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Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 A-567/2011

29. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,212 Wörter·~16 min·2

Zusammenfassung

Verrechnungssteuer | Verrechnungssteuer

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­567/2011 Urteil   v om   2 9 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Markus Metz, Richter Daniel Riedo, Gerichtsschreiberin Susanne Raas. Parteien X._______ Genossenschaft in Liquidation, vertreten durch …, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer,  Stempelabgaben, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Verrechnungssteuer.

A­567/2011 Sachverhalt: A.  Die X._______ Genossenschaft wurde mit Statuten vom 2. Mai 1944 und  Handelsregistereintrag  vom  29.  Dezember  1944  mit  Sitz  in  A._______  (AG)  gegründet. Sie  bezweckt  die Gründung,  den Bau und den Betrieb  [eines Heims]  unter  dem Patronat  des  […]  Y._______  Vereins,  Sektion  A._______. Das Genossenschaftskapital setzt sich aus Einzahlungen der  Genossenschafter  durch  Zeichnung  der  Anteilsscheine  sowie  allfälligen  Zuwendungen  zusammen. Ein Anteilsschein  lautet  nominell  auf  Fr. […].  Ausscheidende  Genossenschafter  haben  keinerlei  Anspruch  auf  das  Genossenschaftskapital.  Die  X._______  Genossenschaft  als  Institution  mit  gemeinnützigem  Zweck  ist  sowohl  auf  Stufe  der  direkten  Bundessteuer  als  auch  der  Kantons­  und  Gemeindesteuern  von  der  Steuerpflicht befreit. Sie  ist daher auch auf der Liste der steuerbefreiten  Institutionen des Steueramtes des Kantons Aargau aufgeführt. B.  Unter  dem Namen «[…] Y._______ Verein A._______  und B._______»  (nachfolgend:  Y._______  Verein)  besteht  ein  Verein  im  Sinne  des  Zivilrechts mit  Sitz  in  A._______  (AG).  Der  Verein  ist  eine  Sektion  des  […]  Y._______  Vereins,  welcher  ebenfalls  ein  Verein  im  Sinne  des  Zivilrechts  ist.  Die  aktuell  vorliegenden  Statuten  datieren  vom  30.  Mai  1996  und  ersetzen  jene  vom  April  1946.  Der  Y._______  Verein  ist  als  gemeinnützige  Institution  ebenfalls  sowohl  auf  Stufe  der  direkten  Bundessteuer  als  auch  der  Kantons­  und  Gemeindesteuern  von  der  Steuerpflicht befreit und ist auf der Liste der steuerbefreiten Institutionen  des Steueramtes des Kantons Aargau aufgeführt. C.  Am  13.  März  2008  unterzeichneten  der  Präsident  bzw.  der  Geschäftsführer  der  X._______  Genossenschaft  sowie  die  Präsidentin  bzw.  die  Kassiererin  des  Y._______  Vereins  eine  Schenkungsurkunde,  der  zufolge  die  X._______  Genossenschaft  dem  Y._______  Verein  die  Liegenschaft  Grundbuch  A._______  [Bezeichnung  und  Art  der  Liegenschaft]  (nachfolgend:  Liegenschaft),  schenkte.  Insbesondere  wurde  die  Schenkung  an  die  Bedingung  geknüpft,  dass  der  Schenkungsempfänger  [das  Heim]  weiterführe.  Sollte  [das  Heim]  aus  irgendeinem  Grund  nicht  weitergeführt  werden,  so  sei  der  Schenkungsempfänger  verpflichtet,  die  Liegenschaft  oder  den  daraus  erzielten  Veräusserungserlös  einer  anderen  wohltätigen  Institution  in 

A­567/2011 A._______ zugehen zu lassen. Weiter wurde in der Schenkungsurkunde  vereinbart,  dass,  um  dem  Y._______  Verein  die  Weiterführung  [des  Heims] zu ermöglichen, die X._______ Genossenschaft dem Y._______  Verein  im Zusammenhang mit der  in Aussicht stehenden Auflösung und  Liquidation  der  X._______  Genossenschaft  aus  deren  Vermögen  eine  Kassenobligation 2% Fr. 20'000.­­ der [Bank] und einen Barbetrag in noch  offener Höhe schenke. Die Genehmigung des Schenkungsvertrags durch  die  Mitgliederversammlung  des  Schenkungsempfängers  wurde  vorbehalten. D.  An  der  Mitgliederversammlung  des  Y._______  Vereins  vom  25.  März  2008  stimmten  die  Anwesenden  einstimmig  der  Schenkung  von  der  X._______  Genossenschaft  an  den  Y._______  Verein  zu.  Dem  Grundbuchamt  C._______  wurde  am  9.  April  2008  die  Handänderung  angemeldet, welche am 10. April 2008 im Grundbuch eingetragen wurde. E.  Die Generalversammlung der X._______ Genossenschaft beschloss am  1.  Juli  2008  einstimmig,  die  1944  gegründete  Genossenschaft  zu  liquidieren.  Als  Liquidator  mit  Einzelunterschrift  wurde  Herr  L._______  (A._______) eingesetzt. Gemäss Auszug aus dem Handelsregister wurde  die  X._______  Genossenschaft  am  23.  Juli  2008  in  «X._______  Genossenschaft  in  Liquidation»  umfirmiert.  Die  Liquidation  der  Genossenschaft wurde gemäss Handelsregisterauszug am 9. September  2008 beendet. F.  Mit  Schreiben  vom  14.  September  2008  teilte  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (nachfolgend:  ESTV)  der  X._______  Genossenschaft  unter  anderem  mit,  dass  sie  ihre  Zustimmung  zur  Löschung  im  Handelsregister erst erteilen werde, wenn sämtliche Steuerschulden – so  auch die Verrechnungssteuer  –  bezahlt  seien. Damit  die  allenfalls  noch  geschuldeten Stempelabgaben und Verrechnungssteuern berechnet und  festgesetzt  werden  könnten,  bat  die  ESTV  die  X._______  Genossenschaft,  innert  Frist  die  Liquidationsbilanz  sowie  das  Protokoll  der  Generalversammlung,  welche  die  Liquidation  beschlossen  habe,  einzureichen. G.  Am 7. Oktober 2009 bestätigte die ESTV der X._______ Genossenschaft, 

A­567/2011 dass  der  in  den  Liquidationsunterlagen  deklarierte  Betrag  von  Fr. 31'266.09  nicht  der  Verrechnungssteuer  unterliege,  da  dieser  dem  Anteilscheinkapital  von  Fr.  33'700.­­  in  den  Passiven  als  Gegenwert  entspreche. Hingegen unterliege die Schenkung der Liegenschaft an den  gemeinnützigen  Y._______  Verein  der  Verrechnungssteuer.  Die  ESTV  bat  die  X._______  Genossenschaft  deshalb,  die  Schenkung  mit  dem  Verkehrswert  im  Formular  105  zu  deklarieren  und  dieses  mit  der  Überschreibungskurkunde  der  ESTV  zuzustellen,  damit  das  Meldeverfahren geprüft werden könne. H.  Das ausgefüllte Formular 105 mit Datum vom 28. Oktober 2009 und die  Schenkungsurkunde gingen am 30. Oktober 2009 bei der ESTV ein.  Im  Formular  wurde  ein  Liquidationsüberschuss,  ausgerichtet  durch  Abtretung von nicht  liquiden Vermögenswerten, d.h. der Liegenschaft,  in  der Höhe von Fr. 466'750.­­  (Bruttobetrag) deklariert. Gleichzeitig wurde  um die Durchführung des Meldeverfahrens ersucht. Als Begünstigte der  Leistung wurde der Y._______ Verein genannt. I.  Mit  Schreiben  vom  25.  November  2009  teilte  die  ESTV  der  X._______  Genossenschaft  mit,  dass  das  Meldeverfahren  zu  Gunsten  des  Y._______  Vereins  nicht  durchgeführt  werden  könne,  da  die  Begünstigten  der  Liquidation  die  Anteilsinhaber  der  Genossenschaft  seien,  die  ihrerseits  die  Schenkung  an  den  Y._______  Verein  beschlossen hätten. Die X._______ Genossenschaft wurde gebeten, das  Formular  105  erneut  einzureichen  und  die  Genossenschafter  mit  vollständigem Namen, Adresse und Wohnort aufzuführen. J.  Am 17. Dezember 2009  teilte die X._______ Genossenschaft der ESTV  mit,  dass  die  Begünstigten  der  Liquidation  nicht  die  Genossenschafter  seien, sondern der Y._______ Verein. Sie wies zudem auf den Umstand  hin,  dass  eine  Schenkung  von  einer  steuerbefreiten,  gemeinnützigen  Institution  an  eine  andere  steuerbefreite,  gemeinnützige  Institution  vorliegen würde. Die einzelnen Genossenschafter seien nicht begünstigt,  es  habe  keine  geldwerte  Leistung  stattgefunden.  Die  Liquidation  sei  ausserdem  erst  nach  der  Schenkung  der  Liegenschaft  beschlossen  worden und die Liegenschaft sei heute im Eigentum des gemeinnützigen  Y._______  Vereins.  Über  die  Liegenschaft  könne  somit  nicht  mehr  verfügt werden.

A­567/2011 K.  Die  ESTV  teilte  der  X._______  Genossenschaft  mit  Schreiben  vom  30. Dezember  2009  mit,  dass  es  sich  ihrer  Ansicht  nach  bei  der  Schenkung  der  Liegenschaft  eindeutig  um  eine  geldwerte  Leistung  handle  und  die  Zustimmung  zur  Löschung  solange  nicht  erteilt  werden  könne, bis die Angelegenheit der verschenkten Liegenschaft geregelt sei.  Ebenfalls  am  30.  Dezember  2009  erliess  die  ESTV  einen  formellen  Entscheid,  worin  sie  die  geschuldete  Verrechnungssteuer  auf  Fr. 163'362.50  festsetzte  (35%  von  Fr.  466'750.­­  )  und  eine  Überweisungsfrist von 30 Tagen festlegte. L.  Gegen diesen Entscheid  erhob die  zwischenzeitlich  bestellte Vertreterin  der  X._______  Genossenschaft  am  27.  Januar  2010  Einsprache  und  beantragte, die Veranlagungsverfügung – den «Entscheid nach Formular  7  /  Liquidationsüberschuss»  –  aufzuheben.  Eventualiter  verlangte  sie,  dass  in Anwendung der Direktbegünstigungstheorie das Meldeverfahren  anzuwenden  sei,  sollte  tatsächlich  eine  der  Verrechnungssteuer  unterliegende geldwerte Leistung vorliegen. M.  In  ihrem  Einspracheentscheid  vom  2.  Dezember  2010  erkannte  die  ESTV, die Einsprache der X._______ Genossenschaft in Liquidation vom  27. Januar  2010  sei  teilweise  gutzuheissen.  Die  geschuldete  Verrechnungssteuer  würde  anstatt  Fr.  163'362.50  nur  Fr.  162'448.65  betragen  und  sei  der  ESTV  unverzüglich  zu  entrichten.  Auf  dem  Steuerbetrag  von  Fr.  162'448.65  sei  ein  Verzugszins  (5%),  berechnet  vom  10. Mai  2008  (Fälligkeit  der  Steuerforderung)  bis  zur  Steuerentrichtung,  zu  bezahlen.  Die  ESTV  begründete  ihren  Entscheid  damit,  es  sei  mit  der  Schenkung  der  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein die wirtschaftliche Substanz der Genossenschaft weggefallen und  damit  eine  faktische  Liquidation  eingeleitet  worden.  Die  Schenkung  sei  daher  als  eine  Auszahlung  eines  Liquidationsüberschusses  an  nahe  stehende Dritte zu bewerten und unterliege der Verrechnungssteuer. Der  Y._______  Verein  sei  als  nahe  stehender  Dritter  zu  qualifizieren,  weil  durch den Willen der Genossenschafter eine unentgeltliche Leistung der  Gesellschaft an einen Nichtgesellschafter bewirkt worden sei. Betreffend  die  Anwendung  des  ersuchten Meldeverfahrens  anstatt  Entrichtung  der  Verrechnungssteuer  sei  vorliegend  die  Direktbegünstigungstheorie  zur  Anwendung  zu  bringen.  Die  Rückerstattungsberechtigung  als  Voraussetzung  für  das  Meldeverfahren  habe  deshalb  bei  dem  direkt 

A­567/2011 begünstigten  bzw.  dem  Y._______  Verein  vorzuliegen.  Rückerstattungsberechtigt  sei  aber  nur,  wer  die  mit  der  Verrechnungssteuer  belasteten  Einkünfte  ordnungsgemäss  als  Ertrag  verbucht  habe.  Allerdings  gehe  weder  aus  der  Übersicht  über  die  Vermögenslage  noch  aus  der  Betriebsrechnung  per  25.  Januar  2009  (Handänderung  der  Liegenschaft  vom  10. April  2008)  hervor,  dass  der  Y._______  Verein  Eigentümer  der  Liegenschaft  geworden  sei.  Die  Voraussetzung  der  ordnungsgemässen  Verbuchung  gemäss  Verrechnungssteuerrecht  sei  somit  nicht  gegeben und  dem Gesuch  um  Meldung  statt  Entrichtung  der  Steuerforderung  könne  daher  nicht  stattgegeben werden. N.  Mit Eingabe vom 17. Januar 2011 liess die X._______ Genossenschaft in  Liquidation (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde erheben und  beantragen,  der  Einspracheentscheid  vom  2. Dezember  2010  sei  aufzuheben.  Sollte  der  Hauptantrag  wider  Erwarten  nicht  gutgeheissen  werden  können,  sei  eventualiter  bei  Anwendung  der  Direktbegünstigungstheorie  die  Steuerpflicht  durch  das  Meldeverfahren  anstelle  der  Ablieferung  zu  erfüllen  –  alles  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. O.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  29.  April  2011  schloss  die  ESTV  auf  kostenfällige Abweisung der Beschwerde. P.  Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  – wird  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art.  31  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Als  anfechtbare  Verfügungen gelten auch Einspracheentscheide der ESTV (Art. 5 Abs. 2  VwVG  i.V.m.  Art.  33  Bst.  d  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 

A­567/2011 daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss  dessen  Art.  37  das  Verfahren  nach  dem  VwVG.  Als  Adressatin  des  Einspracheentscheids vom 2. Dezember 2010 ist die Beschwerdeführerin  zur  Erhebung  der  vorliegenden  Beschwerde  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG). 1.2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch des Ermessens  (Art. 49 Bst. a VwVG) – die unrichtige bzw.  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst. b  VwVG)  wie  auch  die  Unangemessenheit  der  vorinstanzlichen  Verfügung  (Art. 49  Bst. c  VwVG)  gerügt  werden.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Entscheid  grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Im Beschwerdeverfahren gilt  der  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  demzufolge  verpflichtet,  auf  den  –  unter  Mitwirkung  der  Verfahrensbeteiligten  –  festgestellten  Sachverhalt  die  richtige Rechtsnorm, d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den  zutreffenden  erachtet,  und  ihm  jene  Auslegung  zu  geben,  von  der  es  überzeugt  ist  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  N 1.54,  unter Verweis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Aus der Rechtsanwendung von  Amtes  wegen  folgt,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  nicht  an  die  rechtliche  Begründung  der  Begehren  gebunden  ist  (Art. 62  Abs. 4  VwVG)  und  eine  Beschwerde  auch  aus  anderen als den geltend gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder  den angefochtenen Entscheid  im Ergebnis mit  einer  von der Vorinstanz  abweichenden Begründung  bestätigen  kann  (vgl.  BVGE 2009/61 E.  6.1  mit Verweis auf BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen). 2.  2.1.  Der  Bund  erhebt  eine  Verrechnungssteuer  u.a.  auf  dem  Ertrag  beweglichen  Kapitalvermögens  (Art.  132  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  [BV,  SR  101]; Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die  Verrechnungssteuer  [VStG,  SR  642.21]).  Die  Verrechnungssteuer  wird  bei inländischen Sachverhalten nicht zum Zweck erhoben, den Bürger mit  ihr  zu  belasten,  sondern  ist  in  erster  Linie  als  steuertechnisches  Mittel  gedacht,  um  die  Hinterziehung  der  Kantons­  und Gemeindesteuern  auf  beweglichem  Kapitalvermögen  und  seinem  Ertrag  durch  die  der 

A­567/2011 schweizerischen  Steuerhoheit  unterworfenen  Steuerpflichtigen  einzudämmen  (Botschaft  des  Bundesrates  vom  18.  Oktober  1963  betreffend  den  Entwurf  zu  einem  Bundesgesetz  über  die  Verrechnungssteuer, BBl 1963 II 953, 955). 2.2.  Die  Verrechnungssteuer  wird  –  ihrem  Charakter  als  Sicherungssteuer  entsprechend  –  an  der Quelle  erhoben.  Dabei  ist  die  ausschüttende  Gesellschaft  nicht  nur  Steuerschuldnerin,  sondern  auch  Steuersubjekt (Art. 10 Abs. 1 VStG; THOMAS JAUSSI,  in: Kommentar zum  Schweizerischen Steuerrecht II/2, Zweifel/Athanas/Bauer­Balmelli [Hrsg.],  Basel 2005 [hiernach: Kommentar VStG], N 1 ff. zu Art. 10). Sicherungs­  und  Fiskalzweck  der  Verrechnungssteuer  aber  verlangen  deren  Überwälzung  auf  den  Empfänger,  wozu  der  Steuerpflichtige  unter  Strafandrohung  (Art. 63 VStG)  öffentlich­rechtlich  verpflichtet  ist  (Art.  14  Abs. 1 VStG, BGE 131 III 546 E. 2.1; MARKUS REICH, Kommentar VStG,  N 9 zu Art. 14). Die Verrechnungssteuer wird dem Empfänger der um die  Steuer  gekürzten  Leistung  regelmässig  und  nach  Massgabe  des  Verrechnungssteuergesetzes zurückerstattet  (Art. 1 Abs. 2 VStG; BVGE  2010/61 E. 2.3; ERNST HÖHN/ROBERT WALDBURGER, Steuerrecht, Band  I,  9.  Aufl.,  Bern  2001,  §  21,  S.  537,  N 39).  Direkten  Fiskalzweck  hat  die  Verrechnungssteuer  hingegen  für  den  im  Ausland  steuerpflichtigen  Empfänger  der  steuerbaren  Erträge  –  soweit  er  nicht  durch  ein  Doppelbesteuerungsabkommen  (DBA)  geschützt  ist  –  und  für  den  inländischen Leistungsempfänger  in all den Fällen,  in denen diesem die  Erfüllung  der  materiellen  Anspruchsvoraussetzungen  für  die  Rückerstattung  aberkannt  wird  (MAJA  BAUER­BALMELLI/MARKUS  REICH,  Kommentar VStG, Vorbemerkungen N 71). 2.3. Was als «Ertrag auf beweglichem Kapitalvermögen» gilt, regelt Art. 4  Abs. 1 VStG. Steuerbar sind u.a. Erträge (Gewinnanteile) der von einem  Inländer  ausgegebenen  Genossenschaftsanteile  (Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  VStG).  Gemäss  Art.  20  Abs.  1  der  Vollziehungsverordnung  vom  19.  Dezember 1966 zum Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer (VStV,  SR 642.21)  in  der  hier massgebenden Fassung  vom 20. Mai  1992  (AS  1992  1200)  ist  steuerbarer  Ertrag  jede  geldwerte  Leistung  der  Genossenschaft an Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte oder an  ihnen  nahestehende  Dritte,  die  sich  nicht  als  Rückzahlung  der  im  Zeitpunkt der Leistung bestehenden Anteile am einbezahlten Grund­ oder  Stammkapital  darstellt  (zur  Gesetzmässigkeit  dieser  Bestimmung:  BGE  115 Ib 279 E. 9a, 118 Ib 320 E. 1a). Dazu gehören die Dividenden, Boni,  Gratisaktien,  Gratis­Partizipationsscheine,  Liquidationsüberschüsse  und 

A­567/2011 dergleichen  (vgl.  Art.  20  VStV).  Zu  den  geldwerten  Leistungen  gehört  nach  ständiger  Rechtsprechung  jede  Art  von  Zuwendungen  an  die  Gesellschafter  oder  diesen  nahestehende  Dritte,  die  ihren  Rechtsgrund  ausschliesslich  im  Beteiligungsverhältnis  haben  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_377/2009  vom  9. September  2009  E.  2.2).  Dabei  kommt  es  weniger  darauf  an,  ob  ein  Dritter  dem  Inhaber  der  Beteiligungsrechte tatsächlich «nahe steht», als vielmehr, ob die Ursache  der  Leistung  der Gesellschaft  an  den Dritten  in  einer  diesem  durch  die  gesellschaftsrechtliche Stellung des Anteilsinhabers vermittelten eigenen  gesellschaftlichen Stellung  liegt  (MARCO DUSS/JULIA VON AH, Kommentar  VStG, N 133 zu Art. 4). Keine Ausnahmen von der Besteuerung bestehen  mit Rücksicht auf besondere Eigenschaften der Kapitalgesellschaft  oder  Genossenschaft,  auf  welche  die  Beteiligungsrechte  lauten,  wie  Gemeinnützigkeit  etc.  (MARCO DUSS/JULIA  VON AH, Kommentar VStG, N  120 zu Art. 4). 2.4.  2.4.1. Der verrechnungssteuerliche Liquidationsbegriff  ist nicht  im engen  zivilrechtlichen Sinn zu verstehen, sondern wirtschaftlich. Nach ständiger  Praxis  ist  die  Verrechnungssteuer  auf  Liquidationsüberschüssen  denn  auch  nicht  nur  geschuldet,  wenn  die  Gesellschaft  förmlich  nach  den  Bestimmungen  des  Obligationenrechts  aufgelöst  wird,  sondern  auch  dann, wenn sie durch Aufgabe ihrer Aktiven faktisch liquidiert wird (Urteil  des Bundesgerichts vom 4. Mai 1999, veröffentlicht  in ASA 68 S. 739 E.  4,  mit  Hinweisen).  Eine  faktische  Liquidation  liegt  vor,  wenn  die  Gesellschaftsaktiven  verwertet  werden  und  der  Erlös  nicht  reinvestiert,  sondern  an  die  Anteilsinhaber  verteilt  wird  (BGE  115  Ib  274  E.  10a).  Dabei  ist  nicht  erforderlich,  dass  der  Gesellschaft  sämtliche  Aktiven  entzogen werden; es  reicht, wenn die Gesellschaft  ihrer wirtschaftlichen  Substanz entleert wird (Urteil des Bundesgerichts 2C_868/2010 vom 19.  April 2011 E. 4.1, Entscheid der SRK vom 17. April 2001, veröffentlicht in  VPB 65.113 E. 2b/aa; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­1898/2009  vom 26. August  2010 E. 5.1). Nach der –  freilich nicht  unumstrittenen –  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  ist  zur  Annahme  einer  faktischen  Liquidation auch nicht notwendig, das ein Auflösungsbeschluss oder der  Wille der Organe zur zivilrechtlichen Liquidation der Gesellschaft vorliegt  (BGE  115  Ib  274  E. 10;  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1898/2009 vom 26. August 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). 2.4.2.  Als  Beginn  der  faktischen  Liquidation  ist  nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  der  Zeitpunkt  anzunehmen,  in  dem 

A­567/2011 die Würdigung der gesamten Umstände eine Vermögensdisposition nicht  mehr  als  geschäftliche  Transaktion,  sondern  als  Aushöhlung  der  Gesellschaft  bezeichnet  werden  muss  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_502/2008  vom  18. Dezember  2008  E.  4.5,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1898/2009  vom  26.  August  2010  E.  5.2;  Entscheid SRK vom 17. April 2001, a.a.O., E. 2c [«il y a liquidation de fait  quand  un  acte  de  disposition  ne  constitue  pas  une  transaction  commerciale  ordinaire,  mais  vide  la  société»]).  Zur  Berechnung  des  mutmasslichen  Liquidationsergebnisses  wird  auf  die  letzte,  vor  Beginn  der Liquidationshandlungen eingereichte Bilanz abgestellt (vgl. Urteil des  Bundesgerichts  2C_502/2008  vom  18. Dezember  2008  E.  4.2).  Es  handelt  sich  dabei  nämlich  um  die  letzte  Bilanz,  die  noch  nicht  durch  Liquidationshandlungen  verfärbt  worden  ist  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2725/2008  vom  17.  September  2009  E:  4.2, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 2C_695/2009 vom 3. Februar  2010 E. 2.1). 2.4.3.  Die  Verrechnungssteuerforderung  entsteht  unmittelbar  von  Gesetzes  wegen;  sie  ist  eine  so  genannte  obligatio  ex  lege  (Entscheid  der  SRK  vom  3.  Oktober  2003,  veröffentlicht  in  VPB  68.59  E.  2b).  Bei  Kapitalerträgen  ist  dies  in  dem  Zeitpunkt  der  Fall,  in  welchem  die  steuerbare Leistung fällig wird (Art. 12 Abs. 1 VStG, 1. Satz). Wird – wie  bei  faktischen Liquidationen –  keine Fälligkeit  bestimmt,  so  entsteht  die  Verrechnungssteuerforderung  mit  der  Ausrichtung  des  (eigentlich)  der  Verrechnungssteuer  unterliegenden  Betrags  (vgl.  MICHAEL  BEUSCH,  Kommentar  VStG,  N  28  zu  Art.  12).  Für  die  Bestimmung  des  Liquidationserlöses  sind  die  den  Anteilsinhabenden  abgetretenen  Vermögenswerte zum Verkehrswert einzusetzen; von diesem Betrag sind  die  Schulden  der  Aktiengesellschaft  und  das  einbezahlte  Aktienkapital  abzuziehen (Entscheid der SRK vom 17. April 2001, veröffentlicht in VPB  65.113  E.  2b/bb,  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1506/2006 vom 3. Juni 2008 E. 4.3). 3.  Für die Genossenschaft als eine Körperschaft des Schweizer Rechts sind  die  Art.  828  ff.  des Bundesgesetzes  vom  30. März  1911  betreffend  die  Ergänzung  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  [Fünfter  Teil:  Obligationenrecht]  (OR,  SR  220)  zu  beachten.  Gemäss  Art.  833  Ziff.  8  OR bedürfen Bestimmungen über die Berechnung und die Verwendung  des  Reinertrages  und  des  Liquidationsüberschusses  zu  ihrer  Verbindlichkeit  der  Aufnahme  in  die  Statuten.  Enthalten  diese  keine 

A­567/2011 entsprechenden Bestimmungen, fällt ein Reinertrag aus dem Betriebe der  Genossenschaft  in  seinem  ganzen  Umfange  in  das  Genossenschaftsvermögen  (Art.  859  Abs.  1  OR).  Die  Verteilung  des  Vermögens  in Folge Auflösung  (Liquidation)  der Genossenschaft  erfolgt  gemäss  den  Bestimmungen  in  Art.  913  OR.  Soweit  die  Statuten  keine  Vorschrift  über  die  Verteilung  unter  die  Genossenschafter  enthalten,  muss der Liquidationsüberschuss zu genossenschaftlichen Zwecken oder  zur  Forderung  [recte:  Förderung]  gemeinnütziger  Bestrebungen  verwendet werden (Art. 913 Abs. 4 OR).

A­567/2011 4.  Im  Folgenden  ist  zu  beurteilen,  ob  es  sich  bei  der  von  der  Beschwerdeführerin  vorgenommenen  Schenkung  (unentgeltliche  Übertragung  der  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein)  um  eine  geldwerte  Leistung  an  nahe  stehende  Dritte  in  der  Form  eines  Liquidationsüberschusses im Sinne von Art. 20 Abs. 1 VStV handelt, die  im gegebenen Fall der Verrechnungssteuer unterliegen würde. 4.1.  Im Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2010 gelangte die ESTV  zum  Schluss,  es  handle  sich  bei  der  Schenkung  der  Liegenschaft  im  Rahmen  einer  faktischen  Liquidation  um  eine  geldwerte  Leistung  (Liquidationsüberschuss)  an  nahe  stehende  Dritte.  Sie  begründete  dies  wie  folgt:  Mit  der  Verschenkung  der  Liegenschaft  sei  das  wichtigste  Aktivum der Beschwerdeführerin ausgeschieden worden, da diese ohne  die Liegenschaft  ihren Gesellschaftszweck («Gründung, Bau und Betrieb  [eines  Heims]  […]»)  gar  nicht  mehr  habe  erfüllen  können.  Die  Beschwerdeführerin  habe  damit  ihre  wirtschaftliche  Substanz  verloren  und  die  Aushöhlung  der  Gesellschaft  begonnen,  weshalb  die  faktische  Liquidation  mit  der  Handänderung  der  Liegenschaft  per  10.  April  2008  ihren  Anfang  genommen  habe.  Ab  diesem  Zeitpunkt  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  das  Handeln  der  Beschwerdeführerin  nur  noch auf das Auslöschen der Genossenschaft ausgerichtet gewesen sei.  Die  Schenkung  der  Liegenschaft  stelle  somit  eine  Auszahlung  eines  Liquidationsüberschusses  dar,  welche  dem  Y._______  Verein  erbracht  worden  sei.  Zu  prüfen  sei  deshalb,  ob  der  Y._______  Verein  ein  der  Beschwerdeführerin  nahe  stehender  Dritter  sei.  Dabei  würde  es  darauf  ankommen,  ob  die  Liegenschaft  dem  Y._______  Verein  verschenkt  worden sei, weil es die Genossenschafter so gewollt hätten. Dies sei zu  bejahen.  Gemäss  Protokoll  der  Sitzung  vom  7. Januar  2008  des  Y._______  Vereins  (Traktandum  4)  habe  der  damalige  Präsident  der  Verwaltung  der  Beschwerdeführerin  der  Kassiererin  des  Y._______  Vereins  das  Angebot  gemacht,  die  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein zu verschenken. In der Verwaltung der Genossenschaft müsse die  Mehrheit  aus  Mitgliedern  der  Genossenschaft  bestehen.  Da  die  Verwaltung  die  Genossenschaft  nach  aussen  vertrete  und  somit  ihre  Geschäfte  leite und mehrheitlich aus Genossenschafter bestehe, sei der  Y._______  Verein,  durch  den  Willen  der  Genossenschafter,  zu  einem  diesen  nahe  stehenden  Dritten  geworden.  Ausserdem  sei  dem  Y._______  Verein  durch  die  Schenkung  eine  unentgeltliche  Leistung  zugekommen,  welche  im  normalen Geschäftsverkehr  keiner  Drittperson  erbracht worden wäre. Damit würde die Schenkung der Liegenschaft an 

A­567/2011 den  Y._______  Verein  eine  steuerbare  geldwerte  Leistung  an  nahe  stehende Dritte im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG i.V.m. Art. 20 Abs.  1 VStV darstellen. 4.2.  Die  Beschwerdeführerin  macht  demgegenüber  geltend,  dass  im  vorliegenden  Fall  keine  geldwerte  Leistung  vorliegen  könne.  Gemäss  Art. 20  Abs.  1  VStV  setze  eine  solche  voraus,  dass  die  Leistungsempfänger  Inhaber  von  Beteiligungsrechten  oder  diesen  nahe  stehende  Dritte  seien.  Eine  geldwerte  Leistung  an  die  Inhaber  der  Beteiligungsrechte  (vorliegend  die  Genossenschafter)  bzw.  an  diesen  nahestehende Dritte (vorliegend der Y._______ Verein) würde keinesfalls  vorliegen,  da  die  Schenkung  in  keiner  Weise  auf  eine  freie  Willensentscheidung  der Genossenschafter  zurückzuführen  sei.  Die  der  Genossenschaft  gewährte  Steuerbefreiung  auf  Ebene  der  direkten  Bundessteuer  sowie  der  Kantons­  und  Gemeindesteuern  würde  eine  Unwiderruflichkeit  der  Zweckbindung  voraussetzen  und  es  der  Beschwerdeführerin gerade verbieten, eine Schenkung nach dem Willen  der (geschäftsführenden) Genossenschafter vorzunehmen. In Art. 56 Bst.  g  des  Bundesgesetzes  vom  14. Dezember  1990  über  die  direkte  Bundessteuer  (DBG,  SR  642.11)  und  §  14  Abs.  1  Bst.  c  des  Steuergesetzes des Kantons Aargau vom 15. Dezember 1998 (StG AG,  SAR  651.100)  sei  festgehalten,  juristische  Personen  seien  nur  für  den  Gewinn  (sowie  kantonal  für  das  Kapital)  von  der  Steuerpflicht  befreit,  der/das  ausschliesslich  und  unwiderruflich  dem  gemeinnützigen  Zweck  gewidmet  worden  sei.  Auf  der  Liste  A  des  Steueramtes  des  Kantons  Aargau  für  abzugsfähige  Zuwendungen  an  Institutionen  mit  gemeinnützigen  oder  öffentlichen  Zwecken  würde  die  Beschwerdeführerin auf Seite […] aufgeführt (vgl. Beilage 3). Vor diesem  Hintergrund  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  Steuerbefreiung  grundsätzlich  keine  andere  Möglichkeit  gehabt  habe,  als  ihre  Vermögenswerte  an  eine  andere  steuerbefreite  Institution  zu  verschenken,  um  ihre  gemeinnützige  Tätigkeit  einmal  einstellen  zu  können.  Die  Beschwerdeführerin  habe  sich  mit  ihrem  Vorgehen exakt an die Vorgaben der gewährten Steuerbefreiung bei der  direkten  Bundessteuer  sowie  den  Kantons­  und  Gemeindesteuern  gehalten.  Aufgrund  des  Fehlens  der  subjektiven  Voraussetzung  (nach  dem Willen der Genossenschafter)  könne notwendigerweise auch keine  geldwerte Leistung an einen nahe stehenden Dritten erfolgt sein. Selbst  wenn  also  davon  auszugehen  wäre,  dass  die  Schenkung  eine  faktische  Liquidationshandlung  darstellte,  würde  das  nichts  an  der 

A­567/2011 Tatsache  ändern,  dass  der  Y._______  Verein  keine  der  Beschwerdeführerin  nahe  stehende  Person  sei  und  damit  auch  keine  geldwerte  Leistung  an  diese  habe  erfolgen  können.  In  diesem  Zusammenhang  sei  zu  ergänzen,  dass  auch  die  Vorinstanz  in  ihrem  Einspracheentscheid  bestätigt  habe,  dass  zwischen  den  Genossenschaftern  und  den  Mitgliedern  des  Y._______  Vereins  weder  freundschaftliche noch familiäre oder gar mitgliedschaftliche Beziehungen  bestünden. 4.3.  4.3.1.  Gemäss  dem  Protokoll  über  die  Generalversammlung  der  Beschwerdeführerin  vom  1.  Juli  2008  wurde  in  Ziff.  1  desselben  festgehalten  sowie  beschlossen,  es  sei  die  1944  gegründete  Beschwerdeführerin  gemäss  einstimmigem  Beschluss  der  Generalversammlung  zu  liquidieren,  nachdem  das  wichtigste  Aktivum  (die  Liegenschaft  an  der  [Strasse])  an  den  gemeinnützigen  Y._______  Verein A._______ verschenkt worden sei (Beilage 19 aus den Akten der  Vorinstanz).  Die  Schenkungsurkunde  für  die  Liegenschaft  wurde  zuvor  am  13. März  2008  vom  Präsidenten  bzw.  Geschäftsführer  der  Beschwerdeführerin  unterzeichnet  und  die  Handänderung  am  10.  April  2008  im Grundbuch  eingetragen. Wie  in  E. 2.4.1  festgehalten,  ist  nach  ständiger  Praxis  für  das  Vorliegen  einer  faktischen  Liquidation  ausreichend,  wenn  die  Gesellschaft  ihrer  wirtschaftlichen  Substanz  entleert  wird.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  ist  zur  Annahme  einer  faktischen  Liquidation  auch  das  Vorliegen  eines  Auflösungsbeschlusses  oder  der  Wille  der  Organe  zur  zivilrechtlichen  Liquidation  nicht  notwendig  (vgl.  E.  2.4.1  mit  weiteren  Hinweisen).  Als  Beginn der  faktischen Liquidation  ist der Zeitpunkt anzunehmen,  in dem  in Würdigung der gesamten Umstände eine Vermögensdisposition nicht  mehr  als  geschäftliche  Transaktion,  sondern  als  Aushöhlung  der  Gesellschaft  bezeichnet  werden  muss  (vgl.  E.  2.4.2).  Der  auf  dem  Formular  «Verrechnungssteuer  auf  geldwerten Leistungen  (Form. 105)»  vom  28. Oktober 2009  deklarierte  Verkehrswert  der  an  den  Y._______  Verein  verschenkten  Liegenschaft  beträgt  Fr.  466'750.­­.  Wie  den  Bilanzen  der  Beschwerdeführerin  per  31.  Dezember  2007  und  31.  Dezember  2008  entnommen  werden  kann,  hatte  diese  neben  der  fraglichen  Liegenschaft  nur  geringe  anderweitige  Aktiven  in  Form  von  einem  Sparkonto,  Obligationen  sowie  Kassenobligationen  im  Wert  von  rund  Fr. 31'100.­­.  Bei  der  Liegenschaft  mit  einem  Verkehrswert  von  Fr. 446'750,  die  zudem  für  den  Betrieb  [eines  Heims]  unerlässlich  war,  handelt es sich somit – wie im Protokoll der Generalversammlung vom 1. 

A­567/2011 Juli  2008  ebenso  festgehalten  –  um  das  wichtigste  Aktivum  der  Beschwerdeführerin.  Ohne  dieses  konnte  Letztere  ihren  Zweck,  den  Betrieb  [eines Heims],  gar  nicht mehr  erfüllen.  Es  ist  dementsprechend  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  der  Übertragung  der  Liegenschaft  an  den  gemeinnützigen  Y._______  Verein  ihrer  wirtschaftliche  Substanz  entleert  wurde  und  damit  der  Beginn  der  faktischen Liquidation einherging. Die  Beschwerdeführerin  bestreitet  das  Vorliegen  einer  faktischen  Liquidation zu Recht nicht ausdrücklich, sondern macht lediglich geltend,  dass  selbst  wenn  von  einer  solchen  ausgegangen werden müsse,  dies  nichts an der Tatsache ändern würde, dass der Y._______ Verein keine  der  Beschwerdeführerin  nahe  stehende  Person  sei  und  deshalb  keine  geldwerte Leistung an eine selbige erfolgen könne. 4.3.2. Gegenstand der Verrechnungssteuer auf dem Ertrag beweglichen  Kapitalvermögens sind u.a. die Gewinnanteile und sonstigen Erträge der  Genossenschaftsanteile (vgl. Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG). Steuerobjekt  ist  hierbei  der Ertrag  auf  dem beweglichen Kapitalvermögen.  Im Fall  eines  Gesellschaftsverhältnisses  unterliegt  dabei  der  erzielte Gewinnanteil  auf  dem  Beteiligungsrecht  bzw.  vorliegend  der  Gewinnanteil  auf  den  Genossenschaftsanteilen der Verrechnungssteuer. Gemäss Art. 20 Abs.  1  VStV  hat  dabei  jede  geldwerte  Leistung  der  Genossenschaft  an  die  Inhaber  gesellschaftsrechtlicher  Beteiligungsrechte  oder  diesen  nahestehende Dritte als  steuerbaren Ertrag  zu gelten,  die  sich nicht  als  Rückzahlung  der  im  Zeitpunkt  der  Leistung  bestehenden  Anteile  am  einbezahlten Grund­ oder Stammkapital darstellt (vgl. E. 2.3). Die Qualität  einer geldwerten Leistung als Beteiligungsertrag kann jedoch nicht davon  abhängen,  ob  der  Gesellschafter  oder  ein  Nichtgesellschafter  der  unmittelbare Empfänger  ist, sondern massgebend  ist allein, ob sie  ihren  Grund  im  gesellschaftlichen  Beteiligungsrecht  hat,  bzw.  ob  sie  sich  rechtlich und wirtschaftlich als Ertrag dieses Rechts darstellt (W. ROBERT  PFUND,  Die  eidgenössische  Verrechnungssteuer,  Band  5,  I.  Teil,  Basel  1971, N 3.25 zu Art. 4, Abs. 1 Bst. b). Der Begriff des «nahestehenden  Dritten»  soll  dabei  die  Leistungen  bzw.  die  Erträge  als  Steuerobjekt  erfassen,  die  dem  Gesellschafter  aufgrund  seines  Beteiligungsverhältnisses zufliessen würden, die er aber aufgrund seiner  gesellschaftsrechtlichen  Stellung  einem  Nichtgesellschafter  als  eine  unentgeltliche  Leistung  zukommen  lässt.  Damit  kommt  es  allein  darauf  an, ob dem Nichtgesellschafter die Leistung zufliesst, weil es der Inhaber  des  Beteiligungsrechtes  so  will  (vgl.  oben  E. 2.3,  W.  ROBERT  PFUND, 

A­567/2011 a.a.O. N 3.25 zu Art. 4, Abs. 1 Bst. b sowie auch MARCO DUSS/JULIA VON  AH, a.a.O. N 134 zu Art. 4). 4.3.3.  Im  Bestreben,  [ein  Heim]  zu  gründen  und  diesem  ein  «zweckdienliches  Heim»  zu  bieten,  hat  die  Beschwerdeführerin  unter  dem  Patronat  des  Y._______  Vereins  gemäss  Art.  2  der  Statuten  der  Beschwerdeführerin vom 2. Mai 1944 die fragliche Liegenschaft erworben  und  dem  Y._______  Verein  zum  Betrieb  [eines  Heims]  zur  Verfügung  gestellt.  Es  wird  ausdrücklich  in  den  Statuten  festgehalten,  dass  die  Erzielung  eines  materiellen  Gewinns  nicht  beabsichtigt  sei.  Die  finanziellen  Mittel  der  Beschwerdeführerin  setzten  sich  nach  Art.  3  der  Statuten zusammen aus dem Genossenschaftskapital (Einzahlungen der  Genossenschafter auf den Anteilsscheinen) sowie allfälligen (freiwilligen)  Zuwendungen  von  Dritten.  Die  Statuten  der  Beschwerdeführerin  enthalten  keine  Bestimmungen  über  die  Berechnung  und  die  Verwendung  des  Reinertrages  oder  des  Liquidationsüberschusses,  welche  der  gesetzlichen  Regelung  von  Art.  913  Abs.  4  OR  vorgehen  würden  (vgl.  dazu  E.  4).  Damit  ist  der  Liquidationsüberschuss  der  Beschwerdeführerin  zu  genossenschaftlichen  Zwecken  oder  zur  Förderung  gemeinnütziger  Bestrebungen  zu  verwenden  (vgl.  Art.  913  Abs.  4  OR).  Als  Institution  mit  gemeinnützigem  Zweck  ist  die  Beschwerdeführerin  auf  der  Liste  A  (abzugsfähige  Zuwendungen)  des  Steueramtes  des  Kantons  Aargau  auf  Seite  […]  aufgeführt.  Steuerlich  abzugsfähig  sind  Zuwendungen  an  juristische  Personen,  die  wegen  Verfolgung  ausschliesslich  gemeinnütziger  Zwecke  steuerbefreit  sind  (vgl.  Kreisschreiben  Nr.  12  der  ESTV  vom  8.  Juli  1994  Ziff.  IV).  Die  Steuerbefreiung nach Art. 56 Bst. g DBG und § 14 Abs. 1 Bst. c StG AG  setzt  eine  Unwiderruflichkeit  der  Zweckbindung  voraus,  d.h.  die  gewidmeten Mittel müssen  unwiderruflich  und  für  immer  steuerbefreiten  Zwecken  verhaftet  sein,  was  im  Gründungsstatut  durch  eine  unabänderliche Bestimmung festzuhalten ist. Ein Rückfall an den oder die  Stifter  bzw. Gründer  soll  für  immer  ausgeschlossen  sein. Bei Auflösung  der betreffenden  juristischen Person hat das Vermögen deshalb an eine  andere steuerbefreite Körperschaft mit ähnlicher Zwecksetzung zu fallen  (vgl. Kreisschreiben Nr.  12 der ESTV vom 8.  Juli  1994 Ziff.  II/2 Bst.  c).  Die Beschwerdeführerin ist gemäss den Bestimmungen von Art. 56 Bst. g  DBG  und  §  14  Abs.  1  Bst. c  StG  AG  sowohl  auf  Stufe  der  direkten  Bundessteuer  wie  auch  der  Kantons­  und  Gemeindesteuern  von  der  Steuerpflicht  befreit,  d.h.  sie  erfüllt  dementsprechend  alle  gesetzlichen  Voraussetzungen, die für eine Steuerbefreiung verlangt werden. Mitunter  sehen  ihre  Statuten  in  Verbindung  mit  der  gesetzlichen  Regelung  vor, 

A­567/2011 dass  der  Liquidationsüberschuss  nur  an  eine  ebenso  gemeinnützige  Institution  fliessen kann (Art. 833 Abs. 8 OR  i.V.m. Art. 913 Abs. 4 OR).  Angesichts der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen im Hinblick auf  eine Auflösung, war die Beschwerdeführerin und waren damit auch  ihre  Genossenschafter  lediglich  frei,  darüber  zu  entscheiden,  ob  liquidiert  werden und welcher ebenso gemeinnützigen  Institution die Liegenschaft  unentgeltlich  überlassen werden  soll. Unter  jedem Titel  ausgeschlossen  war  dagegen  ein  Rückfall  der  Mittel  bzw.  der  Aktiven  an  die  Genossenschafter,  was  auch  für  ein  allfälliges  Entgelt  für  die  Liegenschaft gegolten hätte. Der  Vorgang  der  fraglichen  Schenkung  (unentgeltliche  Leistung)  der  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein  kann  nach  den  gemachten  Ausführungen  zur  gesetzlichen  Verhaftung  der  Mittel  der  Beschwerdeführerin an gemeinnützige Zwecke nicht – wie von der ESTV  angeführt  –  auf  den  (freien)  Willen  der  Genossenschafter  im  verrechnungssteuerlich  massgebenden  Sinn  zurückgeführt  werden  (vgl.  E.  4.3.2).  Die  Genossenschafter  bzw.  der  Präsident  sowie  Geschäftsführer der Beschwerdeführerin hat sich bei dem Entscheid, die  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein  unentgeltlich  zu  übertragen,  im  Rahmen  der  zwingenden  obligationenrechtlichen  Vorgaben  bewegt.  Damit kann vorliegend auch die Qualität der geldwerten Leistung im Sinn  von Art. 20 Abs. 1 VStV  i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG nicht gegeben  sein,  da  aufgrund  der  unwiderruflichen  Zweckwidmung  der  Mittel,  die  unentgeltliche  Übertragung  der  Liegenschaft  weder  als  rechtlicher  noch  wirtschaftlicher  Ertrag  des  Beteiligungsrechtes  angesehen werden  kann  (vgl.  E.  4.3.2).  Der  Beschwerdeführerin  ist  es  bei  Beachtung  der  obligationenrechtlichen Vorgaben  gar  nicht möglich,  einen Gewinn  bzw.  einen Ertrag zu erzielen, der an die Inhaber der Genossenschaftsanteile  zurückfliessen  und  damit  gemäss  dem  Willen  der  Genossenschafter  einem  diesen  nahestehenden  Dritten  zukommen  könnte.  In  Würdigung  dieser gesamten Umstände ist der Y._______ Verein damit in Bezug auf  die  an  ihn  unentgeltlich  übertragene  Liegenschaft  aus  verrechnungssteuerlicher  Sicht  nicht  als  nahestehender  Dritter  zu  qualifizieren. 5.  5.1. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die unentgeltliche Übertragung der  Liegenschaft der Beschwerdeführerin an den Y._______ Verein zwar mit  Bezug  auf  die  Beschwerdeführerin  als  eine  faktische  Liquidationshandlung zu werten  ist, dabei aber keine geldwerte Leistung 

A­567/2011 der Genossenschafter an einen nahestehenden Dritten  im Sinn von Art.  20  Abs.  1  VStV  vorliegt.  Der  Y._______  Verein  ist  aus  verrechnungssteuerlicher Sicht nicht als ein den Genossenschaftern der  Beschwerdeführerin nahe stehender Dritter zu qualifizieren (vgl. E. 4.3.3).  Damit  ist  auch  kein  steuerbarer  Ertrag  von  Genossenschaftsanteilen  gemäss  Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  VStG  vorhanden  und  die  Schenkung  der  Liegenschaft  an  den  gemeinnützigen  Y._______  Verein  unterliegt  nicht  der Verrechnungssteuer. 5.2.  Die  Liquidation  der  Beschwerdeführerin  wurde  gemäss  Handelsregisterauszug  am  9.  September  2008  beendet  (vgl.  oben  E).  Gemäss  Art.  11  Abs.  1  VStV  darf  eine  Genossenschaft  im  Handelsregister  erst  dann  gelöscht  werden,  wenn  die  ESTV  dem  kantonalen  Handelsregisteramt  angezeigt  hat,  dass  die  geschuldeten  Verrechnungssteuern bezahlt sind. Basierend auf der Feststellung, dass  die  Schenkung  der  Liegenschaft  an  den  Y._______  Verein  nicht  der  Verrechnungssteuer unterliegt und auch anderweitig aus den Akten keine  unbezahlten Verrechnungssteuern der Beschwerdeführerin hervorgehen,  steht  einer  Löschung  der  Beschwerdeführerin  im  Handelsregister  aus  verrechnungssteuerlicher  Sicht  nichts  entgegen.  Verwiesen  wird  dabei  insbesondere  auf  das  Schreiben  der  ESTV  vom  7.  Oktober  2009,  mit  welchem  diese  nach  Empfang  der  Liquidationsunterlagen  der  Beschwerdeführerin bestätigt hat, dass der neben dem Verkehrswert der  Liegenschaft  deklarierte  Betrag  von  Fr.  31'266.09  (Wert  entspricht  den  restlichen Aktiven der Beschwerdeführerin) nicht der Verrechnungssteuer  unterliege,  da  dieser  dem  Anteilscheinkapital  von  Fr. 33'700.­­  in  den  Passiven als Gegenwert entsprechen würde (vgl. dazu oben G). 6.  6.1.  Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen  und  der  Einspracheentscheid der ESTV vom 2. Dezember 2010 aufzuheben. Die  im  Einspracheentscheid  festgesetzte  Verrechnungssteuer  von  Fr.  162'448.65  ist  nicht  geschuldet,  womit  auch  kein  entsprechender  Verzugszins  anfällt.  Unter  diesen  Umständen  erübrigt  es  sich,  auf  die  unter  dem  Titel  Eventualantrag  gemachten  weiteren  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin einzugehen. 6.2.  Ausgangsgemäss  ist  auf  die  Auferlegung  von  Gerichtskosten  zu  verzichten  (Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG),  und  der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  10'000.­­  wird 

A­567/2011 dieser  zurückerstattet.  Der  Beschwerdeführerin  ist  eine  angemessene  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  bezieht  dabei  –  sofern  vorhanden  –  die  Kostennote,  sowie  die  Akten  ein  und  fällt  den  Entscheid  in  der  Regel  ohne  eingehende  Begründung.  Unter  Würdigung  der  eingereichten  Rechtsschriften  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  im  vorliegenden  Verfahren  zur  Auffassung,  Kosten  von  pauschal  Fr.  10'000.­­  seien  als  notwendig für die Vertretung zu qualifizieren. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  vom  2. Dezember  2010  wird  aufgehoben. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  10'000.­­  wird  der  Beschwerdeführerin  nach  Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.  3.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  wird  verpflichtet,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  10'000.­­  zu  bezahlen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

A­567/2011 Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Beusch Susanne Raas

A­567/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-567/2011 — Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 A-567/2011 — Swissrulings