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Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 B-3541/2011

17. Februar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,049 Wörter·~10 min·3

Zusammenfassung

Absolute Ausschlussgründe | Verfügung vom 23. Mai 2011 betreffend die internationale Registrierung Nr. 1'001'748 LUMINOUS

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­3541/2011 Urteil   v om   1 7 .   Februar   2012 Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter David Aschmann, Richter Hans Urech, Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler Schoch. Parteien Procter & Gamble Manufacturing Cologne GmbH,  Wilhelm­Mauser­Strasse 40, DE­50827 Köln,   vertreten durch Dr. iur. Thomas Audétat, Rechtsanwalt,  Hartbertstrasse 1, Postfach, 7001 Chur, Beschwerdeführerin,  gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Verfügung vom 23. Mai 2011 betreffend die internationale  Registrierung Nr. 1'001'748 – LUMINOUS.

B­3541/2011 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerin  ist  Inhaberin  der  internationalen  Registrierung  Nr.  1'001'748  "LUMINOUS"  mit  Ursprungsland  Deutschland.  Sie  beansprucht  in der Schweiz Schutz  für  "produits de parfumerie"  (Klasse  3). Gegen diese Schutzausdehnung erliess die Vorinstanz am 12. Mai 2010  eine  vorläufige  vollständige  Schutzverweigerung  ("refus  provisoire  total  [sur  motifs  absolus]").  Sie  machte  geltend,  das  Zeichen  gehöre  zum  Gemeingut,  denn  es  bedeute  "leuchtend"  oder  "genial"  und  stelle  somit  einen  Verweis  auf  die  Eigenschaften,  namentlich  auf  die  Eigenart  und  den Zweck, der beanspruchten Waren dar. Ausserdem sei das Zeichen  anpreisend. Mit  Stellungnahme  vom  7.  Oktober  2010  beantragte  die  Beschwerdeführerin,  die  provisorische  Schutzverweigerung  sei  aufzuheben, und die  IR­Marke Nr. 1'001'748  "LUMINOUS"  für sämtliche  beantragten Güter einzutragen. Sie erklärte, das Argument der fehlenden  Unterscheidungskraft  treffe  im  vorliegenden  Fall  nicht  zu,  fehle  doch  jeglicher  Hinweis  auf  Düfte,  Duftstoffe  oder  andere  für  ein  Parfum  bezeichnende Elemente. Am 23. Dezember 2010 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit,  sie halte an der Zurückweisung des Zeichens fest. Die Beschwerdeführerin wiederholte mit Stellungnahme vom 18. Februar  2011 ihren Antrag auf Schutzgewährung. Mit  Entscheid  vom  23.  Mai  2011  verweigerte  die  Vorinstanz  der  internationalen  Registrierung  Nr.  1'001'748  "LUMINOUS"  den  Schutz  in  der  Schweiz.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  in  Verbindung  mit  den  "produits de parfumerie" stelle das Zeichen eine beschreibende wie auch  übliche,  werbemässig  anpreisende  Angabe  dar:  Beschreibend  sei  "luminous"  für  die  Art  der  Waren,  denn  die  Abnehmer  verstünden  "LUMINOUS"  auf  Parfumeriewaren  wie  Lotionen,  Crèmen,  Puder  und  Parfums etc. in dem Sinn, dass diese leuchteten und glänzten und einen  solchen  Eindruck  auf  der  Haut  hinterliessen.  Auf  dem  Markt  werde  "LUMINOUS"  aber  nicht  nur  in  diesem beschreibenden Sinn  (Produkte,  die  selber  leuchteten  oder  welche  die  Haut  z.B.  durch  enthaltene  Schimmerpartikel  zum  Strahlen  brächten)  verwendet,  sondern  auch  in 

B­3541/2011 einem werbemässig  anpreisenden Sinn.  Zum Beispiel würden Parfums,  die  unter  den  Oberbegriff  "produits  de  parfumerie"  fielen  und  deshalb  mitbeansprucht  seien,  ganz  allgemein  als  "luminous",  "leuchtend",  "lumineux",  "luminoso"  angepriesen,  ohne  dass  damit  Schimmereffekte  gemeint wären. Da das Zeichen für Waren, die unter den beanspruchten  Oberbegriff  fielen,  üblich,  anpreisend  und  beschreibend  sei,  sehe  der  Abnehmer  darin  keinen  betrieblichen  Herkunftshinweis.  Dem  Zeichen  fehle  nicht  nur  die  konkrete  Unterscheidungskraft,  sondern  es  sei  auf  Grund  seines  anpreisenden  und  beschreibenden  Charakters  freihaltebedürftig.  B.  Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 22. Juni 2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  der  internationalen  Registrierung Nr. 1'001'748 "LUMINOUS" sei der Schutz  in der Schweiz  für "produits de parfumerie", eventualiter für "parfums à diffuser, à savoir  parfum, eau de parfum et eau de toilette" zu gewähren. Zur Begründung  führt  sie aus, die Vorinstanz habe zu Unrecht die von  ihr  für den Beleg  des beschreibenden Charakters angeführten Cremen, Lotionen, Make Up  etc.  als  Unterbegriffe  zum  Oberbegriff  "produits  de  parfumerie"  angesehen;  diese  Produkte  seien  vielmehr  dem  ebenfalls  in  Klasse  3  enthaltenen  Begriff  "Kosmetika"  bzw.  "Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege"  zuzuordnen.  Ihrer  Ansicht  nach  sei  der  Begriff  "produits  de  parfumerie"  eng  und  funktionsbezogen  auszulegen.  Bei  enger  Auslegung  dieses  Begriffes  könne  in  der  Bezeichnung  "LUMINOUS" aber kein beschreibender Charakter erkannt werden, zumal  eine farbliche Eigenschaft  im Zusammenhang mit einem Duft nicht nahe  liege.  Auch  der  Annahme  der  Vorinstanz,  "LUMINOUS"  komme  in  Verbindung  mit  "produits  de  parfumerie"  anpreisender  Charakter  zu,  könne nicht gefolgt werden. Denn blosse Gedankenverbindungen, die nur  entfernt auf die Ware hindeuteten, stellten nur dann eine Anpreisung und  damit  Gemeingut  dar,  wenn  ihr  beschreibender  Charakter  ohne  besonderen  Fantasieaufwand  zu  erkennen  sei.  Dies  sei  hier  nicht  der  Fall.  Schliesslich  bringt  die  Beschwerdeführerin  vor,  die  Vorinstanz  verletze das Gleichbehandlungsgebot. C.  Mit Vernehmlassung vom 22. September 2011 beantragt die Vorinstanz,  die  Beschwerde  sei  vollumfänglich  abzuweisen.  Zur  Begründung  bringt  sie  vor,  zum  Sortiment  einer  Parfümerie  gehörten  üblicherweise  neben 

B­3541/2011 Parfums unter anderem auch Kosmetikartikel. Entsprechend  fielen unter  den  Oberbegriff  "produits  de  parfumerie"  nicht  nur  Parfums  selber,  sondern  sämtliche  von  der  Parfümindustrie  hergestellten  und  angebotenen  Schönheits­  und  Körperpflegeprodukte.  Mit  dem  Adjektiv  "luminous"  werde  eine  Eigenschaft  verschiedener  Waren,  die  unter  "produits de parfumerie" fielen, beschrieben. Dem Zeichen "LUMINOUS"  komme  einerseits  eine  beschreibende  Bedeutung  hinsichtlich  Parfums  zu, die selber  leuchteten bzw. einen  leuchtenden, glänzenden Effekt auf  der Haut hinterliessen. Neben dem beschreibenden Charakter weise das  Zeichen zudem eine werbemässig anpreisende Bedeutung auf. Daher sei  das Zeichen für den gesamten Oberbegriff "produits de parfumerie" nicht  unterscheidungskräftig.  Es  entspreche  der  Praxis,  ein  Zeichen  bereits  dann vom Markenschutz auszuschliessen, wenn es nur für einen Teil der  unter einen Oberbegriff fallenden Waren beschreibend sei.  D.  Die  Beschwerdeführerin  hat  stillschweigend  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen Verhandlung verzichtet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zuständig  (Art.  31,  32  und  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]).  Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese beschwert und hat  ein schutzwürdiges Interesse an  ihrer Aufhebung oder Änderung. Sie  ist  daher  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Eingabefrist und ­form sind  gewahrt  (Art.  50  Abs.  1  und  52  Abs.  1  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgerecht bezahlt  (Art. 63 Abs. 4 VwVG), der Vertreter hat sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Art.  11  Abs.  2  VwVG)  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Verwaltungsbeschwerde ist daher einzutreten. 2.  Nach  Art.  9sexies  Abs.  1  Bst.  a  des  Protokolls  vom  27.  Juni  1989  zum  Madrider  Abkommen  über  die  internationale  Registrierung  von  Marken  (SR 0.232.112.4; MMP) findet in den Beziehungen zwischen Staaten, die 

B­3541/2011 − wie Deutschland und die Schweiz − Vertragsparteien sowohl des MMP  als auch des Madrider Abkommens über die internationale Registrierung  von Marken (MMA; SR 0.232.112.3; in der in Stockholm am 14. Juli 1967  revidierten Fassung) sind, nur das MMP Anwendung. Gemäss  Art.  5  Abs.  1  MMP  darf  ein  Verbandsland  einer  international  registrierten  Marke  den  Schutz  nur  verweigern,  wenn  nach  den  in  der  Pariser  Verbandsübereinkunft  zum Schutz  des  gewerblichen Eigentums  (PVÜ;  SR  0.232.04;  in  der  in  Stockholm  am  14.  Juli  1967  revidierten  Fassung)  genannten  Bedingungen  ihre  Eintragung  in  das  nationale  Register verweigert werden kann. Das trifft namentlich dann zu, wenn die  Marke  jeder  Unterscheidungskraft  entbehrt  oder  ausschliesslich  aus  Zeichen  oder  Angaben  zusammengesetzt  ist,  die  im  Verkehr  zur  Bezeichnung  der  Art,  der  Beschaffenheit,  der Menge,  der  Bestimmung,  des  Wertes,  des  Ursprungsortes  der  Erzeugnisse  oder  der  Zeit  der  Erzeugung dienen können oder  im allgemeinen Sprachgebrauch oder  in  redlichen  und  ständigen  Verkehrsgepflogenheiten  der  Schweiz  üblich  sind (Art. 6quinquies Bst. B Ziff. 2 PVÜ). Dieser Ausschlussgrund ist auch im  Bundesgesetz  vom  28.  August  1992  über  den  Schutz  von Marken  und  Herkunftsangaben  (Markenschutzgesetz,  MSchG,  SR  232.11)  vorgesehen,  das  Zeichen  des  Gemeinguts,  sofern  sie  sich  nicht  im  Verkehr  als  Marke  für  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  durchgesetzt  haben,  vom  Markenschutz  ausschliesst  (Art.  2  Bst.  a  MSchG).  Lehre  und  Praxis  zu  diesen  Normen  können  damit  herangezogen werden. 3.  Nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  bestimmt  sich  die  Frage,  ob  ein  Zeichen  infolge  Fehlens  jeglicher  Kennzeichnungs­  und  Unterscheidungskraft  zum  Gemeingut  gehört,  vorwiegend  nach  dem  Kriterium  des  beschreibenden  Charakters  des  Zeichens.  Nicht  kennzeichnungskräftig  sind  demnach  insbesondere  Sachbezeichnungen  und Hinweise  auf  Eigenschaften  wie  beispielsweise  die  Beschaffenheit,  Bestimmung  oder  Wirkung  der  Waren  oder  Dienstleistungen,  sofern  solche  Hinweise  vom  angesprochenen  Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit und ohne Fantasieaufwand verstanden werden und sich nicht  in  blossen  Anspielungen  erschöpfen  (BGE  135  III  359  E.  2.5.5 –  akustische Marke, mit Verweis auf BGE 131  III 495 E. 5 – Felsenkeller,  BGE 129 III 514 E. 4.1 – Lego, und BGE 128 III 454 E. 2.1 – Yukon). Zu  den  beschreibenden  Angaben  zählt  die  Rechtsprechung  auch  Begriffe,  die  sich  in  einer  anpreisenden  Bedeutung  erschöpfen,  insbesondere  http://links.weblaw.ch/BGE-131-III-495 http://links.weblaw.ch/BGE-131-III-495 http://links.weblaw.ch/BGE-131-III-495 http://links.weblaw.ch/BGE-131-III-495 http://links.weblaw.ch/BGE-131-III-495 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-514 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-514 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-514 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-514 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-514 http://links.weblaw.ch/BGE-128-III-454 http://links.weblaw.ch/BGE-128-III-454 http://links.weblaw.ch/BGE-128-III-454 http://links.weblaw.ch/BGE-128-III-454 http://links.weblaw.ch/BGE-128-III-454

B­3541/2011 reklamehaft  den  Zweck  oder  Nutzen  der  Waren  beschreiben,  sich  als  Slogans  anpreisend  über  das  eigene  Unternehmen  äussern  oder  auf  werbende  Art  die  Gefühle  der  Käuferschaft  beim  Genuss  der  Waren  beschreiben (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] B­7404/2006  vom 9. Oktober 2007 E. 11 – New Wave; Entscheid der Eidgenössischen  Rekurskommission  für  geistiges  Eigentum  [RKGE]  in:  Zeitschrift  für  Immaterialgüter­,  Informations­ und Wettbewerbsrecht  [sic!] 2007 S. 180  E.  6  –  Enjoy).  Ausdrücke  der  englischen  Sprache  sind  zu  berücksichtigen,  sofern  sie  einem  nicht  unbedeutenden  Teil  der  Bevölkerung  unseres  Landes  bekannt  sind  (BGE  129  III  225  E.  5.1 –  Masterpiece I, mit Verweis auf BGE 108 II 487 E. 3 – Vantage). 4.  Die internationale Registrierung Nr. 1'001'748 "LUMINOUS" beansprucht  Schutz für "produits de parfumerie" (Klasse 3).  4.1. Die Vorinstanz argumentierte  in der angefochtenen Verfügung unter  Verweis  auf  ein  Wörterbuch,  unter  die  beanspruchten  "produits  de  parfumerie"  fielen  nebst  Parfums  auch  sämtliche  Schönheits­  und  Körperpflegeprodukte,  die  von  der  Parfümindustrie  hergestellt  und  angeboten würden, wie Cremen, Lotionen, Make Up, Rasierwasser und  vieles mehr. Dies  trifft  nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  nicht  zu.  Die  von  der  Vorinstanz aufgezählten Waren wie Cremen, Lotionen, Make Up könnten  mitnichten  als  Unterbegriffe  zum  Oberbegriff  "produits  de  parfumerie"  angesehen  werden.  Diese  Produkte  seien  vielmehr  dem  ebenfalls  in  Klasse  3  enthaltenen  Begriff  "Kosmetika"  bzw.  "Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege"  zuzuordnen.  Damit  aber  verfange  die  Argumentation  der  Vorinstanz  in  Bezug  auf  "produits  de  parfumerie"  nicht,  sondern  es  stünden  mit  "produits  de  parfumerie"  und  "cosmétiques"  zwei  Oberbegriffe  nebeneinander.  Es  gehe  nicht  an,  dass  die Vorinstanz mit  dem  Auszug  aus  einem  Wörterbuch  klar  definierte  markenrechtliche  Oberbegriffe der Nizza­Klassifikation anders auslege. Hätte sie mit ihrem  Zeichen  auch  Schutz  für  Waren  wie  Cremen,  Lotionen,  Make  Up  etc.  beanspruchen  wollen,  so  hätte  sie  das  Warenverzeichnis  mit  "cosmétiques"  ergänzt.  Nach  ihrer  Interpretation  umfasse  der  Begriff  "produits  de  parfumerie"  nicht  sämtliche  Schönheits­  und  Körperpflegeprodukte,  die  von  der  Parfümindustrie  hergestellt  und  angeboten  würden,  wohl  aber  Produkte,  die  in  der  Art  wie  Parfums  eingesetzt würden.  http://links.weblaw.ch/BVGer-B-7404/2006 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-225 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-225 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-225 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-225 http://links.weblaw.ch/BGE-129-III-225 http://links.weblaw.ch/BGE-108-II-487 http://links.weblaw.ch/BGE-108-II-487 http://links.weblaw.ch/BGE-108-II-487 http://links.weblaw.ch/BGE-108-II-487 http://links.weblaw.ch/BGE-108-II-487

B­3541/2011 Dem  entgegnet  die  Vorinstanz  in  der  Vernehmlassung  vom  22.  September  2011,  bei  den Oberbegriffen  der  Nizza­Klassifikation  handle  es sich nicht um klar definierte markenrechtliche Oberbegriffe mit einem  exakt abgrenzbaren und abschliessend bestimmten Umfang. Vielmehr sei  durch Auslegung zu ermitteln, ob eine bestimmte Ware einem Oberbegriff  der Nizza­Klassifikation zugeordnet werden könne. 4.1.1.  Die  Nizza­Klassifikation  teilt  die  Oberbegriffe  der  von  Marken  beanspruchten Waren und Dienstleistungen  in 45  internationale Klassen  ein.  Die  Klassifikation  soll  Markenanmeldungen  und  ­recherchen  erleichtern  und  hat  nur  administrative  Bedeutung  (vgl.  LUCAS  DAVID,  Lexikon des  Immaterialgüterrechts,  in: Roland  von Büren  /  Lucas David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und  Wettbewerbsrecht,  Band  I/3,  Basel  2005,  S.  238  f.;  CHRISTOPH  WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des europäischen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Vor 1,  N.  101). Die Subsumption  einer  Einzelware  unter mehrere Oberbegriffe  ist  nicht  grundsätzlich  ausgeschlossen.  So  kann  beispielsweise  ein  Aftershave  als  "Parfümerieware"  oder  als  "Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege"  eingetragen  werden,  beides  eigenständige  Oberbegriffe der Klasse 3 (KARIN BÜRGI LOCATELLI, Der rechtserhaltende  Markengebrauch in der Schweiz, Bern 2008, S. 24, mit Verweis auf WILLI,  a.a.O., Art. 11, N. 42). Denn die Begriffe der Nizza­Klassifikation stehen  nicht  in  einem  systematischen  Zusammenhang  zu  einander,  schliessen  sich  also  weder  gegenseitig  aus,  noch  weisen  sie  zwangsläufig  ein  Verhältnis von Ober­ und Unterbegriffen auf (BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S.  24, mit Verweis auf die deutsche Literatur und Rechtsprechung). Insofern  kann  es  sich  bei  den  Oberbegriffen  der  Nizza­Klassifikation  nicht  um  Begriffe  mit  einem  exakt  abgrenzbaren  und  abschliessend  bestimmten  Umfang  handeln,  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festhält.  Vielmehr  ist  an  Hand  einer  am  Marktverständnis  respektive  am  Sprachgebrauch  ausgerichteten  Auslegung  zu  bestimmen,  welche  Ware  unter  einen  bestimmten Oberbegriff  fällt  (vgl.  EUGEN MARBACH,  Gleichartigkeit  –  ein  markenrechtlicher  Schlüsselbegriff  ohne  Konturen?,  in:  Zeitschrift  für  Schweizerisches Recht 2001, S. 255 ff., S. 262; LARA DORIGO, in: Michael  Noth  /  Gregor  Bühler  /  Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz,  Bern 2009, Art. 28, N. 65; MARKUS WANG,  in: Noth  / Bühler  / Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz,  a.a.O.,  Art.  11,  N.  30).  Angaben  in  Wörterbüchern  oder  auf  Websites  können  Indizien  dafür  sein,  wie  ein  Begriff vom Markt respektive im Sprachgebrauch aufgefasst wird.

B­3541/2011 4.1.2.  Unter  "produits  de  parfumerie"  sind  Parfümeriewaren  (vgl.  LANGENSCHEIDT  e­Handwörterbuch  Französisch  –  Deutsch  5.0)  und  insofern  Produkte  zu  verstehen,  die  üblicherweise  in  einem  Parfümeriegeschäft  angeboten  werden  (vgl.  auch  Vernehmlassungsbeilagen  8­11).  In  der  Parfümeriekette  "Douglas"  werden  Produkte  in  den  Rubriken  "Düfte",  "Pflege",  "Make  Up"  und  "Haarpflege"  verkauft  (vgl.  www.douglas.ch),  in  der  "Import  Parfümerie"  gibt  es  nebst  Parfums  diverse  Pflegeprodukte  (Gesichts­,  Herren­,  Körper­  und  Sonnenpflege,  Maquillage)  auch  Accessoires  (vgl. www.impo.ch),  und  "Marionnaud"  führt  Waren  in  den Segmenten  "Duft",  "Pflege",  "Make  Up"  sowie  "Männer"  (vgl.  www.marionnaud.ch).  Anhand dieser Beispiele ergibt sich, dass sich Parfumerien nicht auf den  Verkauf  von  Düften  beschränken,  sondern  auch Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege  anbieten;  darunter  fallen  auch  die  von  der  Vorinstanz  beispielhaft  aufgezählten  Cremen,  Lotionen,  Make  Up  sowie  Rasierwasser. 4.2.  Parfümeriewaren  richten  sich  nicht  nur  an  die  schweizerischen  Durchschnittskonsumenten,  sondern  auch  an  Fachleute  aus  dem  Parfumeriebereich (z.B. Verkaufspersonal, Zwischenhändler). Da es sich  um  Waren  handelt,  die  zugleich  an  Fachleute  und  Endkonsumenten  vertrieben werden  und  es  sich  bei  den  Letztabnehmern  um die  grösste  Gruppe des relevanten Abnehmerkreises handelt,  ist bei der Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  des  Zeichens  insbesondere  auf  das  Verständnis  der Endkonsumenten abzustellen  (vgl. Urteil  des BVGer B­ 3377/2010 vom 28. Juli 2010 E. 4.1 – Radiant Apricot). Für  die  Beurteilung  eines  allfälligen  Freihaltebedürfnisses  ist  demgegenüber  die  Sichtweise  von  Unternehmen,  welche  gleiche  oder  ähnliche Dienstleistungen anbieten, massgebend (WILLI, a.a.O., Art. 2, N.  44). 5.  Das strittige Zeichen besteht aus dem Wort "luminous". Dabei handelt es  sich um ein englisches Adjektiv, welches auf Deutsch mit "leuchtend, klar,  lichtvoll,  brillant"  übersetzt  werden  kann  (vgl.  LANGENSCHEIDT  e­ Handwörterbuch  Englisch­Deutsch  5.0).  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet  nicht,  dass  dieses  Wort  von  den  angesprochenen  Durchschnittskonsumenten  in  diesem  Sinne  verstanden  wird;  zudem  weist  sie  zu  Recht  auf  die  offensichtliche  Verwandtschaft  mit  dem  französischen "lumineux" und dem italienischen "luminoso" hin.

B­3541/2011 5.1. Nach Ansicht der Vorinstanz  ist  "luminous" beschreibend für die Art  der  Waren,  denn  die  Abnehmer  verstünden  "LUMINOUS"  auf  Parfümeriewaren wie Lotionen, Crèmen, Puder und Parfums in dem Sinn,  dass diese  leuchteten und glänzten und einen solchen Eindruck auf der  Haut hinterliessen. Auf dem Markt werde "LUMINOUS" aber nicht nur  in  diesem  beschreibenden  Sinne  verwendet,  sondern  auch  in  einem  werbemässig  anpreisenden  Sinn.  Zum  Beispiel  würden  Parfüms,  die  unter  den  Oberbegriff  "produits  de  parfumerie"  fielen  und  deshalb  mitbeansprucht  seien,  ganz  allgemein  als  "luminous",  "leuchtend",  "lumineux",  "luminoso"  angepriesen,  ohne  dass  damit  Schimmereffekte  gemeint wären. Die Beschwerdeführerin hält dagegen, bei enger Auslegung des Begriffs  "produits  de  parfumerie"  könne  in  der  Bezeichnung  "LUMINOUS"  kein  beschreibender  Charakter  erkannt  werden,  zumal  eine  farbliche  Eigenschaft  im  Zusammenhang  mit  einem  Duft  nicht  nahe  liege.  Eine  Farbe bzw. eine Farbeigenschaft sei  im Zusammenhang mit einem Duft  nicht  nahe  liegend,  und  deshalb  ein  besonderer  Fantasieaufwand  notwendig,  um  die  Bezeichnung  mit  dem  Produkt  in  Verbindung  zu  bringen;  dies  wiederum  stehe  der  Annahme  eines  anpreisenden  Charakters und damit der Annahme von Gemeingut entgegen. 5.1.1. Da, wie bereits in E. 4.1.2 ausgeführt, auch Mittel zur Körper­ und  Schönheitspflege  zu  den  "produits  de  parfumerie"  gehören,  können  im  Rahmen  der  Untersuchung,  ob  "luminous"  im  Zusammenhang  mit  "produits  de  parfumerie"  beschreibender  Charakter  zukommt,  auch  Beispiele  der  Vorinstanz  gewürdigt  werden,  welche  etwa  Crèmen  und  Lotionen betreffen. Insbesondere den Verfügungsbeilagen 14, 15 und 20  und  der  Vernehmlassungsbeilage  12  ist  zu  entnehmen,  dass  den  entsprechenden Produkten (Body Lotion, Bronzer, Eau de Parfum) feine,  schimmernde Partikel respektive Pigmente beigefügt wurden, welche der  Haut  einen  glänzenden  Effekt  verleihen.  In  der  Tat  werden  solche  Kosmetikpigmente  für  die  Herstellung  aller  Arten  von  Kosmetika  und  Körperpflegeanwendungen  angeboten  (vgl.  www.merck­chemicals.de  [Kosmetikpigmente  und  Füllstoffe];  www.cosmopura.de  [Rohstoffe  /  Farben  und  Pigmente  /  Pigment  Glitzergold]).  "Luminous"  im  Zusammenhang  mit  "produits  de  parfumerie"  beschreibt  somit  die  Wirkung  der  beanspruchten  Produkte,  nämlich  einen  leuchtenden,  schimmernden Effekt auf der Haut.

B­3541/2011 5.1.2.  "Luminous"  hat  indessen  auch  anpreisenden  Charakter:  Viele  Parfums werden  als  "luminous",  "leuchtend",  "lumineux"  und  "luminoso"  angepriesen  (vgl.  Verfügungsbeilagen  22­30  und  Vernehmlassungsbeilagen 12­24), ohne einen  leuchtende, schimmernde  Wirkung auf der Haut zu versprechen. Der Verfügungsbeilage 28 und der  Vernehmlassungsbeilage  12  ist  explizit  zu  entnehmen,  dass  es  der  Geruch des Parfums  ist, der als  "leuchtend" beschrieben wird. Offenbar  handelt  es  sich  bei  "luminous"  um  ein Gefühl,  das  die  Anwender  eines  Parfums dank eines bestimmten Inhaltsstoffes (beim Parfum der Beilage  28  ist  es  Bergamotte)  empfinden,  und  auf  welches  in  der Werbung  für  Parfüm­  und  Kosmetikprodukte  häufig  hingewiesen  wird.  Insofern  ist  "LUMINOUS" auch als anpreisend zu qualifizieren. 5.2.  Als  Zwischenergebnis  ist  festzuhalten,  dass  "luminous"  für  die  beanspruchten Waren,  zu  denen nebst Parfums auch andere Mittel  der  Körper­ und Schönheitspflege gehören, als Aussage über deren Wirkung  sowie  als  anpreisendes  Adjektiv  zu  qualifizieren  ist.  Die  internationale  Registrierung  Nr.  1'001'748  "LUMINOUS"  ist  daher  als  nicht  unterscheidungskräftig  dem  Gemeingut  nach  Art.  2  Bst.  a  MSchG  zuzurechnen.  Zu  diesem Ergebnis würde  das Gericht  auch  dann  gelangen, wenn  die  Warenliste  entsprechend  dem  Eventualantrag  der  Beschwerdeführerin  auf  "parfums  à  diffuser,  à  savoir  parfums,  eau  de  parfum  et  eau  de  toilette" beschränkt würde, da "luminous" im Zusammenhang mit Parfums  anpreisender Charakter zukommt (vgl. E. 5.1.2). Ob  auch  ein  Freihaltebedürfnis  am  Zeichen  in  Bezug  auf  die  beanspruchten Waren besteht,  kann  in  casu offen gelassen werden, da  es der Marke bereits an der konkreten Unterscheidungskraft  fehlt  (Urteil  des BVGer B­3377/2010 vom 28. Juli 2010 E. 5.6 – Radiant Apricot). 6.  Die  Beschwerdeführerin  weist  im  Weiteren  darauf  hin,  dass  die  Vorinstanz  der  internationalen  Registrierung  Nr.  780'046  den  Schutz  in  der Schweiz für "parfumerie"  in der Warenklasse 3 gewährt habe. Dabei  handle  es  sich  nicht  um  eine  alte  Voreintragung  im  Sinne  der  Rechtsprechung der Rekurskommission (vgl. RKGE in sic! 2004 S. 573 –  Swiss Business Hub), da sie lediglich 6 Jahre und 8 Monate zurück liege.

B­3541/2011 Nach Ansicht der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 22. September  2011  handelt  es  sich  bei  der  von  der  Beschwerdeführerin  genannten  Voreintragung um einen isolierten Prüfungsentscheid, der die Praxis nicht  widerspiegle.  Der  Begriff  "LUMINOUS"  müsse  heute  wie  zukünftig  für  Parfümeriewaren  als  beschreibende  und  anpreisende  Angabe  zurückgewiesen werden.  Im Übrigen habe sich der  im Entscheid  "Swiss  Business Hub"  definierte  Zeithorizont  von  acht  Jahren  aus  dem damals  strittigen,  konkreten  Einzelfall  ergeben.  Deshalb  stellten  die  dort  erwähnten  8  Jahre  lediglich  eine  allgemeine  Richtschnur  für  die  Beurteilung von Voreintragungen dar. 6.1. Nachdem  feststeht,  dass  die Vorinstanz  das Zeichen  "LUMINOUS"  bundesrechtskonform  dem  Gemeingut  zugeordnet  hat,  kann  mit  der  Rüge,  das  Gleichbehandlungsgebot  (Art.  8  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  [BV,  SR  101])  sei  verletzt  worden,  nur  noch  die  Gleichbehandlung  im  Unrecht  verlangt  werden.  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  wird  der  Anspruch  auf  Gleichbehandlung  im  Unrecht  ausnahmsweise  anerkannt,  wenn  eine  ständige gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt  und  die  Behörde  zu  erkennen  gibt,  dass  sie  auch  in  Zukunft  nicht  von  dieser  Praxis  abzuweichen  gedenke  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A.5/2004 vom 25. November 2004 E. 4.3 – Firemaster, mit Verweis auf  BGE 127 I 1 E. 3a; Urteile des BVGer B­985/2009 vom 27. August 2009  E. 8.1 – Bioscience Accelerator, und B­7412/2006 vom 1. Oktober 2008  E. 10 – Afri­Cola). 6.2. Auf Grund der Äusserungen der Vorinstanz vom 22. September 2011  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  Vorinstanz  gewillt  ist,  in  Zukunft  Gesuche  um  Schutz  der  Marke  "LUMINOUS"  für  Parfümeriewaren  gutzuheissen  (vgl.  auch  Urteil  des  BVGer  B­985/2009  vom  27.  August  2009 E. 8.1 – Bioscience Accelerator). Hinzu kommt, dass ein einzelnes  vergleichbares  und  fälschlicherweise  eingetragenes  Zeichen  keine  rechtswidrige  Praxis  der  Vorinstanz  zu  begründen  vermag  (Urteile  des  BVGer  B­649/2009  vom  12.  November  2009  E.  4.3  –  i­Option,  und  B­ 4854/2010  vom  29.  November  2010  E.  6.3  –  Silacryl).  Aus  diesem  Grunde  kann  die  Frage  offen  gelassen  werden,  ob  es  sich  bei  der  im  Jahre  2003  geschützten  internationalen  Registrierung  Nr.  780'046  "LUMINOUS" um eine jüngere Registrierung handelt, die im Rahmen der  Prüfung  des  Gleichbehandlungsgrundsatzes  berücksichtigt  werden  müsste. http://links.weblaw.ch/4A.5/2004 http://links.weblaw.ch/BGE-127-I-1 http://links.weblaw.ch/BGE-127-I-1 http://links.weblaw.ch/BGE-127-I-1 http://links.weblaw.ch/BGE-127-I-1 http://links.weblaw.ch/BGE-127-I-1 http://links.weblaw.ch/BVGer-B-985/2009 http://links.weblaw.ch/BVGer-B-7412/2006

B­3541/2011 Die  Rüge  der  Beschwerdeführerin,  die  Vorinstanz  habe  das  Gleichbehandlungsgebot verletzt, stösst somit ins Leere. 7.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  das  strittige  Zeichen  "LUMINOUS" für die beanspruchten "produits de parfumerie" Gemeingut  im  Sinne  von  Art.  2  Bst.  a  MSchG  darstellt.  Die  Vorinstanz  hat  die  Ausdehnung  des  Schutzbereichs  der  IR­Marke  Nr.  1'001'748  "LUMINOUS"  insofern  zu  Recht  zurückgewiesen  (Art.  5  Abs.  1  MMP  i.V.m. Art. 6quinquies Bst. B Ziff. 2 PVÜ). Die  Beschwerde  erweist  sich  demnach  als  unbegründet  und  ist  abzuweisen. 8.  Bei  diesem  Ausgang  sind  die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die Gerichtsgebühren  sind  nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der Parteien  festzulegen  (Art.  63 Abs.  4bis  VwVG,  Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Bei Markeneintragungen geht es um Vermögensinteressen.  Die  Gerichtsgebühr  bemisst  sich  folglich  nach  dem  Streitwert  (Art.  4  VGKE).  Die  Schätzung  des  Streitwertes  hat  sich  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  an  Erfahrungswerten  aus  der  Praxis  zu  orientieren,  wobei  bei  eher  unbedeutenden  Zeichen  grundsätzlich  ein  Streitwert  zwischen Fr. 50'000.− und Fr. 100'000.− angenommen werden darf (BGE  133  III 490 E. 3.3 – Turbinenfuss). Von diesem Erfahrungswert  ist auch  im  vorliegenden  Verfahren  auszugehen.  Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  einen  höheren  oder  niedrigeren  Wert  der  strittigen  Marke. Eine  Parteientschädigung  ist  der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490

B­3541/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.−  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss von Fr. 2'500.− verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Maria Amgwerd Kathrin Bigler Schoch

B­3541/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 21. Februar 2012

B-3541/2011 — Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 B-3541/2011 — Swissrulings