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Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 A-5707/2011

5. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,229 Wörter·~6 min·1

Zusammenfassung

Mehrwertsteuer | Revision/Wiederherstellung (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3634/2011 vom 15. September 2011)

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­5707/2011 Urteil   v om   5 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Markus Metz, Richter Michael Beusch,    Gerichtsschreiberin Gabriela Meier. Parteien X._______, …,   vertreten durch …, Gesuchsteller,  gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung  Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Revision/Wiederherstellung (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­3634/2011 vom  15. September 2011).

A­5707/2011 Sachverhalt: A.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  verpflichtete  X._______  mit  Einspracheentscheid  vom  25.  Mai  2011  für  die  Steuerperioden  1. Quartal  2004  bis  4.  Quartal  2008, Mehrwertsteuern  in  der  Höhe  von  Fr. 45'911.­­ (zuzüglich Verzugszins) zu bezahlen.               B.  B.a  Diesen  Entscheid  focht  X._______  mit  Beschwerde  vom  24. Juni  2011 beim Bundesverwaltungsgericht an. B.b  Mit  Zwischenverfügung  vom  29.  Juni  2011  wurde  X._______  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  bis  zum  20.  Juli  2011  aufgefordert.  Gleichzeitig  wurde  ihm  angedroht,  dass  auf  die  Beschwerde  unter  Kostenfolge nicht eingetreten werde, wenn der Vorschuss nicht innert der  angesetzten Frist bezahlt werde. B.c  Das  Bundesverwaltungsgericht  stellte  mit  Urteil  A­3634/2011  vom  15. September  2011  fest,  dass  X._______  den  Kostenvorschuss  nicht  innert der gesetzten Frist geleistet hatte, weshalb es auf die Beschwerde  nicht eintrat. C.  Mit Eingabe ans Bundesverwaltungsgericht vom 14. Oktober 2011 stellte  X._______  (Gesuchsteller)  ein  Begehren  um  Revision  bzw.  Wiederherstellung der Beschwerdefrist. Er brachte  im Wesentlichen vor,  er  habe die Frist  zur Leistung des Kostenvorschusses  verpasst,  da  ihm  die  Abholungseinladung  für  die  Zwischenverfügung  vom  29.  Juni  2011  nicht  ins Postfach gelegt worden sei, und er demzufolge keine Kenntnis  davon  erhalten  habe.  Gleichzeitig  reichte  er  beim  Bundesgericht  Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ein. D.  Mit Urteil 2C_845/2011 vom 17. Oktober 2011 trat das Bundesgericht auf  die Beschwerde nicht  ein  und  leitete  die Rechtsschrift  vom 14. Oktober  2011  zuständigkeitshalber  und  zwecks  Behandlung  als  Fristwiederherstellungsgesuch  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiter;  dies  mit  der  Begründung,  es  sei  grundsätzlich  zuerst  vom  speziellen  Rechtsbehelf des Fristwiederherstellungsgesuchs Gebrauch zu machen,  bevor der Weg ans Bundesgericht beschritten werde.

A­5707/2011 E.  Mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2011 beantragte die Vorinstanz,  das  Gesuch  sei  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten  sei  –  unter  Kosten­ und Entschädigungsfolge zulasten des Gesuchstellers. Auf die Begründung der Eingaben ans Bundesverwaltungsgericht wird –  soweit  entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  Erwägungen  näher  eingegangen.   Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Gesuchen  um  Wiederherstellung  einer  gesetzlichen  sowie  behördlichen  Frist,  welche im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht selber versäumt  worden  ist  (Art.  24  des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]  i.V.m.  37  des  Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht  [VGG]), sowie für die Revision seiner Entscheide zuständig (Art. 45 VGG  i.V.m.  Art.  121­128  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht [BGG]). 1.2. Der Gesuchsteller beantragt die "Revision" bzw. "Wiederherstellung". 1.2.1.  Ist  ein  Gesuchsteller  oder  sein  Vertreter  unverschuldeterweise  abgehalten  worden,  binnen  Frist  zu  handeln,  so  wird  diese  wieder  hergestellt,  sofern  er  unter  Angabe  des Grundes  innert  30  Tagen  nach  Wegfall  des  Hindernisses  darum  ersucht  und  die  versäumte  Rechtshandlung nachholt (Art. 24 VwVG).  Der  Gesuchsteller  hat  vorliegend  innert  30  Tagen,  seit  er  vom  Nichteintretensentscheid  A­3634/2011  des  Bundesverwaltungsgerichts  Kenntnis  erhalten  hat,  um Wiederherstellung  der  Frist  zur  Leistung  des  Kostenvorschusses  ersucht  und  gleichzeitig  beantragt,  ihm  sei  Gelegenheit zur Leistung des Kostenvorschusses zu geben. Damit ist das  Gesuch um Fristwiederherstellung der Kostenvorschusspflicht  form­ und  fristgerecht  eingereicht  worden.  Auf  das  Gesuch  um  Fristwiederherstellung ist somit einzutreten.

A­5707/2011 1.2.2.  Mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  wird  die  Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen  Beschwerdeentscheides  angefochten,  im  Hinblick  darauf,  dass  die  Rechtskraft  beseitigt  wird  und  über  die  Sache  neu  entschieden werden  kann  (vgl.  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, S. 289).  Die  Wiederherstellung  der  Frist  kann  vorliegend  mittels  Fristwiederherstellungsgesuch  beantragt  werden;  auf  das  ausserordentliche Rechtsmittel der Revision ist nicht einzutreten. Überdies  wurde  die  Rechtsschrift  des  Gesuchstellers  vom  14. Oktober  2011  vom  Bundesgericht  ohnehin  zwecks  Behandlung  als  Fristwiederherstellungsgesuch  an  das  Bundesverwaltungsgericht,  Abteilung  I, weitergeleitet. Ob das Gesuch  vorliegend als Revision oder  Wiederherstellung  behandelt  wird,  ist  überdies  lediglich  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  von  Bedeutung;  in  materieller  Hinsicht  stimmen  die  im  Zusammenhang  mit  dem  Gesuch  um  "Revision"  vorgebrachten  Rügen  des  Gesuchstellers  nämlich  mit  denjenigen  betreffend  Fristwiederherstellung  überein.  Ausserdem  können  mit  dem  Rechtsbehelf  des  Fristwiederherstellungsgesuchs  die  Sach­  und  Rechtsfragen in Bezug auf die verfahrensrechtlichen Pflichten vorliegend  vollständig  und  frei  geprüft  werden  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_345/2010  vom  10.  Mai  2010  E. 2.2).  Selbst  wenn  auf  das  Revisionsgesuch  eingetreten  werden  könnte,  wäre  es  in  der  Sache  abzuweisen,  was  im  Folgenden  bei  der  Prüfung  des  Wiederherstellungsgesuchs zu zeigen sein wird (siehe E. 3).  2.  2.1.  Die  Möglichkeit  der  Wiederherstellung  einer  Frist  im  Sinne  von  Art. 24  Abs.  1  VwVG  besteht  sowohl  für  gesetzliche  wie  behördlich  angesetzte  Fristen,  die  unverschuldet  versäumt  worden  sind.  Für  das  Versäumnis  müssen  objektive  Gründe  vorliegen  und  der  Partei  beziehungsweise deren Vertretung darf keine Nachlässigkeit vorgeworfen  werden  können.  Als  erheblich  sind  damit  nur  solche  Gründe  zu  betrachten,  die  der  ersuchenden  Partei  auch  bei  Aufwendung  der  üblichen  Sorgfalt  die  Wahrung  ihrer  Interessen  verunmöglicht  oder  unzumutbar erschwert hätten. Das Recht auf Wiederherstellung der Frist  ist  auch  einer  Partei  zuzuerkennen,  die  aufgrund  des  Verhaltens  der  Behörde  eine  Frist  hat  verstreichen  lassen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 

A­5707/2011 Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.140 ff.).  Nicht  als  unverschuldete  Hindernisse  gelten  namentlich  Unkenntnis  der  gesetzlichen  Vorschriften,  Arbeitsüberlastung,  Ferienabwesenheit  oder  organisatorische  Unzulänglichkeiten  (vgl.  statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­3454/2010 vom 19. August 2011 E. 2.3.3,  A­5069/2010  vom 28.  April  2011 E.  2.5,  A­5798/2007  vom 6.  Juli  2009  E. 2.7; vgl. auch MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.139 f.). 2.2.  Der  Beweis  der  Tatsache  und  des  Datums  der  Zustellung  von  Verfügungen und Entscheiden obliegt den Behörden (BGE 124 V 400 E.  2a). Bedienen sie sich dabei aber der Post und ist – infolge Unmöglichkeit  der direkten Übergabe – eine Abholungseinladung auszustellen, ist davon  auszugehen, dass der oder die Postangestellte diese ordnungsgemäss in  den  Briefkasten  oder  in  das  Postfach  des  Empfängers  gelegt  und  das  Zustellungsdatum  korrekt  registriert  hat  (BGE  85  IV  115;  Urteile  des  Bundesgerichts  9C_753/2007  vom  29.  August  2008  E.  3,  in:  Schweizerische  Zeitschrift  für  Zivilprozessrecht  [SZZP]  2009,  S.  24  f.,  5A_98/2011 vom 3. März 2011 E. 2.3). Insoweit handelt es sich um eine  natürliche  Vermutung,  die  durch  den  Gegenbeweis  entkräftet  werden  kann  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_780/2010  vom  21.  März  2011  E.  2.4, 5A_98/2011 vom 3. März 2011 E. 2.3, 2C_908/2008 vom 23. August  2010 E. 2.3, 2C_38/2009 vom 5. Juni 2009 E. 4.1). Für das Gelingen des  Gegenbeweises  ist  bloss erforderlich,  dass der Hauptbeweis erschüttert  wird  beziehungsweise  Zweifel  an  dessen Richtigkeit  begründet werden,  nicht aber, dass das Gericht von der Schlüssigkeit der Gegendarstellung  überzeugt  wird.  Insoweit  unterscheidet  sich  der  Gegenbeweis  vom  Beweis  des  Gegenteils,  der  sich  gegen  eine  gesetzliche  Vermutung  richtet und seinerseits ein Hauptbeweis ist (BGE 130 III 321 E. 3.4, 120 II  393 E. 4b; Urteil  des Bundesgerichts 5A_98/2011 vom 3. März 2011 E.  2.3).  Es  erscheint  auch  sachlich  gerechtfertigt,  zur  Widerlegung  der  fraglichen Vermutung keinen strikten Beweis zu verlangen, sondern den  Nachweis  einer  überwiegenden Wahrscheinlichkeit  von  Fehlern  bei  der  Zustellung  genügen  zu  lassen.  Denn  der  Nichtzugang  einer  Abholungseinladung  ist  eine  negative  Tatsache,  für  die  naturgemäss  kaum  je  der  volle  Beweis  erbracht  werden  kann  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_38/2009  vom  5.  Juni  2009  E.  4.1).  Hinsichtlich  der  Ausstellung der Abholungseinladung findet also insofern eine Umkehr der  Beweislast in dem Sinn statt, als im Fall der Beweislosigkeit zuungunsten  des  Empfängers  zu  entscheiden  ist,  der  den  Erhalt  der  Abholungseinladung bestreitet (Urteile des Bundesgerichts 2C_780/2010  vom 21. März 2011 E. 2.4, 2C_28/2009 vom 5. Juni 2009 E. 3.2).

A­5707/2011 2.3.  Wird  ein  Adressat  anlässlich  einer  versuchten  Zustellung  nicht  angetroffen  und  daher  eine  Abholungseinladung  in  seinen  Briefkasten  oder  sein  Postfach  gelegt,  gilt  die  Sendung  in  jenem  Zeitpunkt  als  zugestellt,  in welchem  sie  auf  der Post  abgeholt wird;  sofern  dies  nicht  innert  der  siebentägigen  Abholungsfrist  geschieht,  gilt  die  Sendung  am  letzten  Tag  dieser  Frist  als  zugestellt,  sofern  der  Adressat  mit  der  Zustellung  hatte  rechnen  müssen  (Art.  20  Abs.  2bis  VwVG,  sog.  Zustellfiktion;  BGE  134  V  49  E. 4,  101  III  3  E.  3;  dazu  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.115). Eines allfälligen zweiten  Zustellungsversuchs bedarf es angesichts dieser gesetzlichen Regelung  nicht.  Ein  solcher  vermag  an  der  erfolgten  Zustellung  nichts  zu  ändern  und ist rechtlich unbeachtlich (BGE 117 V 131 E. 4a, 115 Ia 12 E. 3a, 111  V  99  E.  2b;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2801/2011  vom  21. Juni 2011). 3.  3.1. Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsteller mit Zwischenverfügung  vom  29.  Juni  2011  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  aufgefordert.  Gleichzeitig  wurde  angedroht,  es  werde  auf  die  Beschwerde  nicht  eingetreten, wenn der Kostenvorschuss nicht innert der angesetzten Frist  bezahlt werde. Aus  dem  "Track & Trace"­Auszug  geht  hervor,  dass  die  Post dem Vertreter des Gesuchstellers die Abholungseinladung am 1. Juli  2011  ins Postfach  legte  ("Avisiert  ins Postfach")  und  die Sendung  nicht  innerhalb der Abholungsfrist  abgeholt worden  ist. Es besteht damit eine  natürliche  Vermutung,  dass  die  Abholungseinladung  ordnungsgemäss  zugestellt worden ist, es sei denn der Gesuchsteller kann diese durch die  Erbringung des Gegenbeweises umstossen (E. 2.2).  3.2.  Zum  Nachweis  reicht  der  Gesuchsteller  verschiedene  Aktenstücke  ein.  Er  vermag  damit  den  erforderlichen  Gegenbeweis  jedoch  nicht  zu  erbringen. Zur Stützung seiner Behauptung, es komme ab und zu vor, dass er einen  Brief  oder  eine  Abholungseinladung,  die  nicht  an  ihn  adressiert  sei,  in  seinem  Postfach  vorfinde,  legt  er  eine  Abholungseinladung  an  den  Empfänger "Y._______"   ins Recht, die ihm angeblich am 16. September  2011  zugestellt  worden  sei.  In  diesem  Zusammenhang  ist  zunächst  zu  beachten,  dass  gemäss  elektronischem  Handelsregisterauszug  (www.zefix.ch, letztmals besucht am 21. Dezember 2011) die Y._______ 

A­5707/2011 GmbH  in  Liquidation,  deren  Gesellschafter  der  Vertreter  des  Gesuchstellers  ist,  ihr  Domizil  [Adresse]  in  A._______  hatte,  bevor  es  dieses  eingebüsst  hat  (Tagesregister­Nr.  _______  vom  [Datum]). Damit  stimmte  die  Zustelladresse  mit  der  ursprünglichen  Domiziladresse  des  Unternehmens überein. Es  ist demnach nicht auszuschliessen, dass die  behauptete  Falschzustellung  mit  dem  Verlust  des  Domizils  des  Unternehmens  zusammenhing  bzw.  damit,  dass  der  Vertreter  des  Gesuchstellers  immer  noch  als Gesellschafter  der  Y._______ GmbH  in  Liquidation im Handelsregister eingetragen ist. Jedenfalls gelingt es damit  allein  dem  Gesuchsteller  nicht  nachzuweisen,  dass  in  der  Poststelle  A._______  vor  dem  1.  Juli  2011  verschiedentlich  Irrtümer  bei  der  Verteilung  von  Abholungseinladungen  in  die  Postfächer  vorgekommen  wären, was hier aber erforderlich wäre, um den Gegenbeweis mit diesem  Argument der Falschzustellung durch die Post erfolgreich zu führen (vgl.  Urteil des Bundesgerichts 2C_38/2009 vom 5. Juni 2009 E. 5.3). Weiter reicht der Gesuchsteller dem Bundesverwaltungsgericht eine Notiz  vom  5.  Oktober  2011  ein  über  ein  angebliches  Gespräch  einer  Angestellten  der  Poststelle  A._______  mit  Z._______,  Angestellte  des  Vertreters des Gesuchstellers. Aus dieser "Gesprächsnotiz" geht hervor,  dass  eine  Angestellte  der  Poststelle  A._______  bestätigt  hat,  die  Poststelle  könne  nicht  beweisen,  dass  der  Abholungsavis  wirklich  ins  Postfach gelegt worden sei und es könnte sich "also durchwegs auch um  einen Fehler der Poststelle handeln". Abgesehen davon, dass diese Notiz  vom Vertreter des Gesuchstellers vorformuliert worden sein dürfte, kann  der  Gegenbeweis  damit  ohnehin  nicht  erbracht  werden.  Es  werden  nämlich  nicht  etwa  besondere  Umstände  dokumentiert,  die  für  die  Pflichtwidrigkeit  eines  Postangestellten  bei  der  Verteilung  der  Abholungseinladung  im vorliegenden Fall sprächen. Dass es  im Bereich  des Möglichen  liegt,  dass  der  Poststelle  Fehler  unterlaufen,  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  reicht  jedoch  nicht  aus,  um  beim  Bundesverwaltungsgericht berechtigte Zweifel an der ordnungsgemässen  Zustellung  im  hier  fraglichen  konkreten  Einzelfall  zu  begründen.  Der  Gesuchsteller  vermag  mit  den  eingereichten  Aktenstücken  die  Vermutung,  dass  ihm  eine  Abholungseinladung  ordnungsgemäss  ins  Postfach  gelegt  wurde,  nicht  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  zu  widerlegen  (E.  2.2).  Auf  den  Einwand  des  Gesuchstellers,  es  sei  "im  Zweifel  für  den  Angeklagten"  davon  auszugehen,  dass  er  keine  Abholungseinladung erhalten habe,  ist deshalb nicht weiter einzugehen.  Auch mit dem Vorbringen, als Präsident der Steuerrekurskommission des  Kantons  A._______  kenne  der  Vertreter  des Gesuchstellers  die  Folgen 

A­5707/2011 einer  Nichtabholung  bestens  und  er  habe  in  25  Jahren  noch  nie  einen  eingeschriebenen  Brief  nicht  rechtzeitig  abgeholt,  vermag  der  Gesuchsteller  unter  den  gegebenen  Umständen  und  angesichts  der  Rechtslage nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.  3.3.  Es  ist  damit  davon  auszugehen,  dass  die  postalische  Abholungseinladung  ordnungsgemäss  ins  Postfach  des  Vertreters  des  Gesuchstellers gelegt wurde und in seinen Machtbereich gelangt ist. Die  Rüge  des  Gesuchstellers,  es  sei  nicht  wie  üblicherweise  ein  zweiter  "Avis"  ins  Postfach  gelegt  worden,  hilft  ihm  nicht  weiter,  da  ein  zweiter  Zustellversuch  rechtlich  unbeachtlich  gewesen  wäre  (E. 2.3).  Somit  bestand  kein  unverschuldeter  Hinderungsgrund,  welcher  kausal  für  die  prozessuale  Säumnis  zur  Bezahlung  des  Kostenvorschusses  gewesen  wäre.  4.  Nach dem Gesagten  ist  auf  das Gesuch um Revision nicht  einzutreten;  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Kostenvorschussfrist  ist  abzuweisen. Die Verfahrenskosten  im Betrag  von Fr.  1'600.­­  sind  dem  Gesuchsteller  aufzuerlegen  und  mit  dem  von  ihm  geleisteten  Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  Eine  Parteientschädigung  an  den  Gesuchsteller  ist  nicht  zuzusprechen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). (Dispositiv nächste Seite)

A­5707/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf  das  Gesuch  um  Revision  des  Urteils  A­3634/2011  wird  nicht  eingetreten. 2.  Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  im  Umfang  von  Fr.  1'600.­­  werden  dem  Gesuchsteller auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss  von Fr. 1'600.­­ verrechnet. 4.  Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 5.  Dieses Urteil geht an: – den Gesuchsteller (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. _______; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Riedo Gabriela Meier Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 

A­5707/2011 Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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