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Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 B-1655/2011

13. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,739 Wörter·~19 min·1

Zusammenfassung

Rentenrevision | Rentenrevision, Verfügung der IVSTA vom 11. Februar 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­1655/2011 Urteil   v om   1 3 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richter Vito Valenti,  Richter Frank Seethaler,    Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien X._______, ,   vertreten durch lic. iur. Markus Bischoff, Rechtsanwalt,  Schifflände 22, Postfach 126, 8024 Zürich, Beschwerdeführer,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    Vorinstanz.  Gegenstand Rentenrevision, Verfügung der IVSTA vom 11. Februar  2011.

B­1655/2011 Sachverhalt: A.  Der  am  (Geburtsdatum)  geborene,  verheiratete,  türkische  Staatsangehöriger X._______  (nachfolgend: Beschwerdeführer)  ist 1980  in die Schweiz gekommen und hat während seiner Arbeitstätigkeit  in der  Schweiz  die  obligatorischen  Beiträge  an  die  schweizerische  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  (AHV/IV)  entrichtet.  Zuletzt  hat er von 1990 bis zu seinem Herzinfarkt 1998 sein eigenes Restaurant  geführt. Nach diesem Herzinfarkt entwickelte der Beschwerdeführer eine  massive depressive Symptomatik und beantragte am 2. September 1999  bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung eine Rente (IV act. 1 und  11). Mit Beschluss vom 4. April 2001 teilte die  IV­Stelle Basel Stadt mit,  der  Beschwerdeführer  habe  ab  dem  1.  September  1999  Anspruch  auf  eine  ganze  Invalidenrente  infolge  eines  Invaliditätsgrades  von  80 %  (IV  act. 12). Dementsprechend wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung  vom 14. Juni 2001 ab dem 1. Juni 2001 sowie mit Verfügung vom 2. Juli  2001  für  die  Zeit  von  1. September  1999  bis  31. Mai  2001  eine  ganze  Invalidenrente zugesprochen (IV act. 14).  B.  Da der Beschwerdeführer  im  Jahr  2002  in  die Türkei  ausreiste, wurden  die  Unterlagen  zuständigkeitshalber  an  die  Schweizerische  Invalidenversicherung, IV­Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend:  Vorinstanz), weitergeleitet. Der Beschwerdeführer kehrte im Jahr 2006 für  kurze Zeit in die Schweiz zurück. In der Folge beauftragte die Vorinstanz  im  Sommer/Herbst  2006  aufgrund  einer  Rentenrevision  von  Amtes  wegen  Prof.  Dr. med.  A._______,  FMH  Kardiologie,  und  Dr.  med.  B._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Untersuchung  bzw. Begutachtung des Beschwerdeführers. Mit Schreiben vom 16. März  2007 meldete sich der Beschwerdeführer per sofort  in die Türkei ab  (IV  act.  41).  Aufgrund  dieses Wohnsitzwechsels  des  Beschwerdeführers  in  die  Türkei,  erliess  die  Vorinstanz  am  13.  April  2007  trotz  laufender  Rentenrevision  eine  neue  Rentenverfügung,  worin  sie  den  Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers weiterhin auf 80 % festsetzte (IV  act. 42). C.  Im  Rahmen  der  im  Jahr  2006  initiierten  Rentenrevision  verfügte  die  Vorinstanz  mit  Entscheid  vom  4.  September  2007  die  Einstellung  der  Invalidenrente  ab dem 1. November  2007  (IV act.  52).  Zur Begründung 

B­1655/2011 führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  der  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  habe  sich  im  psychischen  Bereich  seit  der  Rentenzusprechung  verbessert,  weshalb  er  eine  dem  Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit ausüben könne. Die  gegen  diese  Verfügung  vom  4.  September  2007  erhobene  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  wurde  mit  Urteil  vom  21.  April  2009  gutgeheissen  und  die  Sache  mit  der  Weisung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen,  eine  externe  Begutachtung  durchführen  zu  lassen  und  gestützt  auf  die  Ergebnisse  den  Grad  der  Arbeitsfähigkeit  festzulegen  bzw.  den  Rentenanspruch  des  Beschwerdeführers  neu  zu  verfügen (IV act. 68; C­6502/2007). D.  In  der  Folge  beauftragte  die  Vorinstanz  Dr.  med.  C._______,  FMH  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  mit  der  Begutachtung  des  Beschwerdeführers  (IV  act. 77).  Dieser  diagnostizierte  in  seinem  Gutachten  vom  26.  Januar  2010  beim  Beschwerdeführer  eine  Verbesserung des Gesundheitszustandes seit Anfang 2009 und schätzte  die  Arbeitsunfähigkeit  des  Beschwerdeführers  in  der  angestammten  Tätigkeit  als  selbständiger  Restaurantinhaber  ab  diesem  Zeitpunkt  auf  30 %. E.  Die Ärztin  des  regionalen  ärztlichen Dienstes  der  Invalidenversicherung  (RAD),  Dr.  med.  D._______,  FMH  Innere  Medizin  und  SIM  zertifizierte  Gutachterin,  erachtete  –  gestützt  auf  das  Gutachten  von  Dr.  med.  C._______ – die Verbesserung des Gesundheitszustandes ab 2009 als  ausgewiesen und attestierte dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt  eine Arbeitsunfähigkeit  von  30 %  in  der  bisherigen Tätigkeit  sowie  eine  volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (IV act. 89).  F.  Mit  Vorbescheid  vom  4.  Juni  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  ab  1.  April  2009  kein  Anspruch  auf  eine  Invalidenrente  mehr  bestehe,  da  er  seit  Januar  2009  die  zuletzt  ausgeübte Tätigkeit als selbständig erwerbender Gastwirt wieder zu 70 %  oder eine dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit wieder zu 100  %  ausüben  könne  (IV  act.  90).  Der  Beschwerdeführer  nahm  dazu  mit  Eingabe vom 24. August 2010 Stellung (IV act. 93). In der Folge holte die  Vorinstanz  beim  RAD  erneut  eine  Beurteilung  ein  (IV  act.  95).  Mit 

B­1655/2011 Verfügung  vom  11. Februar  2011  bestätigte  sie  ihren  Vorbescheid  vom  4. Juni 2010 und stellte die Rente ab dem 1. April 2009 ein (IV act. 96 f.). G.  Gegen  diese  Verfügung  vom  11.  Februar  2011  liess  der  Beschwerdeführer,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  lic.  iur.  Bischoff,  mit  Eingabe  vom  16. März  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht erheben. Er beantragte darin, es sei ihm auch  ab April 2009 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei der  angefochtene Entscheid  aufzuheben  und  die  Sache  zur Neubeurteilung  des  Invaliditätsgrades an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem sei die  Vorinstanz zu verpflichten, auf den vom 1. November 2007 bis 31. März  2009 ausgerichteten monatlichen Renten jeweils 24 Monaten nach deren  Entstehung,  frühestens ab 1. November 2009, einen Verzugszins von 5  %  bis  zur  Auszahlung  auszurichten,  sofern  auch  die  Auszahlung  erst  nach Ablauf  von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruches auf  die einzelne Monatsrate erfolgt sei. H.  In ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2011 beantragte die Vorinstanz die  Abweisung der Beschwerde und hielt  fest, dass der Gutachter Dr. med.  C._______  eine  deutliche  Besserung  des  psychischen  Gesundheitszustandes  des  Beschwerdeführers  gegenüber  der  Vorbegutachtung  durch  Dr. med.  B._______  im  Dezember  2006  festgestellt  habe.  Bezüglich  der  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Rügen  verwies  sie  hauptsächlich  auf  die  Stellungnahme  des RAD  vom  16. November  2010. Zudem  führte  die Vorinstanz aus,  dass es  für  den  Aussagegehalt eines psychiatrischen Gutachtens grundsätzlich weder auf  die Dauer der Untersuchung, noch auf die Durchführung von Tests oder  die  Erhebung  einer  Fremdanamnese  entscheidend  ankomme,  sondern  darauf, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei,  was vorliegend der Fall sei.  I.  Mit  Replik  vom  16.  Juni  2011  liess  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Anträgen  festhalten  und  ergänzende  Ausführungen  machen.  Insbesondere  machte  er  geltend,  dass  für  die  Berechnung  des  Invaliditätsgrades nicht einfach 70 % des Lohnes eines Restaurantleiters  herangezogen werden könne, da von diesem eine lückenlose Präsenz an  Ort und Stelle verlangt werde. Da ein Restaurantleiter gemäss Art. 2 des  Landes­Gesamtarbeitsvertrages  des  Gastgewerbes  (L­GAV)  auch  nicht 

B­1655/2011 dem für das Gastgewerbe geltenden Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sei,  müsse er für das Personal, welches dem GAV unterstellt sei, einspringen,  wenn  deren  Arbeitszeit  überschritten  sei.  Eine  Teilzeitarbeit  in  diesem  Job sei nicht möglich.  J.  Mit Duplik vom 23. Juni 2011 hielt die Vorinstanz fest, dass die replicando  gemachten Ausführungen keine neuen Gesichtspunkte ergeben würden.  Einzig  hinsichtlich  der  Arbeitsunfähigkeit  als  Restaurantleiter  von  30  %  führte die Vorinstanz aus, dass sich diese Arbeitsunfähigkeit nicht auf die  Arbeitszeit,  sondern  auf  gewisse  leistungsmässige  Einschränkungen  (keine  schweren  Arbeiten,  verminderte  Stressresistenz)  beziehe.  Grundsätzlich  wäre  beim  Beschwerdeführer  in  seiner  angestammten  Tätigkeit  eine  vollzeitige  Tätigkeit  möglich.  Die  leistungsmässigen  Einschränkungen  seien  durch  zweckmässige Organisation  der  Tätigkeit  (Delegation gewisser Tätigkeiten an Mitarbeiter) Rechnung zu tragen. Im  Übrigen  verwies  die  Vorinstanz  auf  die  Begründung  ihrer  Vernehmlassung vom 19. Mai 2011. K.  Mit  Eingabe  vom  1.  September  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  die  von der Vorinstanz am 30. August 2011 erlassene Verfügung betreffend  Verzugszinsen  ein  und  machte  geltend,  dass  die  Vorinstanz  die  ursprüngliche  Verfügung  vom  11.  Februar  2011  antragsgemäss  zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers  geändert  habe,  was  als  Obsiegen  hinsichtlich dieses Rechtsbegehrens zu betrachten sei.  L.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten  Unterlagen  wird  –  soweit  erforderlich  und  rechtserheblich  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.   1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs.  1  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom  19.  Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  sowie  Art.  5  des 

B­1655/2011 Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  der  IV­ Stelle  für Versicherte  im Ausland. Eine Ausnahme  im Sinne von Art. 32  VGG liegt nicht vor. 1.2.  Nach  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt.  Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3  Bst.  dbis  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Nach Art. 1  Abs.  1  IVG  sind  die  Bestimmungen  des  ATSG  auf  die  Invalidenversicherung  (Art.  1a  –  26bis  und  28  –  70)  anwendbar,  soweit  das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3.  Anfechtungsgegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  die  Verfügung  der  IV­Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  vom  11.  Februar  2011.  Der  Beschwerdeführer  hat  frist­  und  formgerecht  Beschwerde  erhoben (Art. 60 ATSG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung vom  11. Februar 2011 ist der Beschwerdeführer besonders berührt und hat ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Änderung  oder  Aufhebung  (Art. 59  ATSG). Damit ist auf das ergriffene Rechtsmittel einzutreten. 2.  2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht  einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit,  wenn  nicht  eine  kantonale  Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ  GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 3. 

B­1655/2011 Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur  Anwendung gelangen. 3.1. Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger, weshalb das  Abkommen  vom  1.  Mai  1969  zwischen  der  Schweiz  und  der  Republik  Türkei  über  soziale  Sicherheit  (SR  0.831.109.763.1;  nachfolgend:  Sozialversicherungsabkommen)  Anwendung  findet.  Nach  Art.  2  Abs.  1  Sozialversicherungsabkommen  sind  die  Staatsangehörigen  der  einen  Vertragspartei  in ihren Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung der  anderen  Vertragspartei  –  wozu  auch  die  schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die  Invalidenversicherung  gehört  (vgl.  Art.  1  Bst.  B  Abs.  1  Bst.  b  Sozialversicherungsabkommen)  –  einander  gleichgestellt,  soweit  nichts  anderes  bestimmt  ist.  Insbesondere  steht  türkischen  Staatsangehörigen  bei  anwendbarem  Schweizer  Recht  ein  Anspruch  auf  ordentliche  Invalidenrenten  unter  den  gleichen  Voraussetzungen  wie  Schweizer  Bürgern  zu  (Art.  10  Abs.  1  Sozialversicherungsabkommen).  Vorbehalten  bleibt  die  Regelung,  dass  ordentliche Renten für Versicherte, die weniger als zur Hälfte invalid sind,  türkischen  Staatsangehörigen,  welche  die  Schweiz  endgültig  verlassen,  nicht  ausgerichtet  werden  können  (Art.  10  Abs.  2  Satz  1  Sozialversicherungsabkommen).  Weitere,  im  vorliegenden  Verfahren  relevante  Abweichungen  vom  Gleichbehandlungsgrundsatz  finden  sich  weder  im  Abkommen  selbst  noch  in  der  dazugehörigen  Verwaltungsvereinbarung vom 14. Januar 1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach richten sich die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung  der  Rentenhöhe  nach  schweizerischem  Recht  (vgl.  Art.  1,  2  und  4  Sozialversicherungsabkommen),  insbesondere  dem  IVG  sowie  der  Verordnung  über  die  Invalidenversicherung  vom  17. Januar  1961  (IVV,  SR  831.201),  des  ATSG  sowie  der  entsprechenden  Verordnung  vom  11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 3.2.  In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tatbestandes  Geltung  haben  (vgl.  BGE  130  V  329).  Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechtswechsel  aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem  Zeitpunkt  nach  den  neuen  Normen  zu  prüfen  (pro  rata  temporis;  vgl.  BGE  130  V  445).  Für  die  Beurteilung  des  Leistungsanspruchs  nach  dem  1.  Januar  2008  (in  casu  Rentenaufhebung  per  1.  April  2009)  sind  die  Änderungen  des  IVG  und  des 

B­1655/2011 ATSG  der  5.  IV­Revision  (AS  2007  5129  beziehungsweise  AS  2007  5155)  massgebend.  3.3. Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung  mit  Art.  1  Abs.  1  IVG  zu  berücksichtigenden  ATSG­Normen  zur  Arbeitsunfähigkeit  (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit  (Art. 7),  Invalidität  (Art. 8)  und  zur  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  (Art.  16)  hat  das  Schweizerische  Bundesgericht  (vormals  Eidgenössisches  Versicherungsgericht  [EVG])  erkannt,  dass  es  sich  bei  den  in  Art.  3­13  ATSG  enthaltenen  Legaldefinitionen  in  aller  Regel  um  eine  formellgesetzliche  Fassung  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  zu  den entsprechenden Begriffen vor In­Kraft­Treten des ATSG handelt und  sich  inhaltlich  damit  keine  Änderung  ergibt,  weshalb  die  hierzu  entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann  (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 4.  4.1.  Streitig  ist  vorliegend,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  die  bisher  ausgerichtete  ganze  Invalidenrente  wegen  Änderung  des  Invaliditätsgrades  eingestellt  hat,  wobei  die  Frage  im Zentrum  steht,  ob  sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in rentenrelevanter  Weise verbessert hat bzw. ob der Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt  und gewürdigt worden ist.  4.2.  Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).  Die  Invalidität  kann Folge  von Geburtsgebrechen, Krankheit  oder Unfall  sein  (Art.  4  Abs.  1  IVG).  Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende  ganze  oder  teilweise  Verlust  der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  (Art. 7  ATSG).  Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf  oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird  auch  die  zumutbare  Tätigkeit  in  einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

B­1655/2011 4.3. Gemäss Art.  28 Abs.  2  IVG  besteht  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  70  %  Anspruch  auf  eine  ganze  Rente,  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  60  %  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente,  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  50  %  Anspruch  auf  eine  halbe  Rente,  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. 4.4.  Um  beurteilen  zu  können,  ob  der  Invaliditätsgrad  seit  Erlass  der  früheren  rechtskräftigen  Verfügung  überwiegend  wahrscheinlich  eine  anspruchsrelevante  Änderung  erfahren  hat,  ist  die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und  gegebenenfalls auch andere Fachleute  zur Verfügung zu stellen haben.  Aufgabe  des  Arztes  oder  der  Ärztin  ist  es,  den Gesundheitszustand  zu  beurteilen  und  dazu  Stellung  zu  nehmen,  in  welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte  Person  arbeitsunfähig  ist.  Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die  Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person  noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133  E. 2; AHI­Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit  hat  sich  der  Versicherte  anrechnen  zu  lassen  (leidensangepasste  Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.).  4.5.  Für  die  Bemessung  des  Invaliditätsgrades  bei  erwerbstätigen  Versicherten  wird  das  Erwerbseinkommen,  das  sie  nach  Eintritt  der  Invalidität  und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen  durch  eine  ihnen  zumutbare  Tätigkeit  bei  ausgeglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnten  (Invalideneinkommen),  in  Beziehung  gesetzt  zum  Erwerbseinkommen,  das  sie  erzielen  könnten,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wären  (Valideneinkommen;  Art.  16  ATSG).  Der  Vergleich  hat  in  der  Regel  in  der  Weise  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbseinkommen  ziffernmässig  möglichst  genau  ermittelt  und  einander  gegenübergestellt  werden.  Aus  der  Einkommensdifferenz  lässt sich der  Invaliditätsgrad bestimmen.  Insoweit  die  fraglichen  Erwerbseinkommen  ziffernmässig  nicht  genau  ermittelt  werden  können,  sind  sie  nach  Massgabe  der  im  Einzelfall  bekannten  Umstände  zu  schätzen  und  die  so  gewonnenen  Annäherungswerte  miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss  diese  nicht  unbedingt  in  einer  ziffernmässigen  Festlegung  von  Annäherungswerten  bestehen.  Vielmehr  kann  auch  eine  Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität  erzielbare  hypothetische  Erwerbseinkommen  ist  alsdann  mit  100  %  zu 

B­1655/2011 bewerten,  während  das  Invalideneinkommen  auf  einen  entsprechend  kleineren  Prozentsatz  veranschlagt  wird,  so  dass  sich  aus  der  Prozentdifferenz  der  Invaliditätsgrad  ergibt  (allgemeine  Methode  des  Einkommensvergleichs  mit  den  Untervarianten  Prozent­  und  Schätzungsvergleich; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 f. E. 2b; vgl. auch  BGE 114 V 313 E. 3a mit Hinweisen). 4.6. Ändert sich der  Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so  wird  die  Rente  von  Amtes  wegen  oder  auf  Gesuch  hin  für  die  Zukunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben  (Art.  17  Abs.  1  ATSG).  Bei  einer  Verbesserung  der  Erwerbsfähigkeit  ist  die  anspruchsbeeinflussende  Änderung  für  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem  angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern  wird.  Sie  ist  in  jedem  Fall  zu  berücksichtigen,  nachdem  sie  ohne  wesentliche  Unterbrechung  drei  Monate  angedauert  hat  und  voraussichtlich weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 4.6.1. Ein  Revisionsgrund  ergibt  sich  aus  jeder  wesentlichen  Änderung  der  tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet  ist, den  Invaliditätsgrad und  damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen  (BGE  130  V  343  E. 3.5,  m.w.H.,  SVR  2004  IV  Nr.  5  S. 13  E.  2).  Keine  Veränderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  bedeutet  eine  unterschiedliche  Beurteilung  eines  im  Wesentlichen  unveränderten  Sachverhalts  (zum  Beispiel  eine  andere Einschätzung der  zumutbaren Arbeitsleistung,  vgl. SVR 2004  IV  5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). 4.6.2.  Ob  eine  revisionsrechtlich  relevante  Änderung  eingetreten  ist,  beurteilt sich grundsätzlich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im  Zeitpunkt  der  ursprünglichen  bzw.  letzten  rechtskräftigen,  auf  einer  materiellen  Prüfung  mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung,  Beweiswürdigung  und  durchgeführtem  Einkommensvergleich  (bei  Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des  Gesundheitszustands)  beruhenden  Rentenverfügung  bestanden  hat  (Ausgangszeitpunkt),  mit  demjenigen  zur  Zeit  der  streitigen  Revisionsverfügung  respektive  des  Einspracheentscheides  (Referenzzeitpunkt,  BGE  133  V  108  E. 5.4,  BGE  125  V  369).  Ist  zwischenzeitlich eine Überprüfung des Rentenanspruchs erfolgt, wobei in  der  Folge  eine  blosse  Bestätigung  der  bisherigen  Rentenverfügung  erfolgte, kommt einem solchen Entscheid keine Bedeutung zu.

B­1655/2011 4.6.3. Veränderungen  des  Gesundheitszustandes  nach  dem  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  daraus  folgende  Veränderungen  der  Erwerbsfähigkeit  können  nur  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung bilden (vgl. BGE 129 V 262 E. 1b mit Hinweisen). 4.6.4.  Im vorliegenden Fall wurde mit Verfügung vom 13. April 2007 die  ursprüngliche  Rentenverfügung  vom  14.  Juni  2001  bzw.  der  Beschluss  vom 4. April 2001 der IV­Stelle Basel­Stadt bestätigt. Sie erfolgte lediglich  aufgrund des Wohnsitzwechsels des Beschwerdeführers ins Ausland. Da  der Überprüfungszeitraum nur durch einen Entscheid begrenzt wird, der  auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung  sowie  auf  einer  entsprechenden  Beweiswürdigung  und  gegebenenfalls  einer  korrekten  Durchführung  eines  Einkommensvergleichs  beruht  (BGE  133  V  108  E.  5.4  sowie  E.  4.6.2 hiervor),  kommt der Verfügung der Vorinstanz  vom 13. April  2007  keine Bedeutung zu. Somit bildet die rentenzusprechende Verfügung vom  14.  Juni  2001  bzw.  der  Beschluss  vom  4.  April  2001  den  Ausgangszeitpunkt.  5.  Nachfolgend  ist  anhand  der  medizinischen  Akten  und  unter  Berücksichtigung der massgebenden Kriterien (vgl. E. 6.1) zu prüfen, ob  und gegebenenfalls ab wann sich der gesundheitliche Zustand sowie die  Arbeitsfähigkeit  des Beschwerdeführers  zwischen dem Rentenentscheid  vom  14. Juni  2001  bzw.  dem  Beschluss  vom  4.  April  2001  und  dem  Erlass  der  hier  streitigen  Verfügung  vom  11.  Februar  2011  insoweit  gebessert  haben,  dass  die  Aufhebung  der  ganzen  Invalidenrente  gerechtfertigt war (vgl. BGE 117 V 198 E. 3a, BGE 133 V 108, BGE 130  V 71). 5.1.  Im  Rahmen  der  vorliegend  als  Vergleichsbasis  dienenden  ursprünglichen Verfügung vom 14. Juni 2001 bzw. Beschluss vom 4. April  2001, mit welchen dem Beschwerdeführer ein  Invaliditätsgrad von 80 %  attestiert  wurde,  lagen  der  IV­Stelle  folgende  medizinische  Unterlagen  vor: ­  Dr.  med.  B._______,  FMH  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  diagnostizierte  in  seinem  Gutachten  vom  8.  Februar  2001  eine  andauernde  Persönlichkeitsänderung  nach  Anpassungsstörungen  aufgrund eines Herzinfarkts im September 1998 (F62.1), die sich mit den 

B­1655/2011 bisherigen  therapeutischen Mitteln nicht mehr nennenswert beeinflussen  lasse.  Aus  psychiatrischer  Sicht  bejahte  er  eine  mindestens  80%ige  Arbeitsunfähigkeit und führte aus, dass der Beschwerdeführer  in diesem  Zustand keinem potentiellen Arbeitgeber mehr zugemutet werden könne.  Dr.  med.  B._______  stufte  die  Prognose  als  schlecht  ein,  weil  der  Zustand  des  Beschwerdeführers  als  fixiert  anzusehen  sei  und  durch  medizinische und berufliche Massnahmen nicht mehr beeinflusst werden  könne (vgl. IV act. 11).  ­  Arztbericht  von  Dr.  med.  E._______,  FMH  Innere  Medizin,  vom  1.  November  1999,  wonach  beim  Beschwerdeführer  seit  dem  Rehabilitationsaufenthalt  nach  seinem  Herzinfarkt  keine  koronar  bedingten Beschwerden mehr bestehen. Der Infarkt habe zusammen mit  anderen Ereignissen (Scheidung, Familienkonflikte, Todesfälle in Familie  und Bekanntenkreis) eine schwere Depression zusammen mit Angst­ und  Panikzuständen  ausgelöst.  Diese  Entwicklung  verunmögliche  dem  Beschwerdeführer  bis  auf Weiteres  eine  Arbeit  im  gewohnten Rahmen.  Dr. med. E._______ ging  in seinem Bericht  jedoch davon aus, dass die  Arbeitsfähigkeit durch Psychotherapien verbessert werden könne (vgl. IV  act. 8).  ­  Arztbericht  von  Prof.  Dr.  med.  A._______,  FMH  Kardiologie,  vom  17. Juni  1999,  wonach  die  Symptomatik  des  Beschwerdeführers  unspezifisch sei und vor allem durch die depressive Verstimmung geprägt  sei,  die  neben  dem  auslösenden Moment  der  koronaren  Herzkrankheit  wahrscheinlich  noch  viele  andere  lebensgeschichtliche  Ursachen  aufweise. Die klinischen Befunde am Herzen seien normal (vgl. IV act. 7). 5.2.  Im Rahmen  der  im  Jahr  2006  initiierten Rentenrevision  von  Amtes  wegen wurden Dr. med. A._______ und Dr. med. B._______ erneut mit  der  Begutachtung  des  Beschwerdeführers  beauftragt.  Dr.  med.  A._______  diagnostizierte  am  21.  November  2006  beim  Beschwerdeführer  eine  chronisch  koronare  Herzkrankheit,  die  derzeit  keine  Beschwerden  verursache.  Er  beurteilte  aus  kardialer  Sicht  die  Situation  als  günstig  (vgl.  IV  act. 36.2).  Prof.  Dr.  med.  B._______  diagnostizierte  in seinem Gutachten vom 20. Dezember 2006 wiederum  eine  andauernde  Persönlichkeitsänderung  mit  vorwiegend  depressiven  und  ängstlichen  Anteilen  (ICD­10  F62.1)  und  nahm  weiterhin  eine  mindestens 80%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit  für  jede Tätigkeit  an (vgl. IV act. 36). Die Vorinstanz stützte sich in ihrer Verfügung vom 4.  September 2007 jedoch auf die Beurteilungen des RAD vom 3. Mai und 

B­1655/2011 31.  Juli  2007,  wonach  beim  Beschwerdeführer  eine  Angststörung  und  eine depressive Störung gemischt (F41.2) ohne eine Auswirkung auf die  Arbeitsfähigkeit bestünden (vgl. IV act. 43.2, 49 und 52).  Nachdem die gegen diese Verfügung vom 4. September 2007 erhobene  Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 21. April  2009  gutgeheissen  und  an  die  Vorinstanz  für  weitere  medizinische  Untersuchungen  zurückgewiesen  wurde,  beauftragte  Letztere  Dr.  med.  C._______ mit der Begutachtung des Beschwerdeführers (vgl. IV act. 55  ff.). 5.3.  5.3.1. Auf das Gutachten von Dr. med. C._______ vom 26. Januar 2010  stützte  sich  die  Vorinstanz  nun  bei  der  Beurteilung  des  aktuellen  Gesundheitszustandes  und der Arbeitsfähigkeit  des Beschwerdeführers.  Diese  Expertise  ist  nachfolgend  zusammengefasst  wiederzugeben  und  hernach zu würdigen: Dr.  med.  C._______,  FMH  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  diagnostizierte in seinem Gutachten eine Dysthymie (ICD­10 F34.1), eine  somatoforme  autonome  Funktionsstörung  bezüglich  Herz­  und  Kreislaufsystem (F45.30) und eine schwierige persönliche und finanzielle  Lage des Beschwerdeführers (Z63, Z59).  Bezüglich  der  Herzfunktion  des  Beschwerdeführers  hielt  Dr.  med.  C._______  fest,  dass  in  Anbetracht  der  Untersuchung  durch  Prof.  Dr.  med.  A._______  vom  November  2006  die  Befunde  weitgehend  normal  seien.  Der  Beschwerdeführer  beklage  sich  jedoch  über  diverse  bewegungsbedingt  auftretende  Herzbeschwerden,  wobei  es  zu  einem  Gefühl des Brennens und der Enge komme. Er befürchte weiterhin, einen  Herzinfarkt  zu  erleiden  und  beschäftige  sich  intensiv  mit  dieser  Vorstellung. Dr. med. C._______ ging aufgrund der Tatsache, dass keine  Störung  am  Herzen  festgestellt  worden  ist,  davon  aus,  dass  eine  psychosomatische  Überlagerung  im  Rahmen  einer  somatoformen  autonomen Funktionsstörung bestehe.  Weiter  hielt  Dr.  med.  C._______  fest,  dass  er  beim  Beschwerdeführer  eine  andauernde  Persönlichkeitsänderung  nach  psychischer  Krankheit  nicht  mehr  diagnostizieren  könne.  Die  Kriterien  der  ICD­10  seien  nicht  mehr erfüllt. Offenbar habe sich der Beschwerdeführer mit der zeitlichen  Distanz  beruhigen  können.  Dies  vor  allem  tagsüber,  wo  es  zwar 

B­1655/2011 gelegentlich  noch  zu  Beschwerden,  nicht  mehr  aber  zu  einer  Verunsicherung bzw. einer Einschränkung in der Lebensführung komme.  Der Beschwerdeführer  könne  sich  inzwischen auch  frei  und  selbständig  bewegen,  sei  fähig, allein nach Europa zu  reisen. Es gelinge  ihm auch,  innerhalb  des  Familienverbandes  zu  funktionieren.  Beim  Beschwerdeführer  bestehe  eine  Verschiebung  der  Symptomatik  vom  psychogenen auf  das  psychosomatische Gebiet. Dieser Vorgang  könne  als  prognostisch  günstig  angesehen  werden,  da  die  Beschwerden  jetzt  eher  körperbezogen  seien und  sich  von der Psyche gelöst  hätten. Eine  massive  Depressivität  sei  nicht  vorhanden.  Der  Beschwerdeführer  sei  zwar  gelegentlich  verstimmt,  hadere  mit  seinem  Schicksal  und  sei  mit  seiner  Situation  generell  unzufrieden.  Diese  Symptomatik  lasse  sich  in  die  Diagnose  einer  Dysthymie  fassen  –  ein  milder  Verlauf  einer  Depressivität,  bei  der  es  öfters  günstige  Phasen  gebe.  Dr.  med.  C._______ wies weiter darauf hin, dass der Beschwerdeführer während  der Untersuchung gelegentlich für Humor zugänglich gewesen sei und er  seinen  Psychiater  nur  noch  sporadisch  alle  zwei  Monate  aufsuche.  Zudem  nehme  der  Beschwerdeführer  ein  antidepressiv  wirkendes  Medikament ein, welches als günstig zu bezeichnen sei, da sich so das  Entstehen  einer  depressiven  Episode  im  Sinne  einer  negativen  Eigendynamik  vermeiden  lasse.  Der  Zeitpunkt  der  Besserung  sei  nur  schwer  präzis  zu  datieren.  Es  könne  angenommen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  Anfang  2009  in  einer  besseren  psychischen  Verfassung sei. Der Beschwerdeführer befinde sich in einer schwierigen persönlichen und  finanziellen  Lage.  Seine  dritte  Ehe  drohe  zu  scheitern.  Seine  Frau  sei  streng  religiös  ausgerichtet,  während  der Beschwerdeführer  eher  liberal  und  vom  Leben  in  Europa  geprägt  sei.  Zudem  habe  der  Beschwerdeführer bei seiner Verwandtschaft Schulden und befinde sich  in  einer  schweren  finanziellen  Krise.  Gemäss  Dr.  med.  C._______  ist  davon  auszugehen,  dass  diese  ausgeprägten  ungünstigen  krankheitsfremden  Faktoren  massgeblich  dabei  mithelfen,  dass  der  Beschwerdeführer nicht mehr arbeitstätig sei.  Hinsichtlich  der  letzten  psychiatrischen  Beurteilung  durch  Dr.  med.  B._______ Ende 2006 führte Dr. med. C._______ aus, dass damals noch  eine  Persönlichkeitsänderung  vorhanden  gewesen  sei,  welche  depressive und ängstliche Anteile gezeigt habe. Diesbezüglich hätte sich  in  letzter  Zeit  eine  Änderung  eingestellt,  wobei  insbesondere  auf  das  heutige Überwiegen der ungünstigen sozialen und persönlichen Faktoren 

B­1655/2011 hinzuweisen  sei.  Diese  seien  heute  –  insbesondere  aufgrund  der  problematischen  Ehesituation  und  der  erschwerten  sozialen  Lage –  ausgeprägter als anlässlich der Untersuchung durch Dr. med. B._______.  Die  Dysthymie  sowie  auch  die  psychosomatische  Überlagerung  der  Herzbeschwerden  würden  die  Arbeitsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  nicht  einschränken.  Dabei  sei  zu  bemerken,  dass  diese  Verhaltensstörungen  vor  allem  nachts  auftreten  würden,  was  zwar  Schlafstörungen  verursache,  den Beschwerdeführer  aber  tagsüber  nicht  bei seiner Arbeit stören sollte. Es sei dem Beschwerdeführer zuzumuten,  normale  Arbeiten  im  Service  auszuüben.  Eine  selbständige  Führung  eines  Restaurants  wäre  für  den  Beschwerdeführer  zu  belastend.  Die  Arbeitsunfähigkeit  als  selbständiger  Restaurantleiter  schätzte  Dr.  med.  C._______ dennoch aufgrund der damit verbundenen Stresssituation auf  ca. 30 %.  Dr.  med.  C._______  beurteilte  die  Prognose  bezüglich  psychischer  Gesundheit des Beschwerdeführers als nicht ungünstig. Allerdings hänge  die  Prognose  in  erster  Linie  von  den  ungünstigen  krankheitsfremden  Umständen ab. Es sei jedoch mit einer Stabilisierung zu rechnen.  5.3.2. Die RAD­Ärztin Dr. med. D._______, FMH Innere Medizin und SIM  zertifizierte Gutachterin, stützte sich in ihrer Stellungnahme vom 27. April  2010 auf das Gutachten von Dr. med. C._______ und hielt fest, dass die  ursprüngliche  Rente  aufgrund  ausgeprägter  Angst­  und  Panikstörungen  nach  Myokardinfarkt  zugesprochen  worden  sei.  Aufgrund  des  komplikationslosen kardialen Verlaufs sei nun die kardiale Prognose gut.  Es  bestünden  diesbezüglich  keine  Limitationen  ausser  übermässige  körperliche Anstrengungen aufgrund der verminderten Leistungsfähigkeit  durch  die  Betablockade.  Beim  Beschwerdeführer  bestünden  viele  invaliditätsfremde,  ungünstige  Faktoren,  aber  die  Angst  und  depressive  Problematik  habe  sich  wesentlich  verbessert.  Die  psychische  Verbesserung  sei  gemäss  dem  Gutachter  Dr.  med.  C._______  nicht  2006,  sondern  2009  eingetreten.  Es  bestehe  noch  eine  verminderte  Stressresistenz,  weswegen  dem  Beschwerdeführer  als  Restaurantbesitzer  eine  Arbeitsunfähigkeit  von  30 %  ab  dem  1.  Januar  2009  attestiert  werde.  In  einer  angepassten  Tätigkeit  sei  der  Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt nicht mehr arbeitsunfähig.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  16.  November  2010  hielt  die  RAD­Ärztin  bezüglich  der  Datierung  der  Gesundheitsverbesserung  fest,  dass  der 

B­1655/2011 Beschwerdeführer  im  Jahr  2008  gemäss  dem Gutachten  von  Dr.  med.  C._______  alle  drei Wochen  einen Psychiater  habe  aufsuchen müssen  und  von  Deroxat  auf  Sertralin  umgestellt  habe.  Seither  sei  der  Beschwerdeführer weniger depressiv und leide nicht mehr an generellen  Ängsten.  Den  Psychiater  besuche  er  nur  noch  alle  zwei  Monate.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  ein  Ansprechen  auf  die  Medikamentenumstellung  angebe  und  im  Wissen  darum,  dass  ein  Ansprechen  auf  Psychopharmaka  in  der  Regel  nach  8  bis  12 Wochen  evaluiert werde, könne der Zeitpunkt der Verbesserung auf Anfang 2009  zurückdatiert werden.  5.3.3.  Der  Beschwerdeführer  machte  beschwerde­  und  replikweise  im  Wesentlichen geltend, dass das Gutachten von Dr. med. C._______ nicht  die  Kriterien  erfülle,  welche  an  ein  umfassendes  und  vollständiges  Gutachten  gestellt  werden.  Er  rügte  die  Dauer  der  Untersuchung  bei  Dr. med.  C._______  und  machte  geltend,  die  teilweise  notwendigen  Übersetzungen  müssten  bei  der  Untersuchungsdauer  von  80  Minuten  berücksichtigt  werden,  da  dies  Zeit  benötigt  habe. Während  der  kurzen  Untersuchungsdauer  habe  kein  Vertrauensverhältnis  aufgebaut  werden  können. Gerade deshalb hätte der Gutachter die eigenen Befunde mittels  Testuntersuchungen  verifizieren  und  Fremdanamnesen  durchführen  müssen,  was  vorliegend  unterlassen  worden  sei.  Da  zudem  keine  offensichtliche  Geisteserkrankung  vorliege,  bedürfe  die  Aufklärung  besonderer Sorgfalt, um eine allfällige Simulation auszuschliessen.  Des  Weiteren  rügte  der  Beschwerdeführer  die  medizinische  Diagnose  des  Gutachters  Dr.  med.  C._______.  Dieser  habe  die  Krankheitsgeschichte  und  den  Tagesablauf  des  Beschwerdeführers  nur  sehr kurz gestreift, wodurch kein sehr plastisches Bild vermittelt worden  sei.  Der  Beschwerdeführer  müsse  aufgrund  seiner  Schlafstörungen  am  Tag  oft  nachschlafen,  was  für  die  Arbeitsfähigkeit  sehr  belastend  sein  müsse. Über das Ausmass und die Länge der depressiven Phasen des  Beschwerdeführers  sage  der  Gutachter  nichts.  Der  Beschwerdeführer  macht geltend, die Kriterien für eine andauernde Persönlichkeitsänderung  nach  psychischer  Krankheit  (F  62.10)  seien  aufgrund  der  starken  und  beruflichen Isolation erfüllt. Der Beschwerdeführer lebe nicht freiwillig mit  seiner  Ehefrau  zusammen  und  habe  sich  immer  sehr  unwohl  dabei  gefühlt.  Er  lebe  mit  wenigen  Aussenkontakten  in  der  Türkei.  Bezüglich  seiner  Reisefähigkeit  und  seinen  geringen  sozialen  Kontakten  sei  entgegen  der  Ansicht  von  Dr.  med.  C._______  seit  2006  sogar  eine  Verschlechterung  eingetreten.  Im  Gutachten  von  Dr.  med.  C._______ 

B­1655/2011 werde  der  Zeitpunkt  der  angeblichen  Besserung  des  Gesundheitszustandes  des  Beschwerdeführers  nicht  ansatzweise  begründet. Aus der Medikamentenumstellung könne diesbezüglich keine  Schlussfolgerung gezogen werden. Der  Beschwerdeführer  machte  für  den  Fall,  dass  das  Gutachten  von  Dr. med.  C._______  verwertbar  wäre,  ebenfalls  eine  Rückweisung  der  Sache an die Vorinstanz geltend, da kein Lohnvergleich gestützt auf das  Valideneinkommen  und  das  Invalideneinkommen  durchgeführt  worden  sei.  Es  könne  nicht  einfach  der  70 %  Lohn  eines  Restaurantleiters  herangezogen  werden  könne,  da  von  einem  Restaurantleiter  die  lückenlose Präsenz an Ort und Stelle verlangt werde und dieser meist ein  Pensum  von  über  100  %  leisten  müsse.  Eine  Teilzeitarbeit  als  Restaurantleiter  sei  deshalb  nicht  möglich.  Ausserdem müsste  diesfalls  der  Umstand,  dass  Männer  in  Teilzeitarbeiten  lohnmässig  benachteiligt  seien,  berücksichtigt  werden  und  ein  Abzug  vom  errechneten  Lohn  gemacht werden. Aufgrund der nicht nachvollziehbaren Begründung der  angeblichen  Besserung  des  Gesundheitszustandes  wäre  –  mangels  verbindlicher  Aussagen  –  das  Datum  der  Erstellung  des  Gutachtens  (Januar  2010)  als  Zeitpunkt  der  Verbesserung  anzunehmen,  weshalb  diesfalls die Rente ab Mai 2010 aufzuheben wäre.  In  Bezug  auf  die  vom  Beschwerdeführer  beantragte  Zusprechung  von  Verzugszinsen  gilt  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  diesem  Begehren  vollumfänglich  entsprochen  hat,  weshalb  die  Beschwerde  hinsichtlich  dieses Rechtsbegehrens gegenstandslos geworden ist. 6.  6.1.  Die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall  das  Gericht  haben  die  medizinischen  Unterlagen  nach  dem  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  –  wie  alle  anderen  Beweismittel  –  frei,  d.h.  ohne  Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss  zu  würdigen.  Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf  allseitigen  Untersuchungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden  berücksichtigt,  in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden  ist,  in  der  Darlegung  der  medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  der  Expertin  oder  des  Experten  begründet  sind.  Ausschlaggebend  für  den Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die 

B­1655/2011 Herkunft  eines  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  gegebenen  Stellungnahme  als  Bericht  oder  Gutachten  (BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c).  Auch  die  Stellungnahmen  des  RAD  müssen  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen.  Die  RAD­Ärzte  müssen  sodann  über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen  und  fachlichen  Qualifikationen  verfügen,  spielt  doch  die  fachliche Qualifikation des Experten  für die  richterliche Würdigung einer  Expertise  eine  erhebliche  Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen  Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens  müssen  sich  Verwaltung  und  Gerichte  auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Nimmt der RAD  selber  keine  Untersuchung  vor,  hat  er  zunächst  zu  überprüfen,  ob  die  medizinischen Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und  gegenwärtigen  Status  ergeben  (vgl.  zu  den  Anforderungen  an  einen  Aktenbericht  Urteil  des  Bundesgerichts  8C_653/2009  vom  28. Oktober  2009  E. 5.2,  Urteil  des  Bundesgerichts  I 1094/06  vom  14. November  2007  E. 3.1.1)  bzw.  ob  ein  von  ihm  angefordertes  Gutachten  den  Anforderungen der Rechtsprechung entspricht und die  im konkreten Fall  erforderlichen Untersuchungen vorgenommen und dokumentiert wurden. 6.2.  Erforderlich  ist  im  Sozialversicherungsrecht  grundsätzlich  der  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit.  Dieser  Grad  übersteigt  einerseits  die  Annahme  einer  blossen Möglichkeit  bzw.  einer  Hypothese und liegt andererseits unter demjenigen der strikten Annahme  der  zu  beweisenden  Tatsache.  Die  Wahrscheinlichkeit  ist  insoweit  überwiegend,  als  der  begründeten  Überzeugung  keine  konkreten  Einwände entgegenstehen (UELI KIESER, ATSG­Kommentar, N. 23 zu Art.  43  ATSG;  THOMAS  LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungsrechts,  Bern 2003, § 68, Rz. 43 ff.). 7.  7.1.  In  Anbetracht  dessen,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  Referenzzeitpunkt  (14.  Juni  2001  bzw.  4.  April  2001)  eine  ganze  Invalidenrente  aufgrund  seiner  psychischen  Erkrankung  und  einer  Einschränkung  seiner  Arbeitsfähigkeit  von  80  %  in  allen  Tätigkeiten  zugesprochen wurde, muss eine Rentenrevision auf einer zuverlässigen,  ausreichend  begründeten,  nachvollziehbaren  und  widerspruchsfreien  Beurteilung eines Psychiaters beruhen. 

B­1655/2011 Den Ausführungen der Vorinstanz  in  ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai  2011,  es  komme  für  den  Aussagegehalt  eines  psychiatrischen  Gutachtens  grundsätzlich weder  auf  die Dauer  der Untersuchung,  noch  auf  die  Durchführung  von  Tests  oder  die  Erhebung  einer  Fremdanamnese  entscheidend  an,  sondern  darauf,  ob  der  Bericht  inhaltlich  vollständig  und  im  Ergebnis  schlüssig  sei,  kann  beigepflichtet  werden.  Doch  gerade  hinsichtlich  der  Vollständigkeit,  Schlüssigkeit,  Nachvollziehbarkeit  und  Begründetheit  des  Gutachtens  von  Dr.  med.  C._______  bestehen  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  erhebliche Zweifel.  Dr. med. C._______ führte in seinem Gutachten einerseits aus, dass die  selbständige  Führung  eines  Restaurants  für  den  Beschwerdeführer  zu  belastend  wäre,  andererseits  setzte  er  dennoch  die  Arbeitsfähigkeit  als  selbständiger  Restaurantinhaber  auf  70  %  fest.  Die  Arbeitsunfähigkeit  von  30  %  in  seiner  angestammten  Tätigkeit  begründete  Dr.  med.  C._______  mit  der  damit  verbundenen  Stress­Situation.  Diese  Beurteilung  der  Arbeitsfähigkeit  in  der  angestammten  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  erscheint  oberflächlich,  unvollständig  und  widersprüchlich  und  kann  nicht  nachvollzogen  werden.  Zudem  fehlt  für  diese  Einschätzung  jegliche  Begründung,  welche  eine  zuverlässige  Beurteilung der Arbeitsfähigkeit  in der angestammten Tätigkeit  zulassen  würde.  Hinsichtlich  einer  Arbeitsfähigkeit  bzw.  einer  allfälligen  Restarbeitsfähigkeit  in einer angepassten Tätigkeit  spricht sich Dr. med.  C._______  in  seinem  Gutachten  nicht  aus,  weshalb  die  gutachterliche  Untersuchung hinsichtlich der Gründlichkeit und Vollständigkeit nicht den  Anforderungen entspricht.  7.2. Bezüglich der RAD­Stellungnahmen  ist  zunächst  festzuhalten, dass  es sich hierbei um Berichte  im Sinne von Art.  59 Abs. 2bis  IVG handelt.  Sinn und Zweck des  im Rahmen der 5.  IV­Revision (Bundesgesetz vom  6.  Oktober  2006;  AS  2007  5129  ff.)  neu  geschaffenen,  seit  1.  Januar  2008  in  Kraft  stehenden  und  vorliegend  anwendbaren  Art.  59  Abs.  2bis  IVG sowie des neu gefassten Art. 49 IVV liegen darin, dass die IV­Stellen  zur Beurteilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene  Ärzte  und  Ärztinnen  zurückgreifen  können.  Diese  sollen  aufgrund  ihrer  speziellen  versicherungsmedizinischen  Kenntnisse  für  die  Bestimmung  der  für  die  Invalidenversicherung  massgebenden  funktionellen  Leistungsfähigkeit  der  Versicherten  verantwortlich  sein.  Damit  soll  eine  konsequente  Trennung  der  Zuständigkeiten  zwischen  behandelnden  Ärzten  (Heilbehandlung)  und  Sozialversicherung  (Bestimmung  der 

B­1655/2011 Auswirkungen  des Gesundheitsschadens)  geschaffen werden. Die RAD  bezeichnen  die  zumutbaren  Tätigkeiten  und  die  unzumutbaren  Funktionen  unter  Angabe  einer  allfälligen  medizinisch  begründeten  zeitlichen  Schonung.  Damit  soll  im  Hinblick  auf  eine  erfolgreiche  Eingliederung  eine  objektivere  Festlegung  der  massgebenden  funktionellen  Leistungsfähigkeit  der  Versicherten  ermöglicht  werden.  Gestützt  auf  die Angaben des RAD hat  die  IV­Stelle  zu beurteilen, was  einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was  nicht  (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E.  4.2 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Berichten nach Art. 59 Abs. 2bis  IVG  kann  nicht  jegliche  Aussen­  oder  Beweiswirkung  abgesprochen  werden.  Vielmehr  sind  sie  entscheidrelevante  Aktenstücke  (Urteil  des  Bundesgerichts I 143/07 vom 14. September 2007 E. 3.3 mit Hinweisen;  vgl. auch Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 5). Wie  bereits  dargelegt  wurde  (vgl.  E.  6.1  hiervor),  kann  auf  die  Stellungnahmen  des  RAD  nur  unter  der  Bedingung  abgestellt  werden,  dass  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen Bericht genügen und zudem die beigezogenen Ärzte im Prinzip  über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen  und  fachlichen  Qualifikationen verfügen. Obwohl Dr. med. D._______ als Fachärztin  für  Innere  Medizin  nicht  über  einen  Facharzttitel  in  den  medizinischen  Disziplinen  Psychiatrie  und  Psychotherapie  verfügt,  könnte  ihren  Stellungnahmen  an  sich  Beweiskraft  zukommen  (vgl.  bspw.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­5379/2009  vom  28.  März  2011).  Diese  Frage kann letztlich jedoch offengelassen werden, da ihren Beurteilungen  aus folgenden Gründen keine volle Beweiskraft zukommen kann:  Die  RAD­Ärztin  Dr.  med.  D._______  ging  in  ihrer  Stellungnahme  vom  27. April  2010  davon  aus,  dass  beim  Beschwerdeführer  in  Verweistätigkeiten  keine  Arbeitsunfähigkeit  mehr  bestehe  und  erstellte  ein  Leistungsprofil  mit  zumutbaren  angepassten  Tätigkeiten.  Dies  erfolgte, obwohl das Gutachten von Dr. med. C._______ mit keinem Wort  auf  die  Arbeitsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  in  einer  angepassten  Tätigkeit  eingeht. Auf welchen medizinischen Akten die diesbezüglichen  Ausführungen  der  RAD­Ärztin  beruhen  –  zumal  keine  persönliche  Untersuchung  des  Beschwerdeführers  stattgefunden  hat  –,  erhellt  in  diesem  Zusammenhang  nicht.  Es  geben  sich  keine  konkreten  Anhaltspunkte  zum  Zustandekommen  dieser  Einschätzung  der  Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten durch das RAD. 

B­1655/2011 Überdies  erscheint  die  Beurteilung  der  RAD­Ärztin  auch  unter  dem  Blickwinkel  der  angenommenen  verminderten  Stressresistenz  in  der  angestammten  Tätigkeit  nicht  aussagekräftig,  denn  es  ist  keineswegs  verständlich, weshalb der Beschwerdeführer in einer Verweisungstätigkeit  trotz  einer  um  30 %  verminderten  Stressresistenz  voll  arbeitsfähig  sein  soll.  Die  diesbezügliche  Argumentation  der  Vorinstanz  im  Rahmen  der  Duplik  vom  23.  Juni  2011,  wonach  beim  Beschwerdeführer  in  seiner  angestammten Tätigkeit als Restaurantleiter grundsätzlich eine vollzeitige  Tätigkeit  möglich  wäre,  jedoch  leistungsmässige  Einschränkungen  von  30 %  bestehen  würden,  zielt  ebenfalls  ins  Leere.  Wenn  der  Beschwerdeführer  in  seiner  angestammten  Tätigkeit  nicht  alle  erforderlichen  Arbeiten  erledigen  kann,  ist  er  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgericht  in  diesem  Umfang  in  Verweisungstätigkeiten  nicht ohne weiteres arbeitsfähig. 7.3.  Um  zu  beurteilen,  wie  weit  die  gesamte  Veränderung  des  Gesundheitszustandes  des  Beschwerdeführers  seit  dem  Referenzzeitpunkt  (14. Juni 2001 bzw. 4. April 2001) geht und  inwiefern  damit  eine  Einschränkung  der  Arbeits­  bzw.  Leistungsfähigkeit  einhergeht, müsste eine umfassende medizinische Beurteilung vorliegen.  Vorliegend  kann  den  Stellungnahmen  des  Gutachters  Dr.  med.  C._______  und  der  RAD­Ärztin  Dr.  med.  D._______  bezüglich  ihrer  Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht gefolgt  werden,  da  diese  Einschätzungen  teilweise  widersprüchlich  sind  und  ihnen jegliche Begründung fehlt, welche eine zuverlässige und schlüssige  Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulassen würden. Sie genügen nicht, um  die  überwiegende  Wahrscheinlichkeit  einer  Verbesserung  der  Arbeitsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  als  erstellt  zu  erachten.  Da  die  Akten  keine  weiteren  verwertbaren  Hinweise  zur  Klärung  der  verbleibenden  Arbeitsfähigkeit  enthalten,  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  in  der  Lage,  den  weiteren  Leistungsanspruch des Beschwerdeführers abschliessend zu bestimmen.  8.  Zusammenfassend  stellt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht  vollständig  festgestellt und gewürdigt hat (vgl. Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG).  Die  Beschwerde  ist  daher  gutzuheissen,  soweit  sie  nicht  durch  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  30.  August  2011  gegenstandslos  geworden ist. 

B­1655/2011 Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  hat  das Gericht,  das  den  Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache zur  weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber  die  nötigen  Instruktionen  vorzunehmen.  Bei  festgestellter  Abklärungsbedürftigkeit  verletzt  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Verwaltung  als  solche  weder  den  Untersuchungsgrundsatz  noch  das  Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich  nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung  des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn  aufgrund  besonderer  Gegebenheiten  nur  ein  Gerichtsgutachten  bzw.  andere  gerichtliche Beweismassnahmen  geeignet wären,  zur  Abklärung  des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die  Rückweisung  nach  den  konkreten  Umständen  als  unverhältnismässig  bezeichnet  werden müsste  (BGE  122 V  163 E. 1d).  Vorliegend  äussert  sich das Gutachten von Dr. med. C._______ nicht zur Arbeitsfähigkeit  in  einer angepassten Tätigkeit. Ebenso blieb die Frage der Arbeitsfähigkeit  in der angestammten Tätigkeit weitgehend ungeklärt. Eine Rückweisung  an  die  Vorinstanz  erscheint  daher  gerechtfertigt  –  dies  auch  unter  dem  Gesichtspunkt,  dass  dem  Beschwerdeführer  einerseits  der  doppelte  Instanzenzug  gewahrt  bleibt  und  er  andererseits  die  Möglichkeit  erhält,  einen  unabhängigen  Gutachter  vorzuschlagen  sowie  generell  auf  das  Gutachten Einfluss  zu  nehmen  (vgl.  BGE  137 V  210,  E.  3.4). Überdies  führt  die  Rückweisung  vorliegend  nicht  zu  einer  Verzögerung  des  Verfahrens  und  entspricht  im  Übrigen  dem  Eventualantrag  des  Beschwerdeführers. Die angefochtene Verfügung vom 11. Februar 2011 ist daher aufzuheben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  damit  diese  sich mit  der Entwicklung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und  deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit dem 14. Juni 2001 bzw.  4.  April  2001  auseinandersetzt.  Sie  hat  nachvollziehbar  darzulegen,  in  welchem Umfang der Beschwerdeführer sowohl in seiner angestammten  Tätigkeit  als  auch  in  einer  angepassten  Tätigkeit  arbeiten  könnte.  Aufgrund  der  erlangten  Erkenntnisse  zu  den  Einschränkungen  der  Arbeitsfähigkeit  hat  die  Vorinstanz  gegebenenfalls  einen  Einkommensvergleich  durchzuführen,  um  den  Invaliditätsgrad  zu  berechnen und anschliessend neu zu verfügen.  9. 

B­1655/2011 Die Verfahrenskosten hat in der Regel die unterliegende Partei zu tragen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Der  unterliegenden  Vorinstanz  sind  allerdings  keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerdeführer  hat  gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art. 7  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Vorinstanz.  Da  er  keine  Kostennote  eingereicht  hat,  ist  die  ihm  zuzusprechende Parteientschädigung  nach Ermessen  und  aufgrund  der  Akten auf Fr. 2'800.− (inklusive Auslagen) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs.  2  VGKE).  Nicht  zu  entschädigen  ist  die  Mehrwertsteuer  (Art.  1  Abs.  2  i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom  12. Juni 2009; MWSTG SR 641.20).  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit sie  nicht  durch  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  30.  August  2011  gegenstandslos  geworden  ist.  Die  angefochtene  Verfügung  vom  11.  Februar  2011  wird  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen,  damit  diese  nach  erfolgter  Abklärung  im  Sinne  der  Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer  innert 30 Tagen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  eine  Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'800.– auszurichten. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde).

B­1655/2011 Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Bianca Spescha Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und hat die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 19. Oktober 2011

B-1655/2011 — Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 B-1655/2011 — Swissrulings