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Bundesverwaltungsgericht 01.12.2011 A-8665/2010

1. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,978 Wörter·~20 min·2

Zusammenfassung

Telekommunikation (Übriges) | Abschöpfung der kumulierten Überschüsse im Bereich der Verwaltung und Zuteilung von ".ch"-Domainnamen

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­8665/2010 Urteil   v om   1 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter André Moser (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richter Christoph Bandli,    Gerichtsschreiberin Flurina Peerdeman. Parteien Stiftung SWITCH Teleinformatikdienste für Lehre und  Forschung, Werdstrasse 2, 8021 Zürich,   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Kommunikation BAKOM,  Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,    Vorinstanz.  Gegenstand Abschöpfung der kumulierten Überschüsse im Bereich der  Verwaltung und Zuteilung von ".ch"­Domainnamen.

A­8665/2010 Sachverhalt: A.  Die  Stiftung  SWITCH  wurde  im  Jahr  1987  von  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  acht  Hochschulkantonen  gegründet.  Seit  damals verwaltet sie  jene Domainnamen, welche der Top Level Domain  ".ch"  zugeordnet  sind.  Nach  Inkrafttreten  des  Fernmeldegesetzes  vom  30. April  1997  (FMG,  SR  784.10)  wurde  ihr  am  24.  Januar  2003  diese  Aufgabe  durch  das  Bundesamt  für  Kommunikation  (BAKOM)  förmlich  übertragen.  Mit  verwaltungsrechtlichem  Vertrag  vom  31.  Januar  2007  verlängerte  das  BAKOM  die  Zusammenarbeit mit  der  Stiftung  SWITCH  bis zum 31. März 2015.  B.  Am 8. Oktober 2010 setzte das BAKOM die Stiftung SWITCH darüber in  Kenntnis,  dass  ein  Verfahren  betreffend  Abschöpfung  des  kumulierten  Überschussbetrages  eingeleitet  werde,  gestützt  auf  den  am  1. Januar  2010  in  Kraft  getretene  Art. 14cter  der  Verordnung  über  die  Adressierungselemente  im  Fernmeldebereich  vom  6. Oktober  1997  (AEFV,  SR 784.104).  Gleichzeitig  wurde  der  Stiftung  SWITCH  das  rechtliche Gehör gewährt. Mit  Verfügung  vom  11. November  2010  verpflichte  das  BAKOM  die  Stiftung  SWITCH,  den  erwirtschafteten  Gewinn  in  der  Höhe  von  Fr. 2'000'000.­  in  vier  Teilzahlungen  à  Fr. 500'000.­  an  das  BAKOM  zu  überweisen.  C.  Dagegen  gelangt  die  Stiftung  SWITCH  (Beschwerdeführerin)  mit  Beschwerde vom 15. Dezember 2010 an das Bundesverwaltungsgericht  und beantragt,  die Verfügung des BAKOM vom 11. November 2010 sei  aufzuheben.  In  ihrer  Begründung  rügt  die  Beschwerdeführerin,  für  die  Abschöpfung  des  Gewinns  in  der  Höhe  von  Fr. 2'000'000.­  fehle  es  bereits  an  der  nötigen  formellgesetzlichen  Grundlage.  Doch  selbst  wenn  Art. 14cter  AEFV  als  gesetzliche  Grundlage  genügen  sollte,  stehe  die  erlassene  Verfügung  im  Widerspruch  zur  Rechtslage.  So  habe  das  BAKOM  am  11. November  2010  die  Gewinnabschöpfung  verfügt,  obwohl  die  Genehmigung  des  Preisantrags  zum  damaligen  Zeitpunkt  noch  ausstehend  gewesen  sei.  Schliesslich  komme gemäss Art. 14cter  Abs. 1  Bst. b  AEFV  eine Gewinnabschöpfung  erst  dann  in  Betracht,  wenn  der 

A­8665/2010 Spielraum  für  weitere  Preissenkungen  gemäss  Art. 14cbis  Abs. 2  AEFV  ausgeschöpft sei. Das BAKOM hätte daher vorab prüfen müssen, ob der  erzielte Überschuss über Preisnachlässe abgebaut werden könne.  D.  Das  BAKOM  (Vorinstanz)  schliesst  mit  Vernehmlassung  vom  25. März  2011  auf  Abweisung  der  Beschwerde.  In  formeller  Hinsicht  sei  es  vorliegend  fraglich,  so  die  Vorinstanz  in  ihrer  Begründung,  ob  der  Beschwerdeführerin überhaupt ein schutzwürdiges Beschwerdeinteresse  zukomme.  Denn  mit  Verfügung  vom  11. November  2010  habe  sie  zumindest  dem  Eventualantrag  der  Beschwerdeführerin  vollumfänglich  stattgegeben,  indem  sie  nicht  nur  die  Höhe  der  Gewinnabschöpfung  herabgesetzt,  sondern  ihr  auch  antragsgemäss  längere  Zahlungsfristen  eingeräumt  habe. Das Verhalten  der  Beschwerdeführerin  sei  bei  dieser  Sachlage als widersprüchlich zu qualifizieren.  Insoweit sei zu prüfen, ob  auf die Beschwerde überhaupt einzutreten sei. In materieller Hinsicht sei  mit Art. 14cter Abs. 1 Bst. b AEFV eine genügende gesetzliche Grundlage  geschaffen worden, um den kumulierten Überschuss aus der Verwaltung  und  Zuteilung  von  ".ch"  Domainnamen  abzuschöpfen.  Jene  Verordnungsbestimmung stütze sich auf die Delegationsnorm von Art. 28  Abs. 2  Satz 2  FMG.  Entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  könne einer möglichen Preissenkung nicht absolute Priorität eingeräumt  werden,  sondern  es  genüge,  wenn  ein  hinreichender  Spielraum  für  weitere  Preisabschläge  belassen  werde.  Weiter  sei  es  nicht  zwingend,  dass über  den Preisantrag  und die Gewinnabschöpfung  in  der  gleichen  Verfügung entschieden werde. Ein solches Vorgehen würde vielmehr zu  nicht  gerechtfertigten  Verfahrensverzögerungen  führen.  Auch  in  diesem  Punkt erweise sich die Beschwerde daher als unbegründet.  E.  Die Beschwerdeführerin  hält  in  ihrer Replik  vom 14. Juni  2011 an  ihren  Anträgen  fest  und  verweist  vorab  auf  ihre  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift.  Zur  Frage  der  genügenden  gesetzlichen Grundlage  führt  sie  ergänzend  aus, die Delegationsnorm von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG, auf die sich die  Vorinstanz  in  der  Vernehmlassung  berufe,  sei  hier  nicht  einschlägig.  Stattdessen  sei  Art. 40  Abs. 3  FMG  in  diesem  Sachzusammenhang  relevant,  welcher  dem  Bundesrat  die  Möglichkeit  eröffne,  eine  Preisgenehmigungspflicht namentlich bei ungenügendem Wettbewerb auf  dem  Verordnungsweg  einzuführen.  Eine  Gewinnabschöpfung  als 

A­8665/2010 mögliche  Kontrollmassnahme  sei  in  Art. 40  Abs. 3  FMG  nicht  vorgesehen. Weiter  stelle  sich  die  Frage,  ob  das  Kostendeckungsprinzip  auch  nach  der Änderung des FMG vom 1. April 2007 noch zur Anwendung komme.  Im Fall der Anwendbarkeit müsse dieses als verletzt gelten, insbesondere  da mit  einer Gewinnabschöpfung  durch  die  Vorinstanz  die Gelder  nicht  dem  Verwaltungsbereich  erhalten  blieben,  in  dem  sie  angefallen  seien.  Im  Übrigen  sei  der  von  der  Vorinstanz  erhobene  Vorwurf  haltlos,  sie  würde das Preisgenehmigungsverfahren bewusst verzögern. Da sie ihren  Mitwirkungspflichten  jeweils  vollumfänglich  nachgekommen  sei,  sei  es  allein  der  Vorinstanz  anzulasten,  dass  seit  dem  Jahr  2008  keine  ordentliche  Genehmigung  betreffend  die  Retail­  und  Wholesalepreise  mehr verfügt worden sei.  F.  Mit  Eingabe  vom  9. August  2011  stellt  die  Vorinstanz  ein  Gesuch  um  Sistierung  des  vorliegenden  Verfahrens,  bis  über  das  ebenfalls  beim  Bundesverwaltungsgericht  hängige  Beschwerdeverfahren  A­3956/2011  entschieden sei. Zur Begründung  führt  die Vorinstanz aus,  jenes zweite  Verfahren betreffe die Nichtgenehmigung des Antrages für die Retail­ und  Wholesalepreise vom 8. Juni 2011, womit ein enger Sachzusammenhang  zum  vorliegenden  Verfahren  bestünde.  Eventualiter  beantragt  die  Vorinstanz in ihrer Eingabe eine weitere Fristerstreckung zur Einreichung  der Duplik.  G.  Mit  Zwischenverfügung  vom  11. August  2011  wurde  das  Sistierungsgesuch  der  Vorinstanz  abgewiesen  und  ihr  die  Frist  zur  Einreichung der Duplik nochmals erstreckt.  H.  Die  Vorinstanz  bleibt  in  ihrer  Duplik  vom  5. September  2011  bei  ihrem  Antrag auf Abweisung der Beschwerde und bringt vor,  für die erlassene  Verfügung  fehle  es  weder  an  der  genügenden  gesetzlichen  Grundlage  noch sei materielles Recht verletzt worden.  Im  Einzelnen  ist  sie  der  Ansicht,  die  verfügte  Gewinnabschöpfung  bewege  sich  im Rahmen  der  umfassenden Vollzugskompetenz  gemäss  Art. 28  Abs. 2  Satz 2  FMG.  Wie  in  der  Vernehmlassung  bereits  ausgeführt,  sei  diese  Bestimmung  die  massgebende  Norm  und  nicht 

A­8665/2010 Art. 40  Abs. 3  FMG.  Da  es  der  Beschwerdeführerin  als  Registerbetreiberin  verwehrt  sei,  Gewinne  zu  erzielen,  sei  es  nur  folgerichtig, wenn Überschüsse, die nicht über Preissenkungen abgebaut  werden  könnten,  an  den  Staat  zurückfielen.  Die  überhöhten  Entgelte  würden  dabei  ausschliesslich  dem  Zweck  entsprechend,  nämlich  der  Verwaltung  des  Domainnamen­Systems,  verwendet,  weshalb  das  von  der  Beschwerdeführerin  angerufene  Kostendeckungsprinzip  ebenfalls  gewahrt werde.  I.  Auf weitergehende Ausführungen der Parteien und die sich bei den Akten  befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheiderheblich – im Rahmen  der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BAKOM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist nicht gegeben  (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2.  Die  Beschwerdelegitimation  der  Beschwerdeführerin  wird  von  der  Vorinstanz vorab in Frage gestellt. Im Wesentlichen wird angeführt, es sei  ungewiss,  ob  ihr  überhaupt  ein  hinreichendes  Rechtsschutzinteresse  zukomme,  da  deren  Eventualantrag  im  vorinstanzlichen  Verfahren  vollumfänglich  gutgeheissen  worden  sei.  Die  Beschwerdeführerin  hält  dem  entgegen,  die  Argumentation  der  Vorinstanz  gehe  fehl  und  sei  im  Ergebnis  stossend.  Es  könne  nicht  sein,  dass  die  Stellung  eines  Eventualantrags  dem  gleichzeitigen  Verzicht  auf  den  Hauptantrag  gleichkäme. Den Vorwurf des widersprüchlichen Verhaltens weise sie von  sich. 1.3.  Die  Beschwerdelegitimation  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach Art. 48 VwVG. Danach ist 

A­8665/2010 zur  Beschwerde  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat  (Abs. 1 Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist  (Abs. 1  Bst. b)  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Abs. 1  Bst. c).  Diese  Voraussetzungen  müssen  kumulativ  erfüllt  sein.  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  bei  der  Prüfung  der  Beschwerdevoraussetzungen,  namentlich  der  Beschwerdelegitimation,  das  Recht  von  Amtes  wegen  an  und  ist  dabei  nicht  an  die  Vorbringen  der  Parteien  gebunden  (Art. 62  Abs. 4  VwVG).  Art.  48  Abs. 1  VwVG  umschreibt  die  allgemeine  Beschwerdebefugnis  übereinstimmend  mit  der  Bestimmung  von  Art. 89  Abs. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (BGG, SR 173.110), welche  die  Legitimation  zur  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  ans  Bundesgericht  regelt.  Die  beiden  Bestimmungen  sind entsprechend auch in gleicher Weise auszulegen und die zum BGG  ergangene Rechtsprechung und die diesbezügliche Lehre können bei der  Prüfung  der  Beschwerdelegitimation  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  beigezogen  werden  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, Rz. 2.61).  1.4.  Vorliegend  ist  die  Beschwerdeführerin  formelle  Adressatin  der  angefochtenen Verfügung. Mit der Gutheissung des Eventualantrages im  vorinstanzlichen  Verfahren  kann  sie  lediglich  als  teilweise  obsiegend  gelten,  wurde  doch  ihr  Hauptantrag,  demgemäss  von  einer  Gewinnabschöpfung  gänzlich  abzusehen  sei,  von  der  Vorinstanz  abgewiesen. Soweit sie mit  ihrem Hauptantrag unterlag,  ist sie materiell  durch  die  erlassene  Verfügung  beschwert.  Die  Beschwerdeführerin  hat  vor  Bundesverwaltungsgericht  die  Abweisung  des  Hauptantrages  angefochten  und  damit  die  ihr  zustehenden  prozessualen  Rechte  wahrgenommen. Ein widersprüchliches Verhalten kann darin – entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  –  nicht  erblickt  werden.  Ihr  Beschwerdeinteresse  für  das  vorliegende  Verfahren  ist  daher  als  schützenwert zu erachten. 1.5. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art. 50 Abs.1 und 52 Abs.1 VwVG) ist demnach einzutreten. 2. 

A­8665/2010 2.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  den  angefochtenen  Entscheid  auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhalts  und  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit  hin  (Art. 49  VwVG).  Die Rechtsanwendung  erfolgt  von  Amtes  wegen,  ohne  Bindung  an  die  Parteibegehren  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Nach  der  Rechtsprechung  hat  aber  auch  eine  Rechtsmittelbehörde,  der  volle  Kognition  zusteht,  einen  Entscheidungsspielraum  der  Vorinstanz  zu  respektieren.  Das  Bundesverwaltungsgericht  übt  daher  Zurückhaltung  und  greift  in  Gewichtungsfragen  nicht  leichthin  in  den  Spielraum  der  Vorinstanz  ein,  wenn sich diese durch besonderen Sachverstand auszeichnet und wenn  sie über einen gewissen Handlungsspielraum verfügen muss. Es hat eine  unangemessene Entscheidung zu korrigieren, muss aber der Vorinstanz  die Wahl unter mehreren angemessenen Lösungen überlassen. Wenn es  um die Beurteilung von Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über  ein  besonderes  Fachwissen  verfügt,  weicht  es  nicht  leichthin  von  der  Auffassung der Vorinstanz ab  (BGE 135  II  296 E. 4.4.3, BGE 133  II  35  E. 3, BGE 130 II 449 E. 4.1, mit Hinweisen; BVGE 2010/19 E. 4.2; ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 460 f. und 473 f., mit Hinweisen). 2.2.  Auf  Beschwerde  hin  kann  das  Bundesverwaltungsgericht  vorfrageweise  Verordnungen  des  Bundesrates  auf  ihre  Gesetzes­  und  Verfassungsmässigkeit  prüfen  (konkrete  Normenkontrolle).  Der  Umfang  der  Kognitionsbefugnis  hängt  dabei  davon  ab,  ob  es  sich  um  eine  unselbständige  oder  aber  um  eine  selbständige  Verordnung  handelt  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.177).  Bei  unselbständigen  Bundesratsverordnungen,  die  sich  auf  eine  gesetzliche  Delegation  stützen,  prüft  das Bundesverwaltungsgericht  in  erster  Linie,  ob  sich  der  Bundesrat an die Grenzen der  ihm  im Gesetz eingeräumten Befugnisse  gehalten hat. Soweit das Gesetz ihn nicht ermächtigt, von der Verfassung  abzuweichen  bzw.  seine  Regelung  nicht  lediglich  eine  bereits  im  Gesetzesrecht  angelegte  Verfassungswidrigkeit  übernimmt,  beurteilt  es  auch  deren  Verfassungsmässigkeit.  Wird  dem  Bundesrat  durch  die  gesetzliche Delegation ein sehr weiter Spielraum des Ermessens für die  Regelung  auf  Verordnungsebene  eingeräumt,  so  ist  dieser  Spielraum  nach  Art. 190  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  für  das  Bundesverwaltungsgericht  verbindlich.  Es  darf  in  diesem Fall  nicht  sein  Ermessen an die Stelle desjenigen des Bundesrates setzen, sondern hat 

A­8665/2010 sich auf die Kontrolle zu beschränken, ob dessen Regelung den Rahmen  der  ihm  im Gesetz delegierten Kompetenzen offensichtlich sprengt oder  aus anderen Gründen gesetz­ oder verfassungswidrig ist (BGE 131 II 162  E. 2.3,  BGE  131  II  13  E.  6.1,  BGE  130  I  26  E. 2.2.1,  je  mit  weiteren  Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_246/2009 vom 22. März 2010;  Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­1751/2006 vom 25. März 2009  E. 2.4 und A­7278/2007 vom 29. April 2008 E. 5.1). 3.  3.1.  Das  Fernmeldegesetz  regelt  in  den  Art.  28  bis  30  die  Adressierungselemente.  Deren  Verwaltung  und  Zuteilung  ist  in  Art.  28  FMG normiert. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung verwaltet das Bundesamt  die Adressierungselemente unter Beachtung der internationalen Normen.  Gemäss  Abs. 2  kann  das  Bundesamt  die  Verwaltung  und  Zuteilung  bestimmter  Adressierungselemente  in  besonderen  Fällen  Dritten  übertragen.  Die  Bestimmung  sieht  weiter  vor,  dass  die  Einzelheiten,  namentlich  die  Aufsicht  durch  das  Bundesamt,  vom  Bundesrat  auf  Verordnungsstufe geregelt werden.  Der Bundesrat  hat  in Anwendung  der Delegationsnormen  des FMG die  Verordnung  über  die  Adressierungselemente  im  Fernmeldebereich  erlassen.  In  der  aktuellen  Neufassung  ist  in  Art.  13  bis  13m  AEFV  die  Übertragung  und  Verwaltung  von  Adressierungselementen  an  Dritte  im  Allgemeinen  geregelt,  während  die  Art. 14  bis  14i  AEFV  sich  auf  die  Verwaltung  von  der  Domain  ".ch"  untergeordneten  Domainnamen  im  Besonderen  beziehen.  Weitere  technische  und  administrative  Vorschriften  finden  sich  im  Anhang  2.13  der  Verordnung  des  BAKOM  vom  9.  Dezember  1997  über  Fernmeldedienste  und  Adressierungselemente (TAV, SR 784.101.113/2.13). 3.2. Die angefochtene Verfügung vom 11. November 2010 stützt sich im  Wesentlichen  auf Art.  14cter  AEFV, welcher  am 1.  Januar  2010  in Kraft  getreten ist. Es ist offensichtlich und unter den Verfahrensbeteiligten nicht  strittig,  dass  die  hier  fragliche,  von  der  Vorinstanz  beanspruchte  Gewinnabgabe  von  dieser  Bestimmung  erfasst  wird.  Umstritten  und  zu  prüfen  ist  jedoch,  inwieweit  eine  Abschöpfung  übermässiger  Gewinne  einer  formellgesetzlichen  Grundlage  bedarf  bzw.  ob  die  genannte  Verordnungsbestimmung  dafür  gegebenenfalls  eine  genügende  gesetzliche  Grundlage  abgibt,  wovon  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid ausging. http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2A-142%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13

A­8665/2010 3.3. Vorliegend ist  in Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG keine bereits durch das  Gesetzesrecht  vorgegebene  Verfassungswidrigkeit  ersichtlich,  weshalb  das Bundesverwaltungsgericht die Ausführungsbestimmung  in Art. 14cter  AEFV  grundsätzlich  auf  ihre  Gesetz­  und  Verfassungsmässigkeit  überprüfen kann. Dabei gilt es indes zu beachten, dass der Gesetzgeber  dem Bundesrat ein weiter Bereich des Ermessens  für die Regelung auf  Verordnungsstufe eingeräumt hat (vgl. BGE 131 II 162 E. 2.3 und 2.4).  4.  4.1. Die Beschwerdeführerin macht  im Wesentlichen geltend, die Pflicht  zur Abgabe der kumulierten Überschüsse gemäss Art. 14cter AEFV greife  in  schwerwiegender  Weise  in  ihre  Rechtsposition  ein.  Ein  derartiger  Eingriff  in  ihre  Autonomie  und  in  ihr  Vermögen  bedürfe  einer  formellgesetzlichen Grundlage. Ohne diese fehle es am Zugriffsrecht auf  die  von  ihr  erwirtschafteten  Einnahmen.  Bereits  in  ihrer  Stellungnahme  zur Revision der AEFV habe sie als betroffene Anbieterin auf die fehlende  formellgesetzliche Grundlage hingewiesen. 4.2. Die Vorinstanz bestätigt, dass im Verlaufe der Ämterkonsultation zur  Revision  der  AEFV  das  Erfordernis  der  genügenden  gesetzlichen  Grundlage  von  Art. 14cter  AEFV  eingehend  thematisiert  worden  sei.  Namentlich  das  Bundesamt  für  Justiz  habe  damals  diese  Frage  aufgeworfen, doch nur im Hinblick auf die vorgesehene Verwendung der  Gewinnüberschüsse  durch  die  Vorinstanz  und  nicht  auf  die  hier  interessierende Frage der Abschöpfung selbst. Den geäusserten Zweifeln  habe der Bundesrat damals Rechnung getragen, indem Art. 14cter Abs. 2  AEFV dahingehend geändert worden sei, dass die erzielten Überschüsse  ausschliesslich  für Aufgaben und Projekte von öffentlichem  Interesse  im  Bereich  der  Verwaltung  des  Domainnamen­Systems  verwendet  werden  dürfen. Mit  der  nun  eng  gefassten Zweckbestimmung würden  die Mittel  im  entsprechenden  Verwaltungsbereich  eingesetzt,  womit  der  Delegationsrahmen von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG gewahrt werde. Dass  die  Pflicht  zur  Gewinnabgabe  zwingend  auf  formeller  Gesetzesstufe  zu  regeln sei, habe das Bundesamt  für Justiz seinerzeit – zu Recht – nicht  gefordert. 4.3.  Die  Bundesverfassung  erhebt  in  Art. 5  Abs. 1  das  Gesetzmässigkeitsprinzip  zu  einem  allgemeinen  rechtsstaatlichen  Grundsatz,  der  für  die  gesamte  Staatstätigkeit  verbindlich  ist.  Art. 164  Abs. 1  BV  konkretisiert  dieses  Prinzip  für  die  Bundesgesetzgebung. 

A­8665/2010 Danach  sind  die  wichtigen  rechtsetzenden  Bestimmungen  in  der  Form  des  Bundesgesetzes  zu  erlassen.  Diese  dem  formellen  Gesetzgeber  vorbehaltenen  Befugnisse  dürfen  nicht  delegiert  werden  (vgl.  Art. 164  Abs. 2 BV). Art. 164 BV bezweckt, dass die grundlegenden Vorschriften  in  den  für  die  Rechtsunterworfenen  zentralen  Belangen  in  einem  formellen Gesetz  geregelt  werden  und  kein wichtiger Regelungsbereich  den  direkt­demokratischen  Einwirkungsmöglichkeiten  entzogen  bleibt (RENÉ  RHINOW,  Grundzüge  des  Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel/Genf/München  2003,  Rz. 2479 ff.;  PIERRE  TSCHANNEN,  in:  Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfassung,  Kommentar,  2. Aufl.,  Zürich  2008,  Rz. 4  zu  Art. 164  BV).  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN  (a.a.O.,  Rz. 393 ff.)  erachten  für  die  Umschreibung  der  Wichtigkeit  einer  Rechtsnorm vor allem folgende Kriterien als massgebend: – Intensität des Eingriffs: Schwere Eingriffe in die Rechte und Freiheiten  der  Privaten,  insbesondere  in  deren  Freiheitsrechte,  müssen  von  einem Gesetz im formellen Sinn vorgesehen sein; – Zahl  der  von  einer  Regelung  Betroffenen:  Eine  Regelung  erfordert  eher  ein  Gesetz  im  formellen  Sinne,  wenn  ein  grosser  Kreis  von  Personen davon betroffen ist; – Finanzielle Bedeutung: Regelungen von grosser finanzieller Tragweite  müssen eine Grundlage in einem Gesetz im formellen Sinn haben; – Akzeptierbarkeit:  Massnahmen,  bei  denen  mit  Widerstand  der  Betroffenen gerechnet werden muss, sollten ihre Grundlage in einem  – demokratisch legitimierten – Gesetz im formellen Sinn haben. Zu  berücksichtigen  ist  auch  das  Flexibilitätsbedürfnis.  So  werden  Regelungen, die ständiger Anpassungen an veränderte Verhältnisse wie  z.B.  an  wirtschaftliche  Entwicklungen  bedürfen,  zweckmässigerweise  nicht in einem Gesetz im formellen Sinn getroffen, das nur unter grossem  Zeitaufwand  revidiert  werden  kann,  sondern  in  einer  Verordnung  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 402).  Der  Gesetzgeber  trifft  die  Grundentscheidungen;  er  legt  die  grossen  Linien  fest.  Der  Verordnungsgeber  befasst  sich  dagegen  mit  den  Details  sowie  mit  denjenigen  Fragen,  die  besondere  Fachkenntnisse  verlangen  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  403;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 1P.363/2002 vom 7. Mai 2003 E. 2.3.2). 4.4. Die hier im Raum stehende Massnahme scheint auf den ersten Blick  sehr wohl geeignet, die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin erheblich  zu  berühren,  insbesondere  da  die  Streitsumme  die  Höhe  von  Fr. 2'000'000.­  erreicht,  welche  gemäss  Verfügung  vom  11. November 

A­8665/2010 2010 ohne Erhalt einer Gegenleistung der Vorinstanz zu überweisen  ist.  Wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt, wird damit ihr finanzieller  Handlungsspielraum wesentlich eingeschränkt. Zudem kann eine solche  Gewinnabgabepflicht  klarerweise  nicht  zum  Katalog  üblicher  aufsichtsrechtlicher  Massnahmen  gezählt  werden  (vgl.  STEFAN  SCHULTHESS/RENÉ  WIEDERKEHR,  Aufsicht  und  Legalitätsprinzip,  Schweizerisches Zentralblatt für Staats­ und Verwaltungsrecht [ZBl] 2009,  S. 181 ff.; AUGUST MÄCHLER, Rechtsfragen um die Finanzierung privater  Träger  öffentlicher  Aufgaben,  Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2002,  S. 1175 ff;  Gutachten  des  Bundesamtes  für  Justiz  vom  10. November  1989, Kontrolle und Aufsicht des Bundesrates über die  "halbstaatlichen"  Unternehmungen,  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  1990,  S. 238 ff.).  Für  die  Beurteilung  der  Eingriffsschwere  ist  jedoch  eine  Gesamtbetrachtung vorzunehmen.  4.5.  Vorliegend  gilt  es  insbesondere  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschwerdeführerin  die  Aufgabe  der  Zuteilung  und  Verwaltung  von  Domainnamen  mittels  verwaltungsrechtlichem  Vertrag  vom  31. Januar  2007  übertragen  wurde.  Gemäss  Lehre  und  Rechtsprechung  ist  die  Eingriffsintensität  in  die Rechte  von Privaten  bei  verwaltungsrechtlichen  Verträgen  geringer,  da  diese  ihr  zustimmen.  Im  Unterschied  zur  Eingriffsverwaltung  auferlegt  der  Staat  nicht  einseitig  Pflichten  oder  schränkt  Freiheiten  ein.  Deshalb  sind  die  Anforderungen  an  das  Erfordernis  der  Gesetzesform  grundsätzlich  weniger  streng,  wenn  verwaltungsrechtliche  Rechte  und  Pflichten  durch  Vertrag  konkretisiert  werden,  als  wenn  dies  in  Form  einer  Verfügung  geschieht  (GEORG  MÜLLER, Zulässigkeit des Vertrages und zulässige Vertragsinhalte, in: Der  verwaltungsrechtliche  Vertrag  in  der  Praxis,  Isabelle  Häner/Bernhard  Waldmann  [Hrsg.],  Zürich/Basel/Genf  2007,  S.  35  mit  weiteren  Hinweisen). Die  Beschwerdeführerin  ist  freiwillig  die  Verpflichtung  eingegangen,  die  öffentlich­rechtliche Aufgabe der Verwaltung und Zuteilung von Domain­ namen  zu  übernehmen.  Zwar  hat  sich  die  Beschwerdeführerin  im  genannten verwaltungsrechtlichen Vertrag lediglich zur Gewinnabgabe im  Falle  der  ordentlichen  oder  ausserordentlichen  Vertragsbeendigung  verpflichtet  (Art. 45  Vertrag  vom  31. Januar  2007).  Doch  hat  sich  die  Vorinstanz  ihrerseits  das  Recht  ausbedungen,  den  Vertrag  einseitig  anzupassen, wenn sich während laufender Vertragszeit die tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  ändern  und  die  Änderung  zur  Wahrung  überwiegender öffentlicher Interessen notwendig ist (Art. 40 Vertrag vom 

A­8665/2010 31. Januar  2007).  Als  überwiegendes  öffentliches  Interesse  macht  die  Vorinstanz  geltend,  dass  auf  diese  Weise  nicht  nur  der  Anreiz  zur  missbräuchlichen  Preisfestsetzung  reduziert,  sondern  auch  verhindert  werde,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  übermässigen  Einnahmen,  die  sie  in Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe geäufnet habe, einbehalte.  In  der  aktuellen  Vertragsfassung  hat  sich  die  Beschwerdeführerin  damit  ausdrücklich  einverstanden  erklärt,  den  erzielten  übermässigen Gewinn  bei  Vertragsende  herauszugeben  sowie  allfällige  einseitige  Vertragsänderungen,  namentlich  aufgrund  geänderter  Rechtslage,  zuzulassen. Dieser Umstand spricht dafür, dass die Anforderungen an die  gesetzliche Grundlage vorliegend weniger hoch einzustufen sind.  4.6. Hinsichtlich  der  Beurteilung  der  Eingriffsintensität  gilt  es  weiter  zu  beachten,  dass  die  Beschwerdeführerin  schon  vor  Erlass  der  hier  strittigen  Verordnungsbestimmung  nicht  frei  war,  übermässige  Gewinne  zu erzielen. Zum einen untersteht die Beschwerdeführerin der Pflicht, ihre  Preise  von  der  Vorinstanz  genehmigen  zu  lassen  (Art. 40  Abs. 3  FMG  i.V.m. Art. 14c Abs. 2 AEFV). Zum anderen sieht, wie bereits erwähnt, der  abgeschlossene  verwaltungsrechtliche  Vertrag  vor,  dass  der  kumulierte  Überschuss bei Vertragsbeendigung an die Vorinstanz zu überweisen ist  (Art. 45  Vertrag  vom  31.  Januar  2007).  Daraus  wird  deutlich,  dass  die  Beschwerdeführerin nicht darauf vertrauen durfte, übermässige Gewinne  erwirtschaften  bzw.  einbehalten  zu  dürfen.  Eine  diesbezügliche  Vertrauensgrundlage, welche den Eingriff als schwerwiegend erscheinen  liesse, wurde weder auf Gesetzes­ noch auf Vertragsebene geschaffen.  4.7.  Der  Verordnungsgeber  selbst  hat  sodann  einer  möglichen  Gewinnabschöpfung  enge  rechtliche  Schranken  gesetzt.  So  legt  Art. 14cter  Abs.1  Bst. b  AEFV  fest,  dass  sie  erst  dann  zur  Anwendung  kommen darf, wenn ein Überschussabbau mittels Preissenkungen nicht  mehr möglich  ist. Daraus ergibt  sich  folgende gesetzliche Kaskade: Die  Registerbetreiberin  ist  zunächst  verpflichtet,  die  Preise  für  ihre  Dienste  auf  Grund  der  entstandenen  Kosten  und  der  Notwendigkeit  eines  angemessenen  Gewinns  festzusetzen  (Art. 14cbis  Abs. 1  AEFV).  Wenn  jedoch  die  kostenbasierte  Berechnung  im  internationalen  Vergleich  zu  relativ  tiefen  Preisen  führt,  die  der  guten  Führung  und  dem  Ruf  der  Domain  ".ch"  schaden  können,  greift  die  in  Art. 14cbis  Abs. 2  AEFV  verankerte  Preisuntergrenze.  In  diesem  Fall  hat  die  Registerbetreiberin  die Preise so festzulegen, dass sie zwar günstig sind, aber nicht zu den  tiefsten auf internationaler Ebene zählen. Erst auf dieser Stufe, d.h. wenn  der  Spielraum  für  weitere  Preissenkungen  ausgereizt  ist,  darf  eine 

A­8665/2010 Gewinnabgabepflicht  in  Betracht  gezogen  werden.  Für  die  Gewinnabschöpfung  selbst  bleibt  demgemäss  nur  ein  stark  begrenzter  Anwendungsbereich übrig (vgl. hierzu auch E. 7.6. und 8). Ein genereller  Anspruch  auf  die  übermässigen  Einnahmen  der  Beschwerdeführerin  bleibt der Vorinstanz verwehrt. Die Eingriffsschwere wird somit durch die  konkrete Ausgestaltung der Regelung weiter relativiert.  4.8. Nur der Vollständigkeitshalber  ist  festzuhalten, dass die Verwaltung  und  Zuteilung  von  Domainnamen  durch  die  Beschwerdeführerin  in  der  öffentlichen Wahrnehmung nicht als besonders umstritten gelten kann, so  dass  sich  aus  diesem  Grund  das  Erfordernis  einer  formellgesetzlichen  Grundlage  aufdrängen würde. Aufgrund  der  heutigen  flächendeckenden  Verbreitung des Internets ist zwar ein grosser Teil der Bevölkerung direkt  oder  indirekt  von  den  erhobenen Preisen  betroffen,  doch  bewegen  sich  die Jahrespreise für die Kundinnen und Kunden auf einem tiefen Niveau.  Selbst  wenn  die  vorgesehene  Gewinnabgabe  einen  Einfluss  auf  die  Preisgestaltung haben sollte, was nachfolgend noch zu klären sein wird,  würde die darauf  zurückzuführende Kostensteigerung  für die Kundinnen  und Kunden kaum spürbar sein.  4.9.  Für  die  Frage  der  Normstufe  ergibt  sich  damit  zusammenfassend,  dass es für die verfügte Abschöpfung des übermässigen Gewinns keiner  formellgesetzlichen  Grundlage  bedarf.  Insbesondere  kann  der  Eingriff  angesichts  der  ausgeführten  Sach­  und  Interessenslage  des  Einzelfalls  nicht  als  derart  schwer  qualifiziert  werden,  dass  er  vom  Gesetzgeber  selbst  zu  legiferieren  wäre.  Auf  formeller  Gesetzesebene  genügt  damit  die  Delegationsnorm  von  Art. 28  Abs. 2  Satz 2  FMG.  Mit  Erlass  von  Art. 14cter  AEFV  wurde  eine  Verordnungsgrundlage  geschaffen,  welche  auch  in  inhaltlicher  Hinsicht  genügend  bestimmt  ist.  In  einem  zweiten  Schritt  ist  zu  prüfen,  ob  die  Verordnungsbestimmung  den  Delegationsrahmen offensichtlich sprengt oder aus anderen Gründen als  verfassungs­ bzw. gesetzeswidrig zu erachten ist.  5.  5.1. Die Beschwerdeführerin rügt, die Möglichkeit zur Projektfinanzierung  im  Bereich  der  Verwaltung  des  Domainnamen­Systems  könne  aus  der  Delegationsnorm von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG nicht hergeleitet werden. Die  hier  strittige  Regelung  sei  vom  delegierten  Sachbereich  nicht mehr  erfasst, weshalb sich Art. 14cter AEFV als rechtswidrig erweise. 

A­8665/2010 5.2.  Die  Vorinstanz  ihrerseits  bestreitet,  dass  die  erlassene  Verordnungsbestimmung  den  gesetzlich  vorgegebenen  Delegationsrahmen überschreitet.  5.3.  Auch  wenn  der  Verordnungsgeber  mit  der  Regelung  zur  Gewinnabgabe  den  vom  Gesetzgeber  vorgegebenen  Ermessensspielraum weit ausschöpft, kann vorliegend noch nicht davon  gesprochen  werden,  dass  damit  der  Delegationsrahmen  offensichtlich  gesprengt wird.  Bereits  der  enge Anwendungsbereich  der  hier  strittigen  Gewinnabschöpfung (vgl. E. 4.7)  lässt den Schluss zu, dass  ihr  lediglich  eine  Korrekturfunktion  zukommt,  wenn  die  bisherigen  Instrumente  zur  Verhinderung  übermässiger  Gewinne  nicht  fruchten.  Insofern  weist  die  Ausführungsbestimmung  den  Charakter  einer  reinen  Vollzugsmassnahme  auf  und  liegt  in  dieser  Form  im  Rahmen  des  delegierten Regelungsbereichs. Dass der Verwendungszweck der damit  eingenommenen  Gelder  ebenfalls  geregelt  werden  muss,  ist  dabei  unumgänglich,  weshalb  auch  die  diesbezügliche  Regelung  in  Art. 14cter  Abs. 2  AEFV  betreffend  Projektfinanzierung  von  der  Delegationsnorm  miterfasst  wird.  Solange  die  eingenommenen  Gelder  zudem  nur  für  Projekte  im  Bereich  der  Verwaltung  und  Zuteilung  von  Domainnamen  eingesetzt  werden,  kann  der  Delegationsrahmen  von  Art. 28  Abs. 2  Satz 2 FMG als gewahrt gelten.  6.  6.1. Gemäss  Art. 40  Abs. 3  FMG  können Dritte  verpflichtet  werden,  die  Preise  ihrer Dienste dem Bundesamt zur Genehmigung zu unterbreiten,  insbesondere  wenn  für  diese  Dienste  kein  Wettbewerb  besteht.  Die  Beschwerdeführerin  stellt  sich  auf  den  Standpunkt,  der  Gesetzgeber  habe mit dieser Norm abschliessend geregelt, welche Massnahmen der  Verordnungsgeber  ergreifen  dürfe,  um  Missbräuche  in  der  Preisgestaltung  durch  Dritte  zu  verhindern.  Die  Norm  eröffne  dem  Bundesrat  ausschliesslich  die  Möglichkeit,  die  Preise  einer  Genehmigungspflicht  zu  unterstellen.  Das  Recht,  den  kumulierten  Überschuss abzuschöpfen, sei  indes gesetzlich nicht vorgesehen. Damit  bestehe  kein  Spielraum  mehr,  eine  solche  Pflicht  auf  dem  Verordnungsweg einzuführen. 6.2. Die Vorinstanz argumentiert, Art. 40 Abs. 3 FMG sei  für die hier zu  beurteilende  Frage  nicht  massgebend.  Entscheidend  sei  allein  die  Delegationsnorm von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG, wonach der Bundesrat 

A­8665/2010 befugt  sei,  die  Einzelheiten  der  Aufgabenübertragung  an  Dritte,  namentlich die Aufsicht, in einer Verordnung zu regeln.  6.3.  Der  Umkehrschluss  (argumentum e contrario),  welchen  die  Beschwerdeführerin vorliegend zur Anwendung bringen möchte, verlangt,  dass eine gesetzliche Regelung keine Geltung habe für Tatbestände, die  in  ihr nicht ausdrücklich erwähnt sind. Es wird dabei ausschliesslich auf  den  Wortlaut  und  das  –  qualifizierte  –  Schweigen  des  Gesetzgebers  abgestellt. Das argumentum e  contrario  hat  seinen Anwendungsbereich  bei  abschliessenden  gesetzlichen Regelungen.  Dabei  ist  aber  zunächst  durch  Auslegung  abzuklären,  ob  tatsächlich  eine  abschliessende  Regelung,  d.h.  ein  qualifiziertes  Schweigen  des  Gesetzes,  vorliegt  (BGE 105 Ib 148 E. 2a; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 223).  Ausgangspunkt  jeder  Auslegung  ist  der  Wortlaut  einer  Gesetzesbestimmung.  Ist  dieser  nicht  klar,  so  ist  auf  die  übrigen  Auslegungselemente  zurückzugreifen;  abzustellen  ist  insbesondere  auf  die  Entstehungsgeschichte  einer  Rechtsnorm,  ihren  Sinn  und  Zweck  sowie  die Bedeutung,  die  ihr  im Kontext mit  anderen Normen  zukommt  (vgl. statt vieler BGE 137 V 167 E. 3.1 und 131  II 697 E. 4.1; Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts A­6086/2010 vom 16. Juni 2011 E. 4; PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  § 25  Rz. 3 f.;  ULRICH  HÄFELIN/WALTER  HALLER/HELEN  KELLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Zürich u. a. 2008, Rz. 80 ff.).  6.4.  Massgebliches  Element  der  grammatikalischen  Auslegung  ist  der  Gesetzesstext,  wobei  die  Formulierungen  einer  Gesetzesnorm  in  den  Amtssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch gleichwertig sind.  In  allen  drei  Amtssprachen  lässt  der  Wortlaut  von  Art. 40  Abs. 3  FMG  offen,  ob  die  Preisgenehmigungspflicht  als  einzige  oder  nur  als  exemplarische  Massnahme  gegen  allfällige  Missbräuche  in  der  Preisgestaltung  durch  Dritte  zu  verstehen  ist.  Um  mehr  Klarheit  zu  erhalten, sind daher die weiteren Auslegungselemente heranzuziehen.  6.5. Bei der  systematischen Auslegung wird der Sinn einer Rechtsnorm  bestimmt durch  ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen und durch den  systematischen Zusammenhang,  in  dem  sie  sich  in  einem Gesetz  bzw.  einer Verordnung präsentiert. 

A­8665/2010 Betrachtet  man  den  Gesetzesaufbau  des  FMG  näher,  wird  ersichtlich,  dass die hier  fragliche Bestimmung  im 6. Kapitel  aufgeführt  ist, welches  unter  dem  Titel  "Abgaben"  übergeordnete  Bestimmungen  zu  verschiedenen  Bereichen  des  Fernmelderechts  enthält.  Den  Adressierungselementen  im Besonderen  ist  dagegen das 4. Kapitel  des  FMG  gewidmet.  Dort  ist  auch  die  Delegationsnorm  von  Art. 28  Abs. 2  Satz 2  FMG  zu  finden,  auf  die  sich  die  Vorinstanz  beruft.  Die  systematische  Auslegung  spricht  somit  dafür,  dass  gestützt  auf  Art. 28  Abs. 2 Satz 2 FMG ergänzende Bestimmungen erlassen werden dürfen,  die  die  allgemeinen  abgaberechtlichen  Bestimmungen  des  6. Kapitels  ergänzen und näher ausführen. Auf diese Weise kann den spezifischen  Besonderheiten  der  Verwaltung  und  Zuteilung  von  Domainnamen  Rechnung getragen werden. 6.6. Die historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zweck ab, den man  einer  Norm  zur  Zeit  ihrer  Entstehung  gab.  Insbesondere  bei  jungen  Erlassen – wie dem vorliegenden – muss dem Willen des Gesetzgebers  ein grosses Gewicht beigemessen werden  (vgl. HÄFELIN/HALLER/KELLER,  a.a.O.,  Rz. 101).  Dabei  ist  eine  Abgrenzung  zur  teleologischen  Auslegung, die auf den Regelungszweck abstellt, wegen der erst kurzen  Geltungsdauer des Gesetzes kaum möglich. Es gilt somit insgesamt, die  mit der Norm verbundenen Zweckvorstellungen (ratio legis) zu ermitteln.  Zur  ratio  legis  von  Art. 40  Abs. 3  FMG  heisst  es  in  der  Botschaft  des  Bundesrates,  dass  bei  einer  Übertragung  einer  Tätigkeit  an  Dritte  Instrumente  zur  Verhinderung  von  Missbräuchen  vorzusehen  seien,  namentlich bei ungenügendem Wettbewerb (Botschaft zur Änderung des  Fernmeldegesetzes  [FMG],  BBl  2003  7951,  7581).  Aus  den Materialien  geht  somit  der  gesetzgeberische  Wille  hervor,  allfälligem  missbräuchlichem  Verhalten  von  Drittanbietern  mit  aufsichtsrechtlichen  Massnahmen zu begegnen. Die Botschaft spricht dabei ausdrücklich von  "Instrumenten"  in  der Mehrzahl. Dies  erscheint  auch  sachgerecht,  denn  die  Aufsichtsbehörde  kann  mit  einem  ausdifferenzierten  Katalog  möglicher  Massnahmen  gezielter  und  wirkungsvoller  auf  allfällige  Fehlentwicklungen  reagieren.  Es  liegen  daher  keine  Anhaltspunkte  vor,  dass  der  Gesetzgeber  mit  Erlass  von  Art. 40  Abs. 3  FMG  eine  abschliessende  Regelung  angestrebt  hätte.  Vielmehr  hat  er  mit  der  Delegationsnorm von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 FMG dem Bundesrat gerade  die  Aufgabe  zugewiesen,  im  Bereich  der  Adressierungselemente  die  gesetzlichen  Vorgaben  näher  auszuführen.  Diese  Aufgabe  hat  der  Bundesrat mit dem Erlass der AEFV wahrgenommen.

A­8665/2010 6.7.  In  Kombination  der  verschiedenen  Auslegungselemente  kann  im  Ergebnis festgehalten werden, dass sich die von der Beschwerdeführerin  vorgenommene Auslegung von Art. 40 Abs. 3 FMG als zu streng erweist.  Diese Gesetzesbestimmung kann nicht in dem Sinne verstanden werden,  dass  sie  eine  Gewinnabschöpfung,  wie  sie  Art. 14cter  AEFV  vorsieht,  ausschliesst.  7.  7.1. Die Beschwerdeführerin  führt  ferner an, mit der Änderung des FMG  vom  1. April  2007  sei  das  Kostendeckungsprinzip,  welches  für  die  Preisfestsetzung bislang massgebend gewesen sei, durch das Prinzip der  Kostenorientiertheit abgelöst worden. Aus diesem Grunde spreche Art. 40  Abs. 3  FMG  nun  auch  von  "Preisen"  und  nicht  wie  noch  in  der  alten  Fassung  von  "Verwaltungsgebühren".  Da  die  von  ihr  erhobenen  Preise  für  die  Verwaltung  und  Zuteilung  von  Domainnamen  nicht  mehr  als  Verwaltungsgebühren zu qualifizieren seien, würden die entsprechenden  Einnahmen nicht als Fiskaleinnahmen, sondern zu ihrem Privatvermögen  zählen.  Sollte  das  Kostendeckungsprinzip  ungeachtet  der  Gesetzesänderung  dennoch  Anwendung  finden,  so  werde  dieses  bereits  durch  den  Umstand,  dass  Gewinne  erwirtschaftet  werden,  verletzt.  Auch  eine  Verwendung  der  abgeschöpften  Mittel  für  bereichsspezifische  Projekte  durch  die  Vorinstanz  könne  diese  Verletzung  nicht  heilen,  denn  damit  würden  die  Einnahmen  nicht  dem  Verwaltungsbereich,  in  dem  sie  angefallen  seien,  erhalten  bleiben, wie  das Kostendeckungsprinzip  dies  einfordere. Wenn bereits die vorgesehene Verwendung der Mittel wegen  Verletzung  des  Kostendeckungsprinzips  unzulässig  sei,  so  gelte  dies  auch  für  die  Gewinnabschöpfung  selbst,  denn  eine  Abschöpfung  ohne  zulässige  Verwendung  sei  sachlogisch  nicht  denkbar.  Um  dem  Kostendeckungsprinzip  Rechnung  zu  tragen,  sollten  daher  die  erzielten  Überschüsse den Kundinnen und Kunden zurückgegeben werden, sei es  mittels Preissenkung oder kostenloser Abonnementsverlängerung.  7.2. Demgegenüber vertritt die Vorinstanz die Auffassung, der  in Art. 40  Abs. 3 FMG neu aufgenommene Begriff "Preise" anstelle des vormaligen  Begriffs "Verwaltungsgebühren" sei  in einem weiten Sinne zu verstehen.  Er  schliesse  nicht  aus,  dass  es  sich  hierbei  gleichermassen  um  Verwaltungsgebühren  handeln  könne.  Da  die  abgeschöpften  Gelder  zweckgebunden  verwendet  würden,  nämlich  ausschliesslich  zur 

A­8665/2010 Finanzierung von Aufgaben oder Projekten von öffentlichem Interesse im  Rahmen der Verwaltung des Domainnamen­Systems, werde das von der  Beschwerdeführerin angerufene Kostendeckungsprinzip gewahrt. 7.3. Gebühren  gehören  zu  den  Kausalabgaben  und  stellen  zusammen  mit den Steuern die öffentlichen Abgaben dar. Kausalabgaben entstehen  grundsätzlich  aus  einer  von  einer  Verwaltungsorganisation  beanspruchten Dienst­ oder Sachleistung. Als Verwaltungsgebühr gilt das  Entgelt  für  eine  staatliche  Tätigkeit  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  2626 f.  mit  weiteren  Hinweisen).  Für  die  Bemessung  der  Kausalabgaben  gelten  zwei  besondere  Grundsätze,  nämlich  das  Kostendeckungs­  und  das  Äquivalenzprinzip  (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER,  a.a.O.,  § 58  Rz. 10 ff.).  Nach  dem  Kostendeckungsprinzip sollen die Gesamteingänge den Gesamtaufwand  für  den  betreffenden  Verwaltungszweig  nicht  oder  nur  geringfügig  überschreiten  (BGE  126  I  180  E. 3a/aa  mit  Hinweisen;  ADRIAN  HUNGERBÜHLER,  Grundsätze  des  Kausalabgaberechts,  ZBl  2003,  S. 520 ff.). Bei  einer Gebühr,  die  ihrer Natur  nach nicht  kostenabhängig  ist  oder  gewolltermassen  zu  einem  Mehrertrag  führt,  findet  das  Kostendeckungsprinzip  keine  Anwendung,  doch  muss  diesfalls  die  Bemessung  der  Abgabe  formellgesetzlich  geregelt  sein  (vgl.  zum  Ganzen: HUNGERBÜHLER,  a.a.O., S. 521;  vgl.  auch BGE 124  I  11 E. 6d;  BVGE  2008/41  E. 5.3.1).  Gemäss  dem  Äquivalenzprinzip  darf  eine  Abgabe  nicht  in  einem  offensichtlichen  Missverhältnis  zum  objektiven  Wert der bezogenen Leistung stehen (HUNGERBÜHLER, a.a.O., S. 522). 7.4.  Im  Hinblick  auf  die  Gewinnabschöpfung  selbst  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  diese  nicht  abgaberechtlicher  Natur  ist.  Die  hier  in  Frage stehende Verpflichtung ist vielmehr Bestandteil der Erfüllung einer  öffentlichen  Aufgabe,  welcher  der  Beschwerdeführerin  mit  verwaltungsrechtlichem Vertrag vom 31. Januar 2007 übertragen wurde.  Diesbezüglich  kann  das  Kostendeckungsprinzip  nicht  zur  Anwendung  kommen. 7.5. Für die Erhebung der die Retail­ und Wholesalepreise dagegen hat  die  Eidgenössische  Rekurskommission  für  Infrastruktur  und  Umwelt  (REKO/INUM)  mit  Entscheid  vom  12. April  2006  erkannt,  dass  diese  gemäss  der  damaligen  Rechtslage  als  Verwaltungsgebühr  zu  qualifizieren und das Kostendeckungsprinzip zu beachten sei. 

A­8665/2010 Hierzu  ist  zunächst  darauf  hinzuweisen,  dass  der  aktuelle  Antrag  der  Beschwerdeführerin  auf  Genehmigung  der  Preise  nicht  Gegenstand  dieses  Verfahrens  ist,  sondern  in  dem  ebenfalls  vor  Bundesverwaltungsgericht  hängigen  Beschwerdeverfahren  A­3956/2011  zu  behandeln  sein  wird.  Rügen  im  Zusammenhang mit  einer  allfälligen  Verletzung  des  Kostendeckungsprinzip  sind  daher  primär  in  jenem  Verfahren  vorzubringen.  Dessen  ungeachtet  besteht  zwischen  den  beiden  Verfahren  ein  Sachzusammenhang,  da  die  abgeschöpften  Finanzmittel  nicht  mehr  für  zukünftige  Preissenkungen  zur  Verfügung  stehen.  Nachfolgend  gilt  es  näher  zu  beleuchten,  ob  aufgrund  dieses  Konnexes  das  Kostendeckungsprinzip  auch  in  die  hier  vorzunehmende  Prüfung einzubeziehen ist.  7.6.  In  der  Praxis  erweist  es  sich  als  schwierig,  die Preise  gemäss  der  prognostizierten  Marktentwicklung  so  festzulegen,  dass  sie  effektiv  die  Kosten  und  den  angemessenen  Gewinn  widerspiegeln  (Erläuternder  Bericht  vom  8.  April  2009  zur  Änderung  der  Verordnungen  zum  Fernmeldegesetz,  S. 8).  Um  den  guten  Ruf  der  Domain  ".ch"  nicht  zu  gefährden,  können  die  Preise  zudem  nicht  beliebig  tief  festgesetzt  werden (Art. 14cbis Abs. 2 AEFV). Insofern ist es unvermeidlich, dass trotz  sorgfältiger  Ausarbeitung  bzw.  Prüfung  des  Preisantrages  gewisse  Einnahmenüberschüsse  entstehen.  Indem  der  Bundesrat  nun  mit  dem  neuen Art. 14cter AEFV eine Gewinnabgabe einführt, ändert er nichts an  den bisherigen Grundsätzen der Preisgestaltung. Die Preise dürfen nach  wie vor nicht so angesetzt werden, dass von vornherein ein Überschuss  budgetiert  wird.  Kommt  beispielsweise  infolge  einer  unerwartet  grossen  Nachfrage ein  hoher Gewinn  zustande,  so hat  der Bundesrat  damit  nur  festgelegt, dass der erzielte Überschuss dem Staat abzuliefern ist, sofern  er  übermässig  ist  und nicht mittels Preissenkungen den Kundinnen und  Kunden zurückgegeben werden kann  (vgl. hierzu auch BGE 124 I 11,  in  dem  die  gesetzlich  verankerte  Gewinnabgabepflicht  einer  kantonalen  Gebäudeversicherungsanstalt  als  zulässig  erachtet  wurde).  Solange  die  Gewinnabschöpfung  erst  dann  greift,  wenn  weitere  Preissenkungen  ausgeschlossen sind, bleibt  für den von der Beschwerdeführerin geltend  gemachten  indirekten  Einfluss  auf  die  zukünftige  Preisgestaltung  kaum  Raum. Eine mögliche Beeinflussung  ist höchstens  für den Fall denkbar,  dass  im  Zeitraum  nach  einer  verfügten  Gewinnabschöpfung  die  internationalen Preise  erheblich  sinken,  sodass weitere Preissenkungen  für die der Top Level Domain ".ch" zugeordneten Domainnamen rechtlich  wieder  möglich  werden.  Stehen  dann  wegen  der  vorgängigen  Gewinnabschöpfung  faktisch die Mittel  für weitere Preissenkungen nicht 

A­8665/2010 mehr  zur  Verfügung,  könnte  von  einer  indirekten  Einflussnahme  gesprochen  werden.  Ebenfalls  denkbar  ist  der  Fall,  dass  die  Beschwerdeführerin  nach  einer  unerwarteten  Kostensteigerung  gezwungen  ist,  die  Preise  zu  erhöhen,  weil  sie  diese  infolge  der  abgegebenen  Gewinne  nicht  mehr  selbst  tragen  kann.  Diese  Wechselwirkungen sind indes nicht als derart erheblich zu erachten, dass  dadurch das Kostendeckungsprinzip – sollte es für die erhobenen Retail­  und Wholesalepreise nach wie vor zur Anwendung kommen – als verletzt  gelten könnte, zumal gemäss Art. 11 TAV nicht der gesamte übermässige  Gewinn, sondern lediglich 40% davon der Abgabepflicht unterliegt.  7.7. Als  subsidiär  zur  Anwendung  kommende  Massnahme  hat  die  hier  strittige Gewinnabschöpfung somit keinen wesentlichen Einfluss auf die in  Art. 14cbis Abs. 1 und 2 AEFV statuierten Grundsätze der Preisgestaltung.  Eine  allfällige  unmittelbare  oder  mittelbare  Verletzung  des  Kostendeckungsprinzips ist daher zu verneinen. 8.  8.1.  Schliesslich  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  die  verfügte  Gewinnabschöpfung  verletze  das  in  Art.  14cter  Abs. 1  Bst.  b  AEFV  verankerte  Subsidiaritätsprinzip.  Demgemäss  dürfe  der  Gewinn  erst  abgeschöpft  werden,  wenn  eine  weitere  Preissenkung  nach  Art. 14cbis  Abs. 2  AEFV  nicht mehr möglich  ist.  Ein  derartiger Gewinnabbau  stelle  für  sie  im  Sinne  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  die  mildere  Massnahme dar, die es ihr ermögliche, gleichzeitig  ihre Marktstellung zu  festigen.  Der  Spielraum  für  weitere  Preisreduktionen  sei  zum  jetzigen  Zeitpunkt  noch  nicht  ausgeschöpft.  Die  Schweiz  gehöre  zwar  zu  den  günstigeren,  aber  nicht  zu  den  tiefsten  Anbietern  im  internationalen  Vergleich. Die Vorinstanz habe vorliegend nicht sorgfältig genug geprüft,  ob  der  kumulierte  Überschuss  zunächst  auf  diesem  Wege  abgebaut  werden  könne.  Der  Verweis  auf  den  Erläuternden  Bericht  zur  Revision  der AEFV, demgemäss die Schweizer Preise im internationalen Vergleich  relativ  niedrig  seien,  genüge  nicht,  um  die  Möglichkeit  weiterer  Preisnachlässe zu verneinen. Hierfür hätte die Vorinstanz eine konkrete  Gefährdung  darlegen  müssen.  Im  Übrigen  sei  der  Zusammenhang  zwischen  niedrigen Preisen  und  der missbräuchlichen Verwendung  von  Domainnamen  nicht  bewiesen.  Einer  möglichen  Gefährdung  des  guten  Rufes der Domain  ".ch" könne mit anderen Massnahmen wirkungsvoller  begegnet  werden,  wie  z.B.  der  von  ihr  bereits  eingeführten  Vorauszahlungspflicht  oder  der  Blockierung  von  Domainnamen  bei 

A­8665/2010 Missbrauchsverdacht.  Mit  der  vorgeschlagenen  kostenlosen  Abonnementsverlängerung  ginge  ohnehin  keine  erhöhte  Gefährdung  einher, da damit nur bestehende Vertragsverhältnisse in den Genuss der  Vergünstigungen  kämen.  Vorliegend  habe  die  Vorinstanz  am  11. November  2010  die  Gewinnabschöpfung  verfügt,  ohne  vorher  den  Preisantrag  zu  genehmigen.  Art. 14cter  Abs. 3  AEFV  sehe  indes  ausdrücklich vor, dass eine allfällige Gewinnabschöpfung nur zusammen  mit der jährlichen Preisgenehmigung festgesetzt werden könne. Die vom  Verordnungsgeber  vorgegebene  Verknüpfung  von  Gewinnabschöpfung  und  Preisgenehmigung  sei  sachlich  zwingend,  denn  die  Höhe  des  erzielten  Überschusses  lasse  sich  ohne  vorgängige  Festlegung  der  Preise gar nicht verlässlich ermitteln.  8.2.  Die  Vorinstanz  erachtet  das  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachte  Subsidiaritätsprinzip  im  vorliegenden  Fall  als  gewahrt.  Als  Begründung  führt  sie  aus,  sie  habe  die  Höhe  des  abzuschöpfenden  Betrages  bewusst  tief  angesetzt.  Der  Beschwerdeführerin  sei  damit  genügend  Spielraum  für  weitere  Preissenkungen  belassen  worden,  soweit  diese  zulässig  seien. Die  geforderte  absolute Priorität  könne gar  nicht umgesetzt werden, denn weder die Kosten­ und Ertragsprognosen  noch  der  Umfang  des  zu  gewährenden  Schutzes  vor  kriminellen  Machenschaften  könnten  vorab  zuverlässig  bestimmt  werden.  Dem  bestehenden  materiellen  Konnex  zwischen  Gewinnabschöpfung  und  Preisgestaltung  könne  auch  in  getrennten  Verfahren  hinreichend  Rechnung getragen werden, wie dies die erlassene Verfügung aufzeige.  Dürfte  die  Gewinnabschöpfung  erst  nach  oder  zusammen  mit  der  Preisgenehmigung  verfügt  werden,  könnte  die  Beschwerdeführerin  ersteres  hinauszögern,  indem  sie  nicht  oder  nicht  rechtzeitig  einen  genehmigungsfähigen  Preisantrag  einreiche.  Dies  widerspräche  dem  Sinn und Zweck von Art. 14cter AEFV. 8.3.  Wie  bereits  ausgeführt  (E. 4.7  und  7.6),  ist  der  kumulierte  Überschuss erst dann ganz oder teilweise der Vorinstanz zu überweisen,  wenn  es  nicht  möglich  ist,  die  Gewinne  mittels  Preissenkungen  abzubauen  (Art. 14cter  Abs. 1  Bst. b  AEFV).  Dem Wortlaut  nach  ist  der  Ausschluss  weiterer  Preissenkungen  Anspruchsvoraussetzung.  Das  Subsidiaritätsprinzip  wird  sodann  in  Art. 14cter  Abs. 3  AEFV  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wieder  aufgegriffen.  Gemäss  dieser  Bestimmung legt die Vorinstanz bei jeder Überprüfung und Genehmigung  der  Preise  den  Betrag  fest,  der  ihr  zu  überweisen  ist.  Der  Normtext  statuiert damit ausdrücklich, dass zeitgleich zu entscheiden ist. 

A­8665/2010 8.4.  Der  Erläuternde  Bericht  zur  Änderung  der  Verordnungen  zum  Fernmeldegesetz  bezeichnet  als  Grund  für  die  Einführung  der  Gewinnabgabepflicht,  dass  besonders  angesichts  der  notwendigen  Preisuntergrenze  nicht  die  gesamten  angesammelten  Einnahmenüberschüsse  für Preissenkungen verwendet werden könnten.  Unter  diesen  Umständen,  so  der  Bericht  weiter,  sei  dem  BAKOM  die  Kompetenz zu erteilen, namentlich bei jeder Überprüfung der Preise den  Anteil der Einnahmenüberschüsse  festzulegen. Das BAKOM könne sich  dabei  auf  das  reguläre  Verfahren  für  die  Preisüberprüfung  stützen  (Erläuternder  Bericht,  a.a.O.,  S. 8 f.).  Der  Erläuternde  Bericht  bestätigt  somit,  dass  das  Instrument  der  Gewinnabschöpfung  subsidiär  zu  möglichen Preissenkungen anzuwenden sowie über beides grundsätzlich  im gleichen Verfahren zu entscheiden ist.  8.5. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz über die Gewinnabschöpfung  verfügt, obwohl zu diesem Zeitpunkt der Preisantrag – und damit auch die  Zulässigkeit weiterer Preissenkungen – noch nicht geprüft worden ist. Die  Vorinstanz  begründet  ihre  Vorgehensweise  damit,  bei  einer  zeitlichen  Verknüpfung beider  Instrumente hätte es die Beschwerdeführerin  in der  Hand  gehabt,  die  Gewinnabgabe  beliebig  hinauszuzögern.  Dieser  Auffassung der Vorinstanz ist nicht zu folgen. Es ist nicht ersichtlich, dass  die  zu  erlassende  Massnahme  sachbedingt  eine  besondere  zeitliche  Dringlichkeit  aufweist.  Spätestens  am  Ende  der  Delegationsdauer  ist  ohnehin  eine  vollständige  Überweisung  des  kumulierten  Überschusses  vorgesehen  (Art. 14cter  Abs. 4  AEFV;  Art. 45  Vertrag  vom  31. Januar  2007). Es  ist  zwar  richtig, dass die Gelder dadurch möglicherweise erst  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  für  die  geplanten  bereichsspezifischen  Projekte  zur  Verfügung  stehen,  doch  vermag  dieses  im  Ergebnis  rein  fiskalische  Interesse die klaren Vorgaben der Verordnung nicht  in Frage  zu stellen. Die Befürchtung zeitlicher Verzögerung allein rechtfertigt noch  keine Auslegung gegen den Wortlaut der besagten Bestimmungen.  8.6.  Gerade  angesichts  der  von  der  Vorinstanz  genannten  Unsicherheitsfaktoren,  wie  der  Verlässlichkeit  der  Kosten­  und  Erfolgsprognose  und  des  Erfordernisses  der  guten  Rufwahrung  der  Domain  ".ch",  erscheint  es  notwendig,  dass  diese  Fragestellungen  zunächst  im  Rahmen  des  Preisgenehmigungsverfahrens  genau  geprüft  und entschieden werden. Auf diese Weise kann sich die anschliessende  Gewinnabschöpfung auf eine  fundiert abgeklärte Grundlage stützen. Mit  dem  vorliegend  gewählten  Vorgehen  hingegen  konnte  die  Vorinstanz  dem Subsidiaritätsprinzip materiell nur insoweit Rechnung tragen, als sie 

A­8665/2010 den  Gewinnbetrag,  welcher  möglicherweise  über  Preissenkungen  abgebaut werden kann, geschätzt hat. Dies ist aus einem weiteren Grund  als problematisch zu erachten: Sollte sich die vorgenommene Schätzung  im  anschliessenden  Preisgenehmigungsverfahren  als  unrichtig  herausstellen,  würde  die  vorgängig  verfügte  Gewinnabschöpfung  auf  falschen  Zahlen  beruhen  und  müsste  sogar  gegebenenfalls  wiedererwägungsweise  aufgehoben  bzw.  angepasst  werden.  Auf  der  anderen Seite darf es aber auch nicht sein, dass sich die vorgenommene  Schätzung  präjudiziell  auf  das  Preisgenehmigungsverfahren  auswirkt.  Dieses Dilemma kann nur vermieden werden, wenn – wie es schon der  Wortlaut  der  Verordnung  vorsieht  –  über  die  Gewinnabschöpfung  nicht  vor der Preisgenehmigung entschieden wird. 8.7.  Im Ergebnis  ist daher festzuhalten, dass der kumulierte Überschuss  erst dann abzuschöpfen ist, wenn der Gewinn nicht mehr mittels weiterer  Preissenkungen abgebaut werden kann. Verfahrensrechtlich bedingt dies  zwingend,  dass  über  die  Gewinnabschöpfung  nicht  vor  der  Preisgenehmigung  verfügt  werden  darf. Wird,  wie  im  vorliegenden  Fall,  der  Betrag  für  die  Gewinnabschöpfung  losgelöst  von  der  Preisgenehmigung  festgelegt  und  dessen  Überweisung  angeordnet,  widerspricht  dies Art. 14cter Abs. 1 Bst.  b  sowie Art. 14cter Abs. 2 AEFV.  Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als begründet.  9.  9.1. Die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  ist grundsätzlich  reformatorisch  ausgestaltet, mit  andern Worten  entscheidet  das Gericht  bei Gutheissung der Beschwerde grundsätzlich selbst, statt die Sache zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  (Art. 61  Abs. 1  VwVG;  vgl.  auch  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.191).  Ausnahmsweise  kann  sich  das  Gericht  auf  die  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung  beschränken  und  die  Angelegenheit  an  die  Vorinstanz  zurückweisen.  Dies  ist  unumgänglich,  wenn  die  Vorinstanz  den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig abgeklärt hat, das Vorliegen  eines Tatbestandselements zu Unrecht verneint und die andern Elemente  deshalb gar nicht  geprüft  hat. Eine Rückweisung erweist  sich  ferner als  sachgerecht,  wenn  die  Regelung  des  Rechtsverhältnisses  besondere  Fachkenntnisse verlangt oder ein Ermessensentscheid im Streit liegt, bei  dessen  Überprüfung  sich  das  Gericht  Zurückhaltung  auferlegt  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.195;  vgl.  auch  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1977 mit weiteren Hinweisen).

A­8665/2010 9.2.  Ohne  abgeschlossene  Genehmigung  des  Preisantrages  ist  vorliegend keine  verlässliche Beurteilung der Streitsache möglich. Denn  es  gilt  zu  beachten,  dass  zunächst  im  Verfahren  betreffend  Preisgenehmigung  zu  entscheiden  sein  wird,  wie  hoch  der  kumulierte  Überschuss ausfällt und ob dieser mittels Preissenkungen oder allenfalls  anderen geeigneten Massnahmen abgebaut werden kann. Vorliegend ist  daher  zuzuwarten,  bis  das Urteil  im Beschwerdeverfahren  A­3956/2011  betreffend Genehmigung  der Retail­  und Wholesalepreise  gefällt  und  in  Rechtskraft  erwachsen  ist.  Gestützt  auf  das  Ergebnis  jenes  Verfahrens  wird  anschliessend  –  in  Beachtung  des  Subsidiaritätsprinzips  gemäss  Erwägung 8  –  neu  zu  entscheiden  sein,  ob  und  in  welcher  Höhe  der  übermässige  Gewinn  abgeschöpft  werden  kann.  Die  Vorinstanz  als  Fachbehörde  ist  dabei  besser  geeignet  als  das  Bundesverwaltungsgericht, die Gewinnabschöpfung auf das Ergebnis des  Preisgenehmigungsverfahrens  im  Sinne  des  vorstehend  Gesagten  abzustimmen.  Demnach  ist  die  Rückweisung  der  Sache  nicht  nur  möglich, sondern im Sinne der zitierten Lehre geradezu geboten. 10.  Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  ist  die  Beschwerde  insoweit  gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 11. November 2010  aufzuheben und die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der  Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 11.  11.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  die  Verfahrenskosten  in  der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Unterliegt sie  nur  teilweise,  so werden die Verfahrenskosten ermässigt  (Art. 63 Abs. 1  VwVG). Obsiegen und Unterliegen im Prozess ist grundsätzlich nach den  Rechtsbegehren  der  Beschwerde  führenden  Partei,  gemessen  am  Ergebnis der Anfechtung des  vorinstanzlichen Entscheids,  zu beurteilen  (BGE  123  V  156  E.  3c  und  BGE  123  V  159  E.  4b).  In  der  Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung der Sache an  die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid (mit noch  offenem  Ausgang)  praxisgemäss  als  volles  Obsiegen  der  Beschwerde  führenden  Partei  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8457/2010  vom  14. Juni  2011  E. 5  mit  weiteren  Hinweisen).  Damit  gilt  die  Beschwerdeführerin  als  obsiegend,  weshalb  ihr  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen sind. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 12'000.­ wird  ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

A­8665/2010 Die  unterliegende  Vorinstanz  trägt  als  Bundesbehörde  keine  Verfahrenskosten (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 11.2. Der  nicht  anwaltlich  vertretenen  obsiegenden  Beschwerdeführerin  sind keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb von der  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  abzusehen  ist  (Art. 64 Abs. 1  VwVG  sowie Art. 7  Abs. 4  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]).

A­8665/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde wird  gutgeheissen.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  11.  November  2010  wird  aufgehoben  und  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  Kostenvorschuss  von  Fr. 12'000.­ wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des  vorliegenden  Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  sie  dem  Bundesverwaltungsgericht einen Einzahlungsschein zuzustellen oder ihre  Kontonummer bekannt zu geben. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 2240­10/1000189360; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: André Moser Flurina Peerdeman

A­8665/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Frist steht still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 Abs.  1 Bst. c BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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