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Bundesverwaltungsgericht 12.01.2012 A-5050/2011

12. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,586 Wörter·~18 min·3

Zusammenfassung

Personensicherheitsprüfungen | Personensicherheitsprüfung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­5050/2011 Urteil   v om   1 2 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), Richter Christoph Bandli, Richter Alain Chablais,    Gerichtsschreiber Andreas Meier. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Till Gontersweiler, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführer,  gegen Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen im Bereich  Informations­ und Objektsicherheit (IOS), Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Personensicherheitsprüfung.

A­5050/2011 Sachverhalt: A.  Anlässlich  seiner  Rekrutierung  wurde  A._______  als  (Funktion)  den  (Truppengattung)  zugeteilt.  Das Kommando  des Rekrutierungszentrums  (…)  beantragte  der  Fachstelle  für  Personensicherheitsprüfungen  im  Bereich Informations­ und Objektsicherheit (Fachstelle IOS; nachfolgend:  Fachstelle)  darauf  über  den  Führungsstab  der  Armee  (FGG  1)  eine  Personensicherheitsprüfung  (Grundsicherheitsprüfung)  von  A._______,  weil er als (Funktion) bei den (Truppengattung) Zugang zu als vertraulich  klassifizierten Informationen und zu militärischen Anlagen der Schutzzone  2 hat. A._______ hatte der Durchführung der Sicherheitsprüfung und der  dafür benötigten Datenerhebung durch die Fachstelle auf dem Formular  "Personensicherheitsprüfung  für Angehörige der Armee" am 17. Februar  2010 zugestimmt. B.  Am  17. Dezember  2010  und  am  20. Mai  2011  verlängerte  A._______  jeweils  auf  dem  Formular  "Fristverlängerung  zur  Datenerhebung"  seine  Zustimmung zur Datenerhebung. C.  Die Fachstelle erhielt im Verlaufe des Verfahrens Kenntnis von mehreren  strafrechtlich relevanten Vorfällen: Am  3. September  2002  erteilte  die  Jugendanwaltschaft  (…)  A._______  wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall einen Verweis. A._______ sei  am 31. Mai 2002 Fahrrad gefahren, als plötzlich und völlig unverhofft ein  fünfjähriges  Kind  auf  die  Strasse  getreten  sei.  A._______  sei  ausgewichen, habe das Kind aber noch mit dem Ellenbogen gestreift, so  dass der Knabe zu Fall gekommen sei und sich leicht verletzt habe. Statt  anzuhalten und sich um den Knaben zu kümmern, sei A._______ einfach  weitergefahren. Am  12. November  2007  sprach  die  Jugendanwaltschaft  (…)  wegen  mehrfacher  Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes  ebenfalls  einen  Verweis  aus.  Bei  A._______  seien  am  12. September  2007  anlässlich  einer  Personenkontrolle  1,4 Gramm  Marihuana  sowie  ein  Joint  sichergestellt  worden.  Gegenüber  der  Polizei  habe  er  angegeben,  seit  Januar 2006 wöchentlich 0,2 Gramm Marihuana zu konsumieren.

A­5050/2011 Sodann  verpflichtete  die  Jugendanwaltschaft  (…)  A._______  mit  Entscheid  vom  20. Mai  2010  zu  einer  persönlichen  Leistung  von  zehn  Tagen.  Er  hatte  im  Zeitraum  von Dezember  2007  bis  Februar  2008  an  sieben verschiedenen Orten Sprayereien angebracht, wobei er jeweils in  Begleitung seines älteren Stiefbruders unterwegs gewesen war. Der von  beiden verursachte Sachschaden belief sich gemäss Entscheid auf über  Fr. 10'000.­.  Unter  anderem  brachte  A._______  auf  einer  Sitzbank  ein  Hakenkreuz  und  ein  eisernes  Kreuz  an.  Er  wurde  der  mehrfachen  Sachbeschädigung,  der  Rassendiskriminierung  und  des  Hausfriedensbruchs für schuldig befunden. Bereits  am  9. Oktober  2009  bestrafte  die  Staatsanwaltschaft  (…)  den  Beschwerdeführer  per  Strafbefehl  wegen  vorsätzlichen  Fahrens  in  fahrunfähigem  Zustand,  Hinderung  einer  Amtshandlung,  mehrfacher  Verletzung  der  Verkehrsregeln  und  mehrfacher  Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes  mit  einer  Geldstrafe  von  35  Tagessätzen  zu  Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 400.–, wobei der Vollzug der Geldstrafe  unter Ansetzung einer Probezeit  von  zwei  Jahren aufgeschoben wurde.  Dies, weil A._______, welcher unter Cannabiseinfluss stand, am 31. Mai  2009  kurz  nach  Mitternacht  mit  seinem  Wagen  davon  fuhr,  als  ein  Polizeifahrzeug  neben  ihm  angehalten  hatte.  Dabei  folgte  ihm  das  Polizeifahrzeug  mit  eingeschaltetem  Blaulicht  und  Sirene.  A._______  beging  auf  seiner  ca.  1 km  langen  Fluchtfahrt  verschiedene  einfache  Verkehrsregelverletzungen  (Überschreiten  der  signalisierten  Höchstgeschwindigkeit,  Unterlassen  der  Richtungsanzeige,  Nichtangurten). Zuletzt liess er den Wagen stehen und flüchtete zu Fuss.  Dem  Strafbefehl  ist  weiter  zu  entnehmen,  dass  A._______  seit  Jahren  praktisch täglich Cannabis konsumiert habe, letztmals am 30. Mai 2009. D.  Am  5. Juli  2011  befragte  die  Fachstelle  A._______  persönlich.  Im  Anschluss  an  die  Befragung  wurde  ihm  mitgeteilt,  dass  die  Fachstelle  erwäge,  eine  Risikoverfügung  mit  Auflagen  oder  eine  negative  Risikoverfügung zu erlassen. Die Fachstelle gab A._______ Gelegenheit,  dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Dieser reichte darauf Unterlangen zu  Urintests  nach, welche  im Zeitraum  von Februar  2010  bis August  2010  durchgeführt  worden  waren.  Die  Proben  wurden  auf  Cannabinoide  getestet, die Resultate waren in allen Fällen negativ. E.  Am  22. Juli  2011  erliess  die  Fachstelle  eine  negative  Risikoverfügung. 

A­5050/2011 Sie  hielt  im  Dispositiv  fest,  A._______  werde  als  Sicherheitsrisiko  erachtet  (Ziff. 1).  Es  dürfe  ihm  kein  Zugang  zu  VERTRAULICH  klassifizierten Informationen oder militärischen Anlagen der Schutzzone 2  gewährt werden (Ziff. 2). Seine Weiterverwendung als (Funktion) sei nicht  zu  empfehlen;  die militärische Einteilung,  Funktion  oder  der Ausschluss  aus der Armee sei durch den Führungsstab der Armee neu zu beurteilen  (Ziff. 3). Es werde empfohlen, A._______ die Armeewaffe  zu entziehen,  und  es  solle  ebenfalls  gewährleistet  werden,  dass  ihm  bei  einem  allfälligen  Verbleib  in  der  Armee  jeglicher  Zugang  zu  Armeewaffen,  Munition  und  Explosivstoffen  verwehrt  werde  (Ziff. 4).  Sowohl  von  militärischen  Weiterbildungen  und  Beförderungen  wie  auch  Friedensförderungseinsätzen im Ausland sei abzusehen (Ziff. 5). F.  Gegen  diese  Verfügung  erhebt  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  am  13. September  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht und stellt folgende Anträge: "Es  sei  die  negative  Risikoverfügung  vom  22.07.2011  (Reg­Nr.  …)  aufzuheben  und  festzustellen,  dass  in  der  Person  des  Beschwerdeführers  kein Sicherheitsrisiko besteht (positive Risikoverfügung)". Der  Beschwerdeführer  rügt,  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  sei  unrichtig und unvollständig  festgestellt worden, die Risikobeurteilung sei  materiell falsch, und die negative Risikoverfügung sei unverhältnismässig  und unangemessen. G.  Die  Fachstelle  (nachfolgend:  Vorinstanz)  beantragt  in  ihrer  Vernehmlassung vom 25. Oktober 2011 die Abweisung der Beschwerde.  In  seinen  Schlussbemerkungen  vom  8. November  2011  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Anträgen  fest.  Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  im  Einzelnen  und  die  sich  bei  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird,  sofern  relevant,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen.

A­5050/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021),  sofern  sie  von  Behörden  erlassen  wurden,  die  gemäss  Art. 33 VGG als Vorinstanzen gelten, und überdies keine Ausnahme nach  Art. 32 VGG vorliegt. Die Fachstelle IOS ist eine Organisationseinheit des  Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Sie  gehört  somit  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  Bst. d  VGG  und  ist  daher  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Die  Personensicherheitsprüfung  fällt  nicht  unter  die  Ausnahme  von  Art. 32  Abs. 1  Bst. a  VGG  betreffend  das  Gebiet  der  inneren  und  äusseren  Sicherheit  (vgl.  THOMAS  HÄBERLI,  in:  Basler  Kommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz,  2. Auflage,  Basel  2011,  Art. 83  Rz. 24  sowie  HANSJÖRG  SEILER,  in:  Seiler/von  Werdt/Güngerich  [Hrsg.]  Handkommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz  [BGG],  Bern  2007,  Art. 83  Rz. 17 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesverwaltungsgericht  ist damit  zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 21  Abs. 3  des  Bundesgesetzes  vom  21. März  1997  über Massnahmen  zur  Wahrung der inneren Sicherheit [BWIS, SR 120]). 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung hat. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen  negativen Risikoverfügung zur Beschwerde legitimiert. 1.4. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (vgl. Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Rechtsverletzungen  –  einschliesslich  unrichtiger  oder  unvollständiger 

A­5050/2011 Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG).  Gerügt  werden  kann  also  auch  die  Unangemessenheit  einer  angefochtenen Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Gutdünken jedoch nicht  ohne hinreichenden Grund an die Stelle  des Ermessens der Vorinstanz  setzen,  da  diese  über  spezielle  Fachkenntnisse  verfügt.  Auch  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Massstab  für  sicherheitsrelevante  Bedenken  nicht  selber  zu  definieren.  Dies  obliegt  in  erster  Linie  dem  Bundesrat,  dem  Departement  und  den  nachgeordneten  Verwaltungsbehörden.  Aufgabe  der  Justizbehörden  ist  nur,  zu  überprüfen,  ob  die  Exekutivbehörden  bei  der  Konkretisierung  des  Sicherheitsrisikos bezogen auf eine bestimmte Funktion  im Rahmen der  delegierten  Befugnisse  geblieben  sind  und  ob  die  Beurteilung  im  Einzelfall  gemessen  an  diesem  Massstab  korrekt  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.705/2004  vom 16. März  2005 E. 3.1 mit Hinweisen).  Soweit  die  Überlegungen  der  Vorinstanz  als  sachgerecht  erscheinen,  greift das Bundesverwaltungsgericht deshalb nicht in deren Ermessen ein  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6275/2010 vom 27. April 2011 E. 2 mit weiteren Hinweisen). 3.  Ziel der Personensicherheitsprüfung  ist es, bei Personen, die eine nach  Art. 19  Abs. 1  Bst.  a­e  BWIS  sensible  Arbeit  verrichten  oder  verrichten  würden,  Sicherheitsrisiken  aufzudecken.  Nach  Art. 20  Abs. 1  BWIS  werden im Rahmen der Personensicherheitsprüfung sicherheitsrelevante  Daten  über  die  Lebensführung  der  betroffenen  Person  erhoben,  insbesondere über  ihre engen persönlichen Beziehungen und  familiären  Verhältnisse,  ihre  finanzielle  Lage,  ihre  Beziehungen  zum  Ausland  und  Aktivitäten,  welche  die  innere  oder  die  äussere  Sicherheit  in  rechtswidriger  Weise  gefährden  können.  Über  die  Ausübung  verfassungsmässiger Rechte werden keine Daten erhoben. Gemäss dem  Zweckartikel  von  Art. 1  BWIS  dient  das  Gesetz  der  Sicherung  der  demokratischen  und  rechtsstaatlichen  Grundlagen  der  Schweiz  sowie  dem Schutz der Freiheitsrechte  ihrer Bevölkerung. Der Bundesrat hat  in  seiner  Botschaft  vom  7. März  1994  ausgeführt,  eine  der  heikelsten  und  intensivsten Bedrohungen der inneren Sicherheit entstehe dann, wenn an  besonders  wichtigen  Schlüsselpositionen  eingesetzte  Personen  Verrat  übten,  gegen  den  Staat  selber  arbeiteten  oder  seine  Institutionen  auf 

A­5050/2011 rechtswidrige Art  verändern wollten. Es  sollten nur Personen eingesetzt  werden,  die  nicht  erpressbar  seien  und  Gewähr  böten,  das  ihnen  entgegengebrachte Vertrauen nicht zu missbrauchen (BBl 1994 II 1147).  Als  Sicherheitsrisiken  im  Sinne  des  BWIS  gelten  insbesondere  Terrorismus,  verbotener  Nachrichtendienst,  gewalttätiger  Extremismus,  kriminelle Handlungen, Korruption, finanzielle Probleme, Abhängigkeiten,  Erpressbarkeit  und  exzessiver  Lebenswandel  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8451/2010  vom  20. September  2011  E. 3  mit weiteren Hinweisen; so auch schon Urteil der Rekurskommission VBS  470.07/05 vom 6. April 2006 E. 4b). 4.  Am  1. April  2011  ist  die  Verordnung  vom  4. März  2011  über  die  Personensicherheitsprüfungen  (PSPV,  120.4)  in Kraft  getreten. Gemäss  der  Übergangsbestimmung  von  Art. 32  Abs. 3  PSPV  gilt  indes  für  Personensicherheitsprüfungen,  die  vor  dem  Inkrafttreten  dieser  Verordnung  eingeleitet  worden  sind,  das  bisherige  Recht.  Auf  den  vorliegenden  Fall  findet  demnach  noch  die  Verordnung  vom  19. Dezember 2001 über die Personensicherheitsprüfungen (aPSPV, AS  2002 377) Anwendung. 5.  5.1. Im Rahmen der Beurteilung, ob eine Person ein Sicherheitsrisiko im  Sinne  des  BWIS  darstellt,  ist  stets  eine  Abwägung  zu  treffen  zwischen  der  Sicherheitsempfindlichkeit  der  Funktion  und  dem  konkreten  Risiko,  das  von  der  betroffenen  Person  ausgeht.  Je  heikler  eine  Funktion  ist,  desto  tiefer  ist  die  Schwelle  für  ein  Sicherheitsrisiko  anzusetzen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8451/2010  vom  20. September  2011 E. 7 und 8.3 mit Hinweis). 5.2.  Im  hier  zu  beurteilenden  Fall  hat  die  Vorinstanz  die  negative  Sicherheitsverfügung  in  erster  Linie  mit  den  vom  Beschwerdeführer  begangenen  Straftaten  begründet.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  macht  nicht  jede  Verurteilung  wegen  kriminellen Handlungen eine Person  zum Sicherheitsrisiko. Auszugehen  ist  vielmehr  von  der  Art  des  Delikts,  den  Umständen  und  den  Beweggründen  der  Delinquenz.  Es  ist  zu  fragen,  ob  die  damaligen  Umstände  Rückschlüsse  auf  Charakterzüge  des  Beschwerdeführers  zulassen, die einen Risikofaktor darstellen. Weiter spielt eine Rolle, ob es 

A­5050/2011 sich  um  ein  einmaliges  Vergehen  handelt  oder  ob  der  Betroffene  wiederholt delinquiert hat und ob davon ausgegangen werden muss, dass  Wiederholungsgefahr besteht. Zu berücksichtigen ist auch, wie lange das  Delikt  beziehungsweise die Verurteilung  zurückliegt. Auch die Höhe der  Strafe  ist  für  sich  allein  nicht  entscheidend;  ist  das  Strafmass  aufgrund  einer herabgesetzten Zurechnungsfähigkeit tief ausgefallen, kann gerade  dieser Umstand Anlass zu besonderer Vorsicht sein. Bei der Beurteilung  des  sich  im  Delikt  manifestierenden  Sicherheitsrisikos  muss  aber  auch  der  Frage  nachgegangen  werden,  ob  seither  Umstände  hinzugetreten  sind,  welche  die  Verurteilung  in  den  Hintergrund  treten  oder  anders  beurteilen  lassen,  d.h.  ob  sich  die  Risikobeurteilung  zugunsten  der  zu  überprüfenden  Person  geändert  hat.  Vorab  sind  die  Umstände  des  Einzelfalls  massgebend  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4673/2010  vom  7. April  2011  E. 6.4  mit  Hinweisen;  Entscheid  der  Rekurskommission  VBS  vom  27. Oktober  2004,  veröffentlicht  in  VPB  70.25, E. 3a mit Hinweis). 5.3. Die Bejahung eines relevanten Sicherheitsrisikos im Sinne des BWIS  kann  auch  aufgrund  der  Summe  mehrerer  Risikoquellen  gerechtfertigt  sein,  selbst  wenn  einzelne  davon  für  sich  genommen  kein  relevantes  Sicherheitsrisiko  darstellen  würden  (vgl.  Entscheid  der  Rekurskommission  VBS  vom  27. Oktober  2004,  veröffentlicht  in  VPB  70.25 E. 6a; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­8451/2010  vom 20. September 2011 E. 6.3 mit Hinweis). 5.4. Bei der Personensicherheitsprüfung kann nicht nur aufgrund "harter"  Fakten  entschieden  werden.  Es  geht  vielmehr  darum,  eine  Risikoeinschätzung  vorzunehmen,  welche  aufgrund  von  Erhebungen  gemacht  wird.  Dass  es  sich  bei  den  aus  den  erhobenen  Daten  gezogenen  Schlussfolgerungen  auch  um  Annahmen  und  Vermutungen  handeln  muss,  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  da  bei  der  Personensicherheitsprüfung  eine  Prognose  über  ungewisse  künftige  Sacherhalte  vorgenommen  werden  muss.  Gerichtlich  überprüft  werden  kann  zum  einen,  ob  die  getätigten  Erhebungen  auf  zulässige  Weise  erfolgt sind, zum andern, ob die erhobenen Daten anschliessend korrekt  gewürdigt  worden  sind  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 7894/2009  vom  16. Juni  2010  E. 5.1;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8451/2010  vom  20. September  2011  E. 6.1). 6. 

A­5050/2011 Der  Beschwerdeführer  rügt  zunächst,  die  Vorinstanz  habe  den  Sachverhalt unrichtig und unvollständig, ja sogar willkürlich festgestellt.  6.1.  Die  Vorinstanz  hat  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zunächst  einen  Strafregisterauszug  sowie  einen  Informationsbericht  der  Kantonspolizei  (…)  eingeholt.  Weiter  befinden  sich  sämtliche  Entscheide  der  Jugendanwaltschaften  und  der  Staatsanwaltschaft  in  den  Akten.  Am  5. Juli 2011 hat die Vorinstanz den Beschwerdeführer persönlich befragt.  Sodann würdigt sie in ihren Erwägungen auch die vom Beschwerdeführer  nachgereichten  Resultate  der  Urinproben.  Diese  musste  der  Beschwerdeführer  durchführen,  weil  ihm  nach  dem Vorfall  vom  31. Mai  2009  der  Führerausweis  entzogen  worden  war  und  das  Strassenverkehrsamt  die  entsprechenden  Tests  zur  Bedingung  für  die  Widererteilung machte (Persönliche Befragung 02'18''). 6.2.  Nach  Ansicht  des  Beschwerdeführers  hätte  die  Vorinstanz  neben  den  Akten  betreffend  Vorstrafen  noch  weitere  Informationen  von  Drittpersonen  einholen  und  berücksichtigen  müssen,  beispielsweise  Schul­  und  Arbeitszeugnisse  oder  schriftliche  Auskünfte  von  Lehr­,  Ausbildungs­  und  anderen  Bezugspersonen.  Weiter  seien  die  militärischen  Qualifikationen  des  Beschwerdeführers  nicht  in  die  Beurteilung eingeflossen. Die Datenerhebung sei einseitig erfolgt,  indem  im  Wesentlichen  nur  die  Strafakten  berücksichtigt  worden  seien.  Die  erhobenen  Daten  seien  daher  nicht  geeignet,  als  objektive  Entscheidbasis zu dienen. Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Datenerhebung sei  innerhalb der  Vorgaben  vom  Art. 21  BWIS  und  Art 17  aPSPV  erfolgt.  Bei  der  Beurteilung  des  Sicherheitsrisikos  sei  die  Qualität  der  Arbeitsleistung  nicht  relevant  und  ebenso  dürften  keine  sozialen  Überlegungen  einfliessen. Dem widerspricht der Beschwerdeführer in seinen Schlussbemerkungen.  Um abschätzen zu können, ob eine Person ein Sicherheitsrisiko darstelle  oder  nicht,  müssten  sämtliche  Charakterzüge  ausgeleuchtet  werden,  wozu  zwangsläufig  auch  soziale  Überlegungen  und  das  Verhalten  im  Alltag, namentlich bei der Arbeit, hinzugezählt werden müssten. 6.2.1. Das Bundesverwaltungsgericht hat wiederholt festgehalten, dass in  die  Beurteilung  des  Sicherheitsrisikos  keine  sozialen  Überlegungen  einfliessen  dürfen.  Nicht  relevant  sei  ferner  die  Qualität  der 

A­5050/2011 Arbeitsleistung der betroffenen Person. Soziale Aspekte und die positive  Arbeitsleistung könnten hingegen – bei Angestellten des Bundes – vom  Arbeitgeber  beim  Entscheid  über  die  Form  der  Weiterbeschäftigung  mitberücksichtigt  werden,  zumal  dieser  gemäss  Art. 21  Abs. 4  Satz 2  BWIS nicht an die Beurteilung der Fachstelle gebunden sei  (vgl. anstatt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8451/2010  vom  20. September  2011  E. 6.2  und  A­705/2007  vom  6. August  2007  E. 5).  Diese  Grundsätze  hat  bereits  die  Rekurskommission  des  Eidgenössischen  Departements  für  Verteidigung,  Bevölkerungsschutz  und  Sport  (nachfolgend:  REKO  VBS)  als  Vorgängerorganisation  des  Bundesverwaltungsgerichts  festgelegt.  Die  REKO  VBS  hatte  einen  Fall  zu  beurteilen,  in  welchem  die  dortige  Beschwerdeführerin  nach  einer  schweren  Drogenabhängigkeit  wieder  zu  einer  geordneten  Lebensführung zurückgefunden hatte. Die REKO VBS erachtete dies für  bewundernswert  und  begrüsste  auch  die  Integrationsbemühungen  der  Arbeitgeberin, hielt aber  fest, diese Umstände vermöchten  im Verfahren  der  Personensicherheitsprüfung  ein  allfälliges  Sicherheitsrisiko  nicht  zu  neutralisieren.  Sozialen  Überlegungen  und  solchen  zur  Integration  der  Beschwerdeführerin  könnten  einzig  von  deren  Vorgesetzten  beim  Entscheid über eine allfällige Weiterbeschäftigung Bedeutung zukommen.  Ebensowenig  vermöge  die  gute  Beurteilung  der  Arbeitsleistung  der  Beschwerdeführerin  ein  allfälliges  Sicherheitsrisiko  aufwiegen.  Auch  brillante  Arbeitnehmer  könnten  geheime  Informationen  an  ausländische  Nachrichtendienste  weiterleiten.  Hingegen  könnten  die  positiven  Erfahrungen  mit  den  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  –  gleich  wie  soziale Überlegungen – beim Entscheid über deren Weiterbeschäftigung  berücksichtigt  werden  (Urteil  der  REKO  VBS  470.07/05  vom  6. April  2006,  E. 3c;  bestätigt  in  Urteil  der  REKO  VBS  470.01/06  vom  4. Dezember 2006 E. 3d). Zugleich  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  aber  auch  in  mehreren  Entscheiden  festgehalten,  dass  die  positive  Arbeitsleistung  einer  Beschwerde  führenden  Person  für  die  Beurteilung  der  Vertrauenswürdigkeit  nicht  bedeutungslos  und  gebührend  mitzuberücksichtigen  ist.  Allerdings  gebe  dies  nur  Auskunft  darüber,  ob  die Person  in Bezug auf die Erfüllung  ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten  zuverlässig  sei.  Für  die  im  Hinblick  auf  die  Personensicherheitsprüfung  entscheidende  Frage,  ob  sie  über  die  für  die  Verneinung  eines  Sicherheitsrisikos  notwendige  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  verfüge,  sei  dies  jedoch  nicht  von  vorrangiger  Bedeutung  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­8451/2010 vom 20. September 2011 E. 9.3 

A­5050/2011 letzter Absatz, A­4673/2010 vom 7. April 2011 E. 6.5.4, A­527/2010 vom  19. Oktober 2010 E. 6.3.4.3 und A­705/2007 vom 6. August 2007 E. 7.7).  6.2.2.  An  dieser  Rechtsprechung  ist  trotz  der  Kritik  des  Beschwerdeführers grundsätzlich festzuhalten; zur Beurteilung der Frage,  ob  eine  Person  ein  Sicherheitsrisiko  darstellt,  ist  die  Qualität  der  Arbeitsleistung kein wesentliches Element, kann aber – bei Angestellten  des  Bundes  –  vom  Arbeitgeber  im  Hinblick  auf  eine  allfällige  Weiterbeschäftigung  trotz  bestehenden  Sicherheitsrisiken  berücksichtigt  werden.  Arbeitszeugnissen  und  anderen  Beurteilungen  der  überprüften  Person kommt aber insofern Bedeutung zu, als sie geeignet sein können,  deren  Persönlichkeit  besser  zu  erfassen.  Gerade  bei  länger  zurückliegenden Vorkommnissen können derartige Einschätzungen auch  Hinweise  auf  eine  allfällige  positive  Veränderung  des  Sozialverhaltens  dieser  Person  liefern,  oder  aber,  gegenteils,  das  Fortbestehen  problematischer Tendenzen belegen.  Im  vorliegenden  Zusammenhang  fragt  sich  namentlich,  ob  seit  der  Begehung  der  Drogendelikte  Umstände  hinzugetreten  sind,  welche  die  Verurteilung  in  den  Hintergrund  treten  oder  anders  beurteilen  lassen  (E. 5.2  hiervor).  Es  kann  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  dabei  je  nach konkretem Fall auch eine  längere Drogenabstinenz o.ä. eine Rolle  spielen  kann.  Doch  darf  ein  solcher  Faktor  nur  im  Hinblick  auf  das  Vorliegen  eines  Sicherheitsrisikos  gewertet  werden  und  nicht  im  Sinne  einer sozialen Überlegung. 6.3.  Der  Beschwerdeführer  reicht  mit  der  Beschwerdeschrift  ein  Fähigkeitszeugnis  als  (…),  ein  Arbeitszeugnis  und  einen  Arbeitsvertrag  ein. Weiter legt er zwei Berichte von X._______, Facharzt für Psychiatrie  und Psychotherapie,  ins Recht. Diese datieren vom 28. Dezember 2009  und vom 8. September 2011. Die Behörden legen ihrem Entscheid denjenigen Sachverhalt zu Grunde,  wie  er  sich  im  Zeitpunkt  der  Entscheidung  darstellt.  Entsprechend  sind  selbst  verspätete  Parteivorbringen  zu  berücksichtigen,  wenn  sie  als  ausschlaggebend erscheinen (Art. 32 Abs. 2 VwVG). Dies bedeutet, dass  die  Parteien  auch  im  Beschwerdeverfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  noch  neue  Sachverhaltsumstände  und  Beweismittel  vorbringen  können  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.204, 2.206 mit Hinweisen). 

A­5050/2011 Entsprechend  sind  die  genannten  Beweismittel  für  den  vorliegenden  Entscheid zu berücksichtigen. 6.4. Wie sich jedoch erweisen wird, vermögen die vom Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Umstände  am  Vorliegen  eines  Sicherheitsrisikos  nichts  zu  ändern  (vgl.  unten  E. 8.5  und  8.6).  Es  kann  daher  ausgeschlossen  werden,  dass  weitere  Abklärungen  betreffend  die  persönlichen Verhältnisse und die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers  am Ergebnis der Personensicherheitsprüfung etwas ändern würden. Die  entsprechenden  Beweisanträge  sind  somit  in  antizipierter  Beweiswürdigung abzuweisen (vgl. dazu BGE 134 I 140 E. 5.3). 6.5.  Der  Beschwerdeführer  führt  aus,  die  persönliche  Befragung  vom  5. Juli 2011 sei nicht mit der nötigen Unvoreingenommenheit, Objektivität  und  Professionalität  durchgeführt  worden.  Man  gewinne  den  Eindruck,  dass  die  Experten  bereits  vor  dem  Gespräch  ein  negatives  Bild  vom  Charakter  des  Beschwerdeführers  gehabt  hätten  und  dies  durch  entsprechende  Fragen  bestätigt  haben  wollten.  Dem  ist  zu  widersprechen:  Der  Eindruck,  die  Befragung  sei  nicht  mit  der  nötigen  Unvoreingenommenheit  oder  nicht  objektiv  oder  professionell  durchgeführt  worden,  bestätigt  sich  beim  Anhören  der  Aufnahme  nicht.  Weiter führt der Beschwerdeführer aus, die Fragen hätten sich wiederum  nur  auf  die  Vorstrafen  bezogen  oder  aber  in  überhaupt  keinem  Zusammenhang  zur  Risikobeurteilung  gestanden.  Zur  Bedeutung  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Umstände  ist  wiederum  auf  die späteren Ausführungen zu verweisen (E. 8.5 und 8.6). Zudem wurde  der  Beschwerdeführer  z.B.  durchaus  zu  seinem  jetzigen  Kollegenkreis  befragt  (18'00'').  Im Übrigen  ist nicht  relevant, ob auch unnötige Fragen  gestellt wurden. 6.6.  Die  Vorinstanz  hat  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  somit  nicht  unrichtig oder unvollständig festgestellt. 7.  Vorliegende  Sicherheitsprüfung  war  einzuleiten,  weil  der  Beschwerdeführer  als  (Funktion)  Zugang  zu  VERTRAULICH  klassifizierten  Informationen und militärischen Anlagen mit Schutzzone 2  hat  (Art. 19  Abs. 1  Bst. c  BWIS  i.V.m.  Art. 2  Abs. 2  bzw.  Art. 10  Abs. 1  Bst. b  und  d  aPSPV).  Als  VERTRAULICH  werden  Informationen  klassifiziert,  deren  Kenntnisnahme  durch  Unberechtigte  den 

A­5050/2011 Landesinteressen  Schaden  zufügen  kann  (vgl. Art. 6  Abs. 1  der  Informationsschutzverordnung vom 4. Juli 2007 [ISchV, SR 510.411]. Als  militärische Anlagen der Schutzzone 2 gelten Anlagen und Anlagenteile,  die in der Regel von aussen her nicht wahrnehmbar sind, von Unbefugten  nicht betreten werden können und deren Zerstörung oder Beschädigung  den Betrieb und/oder den Zweck der Anlage selbst oder anderer Anlagen  bzw.  Teilen  davon  oder  die  Auftragserfüllung  von  Teilen  der  Armee  gefährdet  (vgl. Art. 3  Abs. 2  Bst. b  der  Anlageschutzverordnung  vom  2. Mai  1990  [SR 510.518.1]). Dem Beschwerdeführer  kommt  damit  eine  Funktion  mit  besonderer  Sicherheitsempfindlichkeit  zu.  Die  Sicherheitsempfindlichkeit ist aber noch nicht als sehr hoch einzustufen.

A­5050/2011 8.1.  Die  Vorinstanz  kommt  bereits  unter  dem  Titel  "Integrität  /  Vertrauenswürdigkeit  /  Zuverlässigkeit"  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer die geforderten Voraussetzungen seiner Funktion nicht  erfülle. Unter diesem Titel  ist zu prüfen, ob darauf vertraut werden kann,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Ausübung  seiner  Tätigkeit  loyal  zu  seiner Aufgabe steht, mithin ob er Gewähr dafür bietet, das ihm entgegen  gebrachte  Vertrauen  nicht  zu  missbrauchen  (vgl.  oben  E. 3;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4673/2010  vom  7. April  2011  E. 6.5.2  mit  Hinweis). 8.2.  Die  Vorinstanz  führt  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  über  einen  Zeitraum von mindestens vier Jahren regelmässig und exzessiv Cannabis  konsumiert. Mit  diesem Gebaren  habe  er  nicht  nur  ein  eingeschränktes  Verantwortungsbewusstsein  an  den  Tag  gelegt,  sondern  habe  in  Kauf  genommen, dass seine Zuverlässigkeit am Arbeitsplatz und in der Schule  unter den möglichen Nachwirkungen des Drogenkonsums leiden könnte.  Zwar  sei  durch  die  eingereichten  Testresultate  belegt,  dass  der  Beschwerdeführer  von  Mitte  Januar  2010  bis  Ende  August  2010  kein  Cannabis  konsumiert  habe,  doch  ändere  dies  nichts  an  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  erst  seit  knapp  19 Monaten  keine  Drogen  mehr  konsumiere,  auch  wenn  man  seinen  Aussagen  bezüglich  Drogenabstinenz ab August 2010 Glauben schenke. Deshalb müsse zur  Zeit  eher  von  einer  Stabilisierung  denn  einer  Abstinenz  ausgegangen  werden;  falls  es  im Berufs­  oder Privatleben des Beschwerdeführers  zu  destabilisierenden  Ereignissen  kommen  sollte,  könnte  dies  erneut  zum  Konsum  von  Cannabis  und  damit  zu  einer  mangelnden  Selbststeuerungsfähigkeit führen. Weiter,  so  die  Vorinstanz,  habe  der  Beschwerdeführer  diverse  Male  aktenkundig gegen das Strassenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch  verstossen.  Dieses  Verhalten  lasse  darauf  schliessen,  dass  es  der  Beschwerdeführer mit der Einhaltung der Gesetze nicht so streng nehme  und  er  ein  mangelndes  Gefahrenbewusstsein  aufweise.  Ein  ebenso  fahrlässiges  Verhalten  beim  Umgang  mit  sensitiven  Daten  könne  nicht  ausgeschlossen  werden,  weshalb  daran  zu  zweifeln  sei,  dass  er  den  hohen  Anforderungen  an  Integrität,  Vertrauenswürdigkeit  und  Zuverlässigkeit  gerecht werde. Die Vorinstanz  kommt  zum Schluss,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  geforderten  Voraussetzungen  seiner 

A­5050/2011 sensitiven  Funktion  nicht  und  seine  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  seien als eingeschränkt zu beurteilen. 8.3.  8.3.1. Der  Beschwerdeführer  wendet  bezüglich  des  früheren  Cannabis­ Konsums  ein,  dieser  sei  unter männlichen  Jugendlichen weit  verbreitet,  und  sein  Konsum  sei  nicht  exzessiv  gewesen.  Die  Leistungen  in  der  Schule und  in der Berufslehre hätten auch nie darunter  gelitten, weil  er  während des Tages auf den Konsum von Cannabis verzichtet und jeweils  erst am Abend einen Joint geraucht habe.  8.3.2. Auch wenn der Konsum sog. weicher Drogen unter  Jugendlichen  verbreitet  sein mag, manifestiert  sich  darin  doch  ein  Nichtbeachten  der  geltenden  rechtlichen  Ordnung,  was  Fragen  hinsichtlich  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  berechtigt  erscheinen  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6275/2010  vom  27. April  2011  E. 6.2  mit  Hinweisen;  so  auch  schon  Urteil  der  REKO  VBS  470.04/05  vom  27. Dezember  2005  E. 6d).  Zu  beachten  ist  indessen,  dass  der  Erwerb  und Besitz von Betäubungsmitteln lediglich zum Eigenkonsum bloss eine  Übertretung  darstellt  (vgl.  Art. 19a  Ziff. 1  i.V.m.  Art. 19  des  Betäubungsmittelgesetzes  vom  3. Oktober  1951  [BetmG,  SR 812.121]).  Die  entsprechenden  Vorstrafen  stehen  bei  der  Beurteilung  des  vom  Beschwerdeführer  ausgehenden  Sicherheitsrisikos  somit  nicht  im  Vordergrund. 8.4.  8.4.1.  Bezüglich  der  ihm  vorgehaltenen  weiteren  (schwereren)  Delikte  betont  der  Beschwerdeführer,  dass  er  nie  aggressiv  gegenüber  Dritten  aufgetreten  sei  und  durch  sein  Verhalten  nie  Personen  in  Gefahr  gebracht habe. Er habe nie ein Delikt gegen Leib und Leben begangen.  Des Weiteren  sei  er  nie  in  einem Bereich  straffällig  geworden,  welcher  seine  Vertrauenswürdigkeit  generell  trüben  würde,  wie  dies  beispielsweise  bei  Delikten  wie  Betrug,  Urkundenfälschung,  Diebstahl,  Raub oder Nötigung der Fall sei. Was das pflichtwidrige Verhalten nach  dem Fahrradunfall betrifft, weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er  zu  diesem  Zeitpunkt  bloss  elf  Jahre  alt  gewesen  sei  und  man  einem  elfjährigen  Kind  nicht  vorwerfen  könne,  sich  nicht  um  den  Knaben  gekümmert  zu  haben.  Betreffend  die  Sprayereien  führt  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  seinem  älteren  Stiefbruder 

A­5050/2011 hinterhergelaufen  und  habe  diesen  imitiert.  Es  sei  notorisch,  dass  pubertierende  Jugendliche  bei  Auslotung  ihrer Grenzen  diese  bisweilen  auch überschreiten würden. Dies vermöge auch zu erklären, weshalb er  sich  habe  hinreissen  lassen,  ein  Hakenkreuz  zu  sprayen.  Eine  rechtsradikale  Ideologie  habe  er  damals  nicht  unterstützt  und  tue  das  auch  heute  nicht.  Der  Beschwerdeführer  habe  aus  dem  Vorfall  gelernt  und  seither  keine  Sachbeschädigungen  mehr  begangen.  Bezüglich  der  Fluchtfahrt  vom  31. Mai  2009  macht  der  Beschwerdeführer  schliesslich  geltend, dass es sich dabei um das einzige Delikt handle, welches er als  Erwachsener  begangen  habe.  Wiederum  handle  es  sich  um  einen  einmaligen Vorfall, woraus er sofort die Lehren gezogen habe. 8.4.2. Dem Beschwerdeführer  ist  zuzustimmen, dass das mit  elf  Jahren  erfolgte  pflichtwidrige  Verhalten  bei  Unfall  vorliegend  nicht  ins  Gewicht  fällt.  Schwerer  wiegen  die  im  Alter  von  17 Jahren  begangenen  Sprayereien.  Es  kann  daraus  durchaus  geschlossen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer es mit der Einhaltung der Gesetze nicht genau nimmt.  Daran würde  sich  auch  nichts  ändern, wenn  er  von  seinem Stiefbruder  zum Sprayen animiert worden sein sollte und als  Jugendlicher Grenzen  ausloten wollte. Stark ins Gewicht fällt dann insbesondere die Fluchtfahrt  vom  31. Mai  2009.  Damit  hat  der  Beschwerdeführer  erneut  ein  problematisches  Verhältnis  zur  Rechtsordnung,  aber  auch  einen  nicht  akzeptablen Umgang mit den staatllichen Autoritäten an den Tag gelegt.  Insofern  handelt  es  sich,  wie  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  richtig ausgeführt hat, keineswegs um einen einmaligen Vorfall. Aufgrund  der  sehr  unüberlegten Fluchtfahrt  –  nota bene unter Cannabiseinfluss –  kann  auch  ohne  Weiteres  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Folgen  seines  Tuns  wenig  bedenkt  und  ein  mangelndes  Gefahrenbewusstsein  aufweist.  Dass  die  Vorinstanz  vor  diesem  Hintergrund  die  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers als eingeschränkt beurteilt, ist daher einleuchtend. Es  sei  auch  darauf  hingewiesen,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  Hinderung einer Amtshandlung in einem Bereich straffällig geworden ist,  welcher seine Vertrauenswürdigkeit in den Augen des Staates und seiner  Organe generell trübt. 8.5.  8.5.1.  Der  Beschwerdeführer  führt  weiter  aus,  er  habe  seit  rund  zwei  Jahren  und  damit  vor  Antritt  der  Rekrutenschule  gänzlich  vom  Cannabiskonsum Abstand genommen. Die Befunde über die Urinproben 

A­5050/2011 seien  erwiesenermassen  alle  negativ.  Die Cannabisabstinenz  sei  daher  entgegen  den  Ausführungen  der  Vorinstanz  klar  verifiziert  und  ausgewiesen.  Der  Beschwerdeführer  lebe  in  geordneten  und  stabilen  Verhältnissen;  sowohl  die  berufliche  Situation  als  auch  sein  soziales  Umfeld  seien  intakt.  Er  habe  erfolgreich  eine  Lehre  als  (…)  absolviert.  Nach  seiner  Lehre  habe  er  zunächst  im  angestammten  Beruf  bei  der  Y._______  gearbeitet  und  sei  zur  Zeit  als  (…)  bei  der  Z._______  tätig.  Seine  beruflichen  Qualifikationen  seien  stets  gut  gewesen.  Er  besuche  einen Vorbereitungskurs  für die Berufsmittelschule und plane, später an  einer  Fachhochschule  zu  studieren.  Er  lebe  noch  bei  seiner Mutter,  zu  welcher  er  ein  gutes  Verhältnis  habe.  Auch  zu  seinem  Vater  habe  er  regelmässig  guten  Kontakt.  Er  habe  sich  von  seinen  ehemaligen  Kollegen, mit  welchen  in  der  Gruppe  Cannabis  konsumiert  worden  sei,  distanziert und habe keinen Kontakt mehr zu diesen. Er sei sodann seit  mehreren Monaten mit einer gleichaltrigen Frau liiert. Die Bemerkung der  Vorinstanz,  wonach  destabilisierende  Ereignisse  zu  einem  erneuten  Cannabiskonsum  und  zu  einer  mangelnden  Selbststeuerungsfähigkeit  führen könnten, entbehrten unter diesen Umständen jeglicher Grundlage  und  seien  rein  spekulativ  und  theoretischer  Natur.  Weiter  weist  der  Beschwerdeführer  darauf  hin,  dass  er  sich  seit  Mai  2009  in  einer  Psychotherapie  befinde,  in  welcher  seine  früheren  Denkmuster  thematisiert und besprochen würden. Der damalige Cannabiskonsum sei  im Zusammenhang mit der belastenden Situation in der Berufslehre, dem  Stress  aufgrund  der  der  bevorstehenden  Lehrabschlussprüfung  sowie  familiärer Spannungen gestanden. 8.5.2. Die erste negative Urinprobe auf Cannabis datiert vom 10. Februar  2010,  die  letzte  vom  27. August  2010.  Ob  der  Beschwerdeführer  seit  Ende  August  2010  abstinent  ist,  kann  nicht  verifiziert  werden.  Die  Fachstelle  geht  in  ihrem  Entscheid  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer seit Mitte Januar 2010 kein Cannabis mehr konsumiert  und  erachtet  den  notwendigen  zeitlichen  Abstand  aufgrund  des  langjährigen  und  exzessiven  Konsumprofils  noch  nicht  als  erreicht,  um  von einer erfolgreichen Abstinenz sprechen zu können. Diese Auffassung  erscheint  vertretbar.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  stabilen  beruflichen  und  privaten  Verhältnisse  mögen  auf  längere  Frist  eine abweichende Beurteilung  rechtfertigen;  im heutigen Zeitpunkt  kann  indessen  noch  nicht  mit  hinreichender  Sicherheit  ausgeschlossen  werden,  dass  ein  künftiges  destabilisierendes  Ereignis  den  Beschwerdeführer wieder zum Cannabiskonsum veranlassen könnte.

A­5050/2011 Die letzte Vorstrafe betrifft den Vorfall vom 31. Mai 2009, zuvor wurde der  Beschwerdeführer im Februar 2008 straffällig. Ob es sich dabei um reine  "Jugenddelikte"  handelt,  kann  man  zum  heutigen  Zeitpunkt  ebenfalls  noch nicht sagen. Daran ändern auch das Fähigkeitszeugnis als (…), das  Arbeitszeugnis  der  Y._______  und  der  mit  der  Z._______  abgeschlossene Arbeitsvertrag nichts, welche der Beschwerdeführer dem  Bundesverwaltungsgericht  eingereicht  hat.  Geht  man  von  den  geltend  gemachten  stabilen  Lebensverhältnissen  und  guten  beruflichen  Qualifikationen  aus,  erscheint  es  wahrscheinlich,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  in  Zukunft  an  die  Rechtsordnung  halten  wird.  Immerhin  hat  auch  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  während  der  Rekrutenschule, welche er trotz laufender Sicherheitsprüfung absolvieren  konnte, anscheinend zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Doch  sind  damit  zur  Zeit  noch  keine  Umstände  gegeben,  welche  die  Verurteilungen derart  in den Hintergrund  treten  lassen würden, dass ein  Sicherheitsrisiko vernünftigerweise ausgeschlossen werden müsste. 8.5.3. Nach  dem Gesagten  ist  dem  Beschwerdeführer  auch  darin  nicht  beizupflichten,  dass  die  Schlussfolgerungen  der  Vorinstanz  pauschal  erfolgt  und  die  Umstände  des  Einzelfalls  nicht  berücksichtigt  worden  seien.  Aufgrund  des  kurzen  Zeitraums  seit  dem  letzten  Delikt  und  der  Einstellung  des  Cannabiskonsums  erübrigten  sich  genauere  Ausführungen zur Lebensführung des Beschwerdeführers. 8.6.  8.6.1. Aus  dem  ärztlichen  Bericht  vom  8. September  2011  geht  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  dem  31. Mai  2009  bei  X._______  in  Behandlung ist (Kontrollgespräche und Psychotherapie). Die Behandlung  wurde  somit  begonnen,  nachdem  sich  die  Fluchtfahrt  des  Beschwerdeführers  ereignet  hatte  und  wurde  offenbar  –  wie  die  Urinproben  –  vom  Strassenverkehrsamt  veranlasst.  X._______  geht  gemäss dem erwähnten Bericht davon aus, dass eine Wiederholung der  vergangenen Vorfälle praktisch ausgeschlossen sei. 8.6.2.  Bei  der  Würdigung  der  Beweise  ist  die  Behörde  keinen  Regeln  unterworfen,  es  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundesgesetzes  über  den  Bundeszivilprozess  vom  4. Dezember  1947  [BZP,  SR 273]).  Für  den  Beweiswert  eines  Arztberichts  ist  unabhängig  von  dessen  Herkunft  entscheidend,  ob  der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen 

A­5050/2011 Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben  worden  ist,  in  der  Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  des  Experten  begründet  sind  (vgl.  BGE  125  V  351  E 3a;  vgl.  auch Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts B­1655/2011 vom  13. Oktober  2011  E. 6.1).  Der  Umstand  allein,  dass  eine  ärztliche  Stellungnahme  von  einer  Partei  eingeholt  und  in  das  Verfahren  eingebracht  wird,  rechtfertigt  somit  keine  Zweifel  an  ihrem  Beweiswert.  Eine  solche  Stellungnahme  ist  dann  beweistauglich,  wenn  sie  als  schlüssig  erscheint,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in  sich  widerspruchsfrei  ist  und  keine  Indizien  gegen  ihre  Zuverlässigkeit  bestehen (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.148; BGE 125  V 351, E 3b dd und ee; vgl. auch BGE 136 III 161 E. 3.4.2).  8.6.3. Der Arztbericht  vom 8. September  2011  genügt  den Kriterien  der  Vollständigkeit,  Nachvollziehbarkeit  und  Schlüssigkeit  nicht.  Es  wird  lediglich  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  nehme  die  Kontroll­  und  Psychotherapiegespräche  regelmässig  wahr  und  konsumiere  seit  Aufnahme  der  Behandlung  auch  kein  Cannabis.  Unter  dem  Titel  "Beurteilung" wird auf wenigen Zeilen erläutert, der Beschwerdeführer sei  absolut rehabilitiert und es bestünden aus psychiatrischer Sicht keinerlei  Bedenken in irgend einer Hinsicht. Es dürfe davon ausgegangen werden,  dass  die  vergangenen  Vorfälle  aufgearbeitet  und  daraus  Einsichten  gewonnen  seien,  welche  eine  Wiederholung  praktisch  ausschliessen  würden. Weiter werden Ausführungen zur positiven beruflichen Situation  und den Ausbildungsplänen gemacht (vgl. dazu E 8.5.1 hiervor). Immerhin  geht  aus  dem  Bericht  zuhanden  des  Instituts  für  Rechtsmedizin,  welcher  bereits  vom  28. Dezember  2009  datiert,  ergänzend noch hervor, dass "die damals mitverantwortlichen Ursachen"  für  den  Drogenkonsum weggefallen  seien.  Der  Beschwerdeführer  habe  die  sehr  belastende  Lehrstelle  abgeschlossen,  der  Stress  durch  die  Lehrabschlussprüfung falle weg, er habe eine gute Stelle ausserhalb der  bisherigen  Umgebung  (…)  und  seine  familiären  Spannungsprobleme  seien ebenfalls gelöst. Es seien "viele alte Verhaltensmuster miteinander  bearbeitet"  und  "neue  Verhaltensstrategien  zur  Bewältigung  ähnlicher  Stresssituationen  erarbeitet"  worden.  Unter  "Diagnose"  wird  "Cannabismissbrauch ICD 10 F12.1" aufgeführt.  Doch  ist  auch  damit  nicht  ausgeführt,  welche  vergangenen  Vorfälle  im  Einzelnen  aufgearbeitet  wurden,  welche  Einsichten  der 

A­5050/2011 Beschwerdeführer  daraus  gewonnen  hat,  und welche  Verhaltensmuster  bearbeitet wurden.  Insbesondere aber  ist nicht nachvollziehbar, weshalb  man  bereits  zum  heutigen  Zeitpunkt  davon  ausgehen  kann,  dass  der  Beschwerdeführer mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr delinquieren  werde  bzw.  ihn  ein  destabilisierendes  Ereignis  nicht  wieder  zum  Cannabiskonsum  veranlassen  könnte.  Die  entsprechenden  Zweifel  bleiben  nur  schon  deshalb  bestehen,  weil  gemäss  den  Arztberichten  erstens  durchaus  Behandlungsbedarf  gegeben  war  (Bearbeiten  alter  Muster, Erarbeiten neuer Verhaltensstrategien zur Bewältigung ähnlicher  Stresssituationen)  und  zweitens  die  Kontroll­  und  Psychotherapiegespräche  nach  wie  vor  stattfinden.  Die  eingereichten  Arztberichte vermögen daher am oben gesagten (E 8.5) nichts zu ändern. 8.7.  Auch  wenn  der  Cannabiskonsum  weniger  ins  Gewicht  fällt,  ergibt  sich vorliegend insbesondere aufgrund der Sachbeschädigungen und der  Fluchtfahrt  ein  schlechtes  Gesamtbild  hinsichtlich  der  Integrität  und  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers.  Es  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gewähr  dafür  bietet, das ihm entgegengebrachte Vertrauen nicht zu missbrauchen. Die  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Voraussetzungen  für  seine  Funktion  nicht  erfülle,  erscheint  deshalb  sachgerecht.  Ob  alleine  der  Cannabiskonsum  des  Beschwerdeführers  ausgereicht  hätte,  um  eine  negative  Risikoverfügung  zu  rechtfertigen,  kann offen bleiben. 9.  Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die negative Risikoverfügung sei  unverhältnismässig.  Sollte  wider  erwarten  von  einer  Abhängigkeitstendenz  ausgegangen  werden,  so  der  Beschwerdeführer,  könne  im  Sinne  einer  milderen  Massnahme  mittels  regelmässiger  Urintests die Drogenabstinenz sichergestellt werden. Grundsätzlich ist es  möglich,  eine  Risikoverfügung  mit  einer  entsprechenden  Auflage  zu  erlassen  (vgl. Urteil der REKO VBS 470.04/05 vom 27. Dezember 2005  E. 7d).  Vorliegend  ist  ein  Sicherheitsrisiko  aber  nicht  in  erster  Linie  aufgrund des Cannabiskonsums zu bejahen. Es ist der Vorinstanz daher  darin  beizupflichten,  dass  keine  mildere  Massnahme  ersichtlich  ist,  welche  ebenso  wie  der  Erlass  der  negativen  Risikoverfügung  zum  angestrebten  Ziel  führen  würde,  das  Risiko  eines  Schadens  sofort  und  nachhaltig  möglichst  klein  zu  halten.  Weiter  überwiegt  das  öffentliche  Interesse  an  der  Vermeidung  eines  Sicherheitsrisikos  gegenüber  dem 

A­5050/2011 privaten  Interesse  des  Beschwerdeführers  an  einer  weiteren  Ausübung  seiner sicherheitsempfindlichen Funktion in der Armee. Dies umso mehr,  als der Beschwerdeführer diese Funktion nicht beruflich ausübt und damit  nicht  in  erheblichem  Masse  auf  sie  angewiesen  ist.  Die  Verhältnismässigkeit der negativen Risikoverfügung ist daher zu bejahen.

A­5050/2011 10.1.  Die  Vorinstanz  hat  demnach  im  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  festgehalten,  dass  der  Beschwerdeführer  als  Sicherheitsrisiko  zu  erachten  sei  (Ziff. 1)  und  ihm  kein  Zugang  zu  VERTRAULICH  klassifizierten  Informationen  oder  militärischen  Anlagen  mit  Schutzzone  2  gewährt  werden  dürfe  (Ziff. 2).  Soweit  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  dieser  Ziffern  bzw.  den  Erlass  einer  positiven Risikoverfügung verlangt, ist die Beschwerde abzuweisen. 10.2.  Hingegen  ist  die  Beschwerde  insoweit  gutzuheissen,  als  die  Vorinstanz neben der Risikoeinschätzung bezüglich der Funktion als (…)  im  Dispositiv  noch  weitergehende  Empfehlungen  –  wie  über  die  militärische Einteilung und Funktion, die Entziehung der Armeewaffe oder  die  Weiterausbildung  bzw.  Beförderung  des  Beschwerdeführers –  verfügungsweise  angeordnet  hat  (Ziff. 3  bis  5  des Dispositivs). Gemäss  Art. 21  Abs. 1  aPSPV  hat  die  Fachstelle  eine  positive  Risikoverfügung,  eine  Risikoverfügung  mit  Auflagen,  eine  negative  Risikoverfügung  oder  eine  Feststellungsverfügung  zu  erlassen. Weitergehende Empfehlungen  sind  nicht  vorgesehen  und  fallen  deshalb  nicht  in  die  Kompetenz  der  Vorinstanz  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­6275/2010 vom  27. April 2011 E. 12.2). Daran  ändert  auch  die  Tatsache  nichts,  dass  am  1. Januar  2011  die  revidierte Fassung von Art. 113 des Militärgesetzes vom 3. Februar 1995  (MG,  SR 510.10)  in  Kraft  getreten  ist.  Gemäss  Abs. 1  Bst. d  dieser  Bestimmung  kann  der  Führungsstab  der  Armee  zur  Prüfung  von  Hinderungsgründen  für  die  Überlassung  der  persönlichen  Waffe  ohne  Zustimmung  der  zu  prüfenden  Person  die  Beurteilung  des  Gewaltpotentials  durch  eine  Personensicherheitsprüfung  verlangen.  Gemäss  Art. 5  Abs. 2  und  3  der  neuen  PSPV  müssen  alle  Stellungspflichtigen  und  können  alle  Angehörigen  der  Armee  einer  solchen  Sicherheitsprüfung  unterzogen  werden.  Vorliegende  Sicherheitsprüfung  wurde  jedoch  noch  vor  Inkrafttreten  des  revidierten  Art 113  MG  eingeleitet  und  die  Fachstelle  hat  vom  Führungsstab  der  Armee  auch  danach  nie  den  Auftrage  erhalten,  eine  Personensicherheitsüberprüfung  nach  Art. 113  Abs. 1  Bst. d  MG  durchzuführen. Ferner ist vorliegend noch die aPSPV und nicht die PSPV  anwendbar  (vgl.  E. 4).  Es  bleibt  somit  dabei,  dass  auch  Ziff. 4  des  Dispositivs betreffend die Entziehung der Armeewaffe aufzuheben ist.

A­5050/2011 Die  Beschwerde  ist  daher  teilweise  gutzuheissen,  und  die  in  den  Dispositivziffern  3  bis  5  der  angefochtenen  Verfügung  erfolgten  Empfehlungen sind aufzuheben. 11.  11.1.  Die  Verfahrenskosten  werden  in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei  auferlegt.  Unterliegt  eine  Partei  nur  teilweise,  werden  die  Verfahrenskosten  ermässigt  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Keine  Verfahrenskosten werden Vorinstanzen auferlegt  (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  Da  der  Beschwerdeführer  mit  seinem  Hauptantrag  um  Erlass  einer  positiven Risikoverfügung und mit vorliegendem Entscheid einzig Ziffer 3  bis  5  der  angefochtenen  Risikoverfügung  aufgehoben  werden,  ist  im  Kostenpunkt  von  einem  Unterliegen  zu  2/3  auszugehen.  Dem  Beschwerdeführer  sind  daher  reduzierte  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 1'000.–  aufzuerlegen.  Vom  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'500.– sind ihm nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils  Fr. 500.– zurückzuerstatten. 11.2.  Da  der  Beschwerdeführer  teilweise  obsiegt,  ist  ihm  eine  Parteientschädigung  für  ihm  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m.  Art. 7  Abs. 1  und  2  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2]).  Wird  wie  vorliegend  keine  Kostennote  eingereicht,  so  setzt  das  Gericht  die  Entschädigung  aufgrund  der  Akten  fest  (Art. 14  Abs. 2  VGKE).  Entsprechend  dem  teilweisen  Obsiegen  steht  dem  Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 800.– (inkl.  Mehrwertsteuer  und  Auslagen)  zu.  Diese  ist  dem  Beschwerdeführer  durch die Vorinstanz zu entrichten (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  In  teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositivziffern 3  bis 5 der angefochtenen Verfügung aufgehoben. 2.  Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

A­5050/2011 3.  Dem  Beschwerdeführer  werden  reduzierte  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'000.–  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'500.­­  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 500.–  wird  dem  Beschwerdeführer  nach Eintritt  der Rechtskraft  des  vorliegenden Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht seine Post­ oder Bankverbindung anzugeben. 4.  Die  Vorinstanz  hat  dem  Beschwerdeführer  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von  Fr.  800.–  (inkl. Mehrwertsteuer  und Auslagen)  zu entrichten. 5.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Einschreiben) – das Generalsekretariat VBS (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Kneubühler Andreas Meier Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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