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Bundesverwaltungsgericht 18.07.2011 A-6533/2010

18. Juli 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,530 Wörter·~13 min·1

Zusammenfassung

Gebührensplitting | Gebührenanteile 2008/2009, Verfügung des Bundesamts für Kommunikation vom 14. Juli 2010

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­6533/2010 Urteil   v om   1 8 .   Juli   2011 Besetzung Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Christoph Bandli, Richter André Moser, Gerichtsschreiberin Mia Fuchs. Parteien Tele M1 AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Hemmeler, Hintere  Bahnhofstrasse 6, 5001 Aarau, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Kommunikation BAKOM,  Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel, Vorinstanz, Gegenstand Gebührenanteile 2008/2009, Verfügung des BAKOM vom  14. Juli 2010.

A­6533/2010 Sachverhalt: A.  Im Rahmen der Umsetzung der neuen Radio­ und Fernsehgesetzgebung  erteilte  das  Eidgenössische  Departement  für  Umwelt,  Verkehr,  Energie  und  Kommunikation  (UVEK)  im  Jahr  2008  neue  Konzessionen  für  Regionalradio  und  ­fernsehen. Das Verfahren erfolgte  in  zwei Schritten:  Am  7. Juli  2008  erhielten  jene  Radio­  und  Fernsehsender  eine  Konzession, die sich in ihrer Region als einzige darum beworben hatten,  am 31. Oktober 2008 wurden diejenigen Konzessionen erteilt, um die sich  mehrere  Veranstalter  beworben  hatten.  Gegen  diese  Verfügungen  sind  verschiedentlich  Beschwerden  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingegangen. B.  Die  Tele  M1  AG  erhielt  mit  Verfügung  vom  31. Oktober  2008  eine  Veranstalterkonzession  für  ein  Regionalfernsehen  mit  Leistungsauftrag  und  Gebührenanteil  für  die  Region  Aargau­Solothurn.  Gleichzeitig  wies  das UVEK die Bewerbung der Arolfinger Lokalfernsehen AG um Erteilung  einer entsprechenden Konzession ab. Die Arolfinger Lokalfernsehen AG focht diese Verfügung am 5. Dezember  2008 beim Bundesverwaltungsgericht an. Mit schriftlicher Erklärung vom  20. März  2009  zog  sie  ihre  Beschwerde  wieder  zurück,  woraufhin  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Verfahren  mit  Entscheid  vom  24. März  2009 als gegenstandslos abschrieb. C.  Im  März  2010  teilte  das  Bundesamt  für  Kommunikation  (BAKOM)  den  Veranstaltern,  deren  Konzessionsentscheide  nicht  angefochten  worden  waren,  mit,  dass  die  Gebührenanteile  für  das  Jahr  2008  nicht  wie  ursprünglich  vorgesehen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  ausbezahlt  würden,  sondern rückwirkend per Erteilungsdatum der Konzession, das heisst per  7. Juli 2008 bzw. 31. Oktober 2008. D.  Am  7. Juni  2010  gelangte  die  Tele  M1  AG  an  das  BAKOM  und  beantragte,  ebenfalls  rückwirkend  auf  das  Datum  der  Eröffnung  der  Konzession  vom  31. Oktober  2008  neurechtliche  Gebührenanteile  ausbezahlt zu erhalten.

A­6533/2010 E.  Mit  Schreiben  vom  5. Juli  2010  lehnte  das  BAKOM  eine  rückwirkende  Auszahlung  von  Gebührenanteilen  an  die  Tele  M1  AG  ab.  Nachdem  diese um Zustellung einer Rechtsmittelbelehrung ersucht hatte, wies das  BAKOM  das  Gesuch  um  rückwirkende  Auszahlung  von  neurechtlichen  Gebührenanteilen mit Verfügung vom 14. Juli 2010 ab. F.  Gegen diese Verfügung erhebt die Tele M1 AG (Beschwerdeführerin) am  13. September 2010 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und  beantragt  deren  Aufhebung.  Die  neurechtlichen  Gebührenanteile  seien  ihr  ab  dem  31. Oktober  2008  bis  am  23. März  2009  in  der  Höhe  von  Fr. 909'084.60  zuzüglich  Zins  von  5 %  seit  dem  24. März  2009  auszuzahlen. Zur  Begründung  führt  sie  im Wesentlichen  an,  die  Praxis  des  BAKOM  öffne Tür und Tor zu missbräuchlichen Beschwerden. Würde nämlich der  Suspensiveffekt künftig dazu führen, dass die Gebühren nicht ausbezahlt  würden,  könnte  ein  im  Konzessionsverfahren  unterlegener  Bewerber  durch  die  Erhebung  einer  Beschwerde  Druck  auf  die  obsiegende  Veranstalterin ausüben. Eine Veranstalterin, die in einer solchen Situation  die  Gebührenauszahlung  rasch  möglichst  erreichen  wolle,  könne  damit  gezwungen  werden,  den  Beschwerdeführer  durch  Zugeständnisse  zum  Beschwerderückzug  zu  bewegen.  Zudem  gehe  die  Argumentation  des  BAKOM, eine Konzession erlange im Falle einer Beschwerde lediglich ex  nunc Wirksamkeit,  fehl. Denn es käme vor, dass die Rechtsmittelinstanz  kein  Sachurteil,  sondern  einen  Prozessentscheid  fälle,  mithin  keine  materielle  Überprüfung  vorgenommen werde.  So  seien  die  Kriterien  für  die  Erteilung  der  Konzession  vorliegend  nicht  mit  Abschreibungsverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  24. März  2009, sondern mit Verfügung vom 31. Oktober 2008 geprüft worden, und  die  Konzession  gelte  unverändert  seit  diesem  Datum.  Sodann  spreche  auch  die  dienende  Funktion  des  Verfahrensrechts  gegenüber  dem  materiellen  Recht  dafür,  die  Wirkung  der  rechtskräftigen  Konzessionserteilung  ex  post  auf  den  Zeitpunkt  ihres  Erlasses  zurückzubeziehen.  Im  Übrigen  sei  die  Erbringung  des  Service  Public­ Auftrags  ab  Erteilung  der  Konzession  für  die  Auszahlung  des  Gebührenanteils  nicht  vorausgesetzt  worden.  Schliesslich  macht  die  Beschwerdeführerin  eine  Verletzung  des  Grundsatzes  der  Rechtsgleichheit  und  des  Willkürverbots  geltend.  Sie  habe  keinen  Einfluss  auf  das  Gebaren  ihrer  Mitbewerberin  gehabt,  die  mit  der 

A­6533/2010 Verfügung nicht einverstanden gewesen sei. Dennoch habe sie sich um  eine  Einigung  und  einen  Beschwerderückzug  bemüht.  Es  erscheine  in  einem  unhaltbaren  Mass  stossend,  wenn  die  Auszahlung  des  Gebührenanteils  von  der  Dauer  eines  Verfahrens  abhängig  gemacht  werde,  auf  das  sie  keinen  Einfluss  gehabt  habe  und  das  letztlich  ohne  Sachentscheid erledigt worden sei. Nicht  zuletzt  sei  dabei  zu beachten,  dass  das  BAKOM  bereits  bei  der  Konzessionserteilung  diejenigen  Veranstalter  vorgezogen  habe,  in  deren  Sendegebiet  nur  ein  einziges  Gesuch  eingegangen  sei,  was  eine  stossende  Ungleichbehandlung  zur  Folge gehabt habe. G.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  12. November  2010  beantragt  das  BAKOM  (Vorinstanz)  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Es  weist  darauf  hin,  die Beschwerdeführerin  könne daraus,  dass  sie den Service Public  "freiwillig" erbracht habe, nichts zu ihren Gunsten ableiten, auch nicht aus  der von  ihr zitierten Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts.  Eine Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz mache sie an keiner Stelle  geltend  und  könne  entsprechend  keine  Berechtigung  für  einen  rückwirkenden  Gebührenanteil  nachweisen.  Es  bestehe  sodann  kein  Widerspruch zur vorsorglichen Massnahme  in den Versorgungsgebieten  11  und  32.  Die  provisorische  Konzessionierung  der  TVO  AG  in  der  Ostschweiz  sei  auf  ausdrückliche  Anweisung  des  Bundesverwaltungsgerichts geprüft worden. In jenem Fall hätten sich die  Verhältnisse  aufgrund  des  Rückweisungsurteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  grundlegend  geändert  und  es  sei  neu  mit  einer  unerwartet  langen  Verfahrensdauer  zu  rechnen  gewesen, mit  der  Gefahr,  dass  das  Programm  ohne  provisorischen  Gebührenanteil  über  einen  längeren  Zeitraum  hätte  reduziert  werden  müssen.  Als  Gegenleistung  für  die Gebührenanteile  habe  die  TVO AG  zudem einen  klar  umrissenen  Leistungsauftrag  zu  erfüllen.  Des  Weiteren  sei  auch  keine  Ungleichbehandlung  mit  anderen  Veranstaltern  erfolgt.  In  den  Genuss der  rückwirkenden Zahlungen seien nur diejenigen Veranstalter  gelangt,  deren  Konzessionsverfügungen  unbestritten  geblieben  seien.  Dagegen  habe  kein  Veranstalter,  der  in  ein  Beschwerdeverfahren  involviert  gewesen  sei,  rückwirkend  auf  das  Datum  der  Konzessionserteilung  Gebührengelder  zugesprochen  erhalten.  Die  vorliegende  Beschwerde  sei  daher  abzuweisen  und  es  könne  offen  gelassen  werden,  ob  die  Aussage  in  der  angefochtenen  Verfügung  stimme,  wonach  es  herrschender  Lehre  entspreche,  dass  die 

A­6533/2010 aufschiebende  Wirkung  die  Wirksamkeit  der  Konzession  und  nicht  lediglich deren Vollstreckbarkeit hemme. H.  Am  5. Januar  2011  reicht  die  Beschwerdeführerin  Bemerkungen  zur  Vernehmlassung der Vorinstanz ein. Sie hält daran fest, die Frage, ob die  aufschiebende  Wirkung  die  Wirksamkeit  oder  lediglich  die  Vollstreckbarkeit  der  Konzession  hemme,  sei  für  den  Ausgang  des  Verfahrens zentral. Massgebend seien die Besonderheiten des Einzelfalls  und  die  Interessenlage,  wobei  der Grundsatz  gelte,  dass  der  durch  die  aufschiebende Wirkung ausgelöste Schwebezustand dem unterliegenden  Beschwerdeführer  nicht  zum  Schaden  des  obsiegenden  Beschwerdegegners einen Vorteil bringen dürfe. Die Vorinstanz habe es  unterlassen,  eine  Interessenabwägung  durchzuführen.  Die  Beschwerdeführerin  weist  weiter  darauf  hin,  dass  sich  die  Situation  vorliegend  anders  darstelle  als  bei  der  TVO  AG:  Das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  sei  durch  den  Abschreibungsentscheid  rechtskräftig  entschieden,  eine  provisorische  Veranstalterkonzession  könne  sie  also  gar  nicht mehr  beantragen. Deswegen  sei  es  richtig,  ihr  den  Gebührenanteil  rückwirkend  ab  Datum  der  Konzessionserteilung  auszubezahlen. Da sie bereits seit diesem Zeitpunkt den Service Public  erbringe,  stehe  dem  nichts  im  Wege.  Es  sei  auch  nicht  ersichtlich,  weshalb  sie  im  Gegensatz  zu  denjenigen  Konzessionärinnen,  die  die  Gebühren  bereits  ausbezahlt  erhalten  hätten,  die  Bedrohung  ihrer  wirtschaftlichen Existenz geltend machen müsse, wie dies die Vorinstanz  fordere. Im Übrigen sei die Erfüllung des Leistungsauftrags ab Datum der  Konzessionserteilung  für  die  rückwirkende  Ausrichtung  des  Gebührenanteils  gerade  nicht  vorausgesetzt  worden.  Ausserdem  dürfe  die Ungleichbehandlung nicht mit dem Umstand begründet werden, dass  einige Konzessionserteilungen unangefochten geblieben seien. Relevant  sollte  einzig  sein,  dass das UVEK die Konzessionsvoraussetzungen als  gegeben  betrachtet  habe  und  demzufolge  die  Konzessionen –  unabhängig  davon,  ob  der  Leistungsauftrag  bereits  erbracht  wurde –  erteilte. I.  Auf weitergehende Ausführungen der Parteien und die sich bei den Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird –  sofern  entscheidrelevant –  im  Rahmen  der Erwägungen eingegangen.

A­6533/2010 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BAKOM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist nicht gegeben  (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2.  Zur  Beschwerde  ist  nach  Art. 48  Abs. 1  VwVG  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Die  Beschwerdeführerin  ist  formelle  Adressatin  der  angefochtenen Verfügung und durch den angefochtenen Entscheid auch  materiell  beschwert.  Sie  ist  deshalb  zur  Erhebung  der  vorliegenden  Beschwerde legitimiert. 3.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 50  und  52  VwVG) ist demnach einzutreten. 4.  Im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  umstritten  ist  die  Frage,  ob  die  Vorinstanz  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Auszahlung  der  neurechtlichen Gebührenanteile ab dem Datum der Konzessionserteilung  zu  Recht  abgewiesen  hat,  mithin  die  Gebührenanteile  der  Beschwerdeführerin  richtigerweise erst mit Abschreibungsentscheid vom  24. März 2009 des Bundesverwaltungsgerichts auszubezahlen waren. 4.1.  Die  Vorinstanz  begründet  die  angefochtene  Verfügung  im  Wesentlichen  damit,  dass  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  gegen  die  Konzessionserteilung  die  Wirksamkeit  der  Konzession  schlechthin hemme. Eine Konzession erlange im Falle einer Beschwerde  lediglich  ex  nunc  Wirksamkeit,  da  erst  mit  der  Bestätigung  durch  die  Rechtsmittelinstanz  auch  deren  Rechtmässigkeit  festgestellt  werde.  Ein  Rückbezug  der  Rechtskraft  bzw.  der  Rechtswirksamkeit  sei  im  Beschwerdefall demnach generell ausgeschlossen. Zum selben Schluss 

A­6533/2010 gelange man überdies auch unter Berücksichtigung des Devolutiveffekts.  Die  Vorinstanz  könne  bis  zu  einem  Entscheid  der  Beschwerdeinstanz  keine  Rechte  und  Pflichten  aus  der  angefochtenen  Konzession  durchsetzen. In ihrer Vernehmlassung lässt die Vorinstanz die Frage der  Rechtsfolgen  der  aufschiebenden Wirkung  offen,  verzichtet  auf  weitere  Ausführungen  rechtsdogmatischer  Natur  und  beschränkt  sich,  auf  die  Besonderheiten  des  Einzelfalls  und  die  konkrete  Interessenlage  einzugehen. Zusammengefasst gelangt sie dabei zum Schluss, es habe  keine  Verpflichtung  der  Beschwerdeführerin  bestanden,  während  der  Hängigkeit  der  gegen  die  Konzessionserteilung  eingereichten  Beschwerde  einen  Service  Public  zu  erbringen.  Zudem  habe  allen  Bewerbern um eine neurechtliche Konzession gestützt auf die öffentliche  Ausschreibung  klar  sein  müssen,  dass  eine  Auszahlung  von  Gebührengeldern  erst  ab  Rechtskraft  des  Konzessionsentscheides  vorgenommen werden könne. 4.2. Die Beschwerdeführerin besteht dagegen darauf, dass die Frage, ob  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  die  Wirksamkeit  oder  lediglich  die Vollstreckbarkeit  der  Konzession  hemme,  für  den Ausgang  des  Verfahrens  zentral  sei.  Lehre  und  Rechtsprechung  gingen  überwiegend  davon  aus,  zur  Lösung  dieser  Frage  seien  die  Besonderheiten des Einzelfalls und die  Interessenlage massgebend. Als  Grundsatz  für  die Beurteilung dieser Streitfrage müsse gelten,  dass der  durch  die  aufschiebende  Wirkung  ausgelöste  Schwebezustand  dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  nicht  zum  Schaden  des  Beschwerdegegners  einen  Vorteil  erbringen  dürfe.  Vorliegend  habe  die  Mitkonkurrentin,  obwohl  sie  nicht  einmal  die  Konzessionsvoraussetzungen  erfüllt  habe,  Beschwerde  gegen  die  Konzessionserteilung  erhoben  und  damit  die  Gebührengelder  blockiert,  die nun nach Ansicht  der Vorinstanz gar nicht  zur Auszahlung kommen  sollen.  Führte  der  Suspensiveffekt  dazu,  dass  künftig  Gebühren  nicht  ausbezahlt  würden,  könne  ein  im  Konzessionsverfahren  unterlegener  Bewerber  durch  die  Erhebung  einer  Beschwerde  Druck  auf  die  obsiegende Veranstalterin ausüben. Eine solche Praxis öffne Tür und Tor  zu  missbräuchlichen  Beschwerden.  Hinzu  komme,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  jenem Beschwerdeverfahren keinen Sach­,  sondern  einen  Prozessentscheid  gefällt  habe.  Die  Kriterien  für  die  Erteilung  der  Konzession  seien  nicht  mit  dem  Abschreibungsentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts,  sondern  mit  der  Verfügung  des  UVEK  vom  31. Oktober  2008  geprüft  worden.  Auch  die  Bezugnahme  der  Vorinstanz  auf  den  Devolutiveffekt  vermöge  daran  nichts  zu  ändern. 

A­6533/2010 Dieser  falle  eben  gerade  dahin,  wenn  die  Beschwerde  zurückgezogen  werde.  Schliesslich  spreche  auch  die  dienende  Funktion  des  Verfahrensrechts  gegenüber  dem  materiellen  Recht  dafür,  dass  die  Wirkung  der  rechtskräftigen  Konzessionserteilung  ex  post  auf  den  Zeitpunkt  ihres  Erlasses  zurückzubeziehen  sei.  Schliesslich  rügt  die  Beschwerdeführerin,  die Vorinstanz  habe  keine  Interessenabwägung  im  konkreten Fall vorgenommen. 4.3.  4.3.1. Nach Art. 55 Abs. 1  VwVG  kommt  der  Beschwerde  grundsätzlich  aufschiebende Wirkung zu. Aufschiebende Wirkung bedeutet, dass die in  der  angefochtenen  Verfügung  angeordnete  Rechtsfolge  oder  Rechtswirkung vorläufig nicht eintritt,  sondern gehemmt wird  (HANSJÖRG  SEILER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich 2009, Art. 55 N 8). Zweck der aufschiebenden Wirkung ist es, die  nachteiligen Wirkungen der Verfügung so lange nicht eintreten zu lassen,  bis über deren Rechtmässigkeit  entschieden  ist  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 3.19).  In  der  Folge  bleiben  der  rechtliche und  tatsächliche Zustand vor Erlass des erstinstanzlichen  Entscheids bestehen, bis über das Rechtsmittel entschieden ist (ISABELLE  HÄNER,  Vorsorgliche  Massnahmen  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  Zeitschrift  für  Schweizerisches  Recht  [ZSR],  NF  116/2007,  II. Halbband,  S. 274).  Die  Rechtslage  befindet  sich  gewissermassen  in  einem  Schwebezustand.  Wird,  wie  vorliegend,  zugunsten  der  Verfügungsadressatin  eine  positive  Verfügung  erlassen,  hat  die  aufschiebende  Wirkung  zur  Folge,  dass  von  der  erteilten  Konzession  noch  kein Gebrauch  gemacht werden  kann  und  die  daraus  entspringenden Rechte  und  Pflichten  vorläufig  nicht  zum  Zug  kommen.  Wird  das  Beschwerdeverfahren  wegen  Rückzugs  der  Beschwerde  abgeschrieben,  wird  der  vorinstanzliche  Entscheid  rechtskräftig  und  die  aufschiebende Wirkung entfällt (SEILER, Praxiskommentar VwVG, Art. 55  N 67).  Fraglich  ist,  ab  welchem  Zeitpunkt  in  einem  solchen  Fall  das  Verfügte  wirksam wird,  ob mithin  ein  Rückbezug  auf  den  Zeitpunkt  der  Verfügungseröffnung  erfolgt  oder  die  Wirksamkeit  erst  mit  dem  Beschwerdeentscheid eintreten soll. 4.3.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung  lässt sich die Frage  nicht  einheitlich  beantworten,  sondern  es  ist  jeweils  auf  die  Besonderheiten  des  Einzelfalls  und  die  jeweilige  Interessenlage 

A­6533/2010 abzustellen.  In  jedem  einzelnen  Fall  muss  geprüft  werden,  welche  Tragweite  vernünftigerweise  dem  Suspensiveffekt  zuzumessen  ist  bzw.  welchen  Zwecken  er  vernünftiger­  und  legitimerweise  dienen  soll  (BGE  112 V 74 E. 2a und c, BGE 106 Ia 155 E.  5). Dabei gilt es den Grundsatz  zu beachten, dass die aufschiebende Wirkung nicht dem unterliegenden  Beschwerdeführer  zum  Schaden  des  obsiegenden  Beschwerdegegners  einen materiellrechtlichen Vorteil bringen darf (BGE 112 V 74 E. 2b). 4.3.3.  Ein  überwiegender  Teil  der  Lehre  vertritt  die  Ansicht,  dass  der  Suspensiveffekt  nicht  nur  allfällige  Konsequenzen,  sondern  die  Wirksamkeit  der  Verfügung  selbst  aufschiebt  (RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/CHRISTINA  KISS/DANIELA  THURNHERR/DENISE  BRÜHL­MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2010,  Rz. 1627;  XAVER  BAUMBERGER, Aufschiebende Wirkung bundesrechtlicher Rechtsmittel  im  öffentlichen Recht, Diss., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 218 ff., 343 ff. mit  weiteren  Hinweisen;  GEROLD  STEINMANN,  Rechtsschutz  im  Verwaltungsbeschwerdeverfahren  und  im  Verwaltungsgerichtsverfahren,  Schweizerisches Zentralblatt für Staats­ und Verwaltungsrecht [ZBl] 1993,  S. 148; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983,  S. 243).  In  Bezug  auf  die  Frage  einer  allfälligen  Rückwirkung  der  Wirksamkeit im Fall einer Abweisung der Beschwerde wird in Anlehnung  an die bundesgerichtliche Rechtsprechung mehrheitlich betont, es sei zu  vermeiden, dass der opponierenden Partei aufgrund der unbegründeten  Beschwerdeführung  zulasten  der  obsiegenden  Partei  ein  ungerechter  Vorteil  erwachse.  Stets  seien  die  besonderen  Verhältnisse  oder  die  konkrete  Interessenlage  zu  berücksichtigen,  die  zu  einem  anderen  Ergebnis  führen  können  (THOMAS  MERKLI/ARTHUR  AESCHLIMANN/RUTH  HERZOG,  Kommentar  zum  Gesetz  über  die  Verwaltungsrechtspflege  im  Kanton  Bern,  Bern  1997,  zu  Art. 68,  N. 10;  STEINMANN,  a.a.O.,  S. 149;  REGINA  KIENER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 11 zu Art. 50; ANDRÉ GRISEL, Traité de droit administratif, Neuenburg  1984, Bd. 2 S. 922 f.). Materiellrechtlich soll die Rechtsfolge grundsätzlich  dann eintreten, wenn  ihre Tatbestandselemente erfüllt  sind; dass es zur  verbindlichen  Festlegung  noch  einer  behördlichen  (Beschwerde­)  Entscheidung  bedarf,  ist  nur  ein  prozessualer  Aspekt,  der  an  der  materiellrechtlichen Lage nichts ändert (SEILER, Praxiskommentar VwVG,  Art. 55  N 69).  Diesbezüglich  angeführt  wird  zudem,  dass  das  Prozessrecht  der  Verwirklichung  des  materiellen  Rechts  diene  (FRITZ  GYGI,  Aufschiebende  Wirkung  und  vorsorgliche  Massnahmen  in  der  Verwaltungsrechtspflege,  ZBl  1976,  S. 12;  SEILER,  Praxiskommentar 

A­6533/2010 VwVG,  Art. 55 N 69).  In  Bezug  auf  die  Erfüllung  finanzieller  Leistungen  wird daher geltend gemacht, dass diese  im Allgemeinen nachträglich ab  Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung geschuldet seien (BENOÎT BOVAY,  Procédure  administrative,  Bern  2000,  S. 407;  BLAISE  KNAPP,  Précis  de  droit  administratif,  4. Aufl.,  Basel/Frankfurt  a.M.  1991, Rz. 1095; SEILER,  Praxiskommentar  VwVG,  Art. 55  N 70).  Grundsätzlich  solle  vermieden  werden,  dass  sich  die  Beschwerdeführung  trotz  Unterliegens  dadurch  lohne,  dass  die  Verfügung  erst  mit  ihrer  rechtskräftigen  Beurteilung  wirksam  werde  (THOMAS  MERKLI,  Vorsorgliche  Massnahmen  und  die  aufschiebende  Wirkung  bei  Beschwerden  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  und  subsidiären  Verfassungsbeschwerden,  ZBl  2008,  S. 422). Demgegenüber wird aber auch vorgebracht, die aufschiebende Wirkung  habe  unter  Berücksichtigung  eines  materiellrechtlichen  Massstabs  zur  Folge,  dass  eine  Verfügung  lediglich  ex  nunc  Wirksamkeit  erlangen  könne;  denn  erst mit  der  Bestätigung  durch  die  Rechtsmittelinstanz  sei  auch  deren  Rechtmässigkeit  festgestellt  (HÄNER,  a.a.O.,  S. 385).  Hinsichtlich Verfügungen, die auf eine Geldleistung  lauten,  lässt es aber  auch  HÄNER  als  fraglich  erscheinen,  ob  nur  die  Vollstreckbarkeit  oder  auch die Entstehung oder  zumindest  die Fälligkeit  der Forderung durch  das  Rechtsmittel  gehemmt  wird.  Unter  Umständen  werde  hier  der  grundlosen  Rechtsmitteleinlegung  Vorschub  geleistet  und  damit  die  staatliche  Aufgabenerfüllung  gefährdet,  wenn  die  Forderung  erst  mit  Rechtskraft  der  Verfügung  fällig  werde.  Dies  betreffe  insbesondere  Bereiche  der Massenverwaltung wie  das Sozialversicherungs­  oder  das  Steuerrecht.  Die  Umkehrung  des Grundsatzes,  dass  die  aufschiebende  Wirkung  bei  Geldleistungen  nur  die  Vollstreckung  hemme,  solle  aber  nicht  in  allen  Fällen  Gültigkeit  haben,  insbesondere  nicht,  wenn  nicht  gleichzeitig die Finanzierung der staatlichen Aufgaben ernsthaft gefährdet  sei (HÄNER, a.a.O., S. 385 f.). 4.4. Demnach  lässt  sich  keine  einheitliche  Regelung  aufstellen,  die  für  alle  Fälle  Gültigkeit  hätte.  Daher  ist  im  Folgenden  entsprechend  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  unter  Berücksichtigung  der  Besonderheiten  des  vorliegenden  Falls  und  der  bestehenden  Interessenlage  zu  prüfen,  welche  Tragweite  dem  Suspensiveffekt  vorliegend zuzumessen ist. 4.4.1.  Der  Beschwerdeführerin  wurde  mit  Verfügung  vom  31. Oktober  2008  eine  Veranstalterkonzession  für  ein  Regionalfernsehen  mit 

A­6533/2010 Leistungsauftrag  und  Gebührenanteil  für  die  Region  Aargau­Solothurn  erteilt.  Gleichzeitig  wurde  die  Bewerbung  der  Arolfinger  Lokalfernsehen  AG  um  Erteilung  einer  entsprechenden  Konzession  abgewiesen.  Daraufhin  focht  die  Arolfinger  Lokalfernsehen  AG  diese  Verfügung  am  5. Dezember  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  an.  Mit  schriftlicher  Erklärung  vom  20. März  2009  zog  sie  ihre  Beschwerde  wieder  zurück,  woraufhin  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Verfahren  mit  Entscheid  vom 24. März 2009 als gegenstandslos abschrieb. Die  Vorinstanz  teilte  im  März  2010  den  Veranstaltern,  deren  Konzessionsentscheide  nicht  angefochten  worden  waren,  mit,  dass  die  Gebührenanteile für das Jahr 2008 nicht wie ursprünglich vorgesehen ab  Eintritt  der  Rechtskraft  ausbezahlt  würden,  sondern  rückwirkend  per  Erteilungsdatum  der  Konzession,  das  heisst  per  7. Juli  2008  bzw.  31. Oktober 2008. Die Beschwerdeführerin beantragte deshalb, ebenfalls  rückwirkend auf das Datum der Konzessionseröffnung (in  ihrem Fall per  31. Oktober  2008)  die  neurechtlichen  Gebührenanteile  ausbezahlt  zu  erhalten. 4.4.2. Der  Suspensiveffekt  hat  vorliegend  somit  dazu  geführt,  dass  die  Beschwerdeführerin  einerseits  bis  zum  rechtskräftigen  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts vom 24. März 2009 keinem Leistungsauftrag  nachkommen musste,  ihr  andererseits  während  diesem  Zeitraum  keine  Gebührengelder  ausbezahlt  wurden.  Die  Vorinstanz  begründete  die  Auszahlung  der  neurechtlichen  Gebührenanteile  an  diejenigen  Radio­  und  Fernsehveranstalter,  deren  Konzession  unbestritten  geblieben  war,  mit  dem  für  die  lokalen  Medien  schwierigen  Umfeld,  den  vorhandenen  Mitteln und der Tatsache, dass die Ausrichtung per Erteilungsdatum der  Konzession gesetzlich zulässig sei. Sie beschränkte sich dabei bewusst  auf  die  unbestritten  gebliebenen  Konzessionen,  da  sie  davon  ausging,  dass  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  ein  Rückbezug  der  Rechtskraft  bzw. der Rechtswirksamkeit  im Beschwerdefall generell ausgeschlossen  sei, während  dies  im Fall  des  ungenutzten Ablaufs  der Beschwerdefrist  grundsätzlich möglich sei. 4.4.3.  In  der –  von  beiden  Parteien  zitierten –  Zwischenverfügung  A­ 7762/2008 vom 3. Februar 2009 liess das Bundesverwaltungsgericht die  Frage,  ob die  aufschiebende Wirkung nur  die Vollziehbarkeit  oder  auch  die  Wirksamkeit  der  Verfügung  hemme,  offen,  weil  die  damalige  Beschwerdegegnerin  auch  ohne  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  keine  (finanziellen)  Nachteile  zu  erleiden  hatte.  Das 

A­6533/2010 Bundesverwaltungsgericht hielt  fest,  dass allen Bewerbern aufgrund der  Formulierung der öffentlichen Ausschreibung klar gewesen sein musste,  dass  eine  Auszahlung  von  Gebührengeldern  erst  ab  Rechtskraft  des  Konzessionsentscheids  vorgenommen  werden  könne.  Diese  Regeln  wurden zu Beginn des Konzessionsverfahrens allen Bewerbern bekannt  gegeben.  Als  wesentliches  Kriterium  beurteilte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  mangelnde  Verpflichtung  zur  Erbringung  eines  Service  Public­Auftrags.  Ohne  eine  rechtskräftige  Konzession  unterstand der betroffene Bewerber während der Verfahrensdauer keinen  konzessionsrechtlichen  Verpflichtungen  und  war  demnach  frei,  ein  weniger kostenintensives Programm zu veranstalten. Es stand  ihm aber  auch frei, ein Programm – in freier Programmgestaltung – zu senden. Im  Übrigen  verwies  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  auf  die  Übereinstimmung mit dem Grundsatz, wonach bei der Neuzuteilung von  Konzessionen  für  sämtliche  Bewerber  die  gleiche  Ausgangslage  geschaffen  werden  und  nach  alter  Radio­  und  Fernsehgesetzgebung  konzessionierten  Fernsehveranstaltern  kein  Startvorteil  zukommen  soll.  Ebenso  leite sich aus Art. 109 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006  über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) ab, dass eine Auszahlung  von  neurechtlichen  Gebühren  im  Fall  einer  Beschwerde  erst  mit  der  endgültigen  Erteilung  der  Konzession,  nämlich  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts,  möglich  sei.  Dass  während  der  Dauer  des  hängigen  Verfahrens  keine  Gebührengelder  ausbezahlt  wurden,  wurde  folglich nicht als finanzieller Nachteil angesehen (Zwischenverfügung des  Bundesverwaltungsgerichts A­7762/2008 vom 3. Februar 2009 E. 8.2 ff.). 4.4.4. Nachdem vorliegend eine neurechtliche Konzession zur Diskussion  steht, die im selben Konzessionserteilungsverfahren zugesprochen wurde  wie  im  soeben dargelegten Fall,  ist  diese Rechtsprechung auch hier  zu  berücksichtigen.  Massgeblich  ist  dabei  zu  beachten,  dass  die  Beschwerdeführerin  während  des  hängigen  Verfahrens,  bis  zur  Rechtskraft  der  Konzession  durch  den  Abschreibungsentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts,  keinen  Service  Public  zu  erbringen  hatte,  dies  insbesondere,  nachdem  sie  die  altrechtliche  Konzession  am  3. November 2008 zurückgegeben hatte. Aber selbst wenn sie diese nicht  vorzeitig zurückgegeben hätte, wäre sie  regulär am 31. Dezember 2008  abgelaufen.  Es  blieb  der  Beschwerdeführerin  unbenommen,  auch  ohne  einen  Leistungsauftrag  ein  Fernsehprogramm  zu  senden,  was  sie  auch  tat, indem sie – wie sie geltend macht – einen lokalen Service Public wie  schon  auf  Basis  der  alten  Konzession  erbrachte.  Dass  sie  zudem  Investitionen  tätigen musste,  Einsparungen  im Personalbereich  vermied 

A­6533/2010 und  davon  absah,  ein  weniger  kostenintensives  Programm  durchzuführen,  mag  aufgrund  des  stark  umworbenen  Marktes  wirtschaftlich  schwierig gewesen sein,  doch offensichtlich auch möglich.  Eine  Gefährdung  der  wirtschaftlichen  Existenz  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  des  im  Ergebnis  sehr  kurzen  Verfahrens  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  wird  von  ihr  denn  auch  nicht  behauptet. Wie  die Vorinstanz  zu Recht  darauf  hinweist,  lässt  sich  aus  dem Entscheid,  einen  Service  Public  freiwillig  zu  erbringen,  kein  rückwirkender  Gebührenbezug  ableiten.  Es  ist  somit  kein  Grund  auszumachen,  vorliegend  von  der  bisherigen  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  abzuweichen. 4.4.5.  Das  von  der  Beschwerdeführerin  angeführte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­897/2010  vom  23. August  2010  erweist  sich  insofern  anders,  als  in  jenem  Verfahren  eine  provisorische  Übergangskonzession  erteilt  worden war,  die  einerseits  die Ausrichtung  eines provisorischen Gebührenanteils vorsah, andererseits aber auch an  die Erfüllung eines Leistungsauftrags gebunden war. Die Gebührengelder  wurden  somit  gestützt  auf  eine  (provisorische)  Konzession  und  im  Gegenzug  gegen  die  Erbringung  eines  Leistungsauftrags  ausgerichtet,  womit  die  Rechtslage  nicht  vergleichbar  ist  mit  dem  vorliegenden  Verfahren  und  sich  daraus  keine  weiteren  Ansprüche  der  Beschwerdeführerin ableiten lassen. 4.4.6.  Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  spielt  es  sodann  keine  Rolle,  ob  eine  materielle  Abweisung  oder  bloss  ein  Prozessentscheid  in  Frage  steht,  da  im  einen  wie  im  anderen  Fall  mit  dem Urteil die ursprüngliche Verfügung in Rechtskraft tritt (vgl. BGE 112  V 74 E. 1). Auch gehört es zu einem Mehrparteienverfahren, dass gegen  den  Willen  der  einen  Partei  ein  Rechtsmittel  eingelegt  wird.  Der  Beschwerdeführerin musste  schon  zu  Beginn  des  Verfahrens  klar  sein,  dass  die  Wirksamkeit  der  Konzession  im  Fall  einer  Anfechtung  aufgeschoben  würde  und  die  Gebührengelder  dementsprechend  höchstwahrscheinlich  erst  ab  Rechtskraft  der  Konzession  ausbezahlt  würden (vgl. auch Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A­ 7799/2008 vom 16. Februar 2009 E. 8.5). 4.5.  Demnach  entsteht  der  Beschwerdeführerin  im  vorliegenden  Verfahren  insofern  kein Nachteil  dadurch,  dass  sie  die Gebührengelder  erst ab Rechtskraft des Konzessionsentscheids und nicht schon seit dem  Tag  der  Konzessionserteilung  erhält,  als  sie  während  der  Dauer  des 

A­6533/2010 Verfahrens auch nicht verpflichtet war, einen Leistungsauftrag zu erfüllen.  Den  Bewerbern  war  von  Anfang  an  bekannt,  dass  die  Gebührengelder  erst  mit  rechtskräftigem  Entscheid  über  die  Konzessionsverfügungen  ausgerichtet  würden.  Dass  die  Vorinstanz  den  Veranstaltern,  deren  Konzessionen  unangefochten  blieben,  im  Nachhinein  rückwirkend  per  Datum der Konzessionserteilung Gebührengelder ausbezahlte, vermittelt  – wie  sogleich  zu  sehen  ist  (E. 4.6 ff.  nachstehend) –  der  Beschwerdeführerin  auch  aus  Sicht  der  Rechtsgleichheit  keinen  Anspruch, ebenfalls  in den Genuss einer rückwirkenden Ausrichtung der  Gelder zu kommen. 4.6.  Der  Grundsatz  der  Rechtsgleichheit  nach  Art. 8  Abs. 1  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  (BV,  SR  101)  besagt,  dass  Gleiches  nach  Massgabe  seiner  Gleichheit  gleich  und  Ungleiches  nach  Massgabe  seiner  Ungleichheit  ungleich  behandelt  wird.  Der  Anspruch  auf  rechtsgleiche  Behandlung  wird insbesondere verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen  Tatsache  rechtliche  Unterscheidungen  getroffen  werden,  für  die  ein  vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist,  oder  wenn  Unterscheidungen  unterlassen  werden,  die  aufgrund  der  Verhältnisse hätten getroffen werden müssen (vgl. statt vieler BGE 135 V  361  E.  5.4.1;  ULRICH  HÄFELIN/WALTER  HALLER/HELEN  KELLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  7. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2008,  Rz. 750 ff.). 4.6.1.  Die  Vorinstanz  weist  in  diesem  Zusammenhang  darauf  hin,  lediglich  denjenigen  Veranstaltern,  deren  Konzessionsverfügungen  unbestritten  geblieben  waren,  rückwirkend  per  Datum  der  Konzessionsverfügung Gebührenanteile  ausbezahlt  zu  haben.  Dagegen  habe  kein  Veranstalter,  der  in  ein  Beschwerdeverfahren  involviert  gewesen  sei,  solche  Zahlungen  erhalten.  Es  liege  somit  keine  Ungleichbehandlung vor. 4.6.2.  Die  Unterscheidung  in  Veranstalter,  gegen  deren  Konzessionsverfügungen ein Rechtsmittel ergriffen wurde, und in solche,  deren  Konzessionen  unangefochten  blieben,  lässt  sich  sachlich  und  vernünftig  begründen.  So  ist  insbesondere  dem Umstand Rechnung  zu  tragen,  dass  die  unangefochten  gebliebenen  Konzessionen  mit  ihrem  Erteilungsdatum  in  Rechtskraft  erwuchsen  und  damit  resp.  innert  der  angesetzten  Frist  auch  die  Verpflichtung  zur  Erbringung  des  Leistungsauftrags entstand, wohingegen dies in den Verfahren, in denen 

A­6533/2010 es zu einer Anfechtung der Konzessionsverfügung kam, gerade nicht der  Fall  war.  Die  Sachverhalte  erweisen  sich  somit  als  unterschiedlich,  weshalb  die  Unterscheidung  durch  die  Vorinstanz  mit  dem  Rechtsgleichheitsgebot  vereinbar  ist.  Von  einer  willkürlichen  Rechtsanwendung kann somit erst recht keine Rede sein, weshalb auch  diese  Rüge  der  Beschwerdeführerin  fehl  geht.  Im  Übrigen  ist  die  Beschwerdeführerin  darauf  hinzuweisen,  dass  sie  die  Gebührengelder  mit Rechtskraft des Entscheids ausbezahlt erhielt, ohne schon ab diesem  Tag den Service Public­Auftrag zu erfüllen. Sie wurde daher nicht anders  gestellt als die Veranstalter, deren Konzessionen unangefochten blieben,  sondern erhielt wie diese eine Frist zur Aufnahme des Programmbetriebs. 5.  Zusammenfassend ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. 6.  Bei diesem Ausgang hat die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei  nach  Art. 63  Abs. 1  VwVG  die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr. 12'000.­­, zu  tragen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Diese  sind  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 12'000.­­ zu verrechnen. 7.  Der  Beschwerdeführerin  als  unterliegende  Partei  steht  keine  Parteientschädigung  zu  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m.  Art. 7  VGKE  e  contrario). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

A­6533/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 12'000.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 12'000.­­ verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr.__________; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus Metz Mia Fuchs Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Frist  steht  still  vom  15. Juli  bis  und mit  dem  15. August  (Art. 46  Abs. 1  Bst. b BGG). Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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