Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 B-1355/2011

5. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,082 Wörter·~20 min·1

Zusammenfassung

Revisionsaufsicht | Entzug der Zulassung als Revisionsexperte

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­1355/2011 Urteil   v om   5 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richterin Eva Schneeberger, Richter Ronald Flury,    Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel. Parteien A._______,  vertreten durch Dr. iur. Bruno Derrer, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,  Vorinstanz.  Gegenstand Entzug der Zulassung als Revisionsexperte.

B­1355/2011 Sachverhalt: A.  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  wurde  mit  Verfügung  vom  17. Dezember 2007 von der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB,  nachfolgend:  Vorinstanz)  unbefristet  als  Revisionsexperte  zugelassen und ins Revisorenregister eingetragen. B.  Am  25. Juni  2009  erlangte  die  Vorinstanz  von  einem  Dritten  Kenntnis  über  eine  gegen  den  Beschwerdeführer  vorliegende  Anzeige  vom  23. Juni  2009  an  die  Standeskommission  der  Treuhand­Kammer.  Darin  wird,  unter  Darlegung  des  entsprechenden  Sachverhalts,  geltend  gemacht,  der  Beschwerdeführer  habe  gegen  die  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  verstossen.  Die  Vorinstanz  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  13. Juli  2009  auf,  Stellung  zu  nehmen,  insbesondere  über  seine  Beziehung  zur  W._______AG  (nachfolgend:  W._______).  Der  Beschwerdeführer  nahm  mit  Schreiben  vom 4. September 2009 Stellung. C.  Mit Verfügung vom 2. Oktober 2009 stellte die Vorinstanz gegenüber dem  Anzeiger fest, dass diesem in einem allfälligen Verfahren um Entzug der  Zulassung  bzw.  um  Erteilung  eines  Verweises  gegen  den  Beschwerdeführer  keine  Parteistellung  zukomme.  Mit  Schreiben  vom  20. Oktober 2009 hielt der Beschwerdeführer fest, er verfüge über einen  unbescholtenen  Leumund  und  biete  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit.  D.  Mit  Schreiben  vom  3. August  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  die  Eröffnung  des  Verfahrens  um  Entzug  der  Zulassung  mit.  Er  habe  durch  seine  direkte  Beteiligung  an  der  W._______,  welche  er  gleichzeitig  seit  2001  als  leitender  Revisor  der  X._______AG  (nachfolgend:  X._______)  geprüft  habe,  gegen  die  Unabhängigkeitsvorschriften verstossen. Zudem bestehe zumindest dem  Anschein  nach  eine  enge  (geschäftliche)  Beziehung  zu  B._______,  Mitglied  des  Verwaltungsrates  und  Mehrheitsaktionär  der  W._______,  was ebenfalls nicht mit der erforderlichen Unabhängigkeit zu vereinbaren  sei.  B._______  und  der  Beschwerdeführer  würden  zusammen  den  Verwaltungsrat  der V._______ AG  (nachfolgend: V._______)  bilden und  hielten  zusammen  86 %.  B._______  würde  im  Rahmen  seines 

B­1355/2011 Zulassungsgesuchs  beaufsichtigte  Fachpraxis  unter  dem  Beschwerdeführer  seit  1999  bei  der  V._______  geltend  machen.  Die  X._______ habe dieselbe Sitzadresse wie die B._______ Treuhand AG.  Verschiedenen  der  V._______  gehörende Gesellschaften,  in  denen  der  Beschwerdeführer  eine  (bzw.  die  alleinige)  Entscheidfunktion  wahrnehme,  würden  seit  2009  von  der  Y._______AG  (nachfolgend:  Y._______)  geprüft.  Die  Y._______  werde  seit  2007  durch  die  U._______AG  (nachfolgend:  U._______)  geprüft,  deren  einziger  Verwaltungsrat  und  Revisionsmitarbeiter  der  Beschwerdeführer  sei.  Es  finde im Resultat eine (indirekte) gegenseitige Revision statt.  E.  Der  Beschwerdeführer  nahm  mit  Schreiben  vom  11. Oktober  2010  Stellung. B._______ sei nicht Mehrheitsaktionär der W._______; er halte  derzeit  13,7 %  des  Aktienkapitals.  Die  W._______  verfüge  über  drei  Verwaltungsräte.  Die  X._______  und  die  B._______  Treuhand AG  würden zwar dieselbe Sitzadresse aufweisen;  ihre Geschäftstätigkeit sei  jedoch an unterschiedlichen Standorten. Weitere Geschäftsbeziehungen  unterhalte  er  nicht  zu  B._______.  Das  gemeinsame  Verwaltungsratsmandat  bei  der  V._______  könne  nicht  den  Anschein  einer  engen  Beziehung  erwecken.  Er  wisse  zwischen  einem  gemeinsamen  Verwaltungsratsmandat  und  seiner  Aufgabe  als  Revisionsstelle  zu  unterscheiden.  Zudem  werde  die  W._______  noch  dieses  Jahr  das Opting­Out  beschliessen  und  die X._______  ihren Sitz  verlegen.  Somit  werde  der  Anschein  der  Unabhängigkeit  wieder  hergestellt,  soweit  dieser  je  beeinträchtigt  gewesen  sei.  Der  Beschwerdeführer  bestritt  eine  Verletzung  der  Unabhängigkeit  durch  gegenseitige Revisionen der Y._______ und anderen Gesellschaften. Es  handle  sich  bei  der  Revision  der  Y._______  um  ein  untergeordnetes  Mandat.  Der  Beschwerdeführer  sei  als  Verwaltungsrat  der  von  der  Y._______  revidierten  Gesellschaften  Auftraggeber.  Die  Vorinstanz  sei  nicht  berechtigt,  die  Tätigkeit  als  Verwaltungsrat  auf  die  Einhaltung  der  Unabhängigkeitsvorschriften  hin  zu  überprüfen.  Der  Entzug  sei  vorher  anzudrohen.  Der  Beschwerdeführer  beantragte,  auf  den  Entzug  der  Zulassung  zu  verzichten,  eventualiter  sei  er  anzuweisen,  den  Anschein  der Unabhängigkeit bis spätestens Ende 2010 wiederherzustellen. F.  Mit  Verfügung  vom  24. Januar  2011  entzog  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  die  am  17. Dezember  2007  erteilte  Zulassung  als 

B­1355/2011 Revisionsexperte  unbefristet;  die  entsprechende  Eintragung  im  Revisorenregister werde gelöscht. Die Vorinstanz sei berechtigt, Verstösse gegen die Unabhängigkeit in die  Beurteilung  der  dauernd  einzuhaltenden  Zulassungsvoraussetzung  der  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  einzubeziehen.  Es  bestehe  eine  genügende  gesetzliche Grundlage  für  den Entzug  einer  Zulassung  bei  schwerwiegenden  Unabhängigkeitsverstössen.  Die  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  sei  eine  zentrale  Voraussetzung  für  die  Revisionstätigkeit.  Die  Zielsetzung  der  Unabhängigkeitsvorschriften  sei  bei der ordentlichen und bei der eingeschränkten Revision dieselbe. Die  Unabhängigkeit sei auch dann beeinträchtigt, wenn sie gegen aussen hin  nicht mehr  als  gegeben  erscheine. Mit  der  Unabhängigkeit  unvereinbar  seien  nebst  formellen  vertraglichen  Bindungen  auch  Geschäftsbeziehungen,  die  zwar  keine  rechtliche,  wohl  aber  eine  wirtschaftliche  Verflechtung  mit  dem  zu  prüfenden  Unternehmen  erzeugten,  so  dass  bei  der  Revisionsstelle  die  Prüfungsaufgabe  in  Konflikt mit  eigenen  Interessen  geraten  könne.  Für  die  Beurteilung  des  äusseren Anscheins der fehlenden Unabhängigkeit sei auf die Würdigung  der  Umstände  durch  einen  durchschnittlichen  Betrachter  aufgrund  der  allgemeinen Lebenserfahrung abzustellen. Es komme nicht darauf an, ob  tatsächlich  eine  Beeinträchtigung  der  Unabhängigkeit  vorliege  und  eine  entsprechende  Gefahr  der  Schädigung  Dritter  bestehe,  da  ein  Dritter  ohne Kenntnis der tatsächlichen inneren Einstellung des Prüfers nicht auf  eine  unabhängige Revision  vertrauen  könne. Entgegen  der Ansicht  des  Beschwerdeführers  sei  zumindest  die  direkte  Beteiligung  an  dem  zu  prüfenden Unternehmen bereits unter altem Recht, spätestens jedoch ab  Inkrafttreten  der  überarbeiteten  Richtlinien  der  Treuhand­Kammer  zur  Unabhängigkeit  im  Jahr 2001,  ungeachtet  ihrer  Höhe,  unzulässig.  Eine  enge Beziehung zwischen dem Revisor und dem Verwaltungsrat der zu  prüfenden  Gesellschaft  sei  nicht  mit  der  erforderlichen  Unabhängigkeit  der Revisionsstelle vereinbar.  Der  Beschwerdeführer  sei  mit  Blick  auf  sein  Verhältnis  zu  B._______,  Verwaltungsrat und bedeutender  (fiduziarischer Mehrheits­) Aktionär der  W._______,  nicht  unabhängig  in  Bezug  auf  das  Mandat  als  Revisionsstelle  der  W._______.  B._______  und  der  Beschwerdeführer  bildeten den Verwaltungsrat der V._______, zusammen hielten sie 86 %  der Aktien. Es sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer über diese  AG bzw. über deren 100 %­ige Tochtergesellschaften einen wesentlichen  Teil seiner Geschäftstätigkeit abwickle. Der Beschwerdeführer sei bei den 

B­1355/2011 meisten Tochtergesellschaften der V._______  (einziger) Verwaltungsrat.  Die  X._______,  über  welche  die  Revision  der W._______  durchgeführt  werde, sei eine 100 %­ige Tochtergesellschaft der V._______ und habe  dieselbe Sitzadresse wie die B._______ Treuhand AG. B._______ habe  zudem in seinem Gesuch um Zulassung beaufsichtigte Fachpraxis unter  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  einer  teilzeitlichen  Tätigkeit  für  die  V._______ geltend gemacht.  Indem der Beschwerdeführer  über  die U._______  seit  dem 5. Juli  2007  die  Revision  der  Y._______  vornehme  und  diese  gleichzeitig  bei  verschiedenen Gesellschaften, in denen er (einziger) Verwaltungsrat sei,  ebenfalls  Prüfungen  der  Jahresrechnungen  durchführe,  verstosse  er  weiter gegen die Grundsätze der Unabhängigkeit. Die  W._______  habe  inzwischen  ein  Opting­Out  beschlossen.  Die  X._______ werde nach Angaben des Beschwerdeführers in diesem Jahr  ihren  Sitz  verlegen,  um  den  Anschein  der  nahen  Beziehung  zu  B._______ bzw.  der B._______ Treuhand AG zu beseitigen. Dies wirke  sich  im Rahmen der Gesamtbeurteilung der Verstösse und der mit Blick  auf  die  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  anzustellenden  Prognose  zwar  günstig  aus,  die Verstösse würden  aber  nicht  zwingend  geheilt.  Es  sei  vielmehr  massgebend,  ob  die  damals  geltenden  Vorschriften eingehalten worden seien, was vorliegend klarerweise nicht  der  Fall  sei. Die Gewähr  für  eine  einwandfreie Prüftätigkeit  könne  nicht  durch  Beseitigung  des  verpönten  Zustands  in  jedem  Fall  automatisch  wiederhergestellt  werden.  Es  gehe  vielmehr  darum,  ob  ein  Dritter  Vertrauen in die Prüftätigkeit haben könne oder nicht.  Durch  die  mehrfachen,  qualifizierten  und  langjährigen  Verstösse  gegen  die  massgebenden  Vorschriften  über  die  Unabhängigkeit  werde  das  Vertrauen  in  die  Prüftätigkeit  des  Beschwerdeführers  aus  Sicht  eines  objektiven  Dritten  beeinträchtigt.  Als  leitender  Revisor  habe  er  die  Verantwortung  für  die  jeweiligen  Revisionsmandate  getragen  und  hätte  dafür besorgt sein müssen, dass die Unabhängigkeit eingehalten werde. Der Entzug der Zulassung sei verhältnismässig. Es sei vorliegend keine  mildere Massnahme denkbar. Ein schriftlicher Verweis dränge sich nicht  auf.  Ein  befristeter  Entzug  als  mildere  Massnahme  könne  den  Zulassungsträger unter Umständen härter treffen als ein unbefristeter, bei  dem  in absehbarer Zeit  ein erneutes Zulassungsgesuch gestellt werden  könne. Vorliegend sei die mangelnde Einsicht des Beschwerdeführers in 

B­1355/2011 das eigene Fehlverhalten negativ zu gewichten.  Insgesamt erwecke der  Beschwerdeführer  den  Eindruck,  mit  den  geltenden  Grundsätzen  zur  Unabhängigkeit ungenügend vertraut zu sein.  Der  unbefristete  Entzug  sei  zwar  mit  wirtschaftlichen  Folgen  für  den  Beschwerdeführer  verbunden.  Die  dadurch  erforderliche  interne  Neuorganisation bzw. Umstrukturierung der V._______­Gruppe erscheine  jedoch  als  zumutbar.  Der  Beschwerdeführer  könne  zudem weiterhin  an  Revisionsdienstleistungen mitwirken. G.  Mit Eingabe vom 25. Februar 2011 erhob der Beschwerdeführer dagegen  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt  die  Aufhebung der angefochtenen Verfügung. In verfahrensmässiger Hinsicht  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen.  Die  Vorinstanz sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene  Entschädigung zu bezahlen. Bei  der  W._______  handle  es  sich  nicht  um  eine  börsenkotierte  Gesellschaft;  die  Revision  erfolge  freiwillig.  Es  sei  nicht  nachgewiesen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  erforderliche  Unabhängigkeit  zur  W._______  als  Revisor  nicht  gehabt  habe.  Der  Beschwerdeführer  sei  mittlerweile  nicht  mehr  Revisor  der  W._______.  In  Bezug  auf  seine  Position  als  stiller  Gesellschafter  der  einfachen Gesellschaft  Z._______  und dem Darlehen in der Höhe von Fr. 800'000.− sei anzufügen, dass die  Kapitalerhöhung  2008  durch  eine  Kapitalherabsetzung  wieder  aufgehoben worden sei und damit die Z._______ nicht mehr Teilhaberin  der  W._______  sei.  Diese  Beteiligung  sei  für  Aussenstehende  nicht  ersichtlich gewesen. Die Unabhängigkeit sei sowohl  tatsächlich als auch  dem Anschein nach nie beeinträchtigt  gewesen. Die X._______  sei  seit  dem  26. Oktober  2010  nicht  mehr  Revisionsstelle  der  W._______.  Die  Konstellation  U._______/Y._______  sei  bereits  Geschichte,  da  die  Y._______  auf  Wunsch  des  Beschwerdeführers  bereits  eine  neue  Revisionsstelle gewählt habe. Es sei der Vorinstanz beizupflichten, dass  juristisch gesehen der Anschein der Beeinträchtigung der Unabhängigkeit  gegeben sei. Jedoch habe die Vorinstanz nicht belegen können, dass es  sich faktisch um gegenseitige Revisionen handle. Es wäre der Vorinstanz  möglich  gewesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Wiederherstellung  des  Anscheins  der  Unabhängigkeit  anzusetzen.  Die  W._______  habe  sich  zwischenzeitlich  für  ein  Opting­Out  entschieden.  Der  unbefristete  Entzug  der  Zulassung  sei  nicht  verhältnismässig.  Die 

B­1355/2011 Vorinstanz  habe  Bundesrecht  verletzt  und  ihr  Ermessen  überschritten  bzw.  missbraucht.  Der  Beschwerdeführer  habe  den  rechtmässigen  Zustand von sich aus wieder hergestellt. Zudem hätte die Vorinstanz den  Entzug  vorgängig  androhen  müssen.  Die  Vorinstanz  habe  willkürlich  gehandelt.  Der  Beschwerdeführer  habe  lediglich  den  juristischen  Anschein  der  Unabhängigkeit  nicht  eingehalten.  Die  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  sei  durch  die  Beseitigung  des  verpönten  Zustands automatisch wiederhergestellt, wenn lediglich der Anschein der  Unabhängigkeit beeinträchtigt gewesen sei. Es sei widersprüchlich, wenn  die Vorinstanz behaupte, das Vertrauen in eine einwandfreie Prüftätigkeit  müsse  im  Laufe  der  Zeit  durch  entsprechendes  Wohlverhalten  zurückgewonnen  werden.  Eine  mildere  Massnahme  falle  sehr  wohl  in  Betracht.  H.  Mit  Vernehmlassung  vom  31. März  2011  schliesst  die  Vorinstanz  auf  Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer verkenne, dass nicht  nur  tatsächliche  Verstösse  gegen  die  Unabhängigkeit  von  den  gesetzlichen sowie berufsrechtlichen Vorschriften erfasst seien, sondern  auch Verstösse gegen die Unabhängigkeit dem Anschein nach. Diese sei  beeinträchtigt, wenn Tatsachen und Umstände vorliegen würden, die so  schwer ins Gewicht fielen, dass ein Dritter daraus schliessen müsste, die  Integrität,  die  Objektivität  oder  die  berufsübliche  kritische  Grundhaltung  des Revisionsunternehmens oder eines Mitglieds des Prüfungsteams sei  gefährdet.  Beurteilungsmassstab  bilde  die  Würdigung  der  Umstände  durch  einen  durchschnittlichen  Betrachter  aufgrund  der  allgemeinen  Lebenserfahrung. Eine direkte Beteiligung am geprüften Unternehmen sei  per se unvereinbar mit der Unabhängigkeit der Revisionsstelle. Untersagt  sei  damit  bereits  eine  unbedeutende  direkte  Beteiligung  am  geprüften  Unternehmen. Dies gelte auch im Rahmen der eingeschränkten Revision.  Vorliegend  sei  unbestritten,  dass  der Beschwerdeführer  als Revisor  der  W._______ sowohl direkt als auch indirekt an der geprüften Gesellschaft  beteiligt  sei.  Nicht  erheblich  sei,  ob  eine  tatsächliche  Beeinträchtigung  vorgelegen  habe.  Dasselbe  gelte  mit  Blick  auf  die  enge  Geschäftsbeziehung  zu B._______  als  Entscheidträger  der W._______.  Der  nachträgliche  Wegfall  eines  früheren  Unvereinbarkeitstatbestandes  heile  einen  Verstoss  jedoch  nicht  automatisch.  Der  Beschwerdeführer  bestreite  nicht,  dass  eine  unzulässige  bedeutende  bzw.  wesentliche  indirekte Beteiligung an der W._______ vorgelegen habe. Würde man der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  folgen,  wäre  grundsätzlich  jede  Unabhängigkeitsverletzung zulässig,  solange sie dem durchschnittlichen 

B­1355/2011 Betrachter nicht bekannt sei bzw. bekannt sein könne und die Vorinstanz  dürfte nicht einschreiten. Dies wäre offensichtlich nicht mit dem Ziel des  Revisionsaufsichtsgesetzes vereinbar.  Die  Revision  der  Y._______  durch  die  U._______  mit  Blick  auf  die  gleichzeitige  Tätigkeit  der  Y._______  als  Revisionsstelle  verschiedener  zur  V._______­Gruppe  gehörender  Gesellschaften  sei  als  faktische  gegenseitige  Revision  einzuordnen.  Dass  der  rechtmässige  Zustand  mittlerweile  durch  den  Rücktritt  der  U._______  als  Revisionsstelle  der  Y._______  wiederhergestellt  worden  sei,  ändere  an  der  festgestellten  Unabhängigkeitsverletzung nichts. Entsprechend sei die Vorinstanz nicht  verpflichtet  gewesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustands  einzuräumen;  dies  werde  ohnehin  auch  ohne  konkrete  Aufforderung  durch  die  Aufsichtsbehörde  erwartet  und  ergebe  sich  aus  den  Sorgfaltspflichten  eines Revisors. Der unbefristete Entzug der Zulassung sei  verhältnismässig. Angesichts  der  Schwere  der  Verfehlungen  komme  keine  mildere  Massnahme  in  Betracht.  Der  Beschwerdeführer  verfüge  über  die  bestmögliche  Ausbildung  im  Revisionsbereich  und  sei  zudem Mitglied  der  Treuhand­ Kammer. Es dürfe erwartet werden, dass eine solche Person besonders  sensibilisiert  sei  für eine derart  zentrale Voraussetzung der Tätigkeit als  Abschlussprüfer wie jene der Unabhängigkeit. Vorliegend bestehe weder  Einsicht  des  Beschwerdeführers,  noch  sei  die  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustands  innert  zumutbarer  Frist  erfolgt:  Die  X._______  sei  erst  16 Monate  nach  der  ersten  Aufforderung  zur  Stellungnahme  als  Revisionsstelle  der  W._______  aus  dem  Handelsregister  gelöscht  worden.  Entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführers, der aufgrund der Schwere der Verfehlungen zur Zeit  keine Gewähr  für  eine  einwandfreie Prüftätigkeit mehr  biete, müsse  die  Vorinstanz  vorliegend  den  Entzug  der  Zulassung  nicht  vorgängig  androhen. I.  Mit ergänzender Eingabe vom 20. Juni 2011 hält die Vorinstanz an ihren  Rechtsbegehren  fest.  Sie  präzisiert,  unter  Verweis  auf  die  neueste  Rechtsprechung  im Zusammenhang mit erhöhten Anforderungen an die  Prüfungs­  und  Begründungsdichte  im  Bereich  der  Leumunds­  und  Gewährsprüfung,  dass  vorliegend  im  Rahmen  der  Beurteilung  der  Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit auch entlastende bzw. positive 

B­1355/2011 Tatsachen  berücksichtigt  worden  seien  (Opting­out  der  W._______,  beabsichtigte Sitzverlegung der X._______, Rücktritt  der U._______ als  Revisionsstelle  der  Y._______).  Nicht  explizit  gewürdigt  habe  sie  den  Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  als  Wirtschaftsprüfer  seit  1984  mit  Ausnahme  der  festgestellten  Unabhängigkeitsverstösse  sich  nichts  Aktenkundiges  habe  zu Schulden  kommen  lassen.  Die  Vorinstanz  könne  jedoch  die  Gewähr  für  eine  einwandfreie Prüftätigkeit  nicht  im Sinne einer positiven Zusicherung an  denjenigen  Personenkreis,  der  auf  den  Revisionsbericht  einer  zugelassenen  Person  vertraue,  feststellen  und  damit  abschliessend  positiv  beurteilen;  die  gesamten  bisherigen  beruflichen  und  ausserberuflichen  Tätigkeiten  könnten  nicht  lückenlos  in  fachlicher  oder  persönlicher Hinsicht  überprüft  werden.  Vielmehr werde  die Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  nur  verneint,  wenn  konkrete  Umstände  vorliegen  würden,  die  berechtigte  Zweifel  an  der  Gewähr  aufkommen  liessen,  und  die  Vorinstanz  nach  einer  vertieften  Prüfung  zum  Schluss  gelange, die Gewähr sei tatsächlich nicht mehr gegeben. Tatsachen, die  der Vorinstanz nicht bekannt seien, könne sie weder positiv noch negativ  in  ihre  Abwägung  einbeziehen.  Aus  dem  Umstand,  dass  ausser  den  bereits  bekannten  keine  weiteren  leumundsrelevanten  Tatsachen  aktenkundig  seien,  ergebe  sich  nicht  zwingend  die  Schlussfolgerung,  dass  sich  die  betreffende  Person  in  jeder  Hinsicht  gewährskonform  verhalten  habe.  Weiter  sei  zu  bedenken,  dass  Sorgfaltsverstösse  von  Revisoren  und  Revisionsexperten  naturgemäss  nicht  sofort,  sondern –  wenn  überhaupt  –  erst  einige  Zeit  nach  deren  Begehung  festgestellt  würden  (etwa  im  Rahmen  einer  Verantwortlichkeitsklage  gegen  die  Revisionsstelle,  eines  Unternehmenskonkurses  oder  aufgrund  einer  nachträglichen Intervention einer Aufsichtsbehörde).  Es entspreche der Natur des unbefristeten Zulassungsentzugs, dass sich  die  Vorinstanz  nicht  zum  Zeithorizont  geäussert  habe,  in  dem  der  Beschwerdeführer  die  Wiederherstellung  seiner  Zulassung  beantragen  könne.  Voraussetzung  dafür  wäre  die  mittlerweile  erfolgte  Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gewesen. Die Vorinstanz  stelle  dem  Beschwerdeführer  mit  Blick  auf  seine  zukünftige  Revisionstätigkeit  und  gestützt  auf  die  begangenen  schweren,  mehrfachen und  langjährigen Verfehlungen gepaart mit der mangelnden  Einsicht  in  dieselben  eine  ungünstige  Prognose  aus.  Die  konkrete  Festlegung  eines  Zeitpunktes,  in  dem  der  Beschwerdeführer  gegebenenfalls  wieder  zugelassen  werden  könnte,  sei  hypothetischer  Natur.  Sofern  der  Beschwerdeführer  jedoch  nachweise,  dass  er  die 

B­1355/2011 Konzeption der Unabhängigkeitsanforderungen an die Revisionsstelle  in  ihrer  Gesamtheit  verstehe  und  glaubwürdig  die  Absicht  äussere,  sich  inskünftig daran zu halten – was zunächst die Einsicht in die begangenen  Fehlleistungen voraussetze – sei eine erneute Zulassung voraussichtlich  in  drei  Jahren  seit  Beendigung  der  Unabhängigkeitsverstösse  bzw.  Einsicht  in  dieselben  möglich,  sofern  sich  in  der  Zwischenzeit  keine  anderen  Elemente  ergeben  würden,  die  gegen  eine  erneute  Zulassung  sprächen. J.  Mit  Stellungnahme  vom  11. Juli  2011  beantragt  der  Beschwerdeführer,  die ergänzende Eingabe der Vorinstanz vom 20. Juni 2011 sei aus dem  Recht zu weisen; es handle sich um eine unzulässige Eingabe, da diese  keine ausschlaggebenden Vorbringen oder entscheidrelevante Tatsachen  beinhalte. Im Übrigen hält er an seinen Rechtsbegehren fest.  Die  Argumentation  der  Vorinstanz,  dass  sich  aus  der  Tatsache,  dass  keine  weiteren  leumundsrelevanten  Tatsachen  bekannt  seien,  nicht  die  Schlussfolgerung  ergebe,  dass  sich  die  betreffende  Person  in  jeder  Hinsicht  gewährskonform  verhalten  habe,  verstosse  in  krasser  Weise  gegen  die  Unschuldsvermutung.  Die  Vorinstanz  habe  in  der  angefochtenen  Verfügung  keine  einzige  tatsächliche  Verletzung  der  Unabhängigkeit  festgestellt.  Dass  der  Beschwerdeführer  von  sich  aus  diese  Verletzung  des  Anscheins  der  Unabhängigkeit  korrigiert  habe,  zeige, dass er einsichtig sei. Der Beschwerdeführer sei in gutem Glauben  gewesen,  sein  Verhalten  sei  rechtens.  Es  sei  von  der  Vorinstanz  nicht  gewürdigt worden, dass der Beschwerdeführer aus eigenem Antrieb den  rechtmässigen  Zustand  wiederhergestellt  habe.  Warum  dem  Beschwerdeführer  eine  ungünstige  Prognose  ausgestellt  werde,  sei  angesichts des seit 1984 makellosen beruflichen Vorlebens schleierhaft.  Unklar  sei, wie der Beschwerdeführer  künftig nachweisen solle, dass er  die  Konzeption  der  Unabhängigkeitsvorschriften  in  ihrer  Gesamtheit  verstanden und die Absicht habe, sich daran zu halten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Streitsache  zuständig  (Art. 31 f.  sowie  Art. 33  Bst. e  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m.  Art. 28  Abs. 2  des Revisionsaufsichtsgesetzes  vom  16. Dezember  2005  [RAG, SR 221.302]).

B­1355/2011 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren  teilgenommen  (Art. 48  Abs. 1  Bst. a  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]), ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  (Art. 48  Abs. 1  Bst. b VwVG) und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). Die Beschwerde wurde frist­ und formgerecht eingereicht und die übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und  Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  2.1.  Der  Verfahrensantrag  des  Beschwerdeführers  auf  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  erweist  sich  als  gegenstandslos,  da  der  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung  zukommt  (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz der angefochtenen Verfügung  die aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG). 2.2.  Zum  Verfahrensantrag  des  Beschwerdeführers,  die  ergänzende  Eingabe der Vorinstanz vom 20. Juni 2011 aus dem Recht zu weisen, ist  dem  Beschwerdeführer  zwar  zuzustimmen,  wenn  er  darlegt,  dass  der  Vorinstanz  als  verfügende  Behörde  streng  genommen  keine  Parteistellung  nach  Art. 6  VwVG  zukommt.  Jedoch  hat  sie  eine  parteiähnliche Stellung  inne,  in der  ihr  gesetzliche Rechte und Pflichten  zufallen;  insbesondere  ist  die Vorinstanz  im Rahmen von Art. 57 Abs. 1  VwVG  ermächtigt,  innerhalb  des  Streitgegenstands  Prozessanträge  zu  stellen, zu begründen und allenfalls auf ihre Verfügung zurückzukommen  (vgl.  Art. 58  Abs. 1  VwVG;  VERA MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in:  Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009,  Art. 6  N. 56).  Somit  kommen  der  Vorinstanz  grundsätzlich  dieselben  Parteirechte zu wie der beschwerdeführenden Partei (ISABELLE HÄNER, in:  Auer/ Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 9  zu  Art. 6,  mit  Hinweisen).  Im  Beschwerdeverfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  dürfen  im  Rahmen  des  Streitgegenstands  neue  Tatsachen,  neue  Beweismittel  sowie  eine  neue  rechtliche  Begründung  vorgebracht  werden.  Solche  Vorbringen  sind  zu  berücksichtigen,  selbst  wenn  sie  verspätet  sind 

B­1355/2011 (Art. 32  Abs. 2  VwVG;  BVGE  2009/9  E. 3.3.1).  Unter  den  Begriff  der  Verspätung  fallen  auch  unaufgeforderte  Eingaben  (BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 32 N. 14). Vorliegend  hat die Vorinstanz mit  ihrer ergänzenden Eingabe die Begründung  ihrer  Vernehmlassung  lediglich  im  Lichte  der  neuesten  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  in  zwei  Punkten  ergänzt  (Berücksichtigung  positiver  Gesichtspunkte  im  Rahmen  der  Leumundsbeurteilung  sowie  zeitliche  Prognose  in  Bezug  auf  eine  erneute  Gesuchseinreichung),  jedoch  an  ihren  Anträgen  festgehalten.  Der  Beschwerdeführer  hatte  Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Es besteht somit keine Veranlassung,  auch nicht aus prozessökonomischen Gründen, die ergänzende Eingabe  der  Vorinstanz  aus  dem  Recht  zu  weisen;  der  Verfahrensantrag  des  Beschwerdeführers ist daher abzuweisen. 3.  Das  Revisionsaufsichtsgesetz  ist  seit  dem  1. September  2007  in  Kraft  (Verordnung  über  die  weitere  Inkraftsetzung  des  Revisionsaufsichtsgesetzes  vom  22. August  2007  [AS 2007  3969]).  Dieses  regelt die Zulassung und die Beaufsichtigung von Personen, die  Revisionsdienstleistungen  erbringen,  und  dient  der  ordnungsgemässen  Erfüllung  und  der  Sicherstellung  der  Qualität  von  Revisionsdienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG). Natürliche  Personen  und  Revisionsunternehmen,  die  Revisionsdienstleistungen erbringen, bedürfen einer Zulassung durch die  Aufsichtsbehörde (Art. 3 Abs. 1 und Art. 28 RAG  i.V.m. Art. 1 Abs. 1 der  Revisionsaufsichtsverordnung  vom  22. August  2007  [RAV,  SR 221.302.3]).  Diese  entscheidet  auf  Gesuch  hin  über  die  Zulassung  von  Revisionsexpertinnen  und  Revisionsexperten,  Revisorinnen  und  Revisoren sowie staatlich beaufsichtigten Revisionsunternehmen (Art. 15  Abs. 1  RAG).  Eine  natürliche  Person  wird  (unbefristet)  als  Revisionsexpertin  zugelassen,  wenn  sie  die  Anforderungen  an  Ausbildung  und  Fachpraxis  erfüllt  und  über  einen  unbescholtenen  Leumund verfügt (Art. 4 RAG). Erfüllt  ein  Revisor  oder  ein  Revisionsexperte  die  Zulassungsvoraussetzungen  (Art. 4­6  RAG)  nicht  mehr,  kann  die  Vorinstanz  nach  Art. 17  Abs. 1  RAG  die  Zulassung  befristet  oder  unbefristet  entziehen.  Der  Entzug  ist  vorgängig  anzudrohen,  sofern  die  Zulassungsvoraussetzungen  wiederhergestellt  werden  können  (Art. 17 

B­1355/2011 Abs. 1 Satz 2 RAG). Im Revisorenregister wird der entsprechende Eintrag  sodann von der Vorinstanz gelöscht (Art. 22 Bst. c RAV).  Vorliegend  spricht  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  den  unbescholtenen Leumund ab; die Erfüllung der übrigen Voraussetzungen  ist nicht bestritten, weshalb im Folgenden zu prüfen ist, ob die Vorinstanz  dem Beschwerdeführer zu Recht die Voraussetzung des unbescholtenen  Leumunds zur Zeit abspricht und der unbefristete Entzug der Zulassung  als Revisionsexperte rechtmässig ist. 4.  Nach Art. 4 RAV wird ein Gesuchsteller zugelassen, wenn er über einen  unbescholtenen  Leumund  verfügt  und  wenn  sich  aus  keinen  anderen  persönlichen  Umständen  ergibt,  dass  er  nicht  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  bietet;  zu  berücksichtigen  sind  insbesondere  strafrechtliche Verurteilungen, deren Eintrag  im Zentralstrafregister  nicht  entfernt ist, sowie bestehende Verlustscheine. 4.1.  Die  Vorinstanz  weist  sinngemäss  darauf  hin,  dass  die  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  betreffend  Leumund  nicht  immer übereinstimmend bzw. konsistent sei und bringt damit einen  gewissen  Klärungsbedarf  zum  Ausdruck,  weshalb  die  wesentlichen  Fragen  in den  folgenden Erwägungen, mit Blick auf den konkreten Fall,  präzisiert und zusammengefasst werden. 4.1.1. Beim  Begriff  des  unbescholtenen  Leumunds  handelt  es  sich  um  einen  unbestimmten  Rechtsbegriff,  welcher  in  Art. 4  RAV  konkretisiert  wird,  jedoch  im  Weiteren  auslegungsbedürftig  ist.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  dessen  Auslegung  und  Anwendung eine Rechtsfrage, die grundsätzlich ohne Beschränkung der  richterlichen Kognition zu überprüfen ist. Nach konstanter Praxis ist dabei  jedoch  Zurückhaltung  zu  üben  und  den  Verwaltungsbehörden  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum  zuzuerkennen,  wenn  der  Entscheid  besondere  Kenntnisse  oder  Vertrautheit  mit  den  tatsächlichen  Verhältnissen  voraussetzt  und  die  Behörde  die  für  den  Entscheid  wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen  sorgfältig  und  umfassend  durchgeführt  hat  (BGE 131  II  680  E. 2.3.2,  BGE 127  II  184  E. 5a;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/ FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen  2010, Rz. 446c f.).

B­1355/2011 4.1.2. Bei der Frage, ob die von der Vorinstanz genannten Verfehlungen  des  Beschwerdeführers  seinen  beruflichen  Leumund  und  guten  Ruf  beeinträchtigen  und  er  keine  Gewähr  für  die  vertrauenswürdige  Ausübung  seiner  Revisionstätigkeit  sowie  die  getreue  Einhaltung  der  entsprechenden Pflichten zu bieten vermag, verfügt die Vorinstanz somit  über  einen  grossen  Beurteilungsspielraum;  sie  hat  indessen  stets  den  Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten (vgl. unten E. 7), d.h. für  die Verneinung eines guten Leumunds muss eine gewisse Schwere der  Verfehlung  vorliegen,  und  diese  muss mit  der  Verweigerung  bzw.  dem  Entzug der Zulassung in einem vernünftigen Verhältnis stehen (Urteil des  Bundesgerichts 2C_505/2010 vom 7. April 2011 E. 4.3 mit Hinweisen). 4.1.3. Der  Begriff  des  unbescholtenen  Leumunds  bzw.  der  Gewähr  für  eine einwandfreie Prüftätigkeit  ist mit Blick auf die besonderen Aufgaben  der  Revisionsstelle  und  in  Anlehnung  an  die  entsprechenden  Bestimmungen des Finanzmarktrechts sowie unter Berücksichtigung der  dazu  entwickelten  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  auszulegen  (Urteil des Bundesgerichts 2C_505/2010 vom 7. April 2011 E. 4.2 sowie  2C_834/2010  vom  11. März  2011  E. 3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­2440/2008 vom 16. Juli 2008 E. 4.2.3; vgl.  auch  die  Antwort  des  Bundesrates  vom  20. September  2010  auf  die  Frage  [10.5350]  Revisionsaufsichtsbehörde,  Was  ist  ein  Leumundszeugnis?,  von  Nationalrat  Jean  Henri  Dunant).  Bei  einer  Gewährsprüfung  müssen  grundsätzlich  verschiedene  Elemente  wie  Integrität,  Gewissenhaftigkeit  und  einwandfreie  Sorgfalt  als  berufsspezifische  Leumundsmerkmale  oder  allgemeine  Eigenschaften  wie  Ansehen,  Achtung  und  Vertrauenswürdigkeit  berücksichtigt  werden  (Urteil des Bundesgerichts 2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 3.2; URS  BERTSCHINGER,  in:  Rolf  Watter/Urs  Bertschinger  [Hrsg.],  Basler  Kommentar,  Revisionsrecht,  Basel 2011,  nachfolgend:  BSK­ Revisionsrecht,  Rz. 44  zu  Art. 4  RAG).  Unter  Umständen  können  auch  Aktivitäten,  die  über  die  Tätigkeit  als  Revisor  und  Revisionsexperte  hinausgehen, die Beurteilung der einwandfreien Prüftätigkeit beeinflussen  (vgl.  BGE 129  II  438  E. 3.3,  BGE 99  Ib  104  E. 2b).  Eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  erfordert  fachliche  Kompetenz  und  ein  korrektes  Verhalten  im  Geschäftsverkehr,  worunter  in  erster  Linie  die  Einhaltung  der  Rechtsordnung, namentlich des Revisionsrechts, aber auch des Zivil­ und  Strafrechts, sowie die Beachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben  zu  verstehen  ist  (Urteil  des Bundesgerichts  2C_834/2010  vom 11. März  2011  E. 3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6373/2010  vom  20. April  2011  E. 2.4).  Nach  dem  Zweckartikel  des 

B­1355/2011 Revisionsaufsichtsgesetzes  dient  dieses  der  ordnungsgemässen  Erfüllung  und  der  Sicherstellung  der  Qualität  von  Revisionsdienstleistungen  (Art. 1  Abs. 2  RAG).  Die  Umschreibung  des  Zwecks  ist  für  die  Auslegung  des  Revisionsaufsichtsgesetzes  heranzuziehen  (Botschaft  zur  Änderung  des  Obligationenrechts  [Revisionspflicht  im  Gesellschaftsrecht]  sowie  zum  Bundesgesetz  über  die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren vom  23. Juni  2004,  BBl 2004  3969 ff.,  4059.,  nachfolgend:  Botschaft  RAG;  RETO  SANWALD/LORIS  PELLEGRINI,  Revision  ohne  Zulassung,  Auswirkungen  im  Straf­,  Verwaltungs­  und  Zivilrecht,  in:  Der  Schweizer  Treuhänder [ST] 2010, S. 640 ff., 644). 4.1.4.  Der  gute  bzw.  einwandfreie  Leumund  gilt  dabei  als  Standard;  insofern  sind  entlastende  bzw.  positive  leumundsrelevante  Tatsachen  zwar zu bezeichnen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­7967/2009  vom  18. April  2011  E. 5.2.1  sowie  E. 5.3),  soweit  die  Vorinstanz  davon  Kenntnis hat, jedoch nicht automatisch als entlastend zu werten, sondern  grundsätzlich neutral zu behandeln; diesbezüglich verhält es sich ähnlich  wie im Strafrecht betreffend fehlende Vorstrafen (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4).  Der Leumund bestimmt sich aufgrund aktenkundiger früherer Vorfälle (zur  zeitlichen  Dimension  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_834/2010  vom  11. März  2011  E. 6.2)  oder  aktuell  zu  beurteilender  Sachverhalte.  Ob  etwas aktenkundig ist, hat letztlich eine zufällige Komponente, ist aber auf  jeden  Fall  erschwerend  zu  berücksichtigen.  Ebenso  sind  persönliche  Umstände entlastend zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Einsicht,  die Wiedergutmachung des Schadens (analog der Wiedergutmachung im  Strafrecht,  Art. 53  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  [StGB,  SR 311.0]),  die  Wiederherstellung  des  rechtmässigend Zustands oder die Einmaligkeit einer Verfehlung. 4.2.  Die  Einhaltung  der  Vorschriften  über  die  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  bei  Aktiengesellschaften  nach  Art. 728  (ordentliche  Revision) und 729 (eingeschränkte Revision) des Obligationenrechts vom  30. März 1911 (OR, SR 220)  ist  für die Erfüllung der Voraussetzung des  unbescholtenen Leumunds offenkundig bestimmend. Dasselbe gilt für die  standesrechtlichen  Unabhängigkeitsbestimmungen  (Richtlinien  zur  Unabhängigkeit,  zuletzt  geändert  am  6. Dezember  2010,  hrsg.  von  der  Treuhand­Kammer),  zu  deren  Einhaltung  der  Beschwerdeführer  als  Mitglied  der  Treuhand­Kammer  verpflichtet  ist  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7348/2009  vom  3. Juni  2010  E. 9).  Die  Unabhängigkeit  ist  als  zentrales  Anliegen  der  Revisionsaufsicht  sowie 

B­1355/2011 des  Berufs­  und  Standesrechts  zu  werten  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7967/2009  vom  18. April  2011  E. 4.3  mit  Hinweisen).  4.2.1.  Art. 728  OR  regelt  die  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  für  Gesellschaften, die der ordentlichen Revision (Art. 727 OR) unterstehen.  Nach  Abs. 1  hat  die  Revisionsstelle  unabhängig  zu  sein  und  sich  ihr  Prüfungsurteil  objektiv  zu  bilden.  Die  Unabhängigkeit  darf  weder  tatsächlich  noch  dem  Anschein  nach  beeinträchtigt  sein.  Abs. 2  listet  einen  nicht  abschliessenden  Negativkatalog  von  Tatbeständen  auf,  die  mit der Unabhängigkeit unvereinbar sind. Diese Bestimmungen gelten für  alle  an  der  Revision  beteiligten  Personen  (Abs. 3).  Abs. 5  regelt,  inwieweit  nahestehende  Personen  die  Unabhängigkeitsvorschriften  zu  erfüllen  haben.  Nach  Abs. 6  erfassen  die  Bestimmungen  über  die  Unabhängigkeit  auch  Gesellschaften,  die  mit  der  zu  prüfenden  Gesellschaft  oder  der  Revisionsstelle  unter  einheitlicher  Leitung  stehen  (Konzernbetrachtung). 4.2.2.  Die  eingeschränkt  prüfende  Revisionsstelle  einer  Gesellschaft  untersteht  im  Grundsatz  denselben  Anforderungen  (Art. 729  OR;  Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts B­6373/2010 vom 20. April 2011 E. 2.5.4  mit  Hinweisen).  Die  Unvereinbarkeitstatbestände,  deren  Aufzählung  in  Art. 729  OR  fehlt,  sind  nach  der  Lehre  auch  bei  der  eingeschränkten  Revision  anwendbar  (ROLF  WATTER/CORRADO  RAMPINI,  in:  Heinrich  Honsell/ Nedim  Peter  Vogt/Rolf  Watter  [Hrsg.],  Basler  Kommentar,  Obligationenrecht II, Art. 530­1186 OR, 3. Aufl., Basel 2008, nachfolgend:  BSK­OR,  Rz. 4  zu  Art. 729;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 6373/2010  vom  20. April  2011  E. 2.5.4),  oder  dienen  zumindest  als  Leitlinie  (Botschaft  RAG,  BBl 2004  4026).  Ausnahme  bildet  Art. 729  Abs. 2  OR,  der  das  Mitwirken  bei  der  Buchführung  und  das  Erbringen  anderer Dienstleistungen  für  die  zu  prüfende Gesellschaft  grundsätzlich  erlaubt;  sofern  das  Risiko  der  Überprüfung  eigener  Arbeiten  entsteht,  muss  durch  geeignete  organisatorische  und  personelle  Massnahmen  eine  verlässliche  Prüfung  sichergestellt  werden  (Art. 729  Abs. 2  zweiter  Satz OR). 4.3.  Die  dem  Beschwerdeführer  vorgeworfenen  Unabhängigkeitsverletzungen  fallen  in  den  Zeitraum  zwischen  2001  bis  2011.  Bereits  unter  dem  ab  1992  bis  2007  geltenden  Recht  mussten  Revisoren von den revidierten Gesellschaften und ihren beherrschenden 

B­1355/2011 Aktionären  und Organen  unabhängig  sein  (Art. 727c Abs. 1  aOR  in  der  Fassung vom 4. Oktober 1991, AS 1992 774; in Kraft vom 1. Juli 1992 bis  zum  31. Dezember  2007  [AS 2007  4791,  4839]);  darunter  wurde  die  Fähigkeit verstanden, frei, unkontrolliert und unbeeinflusst vom geprüften  Unternehmen  bzw.  dessen  verantwortlichen  Organen  zu  handeln  und  gegen Aussen entsprechend zu erscheinen. Die Revisoren durften weder  Arbeitnehmer der zu prüfenden Gesellschaft sein noch Arbeiten für diese  ausführen,  die  mit  dem  Prüfungsauftrag  unvereinbar  gewesen  wären.  Wurde eine Handelsgesellschaft  als Revisionsstelle bestellt,  so galt  das  Erfordernis  der  Unabhängigkeit  sowohl  für  diese  als  auch  für  alle  Personen, welche die Prüfung durchführten (Art. 727d Abs. 3 aOR in der  Fassung vom 4. Oktober 1991; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­ 7967/2009  vom  18. April  2011  E. 4.1).  Art. 727c  aOR  regelte  die  Unabhängigkeit  lediglich  rudimentär,  wurde  jedoch  durch  die  Rechtsprechung  und  Selbstregulierung  der  Branche  konkretisiert  (WATTER/RAMPINI, BSK­OR, Rz. 14 zu Art. 728). 4.4. Der dem Beschwerdeführer vorgehaltene Sachverhalt ist gestützt auf  das Obenstehende wie folgt zu würdigen: 4.4.1.  Die  X._______  war  zwischen  dem  11. Januar  2001  und  dem  26. Oktober 2010 als Revisionsstelle der W._______  im Handelsregister  eingetragen.  Wie  aus  den  Akten  hervorgeht,  zeichnete  der  Beschwerdeführer  in  dieser  Zeitspanne  als  verantwortlicher  leitender  Revisor  bei  der  X._______  für  die  Revisionen  der  W._______.  Der  Beschwerdeführer war zu 10 % am Aktienkapital der W._______ beteiligt.  Am  30. November  2000  wurde  eine  Kapitalerhöhung  um  8 Mio.  auf  8,1 Mio.  Franken  durchgeführt  (beim Handelsregisteramt  am  11. Januar  2001  angemeldet).  Der  Beschwerdeführer  hat  dabei  den  Kapitalerhöhungsbericht  des  Verwaltungsrates  geprüft  und  die  Prüfungsbestätigung  vom  30. November  2000  ausgestellt.  In  welcher  Höhe  der  Beschwerdeführer  weiterhin  direkt  am  Aktienkapital  der  W._______  beteiligt  gewesen  ist,  ist  unklar;  in  einem  Schreiben  vom  18. Mai  2009  an  die  Anwaltskanzlei  C._______  hielt  er  fest,  dass  er  Aktionär sei; zum Verfügungszeitpunkt hielt er gemäss eigenen Angaben  4,9 %. In  einem  Schreiben  an  das  Steueramt  des  Kantons  D._______  vom  31. Juli 2005 führt der Beschwerdeführer aus, er sei stiller Gesellschafter  der  Z._______.  Die  Z._______  wiederum  hat  anlässlich  der  Kapitalerhöhung  der  W._______  5,6 Mio.  Franken  gezeichnet.  Der 

B­1355/2011 Beschwerdeführer  war  gemäss  dem  beurkundeten  Kapitalerhöhungsbeschluss  nicht  als  Aktionär  an  dieser  beteiligt.  Im  bereits  zitierten  Schreiben  an  das  Steueramt  des  Kantons  D._______  erwähnt er jedoch, im Rahmen eines Darlehens Fr. 800'000.− des neuen  Kapitals  zur  Verfügung  gestellt  zu  haben  (entspricht  dem  bisherigen  Anteil  von  10 %).  Am  6. Dezember  2007  fand  sodann  eine  Kapitalherabsetzung  der  W._______  auf  Fr. 100'000.−  statt.  Die  Rückzahlung  eines  Darlehens  an  den  Beschwerdeführer  ist  in  der  entsprechenden  Urkunde  erwähnt  (ohne  Angabe  zur  Höhe).  Die  erforderliche  Prüfungsbestätigung  vom  6. Dezember  2007  stammt  ebenfalls vom Beschwerdeführer als leitendem Revisor. Es ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über Jahre sowohl  direkt als auch indirekt an der W._______ beteiligt gewesen und bis zum  heutigen  Zeitpunkt  direkt  beteiligt  ist,  obwohl  er  bis  zum  1. November  2010  (Löschung der X._______ als Revisionsstelle der W._______, vgl.  hierzu  unten  E. 5)  als  leitender  Revisor  bei  der  X._______  für  die  Durchführung  der  Revisionen  der  W._______  zuständig  war  und  die  entsprechenden  Revisionsberichte  verfasst  hat.  Eine  direkte  und  bedeutende indirekte Beteiligung am zu prüfenden Unternehmen ist, wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt,  unzulässig  und  nicht  mit  der  erforderlichen  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  vereinbar;  dies  galt  spätestens  ab  Geltung  der  Richtlinien  zur  Unabhängigkeit 2001  der  Treuhand­Kammer  (Richtlinien  zur  Unabhängigkeit  2001,  Ziff. 1.3.1),  ergibt sich  jedoch bereits aus Art. 727c aOR, da sich sowohl durch eine  direkte  Beteiligung  am  geprüften  Unternehmen  als  auch  durch  eine  indirekte  wesentliche  Beteiligung  Interessenskonflikte  ergeben  können.  Art. 728  Abs. 2  OR,  der  auch  bei  eingeschränkten  Revisionen  Geltung  beansprucht, untersagt nun explizit in Ziff. 2 eine direkte oder bedeutende  indirekte  Beteiligung  am  Aktienkapital.  Der  Umstand,  dass  inzwischen  eine  Kapitalherabsetzung  stattgefunden  hat  und  damit  der  Beschwerdeführer  seit  diesem  Zeitpunkt  nicht  mehr  indirekt  an  der  W._______  beteiligt  gewesen  sei,  macht  die  festgestellte  Unabhängigkeitsverletzung  nicht  rückgängig.  Zudem  hält  der  Beschwerdeführer  nach  eigenen  Angaben  immer  noch  Aktien  an  der  W._______. Zum Argument des Beschwerdeführers, es handle sich bei der Revision  der  W._______  um  eine  "freiwillige"  eingeschränkte,  da  die  Voraussetzungen  für  ein  Opting­Out  (Verzicht  auf  eine  eingeschränkte  Revision,  Art. 727a  Abs. 2  OR)  erfüllt  seien,  ist  der  Vorinstanz 

B­1355/2011 zuzustimmen, wenn  sie  ausführt,  dass  es  sich  dabei  ebenfalls  um  eine  gesetzliche  Revision  handelt,  selbst  wenn  die  betreffende  Gesellschaft  die  Voraussetzungen  für  ein  Opting­Out  tatsächlich  erfüllt.  Wie  bereits  ausgeführt,  sind  die  Anforderungen  an  die  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle bei der eingeschränkten Revision grundsätzlich dieselben  wie  bei  der  ordentlichen  Revision  und  die  Unvereinbarkeitstatbestände  von  Art. 728  OR  ebenfalls  anwendbar  (vgl.  oben  E. 4.2.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­6373/2010 vom 20. April 2011 E. 2.5.6.3). 4.4.2.  Die  Vorinstanz  hat  dem  Beschwerdeführer  eine  enge  (geschäftliche)  Beziehung  zu  B._______,  Verwaltungsratsmitglied  der  W._______  (seit  1999)  sowie  bedeutendem  (bzw.  [fiduziarischem]  Mehrheits­)  Aktionär  derselben,  nachvollziehbar  und  schlüssig  nachgewiesen (vgl. Sachverhalt F.). Dieser Umstand ist mit der Funktion  des Beschwerdeführers als leitender Revisor für die W._______ (bis zum  26. Oktober 2010, vgl. unten E. 5) nicht vereinbar; die in diesem Zeitraum  geltenden  Unabhängigkeitsbestimmungen  sind  verletzt  (Richtlinien  zur  Unabhängigkeit 2001, Ziff. 1.2; Art. 727c aOR; Art. 728 Abs. 2 Ziff. 3 OR),  da  für  einen  Aussenstehenden  diese  wirtschaftlichen  und  persönlichen  Verflechtungen  objektiv  als  Abhängigkeiten  interpretiert  werden  können  und  das  Vertrauen  in  die  Prüftätigkeit  des  Beschwerdeführers  somit  beeinträchtigt ist. Entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  genügt  bereits  eine  Beeinträchtigung des Anscheins der Unabhängigkeit,  sowohl altrechtlich  als  auch nach dem seit  2008 geltenden Recht,  um eine Verletzung der  Unabhängigkeitsvorschriften  zu  bejahen,  unabhängig  davon,  ob  ordentlich oder eingeschränkt  revidiert wird, weshalb der entsprechende  Einwand  des  Beschwerdeführers  fehl  geht  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­6373/2010 vom 20. April 2011 E. 2.5.1 mit  Hinweisen  sowie  E. 2.5.6.;  ROLF  WATTER/CORRADO  RAMPINI,  in:  BSK­ Revisionsrecht, Rz. 12 zu Art. 728 OR). 4.4.3.  Seit  dem  5. Juli  2007  ist  die  U._______  als  Revisionsstelle  der  Y._______  eingetragen  und  der  Beschwerdeführer  führt  über  die  U._______,  bei  welcher  er  seit  1999  als  Verwaltungsratsmitglied  amtet  (seit  2009  als  einziges  Verwaltungsratsmitglied)  und  deren  einziger  Revisionsmitarbeiter  ist,  die  Revisionen  der  Y._______  durch.  Die  Y._______  führt  gleichzeitig  bei  verschiedenen  Gesellschaften  der  V._______­Gruppe,  in  denen  der  Beschwerdeführer  (einziger)  Verwaltungsrat ist, ebenfalls Prüfungen der Jahresrechnungen durch. Die 

B­1355/2011 Revisionsunternehmen  prüfen  demnach  gegenseitig  Gesellschaften,  deren  Verwaltung  jeweils  mit  ihrer  eigenen  Revisionsstelle  identisch  ist  (faktische  bzw.  indirekte  gegenseitige  Revision).  Der  vorliegende  Sachverhalt  ist mit  dem Fall,  dass zwei Gesellschaften sich gegenseitig  revidieren,  zumindest  vergleichbar.  Dies  führt  zu  einem  Interessenskonflikt  und  ist  geeignet,  Beeinflussungen  der  Revisionstätigkeit  durch  unsachliche,  gegenseitige  Rücksichtnahmen  zu  veranlassen.  Es  besteht  der  äussere  Anschein  der  Gefahr,  dass  die  Aufgaben  der  jeweiligen  Revisionsstelle  nicht  mit  der  nötigen  Unvoreingenommenheit wahrgenommen werden (vgl. oben E. 4.4.2), wie  die Vorinstanz zu Recht darlegt. Der Beschwerdeführer räumt denn auch  selber  ein,  dass  hier  juristisch  gesehen  der  Anschein  der  Beeinträchtigung der Unabhängigkeit gegeben sei.  4.5.  Damit  ist  erstellt,  dass  der  Beschwerdeführer  mehrfach  und  fortgesetzt  in  schwerwiegender  Weise  gegen  die  Bestimmungen  der  Unabhängigkeit  der  Revisionsstelle  verstossen  hat.  Der  Beschwerdeführer  weist  aufgrund  seiner  direkten  und  indirekten  Beteiligung  an  der  W._______  sowie  aufgrund  einer  zumindest  dem  Anschein  nach  gegebenen  engen  Beziehung  zu  deren  Verwaltungsrat  und  bedeutendem  Aktionär  B._______  als  langjähriger  Revisor  dieser  Gesellschaft  nicht  die  erforderliche  Unabhängigkeit  auf.  Dasselbe  gilt  hinsichtlich der Situation U._______/Y._______. 5.  Am  13. Oktober  2010  hat  die  W._______  ein  Opting­Out  beschlossen;  dies  ist  entsprechend  im  Handelsregister  eingetragen.  Der  Sitz  der  X._______  weist  immer  noch  dieselbe  Sitzadresse  wie  die  B._______  Treuhand AG auf,  doch hat  der Beschwerdeführer  angekündigt,  dies  im  Verlaufe  des  Jahres  zu  korrigieren.  Die  U._______  amtet  seit  dem  18. Februar 2011 nicht mehr als Revisionsstelle der Y._______. 5.1.  Der  Beschwerdeführer  argumentiert,  die  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  sei  durch  die  Beseitigung  des  beanstandeten  Zustands  automatisch wiederhergestellt,  weil  lediglich  der  Anschein  der  Unabhängigkeit beeinträchtigt gewesen sei. Die Vorinstanz habe diesen  Umstand nicht gewürdigt. 5.2.  Die  Vorinstanz  macht  geltend,  sie  habe  die  obengenannten  Tatsachen  gewürdigt;  diese  wirkten  sich  zwar  im  Rahmen  der  Gesamtbeurteilung  der  Verstösse  günstig  aus,  die  Verstösse  würden 

B­1355/2011 jedoch  nicht  "geheilt".  Die  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustands  werde  ohnehin  auch  ohne  konkrete  Aufforderung  durch  die  Vorinstanz  erwartet  und  ergebe  sich  aus  den  Sorgfaltspflichten  eines  Revisors bzw. Revisionsexperten. 5.3. Aus  der  angefochtenen  Verfügung  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  das Opting­Out der W._______ sowie die angekündigte Sitzverlegung der  X._______  ausführlich  in  ihre  Abwägungen  miteinbezogen  hat.  Die  Tatsache, dass die U._______ seit dem 18. Februar dieses Jahres nicht  mehr  als  Revisionsstelle  der  Y._______  amtete,  konnte  die  Vorinstanz  selbstredend  nicht  berücksichtigen,  da  die  angefochtene  Verfügung  am  24. Januar  2011  erging.  Die  vom  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustands  durchgeführten  Massnahmen  vermögen  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  seit  2001  begangenen  Unabhängigkeitsverletzungen  jedoch  nicht  auszugleichen  bzw.  ungeschehen  zu  machen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 7967/2009  vom  18. April  2011  E. 4.4.1  sowie  B­7348/2009  vom  3. Juni  2010 E. 9.5); Entsprechendes gilt für die sich daraus ergebende Trübung  des  Leumunds  bzw.  der  Beeinträchtigung  der  Gewähr  für  eine  einwandfreie Prüftätigkeit (vgl. unten E. 7.2). 6.  Der Beschwerdeführer macht  geltend,  die Vorinstanz habe Art. 17 RAG  willkürlich  ausgelegt,  da  sie  den  Entzug  der  Zulassung  vorgängig  hätte  androhen müssen. Die Vorinstanz hält dagegen, dass die eine Androhung des Entzugs der  Zulassung  nicht  erforderlich  gewesen  sei,  da  die  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  aufgrund  der  festgestellten  Verstösse  gegen  die  Unabhängigkeit  nicht  gegeben  gewesen  sei  und  auch  nicht  sofort  wiederhergestellt habe werden können.  6.1.  Nach  Art. 17  Abs. 1  RAG  ist  der  Entzug  der  Zulassung  vorher  anzudrohen,  sofern  die  Zulassungsvoraussetzungen  wiederhergestellt  werden können. 6.2.  Das  System  der  vorgängigen  Androhung  dürfte  bei  schwerwiegenden leumundsrelevanten Verstössen, wie vorliegend, kaum  Anwendung  finden  können,  weil  der  Leumund  dann  als  derart  beeinträchtigt  anzusehen  ist,  dass  selbst  eine  umgehende 

B­1355/2011 Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands – zumindest in (näherer)  Zukunft  –  keine  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  zu  bieten  vermag. Bei schwerwiegenden Verstössen gegen das Gesetz (vorliegend  die  Unabhängigkeitsvorschriften)  würde  eine  vorangehende  Mahnung  den gefährdeten Interessen Dritter nicht gerecht: Ein Revisionsexperte ist  berechtigt,  ordentliche  Revisionen  durchzuführen;  dies  umfasst  Revisionen  von  Publikumsgesellschaften  über  ein  staatlich  beaufsichtigtes  Revisionsunternehmen  sowie  Revisionen  von  wirtschaftlich  bedeutenden  Unternehmen  und  Gesellschaften,  die  zur  Erstellung  einer  Konzernrechnung  verpflichtet  sind  (Art. 727b  OR).  Deshalb  hat  der  Beschwerdeführer  den  Entzug  der  Zulassung  ohne  vorgängige Androhung zu gewärtigen. 7.  Schliesslich  rügt  der  Beschwerdeführer,  die  Vorinstanz  habe  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  verletzt.  Als  angemessene  mildere  Massnahme  hätte  eine  Fristansetzung  zur  Wiederherstellung  des  Anscheins  der  Unabhängigkeit  bzw.  zur  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen Zustands in analoger Anwendung von Art. 16 Abs. 4  RAG genügt.  Die  Vorinstanz  macht  geltend,  es  sei  vorliegend  keine  mildere  Massnahme denkbar. Die mangelnde Einsicht des Beschwerdeführers in  das  eigene Fehlverhalten  sei  negativ  zu  gewichten.  Insgesamt  erwecke  der Beschwerdeführer den Eindruck, mit den geltenden Grundsätzen zur  Unabhängigkeit  ungenügend  vertraut  zu  sein. Ein  befristeter Entzug  als  mildere  Massnahme  könne  den  Zulassungsträger  unter  Umständen  härter  treffen  als  ein  unbefristeter,  bei  dem  in  absehbarer  ein  erneutes  Zulassungsgesuch  gestellt  werden  könne.  Die  Vorinstanz  sei  nicht  verpflichtet  gewesen  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Wiederherstellung  des  ordnungsgemässen  Zustands  einzuräumen;  dies  werde  ohnehin  auch  ohne  konkrete  Aufforderung  durch  die  Aufsichtsbehörde  erwartet  und  ergebe  sich  aus  den  Sorgfaltspflichten  eines Revisors. Nach Ansicht der Vorinstanz ist eine analoge Anwendung  von Art. 16 Abs. 4 RAG im vorliegenden Fall nicht angezeigt. Diese Norm  beziehe  sich  im  Übrigen  auf  staatlich  beaufsichtigte  Revisionsunternehmen. 7.1. Bei der Verhältnismässigkeitsprüfung  ist  insbesondere zu beachten,  dass  die Revisionspflicht  den Schutz  von  Investoren,  von Personen mit  Minderheitsbeteiligungen,  von  Gläubigern  bezweckt  und  der 

B­1355/2011 Unternehmensüberwachung dient (zur Sicherung von Arbeitsplätzen und  einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung; Botschaft RAG, BBl 2004  3969 ff., 3989). Der Revisionsstelle kommt dabei eine zentrale Rolle zu.  Sie  soll  die  Zuverlässigkeit  der  Jahres­  und  Konzernrechnung  sicherstellen  und  damit  alle  geschützten  Personengruppen  in  die  Lage  versetzen,  die  wirtschaftliche  Lage  eines  Unternehmens  verlässlich  zu  beurteilen.  Dieses  Ziel  der  gesetzlichen  Regelung  von  Revisionsdienstleistungen  kann  nur  erreicht  werden,  wenn  diese  durch  fachlich  hinreichend  qualifizierte  Personen  erbracht  werden,  deren  Qualifikation  im  Rahmen  der  Zulassung  anhand  der  strengen  Zulassungsvoraussetzungen zu prüfen ist. Die Sicherung der Qualität der  Revisionsdienstleistungen  ist  daher  von  erheblichem  öffentlichen  Interesse  (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_438/2008 vom 16. Oktober  2008 E. 3).  Im  Zusammenhang mit  dem Entzug  der  Zulassung  hat  das  Bundesgericht immerhin festgestellt, diese solle die ultima ratio bilden für  den Fall, dass zum Schutz der in Frage stehenden öffentlichen Interessen  und  zur  Abwendung  von  weiteren  Störungen  einzig  die  Möglichkeit  bleibe,  den  Betroffenen  von  der  weiteren  Berufsausübung  auszuschliessen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_505/2010  vom  7. April  2011 E. 4.3  sowie 2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 6.2.3; DANIEL C.  PFIFFNER, in: BSK­Revisionsrecht, Rz. 5 zu Art. 17 RAG). 7.2. Der Beschwerdeführer hat über einen langen Zeitraum von fast zehn  Jahren regelmässig und mehrfach gegen die für seine Tätigkeit zentralen  Unabhängigkeitsvorschriften  verstossen.  Revisionstätigkeit  setzt  voraus,  dass  den  einschlägigen  Normen  vollumfänglich  Beachtung  geschenkt  wird  (Urteil  des Bundesgerichts 2C_505/2010 vom 7. April  2010 E. 4.4).  Als Mitglied der Treuhand­Kammer muss dem Beschwerdeführer zudem  das  geltende  Standesrecht  geläufig  sein  (vgl.  oben  E. 4.2).  Der  Beschwerdeführer  hat  diesen  Zustand,  nachdem  er  von  der  Vorinstanz  darauf hingewiesen worden war, erst nach 15 bzw. 19 Monaten bereinigt;  hinsichtlich  der  identischen  Sitzadresse  der  X._______  und  der  B._______  Treuhand AG  besteht  die  beanstandete  Situation  weiterhin  (vgl.  oben  E. 5).  Der  Umstand,  dass  dem Beschwerdeführer  ansonsten  beruflich  nichts  vorzuwerfen  ist,  spricht  nicht  näher  zu  seinen  Gunsten  (vgl.  oben  E. 4.1.4).  Bei  derart  schweren  Verstössen  gegen  die  Unabhängigkeitsvorschriften  kommt  ein  allfällig  zulässiger  schriftlicher  Verweis (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B­3988/2010 vom 31. Mai  2011  E. 3)  als  mildere  Massnahme  nicht  in  Betracht.  Gleich  verhält  es  sich mit  einem  befristeten  Entzug.  Dieser müsste  ohnehin  auf mehrere  Jahre ausgesprochen werden. Der von der Vorinstanz gefällte Entscheid, 

B­1355/2011 mit dem ein unbefristeter Entzug ausgesprochen, dem Beschwerdeführer  jedoch eine erneute Prüfung der Zulassung nach drei Jahren in Aussicht  gestellt wird (vgl. die ergänzende Stellungnahme der Vorinstanz), nähert  sich  in  der  Sache  einem auf  drei  Jahre  befristeten Entzug  an. Mit  dem  angefochtenen Entscheid wird  jedoch zweifelsfrei klargemacht, dass der  Beschwerdeführer ein neues Gesuch wird einreichen und die Gewähr für  einen  einwandfreie  Prüftätigkeit  wird  nachweisen  müssen,  bevor  er  erneut als Revisionsexperte zugelassen werden kann. Abgesehen davon  macht nur ein unbefristeter Entzug hinreichend deutlich, dass es sich hier  um  schwerwiegende  Verfehlungen  handelt  und  der  Beschwerdeführer  grundlegende Änderungen vornehmen und die Einsicht in die Bedeutung  der Unabhängigkeitsbestimmungen dokumentieren muss,  um erneut  als  Revisionsexperte  zugelassen  zu  werden.  Ein  befristeter  Entzug  kommt  mit anderen Worten grundsätzlich nur bei mittelschweren Verfehlungen in  Betracht,  bei  denen  eine  verhältnismässig  zuverlässige  Prognose  über  das  künftige  Verhalten  und  die Wiederherstellung  des  guten  Leumunds  erfolgen kann.  Das  öffentliche  Interesse  an  qualitativ  hochstehenden  Revisionsdienstleistungen,  in  welchen  das  Vertrauen  der  Allgemeinheit  und  der  Schutz  eines  weiten  Personenkreises  (bestehende  sowie  zukünftige  Aktionäre  und  Gläubiger  der  zu  prüfenden  Gesellschaft)  gründet,  ist vorliegend höher zu gewichten als das private Interesse des  Beschwerdeführers an der uneingeschränkten Ausübung der Tätigkeit als  Revisionsexperte. Zudem  ist  das Verfahren  vor der Standeskommission  der  Treuhand­Kammer,  soweit  dem  Bundesverwaltungsgericht  bekannt,  noch  hängig;  auch  aus  diesem Grund  rechtfertigt  sich  ein  unbefristeter  Zulassungsentzug.  Dass  es  sich  bei  der  Verletzung  von  Unabhängigkeitsbestimmungen  strafrechtlich  gesehen  um  eine  Übertretung handelt  (Art. 39 Abs. 1 Bst. a RAG), die mit einer Busse bis  zu  Fr. 100'000.–  bestraft  wird,  ist  entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführer  für die Zumessung der Verwaltungsmassnahme nicht  von Bedeutung. Ob die Einräumung einer Frist zur Wiederherstellung des  ordnungsgemässen Zustands in analoger Anwendung von Art. 16 Abs. 4  RAG bei natürlichen Personen möglich ist, kann vorliegend offenbleiben. Der Zulassungsentzug ist mutmasslich mit wirtschaftlichen Folgen für den  Beschwerdeführer  verbunden, wobei  er  dies weder  geltend macht  noch  darlegt.  Der  Beschwerdeführer  ist  bei  zahlreichen  zur  V._______  gehörenden  Gesellschaften  als  einziger  Verwaltungsrat  und  Revisionsmitarbeiter  tätig;  insofern  sind  auch  diese Gesellschaften  vom 

B­1355/2011 Zulassungsentzug betroffen. Jedoch sind in der V._______ verschiedene  Personen  mit  der  entsprechenden  Zulassung  tätig,  sodass  die  Möglichkeiten  von  Reorganisation  und  Umstrukturierungen  vorhanden  sind. Die Massnahme ist somit zumutbar. Der unbefristete Entzug erweist sich daher als verhältnismässig. Es bleibt  darauf  hinzuweisen,  dass  vorliegend  eine  Selbstanzeige  durch  den  Beschwerdeführer  möglich  gewesen  wäre.  Damit  hätte  der  Beschwerdeführer seine Einsicht und Reue auszudrücken vermocht, was  es der Vorinstanz ermöglicht hätte, allenfalls eine mildere Massnahme als  den unbefristeten Entzug auszusprechen. 8.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer die Zulassung als Revisionsexperte wegen derzeitiger  Nichterfüllung der Anforderungen an den unbescholtenen Leumund bzw.  der  Gewähr  für  eine  einwandfreie  Prüftätigkeit  zu  Recht  unbefristet  entzogen und den entsprechenden Eintrag im Revisorenregister gelöscht  hat.  Die  Beschwerde  erweist  sich  daher  als  unbegründet  und  ist  abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. E. 2).  9.  Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  hat  der  Beschwerdeführer  die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Diese  werden  auf  Fr. 3'000.–  festgesetzt  und  mit  dem  am  24. März  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 2'000.–  verrechnet.  Der  den  Kostenvorschuss übersteigenden Betrag  von Fr. 1'000.–  ist  nach Eintritt  der Rechtskraft  des  vorliegenden Urteils  zu Gunsten  der Gerichtskasse  zu  überweisen.  Eine  Parteientschädigung  wird  nicht  zugesprochen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 3'000.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 2'000.– verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 1'000.– ist innert 30 Tagen 

B­1355/2011 nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Die  Zustellung  des  Einzahlungsscheins  erfolgt mit separater Post. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  EJPD  (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Astrid Hirzel Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 11. Oktober 2011

B-1355/2011 — Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 B-1355/2011 — Swissrulings