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Bundesverwaltungsgericht 19.09.2011 A-8629/2010

19. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,557 Wörter·~13 min·1

Zusammenfassung

Energie (Übriges) | Anschluss an die Netzebene 6 und Veröffentlichung der Netznutzungstarife

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­8629/2010 Urteil   v om   1 9 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), Richterin Marianne Ryter Sauvant, Richterin Kathrin Dietrich,    Gerichtsschreiberin Michelle Eichenberger. Parteien Hotel Honegg AG, Hotel Honegg, 6373 Ennetbürgen,   vertreten durch Rechtsanwalt Dr. German Grüniger,  Baur Hürlimann AG, Bahnhofplatz 9, Postfach 1867,  8021 Zürich, Beschwerdeführerin,  gegen Kantonales Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN),  Wilgasse 3, 6370 Oberdorf NW,   vertreten durch Rechtsanwalt Werner Schib, Röthlisberger Vogel Bircher, Jurastrasse 4, 5001 Aarau, Beschwerdegegnerin,  und Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom,  3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Anschluss an die Netzebene 6 und Veröffentlichung der  Netznutzungstarife.

A­8629/2010 Sachverhalt: A.  Die  Hotel  Honegg  AG  ist  Eigentümerin  des  Grundstücks,  auf  welchem  sich  das  Hotel  Honegg  befindet.  Dieses  wird  zur  Zeit  saniert  und  umgebaut.  Das  Kantonale  Elektrizitätswerk  Nidwalden  (EWN)  ist  Netzbetreiberin des Gebiets, in welchem sich das Hotel Honegg befindet. Bis  anhin  wurde  das  Hotel  Honegg  vom  EWN  ab  einer  Stangentransformatorenstation mit elektrischer Energie versorgt, die sich  ca. 180 Meter nordöstlich des Hotels befindet. Die Hotel Honegg AG und  das  EWN  gelangten  zum  Schluss,  anlässlich  der  laufenden  Sanierung  und  Erweiterung  des  Hotels  Honegg  die  bisherige  durch  eine  Transformatorenstation  mit  einem  Transformator  von  630  kVA  (max.  1000 kVA) in der Tiefgarage des Hotels Honegg zu ersetzen. Für die Realisierung der neuen Transformatorenstation schloss das EWN  mit  der  Hotel  Honegg  AG  am  30.  September  2009  einen  Dienstbarkeitsvertrag betreffend das Recht für die Errichtung, den Betrieb  und den Unterhalt einer Transformatorenstation sowie das Zugangs­ und  Leitungsbaurecht  ab. Gemäss  diesem Vertrag  übernimmt  das EWN die  Kosten von Erstellung und Unterhalt der Transformatorenstation sowie für  die  Rohranlagen  und  dient  die  Transformatorenstation  der  Energieabgabe  in  das mit  ihr  belastete Grundstück  sowie  in  das  übrige  Energieverteilnetz des EWN. B.  Das Netzschema des EWN vom 3. Dezember 2009 sieht vor, das Hotel  Honegg ab der Sammelschiene SS 400/230V und damit auf Netzebene 7  anzuschliessen.  Neben  dem  Hotel  Honegg  sollen  weitere  Endverbraucher an die Sammelschiene angeschlossen werden.  Das  Eidgenössischen  Starkstrominspektorat  (ESTI)  genehmigte  mit  Verfügung  vom  7.  Januar  2010  das  Gesuch  des  EWN  um  Plangenehmigung  der  Transformatorenstation Honegg.  Auf  Anfrage  der  EWN vom 8. Februar 2010 hielt es ausserdem fest, es wäre unzulässig,  einen  Niederspannungsabgang  für  das  Hotel  Honegg  direkt  auf  der  Sekundärseite  des  Netztransformators  anstatt  an  der  Niederspannungsverteilung  anzuschliessen,  wie  es  das  alternative  Anschlussschema TE 36 01­1 vorsehe.

A­8629/2010 C.  Mit Eingabe vom 22. Oktober 2009 stellte die Hotel Honegg AG bei der  ElCom die Anträge, das EWN sei zu verpflichten, die Netznutzungstarife  der Netzebene 6 für das Jahr 2010 zu veröffentlichen sowie den neu zu  erstellenden Netzanschluss Hotel Honegg der Netzebene 6 zuzuordnen. Mit Verfügung vom 11. November 2010 wies die ElCom die Anträge der  Hotel Honegg AG ab. Für das Verfahren auferlegte sie der Hotel Honegg  AG Gebühren in der Höhe von Fr. 11'300.­­. D.  Gegen  die Verfügung  der ElCom  (Vorinstanz)  vom 11. November  2010  führt  die  Hotel  Honegg  AG  (Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  15. Dezember  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Rechtsbegehren  1).  Das  EWN  (Beschwerdegegnerin)  sei  zu  verpflichten,  die  Netznutzungstarife der Netzebene 6 zu veröffentlichen  (Rechtsbegehren  2)  und  den  neu  zu  erstellende  Netzanschluss  Hotel  Honegg  der  Netzebene 6 zuzuordnen (Rechtsbegehren 3). Eventualiter sei die Sache  mit  verbindlicher  Weisung  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  zurückzuweisen (Rechtsbegehren 4). Die  Vorinstanz  und  die  Beschwerdegegnerin  schliessen  in  ihren  Stellungnahmen vom 14. März 2011 auf Abweisung der Beschwerde. Mit  Schreiben  vom  18.  April  2011  teilt  die  Beschwerdeführerin  mit,  sie  verzichte  unter  Verweis  auf  ihre  Ausführungen  in  ihrer  Beschwerde  auf  eine weitere Stellungnahme. Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  bei  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird  –  sofern  entscheidrelevant  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Die  ElCom  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  Bst. f  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme nach Art. 32 

A­8629/2010 VGG, was  das Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben. Demnach  ist  das  Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der erhobenen Beschwerde  zuständig  (vgl.  auch  Art. 23  des  Bundesgesetzes  vom  23.  März  2007  über  die  Stromversorgung  [StromVG,  SR  734.7]  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­1682/2010 vom 4. Mai 2011 E. 1.). Zur  Beschwerde  ist  nach  Art. 48  Abs. 1  VwVG  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen Verfügung betreffend die Zuordnung zu einer Netzebene  zur Beschwerde legitimiert. Auf die  im Übrigen  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  (vgl.  Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Die Vorinstanz ist aber keine gewöhnliche Vollzugsbehörde, sondern eine  verwaltungsunabhängige  Kollegialbehörde  mit  besonderen  Kompetenzen. Als Fachorgan ist sie Regulierungsinstanz mit besonderer  Verantwortung.  Dies  rechtfertigt  eine  gewisse  Zurückhaltung  des  Bundesverwaltungsgerichts  bei  der  Überprüfung  des  vorinstanzlichen  Entscheids.  Es  befreit  das  Bundesverwaltungsgericht  aber  nicht  davon,  die  Rechtsanwendung  auf  ihre  Vereinbarkeit  mit  Bundesrecht  zu  überprüfen.  Weiter  amtet  die  Vorinstanz  in  einem  höchst  technischen  Bereich,  in dem Fachfragen sowohl  im Bereich der Stromversorgung als  auch  ökonomischer  Ausrichtung  zu  beantworten  sind.  Ihr  steht  dabei –  wie  anderen  Behördenkommissionen  auch  –  ein  eigentliches  "technisches  Ermessen"  zu.  In  diesem  Rahmen  darf  der  verfügenden  Behörde  bei  der  Beurteilung  von  ausgesprochenen  Fachfragen  ein  gewisser  Ermessens­  und  Beurteilungsspielraum  belassen  werden,  soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und  die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat  (vgl.  BGE  133 II 35  E. 3,  132 II 257  E. 3.2,  131 II 13  E. 3.4,  131 II 680 

A­8629/2010 E. 2.3.2  m.w.H.,  BVGE  2009/35  E. 4  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1682/2010  vom  4. Mai 2011  E. 2;  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.155). 3.  Die  Vorinstanz  legt  dar,  sie  habe  über  die  Anschlusslösung  befinden  müssen,  weil  sich  die  Parteien  nicht  auf  eine  solche  hätten  einigen  können. Hierbei sei sie zum Schluss gelangt, es könne nicht als effiziente  Lösung  bezeichnet  werden,  einen  Transformator  nur  für  das  Hotel  Honegg  zu erstellen;  dies  obwohl  es  so möglich wäre,  an diesem auch  andere  Endverbraucher  anzuschliessen.  Ausserdem  würde  es  sich  bei  den  dadurch  entstehenden  Kosten  nicht  um  anrechenbare  Kosten  handeln.  Zudem  sei  es  gemäss  ESTI  unzulässig,  einen  Niederspannungsabgang  für  das  Hotel  Honegg  direkt  auf  der  Sekundärseite  des  Netztransformators  anstatt  an  der  Niederspannungsverteilung anzuschliessen. Auch komme der Anschluss  des  Hotels  Honegg  an  die  Netzebene  5  nicht  in  Frage,  da  die  Hotel  Honegg  AG  das  Erstellen  einer  in  ihrem  Eigentum  stehenden  Transformatorenstation,  welche  hierzu  erforderlich  wäre,  ausschliesse.  Folglich  sei  die  von  der  Beschwerdegegnerin  vorgesehene  Anschlussmöglichkeit  gemäss  Netzschema  vom  3.  Dezember  2009  die  Einzige, die einen sicheren,  leistungsfähigen und effizienten Netzbetrieb  ermögliche.  Ihre  Beurteilung  beziehe  sich  demnach  auf  dieses  Netzschema.  Die  Beschwerdeführerin  macht  in  diesem  Zusammenhang  geltend,  die  Vorinstanz treffe bei der Beurteilung ihres Gesuchs in unzulässiger Weise  Annahmen,  die  nicht mit  dem Sachverhalt  übereinstimmen würden  und  begründe  ihren  Entscheid  auf  der  Basis  dieser  angenommenen,  nicht  zutreffenden  Sachverhaltsfeststellungen.  Denn  sie  habe  zum  einen  nie  verlangt,  es  sei  neben  der  vorgesehenen  Sammelschiene  ein  zweiter  Niederspannungsabgang  zu  installieren,  der  ihre  Leitung  direkt  auf  der  Sekundärseite  des Transformators  anschliesse.  Zum anderen habe das  ESTI  diese  Frage  aufgrund  einer  vorliegend  nicht  anwendbaren  gesetzlichen  Grundlage  beurteilt.  Weiter  verlange  sie  von  der  Beschwerdeführerin  nicht,  dass  sie  einen  Transformator  erstelle,  der  ausschliesslich  dem  Hotel  Honegg  diene.  Auch  sei  ein  Anschluss  an  Netzebene  5  nie  zur  Diskussion  gestanden.  Die  diesbezüglichen  Schlussfolgerungen  seien demnach nicht  geeignet,  die Zuordnung  ihres  Anschlusses zur Netzebene 6 zu verweigern.

A­8629/2010 3.1.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  eine  mangelhafte  Sachverhaltsfeststellung; die Vorinstanz habe sich auf hypothetische und  unrichtige Sachverhaltselemente abgestützt.  Unvollständig  ist  die  Sachverhaltsfeststellung,  wenn  nicht  alle  für  den  Entscheid  rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt worden sind  (vgl.  hierzu  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2010,  Rz.  1596).  Im  Verwaltungsverfahren  gilt  grundsätzlich  das  Untersuchungsprinzip,  die  Behörde  untersucht  mithin  den  Sachverhalt  von Amtes wegen (Art. 12 VwVG). Die mit der Sache befasste Instanz ist  schliesslich aufgrund des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes  wegen  verpflichtet,  auf  den  festgestellten  Sachverhalt  die  richtigen  Rechtsnormen  anzuwenden  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2006, Rz. 1632 ff. sowie MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, Rz. 1.54). 3.2. Die Vorinstanz hatte die Netzebenenzuordnung des Neuanschlusses  der  Beschwerdeführerin  zu  beurteilen.  Dabei  musste  sie  von  einem  gültigen  Ansschlussschema  ausgehen,  denn  die  Zuordnung  eines  Neuanschlusses  zu  einer  bestimmten  Ebene  ist  abhängig  von  der  geplanten  Anschlusssituation.  Das  von  der  Beschwerdegegnerin  erarbeitete  und  vom  ESTI  genehmigte  Netzschema  wurde  im  erstinstanzlichen  Verfahren  von  der  Beschwerdeführerin  bestritten.  Da  somit  weder  eine  bestehende  noch  eine  einvernehmliche  Anschlusssituation vorlag, hatte die Vorinstanz über dieses zu befinden.  Hierbei  überprüfte  sie  die  denkbaren  Anschlusslösungen  – mithin  auch  jene,  die  von  der  Beschwerdeführerin  nicht  ausdrücklich  beantragt  worden  sind  –  auf  ihre  Gesetzmässigkeit  hin.  Dieses  Vorgehen  ist  im  Licht  der  obgenannten  Ausführungen  rechtens  und  stellt  keine  unvollständige Sachverhaltsfeststellung dar.  In  der  Sache  bringt  die  Beschwerdeführerin  gegen  die  geprüften  Anschlusssituationen  einzig  vor,  das  ESTI  habe  die  ihr  zur  Prüfung  unterbreitete Variante (vgl. Sachverhalt Bst. B) aufgrund einer vorliegend  nicht anwendbaren gesetzlichen Grundlage beurteilt, mithin aufgrund der  Starkstromverordnung  vom  30. März  1994  (SR  734.2)  anstatt  aufgrund  des  StromVG.  Bei  Elektrizitätsnetzen  inkl.  Transformatoren  handelt  es  sich  jedoch  um  Starkstromanlagen  (vgl.  auch  Art.  3  Starkstromverordnung).  Das  ESTI  hat  mit  der  Starkstromverordnung  folglich  die  richtige  gesetzliche  Grundlage  herangezogen,  um  zu 

A­8629/2010 beurteilen,  ob  ein Niederspannungsabgang  für  das Hotel Honegg direkt  auf  der  Sekundärseite  des  Netztransformators  anstatt  an  der  Niederspannungsverteilung  angeschlossen  werden  darf,  und  die  Vorinstanz  war  gehalten,  die  Zuordnung  der  Netzebene  gestützt  auf  dessen  Vorgaben  vorzunehmen.  Die  diesbezügliche  Rüge  der  Beschwerdeführerin schlägt somit fehl; die Vorinstanz stützte sich bei der  Zuordnung der Beschwerdeführerin zu einer Netzebene zu Recht auf die  Anschlusssituation gemäss dem Netzschema vom 3. Dezember 2009. 4.  Die  Beschwerdeführerin  ist  weiter  der  Ansicht,  die  von  der  Vorinstanz  vorgebrachten  Kriterien  für  die  Zuordnung  zur  Netzebene  6  verletzten  den  gesetzlich  verankerten  Grundsatz,  wonach  die  Kosten  für  die  Netznutzung  verursachergerecht  abzuwälzen  seien.  Zudem  könne  die  vom  Verband  Schweizerischer  Elektrizitätsunternehmen  [VSE]  herausgegebenen  Branchenempfehlung  "Strommarkt  Schweiz,  Netznutzungsmodell  für das Schweizerische Verteilnetz, Grundlagen zur  Netznutzung  und  Netznutzungsentschädigung  in  den  Verteilnetzen  der  Schweiz,  Ausgabe  2009"  (NNMV­CH)  keinen  Anspruch  auf  Ausgewogenheit haben und nicht als unparteiisch gelten.  Die  Vorinstanz  bringt  hierzu  vor,  in  Ziff.  3.5.1.1  NNMV­CH  sei  für  Endverbraucher  eine  Zuordnung  nur  zu  den  Netzebenen  3,  5  und  7  vorgesehen.  Zudem  sei  das  entsprechende  Netznutzungsentgelt  geschuldet,  wenn  von  einer  bestimmten  Netzebene Gebrauch  gemacht  werde  oder  gemacht  werden  könnte;  dies  auch,  wenn  der  tatsächlich  genutzte  bzw.  nutzbare  Netzabschnitt  sehr  gering  sei.  Dies  entspreche  der  Verbrauchergerechtigkeit.  Ein  Zuordnung  zu  den  geraden  Netzebenen  2,  4  oder  6  sei  nur  dann  möglich,  wenn  sie  verursachergerecht sei. Zur Frage, wann dies der Fall sei, habe sie eine  Praxis entwickelt. Hiernach sei eine solche verursachergerecht, wenn der  Anschluss  auf  der  Sekundär­Transformatorenseite  erfolge,  die  unterliegenden  Netze  galvanisch  getrennt  betrieben  würden  und  der  Transformator  ausschliesslich  für  diesen  Endverbraucher  eingesetzt  werde.  Vorliegend  bestehe  die  vom  ESTI  bewilligte  Transformatorenstation aus nur einem Transformator, an welchem neben  dem Hotel Honegg auch weitere Endverbraucher angeschlossen würden.  Der  Transformator  werde  folglich  nicht  nur  für  das  Hotel  Honegg  eingesetzt. Die Beschwerdeführerin solle zudem an einer Sammelschiene  angeschlossen  werden,  über  welche  sie  mit  anderen  Endverbrauchern  galvanisch  verbunden  sei;  dies  unabhängig  davon,  wer  die  Kosten  des 

A­8629/2010 Anschlusses  trage.  Die  Voraussetzungen  für  die  Zuordnung  zu  Netzebene  6  seien  daher  nicht  erfüllt.  Vielmehr  führe  dies  zu  einer  Nutzung  der  Netzebene  7,  für  welche  demnach  ein  Entgelt  geschuldet  sei.  5.  Der  gesetzlichen  Konzeption  von  StromVG  und  Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV, SR 734.71)  liegt  eine Unterteilung  in Netzebenen  zu Grunde.  Für  eine  transparente  Zuweisung  der  Netzkosten  werden  das  Übertragungs­  und  die  Verteilnetze  von  der  Branche  in  vier  Spannungs­  und  drei  Transformationsebenen  und  damit  in  sieben Netzebenen  aufgeteilt  (vgl.  die  vom  VSE  herausgegebene  Branchenempfehlung  Strommarkt  Schweiz,  Marktmodell  für  die  elektrische  Energie  ­  Schweiz,  Grundsatzdokument  zur  Regelung  der  zentralen  Aspekte  der  Organisation  des  Strommarktes  Schweiz,  Ausgabe  2009  [MMEE­CH],  Ziff. 4.1.2  [1]  und  [2],  abrufbar  unter  www.strom.ch).  Das  Übertragungsnetz umfasst die Netzebene 1 und wird als Elektrizitätsnetz  definiert, das der Übertragung von Elektrizität über grössere Distanzen im  Inland sowie dem Verbund mit den ausländischen Netzen dient und in der  Regel  auf  der  Spannungsebene  220/380kV  betrieben  wird  (vgl.  Art. 4  Abs. 1 Bst. h StromVG). Das Verteilnetz umfasst die Netzebenen 2 bis 7  und  ist  gemäss Art. 4 Abs. 1 Bst. i  StromVG ein Elektrizitätsnetz  hoher,  mittlerer  oder  niederer  Spannung  zum  Zweck  der  Belieferung  von  Endverbrauchern  oder  Elektrizitätsversorgungsunternehmen.  Bei  den  Netzebenen 2, 4 und 6 handelt es sich um Transformationsebenen, bei  den Netzebenen 3,  5  und 7  um Spannungsebenen  (vgl. Abbildung 2  in  Ziff. 4.1.2 MMEE­CH). 5.1.  Weder  im  StromVG  noch  in  den  dazugehörigen  Ausführungsbestimmungen  finden  sich  klare  Vorgaben  zur  Netzebenenzuordnung sowie zur Frage, was unter verursachergerechter  Kostenüberwälzung  zu  verstehen  ist.  Es  wird  lediglich  in  allgemeiner  Weise  von  "von  den  Endverbrauchern  verursachten  Kosten"  bzw.  von  einer  "verursachergerechten Überwälzung  der Kosten"  gesprochen  (vgl.  Art. 14 Abs. 3 Bst. a und Art. 15 Abs. 4 Bst. b StromVG). Die NNMV­CH  sieht  nun  unter  anderem  in  Ziff.  3.5.1.1  eine  Zuordnung  der  Endverbraucher grundsätzlich nur zu den Netzebenen 3, 5 und 7 vor. Das  Bundesverwaltungsgericht hat bereits mit Urteil A­1682/2010 vom 4. Mai  2011  E.  4  ff.  ausführlich  dargelegt,  dass  die  NNMV­CH  auch  ohne  hoheitlichen Charakter grundsätzlich zu beachten ist, sofern sich die darin 

A­8629/2010 enthaltenen  Bestimmungen  im  Rahmen  von  StromVG  und  StromVV  bewegen und sich als sachgerecht erweisen; gleiches gilt für das von der  Beschwerdegegnerin  erlassene  Reglement  zur  Bestimmung  der  Netzebenenzuordnung  und  der  Kostenbeiträge  für  Anschlüsse  an  das  Verteilnetz  des  EWN  vom  1.  Januar  2010  (Reglement).  Die  Beschwerdeführerin wendet sich auch nicht  in allgemeiner Weise gegen  den  Beizug  der  NNMV­CH,  möchte  aber  nicht  nach  dem  Regelfall  gemäss Ziff. 3.5.1.1 NNMV­CH behandelt werden, sondern beruft sich in  ihrem Fall auf eine Ausnahmeregelung, wie sie die Branchenempfehlung  ebenfalls vorsieht. 5.2. Die  Vorinstanz  führt  sowohl  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  wie  auch  in  ihrer  Vernehmlassung  aus,  eine  ausnahmsweise  Zuordnung  eines Endverbrauchers zu den geraden Netzebenen 2, 4 oder 6 sei nur  dann  möglich,  wenn  sie  als  verursachergerecht  bezeichnet  werden  könne. Zur Frage, wann dies der Fall sei, habe sie eine Praxis entwickelt.  Gemäss  dem  –  unangefochten  gebliebenen  –  Grundsatzentscheid  der  Vorinstanz vom 14. Mai 2009 sieht die NNMV­CH zwar grundsätzlich eine  Zuordnung nur zu den Netzebenen 3, 5 und 7 vor. Abweichungen sollen  aber  möglich  sein,  sofern  dadurch  die  verursachergerechte  Kostentragung  der  betroffenen Netzbetreiberin  verbessert  wird  oder  ein  Pancaking­Problem  gelöst  werden  kann  respektive  historisch  gewachsene  Strukturen  besser  abgebildet  werden.  Die  Vorinstanz  hält  weiter  fest,  es  entspreche  der  Verursachergerechtigkeit,  dass  eine  Netzbetreiberin  nur  für  diejenigen  Netzebenen  einer  anderen  Netzbetreiberin  ein Netznutzungsentgelt  entrichten müsse,  von welchen  sie  Gebrauch  mache  oder  Gebrauch  machen  könnte.  Schliesslich  gelangte die Vorinstanz  in  ihrem Grundsatzentscheid zum Schluss, eine  Zuordnung  zu  den  Netzebenen  2,  4  oder  6  könne  dann  als  verursachergerecht  bezeichnet  werden,  wenn  der  Anschluss  auf  der  Sekundär­Transformatorenseite  erfolge,  die  unterliegenden  Netze  galvanisch  getrennt  betrieben  würden  und  der  Transformator  ausschliesslich  für  diese  Netzbetreiberin  oder  diesen  Endverbraucher  eingesetzt  werde.  In  dieser  Konstellation  erfolge  keine  Nutzung  des  Netzes  einer  anderen  Netzbetreiberin.  Diese  Ausführungen  und  Schlussfolgerungen bestätigte die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 11.  Februar  2010,  welche  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 1682/2010  vom  4.  Mai  2011  gestützt  worden  ist;  sie  liegen  der  hier  angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  zu  Grunde,  wenn  auch  nicht  hinsichtlich  einer  anderen  Netzbetreiberin,  sondern  hinsichtlich  eines  Endverbrauchers.  Vorliegend  konkretisiert  die  Vorinstanz  ihre 

A­8629/2010 Ausführungen zudem dahingehend, dass einzig bei Vorliegen dieser drei  Voraussetzungen keine Nutzung des Netzes der Netzbetreiberin auf einer  tieferen  Netzebene  erfolge.  Zudem  werde  der  Verursachergerechtigkeit  bereits  Genüge  getan,  wenn  der  tatsächlich  genutzte  bzw.  nutzbare  Netzabschnitt,  von  welchem  Gebrauch  gemacht  werde  bzw.  gemacht  werden könnte, sehr gering sei. 5.2.1.  Wie  bereits  ausgeführt  (vgl.  E.  2  hiervor)  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  zwar  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition,  doch  belässt  es  der  Vorinstanz  einen  gewissen  Ermessens­  und Beurteilungsspielraum, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen  Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und  umfassend durchgeführt hat (vgl. E. 2 hiervor).  Bei  der  Beurteilung  der  Frage,  was  unter  "verursachergerechten  Überwälzung der Kosten" bzw.  "von den Endverbrauchern verursachten  Kosten"  im  Sinne  des  StromVG  (vgl.  E.  5.1  hiervor)  zu  verstehen  ist,  stand der Vorinstanz ein Beurteilungsspielraum zu. Es geht dabei um die  Beurteilung  besonderer  Umstände,  für  welche  die  Vorinstanz  über  besondere  (Fach­)Kenntnisse  verfügt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt sich deshalb bei der diesbezüglichen Beurteilung eine gewisse  Zurückhaltung und greift nicht in das Ermessen der Vorinstanz ein, soweit  deren Überlegungen als sachgerecht erscheinen. 5.2.2. Wie und weshalb die Vorinstanz  zur Anwendung  ihrer  genannten  Kriterien gelangt ist, wann eine Zuordnung zu den Netzebenen 2, 4 oder  6  als  verursachergerecht  bezeichnet  werden  kann,  hat  sie  wiederholt  dargelegt  (vgl.  E.  5.2  hiervor).  Ihre  Ausführungen  und  die  daraus  resultierenden Kriterien sind als von Sinn und Zweck von Art. 14 Abs. 3  Bst. a und 15 Abs. 4 Bst. a StromVG gedeckt zu betrachten, wonach die  Netznutzungstarife  die  von  den  Endverbrauchern  verursachten  Kosten  widerspiegeln müssen  bzw.  eine  verursachergerechte  Überwälzung  der  Kosten gefordert ist. Die drei von ihr genannten Kriterien – Anschluss auf  der Sekundär­Transformatorenseite, galvanisch getrennte Betreibung der  unterliegenden  Netze,  Transformator  ausschliesslich  für  diesen  Endverbraucher  –  garantieren,  dass  keine  Nutzung  des  Netzes  einer  anderen  Netzbetreiberin,  mithin  keine  Nutzung  des  Netzes  der  Netzbetreiberin auf einer  tieferen Netzebene erfolgt; dies bestreitet auch  die Beschwerdeführerin nicht. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass es  weitere  Möglichkeiten  gäbe,  der  Verursachergerechtigkeit  bei  der  Netzebenenzuteilung zu Netzebene 2, 4 und 6 Rechnung zu tragen. Der 

A­8629/2010 Vorinstanz  ist  aber  die  Wahl  unter  mehreren  gangbaren  Lösungen  zu  überlassen, wenn es wie hier um die Beurteilung von Spezialfragen geht.  Sie  verfügt  über  naturwissenschaftlich  und  technisch  ausgebildetes  Personal, welches über das erforderliche Fachwissen zur Beurteilung der  hier  interessierenden  Fragen  verfügt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  würde sich nur dann über die Einschätzung der Elcom als Fachbehörde  hinwegsetzen,  wenn  deren  Praxis  gegenüber  anderen  Lösungen  erhebliche  Nachteile  aufweisen,  kaum  alltagstauglich,  rechtsungleich  oder  aus  anderen  Gründen  mit  erheblichen  Nachteilen  behaftet  wäre.  Solches  ist  für  das  Gericht  nicht  ersichtlich  und  wird  von  der  Beschwerdeführerin auch nicht  in allgemeiner Weise – wohl aber  in der  konkreten  Umsetzung  –  geltend  gemacht.  Die  von  der  Vorinstanz  entwickelten  abstrakten  Kriterien  erscheinen  vielmehr  einsichtig,  praktikabel  und  sachgerecht.  Die  Standardisierung  des  ganzen  Prozesses ist vor allem im Hinblick auf die rechtsgleiche Behandlung der  Gesuchstellenden sinnvoll und nicht zu beanstanden. Das Verfahren wird  objektiviert  und  ermöglicht  damit  ein  möglichst  einfaches  und  einheitliches Vorgehen bei der Beurteilung von Netzebenenzuordnungen.  Die Praxis der Vorinstanz ist demnach nicht zu beanstanden. 5.2.3. Die genehmigte und auf dem Netzschema vom 3. Dezember 2009  basierende Transformatorenstation besteht aus einem Transformator, an  welchem  das  Hotel  Honegg  und  weitere  Endverbraucher  an  der  Sammelschiene  SS  400/230V  angeschlossen  werden  sollen  (vgl.  Vorakten act. 6 und 16). Folglich erfüllt der Anschluss des Hotels Honegg  die  von  der  Vorinstanz  entwickelten  und  vorliegend  anwendbaren  Kriterien  für  eine  Zuordnung  zu  Netzebene  6  nicht.  Der  Transformator  wird nicht ausschliesslich  für das Hotel Honegg eingesetzt, denn dieses  ist über die Sammelschiene mit den andern Endverbrauchern galvanisch  verbunden, da sie eine elektrisch leitende Verbindung teilen. 6.  Die Beschwerdeführerin ist jedoch der Ansicht, die massgeblichen Kosten  für  den  Anschluss  eines  Endverbrauchers  und  somit  für  die  Erstellung  und den Betrieb des Niederspannungsnetzes  (Netzebene 6) entstünden  durch  Grabarbeiten,  Leitungen  und  Installationsarbeiten.  Sie  bezahle  diese Kosten für die Leitungen zwischen dem Transformator, der sich auf  ihrem  Grundstück  in  ihren  Räumlichkeiten  befinde,  und  ihrem  Hotel  vollständig  selber.  Sie  verursache  folglich  für  die  Beschwerdegegnerin  keine  Erstellungs­  und  Betriebskosten  an  ihrem  Niederspannungsnetz,  mithin  an Netzebene  7. Würde  sie  der Netzebene  7  zugeordnet, würde 

A­8629/2010 sie Erstellungs­ und Betriebskosten zwei Mal bezahlen – einmal  für  ihre  eigenen Leitungen, die sie selber erstelle sowie unterhalte, und einmal für  die  Netzinfrastruktur  der  Netzebene  7,  welches  sie  gar  nicht  beanspruche. Deshalb sei das Abstützen auf die galvanische Verbindung  nicht  sachgerecht,  um zu begründen,  dass ein Endverbraucher,  der  die  Netzebene  7  beanspruche  und  ein  solcher,  der  sie  nicht  beanspruche,  gleich zu behandeln seien. Aus denselben Gründen verstosse auch das  Kriterium  der  ausschliesslichen  Transformernutzung  gegen  das  Prinzip  der  verursachergerechten  Kostenüberwälzung.  Massgebend  für  die  verursachergerechte  Kostenüberwälzung  sei  einzig  die  Tatsache,  dass  sie  ihre  Anschlussleitung  selber  bezahle  und  an  der  sekundärseitigen  Sammelschiene  des  Transformators  anschliesse,  womit  sie  für  die  Netzinfrastruktur  auf  Netzebene  7  keine  Kosten  verursache.  Eine  Bezahlung  für Netzebene 7 ohne deren Gebrauch verstosse gegen das  Prinzip der verursachergerechten Kostenüberwälzung. 6.1.  Die  Vorinstanz  hält  dem  entgegen,  die  Stromversorgungsgesetzgebung  regle die Anschlusskosten nicht. Es sei  aber  üblich,  dass  die  Netzbetreiberinnen  in  ihren  Reglementen  Bestimmungen aufführten, welche sowohl die Anschlussbedingungen als  auch die Anschlusskosten regeln würden. Üblicherweise sei vorgesehen,  dass  der  anzuschliessende  Endverbraucher  für  die  Kosten  seiner  Anschlussleitung selber aufkomme; so sehe es auch das Reglement der  Beschwerdegegnerin vor. Da dies für alle Endverbraucher im Netzgebiet  der  Beschwerdegegnerin  so  gelte,  könne  diese  Kostentragung  für  die  Netzebenenzuordnung,  welche  ausschlaggebend  sei  für  das  zu  bezahlende Netznutzungsentgelt, nicht massgebend sein. 6.2. Die Beschwerdegegnerin  führt  aus,  die Beschwerdeführerin  sei mit  anderen  Endverbrauchern  an  derselben  Niederspannungsverteilung  der  Transformatorenstation  auf  ihrem  Grundstück  angeschlossen,  somit  galvanisch mit diesen verbunden und nutze daher zwingend gemeinsame  Niederspannungs­Anlageteile,  wie  die  Niederspannungsverteilung,  die  Schaltleiste  für  die  Einspeisung  des  Transformators  auf  die  Niederspannungsverteilung  sowie  die  Verbindungsleitung  von  der  Sekundärseite  des  Transformators  bis  zur  Schaltleiste  auf  der  Niederspannungsverteilung.  Die  Beschwerdeführerin  nutze  zudem  weitere Dienstleistungen der Netzebene 7 – mithin den Unterhalt und den  späteren  Ersatz  der  Anschlussleitung,  die  Störungsbehebung  an  der  Anschlussleitung, den Ersatz deren Sicherungen, den kostenlose Einsatz  eines Notstromaggregats und die Übernahme der elektrischen Verluste in 

A­8629/2010 der Anschlussleitung durch die Netzbetreiberin. Zudem gehe die Leitung  sowohl ausserhalb als auch innerhalb der Parzelle der Bauherrschaft ins  Eigentum  der  Netzbetreiberin  über  und  werde  durch  diese  unterhalten.  Dies gelte auch für die Leitung der Beschwerdeführerin. Weiter gelte  für  alle Endverbraucher, dass auf der Parzelle, auf der das anzuschliessende  Objekt  liege,  die  Kosten  für  die  Tiefbauarbeiten  zu  Lasten  der  Bauherrschaft  gingen.  Für  den  Hausanschluss  verlange  sie  einen  Netzkostenbeitrag.  Diese  Netzkostenbeiträge  führten  zu  einem  tieferen  Netznutzungsentgelt. Das Netznutzungsentgelt werde distanzunabhängig  am  Ausspeisepunkt  berechnet,  womit  es  unerheblich  sei,  ob  der  Netzanschlusspunkt inner­ oder ausserhalb der Parzelle liege.  6.3.  Weder  das  StromVG  noch  die  dazugehörigen  Ausführungsbestimmungen  regeln  die  Anschlusskosten.  Die  Beschwerdegegnerin als Netzbetreiberin führt in ihrem Reglement jedoch  Bestimmungen  betreffend  Anschlussbedingungen  und  Anschlusskosten  auf.  Hiernach  hat  der  Endverbraucher  für  die  Kosten  seiner  Anschlussleitung selber aufzukommen bzw. gehen auf der Parzelle,  auf  der das anzuschliessende Objekt liegt, die Kosten für die Tiefbauarbeiten  zu Lasten der Bauherrschaft (Art. 6 Reglement). Diese Regelung bewegt  sich im Rahmen von StromVG und StromVV und erweist sich auch sonst  als  sachgerecht,  indem  sie  eine  (rechts­)gleiche  Behandlung  aller  Strombezüger gewährleistet (vgl. hierzu auch E. 5.1 hiervor). Auch bringt  die Beschwerdeführerin nichts gegen diese Regelung an sich vor. Es  ist  vorliegend  denn  auch  unbestritten,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Kosten  für  ihre  Anschlussleitung  –  mithin  insbesondere  die  Kosten  für  Grabarbeiten, Leitungen und Installationsarbeiten – selber trägt. Da diese  Kostentragung  aber,  wie  erwähnt,  für  alle  Endverbraucher  gleichermassen  gilt,  vermag  sie  für  die  Netzebenenzuordnung  nicht  massgebend  zu  sein  bzw.  stellt  sie  keinen  Grund  dar,  von  der  einheitlichen  Praxis  der  Vorinstanz  abzuweichen.  Ausschlaggebend  für  die  Netzebenenzuteilung  der  Beschwerdeführerin  ist  vielmehr,  dass  sie  an  die Niederspannung  angeschlossen  ist  (vgl.  Ziff. 3.5.1.1 NNMV­CH),  der Anschlusspunkt des Hotels Honegg erst beim Hausanschlusskasten  ausserhalb  der Transformatorenstation  liegt  und  somit  der Netzebene 7  zugehörig ist (vgl. Ziff. 7.1.1 NNMV­CH) und die Beschwerdegegnerin für  Unterhalt und Betrieb der fraglichen Anschlussleitung aufkommt (vgl. Art.  6.3 Reglement; siehe hierzu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  A­1682/2010  vom  4.  Mai  2011  E.  7.5).  Zudem  nimmt  die  Beschwerdeführerin  –  entgegen  ihrer  Ansicht  –  Leistungen  der  Netzebene  7  in  Anspruch.  Denn  sie  ist,  wie  erwähnt,  über  die 

A­8629/2010 Sammelschiene mit anderen Endverbrauchern galvanisch verbunden. Sie  teilt  mit  diesen  mithin  eine  elektrisch  leitende  Verbindung.  Mit  diesen  anderen Endverbrauchern nutzt sie somit gemeinsam Niederspannungs­ Anlageteile.  Hierbei  handelt  es  sich  um  die  Schaltleiste  für  die  Einspeisung  des  Transformators  auf  die  Niederspannungsverteilung  sowie  um  die  Verbindungsleitung  von  der  Sekundärseite  des  Transformators  (Ausgangsseite)  bis  zur  Schaltleiste  auf  der  Niederspannungsverteilung. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie mache von der Netzebene 7  keinen  Gebrauch  und  trage  die  Erstellungskosten  selber,  erweist  sich  demnach als nicht zutreffend bzw. stellt keinen Grund für ein Abweichen  von  der  einheitlichen  Praxis  der  Vorinstanz  und  damit  für  eine  rechtsungleiche  Bevorzugung  der  Beschwerdeführerin  dar.  Die  Zuordnung  der  Beschwerdeführerin  bzw.  des  Hotels  Honegg  zur  Netzebene  7  erweist  sich  somit  auch  unter  diesem  Gesichtspunkt  als  sachgerecht. 7.  Weiter  bringt  die  Beschwerdeführerin  vor,  die  von  der  Vorinstanz  vorgenommene Auslegung von Ziff. 3.5.1.1 NNMV­CH sei unvollständig.  Denn  die NNMV­CH  sehe  in  Abbildung  6  von  Ziff.  3.2.5  NNMV­CH  als  Variante  einer  Abgrenzung  von  Stromverteilnetzen  vor,  die  ihrer  Forderung  genau  entspreche.  Diese  Variante  entspreche  genau  dem  Beantragten.  In  diesem  Modell  einer  Netzabgrenzung  seien  die  Sammelschiene  und  die  Schaltfelder  Netzelemente,  die  klarerweise  der  Netzebene  6  zuzuordnen  seien.  Da  sie  ihre  eigene  Leitung  an  die  Sammelschiene auf  der Sekundärseite  des Transformators anschliesse,  sei sie somit der Netzebene 6 zuzuordnen. Eine solche Netzabgrenzung  stehe  auch  im  Einklang  mit  dem  Prinzip  der  verursachergerechten  Kostenüberweisung. Denn sie würde die Kosten für die Anschlussleitung  selber tragen, der Beschwerdegegnerin aber ein Netznutzungsentgelt für  die  Elektrizität  auf  Netzebene  6  bezahlen.  Zudem  werde  dadurch  dem  Umstand  Rechnung  getragen,  dass  sie  die  Netzinfrastruktur  auf  Netzebene  7  nicht  beanspruche  und  somit  hierfür  auch  kein  Entgelt  zu  bezahlen habe. 7.1. Die  in  Abbildung  6  von  Ziff. 3.2.5  NNMV­CH  wiedergegebene  und  von der Beschwerdeführerin beantragte Lösung entspricht einer von drei  Varianten für die Zuordnung zur Netzebene 6. Hiernach werden sämtliche  Elemente  der  Transformatorenstation,  mithin  die  komplette 

A­8629/2010 Transformatorenstation  inkl.  Sammelschiene,  der  Netzebene  6  zugeordnet. Diese Variante stellt eine Ausnahme von der  in Ziff. 3.5.1.1  NNMV­CH  statuierten  Regel  dar,  wonach  eine  Zuordnung  der  Endverbraucher grundsätzlich zu den Netzebenen 3, 5 und 7 erfolgt (vgl.  auch E.  5.1  hiervor). Dass  dieses Prinzip  als Regelfall  anzuwenden  ist,  wurde bereits in E. 5.1 hiervor dargelegt. Ebenso wurde ausgeführt, dass  Ausnahmen von dieser Regelung nur unter Berücksichtigung der von der  Vorinstanz entwickelten Praxis zulässig sind (vgl. hierzu E. 5.2 hiervor).  7.2. Die Vorinstanz ist  in Zusammenhang mit Abbildung 6 von Ziff. 3.2.5  NNMV­CH der Ansicht, diese sei nicht deckungsgleich mit der Zuordnung  der einzelnen Elemente zu den Netzebenen gemäss der Abbildungen 22  in Ziff. 7.1.1 NNMV­CH – welche den in Ziff. NNMV­CH 3.5.1.1 statuierten  Zuordnungsgrundsatz wiedergebe  –  und  der  Abbildung  23  in  Ziff.  7.1.2  NNMV­CH  –  welche  Lösungsansätze  bei  Abweichungen  vom  Zuordnungsgrundsatz  regle.  Auch  die  letztgenannte  Variante  sehe  eine  Zuordnung  zu  einer  geraden  Netzebene  nur  unter  der  Bedingung  vor,  dass  die  Transformierungsanlage  ausschliesslich  dem  betroffenen  Netznutzer  diene.  Dementsprechend  erachtet  sie  die  vom  VSE  dargestellten  Zuordnungsvarianten  als  widersprüchlich.  Darüber  hinaus  halte  sie  die  Zuordnung  eines  Anschlusses  zu  einer  bestimmten  Netzebene  alleine  gestützt  auf  die  Tatsache,  dass  dieser  an  einer  Sammelschiene  erfolge,  nicht  als  verursachergerecht.  Gemäss  ihrer  Praxis seien vielmehr die (bereits mehrfach genannten) Voraussetzungen  erforderlich  für  eine  verursachergerechte  Zuordnung  und  die  von  der  Beschwerdeführerin  genannte  Zuordnungsvariante  entspreche  diesen  Kriterien nicht.  Diese  Darlegung  der  Vorinstanz  erscheint  nachvollziehbar.  Zum  einen  weist  sie  zu  Recht  auf  die  Widersprüchlichkeit  der  Darstellungen  innerhalb des Dokuments NNMV­CH hin; zum andern erachtet auch der  VSE  den  Anschluss  an  die  Netzebene  6  als  Ausnahme  und  es  ist  –insbesondere  unter  Berücksichtigung  des  ihr  zustehenden  Ermessens  (vgl.  E. 5.2.1  hiervor)  –  Sache  der  Vorinstanz,  die  Voraussetzungen  für  ein Abweichen von der Regel zu bestimmen. Dementsprechend ist die in  Abbildung  6  von  Ziff.  3.2.5  NNMV­CH  dargestellten  Variante  nicht  ausschlaggebend  und  gelangt  vorliegend  nicht  zur  Anwendung.  Die  Zuordnung  der  Beschwerdeführerin  bzw.  des  Hotels  Honegg  zu  Netzebene  7  erweist  sich  auch  unter  Berücksichtigung  dieses  Gesichtspunkts als sachgerecht.

A­8629/2010 8.  Schliesslich  stellen  gemäss  Art.  12  Abs.  1  StromVG  die  Netzbetreiberinnen  die  für  die  Netznutzung  nötigen  Informationen  leicht  zugänglich  bereit  und  veröffentlichen  unter  anderem  die  Netznutzungstarife. Dass hierbei nur die Tarife derjenigen Netzebene zu  veröffentlichen sind, auf welchen eine Netzbetreiberin Elektrizität abgibt,  anerkennt auch die Beschwerdeführerin. Da die Beschwerdeführerin bzw.  das Hotel Honegg vorliegend der Netzebene 7 zugeordnet wird, hat  sie  demnach keinen Anspruch auf Veröffentlichung der Tarife der Netzebene  6. 9.  Aufgrund  vorstehender  Erwägungen  ergibt  sich  somit,  dass  die  Beschwerdeführerin bzw. das Hotel Honegg zu Recht an die Netzebene 7  angeschlossen  wird.  Die  Beschwerdeführerin  hat  folglich  kein  rechtlich  relevantes  Interesse  an  der  Kenntnis  der  Netznutzungstarife  der  Netzebene  6.  Die  Vorinstanz  hat  sie  zu  Recht  nicht  zu  veröffentlichen.  Die Beschwerde ist daher vollumfänglich abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  gilt  die  Beschwerdeführerin  als  unterliegend, weshalb sie die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.­­ zu tragen  hat (Art. 63 Abs. 1 VWVG und Art. 1 f. des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag  ist mit  dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 11.  Angesichts  ihres  Unterliegens  hat  die  Beschwerdeführerin  keinen  Anspruch auf Parteientschädigung gemäss Art.  64 VwVG. Dagegen hat  sie gestützt auf Art. 64 Abs. 1 und 3 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE der  obsiegenden  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung  zu  entrichten.  Erhebt eine obsiegende Partei Anspruch auf Parteientschädigung, hat sie  dem Gericht vor dem Entscheid eine detaillierte Kostennote einzureichen  (Art.  14  Abs.  1  VGKE).  Wird,  wie  vorliegend,  keine  Kostennote  eingereicht,  so  legt  das  Gericht  die  Entschädigung  aufgrund  der  Akten  fest  (Art. 14  Abs.  2  VGKE).  Vorliegend  erscheint  eine  Parteientschädigung von Fr.  4'000.­­  inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen  als angemessen. Die Beschwerdeführerin  ist  folglich zu verpflichten, der 

A­8629/2010 Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr.  4'000.­­ zu bezahlen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  2'000.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss  in derselben Höhe verrechnet. 3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von Fr. 4'000.­­ zu entrichten.

A­8629/2010 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 922­09­2005; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Lorenz Kneubühler Michelle Eichenberger Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-8629/2010 — Bundesverwaltungsgericht 19.09.2011 A-8629/2010 — Swissrulings