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Bundesverwaltungsgericht 05.12.2011 B-3987/2011

5. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,802 Wörter·~9 min·2

Zusammenfassung

Finanzmarktaufsicht (Übriges) | Zeichnungsberechtigung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­3987/2011 Zw i s ch enen t s ch e i d   v om   5 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Ronald Flury, Richter Frank Seethaler,    Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien 1. A._______,  2. I._______ S.A.,  beide vertreten durch lic. iur. Gregor Marcolli,  Fürsprecher, 3001 Bern, Beschwerdeführende,  gegen A._______ & Co. VIII Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft und A._______ & Co. IX  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft,    beide vertreten durch Dr. iur. Patrick M. Hoch,  Rechtsanwalt, 8001 Zürich, Beschwerdegegnerinnen,  Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, Einsteinstrasse 2,  3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Zeichnungsberechtigung bezüglich der A._______ & Co. VIII  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft und der  A._______ & Co. IX Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft (Beiladung).

B­3987/2011 Sachverhalt:  A.  A.a A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer 1) gründete durch seine   A._______  AG  in  den  Jahren  1998  bis  2006  diverse  Kommanditgesellschaften,  darunter  auch  die  A._______  &  Co  VIII  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft und die A._______ & Co IX  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft  (im  Folgenden:  Kommanditgesellschaften bzw. KG VIII und KG IX). Diese Gesellschaften  sollten  Anlegern  die  Möglichkeit  bieten,  über  eine  Beteiligung  als  Kommanditäre  in  Immobilien  zu  investieren,  welche  von  den  Kommanditgesellschaften  erworben,  erstellt  und  vermietet  wurden.  Die  KG VIII  ist  Eigentümerin  des Hotels  (…)  in  L._______.  Das  eigentliche  Management  des  Hotels  obliegt  der  R._______AG  (nachfolgend:  R._______).  A.b Per  1.  Januar  2007,  mit  einer  Übergangsfrist  für  Anpassungen  bis  Ende  2007,  trat  das  neue  Kollektivanlagengesetz  vom  23. Juni  2006  in  Kraft. Mit superprovisorischer Verfügung vom 11. Januar 2008 eröffnete  die  Eidgenössische  Bankenkommission  (EBK;  heute:  Eidgenössische  Finanzmarktaufsicht  FINMA,  nachfolgend:  FINMA  oder  Vorinstanz)  bei  der  "A._______­Gruppe",  bestehend  aus  der  A._______  AG  sowie  verschiedenen Kommanditgesellschaften, darunter auch den KG VIII und  KG  IX,  eine Untersuchung wegen  Verdachts  auf  einen  Verstoss  gegen  das  Kollektivanlagengesetz  und  setzte  die  X._______  AG  als  Untersuchungsbeauftragte ein. Die alleinige Zeichnungsberechtigung  für  alle  untersuchten Gesellschaften wurde mit  der  gleichen Verfügung  der  Untersuchungsbeauftragten  übertragen  und  entsprechend  ins  Handelsregister eingetragen. Mit  Verfügung  vom  20. Mai  2008  stellte  die  EBK  fest,  die  "A._______­ Gruppe"  verstosse  gegen  das  Kollektivanlagengesetz  und  das  Bankengesetz und verfügte die Konkurseröffnung über die A._______ AG  und die Liquidation der diversen Kommanditgesellschaften.  Gegen  diese Verfügung  erhob  u.a. Rechtsanwalt  Hoch  namens  und  im  Auftrag  der  KG  VIII  und  der  KG IX  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerinnen)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Das Bundesverwaltungsgericht  trat auf die Beschwerde der KG  IX nicht  ein  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4312/2008  vom  31.  Juli  2009). Die Beschwerde der KG VIII hiess das Bundesverwaltungsgericht 

B­3987/2011 mit  Urteil  vom  31.  Juli  2009  gut,  soweit  es  darauf  eintrat  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­4312/2008 vom 31. Juli 2009).  Gegen  dieses  letztere  Urteil  erhob  die  FINMA  Beschwerde  an  das  Bundesgericht.  Das  Bundesgericht  hiess  die  Beschwerde  mit  Urteil  2C_571/2009  vom  5. November 2010 teilweise gut und wies die Sache zu neuem Entscheid  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  FINMA  zurück.  Aus  der  Begründung  des Urteils geht hervor, dass das Bundesgericht die Unterstellung unter  das  Kollektivanlagegesetz  bejahte,  die  aufsichtsrechtliche  Liquidation  aber als zu streng beurteilte. A.c  Mit  Schreiben  vom  22.  März  2011  bestätigte  die  Vorinstanz  zu  Handen  der  Beschwerdegegnerinnen,  dass  sie  die  Eintragung  von  B._______  ins  Handelsregister  als  vorerst  nicht  zeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  unterstütze  und  mit  der  Sitzverlegung  der  KG  VIII  in  den  Kanton  N._______  als  zukünftigen  Wohnsitzkanton  von  B._______  einverstanden  sei.  Die  Untersuchungsbeauftragte  vollzog  diese  Einträge  mit  Wirkung  per  28.  April 2011. Mit  Verfügung  vom  30.  Mai  2011  wies  die  Vorinstanz  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  N._______  an,  die  Eintragung  der  X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte der KG VIII zu löschen und  B._______ als Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift einzutragen.  Mit  Verfügung  vom  gleichen  Tag  wies  sie  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  K.________  an,  die  Eintragung  der  X._______  AG  als  Untersuchungsbeauftragte  der  KG  IX  zu  löschen  und  B._______  als  Geschäftsführerin der KG IX mit Einzelunterschrift einzutragen.  B.  Mit  Eingabe  vom  14.  Juli  2011  erhoben  der  Beschwerdeführer  1  sowie  die  I._______  S.A.,  (…)  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin  2)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragen,  die  angefochtenen Verfügungen vom 30. Mai 2011 und vom 22. März 2011  seien  aufzuheben,  das  Handelsregisteramt  N._______  und  das  Handelsregisteramt  K.________  seien  anzuweisen,  die  gestützt  auf  die  erwähnten  Verfügungen  der  Vorinstanz  vorgenommenen  Eintragungen  wieder rückgängig zu machen und B._______ sei unter Strafdrohung zu  verbieten, für die KG VIII und die KG IX irgendwelche Rechtshandlungen 

B­3987/2011 vorzunehmen.  Eventualiter  beantragen  die  Beschwerdeführenden,  B._______ sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu verbieten, zu  Lasten  der  KG VIII  und  der  KG  IX Verpflichtungen  einzugehen, welche  über  das  gewöhnliche  Tagesgeschäft  hinaus  gingen.  Insbesondere  sei  B._______  zu  verbieten,  zu  Lasten  der  KG VIII  und  der  KG  IX  Kredite  aufzunehmen,  und  sie  sei  anzuweisen,  die  Einnahmen  der  KG  VIII  in  erster  Linie  für  Löhne  (unter  Einschluss  der  Sozialversicherungen),  Bankzinsen und Steuern zu verwenden.  C.  Mit  Eingabe  vom  22.  Juli  2011  beantragen  die  Beschwerdeführenden,  B._______  sei  superprovisorisch  die  Zeichnungsberechtigung  für  die  KG VIII  und  die  KG  IX  sowie  die  Vollmacht  über  die  Bankkonten  der  KG VIII  und  KG  IX  zu  entziehen  und  ihr  sei  unter  Strafandrohung  zu  verbieten, für die KG VIII und die KG IX irgendwelche Rechtshandlungen  vorzunehmen.  D.  Mit  superprovisorischer  Verfügung  vom  26.  Juli  2011  untersagte  die  Instruktionsrichterin  B._______  mit  sofortiger  Wirkung,  weitere  Rechtshandlungen für die K VIII und die KG IX vorzunehmen, welche zu  einem Mittelabfluss führen könnten.  E.  Mit  Eingabe  vom  19.  August  2011  beantragen  die  Beschwerdegegnerinnen,  auf  die  Beschwerde  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter  sei  die  Beschwerde  abzuweisen.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragen  sie,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zu  entziehen und die Zwischenverfügung vom 26. Juli 2011 sei unverzüglich  aufzuheben.  F.  Die Vorinstanz lässt sich am 19. August 2011 vernehmen und beantragt,  auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.  G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  23.  August  2011  ordnete  die  Instruktionsrichterin  an,  dass  B._______  zur  Zeit  und  bis  auf  Weiteres  befugt  sei,  im  Einverständnis  der  R._______  oder  des  Beschwerdeführers  1  oder  der  Instruktionsrichterin  für  das  operative  Geschäft  notwendige,  dringende  Rechtshandlungen  vorzunehmen  oder 

B­3987/2011 dringende  Rechnungen  der  KG VIII oder der KG IX zu bezahlen und zu diesem Zweck berechtigt sei,  Zahlungen  ab  den  Konten  der  KG  VIII  oder  der  KG  IX  in  Auftrag  zu  geben. Soweit weitergehend, seien ihr Rechtshandlungen für die KG VIII  und  die  KG  IX  unter  Strafandrohung  untersagt.  Gleichzeitig  wies  die  Instruktionsrichterin  die  R._______  an,  B._______  die  entsprechenden  Rechnungen  zuzustellen,  und  verfügte,  dass  B._______,  der  Beschwerdeführer 1 sowie der Rechtsvertreter der KG VIII und der KG IX  je  einzeln  befugt  seien,  von  der R._______,  der S.________ AG  sowie  allfälligen weiteren  Vertragsparteien  der  KG VIII  und  der  KG  IX  bis  auf  Weiteres  diejenigen  Informationen  zu  erhalten,  zu  deren  Erhalt  der  Geschäftsführer  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  aufgrund  der  relevanten  Verträge berechtigt sei.  H.  Mit  Schreiben  vom  24.  August  2011  verzichtete  B._______  auf  Parteistellung im Verfahren. I.  Die  Vorinstanz  lässt  sich  am  8.  September  2011  vernehmen  und  beantragt, es sei auf die vorliegende Beschwerde mangels Zuständigkeit  des angerufenen Gerichts nicht einzutreten, und es sei die aufschiebende  Wirkung nicht zu gewähren.  J.  Mit Eingabe vom 13. September 2011 beantragt die R._______,  sie sei  im Verfahren  als Partei  zuzulassen,  eventualiter  sei  sie  beizuladen.  Zur  Begründung  macht  sie  geltend,  durch  die  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  23.  August  2011  sei  die  R._______  einerseits  verpflichtet  worden,  B._______  Rechnungen  zuzustellen  und  andererseits  berechtigt  worden,  B._______  das  Einverständnis  zu  erteilen,  Rechnungen  zu  bezahlen  und  dringende  Rechtshandlungen  vorzunehmen.  Damit  sei  die  R._______  Adressatin  der  betreffenden  Zwischenverfügung.  Da  im  Verfahren  betreffend  die  Zeichnungsberechtigung der KG VIII Rechte und Pflichten der R._______  berührt  würden,  habe  sie  ein  schutzwürdiges  Interesse,  sich  in  diesem  Verfahren als Partei zu stellen.  Die R._______ legte  im Weiteren dar, sie habe am 29. August 2001 mit  der KG VIII einen Managementvertrag über die Führung bzw. den Betrieb  des  im  Eigentum  der  KG  VIII  stehenden  Hotels  (…)  in  L._______ 

B­3987/2011 abgeschlossen.  Die  R._______  hätten  das  Hotel  (…)  seit  dem  1.  November  2001  ununterbrochen  geführt,  auch während  der  Zeit,  in  der  X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte amtiert habe. In den letzten  Jahren  habe  indessen  der  Hotelbetrieb  nicht  genügend  Liquidität  generiert,  um  sowohl  sämtliche  Verbindlichkeiten  stets  fristgerecht  zu  bedienen  als  auch  die  notwendigen  Investitionen  vorzunehmen. Weder  von  der  KG  VIII  oder  von  deren  Revisionsstelle  noch  von  der  Untersuchungsbeauftragten  X._______ AG  seien  je  Beanstandungen  in  Bezug  auf  die  Führung  des  Hotels  (…)  durch  die  R._______  erhoben  worden.  Die  R._______  sei  auch  ihren  Informationspflichten  gegenüber  der  KG VIII,  deren Revisionsstelle  oder  der Untersuchungsbeauftragten  sowie gegenüber B._______ nach ihrer Eintragung als Geschäftsführerin  stets  nachgekommen.  Ungeachtet  der  Bestimmungen  des  Managementvertrags habe B._______ per 20.  /  21.  Juli  2011 und ohne  vorgängige  Rücksprache  mit  der  R._______  verschiedene  Überweisungen  von  den  betrieblichen  Bankkonten  der  KG VIII  bei  der  S.________ AG in M._______ im Gesamtbetrag von CHF 110'000.­ und  EUR 180'000.­ vorgenommen und am 22. Juli 2011 veranlasst, dass die  Vollmachten  zugunsten  der  R._______  in  Bezug  auf  die  betrieblichen  Bankkonten  in M._______ gelöscht worden seien, wobei B._______ die  S.________ AG auch angewiesen habe, der R._______ keine Auskunft  über  die  Zahlungseingänge  und  Zahlungsausgänge  auf  diesem  Konto  mehr  zu  erteilen.  Seit  dem  22.  Juli  2011  habe  die  R._______  daher  weder Einblick in das betriebliche Bankkonto der KG VIII noch könne die  R._______  allfällige  von  Frau  B._______  vorgenommene  Zahlungen,  welche mit  dem Betrieb  des Hotels  (…)  zusammen  hingen,  vornehmen  oder  nachvollziehen.  Ungeachtet  der  Bestimmungen  des  Managementvertrags  habe  B._______  am  27.  Juli  2011  über  Rechtsanwalt  Dr.  Patrick Hoch  den Managementvertrag  per  31.  Januar  2012  ausserordentlich  gekündigt.  Die  R._______  werde  die  Kündigung  auf  dem  Rechtsweg  anfechten.  Die  mit  Zwischenverfügung  vom  23.  August  2011  verfügte  Regelung  bezüglich  des  Betriebs  des  Hotels  sei  nicht praktikabel, weil B._______ die Zusammenarbeit mit der R._______  verweigere  und  die  Genehmigung  von  Zahlungen  nur  über  das  Bundesverwaltungsgericht vornehme.  K.  Die  Beschwerdeführenden  äussern  sich  am  15.  September  2011  zum  Begehren  der  Beschwerdegegnerinnen  auf  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung und beantragen dessen Abweisung.

B­3987/2011 L.  Mit Verfügung vom 16. September 2011 wies die Instruktionsrichterin die  Anträge der Beschwerdegegnerinnen und der Vorinstanz auf Entzug der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde  ab,  soweit  sie  darauf  eintrat,  und bestätigte die mit Dispositiv Ziffern 2 und 3 der Zwischenverfügung  vom 23. August 2011 verfügten vorsorglichen Massnahmen.  M.  Mit  Eingabe  vom  22.  September  2011  beantragt  die  Vorinstanz,  der  Antrag  der  R._______  auf  Zulassung  als  Partei  bzw.  Beigeladene  sei  abzuweisen.  N.  Am  22.  September  2011  beantragen  die  Beschwerdegegnerinnen  in  prozessualer  Hinsicht,  es  sei  vorab  mittels  Zwischenverfügung  (recte:  Zwischenentscheid)  darüber  zu  entscheiden,  ob  die  Beschwerdeführenden  zur  Beschwerde  legitimiert  seien  und  ob  die  Beschwerde  rechtzeitig  erfolgt  sei.  Der  Antrag  der  R._______  auf  Parteistellung bzw. Beiladung sei abzuweisen.  O.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  26.  September  2011  beantragen  die  Beschwerdeführenden die Zulassung der R._______ als Partei. Eventuell  seien  die  R._______  aufgrund  ihrer  detaillierten  Kenntnisse  zum  Hotelbetrieb  auch  ohne  Parteistellung  zur  Instruktions­  und  Vergleichsverhandlung vom 6. Oktober 2011 einzuladen.  P.  Mit Verfügung vom 27. September 2011 stellte die Instruktionsrichterin es  der  R._______  frei,  an  einem  Teil  der  Instruktions­  und  Vergleichsverhandlung vom 6. Oktober 2011 teilzunehmen.  Q.  Mit  selbständigem  Zwischenentscheid  vom  5.  Oktober  2011  trat  das  Bundesverwaltungsgericht auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 1  gegen die beiden Verfügungen der Vorinstanz vom 30. Mai 2011 ein. R.  Dieser  Zwischenentscheid  wurde  den  Parteien  anlässlich  der  Instruktions­  und  Vergleichsverhandlung  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  6.  Oktober  2011  eröffnet.  Im  Rahmen  dieser  Verhandlung  unterzeichneten  die  Beschwerdeführenden,  die 

B­3987/2011 Beschwerdegegnerinnen und B._______  in der Folge einen Vergleich  in  der  Hauptsache.  Im Weiteren  schlossen  die  Beschwerdeführenden  und  die Beschwerdegegnerinnen einen Vergleich bezüglich der vorsorglichen  Massnahmen, dem auch die R._______ zustimmte. S.  Mit Verfügung vom 7. Oktober 2011 wies die Instruktionsrichterin gestützt  auf den zwischen den Parteien geschlossenen Vergleich die S.________  AG  an,  die  durch  B._______  entzogenen  Vollmachten  für  die  betrieblichen Konten der KG VIII zugunsten der R._______ unverzüglich  wieder  herzustellen  und  die  Zeichnungsberechtigung  zugunsten  von  B._______ anschliessend zu löschen.  T.   Mit Schreiben vom 10. Oktober 2011 widerrief B._______ den anlässlich  der  Instruktions­  und  Vergleichsverhandlung  vom  6.  Oktober  2011  geschlossenen Vergleich.  U.  Mit ergänzender Vernehmlassung vom 15. November 2011 beantragt die  Vorinstanz,  es  sei  auf  die  Beschwerde  vom  14.  Juli  2011  nicht  einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Die  R._______  beantragt,  sie  sei  im  Verfahren  als  Partei  zuzulassen,  eventualiter  sei  sie  beizuladen.  Durch  die  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  23.  August  2011  sei  die  R._______  einerseits  verpflichtet  worden,  B._______ Rechnungen  zuzustellen,  und  andererseits  berechtigt  worden,  B._______  das  Einverständnis  zu  erteilen,  Rechnungen  zu  bezahlen  und  dringende  Rechtshandlungen  vorzunehmen.  Damit  sei  die  R._______  Adressatin  der  betreffenden  Zwischenverfügung.  Da  im  Verfahren  betreffend  die  Zeichnungsberechtigung der KG VIII Rechte und Pflichten der R._______  berührt  würden,  habe  sie  ein  schutzwürdiges  Interesse,  sich  in  diesem  Verfahren als Partei zu stellen.  Die  Beschwerdegegnerinnen  und  die  Vorinstanz  beantragen,  diesen  Antrag  abzuweisen.  Die  Vorinstanz  führt  aus,  die  R._______  habe  am 

B­3987/2011 Vorverfahren  nicht  teilgenommen  und  sei  weder  Adressatin  noch  direkt  Betroffene  der  angefochtenen  Verfügungen.  Die  Anweisung  an  die  Handelsregisterämter  berühre  sie  nicht  mehr  als  die  übrigen  Vertragspartner der KG VIII. 1.1. Zur Beschwerde ist legitimiert, wer am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen oder keine Möglichkeit  zur Teilnahme erhalten hat, durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Art.  48 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968  [VwVG, SR 172.021]).  Neben  dem  eigentlichen  Verfügungsadressaten  können  auch  Dritte  zur  Beschwerde  legitimiert  sein,  sofern  sie  ein  eigenes  schutzwürdiges  Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung haben und in  einer  besonderen,  beachtenswerten  nahen  Beziehung  zur  Streitsache  stehen  (vgl.  BGE  131  II  649 E.  3.4 mit  Hinweisen;  ISABELLE HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N. 12 ff. zu Art. 48 VwVG;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Aufl.,  Zürich  2010,  Rz. 1771  ff.;  ANDRÉ  GRISEL,  Traité de droit administratif, Neuenburg 1984, Bd. II S. 898 ff.; FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 158 und S. 162;  BENOÎT BOVAY, Procédure administrative, Bern 2000, S. 485 f.). Nach Lehre und Rechtsprechung liegt die für die Beschwerdelegitimation  eines Dritten notwendige Beziehungsnähe nur vor, wenn der Drittperson  durch  die  streitige  Verfügung  ein  unmittelbarer  Nachteil  entsteht  (vgl.  BGE 133 II 468 E. 1, BGE 130 V 560 E. 3.5, BGE 125 V 339 E. 4b). Ob  diese  Voraussetzungen  gegeben  sind,  ist  jeweils  in  Bezug  auf  die  konkrete Einzelfallkonstellation zu prüfen (BGE 130 V 560 E. 3.4 in fine). 1.2.  Anfechtungsobjekt  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  einerseits  das  nicht  als Verfügung  formulierte Schreiben  der Vorinstanz  vom 22. März  2011,  worin  die  Vorinstanz  zu  Handen  des  Rechtsvertreters  der  Beschwerdegegnerinnen  bestätigt,  dass  sie  die  Eintragung  von  B._______  ins  Handelsregister  als  vorerst  nicht  zeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  unterstütze  und  mit  der  Sitzverlegung  der  KG  VIII  in  den  Kanton  N._______  als  zukünftigen  Wohnsitzkanton von B._______ einverstanden sei.  http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-468 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-468 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-468 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-468 http://links.weblaw.ch/BGE-133-II-468 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-339 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-339 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-339 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-339 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-339 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560 http://links.weblaw.ch/BGE-130-V-560

B­3987/2011 Angefochten sind weiter die beiden Verfügungen vom 30. Mai 2011, mit  denen  die  Vorinstanz  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  N._______  bzw.  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  K.________  anwies,  die  Eintragung der X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte der KG VIII  bzw.  der  KG  IX  zu  löschen  und  B._______  als  Geschäftsführerin  der  KG VIII bzw. der KG IX mit Einzelunterschrift einzutragen. 1.3.  Die  R._______  hat  weder  beantragt,  diese  Verfügungen  seien  aufzuheben,  noch,  die  Beschwerde  der  Beschwerdeführenden  sei  abzuweisen.  Ein  ausdrückliches  –  oder  im  Fall  von  nicht  durch  einen  Anwalt  vertretenen Personen  implizites  – Rechtsbegehren  in Bezug  auf  den Anfechtungsgegenstand ist indessen eine Voraussetzung dafür, dass  ein  Dritter,  der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  nicht  beteiligt  war,  im  Rechtsmittelverfahren Parteistellung erhält (vgl. GYGI, a.a.O., S. 177 ff.).  Hinzu  kommt  das  Erfordernis  der  direkten  Betroffenheit  durch  die  angefochtene  Verfügung.  In  dieser  Hinsicht  müsste  die  R._______  die  gleichen  Legitimationsvoraussetzungen  erfüllen  wie  die  Beschwerdeführenden.  Sie  müsste  daher  durch  die  angefochtenen  Anweisungen der Vorinstanz nicht nur mittelbar, sondern direkt betroffen  sein.  Eine  derartige  direkte  Betroffenheit  ist  indessen  weder  dargetan  noch ersichtlich. Die Ausführungen der R._______ zu ihrer Betroffenheit beziehen sich gar  nicht  auf  die  angefochtenen  Anweisungen  der  Vorinstanz,  sondern  vielmehr auf die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom  23. August  2011.  Eine  derartige  Betroffenheit  hätte  indessen  höchstens  die  Legitimation  der  R._______  zu  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Zwischenverfügung  beim  Bundesgericht  begründen  können.  In  Bezug auf die beantragte Parteistellung im vorliegenden Verfahren gegen  die  angefochtenen  Anweisungen  der  Vorinstanz  sind  diese  Argumente  dagegen nicht relevant.  1.4.  Der  Antrag  der  R._______  auf  Parteistellung  im  vorliegenden  Verfahren ist daher abzuweisen.  1.5. Die Beiladung ist im VwVG nicht bzw. nicht explizit geregelt. Ein Teil  der  Lehre  geht  davon  aus,  dass  die  Zulässigkeit  der  Beiladung  aus  Art. 57  Abs.  1  VwVG  abgeleitet  werden  könne  (GYGI,  a.a.O.,  S.  183;  ISABELLE  HÄNER,  Die  Beteiligten  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  Zürich  2000  [Beteiligte],  S.  166).  Auch  wenn  die 

B­3987/2011 Beiladung als Prozessinstitut in der Bundesverwaltungsrechtspflege nicht  ausdrücklich geregelt ist, wird sie in der Praxis ohne weiteres zugelassen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6154/2010  vom  21.  Oktober  2011  E. 3.1  und  A­692/2008  vom  7.  April  2008  E.  2;  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.1; ULRICH ZIMMERLI/WALTER  KÄLIN/REGINA  KIENER,  Grundlagen  des  öffentlichen  Verfahrensrechts,  Bern  2004,  S.  99).  Die  Beiladung  bezweckt,  einen  Entscheid  auch  für  Personen  verbindlich  werden  zu  lassen,  die  bisher  weder  als  ansprechende  noch  als  ins  Recht  gefasste  Parteien  am  Verfahren  beteiligt  waren,  aber  durch  den  Verfahrensausgang  in  eigenen,  schutzwürdigen  Interessen betroffen sind. Die Rechtskraft, die sonst nur  zwischen den Parteien gilt, wird damit auch auf diese Dritten ausgedehnt  (vgl. BGE 131 V 133 E. 13; GYGI, a.a.O., S. 183 f.; HÄNER, Beteiligte, S.  166;  ZIMMERLI/KÄLIN/KIENER,  a.a.O.,  S.  99;  FRANK  SEETHALER/KASPAR  PLÜSS,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf 2009, N. 17 ff. zu Art. 57 VwVG).  1.6. Im vorliegenden Fall hat die R._______ nicht dargelegt, inwiefern sie  einen Nutzen daraus ziehen könnte,  dass die Rechtskraft  des Urteils  in  diesem  Beschwerdeverfahren  auch  auf  sie  ausgedehnt  würde.  Anfechtungsgegenstand und damit möglicher Gegenstand des Urteils  im  vorliegenden  Verfahren  ist,  wie  dargelegt,  die  Anweisungen  der  Vorinstanz an die zuständigen Handelsregisterämter.  Der  Handelsregistereintrag  einer  Kommanditgesellschaft  ist  für  die  gesellschaftsinternen Vertretungsverhältnisse nicht bestimmend, sondern  er  hat  eine  rein  deklaratorische  Funktion.  Gutgläubige  Dritte,  die  in  die  Richtigkeit  des  im  Handelsregister  eingetragenen  Vertretungsverhältnisses  vertraut  haben,  werden  in  diesem  Vertrauen  geschützt  (vgl.  CHRISTOPH  M.  PESTALOZZI/PETER  HETTICH,  in:  Honsell/Vogt/Watter  [Hrsg.],  Basler  Kommentar  Obligationenrecht  II,  3. Aufl., Basel 2008, N. 7 zu Art. 567). Eine andere Auswirkung auf Dritte  hat der Eintrag eines einzelzeichnungsberechtigten Geschäftsführers  ins  Handelsregister nicht.  Wie die Rechtskraft  des Urteils  im vorliegenden Verfahren auch auf  die  R._______ ausgedehnt werden könnte, ist daher nicht ersichtlich. 

B­3987/2011 1.7. Die Voraussetzungen  für eine Beiladung der R._______ sind daher  nicht gegeben, weshalb  ihr diesbezügliches Eventualbegehren ebenfalls  abzuweisen ist.  2.  Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Partei zu  tragen. Ausnahmsweise können sie  ihr erlassen werden  (Art.  63 Abs. 1  VwVG). Im  vorliegenden  Fall  unterliegt  die  R._______  offensichtlich  mit  ihrem  Rechtsbegehren.  Zu  berücksichtigen  ist  indessen,  dass  ihr  die  angefochtenen  Verfügungen  nie  eröffnet  wurden  und  daher  auch  nicht  nachgewiesen  ist,  dass  sie  überhaupt  genaue  Kenntnis  vom  Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens hatte. Hinzu kommt, dass  ihr  Bedürfnis,  in  Bezug  auf  die  vorsorglichen  Massnahmen  ihren  Standpunkt  einzubringen,  unter  den  Umständen  ohne  Weiteres  nachvollzogen werden kann.  Aus  diesen  Gründen  sind  der  R._______  die  Verfahrenskosten  ausnahmsweise zu erlassen. 3.  Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Parteientschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In Bezug auf das hier in Frage stehende Rechtsbegehren der R._______  obsiegen  die  Beschwerdegegnerinnen  und  die  Vorinstanz.  Die  Beschwerdeführenden  haben  sich  dem  Antrag  der  R._______  angeschlossen,  weshalb  sie  nicht  als  obsiegend  anzusehen  sind.  Die  Beschwerdegegnerinnen  haben  die  Abweisung  beantragt,  dieser  Frage  indessen  lediglich  drei  Zeilen  gewidmet,  weshalb  ihnen  kein  verhältnismässig hoher Aufwand entstanden sein kann (vgl. Art. 7 Abs. 4  VGKE). Die Vorinstanz hat ihren Antrag zwar ausführlich begründet, doch  erhalten  Vorinstanzen  grundsätzlich  keine  Parteientschädigung,  auch  wenn sie obsiegen (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). Eine Parteientschädigung ist daher nicht zuzusprechen. 

B­3987/2011 B­3987/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das  Gesuch  der  R._______  AG  um  Parteistellung,  eventualiter  um  Beiladung in das vorliegende Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 2.  Für diesen Zwischenentscheid werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Für  diesen  Zwischenentscheid  wird  keine  Parteientschädigung  zugesprochen. 4.  Dieser Zwischenentscheid geht an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – die R._______ AG (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 7. Dezember 2011

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