 48 VwVG).  Als  schutzwürdig  gelten  im  Rahmen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  dabei  nicht  nur  rechtliche,  sondern  auch  tatsächliche Interessen (BVGE 2007/20 E. 2.4.1, BVGE 2009/17 E. 3.1). Nach  ständiger  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  sind Konkurrenten  eines  Bewilligungsempfängers  nicht  schon  aufgrund  der  blossen  Befürchtung,  einer  verstärkten  Konkurrenz  ausgesetzt  zu  sein,  zur  Beschwerde  legitimiert.  Diese  Art  des  Berührtseins  liegt  vielmehr  im  Prinzip  des  freien  Wettbewerbs  und  schafft  keine  schutzwürdige  besondere  Beziehungsnähe.  Es  bedarf  hierfür  vielmehr  einer  spezifischen,  qualifizierten  Beziehungsnähe,  etwa  wie  sie  durch  eine  spezielle  wirtschaftsverwaltungsrechtliche  Zulassungs­  oder  Kontingentierungsordnung  geschaffen  werden  kann,  welcher  die  Konkurrenten  gemeinsam unterworfen  sind,  oder  soweit  der Konkurrent  geltend  macht,  andere  Konkurrenten  würden  rechts­ungleich  bzw.  privilegiert behandelt  (vgl. BGE 127 II 264 E. 2c, BGE 125 I 7 E. 3d mit  weiteren  Hinweisen;  Urteile  des  Bundesgerichts  1C_191/2011  vom  7.  September  2011  E. 2.4.2,  2C_762/2010  vom  2.  Februar  2011  E.  4.3.2,  1A.253/2005  vom  17.  Februar  2006  E.  2.3;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts C­6540/2010 vom 3. März 2011 E. 4.4.5 und  B­4362/2009 vom 23. Juli 2010 E. 1.2.2; VERA MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  N.  28  zu  Art.  48  VwVG;  HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  a.a.O.,  N.  15  zu  Art.  48  VwVG).  Eine  derartige  spezielle  wirtschaftsverwaltungsrechtliche  Zulassungs­  oder  Kontingentierungsordnung,  die  eine  qualifizierte  Beziehungsnähe  zwischen  den  Konkurrenten  begründet,  liegt  dann  vor,  wenn  kantonal­  oder  bundesrechtliche  Vorschriften  die  Konkurrenz  im  betreffenden  Bereich beschränken oder ausschliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

B­4405/2011 1C.191/2011 vom 7. September 2011 E. 2.5). Dies  ist etwa der Fall  bei  Zulassungsbeschränkungen  von  Marktteilnehmern  in  der  Absicht,  das  Angebot zu reduzieren (vgl. z. B. den sog. "Ärztestopp"), bei eigentlichen  Kontingentierungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.253/2005 vom 17.  Februar 2006 E. 2.1.1 mit Hinweisen), bei Bedürfnisklauseln oder bei der  Erteilung  von  Konzessionen  (vgl.  auch  WALDMANN,  in:  Niggli/Uebersax/Wi­prächtiger  [Hrsg.],  a.a.O.,  N.  23­25  zu Art.  89 BGG;  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­ 8305/2010 vom 12. September  2011 E. 2.2.3.4). Demgegenüber  begründet  nach  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  das  Interesse  an  der  richtigen  Anwendung  und  Durchsetzung des objektiven Rechts keine Beschwerdelegitimation (Urteil  des Bundesgerichts U 519/06 vom 28. September 2007 E. 3.2, BGE 133  V  188  E. 4.3.3,  BGE  123  II  371  E.  2d,  BGE  123  II  542  E.  2e;  ebenso  Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C­8305/2010  vom  12.  September  2011  E. 2.2.3.4).  Das  blosse  Interesse  an  der  Wahrung  des  Qualitätsstandards  einer  Berufsbranche  vermag  die  Beschwerdelegitimation nicht zu begründen (vgl. BGE 125 I 7 E. 3 f. mit  Hinweisen).  Ebenso  wenig  reicht  die  Verfolgung  der  Interessen  der  Aufsichtsbehörde aus, um einem Dritten Parteistellung zu gewähren, da  die  Aufsichtsbehörde  grundsätzlich  allein  zur  Vertretung  der  im  öffentlichen  Interesse enthaltenen privaten  Interessen zuständig  ist  (vgl.  Teilentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1299/2006  vom  23.  Januar  2008  E.  3.2.3).  Eine  besondere,  beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand ergibt sich auch  nicht  bereits  daraus,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  aus  ideellen  Gründen  für  eine  Frage  besonders  interessiert  oder  aus  persönlicher  Überzeugung für oder gegen eine Sache engagiert (vgl. BGE 123 II 376  E.  4a;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6540/2010  vom  3. März  2011 E. 4.4.5, BVGE 2007/20 E. 2.4.1 mit Hinweisen). 2.4.  Unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  2  und  3  Konkurrenten der Beschwerdegegnerin sind.   Der  Beschwerdeführer  1  ist  die  Dachorganisation  der  privaten  Versicherungswirtschaft  in  der  Schweiz  und  als  Verein  nach  Art.  60  ff.  des  Zivilgesetzbuches  vom  10.  Dezember  1907  (ZGB,  SR  210)  organisiert. 

B­4405/2011 Einem  Verband  steht  die  Beschwerdelegitimation  nach  Art.  48  Abs.  1  Bst. a VwVG zur Wahrung der  Interessen seiner Mitglieder  zu, wenn er  als  juristische  Person  konstituiert  ist,  die  einzelnen  Mitglieder  zur  Beschwerde legitimiert wären, die Wahrung der Interessen der Mitglieder  zu seinen statutarischen Aufgaben gehört und er tatsächlich ein Interesse  der  Mehrheit  oder  mindestens  einer  Grosszahl  seiner  Mitglieder  vertritt  (BGE 136 II 539 E. 1.1 mit Hinweisen).  Hauptziel  des  Beschwerdeführers  1  ist  die Wahrung  der  gemeinsamen  Interessen  der  Verbandsmitglieder  sowie  die  Förderung  optimaler  Rahmenbedingungen  für  den  Assekuranz­Standort  Schweiz  (Art.  2  Statuten). Gemäss den Angaben auf der Website des Beschwerdeführers  1  bewirtschaften  seine  Mitgliedgesellschaften  in  der  Lebens­  und  Schadenversicherung  einen  Anteil  von  über  90  Prozent  des  Prämienvolumens  in  der  Schweiz.  Nach  dem  Gesagten  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  1  statutarisch  und  tatsächlich  die Interessen der Mehrheit seiner Mitglieder vertritt.  Zu prüfen ist daher in der Folge, ob die Mitglieder des Beschwerdeführers  1  und  die  Beschwerdeführerinnen  2  und  3  zur  Beschwerde  gegen  die  vorliegend angefochtene Verfügung legitimiert sind.  2.5.  Die  Beschwerdeführenden  rügen,  die  Bewilligungserteilung  an  die  Beschwerdegegnerin  führe  zu  einer  Ungleichbehandlung  bzw.  Privilegierung  der  Beschwerdegegnerin,  dies  u.a.  aufgrund  der  Vermischung  des  Produktangebots  auf  Seiten  der  Beschwerdegegnerin  und  der  Gebäudeversicherung  Bern.  Die  Beschwerdeführenden  seien  dadurch  in  ihren  schutzwürdigen  Interessen  unmittelbar  betroffen.  Ihre  tatsächliche und/oder rechtliche Situation werde durch den Ausgang des  Verfahrens beeinflusst. Daher seien die Beschwerdeführerinnen 2 und 3  als Drittbeschwerdeführende materiell beschwert. Zur  Begründung  führen  die  Beschwerdeführenden  aus,  die  Beschwerdegegnerin besitze eine  regulatorische Sonderstellung, welche  ihr  erlaube,  u.a.  bezüglich  Vertrieb,  Marke  und  Werbung  sowie  der  kombinierten  Monopol­  und  VVG­Versicherungsangebote  auf  die  Geschäftstätigkeit  ihrer  dem  Monopolbereich  zugehörenden  Muttergesellschaft  zurückzugreifen.  Die  Quersubventionierung  sei  so  angelegt,  dass  die  Beschwerdegegnerin  in  ihrer  praktischen  Tätigkeit  zumindest  faktisch  davon  profitiere  (bestehender  "Brand",  langjährige  Kundenbeziehungen der GVB, Kommunikationsmittel  und Datenmaterial 

B­4405/2011 aus  dem  Monopolbereich,  Übernahme  von  Mitarbeitenden  der  GVB­ Monopolanstalt  mit  entsprechendem  Know­how­Transfer  etc.).  Diese  Auffassung  der  Beschwerdeführenden  würden  durch  die  Vernehmlassungsergebnisse  zur  Revision  des  Gebäudeversicherungsgesetzes  des  Kantons  Bern  gestützt.  Verschiedene Seite  hätten  hierbei  Bedenken  zur  Frage  angemeldet,  ob  die  Geschäftsbereiche  ausreichend  klar  voneinander  getrennt  würden  und ob nicht Unklarheiten zwischen kantonalrechtlicher Monopoltätigkeit  und  der  dem  Bundesrecht  unterstehenden  privaten  Zusatzversicherungstätigkeit  entstehen  könnten.  Selbst  Branchenverbände der Beschwerdegegnerin hätten die Ausdehnung der  Geschäftstätigkeit  durch  die  GVB  und  die  damit  verbundenen  Abgrenzungsschwierigkeiten  sowie  die  fehlende  Kompatibilität  mit  dem  Versicherungsabkommen Schweiz/EU kritisiert. Diese Bedenken seien im  Gesetzgebungsverfahren  nicht  ausgeräumt  worden.  Weil  den  Beschwerdeführenden  die  erwähnten  Wettbewerbsvorteile  nicht  zu  teil  würden,  seien  sie  in  ihrer  Geschäftstätigkeit  benachteiligt.  Indem  die  Vorinstanz  der  Beschwerdegegnerin  gestattet  habe,  die  Produktion,  Bestandesverwaltung,  Schadenregulierung  und  Grosskundenbetreuung  der  Monopolversicherung  für  die  GVB  zu  übernehmen,  habe  sie  der  Beschwerdegegnerin  eine  regulatorische  Sonderstellung  und  Privilegierung  zugestanden,  die  keinem  andern  privaten  Bewilligungsträger  zukomme.  Durch  dieses  "Outsourcing"  bzw.  "Insourcing"  aus  Sicht  der  Beschwerdegegnerin  werde  letzterer  der  Monopolbestand  der  GVB  samt  sämtlichen  Vertragsdaten  zugänglich  gemacht. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden  im  Bereich  der  Gebäudezusatzversicherungen  wegen  des  privilegierten  Markteintritts  der  Beschwerdegegnerin  erhebliche  Prämienvolumen  verloren  gehen.  Somit  seien  sie  in  ihren  schutzwürdigen  Interessen  unmittelbar  betroffen.  Vor  diesem  Hintergrund  sei  die  erforderliche  Beziehungsnähe  zur  Streitsache  gegeben.  Die  Beschwerdeführenden  würden  durch  den  angefochtenen  Entscheid  persönlich  und  unmittelbar  einen Nachteil  erleiden.  Ihre  tatsächliche und  rechtliche Situation werde  durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst. Die  Vorinstanz  und  die  Beschwerdegegnerin  bestreiten  dagegen,  dass  eine Privilegierung vorliege.  Die  Beschwerdegegnerin  führt  aus,  es  gebe  die  von  den  Beschwerdeführenden  behaupteten  "Monopolzusatzversicherungen"  nicht,  sondern  nur  die  obligatorische  Grunddeckung,  die  bei  der  GVB 

B­4405/2011 verbleibe, und die freiwilligen Zusatzversicherungen nach VVG, die an die  Beschwerdegegnerin  ausgegliedert  würden.  Die  heutigen  freiwilligen  Zusatzversicherungen müssten  künftig  separat  und unabhängig  von der  obligatorischen  Grunddeckung  angeboten  werden.  Die  Behauptung  der  Beschwerdeführenden,  mit  der  angefochtenen  Bewilligungsverfügung  würden auch Monopolaufgaben auf die Beschwerdegegnerin übertragen,  sei sowohl neu als auch offensichtlich falsch. Als reine Polizeibewilligung  habe die Betriebsbewilligung rein feststellenden Charakter und 'übertrage'  keine  Aufgaben.  Zudem  würden  auch  mit  der  in  einem  separaten  Verfahren  der  Vorinstanz  zu  beurteilenden,  nicht  Gegenstand  der  angefochtenen  Verfügung  bildenden  Bestandesübertragung  keine  "Monopolaufgaben"  übertragen.  Diese  würden  von  Gesetzes  wegen  zwingend bei der Gebäudeversicherung Bern verbleiben.  Die  Vorinstanz  bringt  vor,  sie  habe  im  Rahmen  der  Prüfung  den  besonderen  Umständen  des  konkreten  Falls  Rechnung  getragen.  Sie  habe  die  Beschwerdegegnerin  wie  jede  andere  Marktteilnehmerin  bzw.  Gesuchstellerin  behandelt.  Eine  Privilegierung  der  Beschwerdegegnerin  liege  daher  nicht  vor.  Die  Bewilligung  gemäss  Art.  3  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  stellt  eine  Polizeibewilligung  dar,  die  potentiellen  Marktteilnehmern  erteilt  werde,  welche  die  vorgegebenen  gesetzlichen  Anforderungen  erfüllten,  und  sei  nicht  an  die  Bedingung  eines  verfügbaren  Kontingents  oder  eines  nachweisbaren  Bedürfnisses  geknüpft. Sie stelle daher keine wirtschaftspolitische Bewilligung dar.  2.6. Allein aus der Tatsache, dass ein Markt beaufsichtigt wird, kann nicht  auf  eine  wirtschaftspolitische  Sonderordnung  geschlossen  werden,  die  eine besondere Beziehungsnähe zwischen den Konkurrenten begründen  würde.  Es  ist  daher  vorab  zu  untersuchen,  ob  das  Versicherungsaufsichtsgesetz  vom  17. Dezember  2004  (VAG,  SR  961.01) eine derartige Sonderordnung begründet.   2.6.1.  Jedes  Versicherungsunternehmen,  das  der  Aufsicht  untersteht,  bedarf  zur  Aufnahme  der  Versicherungstätigkeit  einer  Bewilligung  der  Vorinstanz  (Art.  3  Abs.  1  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  vom  17. Dezember 2004 [VAG, SR 961.01]). Die Bewilligung wird erteilt, wenn  die  gesetzlichen  Anforderungen  erfüllt  und  die  Interessen  der  Versicherten gewahrt sind (Art. 6 Abs. 1 VAG). 2.6.2.  Diese  Bestimmungen  stützen  sich  auf  Art.  98  Abs.  3  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

B­4405/2011 1999 (BV, SR 101). Diese Bestimmung ermächtigt den Bund zum Erlass  von Vorschriften  über  das  Privatversicherungswesen.  Sie  geht  über  die  Rechtfertigung,  mit  Bezug  auf  die  klassischen  Polizeigüter  legiferierend  tätig  zu  werden,  hinaus,  und  begründet  auch  die  Zuständigkeit  für  gesetzliche Anordnungen zum Funktionsschutz, weil ein funktionierendes  und  vertrauenswürdiges  Versicherungssystem  eine  wichtige  Voraussetzung  für  die  wirtschaftliche Wohlfahrt  ist  und  der  Schutz  des  Systems gleichzeitig auch dem  Individualschutz dient.  In der Lehre wird  die  Auffassung  vertreten,  dass  Art.  98  Abs.  3  BV  keine  Ermächtigung  darstelle,  vom  Prinzip  der  Wirtschaftsfreiheit  (vgl.  Art.  27  BV)  abzuweichen, vielmehr seien gestützt auf diese Kompetenznorm lediglich  grundsatzkonforme  Massnahmen  zulässig  (ROLF  H.  WEBER/PATRICK  UMBACH,  Versicherungsaufsichtsrecht,  Bern  2006,  §  3  Rz.  4­5).  In  der  Botschaft  zum Versicherungsaufsichtsgesetz  führte  der  Bundesrat  denn  auch  explizit  aus,  dass  das  Versicherungsaufsichtsgesetz  nicht  konkurrenzausgleichende,  wirtschaftspolitische  oder  konjunkturpolitische  Zielsetzungen verfolge (vgl. Botschaft zum Versicherungsaufsichtsgesetz  vom 9. Mai 2003 [BBl 2003 3789 ff. 3808]).  2.6.3. Art. 6 VAG hält ausdrücklich fest, dass die Bewilligung erteilt wird,  wenn  die  gesetzlichen  Anforderungen  erfüllt  und  die  Interessen  der  Versicherten gewahrt sind. Angesichts dieses klaren Wortlauts  ist davon  auszugehen, dass andere als diese Gesichtspunkte beim Entscheid über  die  Erteilung  der  Bewilligung  keine  Rolle  spielen  dürfen.  Die  Aufsichtsbehörde muss die Bewilligung erteilen, sofern der Gesuchsteller  die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allg. Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, §  44  Rz.  29  f.,  WEBER/UMBACH,  a.a.O.,  §  5  Rz.  56).  Demnach  liegt  die  Entscheidung  darüber,  ob  die  Erlaubnis  erteilt  wird  oder  nicht,  in  der  Regel  nicht  im  Ermessen  der  Bewilligungsbehörde  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  2534).  Aufgrund  der  mit  dem  Gesuch  einzureichenden  Unterlagen  sowie  allfälligen  von  der  Aufsichtsbehörde  zusätzlich  verlangten  Unterlagen  hat  die  Aufsichtsbehörde zu untersuchen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen  für  eine  Aufnahme  der  Versicherungstätigkeit  im  entsprechenden  Versicherungszweig  erfüllt  sind.  Ist  dies  der  Fall,  steht  es  der  Aufsichtsbehörde  nicht  zu,  weitere  Voraussetzungen  zu  definieren  (vgl.  WEBER/UMBACH,  a.a.O.,  §  5 Rz.  56). Die Bewilligung  um Ausübung der  Versicherungstätigkeit stellt demnach eine Polizeibewilligung dar.

B­4405/2011 Das Bewilligungserfordernis  bezweckt  demnach nicht  die Beschränkung  des  Marktzutritts  oder  die  Regulierung  des  Marktes,  sondern  verfolgt  allein polizeiliche Zwecke und dient dem Schutz des Geschäftsverkehrs.  Die  Interessen  konkurrierender  Versicherer  schützt  das  Versicherungsaufsichtsgesetz  nur  mittelbar  und  insoweit,  als  eine  geordnete  Bewilligungs­  und  Aufsichtspraxis  die  Funktionsfähigkeit  des  Versicherungs­ und Finanzplatzes Schweiz gewährleistet (vgl. Art. 5 des  Finanzmarktaufsichtsgesetzes vom 22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1]).  2.6.4.  Das  Bewilligungsverfahren  nach  Versicherungsaufsichtsgesetz  schafft damit keine wirtschaftspolitische Ordnung oder Kontingentierung,  die  eine  besondere  Beziehungsnähe  zwischen  den  Beschwerdeführenden und der Beschwerdegegnerin begründen würde.  2.7.  Liegt  keine  wirtschaftsverwaltungsrechtliche  Zulassungs­  oder  Kontingentierungsordnung  vor,  der  die  Konkurrenten  gemeinsam  unterworfen  sind,  so  ist  ein  Konkurrent  zur  Beschwerde  nur  legitimiert,  soweit  er  geltend  macht,  sein  Konkurrent  würde  rechtsungleich  bzw.  privilegiert behandelt (vgl. E. 2.3 hiervor).  2.7.1. Die Beschwerdeführenden behaupten dies zwar, indem sie geltend  machen,  die  Vorinstanz  habe  der  Beschwerdegegnerin  eine  regulatorische  Sonderstellung  und  Privilegierung  zugestanden,  die  keinem andern privaten Bewilligungsträger zukomme. Sie legen indessen  nicht  dar,  dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdegegnerin  etwas  bewilligt  habe,  was  sie  einem  Mitglied  des  Beschwerdeführers  1  oder  den  Beschwerdeführerinnen 2 und 3 verweigert hätte.  Eine  genaue  Betrachtung  ihrer  Rügen  zeigt,  dass  die  behauptete  Privilegierung  der  Beschwerdegegnerin  ausschliesslich  auf  Umstände  zurückzuführen  ist,  die  –  auch  nach  der  Darlegung  der  Beschwerdeführenden  –  ihre  Ursachen  nicht  im  Verantwortungsbereich  der Vorinstanz sondern  in der Gesetzgebung des Kantons Bern bzw.  in  der Monopolstellung der GVB hinsichtlich der Grundversicherung haben.  Alle Rügen der Beschwerdeführenden laufen letztlich darauf hinaus, dass  sie der Vorinstanz vorwerfen, sie habe diese aufgrund anderer Umstände  vorbestehende  faktische  Privilegierung  der  Beschwerdegegnerin  nicht  durch  geeignete  Auflagen  oder  gar  eine  Bewilligungsverweigerung  neutralisiert,  sondern  ihr  durch  die  Bewilligung  gestattet,  diese  Vorzugsstellung  auf  dem Versicherungsmarkt  ungehindert  auszunutzen,  was zu einer Marktverzerrung führe. 

B­4405/2011 2.7.2.  Dies  zeigt  exemplarisch  die  wichtigste  Rüge  der  Beschwerdeführenden  bezüglich  des  Dienstleistungsvertrags  der  Beschwerdegegnerin mit der GVB:  In  diesem  Vertrag  ist  vorgesehen,  dass  die  Beschwerdegegnerin  die  Produktion,  Bestandesverwaltung,  Schadenregulierung  und  Grosskundenbetreuung  der  Monopolversicherung  für  die  GVB  übernimmt.  Nach  Darstellung  der  Beschwerdeführenden  wird  der  Beschwerdegegnerin  durch  dieses  "Outsourcing"  seitens  der GVB  bzw.  "Insourcing"  aus  der  Perspektive  der  Beschwerdegegnerin  der  Monopolbestand  der  GVB  samt  sämtlichen  Kundenadressen  und  Vertragsdaten zugänglich gemacht. Dass diese Art der Zusammenarbeit  der  Beschwerdegegnerin  einen  erheblichen  Wettbewerbsvorteil  verschaffen kann, ist an sich nachvollziehbar.  Die Beschwerdeführenden rügen in diesem Zusammenhang sinngemäss,  die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, durch geeignete Auflagen oder  gar  eine  Bewilligungsverweigerung  zu  verhindern,  dass  die  Beschwerdegegnerin  die  aufgrund  ihrer  Verbindung  mit  der  GVB  vorbestehende  Vorzugsstellung  in  wettbewerbsverzerrender  Weise  auf  dem  Versicherungsmarkt  ausnutzen  könne.  Die  Vorinstanz  ihrerseits  vertritt  die  Auffassung,  die  Prüfung  derartiger  wettbewerbsrechtlicher  Fragen  falle  nicht  in  den  Anwendungsbereich  des  Versicherungsaufsichtsgesetzes  und  damit  auch  nicht  in  ihren  Zuständigkeitsbereich.  Ob  die  Vorinstanz  verpflichtet  ist,  die  notwendigen  Massnahmen  zu  treffen,  damit  auf  dem  Privatversicherungsmarkt  ein  wirksamer  Wettbewerb  herrscht,  und  zu  diesem  Zweck  bei  drohenden  Marktverzerrungen wegen Synergien  aus  dem Monopolbereich  allfällige  Bewilligungen verweigern oder nur unter Auflagen erteilen könnte, ist eine  Frage, die nicht bei der Prüfung der Beschwerdelegitimation, sondern erst  bei der materiellen Prüfung der vorliegenden Beschwerde zu beantworten  wäre.  Die  Rüge,  eine  Aufsichtsbehörde  wende  das  Recht  nicht  korrekt  an,  begründet  an  sich  noch  keine  Legitimation  eines  Drittbeschwerdeführers,  solange  dieser  keine  eigentliche  Ungleichbehandlung zu seinen Ungunsten geltend machen kann.  Selbst wenn die dargelegte Auffassung der Vorinstanz unzutreffend wäre  und  sie  verpflichtet  wäre,  bei  drohenden  Marktverzerrungen  allfällige  Bewilligungen  zu  verweigern  oder  nur  unter  Auflagen  erteilen, wäre  die 

B­4405/2011 Beschwerdelegitimation  der  Beschwerdeführenden  als  Konkurrenten  daher nur gegeben, wenn sie geltend machen könnten, die Vorinstanz als  Aufsichtsbehörde  übe  diesbezüglich  eine  ungleiche Praxis  aus  bzw.  sie  behandle  die  Mitglieder  des  Beschwerdeführers  1  oder  die  Beschwerdeführerinnen 2 und 3 strenger als die Beschwerdegegnerin.  Im  vorliegenden  Fall  haben  die  Beschwerdeführenden  indessen  nicht  dargetan,  dass  die Vorinstanz  einem Mitglied  des Beschwerdeführers  1  oder  den  Beschwerdeführerinnen  2  und  3  einen  vergleichbaren  Dienstleistungsvertrag  verweigert  oder  ihnen  gegenüber  wettbewerbsrechtliche Auflagen gemacht hat oder dass – etwa aufgrund  einschlägiger  Bestimmungen  in  einem  Rundschreiben  der  Vorinstanz –  Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie dies in einem vergleichbaren Fall  tun würde.  2.7.3.  Die  gleichen  Einwände  bestehen  bezüglich  der  Rügen  der  Beschwerdeführenden,  die  Zusammenarbeit  zwischen  der  Beschwerdegegnerin  und  der  GVB  verstosse  gegen  das  Versicherungsaufsichtsgesetz und dessen Hauptzielsetzung, den Schutz  der  Versicherungsnehmer  sowie  gegen  das  kantonale  Gebäudeversicherungsgesetz,  gegen  das  Binnenmarktgesetz  vom  6. Oktober  1995  (BGBM,  SR  943.02)  und  gegen  das  Abkommen  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft betreffend die Direktversicherung mit Ausnahme  der  Lebensversicherung  vom 10. Oktober  1989  (SR 0.961.1). Ob  diese  Rügen begründet sind oder nicht, kann  im vorliegenden Verfahren offen  gelassen  werden,  denn  auch  in  Bezug  auf  diese  Fragen  haben  die  Beschwerdeführenden  nicht  substantiiert,  dass  die  Vorinstanz  diesbezüglich  eine  unterschiedliche  Praxis  gegenüber  den  Mitgliedern  des  Beschwerdeführers  1  oder  den  Beschwerdeführerinnen  2  und  3  einerseits und der Beschwerdegegnerin andererseits anwende.  2.7.4.  Das  Vorliegen  der  Beschwerdelegitimation  ist  als  Prozessvoraussetzung  zwar  von  Amtes  wegen  zu  prüfen.  Den  Beschwerdeführenden  obliegt  indessen  die  Beweislast,  und  damit  auch  die  Behauptungs­  und  Substantiierungslast,  dafür,  dass  sie  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  sind  (vgl.  BGE  134  II  45  E.  2.2.3).  Die  Rüge,  die  Aufsichtsbehörde  habe  in  diesem  oder  jenem  Punkt  das  massgebliche Recht nicht korrekt angewandt, erfüllt die diesbezüglichen  Anforderungen  an  eine  Konkurrentenbeschwerde  nicht,  solange  die  Beschwerdeführenden  nicht  auch  substantiiert  darlegen,  inwiefern  die  http://links.weblaw.ch/BGE-134-II-45 http://links.weblaw.ch/BGE-134-II-45 http://links.weblaw.ch/BGE-134-II-45 http://links.weblaw.ch/BGE-134-II-45 http://links.weblaw.ch/BGE-134-II-45

B­4405/2011 Vorinstanz  sie  selbst  diesbezüglich  benachteilige.  Andernfalls  müsste  jeder Konkurrent als beschwerdelegitimiert  anerkannt werden,  sobald er  geltend  macht,  die  Aufsichtsbehörde  habe  eine  Polizeibewilligung  zu  Unrecht  erteilt,  und  die  in  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  skizzierte  Abgrenzung  zwischen  der  zulässigen  und  der  unzulässigen  Konkurrentenbeschwerde würde faktisch aufgehoben.  2.8.  Die  Rügen  der  Beschwerdeführenden  haben  somit  keine  Privilegierung  der  Beschwerdegegnerin  gegenüber  den  Mitgliedern  des  Beschwerdeführers 1 oder den Beschwerdeführerinnen 2 und 3 durch die  Vorinstanz zum Gegenstand.  Die  Voraussetzungen  dafür,  dass  die  Beschwerdeführenden  als  Drittbeschwerdeführer  zur  Beschwerde  gegen  die  angefochtene  Verfügung legitimiert wären, sind daher nicht gegeben.  3.  Auf  die  Beschwerde  der  Beschwerdeführenden  ist  demnach  nicht  einzutreten.  4.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  haben  die  Beschwerdeführenden  die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Spruchgebühr  richtet  sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b  VwVG und Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  vorliegenden  Fall  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Streitwert  mehrere  Millionen  beträgt,  auch  wenn  er  für  das  Bundesverwaltungsgericht nicht klar zu beziffern  ist. Andererseits  ist die  Gerichtsgebühr  für  Nichteintretensentscheide  praxisgemäss  wesentlich  niedriger anzusetzen als die Gebühr für einen materiellen Entscheid. Die  Gerichtsgebühr  ist  daher  auf  15'000.−  festzulegen,  wovon  den  Beschwerdeführenden je ein Drittel aufzuerlegen ist.  Die Verfahrenskosten von 1'000.­ für die Zwischenverfügung in Bezug auf  den Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sind  der  Beschwerdegegnerin  aufzuerlegen,  da  sie  diesbezüglich  als  unterliegend anzusehen ist. 5.  Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 

B­4405/2011 von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Parteientschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die Beschwerdegegnerin  war im vorliegenden Verfahren nicht vertreten, weshalb ihr praxisgemäss  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  ist  (vgl.  Art.  64  Abs.  1  VwVG  und Art. 7 ff. VGKE). Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  2.  Den  Beschwerdeführenden  werden  Verfahrenskosten  von  je  Fr.  5'000.­  auferlegt.  Diese  Beträge  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  je  Fr.  10'000.– verrechnet und den Beschwerdeführenden wird ein Betrag von  je Fr. 5'000.­ zurückerstattet. Der  Beschwerdegegnerin  werden  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'000.­  auferlegt.  Die  Beschwerdegegnerin  hat  den  ihr  auferlegten  Anteil  innert  30  Tagen  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zugunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Die  Zustellung  des  Einzahlungsscheines erfolgt mit separater Post. 3.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführenden  (Rechtsvertreter;  Gerichtsurkunde;  3 Rückerstattungsformulare) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

B­4405/2011 Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 13. Dezember 2011

B-4405/2011 — Bundesverwaltungsgericht 12.12.2011 B-4405/2011 — Swissrulings