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Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 B-3987/2011

5. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,404 Wörter·~17 min·1

Zusammenfassung

Finanzmarktaufsicht (Übriges) | Zeichnungsberechtigung bezüglich der A. & Co. VIII Sachwert-Beteiligung Kommanditgesellschaft und der A. & Co. IX Sachwert-Beteiligung Kommanditgesellschaft

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­3987/2011 Zw i s ch enen t s ch e i d   v om 5 .  O k t ob e r     2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Ronald Flury, Richter Frank Seethaler,    Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien 1. A._______,  2. I._______S.A., beide vertreten durch lic. iur. Gregor Marcolli, Fürsprecher,  3001 Bern, Beschwerdeführende,  gegen A._______ & Co. VIII Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft und A._______ & Co. IX  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft,  beide vertreten durch Dr. iur. Patrick M. Hoch, Rechtsanwalt,  8001 Zürich, Beschwerdegegnerinnen,  Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA,  Einsteinstrasse 2, 3003 Bern,  Vorinstanz.  Gegenstand Zeichnungsberechtigung bezüglich der A._______ & Co. VIII  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft und der  A._______ & Co. IX Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft.

B­3987/2011 Sachverhalt: A.a A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer 1) gründete durch seine  A._______  AG  in  den  Jahren  1998  bis  2006  die  A._______  &  Co  IV  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  VI  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  VIII  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  IX  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  X  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  XI  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  XII  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft,  die  A._______  &  Co  XIV  Sachwert­Beteiligung Kommanditgesellschaft sowie die A._______ & Co  Z._______  Sachwert­Beteiligung  Kommanditgesellschaft  (im  Folgenden:  Kommanditgesellschaften  bzw.  KG  IV,  VI,  VIII,  IX,  X,  XI,  XII,  XIV  und  Z._______).  Diese  Gesellschaften  sollten  Anlegern  die  Möglichkeit  bieten,  über  eine  Beteiligung  als  Kommanditäre  in  Immobilien  zu  investieren, welche von den Kommanditgesellschaften erworben, erstellt  und  vermietet  wurden.  Die  Anleger  konnten  entweder  direkt  (als  "Direktkommanditäre")  oder  indirekt  (als  "Treugeberkommanditäre"  über  "Treuhandkommanditäre")  einen  Anteil  erwerben.  Die  Treuhandkommanditäre hielten  in eigenem Namen, aber  treuhänderisch  und  auf  Rechnung  der  Anleger  die  von  diesen  eingebrachten  Kommanditeinlagen.  Die  einbezahlten  Kommanditeinlagen  (abzüglich  Agio)  bildeten  das  Gesellschaftskapital;  je  ein  bestimmter  Anteil  am  Gesellschaftskapital  ergaben  ein  Stimmrecht  an  der  Gesellschafterversammlung.  Der  Beschwerdeführer 1  war  ursprünglich  einziger  unbeschränkt  haftender  Gesellschafter  (Komplementär)  und  einzelzeichnungsberechtigter  Geschäftsführer  aller  Kommanditgesellschaften. Er hatte keinen Anteil am Gesellschaftskapital,  verfügte aber über eine vergleichsweise geringe Anzahl Stimmen  in der  Gesellschafterversammlung. Die  KG  VIII  ist  Eigentümerin  des  Hotels  "(…)"  in  L._______.  Das  eigentliche Management  des Hotels  obliegt  der R._______ AG. Die KG  VIII  ist  einzige  Kommanditärin  der  KG  IX,  die  ihrerseits  Eigentümerin  einer ebenfalls durch das Hotel "(…)" genutzten Liegenschaft ist. Fast alle  Kommanditäre  der  KG VIII  waren  sogenannte  Treugeberkommanditäre,  d.h.  die  betreffenden  Anleger  beteiligten  sich  auf  indirektem Weg  über  zwei  Treuhandgesellschaften  (Y._______  AG  und  W._______  GmbH).  Auf Antrag dieser Treuhandgesellschaften, vertreten durch Rechtsanwalt  Hoch,  entzog der Kantonsgerichtspräsident K._______ mit  vorsorglicher 

B­3987/2011 Massnahme  vom  30.  Mai  2007  dem  Beschwerdeführer  1  die  Zeichnungsberechtigung  für  die  KG  VIII.  In  der  Folge  bestimmte  die  Vormundschaftsbehörde  (…)  am  31.  August  2007  B._______  zur  Beiständin  der  KG  VIII.  Auf  Einsprache  hin  ernannte  die  Vormundschaftsbehörde  am  27.  November  2007  eine  Mehrfachbeistandsschaft mit gemeinsamer Amtsführung. A.b Per  1.  Januar  2007,  mit  einer  Übergangsfrist  für  Anpassungen  bis  Ende  2007,  trat  das  neue  Kollektivanlagengesetz  vom  23. Juni  2006  in  Kraft. Mit superprovisorischer Verfügung vom 11. Januar 2008 eröffnete  die  Eidgenössische  Bankenkommission  (EBK;  heute:  Eidgenössische  Finanzmarktaufsicht  FINMA,  nachfolgend:  Vorinstanz)  bei  der  "A._______­Gruppe",  bestehend  aus  der  A._______  AG  sowie  den  KG  IV, VI, VIII,  IX, X, XI, XII, XIV und Z._______ eine Untersuchung wegen  Verdachts  auf  einen  Verstoss  gegen  das  Kollektivanlagengesetz  und  setzte die X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte ein. Die alleinige  Zeichnungsberechtigung  für  alle  untersuchten Gesellschaften wurde mit  der  gleichen  Verfügung  der  Untersuchungsbeauftragten  übertragen  und  entsprechend ins Handelsregister eingetragen. Mit  Verfügung  vom  20.  Mai  2008  stellte  die  Vorinstanz  fest,  die  "A._______­Gruppe"  verstosse  gegen  das  Kollektivanlagengesetz  und  das  Bankengesetz  und  verfügte  die  Konkurseröffnung  über  die  A._______  AG  und  die  Liquidation  der  diversen  Kommanditgesellschaften.  Gegen  diese  Verfügung  erhoben  u.a.  die  KG  VIII  und  die  KG IX  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Beide  Kommanditgesellschaften  waren  dabei  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Hoch,  der  seinerseits  eine  durch  B._______  unterzeichnete  Vollmacht  vorwies.  Auf  die  Beschwerde  der  KG  IX  trat  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  ein  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4312/2008  vom  31.  Juli  2009),  mit  der  Begründung, B._______ sei nicht befugt, namens der KG IX Beschwerde  zu  erheben.  Die  Beschwerde  der  KG  VIII  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  31.  Juli  2009  gut,  soweit  es  darauf  eintrat  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­4312/2008  vom  31. Juli 2009).  Gegen  dieses  letztere  Urteil  erhob  die  Vorinstanz  Beschwerde  an  das  Bundesgericht. 

B­3987/2011 Während  dem  laufenden  Beschwerdeverfahren  vereinbarte  die  KG  VIII  mit der FINMA, dass mit der Liquidation der KG IX zugewartet werde bis  zum Urteil des Bundesgerichts. A.c  Das  Bundesgericht  hiess  die  Beschwerde  mit  Urteil  2C_571/2009  vom  5.  November  2010  teilweise  gut  und  wies  die  Sache  zu  neuem  Entscheid  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  FINMA  zurück.  Aus  der  Begründung  des  Urteils  geht  hervor,  dass  das  Bundesgericht  die  Unterstellung  unter  das  Kollektivanlagegesetz  bejahte,  die  aufsichtsrechtliche Liquidation aber als zu streng beurteilte.  A.d  Nach  der  Zustellung  des  begründeten  Bundesgerichtsurteils  gelangten  Rechtsanwalt  Hoch  als  Vertreter  der  KG  VIII  sowie  der  Beschwerdeführer 1 mit Eingaben vom 19. Januar 2011 bzw. 26. Januar  2011  an  die  Vorinstanz.  Rechtsanwalt  Hoch  beantragte  der  Vorinstanz,  B._______  sei  als  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  ins  Handelsregister  einzutragen.  Der  Beschwerdeführer  1  schlug  vor,  es  sei  zu  versuchen,  das Hotel zu verkaufen, und nur, wenn das scheitern sollte, sei über eine  allfällige Liquidation, zu entscheiden.  In der Folge behandelte die Vorinstanz lediglich Rechtsanwalt Hoch und  B._______  als  Vertreter  der  KG  VIII  oder  der  KG  IX  (in  diesem  Sinn  nachfolgend:  Beschwerdegegnerinnen).  Der  Beschwerdeführer  1  wurde  über  den Gang  des  Verfahrens  nicht  informiert.  Am  1. März  2011  fand  eine  Besprechung  der  Vorinstanz  mit  Vertretern  der  KG  VIII  statt.  Im  Anschluss daran fordert die Vorinstanz die Beschwerdegegnerinnen auf,  bis 29. April 2011 Alternativen zu einer Liquidation der KG VIII und KG IX  aufzuzeigen.  Mit Schreiben  vom 22. März  2011 bestätigte  die Vorinstanz  zu Handen  der Beschwerdegegnerinnen, dass sie die Eintragung von B._______ ins  Handelsregister  als  vorerst  nicht  zeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  unterstütze  und  mit  der  Sitzverlegung  der  KG  VIII  in  den  Kanton  N._______  als  zukünftigen  Wohnsitzkanton  von  B._______  einverstanden  sei.  Die  Untersuchungsbeauftragte  vollzog  diese  Einträge  mit  Wirkung  per  28.  April 2011. Mit  Stellungnahme  vom  11.  Mai  2011  beantragten  die  Beschwerdegegnerinnen die Entlassung der KG VIII und der KG  IX aus  der  Aufsicht  der  Vorinstanz.  Zur  Begründung  legten  sie  dar,  die 

B­3987/2011 Aktivitäten  der  KG  VIII  und  KG  IX  fielen  nicht  unter  das  Kollektivanlagengesetz;  die  Auffassung  des  Bundesgerichts  sei  diesbezüglich  falsch.  Die  finanzielle  Situation  sei  besser  als  von  der  Untersuchungsbeauftragten  dargestellt.  Nachdem  die  Vorinstanz  die  beiden  Gesellschaften  aus  der  Aufsicht  entlassen  haben  werde,  werde  vorab eine Gesellschafterversammlung einzuberufen sein, wo B._______  als Komplementärin vorzuschlagen sein werde. Eine Überführung in eine  juristische Person sei aus steuerlichen Gründen nicht sinnvoll.  Mit  Verfügung  vom  30.  Mai  2011  wies  die  Vorinstanz  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  N._______  an,  die  Eintragung  der  X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte der KG VIII zu löschen und  B._______ als Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift einzutragen.  Mit  Verfügung  vom  gleichen  Tag  wies  sie  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  K._______  an,  die  Eintragung  der  X._______  AG  als  Untersuchungsbeauftragte  der  KG  IX  zu  löschen  und  B._______  als  Geschäftsführerin der KG IX mit Einzelunterschrift einzutragen.  Mit Schreiben vom 31. Mai 2011 (nicht als Verfügung ausgestaltet) teilte  die Vorinstanz den Beschwerdegegnerinnen mit, dass sie die KG VIII und  die  KG  IX  nunmehr  als  operativ  und  daher  nicht  mehr  unter  das  Kollektivanlagengesetz  fallend  einstufe,  dass  sie  daher  das  Verfahren  einstelle und das Mandat der Untersuchungsbeauftragten beende. B.  Mit  Eingabe  vom  14.  Juli  2011  erhoben  der  Beschwerdeführer  1  sowie  die  I._______  S.A.  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin  2)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragen,  die  angefochtenen  Verfügungen  vom  30.  Mai  2011  und  vom  22.  März  2011  seien  aufzuheben  und  das  Handelsregisteramt  N._______  und  das  Handelsregisteramt  K._______  seien  anzuweisen,  die  gestützt  auf  die  erwähnten  Verfügungen  der  Vorinstanz  vorgenommenen  Eintragungen  wieder  rückgängig  zu  machen.  Eventualiter  beantragen  die  Beschwerdeführenden,  B._______  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  zu  verbieten,  zu  Lasten  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  Verpflichtungen  einzugehen,  welche  über  das  gewöhnliche  Tagesgeschäft hinaus gingen. Insbesondere sei B._______ zu verbieten,  zu Lasten der KG VIII und der KG  IX Kredite aufzunehmen, und sie sei  anzuweisen, die Einnahmen der KG VIII  in erster Linie  für Löhne  (unter 

B­3987/2011 Einschluss  der  Sozialversicherungen),  Bankzinsen  und  Steuern  zu  verwenden.  Bezüglich ihrer Beschwerdelegitimation führen die Beschwerdeführenden  an,  der  Beschwerdeführer  1  habe  als  unbeschränkt  haftender  Komplementär  der  von  den  Verfügungen  betroffenen  Kommanditgesellschaften  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung  dieser  Verfügungen.  Als  unbeschränkt  haftender  Komplementär  würden  ihn  letztlich  die  finanziellen  Konsequenzen  von  Handlungen  und  Unterlassungen  der  zur  einzelzeichnungsberechtigten  Geschäftsführerin ernannten B._______ treffen. Der Beschwerdeführer 1  sei  von  der  Vorinstanz  im  ersten  Teil  des  Verfahrens,  das  in  eine  Verfügung vom 20. Mai 2008 gemündet habe, ohne Weiteres als Partei  betrachtet  worden,  und  es  wäre  nicht  nachvollziehbar,  wenn  ihm  diese  Parteistellung  nach  Rückweisung  der  Akten  zur  Neubeurteilung  nicht  mehr zukommen sollte.  C.  Die Vorinstanz lässt sich am 19. August 2011 vernehmen und beantragt,  auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.  Zur  Begründung  macht  sie  geltend,  das  angefochtene  Schreiben  vom  22. Mai 2011 (recte: 22. März 2011) stelle keine Verfügung im Sinne des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  dar,  weshalb  dagegen  keine  Beschwerde erhoben werden könne.  Bezüglich  der  Einhaltung  der  Beschwerdefrist  stellt  sich  die  Vorinstanz  auf  den  Standpunkt,  dass  die  Beschwerdeführenden  am  Vorverfahren  betreffend  die  Eintragung  von  B._______  als  zeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin nicht  teilgenommen hätten, weshalb die angefochtene  Anweisung an die Handelsregister der Kantone N._______ (KG VIII) und  K._______  (KG  IX)  an  sie  nicht  habe  eröffnet  werden  müssen.  Die  Beschwerdefrist sei zur Zeit der Beschwerdeeinreichung am 14. Juli 2011  bereits  abgelaufen  gewesen.  Der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden sei bereits mit Schreiben vom 31. Mai 2011 über  die neue Zuständigkeit informiert worden. Da er zu diesem Zeitpunkt über  den  Inhalt  der  Anweisungen  informiert  gewesen  sei  und  die  entsprechenden  Informationen  zumindest  bezüglich  der  KG  VIII  bereits  am  6.  Juni  2011  im  Handelsregister  veröffentlicht  worden  sei,  habe  er  nach dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht bis zum 14. Juli 2011  mit  einer  Beschwerde  zuwarten  können.  Bereits  aufgrund  der 

B­3987/2011 Nichteinhaltung  der  Beschwerdefrist  sei  demnach  auf  die  Beschwerde  nicht einzutreten.  Mit  Blick  auf  die  Beschwerdelegitimation  führt  die  Vorinstanz  aus,  der  Beschwerdeführer 1 habe am Vorverfahren mangels Parteistellung nicht  teilgenommen  und  sei  daher  formell  nicht  beschwert.  Zwar  sei  der  Beschwerdeführer  1  sowohl  bei  der  KG  VIII  als  auch  der  KG  IX  als  unbeschränkt  haftender  Gesellschafter  im  Handelsregister  eingetragen,  doch  komme  dieser  Eintragung  de  facto  nahezu  keine  Bedeutung  bei.  Der  Beschwerdeführer  1  sei  für  keine  der  beiden  Gesellschaften  zeichnungsberechtigt  und  aufgrund  des  Wertes  des  Hotelbetriebes  praktisch  keinem  Haftungsrisiko  ausgesetzt.  Die  Unterschriftsberechtigung  sei  ihm  schon  vor  Eingreifen  der  EBK  im  Januar  2008  mit  Verfügung  des  Kantonsgerichtspräsidiums  K._______  vom  28.  Juni  2007  vorläufig  entzogen  worden,  worauf  B._______  vom  zuständigen Vormundschaftsamt (…) mit Beschluss vom 31. August 2007  als Beiständin der KG VIII eingesetzt worden sei. Damit habe sie schon  damals  die  effektive  Geschäftsführung  der  KG  VIII  inne  gehabt.  Anlässlich  der Gesellschafterversammlung  vom 14. Dezember  2007  sei  B._______  sodann  von  den  Anlegern  mit  überwältigender  Mehrheit  an  Stelle  des  Beschwerdeführers  1  zur  Geschäftsführerin  gewählt  worden.  Bei  der  KG  IX  sei  die  Zeichnungsberechtigung  zunächst  an  die  X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte und danach als Liquidatorin  der  Gesellschaft  übergegangen.  Diese  habe  ab  diesem  Zeitpunkt  die  Geschäfte  geführt.  Der  Beschwerdeführer  1  habe  somit  zum  jetzigen  Zeitpunkt  trotz  seiner  formellen  Eintragung  im  Handelsregister  als  unbeschränkt haftender Gesellschafter effektiv weder in der KG VIII noch  bei  der  KG  IX  eine  Organfunktion.  Bezüglich  seiner  Stellung  als  unbeschränkt  haftender Gesellschafter  reduziere  sich  seine Haftung auf  den  aufgrund  des  Werts  des  Hotelbetriebes  unwahrscheinlichen  Fall,  dass  in  einem  Konkurs  der  Gesellschaften  nicht  alle  Gesellschaftsgläubiger bedient werden könnten. Der Beschwerdeführer 1  sei  durch  die  Anweisungen  an  die  Handelsregister  nicht  benachteiligt  worden und sei dadurch effektiv nicht mehr als irgend ein Gesellschafter  berührt.  Aus  der  Aufhebung  der  angefochtenen  Anweisung  würde  ihm  effektiv  kein Vorteil  entstehen. Damit  fehle  es  dem Beschwerdeführer  1  auch an einem praktischen  Interesse an der Aufhebung oder Änderung  der Anweisungen. Er sei daher nicht zur Beschwerde legitimiert.  Die Beschwerdeführerin 2 habe weder am Vorverfahren der KG VIII noch  an  dem  der  KG  IX  teilgenommen  und  trete  als  Drittbeschwerdeführerin 

B­3987/2011 auf. Es sei unklar, ob ihr der behauptete Gesellschafterstatus zukomme.  Dass die Beschwerdeführerin 2 wirklich Gesellschafterin der KG VIII sei,  hätten  die  Beschwerdeführenden  nicht  durch  eindeutig  schlüssige  Dokumente  untermauert.  Auch  wenn  ihr  Kommanditärseigenschaft  zukomme, sei sie als solche nicht zur Beschwerde  legitimiert. Demnach  besitze  sie  kein  Beschwerderecht  bezüglich  der  Anweisung  ans  Handelsregister  N._______  i.S.  KG  VIII  noch  bezüglich  der  Anweisung  ans Handelsregister K._______ i.S. KG IX.  D.  Mit  Eingabe  vom  19.  August  2011  beantragen  die  Beschwerdegegnerinnen,  es  sei  auf  die  Beschwerde  mangels  Aktivlegitimation der Beschwerdeführenden nicht einzutreten, eventualiter  sei  die  Beschwerde  abzuweisen.  Nach  Auffassung  der  Beschwerdegegnerinnen  fehlt  es  den  Beschwerdeführenden  an  der  Beschwerdelegitimation. Auch sei die Eingabe verspätet.  Die  angefochtenen  Verfügungen  der  Vorinstanz  vom  30.  Mai  2011  betreffend  die  KG  VIII  und  die  KG  IX  würden  sich  an  die  Handelsregisterämter  richten;  direkt  betroffen  seien  die  beiden  involvierten Gesellschaften, welche seit über vier Jahren nicht mehr durch  den Beschwerdeführer 1 vertreten würden. Beide Beschwerdeführenden  seien nicht Adressaten der Verfügung und es komme  ihnen damit auch  keine Parteistellung zu. Sie seien nicht formell beschwert.  Bezüglich der Beschwerdeführerin 2 werde bestritten und sei nicht belegt,  dass sie Kommanditärin sei. Hinter der Beschwerdeführerin 2 stehe der  Beschwerdeführer 1. Die Beschwerdeführerin 2 leite ihre Legitimation, im  vorliegenden  Verfahren  als  Partei  aufzutreten,  aus  dem  Umstand  ab,  dass  ihr der Beschwerdeführer 1 Gesellschafteranteile,  die er angeblich  von  ausscheidenden  Gesellschaftern  übernommen  haben  wolle,  abgetreten  habe.  Hintergrund  der  Abtretung  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  selber  aufgrund  des  Gesellschaftsvertrages  keine  Anteile  an  den Gesellschaften  halten  könne.  Die  Beschwerdeführerin  2  sei  nur  oder  primär  mit  dem  Zweck  gegründet  worden,  diese  gesellschaftsvertraglichen  Bestimmungen  zu  umgehen.  Wirtschaftlich  berechtigt an der Beschwerdeführerin 2 sei aber der Beschwerdeführer 1.  Da  der  Beschwerdeführer  1  aufgrund  der  gesellschaftsrechtlichen  Bestimmungen  keine  Anteile  halten  und  namentlich  keine  Kommanditärstellung  erwerben  könne,  könne  er  eine  derartige  Mitgliedschaft auch nicht auf Dritte übertragen. Die Beschwerdeführerin 2 

B­3987/2011 sei daher keine Gesellschafterin der KG VIII und an dieser finanziell auch  nicht beteiligt. Selbst wenn die Anteile der Beschwerdeführerin 2 an der  KG  VIII  gültig  übertragen  worden  wären,  sei  sie  im  heutigen  Zeitpunkt  nicht Gesellschafterin, weil gemäss § 18 des Gesellschaftsvertrages eine  Übertragung  von  Gesellschaftsanteilen  erst  mit  Wirkung  auf  Ende  des  Geschäftsjahres  zulässig  sei.  Die  Beschwerdeführerin  2  sei  damit  nicht  zur Beschwerde legitimiert.  Bei  Beschwerden  eines  Dritten,  der  nicht  Verfügungsadressat  sei,  sei  erforderlich,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  den  angefochtenen  Entscheid  stärker  als  ein  beliebiger  Dritter  betroffen  sei  und  in  einer  besonderen,  beachtenswerten  nahen  Beziehung  zur  Streitsache  stehe.  Zudem müsse der Beschwerdeführer einen praktischen Nutzen aus einer  allfälligen  Aufhebung  oder  Änderung  des  angefochtenen  Entscheids  ziehen. Der Beschwerdeführerin 2  fehle es bereits an der erforderlichen  Beziehungsnähe  zur  Streitsache,  weshalb  sie  von  vornherein  nicht  beschwerdelegitimiert  sei.  Zwar  habe  der  Beschwerdeführer  1  als  Komplementär  eine  gewisse  Verbundenheit  mit  den  beiden  Kommanditgesellschaften. Er sei aber nicht Adressat der angefochtenen  Verfügungen.  Um  Parteistellung  geltend  zu  machen,  müsse  er  ein  schützenswertes Interesse an der Aufhebung der Verfügung nachweisen.  Ein solches liege weder in Bezug auf die Anordnung der Vorinstanz vom  22. März 2011 noch in Bezug auf die Verfügungen vom 30. Mai 2011 vor.  Es gehe den Beschwerdeführenden bzw. dem Beschwerdeführer 1 nicht  darum, wieder  seine  Zeichnungsberechtigung  zu  erhalten,  und  es  gehe  ihnen  auch  nur  vordergründig  darum,  dass  B._______  als  Geschäftsführerin  abgesetzt  werde.  Vielmehr  wollten  sie  den  weiteren  Fortbestand  der  Gesellschaften  verhindern.  Hinsichtlich  der  unbeschränkten Haftung  des Komplementärs  sei  festzuhalten,  dass  der  Komplementär  für  eine Gesellschaftschuld  erst  dann  persönlich  belangt  werden  könne,  wenn  die  Gesellschaft  aufgelöst  und  oder  erfolglos  betrieben worden sei. Die  kausale Haftung des Komplementärs, welche  unabhängig  von  seinem  Verschulden  bestehe,  sei  nur  scheinbar  eine  unbeschränkte.  Der  Gesellschaft  und  damit  den  einzelnen  Gesellschaftern  gegenüber  hafte  der  Komplementär  nur,  wenn  der  Schaden  durch  sein  Verschulden  zustande  gekommen  sei.  Der  Beschwerdeführer  1  wäre  demnach  durch  Handlungen  und  Unterlassungen  der  Geschäftsführung  nur  dann  betroffen,  wenn  die  Gesellschaft nach der vollständigen Liquidation der Aktiven nicht mehr in  der  Lage  wäre,  ihre  Gesellschaftsschulden  zu  bezahlen.  Mit  einem  solchen  Szenario  sei  nicht  zu  rechnen.  Die  Gesellschaften  seien 

B­3987/2011 Eigentümer des Hotels "(…)" und der "(…)" mit einem Marktwert von über  CHF  30  Mio.  Es  sei  undenkbar,  dass  die  Gesellschaften  nach  der  vollständigen  Liquidation  nicht  in  der  Lage  sein  sollten,  allen  Verbindlichkeiten  nachzukommen.  Auch  der  Beschwerdeführer  1  habe  demnach kein schützenswertes  Interesse daran, wen die Vorinstanz als  Geschäftsführer  für  die  beiden  Kommanditgesellschaften  einsetze;  er  habe durch die Verfügungen weder einen materiellen noch einen ideellen  Nachteil erlitten. Das  Interesse des Beschwerdeführers 1 bestehe darin,  die  Gesellschaft  an  der  Fortsetzung  ihrer  geschäftlichen  Tätigkeit  zu  hindern.  Dabei  handle  es  sich  aber  nicht  um  ein  schützenswertes  Interesse, welches die Aufhebung der Verfügungen  rechtfertigen würde.  Die  gewünschte  Auflösung  der Gesellschaften  sei  vielmehr  im Rahmen  einer  Gesellschafterversammlung  gestützt  auf  den  Gesellschaftsvertrag  zu beantragen. Zusammenfassend sei bezüglich des Beschwerdeführers  1  kein  schützenswertes  Interesse  ersichtlich.  Er  sei  daher  auch  nicht  materiell  beschwert.  Aufgrund  dessen,  dass  beiden  Beschwerdeführenden  die  Beschwerdelegitimation  abgehe,  sei  auf  die  Beschwerde nicht einzutreten.  Sodann  sei  die  Beschwerdefrist  von  30  Tagen  nach  Eröffnung  der  Verfügung  nicht  eingehalten.  Die  Vorinstanz  habe  den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  im  Zusammenhang  mit  einem  Gesuch  um  Eintragung der Beschwerdeführenden 2 als Kommanditärin mit Schreiben  vom 31. Mai 2011 darüber informiert, dass B._______ für die Behandlung  des Gesuchs zuständig sei. Dem Rechtsvertreter habe klar sein müssen,  dass  spätestens  in  jenem  Zeitpunkt  die  angefochtenen  Verfügungen  ergangen  seien.  Somit  hätten  die  Beschwerdeführenden  über  ihren  Rechtsvertreter  bereits  am 1.  Juni  2011 von den Verfügungen Kenntnis  gehabt. Die Beschwerdefrist sei demnach am 1. Juli 2011 abgelaufen. Da  der Beschwerdeführer erst am 14. Juli 2011 Beschwerde erhoben habe,  habe er die Frist versäumt.  E.  Mit  Schreiben  vom  24.  August  2011  verzichtet  B._______  auf  Parteistellung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Mit  Eingabe  vom  22.  September  2011  beantragen  die  Beschwerdegegnerinnen  in  prozessualer  Hinsicht,  es  sei  vorab  mittels  Zwischenverfügung  (recte:  Zwischenentscheid)  darüber  zu  entscheiden, 

B­3987/2011 ob die Beschwerdeführenden zur Beschwerde legitimiert seien und ob die  Beschwerde rechtzeitig erfolgt sei. 1.1. Ob die beschwerdeführende Partei beschwerdelegitimiert  ist und ob  die  Beschwerdefrist  eingehalten  ist,  ist  von  der  zuständigen  Rechtsmittelinstanz  als  Sachurteilsvoraussetzung  vom Amtes wegen  zu  untersuchen (vgl. BERNHARD WALDMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger  [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, Komm., Basel etc. 2008, Rz. 3 zu Art. 89).  In  der  Regel  entscheidet  das  Gericht  zwar  nicht  gesondert  über  die  Eintretensfrage,  sondern erst  im Rahmen des Entscheids  in der Sache,  doch steht  ihm diesbezüglich ein relativ grosser Ermessensspielraum zu  (vgl. MARTIN KAYSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [Kommentar  Verwaltungsverfahrensgesetz],  Zürich  2008,  Rz.  3  zu  Art.  46).  Zweckmässig  ist  der  Entscheid  über  die  Prozessvoraussetzungen  in  einem selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid an sich nur, wenn die  beschwerdegegnerische  Seite  oder  die  Vorinstanz,  welche  die  Eintretensvoraussetzungen  bestreiten,  gegen  den  entsprechenden  Zwischenentscheid  Beschwerde  beim  Bundesgericht  erheben  können  und  wollen.  Voraussetzung  dafür,  dass  ein  selbständig  eröffneter  Vor­  oder  Zwischenentscheid  beim Bundesgericht  anfechtbar  ist,  ist,  dass  er  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  bewirken  kann  oder  dass  die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen  und  damit  einen  bedeutenden  Aufwand  an  Zeit  oder  Kosten  für  ein  weitläufiges  Beweisverfahren  ersparen  würde  (vgl.  Art.  93  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Im vorliegenden Fall ist kein weitläufiges Beweisverfahren absehbar.  Fraglich  ist  lediglich,  ob  die  vorsorglichen Massnahmen, welche  bereits  angeordnet  wurden  und  wegen  der  sich  zur  Zeit  abzeichnenden  Liquiditätsprobleme  der  KG  VIII  möglicherweise  noch  getroffen  werden  müssen,  für  die  Beschwerdegegnerinnen  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  bewirken  könnten,  wenn  sich  das  Verfahren  wegen  eines  allfälligen  weiteren  Schriftenwechsels  noch  um  rund  ein  halbes Jahr verzögern sollte.  Letztlich  ist  es  indessen  Sache  der  Beschwerdegegnerinnen,  abzuschätzen, ob die Eintretensvoraussetzungen gemäss Art. 93 Abs. 1  BGG  gegeben  wären  oder  nicht.  Ihrem  Antrag,  es  sei  vorab  mittels  Zwischenverfügung  (recte:  Zwischenentscheid)  darüber  zu  entscheiden,  ob die Beschwerdeführenden zur Beschwerde legitimiert seien und ob die 

B­3987/2011 Beschwerde  rechtzeitig  erfolgt  sei,  ist  daher  in  Bezug  auf  diejenigen  Beschwerdeführenden zu entsprechen, bezüglich derer im gegenwärtigen  Verfahrensstand bereits  feststeht, dass auf  ihre Beschwerde einzutreten  ist.  1.3.  Die  Vorinstanz  bestreitet  zwar  die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts,  hat  indessen  keinen  selbständigen  Zwischenentscheid zur Zuständigkeitsfrage beantragt.  Zwischenentscheide  über  die  Eintretensfrage  sind  nur  unter  den  Voraussetzungen  von  Art.  93  Abs.  1  BGG  selbständig  anfechtbar.  Sie  erwachsen  nicht  in  Rechtskraft,  wenn  dagegen  keine  Beschwerde  erhoben  wird  (vgl.  Art.  93  Abs.  3  BGG).  Ein  selbständig  eröffneter  Zwischenentscheid  über  die  Zuständigkeitsfrage  dagegen  würde  in  Rechtskraft  erwachsen,  sofern  er  nicht  fristgerecht  angefochten  würde  (vgl. Art. 92 Abs. 2 BGG).  Da  die  Vorinstanz  keinen  derartigen  selbständig  anfechtbaren  Zwischenentscheid beantragt hat,  ist über die Zuständigkeitsfrage daher  nicht gesondert zu entscheiden.  2.  2.1.  Angefochten  sind  vorliegend  einerseits  das  nicht  als  Verfügung  formulierte  Schreiben  der  Vorinstanz  vom  22.  März  2011,  worin  die  Vorinstanz zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerinnen  bestätigt, dass sie die Eintragung von B._______ ins Handelsregister als  vorerst  nicht  zeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  unterstütze  und  mit  der  Sitzverlegung  der  KG  VIII  in  den  Kanton  N._______  als  zukünftigen  Wohnsitzkanton  von  B._______  einverstanden sei.  Angefochten sind weiter die beiden Verfügungen vom 30. Mai 2011, mit  denen  die  Vorinstanz  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  N._______  bzw.  das  Handelsregisteramt  des  Kantons  K._______  anwies,  die  Eintragung der X._______ AG als Untersuchungsbeauftragte der KG VIII  bzw.  der  KG  IX  zu  löschen  und  B._______  als  Geschäftsführerin  der  KG VIII bzw. der KG IX mit Einzelunterschrift einzutragen.  2.2. Offensichtlich  ist, dass die beiden Verfügungen der Vorinstanz vom  30. Mai 2011 die Voraussetzungen an eine Verfügung im Sinne von Art. 5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 

B­3987/2011 SR  172.021) erfüllen. Etwas weniger offensichtlich ist dies bezüglich des  Schreibens  vom  22.  März  2011,  obwohl  die  Vorinstanz  darin  inhaltlich  durchaus  eine  Pflicht  der  Untersuchungsbeauftragten  und  ein  korrespondierendes  Recht  der  KG  VIII  begründet.  Diese  Frage  kann  indessen offen gelassen werden.  2.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerdeinstanz  gegen  Verfügungen  gemäss  Art.  5  VwVG,  die  u.a.  von den Anstalten und Betrieben des Bundes erlassen werden (vgl. Art.  33 Bst. e VGG). Darunter fällt die vorliegende, von der FINMA erlassene  Verfügung  (Art. 54  Abs.  1  des  Finanzmarktaufsichtsgesetzes  vom  22.  Juni  2007  [FINMAG; SR  956.1]).  Eine Ausnahme  im Sinne  von Art.  32  VGG  wird  von  der  Vorinstanz  nicht  dargelegt  und  ist  auch  nicht  ersichtlich. 2.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  damit  zur  Behandlung  der  Beschwerde  gegen  die  vorinstanzlichen  Verfügungen  zuständig,  soweit  diese unter den Verfügungsbegriff fallen. 3.  Die  Beschwerdegegnerinnen  und  die  Vorinstanz  beantragen,  auf  die  Beschwerde sei nicht einzutreten. Umstritten  ist  vorab  insbesondere die  Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführenden.  3.1. Zur Beschwerde ist legitimiert, wer am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen oder keine Möglichkeit  zur Teilnahme erhalten hat, durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Art.  48 Abs. 1 VwVG).  3.2.  Unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdeführenden  nicht  Verfügungsadressaten  und  daher  nicht  formell  beschwert  sind.  Ebenso  unbestritten  ist  jedoch,  dass  der  Beschwerdeführer  1  sowohl  schriftlich  wie  mündlich  versuchte,  sich  in  das  vorinstanzliche  Verfahren  einzubringen, dass die Vorinstanz ihm aber vor Erlass der angefochtenen  Verfügung keinerlei Auskunft  über den Stand des Verfahrens und keine  Möglichkeit gab, sich am Verfahren zu beteiligen.  3.3. Adressat  im materiellen  Sinn  ist  diejenige  Partei,  hinsichtlich  derer  die  Verfügung  eine  Berechtigung  oder  Verpflichtung  ausspricht.  Neben  dem  eigentlichen  Verfügungsadressaten  können  auch  Dritte  zur 

B­3987/2011 Beschwerde  legitimiert  sein,  sofern  sie  ein  eigenes  schutzwürdiges  Interesse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung haben und in  einer  besonderen,  beachtenswerten  nahen  Beziehung  zur  Streitsache  stehen  (vgl.  BGE  131  II  649 E.  3.4 mit  Hinweisen;  ISABELLE HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  Verwaltungsverfahrensgesetz,  a.a.O.,  Rz.  12  ff.  zu  Art.  48;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 1771  ff.; ANDRÉ GRISEL, Traité de droit administratif, Neuenburg 1984, Bd. II S.  898  ff.; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983,  S. 158 und S. 162; BENOÎT BOVAY, Procédure administrative, Bern 2000,  S.  485  f.).  Nach  der  überwiegenden  Lehre  bewirkte  die  seit  dem  1.  Januar 2007  in Kraft  stehende neue Fassung von Art.  48 Abs. 1 Bst.  b  VwVG  keine  inhaltliche  Änderung  gegenüber  der  früheren  (vgl.  VERA  MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in:  Walmann/Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG  –  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Rz.  12  f.  zu  Art.  48;  HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  Verwaltungsverfahrensgesetz,  a.a.  O.,  Rz.  12  ff.  zu  Art.  48).  Die  Tragweite dieser Bestimmung deckt sich auch mit derjenigen von Art. 89  Abs.  1  BGG  bzw.  Art.  103  des  Bundesrechtspflegegesetzes  vom  16.  Dezember 1943 (OG, BS 3 521). Auf die bisherige Lehre und die Praxis  des Bundesgerichts zur Frage des besonderen Berührtseins des Dritten  kann  daher  abgestellt  werden,  ohne  dass  danach  differenziert  werden  müsste,  auf  welche  dieser  Gesetzesbestimmungen  sie  sich  beziehen.  Nach  dieser  Lehre  und  Rechtsprechung  liegt  die  notwendige  Beziehungsnähe  nur  vor,  wenn  der  Drittperson  durch  die  streitige  Verfügung ein unmittelbarer Nachteil entsteht (vgl. BGE 133 II 468 E. 1,  BGE  130  V  560  E.  3.5,  BGE  125  V  339  E. 4b).  Ob  diese  Voraussetzungen  gegeben  sind,  ist  jeweils  in  Bezug  auf  die  konkrete  Einzelfallkonstellation zu prüfen (BGE 130 V 560 E. 3.4 in fine).  3.4.  Je  nach  dem  Inhalt  der  eine  Kommanditgesellschaft  betreffenden  Verfügung  ist  nicht  nur  die  Gesellschaft  selbst,  sondern  auch  der  Komplementär  einer  Kommanditgesellschaft  grundsätzlich  legitimiert,  in  eigenem  Namen  dagegen  Beschwerde  zu  führen.  Ob  er  für  die  Gesellschaft  zeichnungsberechtigt  ist  oder  ob  ihm  diese  Berechtigung  ausnahmsweise  entzogen  wurde,  ist  diesbezüglich  irrelevant:  Die  Zeichnungsberechtigung ist nur entscheidend für die Befugnis, im Namen  der  Gesellschaft  Beschwerde  zu  erheben.  Massgeblich  für  die  Frage  nach  der  Legitimation  eines  Komplementärs  zur  Beschwerdeführung  in  eigenem Namen ist vielmehr allein seine unbeschränkte Haftbarkeit (vgl. 

B­3987/2011 BGE  98  Ib  269  E.  1;  vgl.  auch  zur  gleichen  Frage  bezüglich  des  geschäftsführenden  Gesellschafters  einer  GmbH  Urteil  des  Bundesgerichts 5A_224/2009 vom 22. Mai 2009 E. 3.3.2).  3.5. Eine  derartige  direkte  Betroffenheit  liegt  auch  im  vorliegenden  Fall  offensichtlich vor:  Durch  die  angefochtenen  Verfügungen  vom  30.  Mai  2011  liess  die  Vorinstanz die Zeichnungsberechtigung ihrer Untersuchungsbeauftragten  bzw.  Liquidatorin  löschen  und  stattdessen  B._______  als  alleinige  und  einzelzeichnungsberechtigte Geschäftsführerin der KG VIII und der KG IX  ins Handelsregister eintragen.  Es  ist  unbestritten  und  aktenkundig,  dass  B._______  vorher  nie  als  einzelzeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  oder  der  KG IX im Handelsregister eingetragen gewesen war. Insofern handelt es  sich  bei  ihrer  Eintragung  nicht  um  ein  "Wiederaufleben"  einer  bereits  früher  eingetragenen  und  während  des  Eingreifens  der  Vorinstanz  nur  unterdrückten Zeichnungsberechtigung, sondern um einen neuen Eintrag. 3.6. Der  Handelsregistereintrag  einer  Kommanditgesellschaft  ist  für  die  gesellschaftsinternen Vertretungsverhältnisse nicht bestimmend, sondern  er hat eine rein deklaratorische Funktion. Er bewirkt indessen gegenüber  gutgläubigen  Dritten  eine  unwiderlegbare  Vermutung  des  Vertretungsverhältnisses  (vgl. CHRISTOPH M. PESTALOZZI/PETER HETTICH,  in: Honsell/ Vogt/Watter  [Hrsg.], Basler Kommentar Obligationenrecht  II,  3.  Aufl.,  Basel  2008,  N.  7  zu  Art.  567).  Ungeachtet  der  Frage,  ob  sie  tatsächlich  gesellschaftsintern  als  einzeichnungsberechtigte  Geschäftsführerin  anzusehen  ist  oder  nicht,  ist  B._______  deshalb  gestützt  auf  die  im  Handelsregister  eingetragene  Zeichnungsberechtigung  faktisch  in  der  Lage,  über  die  Aktiven  der  Beschwerdegegnerinnen  zu  verfügen,  erhebliche Mittel  abzuziehen  und  generell  die  Geschicke  der  Beschwerdegegnerinnen  in  einer  Art  und  Weise  zu  lenken,  dass  trotz  der  im Verfügungszeitpunkt  noch durchaus  solventen  Situation  eine  Überschuldung  der  Kommanditgesellschaften  eintreten  könnte.  Da  der  Beschwerdeführer  1  nach  wie  vor  einziger  unbeschränkt  haftbarer  Komplementär  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  ist,  würde  er  für  einen  entsprechenden  Verlust  haften.  Es  ist  daher  offensichtlich, dass er durch die Frage, wer für die KG VIII und die KG IX  neu  als  zeichnungsberechtigt  ins  Handelsregister  eingetragen  wird,  faktisch  fast  genauso  direkt  betroffen  ist,  als  wenn  das  zuständige 

B­3987/2011 Zivilgericht  die  gesellschaftsinternen  Vertretungsverhältnisse  abändern  würden.  3.7. Entgegen der sinngemässen Argumentation der Vorinstanz und der  Beschwerdegegnerinnen  besteht  eine wesentliche Diskrepanz  zwischen  diesen  neuen  Handelsregistereinträgen  und  der  gesellschaftsintern  geltenden Vertretungssituation: 3.7.1. Die von der Vormundschaftsbehörde über die KG VIII angeordnete  Beistandschaft  (recte:  Mehrfachbeistandsschaft  mit  gemeinsamer  Amtsführung) war  am 25. August  2010 aufgehoben worden und  konnte  daher  über  diesen  Zeitpunkt  hinaus  keine Wirkung  mehr  entfalten.  Die  Vorinstanz  und  die  Beschwerdegegnerinnen  machen  zwar  geltend,  B._______  sei  aufgrund  des  Beschlusses  der  Gesellschafterversammlung vom 14. Dezember 2007  "unzweifelhaft" als  Geschäftsführerin  der  KG  VIII  anzusehen.  Der  Beschwerdeführer  1  erachtet  diesen  Beschluss  allerdings  als  nichtig  und  hatte  ihn  angefochten.  Das  Resultat  dieser  Klage  ist  unbestrittenermassen  noch  ausstehend.  Wie  bereits  das  Bundesgericht  festgestellt  hatte,  sind  die  Vertretungsverhältnisse  in  der  KG  VIII  daher  "gesellschaftsintern  umstritten, ohne dass die Frage zivilrechtlich definitiv entschieden wurde"  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_571/2009  vom  5.  November  2010  E. 1.1.1). Dieser Beurteilung ist zuzustimmen. 3.7.2.  In  Bezug  auf  die  KG  IX  war  dem  Beschwerdeführer  1  die  gesellschaftsinterne  Vertretungsbefugnis  nie  entzogen  worden.  Ein  Beschluss der KG IX, mit dem B._______ zur Geschäftsführerin der KG  IX  gewählt  worden  wäre,  ist  nicht  aktenkundig  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­4312/2008 vom 31. Juli 2009 E. 1.6.3). 3.7.3.  Die  durch  die  Vorinstanz  verfügten  Einträge  ins  Handelsregister  weichen  somit  in  wesentlichen  Punkten  von  den  effektiven  gesellschaftsrechtlichen  Vertretungsverhältnissen  innerhalb  der  KG  VIII  und  der  KG  IX  ab  und  haben  daher  eine  vergleichbare  faktische  Auswirkung  auf  den  Beschwerdeführer  1  wie  eine  Änderung  der  gesellschaftsinternen Vertretungsverhältnisse durch ein Zivilgericht. 3.8. Der Beschwerdeführer  1  als  unbeschränkt  haftbarer  Komplementär  ist daher offensichtlich  legitimiert,  in eigenem Namen gegen die von der  Vorinstanz  verfügte  Eintragung  von  B._______  als 

B­3987/2011 einzelzeichnungsberechtigte Geschäftsführerin der KG VIII und der KG IX  ins Handelsregister Beschwerde zu erheben. 3.9. Weniger  nachvollziehbar  ist  dagegen  eine  vergleichbare  konkrete  Betroffenheit des Beschwerdeführers 1 durch die von der Vorinstanz mit  ihrem Schreiben vom 22. März 2011 bewilligte Sitzverlegung der KG VIII  von  L._______  nach  G._______,  auch  wenn  das  Argument  des  Beschwerdeführers 1, durch die Notwendigkeit, nach der Sitzverlegung je  zwei statt nur eine Steuererklärung einzureichen, entstünden der KG VIII  zusätzliche Kosten, durchaus einleuchtet. In diesem Punkt wird daher auf die Beschwerde des Beschwerdeführers  1 nicht einzutreten sein. 4.  Ebenfalls  umstritten  ist  die  Beschwerdelegitimation  der  Beschwerdeführerin  2,  doch  kann  diese  Frage  im  jetzigen  Verfahrensstadium noch offen bleiben.  5.  Die  angefochtenen  Verfügungen  datieren  vom  30.  Mai  2011,  die  Beschwerde  dagegen  wurde  am  14.  Juli  2011  eingereicht.  Die  Beschwerdegegnerinnen  und  die  Vorinstanz  machen  geltend,  die  Beschwerdefrist sei nicht eingehalten.  5.1.  Die  Beschwerde  ist  innerhalb  von  30  Tagen  nach  Eröffnung  der  Verfügung  einzureichen  (Art.  50  Abs.  1  VwVG).  Der  Beschwerdeführer  hat  dabei  den  Beweis  zu  erbringen,  dass  er  die  Rechtsmittelfrist  eingehalten hat, während den Behörden die objektive Beweislast  für die  Tatsache sowie den Zeitpunkt der Zustellung der Verfügung obliegt (BGE  124  V  402  E.  2a  mit  weiteren  Hinweisen;  vgl.  STEFAN  VOGEL,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  Verwaltungsverfahrensgesetz,  a.a.O.,  Rz.  8  zu  Art.  50).  Aus  einer  mangelhaften  bzw.  fehlenden  Eröffnung  einer  Verfügung  darf  der  betroffenen  Partei  kein  Nachteil  erwachsen  (Art.  38  VwVG).  Wird  die  Verfügung  nicht  allen  Parteien  eröffnet,  so  vermag  sie  ihre  Rechtswirkungen  zumindest  vorläufig  nicht  voll  zu  entfalten,  denn  der  Eröffnungsmangel  darf  die  Beschwerdemöglichkeiten  des  übergangenen  Adressaten  nicht  beeinträchtigen.  Ein  Rechtsmittel  ist  daher  immer  noch  innerhalb  der  ordentlichen Frist seit dem Zeitpunkt, in dem von der Verfügung Kenntnis  genommen werden kann, möglich. Eine mangelhaft eröffnete Verfügung  http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&number_of_ranks=0#page402

B­3987/2011 wird nach dem Vertrauensgrundsatz erst dann unanfechtbar, wenn dem  übergangenen  Verfügungsadressaten  nach  den  gesamten  Umständen  übermässig  langes Zuwarten  zur Last  fällt. Es  ist  ihm zuzumuten, dafür  besorgt zu sein, den Inhalt der Verfügung in Erfahrung zu bringen, wenn  er einmal von der ihn berührenden Verfügung Kenntnis erhalten hat (BGE  107 Ia 76 E. 4a). 5.2.  Aus  der  dargelegten  Beschwerdelegitimation  folgt  zwingend,  dass  der  Beschwerdeführer  1  von  der  Vorinstanz  hätte  als  Partei  behandelt  werden müssen, so dass er auch Anspruch auf eine korrekte individuelle  Eröffnung der fraglichen Verfügungen gehabt hätte (vgl. Art. 34 VwVG). 5.3. Es  ist unbestritten, dass eine derartige Eröffnung nicht erfolgte und  dass der Beschwerdeführer 1 bzw. sein Rechtsvertreter die Verfügungen  vom 30. Mai 2011 erstmals nach der vom Handelsregisteramt N._______  auf  sein  Gesuch  vom  16.  Juni  2011  hin  gewährten  Akteneinsicht  zu  Gesicht bekam.  5.4. Die Eintragung von B._______ als Geschäftsführerin der KG VIII mit  Einzelunterschrift  wurde  durch  das  Handelsregisteramt  N._______  im  Schweizerischen Handelsamtsblatt SHAB vom 6. Juni 2011 publiziert. Es  stellt sich daher die Frage, ob der Beschwerdeführer 1 diese Publikation  als fristauslösende Eröffnung gegen sich gelten lassen muss: Diesbezüglich  ist  vorab  festzustellen,  dass  es  nicht  die  angefochtenen  Verfügungen  der  Vorinstanz  selbst  waren,  welche  auf  diese  Weise  publiziert  wurden,  sondern  lediglich  deren  Vollzug  durch  den  Handelsregistereintrag.  Vor  allem  aber  regelt  Art.  36  VwVG  abschliessend,  unter  welchen  Voraussetzungen  die  Eröffnung  einer  Verfügung  durch  amtliche  Publikation möglich ist, nämlich gegenüber einer Partei, die unbekannten  Aufenthaltes  ist  und  keinen  erreichbaren Vertreter  hat;  gegenüber  einer  Partei, die sich im Ausland aufhält und keinen erreichbaren Vertreter hat,  wenn die Zustellung an ihren Aufenthaltsort unmöglich ist oder wenn die  Partei  entgegen  Artikel  11b  Absatz  1  kein  Zustellungsdomizil  in  der  Schweiz bezeichnet hat;  in einer Sache mit zahlreichen Parteien oder  in  einer Sache, in der sich die Parteien ohne unverhältnismässigen Aufwand  nicht vollzählig bestimmen lassen.  Im  vorliegenden  Fall  ist  offensichtlich  keine  dieser  Voraussetzungen  gegeben.  Die  durch  die  Handelsregisterämter  vorgenommenen   http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22fehlerhafte+Er%F6ffnung%22+beschwerdefrist&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-72%3Ade&number_of_ranks=0#page76

B­3987/2011 Publikationen im SHAB können dem Beschwerdeführer 1 daher nicht als  fristauslösende  Eröffnungen  entgegen  gehalten  werden,  solange  nicht  nachgewiesen  ist,  dass  er  effektiv  davon  Kenntnis  hatte.  Dies  ist  aber  unbestrittenermassen nicht der Fall. 5.5.  Die  Vorinstanz  und  die  Beschwerdegegnerinnen  machen  weiter  geltend,  der  Beschwerdeführer  1  hätte  die  nötige  Information  über  das  Vorhandensein  der  angefochtenen  Verfügungen  bereits  dem  Schreiben  der Vorinstanz vom 31. Mai 2011 entnehmen müssen.  5.5.1.  In diesem Schreiben teilte die Vorinstanz dem Rechtsvertreter der  Beschwerdeführerin 2 als Antwort auf  seine Eingabe vom 20. Mai 2011  mit,  dass  "die  Zuständigkeit  für  die  Behandlung  des  Registrierungsgesuchs der I._______ SA als Gesellschafterin der KG VIII  neu bei Frau B._______" sei.  5.5.2.  Ob  einer  Partei  überhaupt  allfällige  Informationen,  die  ihr  Rechtsvertreter  in  einem  anderen  Verfahren,  d.h.  als  Rechtsvertreter  einer anderen Partei erlangt hat, überhaupt zuzurechnen sind, ist fraglich,  kann aber im vorliegenden Fall offen gelassen werden. 5.5.3.  Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  und  der  Beschwerdegegnerinnen  ist  nämlich  nicht  nachvollziehbar,  warum  der  Beschwerdeführer 1 bzw. sein Rechtsvertreter diesem kurzen Schreiben  die Information hätte entnehmen müssen, dass die Vorinstanz B._______  nicht nur im internen Verhältnis als erste Ansprechperson für diese Frage  betrachtete,  sondern  bereits  verfügt  hatte,  dass  diese  als  Geschäftsführerin mit Einzelzeichnungsberechtigung  ins Handelsregister  einzutragen  sei.  Das  Schreiben  enthält  weder  einen  Hinweis  auf  eine  Geschäftsführerfunktion  noch  auf  eine  von  der  Vorinstanz  vorgenommenen  Wechsel  in  der  Zeichnungsberechtigung.  Es  enthält  auch  keine  Information  dazu,  dass  die  Vorinstanz  in  diesem  Zeitpunkt  bereits  beschlossen  und  den  Beschwerdegegnerinnen  mitgeteilt  hatte,  dass sie diese aus ihrer Aufsicht entlasse. 5.5.4.  Zu  berücksichtigen  ist  auch  der  Kontext  dieses  Schreibens:  Der  Beschwerdeführer  1  bzw.  sein  Rechtsvertreter  verfügten  über  keinerlei  Informationen  darüber,  in  welchem  Stadium  das  Verfahren  bei  der  Vorinstanz  war,  da  diese  die  diesbezügliche  telefonische  Anfrage  des  Rechtsvertreters  des  Beschwerdeführers  1  am  21.  März  2011  offenbar  nicht  beantwortet  hatte. Aufgrund des Urteils  des Bundesgerichts  durfte 

B­3987/2011 der  Beschwerdeführer  1  aber  annehmen,  dass  die  Vorinstanz  die  Vorschläge  der  KG  VIII,  wie  diese  "ihre  Situation  finanzmarkt­  und  gesellschaftrechtlich  zu  bereinigen"  gedenke,  "im  Einzelnen  sorgfältig  prüfen  und  deren  Realisierung  allenfalls  aufsichtsrechtlich  kooperativ  begleiten"   werde (Urteil 2C_571/2009 vom 5. November 2010 E. 4.4  f).  Angesichts  seiner  offensichtlichen  direkten  Betroffenheit  in  Bezug  auf  allfällige  gesellschaftsrechtliche  Änderungen  durfte  er  nach  Treu  und  Glauben  davon  ausgehen,  dass  die  Vorinstanz  ihm  nicht  nur  eine  allfällige Verfügung rechtskonform eröffnen, sondern ihm auch vorgängig  das erforderliche rechtliche Gehör gewähren würde.  Auch bezüglich der KG IX durfte er nicht nur als Komplementär, sondern  erst  recht  als  gesellschaftsintern  allein  vertretungsberechtigter  Geschäftsführer  der  KG  IX  davon  ausgehen,  dass  die  Vorinstanz  keinerlei Massnahmen  in  Bezug  auf  die  KG  IX  treffen  würde,  ohne  ihn  vorgängig anzuhören 5.5.5.  Der  Anspruch  darauf,  von  Behörden  nach  Treu  und  Glauben  behandelt zu werden, ergibt sich direkt aus Art. 9 der Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101).  Ein  Bürger,  der  sein  Interesse  an  einer  Teilnahme  am  Verfahren  angemeldet  hat  und  dessen  Betroffenheit  offensichtlich  ist,  darf  daher  darauf  vertrauen,  dass  die  zuständige  Behörde  ihm  rechtzeitig  das  ihm  zustehende  rechtliche  Gehör  gewähren  wird.  Er  ist  dabei  nicht  verpflichtet, ein längeres Schweigen oder vage behördliche Schreiben zu  hinterfragen  und  weitere  Nachforschungen  anzustellen,  ob  die  betreffende  Behörde  nicht  allenfalls  bereits  in  Verletzung  der  ihm  zustehenden  verfassungsmässigen  Verfahrensgarantien  Massnahmen  getroffen haben könnte, die ihn belasten.  5.5.6.  Der  Beschwerdeführer  1  bzw.  sein  Rechtsvertreter  waren  daher  nicht  verpflichtet,  das  Schreiben  der  Vorinstanz  vom  31.  Mai  2011  zu  hinterfragen  und  Mutmassungen  oder  weitere  Nachforschungen  anzustellen, ob sich hinter der vagen Mitteilung allenfalls weitere, für den  Beschwerdeführer 1 wesentliche Umstände verstecken könnten. Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  und  der  Beschwerdegegnerinnen  ist  daher  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  1  die  für  den  Beginn  der  dreissigtägigen  Beschwerdefrist  massgebliche  Kenntnis  vom  Vorhandensein  der 

B­3987/2011 angefochtenen Verfügungen bereits dem Schreiben der Vorinstanz  vom  31. Mai 2011 hätte entnehmen müssen.  5.6. Nachdem somit nicht nachgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer  1  bzw.  sein  Rechtsvertreter  vor  seinem  Akteneinsichtsgesuch  an  die  Vorinstanz  vom  15.  Juni  2011  Kenntnis  vom  Vorhandensein  der  angefochtenen Verfügungen erlangt hatte, ist die Beschwerdefrist mit der  Beschwerdeeinreichung am 14. Juli 2011 gewahrt.  6.  Auf  die  Beschwerde  des  Beschwerdeführers  1  gegen  die  beiden  Verfügungen der Vorinstanz vom 30. Mai 2011 ist daher einzutreten. Demnach  erkennt  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Sinne  eines Zwischenentscheids: 1.  Auf  die  Beschwerde  des  Beschwerdeführers  1  gegen  die  beiden  Verfügungen der Vorinstanz vom 30. Mai 2011 wird eingetreten. 2.  Dieser Zwischenentscheid geht an: – die  Beschwerdeführenden  (Rechtsvertreter;  mündlich  eröffnet  und  persönlich ausgehändigt) – die  Beschwerdegegnerinnen  (Rechtsvertreter; mündlich  eröffnet  und  persönlich ausgehändigt) – die Vorinstanz (mündlich eröffnet und persönlich ausgehändigt) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Rechtsmittelbelehrung:

B­3987/2011 Gegen diesen Zwischenentscheid  kann  innert  30 Tagen nach Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­ rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen  gemäss den Art. 82  ff., 90  ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom  17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift  ist  in  einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Aushändigung: 6. Oktober 2011

B-3987/2011 — Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 B-3987/2011 — Swissrulings