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Bundesverwaltungsgericht 19.12.2011 A-4035/2011

19. Dezember 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,227 Wörter·~11 min·1

Zusammenfassung

Datenschutz | Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­4035/2011 Urteil   v om   1 9 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter André Moser, Richter Beat Forster,    Gerichtsschreiber Benjamin Kohle. Parteien A._______,   vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  Effingerstrasse 4a, 3001 Bern, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem  ZEMIS.

A­4035/2011 Sachverhalt: A.  A._______ reiste am 23. Juni 2003  in die Schweiz ein und ersuchte um  Asyl.  Anlässlich  der  Empfangsstellenbefragung  vom  26. Juni  2003  machte er folgende Angaben zu seinen Personalien:  Name: A._______ Vorname: Geburtsdatum: (…) Offizielle Ausweispapiere hat er zum Zeitpunkt der  Empfangsstellenbefragung keine abgegeben. Anlässlich einer Anhörung durch den Migrationsdienst  des Kantons  (…)  am  25.  August  2003  brachte  A._______  zum  Nachweis  seiner  vorerwähnten  Angaben  eine  Identitätskarte  (…)  bei.  Auf  Nachfrage  hin  gab  er  an,  die  Identitätskarte  von  (…)  aus  (…)  zugestellt  erhalten  zu  haben.  Er  besitze  auch  einen  Reisepass,  dieser  sei  jedoch  abgelaufen  und  befinde  sich  vermutlich  an  seinem  ehemaligen Wohnort  in  (…).  Im  automatisierten  Personenregistratursystem  (heute  Zentrales  Migrationsinformationssystem  [ZEMIS])  wurden  die  Personalien  von  A._______ entsprechend seinen Angaben erfasst. B.  Das Bundesamt  für  Flüchtlinge  (heute:  Bundesamt  für Migration  [BFM])  stellte  mit  Verfügung  vom  27. November  2003  und,  auf  ein  zweites  Begehren  hin, mit  Verfügung  vom  30. Mai  2008  fest,  A._______  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  lehnte  dessen  Asylgesuche  ab.  Beide  Verfügungen  wurden  vom  Bundesverwaltungsgericht  auf  Beschwerden  hin  bestätigt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­ 3604/2006 vom 15. Mai 2007 und Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  D­4542/2008 vom 8. Juni 2010). C.  Mit Schreiben vom 24. Juni 2010 teilte A._______ dem BFM mit, er habe  im  Asylverfahren  falsche  Angaben  zu  seinen  Personalien  gemacht  und  eine falsche Identitätskarte abgegeben. Seine Personalien würden richtig  lauten:

A­4035/2011 Name: B._______ Vorname: Geburtsdatum: (…) A._______ stellte  in Aussicht,  seine  richtige  Identitätskarte beizubringen  und ersuchte das BFM, hiernach die im ZEMIS erfassten Daten zu seinen  Personalien zu berichtigen.  Mit  Schreiben  vom  30.  August  2010  reichte  A._______  dem  BFM  zum  Nachweis  seiner  richtigen  Personalien  eine  Identitätskarte  (…)  samt  deutscher Übersetzung ein. Die Identitätskarte lautet der Übersetzung zu  Folge  auf  B._______,  geb.  am  (…).  Ebenfalls  eingereicht  wurde  die  unvollständige  Kopie  eines  Geburtsscheins  sowie  eine  deutsche  Übersetzung. D.  Mit Schreiben vom 18. Oktober 2010  teilte das BFM A._______ mit,  es  werde die beantragte Berichtigung der Personalien als Aliasname führen,  im Übrigen aber keine Änderung der Personalien  im ZEMIS vornehmen.  A._______  seinerseits  hielt  mit  Schreiben  vom  25. Oktober  2010  an  seinem Begehren um Berichtigung fest. E.  Das  BFM  unterzog  daraufhin  beide  von  A._______  beigebrachten  Identitätskarten  einer  Echtheitsprüfung.  In  einer  Aktennotiz  vom  11. November  2010  ist  festgehalten,  dass  beide  Identitätskarten  keine  objektiven Fälschungsmerkmale aufweisen. F.  Auf  Aufforderung  des  BFM  brachte  A._______  mit  Schreiben  vom  30. November 2010 das Original seiner Geburtsurkunde samt deutscher  Übersetzung sowie das Original seines (…) Führerscheins bei.  G.  Das BFM stellte mit Schreiben vom 30. Dezember 2010 in Aussicht, das  Begehren  um  Berichtigung  der  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  abzuweisen.  Zur  Begründung  verwies  das  BFM  auf  die  Echtheit  beider  Identitätskarten  und  den  Umstand,  dass  Führerschein  und  Geburtsurkunde  keine  rechtsgenüglichen  Ausweisdokumente  darstellen  würden. Eine Berichtigung der Personalien könne daher nur bei Vorliegen  eines  Reisepasses  vorgenommen  werden.  Das  BFM  bot  A._______ 

A­4035/2011 Gelegenheit, sich zur in Aussicht gestellten Abweisung seines Begehrens  zu äussern.  H.  A._______ hielt mit Schreiben vom 13. Januar 2011 an seinem Begehren  fest. Zudem reichte er dem BFM die deutsche Übersetzung einer von ihm  abgegebenen  eidesstattlichen  Erklärung  sowie  eine  notarielle  Bestätigung seines Zivilstandes ein.  Mit Schreiben vom 28. Februar 2011 legte A._______ mehrere Urkunden  ins  Recht,  um  zu  belegen,  dass  sich  der  echte  A._______,  dessen  Identität  er  im  Asylverfahren  angenommen  habe,  nach  wie  vor  in  (…)  aufhält. Konkret legte er eine Wohnsitzbestätigung, ausgestellt von einem  Standesbeamten,  beglaubigte  Kopien  eines  Führerausweises  und  einer  Identitätskarte (…) sowie zwei beglaubigte eidesstattliche Erklärungen ins  Recht. Allen Urkunden liegen zudem deutsche Übersetzungen bei. I.  Mit  Verfügung  vom  8.  Juni  2011  wies  das  BFM  das  Begehren  von  A._______  um  Berichtigung  seiner  Personalien  im  ZEMIS  ab.  Zur  Begründung hielt das BFM zunächst fest, Änderungen im ZEMIS würden  nur  während  eines  anhängigen  Asylverfahrens  vorgenommen.  Weiter  führt das BFM aus, beide von A._______ beigebrachten  Identitätskarten  würden  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  aufweisen,  weshalb  die  zuletzt  beigebrachte  Identitätskarte  als  Beweis  für  die  korrekte  Identität  nicht  ausreiche.  Eine  Berichtigung  der  Personalien  könne  nur  bei  Vorliegen eines Reisepasses vorgenommen werden.  J.  Mit  Eingabe  vom  18.  Juli  2011  erhebt  A._______  (Beschwerdeführer)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt,  die  Verfügung des BFM  (Vorinstanz)  vom 8. Juni  2011  sei  aufzuheben und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  8. Juni  2011  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  Personalien  im  ZEMIS  wie beantragt zu berichtigen.  Zur  Begründung  verweist  der  Beschwerdeführer  auf  die  ins  Recht  gelegten Urkunden,  insbesondere  auf  die  Identitätskarte  (…). Damit  sei  belegt, dass er nicht A._______, geb. am (…), sondern B._______, geb.  am (…), sei. Der echte A._______ wohne vielmehr nach wie vor  in (…), 

A­4035/2011 was  durch  Vorlage  insbesondere  einer  beglaubigten  Kopie  von  dessen  neuer  Identitätskarte  (…)  ebenfalls  belegt  worden  sei.  Indem  die  Vorinstanz  das  Begehren  um  Berichtigung  der  Personalien  gleichwohl  abweise,  verletze  sie  Bundesrecht,  insbesondere  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1992  über  den  Datenschutz  (DSG,  SR  235.1).  Die  Vorinstanz  sei  zudem  mit  keinem  Wort  auf  die  ins  Recht  gelegten Urkunden  betreffend  den  echten  A._______  eingegangen  und  habe damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör  verletzt.  Schliesslich  erweise  sich  die  Argumentation  der  Vorinstanz,  wonach  die  Personalien  lediglich  unter  Vorlage  eines  Reisepasses  geändert  würden,  als  Zirkelschluss,  könne  doch  der  Reisepass  erst  beantragt werden, nachdem die Personalien im ZEMIS berichtigt seien. K.  Die Vorinstanz beantragt  in  ihrer Vernehmlassung vom 16. August 2011  unter  Verweis  auf  die  angefochtene  Verfügung,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen. L.  Der  Beschwerdeführer  nimmt  mit  Schreiben  vom  31.  August  2011  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stellung.  Auf  die  Ausführungen  wird,  soweit erforderlich, in der Erwägungen Bezug genommen.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  nach  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  soweit  diese  von  einer  Behörde  im  Sinne  von  Art. 33  VGG  erlassen  worden  sind.  Bei  der  Vorinstanz handelt es sich um eine Dienststelle der Bundesverwaltung im  Sinne  von  Art. 33  Bst. d  VGG.  Ein  Ausnahmegrund  nach  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor  und  die  angefochtene  Verfügung  stellt  ein  zulässiges  Anfechtungsobjekt  dar.  Damit  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  für  die  Beurteilung  der  erhobenen  Beschwerde  sachlich  zuständig.  Das  Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes  bestimmt (Art. 37 VGG).

A­4035/2011 1.2.  Zur  Beschwerde  ist  nach  Art. 48  Abs. 1  VwVG  legitimiert,  wer  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorinstanzlichen  Verfahren  mit  seinem  Begehren  nicht  durchgedrungen  und daher  formell  beschwert. Da die  verlangte Berichtigung Daten über  ihn selbst betrifft,  ist er überdies materiell beschwert.  In Fällen wie dem  vorliegenden  haben  Betroffene  stets  ein  schutzwürdiges,  aktuelles  Interesse  an  der  Berichtigung  unrichtiger  Daten  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4615/2009  vom  16. März  2010  E. 2;  URS  MAURER­LAMBROU,  in: Maurer­Lambrou/Vogt  [Hrsg.], Datenschutzgesetz,  Basler  Kommentar,  2. Aufl.,  Basel  2006,  Art. 5  N 16;  JAN  BANGERT,  in:  Maurer­Lambrou/Vogt  [Hrsg.],  Datenschutzgesetz,  Basler  Kommentar,  2. Aufl.,  Basel  2006,  Art. 25  N 33).  Der  Beschwerdeführer  ist  demnach  zur Beschwerde legitimiert.  1.3. Auf  die  im Übrigen  form­  und  fristgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art. 50  und  52  Abs. 1  VwVG)  ist  aus  diesen  Gründen  einzutreten.  Anzumerken  ist,  dass  die  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers  rechtskräftig  abgeschlossen  sind  und  demnach  Streitgegenstand  einzig  die anbegehrte, von der Vorinstanz  jedoch verweigerte Berichtigung der  Personalien  ist.  Darüber  ist  in  materieller  Hinsicht  nach  dem  DSG  und  dem  VwVG  zu  befinden  (Art. 19  Abs. 1  der  Verordnung  vom  12. April  2006  über  das  Zentrale  Migrationsinformationssystem  [ZEMIS­ Verordnung,  SR 142.513]).  Vorab  ist  jedoch  die  formelle  Rüge  des  Beschwerdeführers  zu  prüfen,  die  Vorinstanz  habe  ihre  Verfügung  unzureichend  begründet  sowie  Beweise  nicht  abgenommen  und  damit  den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt.  2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG).  3.  3.1. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der Parteien  tatsächlich hört,  prüft und  in der Entscheidfindung berücksichtigt  (BGE 136 I 229 E. 5.2). 

A­4035/2011 Damit  hängt  die  Pflicht  der  Behörde  zusammen,  ihre  Verfügung  zu  begründen,  da  sich  meist  nur  anhand  der  Verfügungsbegründung  feststellen  lässt,  ob  die  Behörde  ihrer  Prüfungs­  und  Berücksichtigungspflicht  nachgekommen  ist.  Die  Rechtsprechung  leitet  daher aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör eine Begründungspflicht  der Behörde ab  (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG; BGE 136  I  229 E. 5.2; BGE  117 Ib 481 E. 6b/bb). Die Begründungspflicht dient derart als Surrogat der  Prüfungs­  und  Berücksichtigungspflicht  (BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich 2009, Art. 32 N 21). 3.2.  Die  Anforderungen  an  die  Begründung  einer  Verfügung  sind  im  Einzelfall  unter  Berücksichtigung  aller  Umstände  zu  bestimmen.  Jedenfalls  muss  die  Begründung  so  abgefasst  sein,  dass  sich  der  Betroffene  über  deren  Tragweite  Rechenschaft  geben  und  sie  sachgerecht anfechten kann. Es sind wenigstens kurz die Überlegungen  zu nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich  ihr  Entscheid  stützt  (BGE  136 I 229  E. 5.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8516/2010  vom  15. November  2011  E. 3.2).  Dabei  muss  die  Begründung  nicht  zwingend  in  der  Verfügung  selbst enthalten sein. Es genügt, wenn sie den Parteien aufgrund eines  früheren  Schriftenwechsels  oder  aufgrund  vorangegangener  Verhandlungen  bekannt  ist  (BGE 113  II  204  E. 2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4597/2009  vom  17. Juni  2010  E. 2.5.1;  LORENZ KNEUBÜHLER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 8 zu Art. 35).  3.3. Ebenso mit  dem Anspruch auf  rechtliches Gehör  vereinbar  ist  eine  pflichtgemäss  durchgeführte  antizipierte  Beweiswürdigung.  Die  Behörde  ist  lediglich  verpflichtet,  sachverhaltserhebliche  Beweise  abzunehmen.  Sie  darf  demgegenüber  auf  die  Abnahme  und  umfassende  Würdigung  von  Beweisen  verzichten,  wenn  diese  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  betreffen,  offensichtlich  untauglich  sind  oder  sich  der  Sachverhalt  auch  sonst  genügend  ermitteln  lässt  (Urteil  des  Bundesgerichts  1P.382/2005  vom 30. November 2005 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­ 103/2011  vom  21. September  2011  E. 3.2.2;  PATRICK  L.  KRAUSKOPF/KATRIN  EMMENEGGER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 12 N 29­31). Dieser  Verzicht verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör dann, wenn sich die 

A­4035/2011 antizipierte  Beweiswürdigung  als  willkürlich  erweist,  sich  also  nicht  sachlich begründen lässt (BGE 131 I 153 E. 3). 3.4. Die Vorinstanz hat  in ihrem Schreiben vom 30. Dezember 2010 und  in der angefochtenen Verfügung die wesentlichen Überlegungen genannt,  von  denen  sie  sich  hat  leiten  lassen.  Sie  geht  davon  aus,  dass  Personalien,  die  durch  eine  Identitätskarte  ohne  objektive  Fälschungsmerkmale  belegt  worden  sind,  nicht  bereits  durch  Vorlage  einer  zweiten  Identitätskarte  unrichtig  werden.  Des  Weiteren  hält  die  Vorinstanz  Urkunden,  die  keine  rechtsgenüglichen  Ausweisdokumente  darstellen, für unbeachtlich, wenn gleichzeitig eine Identitätskarte vorliegt.  Vor  diesem  Hintergrund  durfte  die  Vorinstanz  unter  Vornahme  einer  antizipierten  Beweiswürdigung  die  weiteren  vom  Beschwerdeführer  beigebrachten  Urkunden  unbeachtet  lassen,  ohne  damit  dessen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  zu  verletzen.  Es  ist  zudem  nicht  ersichtlich  und  wird  nicht  gerügt,  dass  dem  Beschwerdeführer  ein  sachgerechtes Anfechten der Verfügung verunmöglicht worden wäre. Der  Vorwurf  des  Beschwerdeführers,  die  Vorinstanz  habe  seinen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  geht  damit  fehl.  Anzumerken  ist,  dass  dieses  Ergebnis  einzig  die  formelle  Rüge  der  Gehörsverletzung  betrifft.  Ob die angefochtene Verfügung auch einer materiellen Prüfung standhält,  ist im Folgenden zu prüfen. 4.  4.1. Nach Art. 5 Abs. 1 DSG muss sich die Behörde, die Personendaten  bearbeitet,  über deren Richtigkeit  vergewissern. Eine eigentliche Pflicht,  dass  nur  richtige  Daten  bearbeitet  werden  dürfen,  besteht  damit  nicht.  Betroffene  Personen  können  nach  Art. 5  Abs. 2  DSG  aber  verlangen,  dass  unrichtige  Personendaten  berichtigt  werden,  wobei  auf  die  Berichtigung  ein  absoluter  und  uneingeschränkter  Anspruch  besteht  (MAURER­LAMBROU,  a.a.O.,  Art. 5  N 11  und  16).  Richtig  sind  Personendaten immer dann, wenn sie eine Tatsache oder einen Umstand  im  Hinblick  auf  ihren  Bearbeitungszweck  sachgerecht  wiedergeben  (DAVID  ROSENTHAL,  in:  Rosenthal/Jöhri,  Handkommentar  zum  Datenschutzgesetz,  Zürich  2008,  Art. 5  N 1).  Handelt  es  sich  bei  den  bearbeiteten Daten wie vorliegend um Personalien, die der  Identifikation  einer  Person  dienen,  sind  hohe  Anforderungen  an  deren  Richtigkeit  zu  stellen. 4.2. Das ZEMIS,  in dem die Personalien des Beschwerdeführers erfasst  sind, wird nach Art. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 über das 

A­4035/2011 Informationssystem  für  den  Ausländer­  und  Asylbereich  (BGIAA,  SR 142.51) von der Vorinstanz geführt. Entsprechend sind Begehren um  Berichtigung  von  Personendaten  an  diese  zu  richten  (Art. 6  Abs. 1  BGIAA).  Die  Pflicht,  unrichtige  Personendaten  zu  berichtigen,  besteht  dabei entgegen der Auffassung der Vorinstanz unabhängig davon, ob ein  Asylverfahren anhängig oder bereits rechtskräftig abgeschlossen ist. Der  Berichtigungsanspruch betroffener Personen ist absoluter Natur, so dass  seine  Geltendmachung  grundsätzlich  keiner  zeitlichen  Beschränkung  unterliegt. 4.3.  Bestreitet  eine  betroffene  Person  die  Richtigkeit  der  bearbeiteten  Daten,  wird  die  Behörde  für  deren  Richtigkeit  beweispflichtig.  Diese  Verteilung der Beweisführungslast ergibt sich bereits aus Art. 12 VwVG,  wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt. Dieser  Untersuchungsgrundsatz  gilt  umfassend,  wenn  die  Behörde  wie  vorliegend  im  Bereich  der  Eingriffsverwaltung  tätig  ist  (KRAUSKOPF/EMMENEGGER,  a.a.O.,  Art.  12  N 11).  Zudem  bringt  es  die  Vergewisserungspflicht  nach  Art. 5  Abs. 1 DSG  mit  sich,  dass  die  Behörde  auf  ein  substantiiertes  Berichtigungsgesuch  hin  die  Richtigkeit  der  von  ihr  bearbeiteten  Personendaten  von  Amtes  wegen  überprüfen  muss. Die Mitwirkungspflicht nach Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet  die  betroffene  Person  immerhin  dazu,  der  Behörde  konkrete  Anhaltspunkte  für  die  Unrichtigkeit  der  bearbeiteten  Daten  bzw.  für  die  Richtigkeit der verlangten Berichtigung zu unterbreiten (BANGERT, a.a.O.,  Art. 25  N 47;  YVONNE  JÖHRI,  in:  Rosenthal/Jöhri,  Handkommentar  zum  Datenschutzgesetz, Zürich 2008, Art. 25 N 21). Die materielle Beweislast,  also  die  Folgen  der  Beweislosigkeit,  trägt  grundsätzlich  die  Behörde,  wenn sie wie vorliegend  im Bereich der Eingriffsverwaltung  tätig  ist. Nur  wenn eine betroffene Person anspruchsbegründende Tatsachen nicht zu  beweisen  vermag,  trägt  sie  die  Beweislast  selbst  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­4615/2009 vom 16. März 2010 E. 4.1). 4.4.  Zum  Beweismass  kennt  das  VwVG  keine  starren  Regeln.  Die  Behörde  hat  einen  Sachverhalt  unter  Berücksichtigung  der  Gesamtheit  der ihr zur Verfügung stehenden Erkenntnisse zu werten. Massgebend ist  die Überzeugung der Behörde vom Vorhandensein einer Tatsache, wobei  ein so hoher Grad an Wahrscheinlichkeit genügt, dass keine vernünftigen  Zweifel bleiben. Unumstössliche Gewissheit ist nicht vorausgesetzt (Urteil  des  Bundeverwaltungsgerichts  A­4615/2009  vom  16. März  2010  E. 4.1;  KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., Art. 12 N 214). Vor diesem Hintergrund  sind  nachfolgend  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  und  die  vom 

A­4035/2011 Beschwerdeführer  verlangte  Berichtigung  auf  ihre  Richtigkeit  hin  zu  prüfen.  4.5.  4.5.1.  Die  im  ZEMIS  erfassten  Pesonalien  beruhen  auf  einer  vom  Beschwerdeführer  im  Asylverfahren  beigebrachten  Identitätskarte,  die  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  aufweist.  Die  Vorinstanz  hat  der  Identitätskarte daher zu Recht erheblichen Beweiswert zuerkannt, handelt  es sich doch um ein amtliches Dokument mit Fotografie, dessen Zweck  es  ist,  die  Identität  seines  Inhabers  nachzuweisen  (vgl.  BVGE  2007/7  E. 5.2).  Demgegenüber  sind  die  vom  Beschwerdeführer  zuletzt  beigebrachten  Urkunden  keine  rechtsgenüglichen  Ausweisdokumente  und  können  ohne  Legalisation  oder  Apostille  auch  nicht  als  öffentliche  Urkunden gelten, denen erhöhte Beweiskraft zukäme. Sie vermögen nicht  mehr  als  blosse Hinweise  darauf  zu  geben,  dass  der  echte  A._______  tatsächlich in (…) lebt und entsprechend nicht der Beschwerdeführer sein  kann.  Insgesamt wiegen aber  diese Hinweise  nicht  derart  schwer,  dass  gewichtige  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  im  ZEMIS  eingetragenen  Personalien entstünden. Diese gründen auf einer vom Beschwerdeführer  beigebrachten  Identitätskarte  und  vermögen  so  die  Personalien  des  Beschwerdeführers sachgerecht wiederzugeben.  4.5.2. Zum Nachweis der Richtigkeit der verlangten Berichtigung legt der  Beschwerdeführer eine weitere Identitätskarte, eine Geburtsurkunde und  einen  (…)  Führerausweis  ins  Recht.  Die  Identitätskarte  weist  ebenfalls  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  auf,  so  dass  auch  ihr  ein  erheblicher  Beweiswert  zukommt.  Demgegenüber  stellen  die  ebenfalls  ins  Recht  gelegte  Geburtskurkunde  und  der  Führerschein  keine  rechtsgenüglichen  Ausweisdokumente  dar  und  haben  entsprechend  unbeachtet zu bleiben  (vgl. BVGE 2007/7 E. 6).  Insgesamt bestehen an  der  Richtigkeit  der  anbegehrten  Änderung  für  sich  allein  keine  vernünftigen  Zweifel.  Die  zweite  ins  Recht  gelegte  Identitätskarte  ist  genauso wie  die  im Asylverfahren  abgegebene  Identitätskarte  geeignet,  die Personalien des Beschwerdeführers sachgerecht wiederzugeben. 4.5.3.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  beiden  Identitätskarten  derselbe  Beweiswert  zukommt  und  keine  direkten  Beweise  vorliegen,  dass die  im ZEMIS erfassten Personalien unrichtig  sind. Folglich haben  sowohl  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  wie  auch  die  verlangte  Berichtigung  jeweils  für  sich  genommen  als  richtig  zu  gelten. Grund  für  diese  auf  den  ersten  Blick  bestehende  Widersprüchlichkeit  ist  der 

A­4035/2011 Umstand, dass die im ZEMIS erfassten Daten in der Regel einzig auf den  Angaben  der  betroffenen Personen  beruhen.  Vorliegend  ist weiter  nicht  ersichtlich,  dass  entweder  die  einen  oder  die  anderen  Personalien  als  wahrscheinlicher  zu  gelten  hätten.  Was  sich  daraus  in  Bezug  auf  das  Begehren des Beschwerdeführers ergibt, ist nachfolgend zu prüfen. 5.  5.1.  In  Fällen,  in  denen  sich  weder  die  Richtigkeit  der  bearbeiteten  Personendaten  noch  die  Richtigkeit  einer  verlangten  Berichtigung  beweisen  lässt,  dürfen  grundsätzlich weder  die  einen noch die  anderen  Daten bearbeitet werden. Dies  ist aber nicht  immer möglich.  Im Hinblick  auf  die  Erfüllung  wichtiger  öffentlicher  Aufgaben  müssen  gewisse  Personendaten,  zu  denen  bei  Asylsuchenden  die  Personalien  gehören,  notwendigerweise  bearbeitet  werden.  In  solchen  Fällen  überwiegt  das  öffentliche  Interesse  an  der  Bearbeitung möglicherweise  unzutreffender  Daten  das  Interesse  an  deren  Richtigkeit.  Das  Gesetz  hält  mit  Art.  25  Abs. 2 DSG für solche Fälle eine Spezialbestimmung mit ausgleichender  Funktion  bereit:  Kann  weder  die  Richtigkeit  noch  die  Unrichtigkeit  von  Personendaten  bewiesen  werden,  hat  die  zuständige  Bundesbehörde  einen Vermerk anzubringen, dass die Richtigkeit der betreffenden Daten  umstritten  ist  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2058/2011  vom  22.  September  2011  E. 5.1;  BANGERT,  a.a.O,  Art. 25  N 53).  Der  Bestreitungsvermerk  ist  nach  konstanter  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts von Amtes wegen anzubringen und dies bei  jenen Daten, die als wahrscheinlicher gelten. Spricht also mehr  für eine  anbegehrte  Berichtigung,  so  sind  die  Personendaten  zunächst  zu  berichtigen  und  die  berichtigten  Einträge  anschliessend  mit  dem  Bestreitungsvermerk zu versehen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  A­4615/2009 vom 6. März 2010 E. 4.9). 5.2. Der nach dem Wortlaut von Art. 25 Abs. 2 DSG erfasste Sachverhalt  stimmt  –  im  Ergebnis  –  mit  dem  vorliegenden  überein.  Denn  natürlich  kann  der Beschwerdeführer  nicht  zwei  Identitäten  besitzen.  Liegen  also  wie vorliegend unterschiedliche Personalien vor, die zwar jeweils für sich  genommen  richtig  sind,  vermögen  im  Ergebnis  weder  die  bearbeiteten  Daten  noch  die  verlangte  Berichtigung  als  richtig  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1 DSG zu gelten. Der Sachverhalt  ist  also  derselbe, wie wenn die  Richtigkeit weder der einen noch der anderen Personendaten hinreichend  bewiesen  werden  könnte.  Art.  25  Abs.  2  DSG  ist  daher  auf  den  vorliegenden Sachverhalt anwendbar. 

A­4035/2011 5.3.  Nicht  anwendbar  ist  demgegenüber  die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts,  wonach  der  Bestreitungsvermerk  bei  jenen  Personendaten  anzubringen  ist,  die  als  wahrscheinlicher  gelten.  Vorliegend sind –  für sich genommen – sowohl die  im ZEMIS erfassten  Personalien  wie  auch  die  verlangte  Berichtigung  als  richtig  anzusehen.  Zwar  ist  auch  wegen  des  Eingriffscharakters  der  Datenbearbeitung  auf  den  ersten  Blick  nicht  ersichtlich,  weshalb  dem  Begehren  des  Beschwerdeführers um Berichtigung nicht entsprochen werden sollte. Es  ist  jedoch  zu  beachten,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Asylverfahren  nach Art. 8 Abs. 1 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR  142.31)  verpflichtet  war,  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken  und  seine  Identität  offen  zu  legen.  Diese  verstärkte  Mitwirkungspflicht relativiert den Eingriffscharakter der Datenbearbeitung,  wenn  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  wie  vorliegend  auf  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  und  der  von  ihm  beigebrachten  Identitätskarte  beruhen.  Hinzu  kommt,  dass  der  Beschwerdeführer  acht  Jahre unter den  im ZEMIS erfassten Personalien  in der Schweiz gelebt  hat.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  kein  Grund  ersichtlich,  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  allein  aufgrund  einer  zweiten  ins  Recht  gelegten  Identitätskarte  zu berichtigen. Mit  der Vorinstanz  ist  davon auszugehen,  dass  in  Fällen  wie  dem  vorliegenden,  da  zwei  Identitätskarten  ohne  objektive  Fälschungsmerkmale  vorliegen,  ein  Reisepass  als  die  einzige  Möglichkeit  erscheint,  die Personalien des Beschwerdeführers  unstreitig  zu  belegen.  Der  Beschwerdeführer  hätte  zum  Nachweis  seiner  Personalien  immerhin  seinen  abgelaufenen  Reisepass,  den  er  eigenen  Angaben  zufolge  besitzt,  beibringen  können  (vgl.  BVGE  2007/7  E. 6).  Sodann  ist  nicht  ersichtlich  und  wird  auch  nicht  hinreichend  dargelegt,  inwiefern es dem Beschwerdeführer trotz Vorliegens einer Identitätskarte  nicht möglich sein soll, gültige Reisedokumente für die Rückkehr in seine  Heimat  zu  beschaffen.  Der  Vorhalt  des  Beschwerdeführers,  die  Argumentation  der  Vorinstanz  komme  einem  Zirkelschluss  gleich,  ist  demnach  unbegründet.  Im  Grundsatz  ist  daher  die  Beschwerde  abzuweisen, soweit eine Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und  eine  Berichtigung  der  Personalien  im  ZEMIS  verlangt  wird.  Es  bleibt  nachfolgend zu prüfen, ob die im ZEMIS erfassten Personalien mit einem  Bestreitungsvermerk zu versehen sind.  5.4. Die Vorinstanz hält  in  ihrer Verfügung fest, es bestehe mit Blick auf  die  im  Asylverfahren  abgegebene  Identitätskarte  kein  Anlass,  allein  aufgrund  einer  zweiten  Identitätskarte  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  zu  berichtigen.  Auch  einen  Bestreitungsvermerk  bringt  die 

A­4035/2011 Vorinstanz  nicht  an.  Sie  übersieht  dabei,  dass  insgesamt  weder  die  im  ZEMIS erfassten Personalien noch die verlangte Berichtigung als  richtig  im  Sinne  von  Art. 5  Abs.  1  DSG  zu  gelten  vermögen.  Es  ist  daher  angezeigt,  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  mit  einem  Bestreitungsvermerk zu versehen.  5.5.  Insgesamt  ergibt  sich,  dass  sowohl  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien wie auch die verlangte Berichtigung  für sich genommen als  richtig  anzusehen  sind.  Vor  diesem  Hintergrund  und  mit  Blick  auf  den  verminderten  Eingriffscharakter  der  Datenbearbeitung  besteht  kein  Grund,  die  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  zu  berichtigen.  Da  jedoch  insgesamt weder die im ZEMIS erfassten Personalien noch die verlangte  Berichtigung  als  richtig  im  Sinne  von  Art. 5  Abs.  1  DSG  zu  gelten  vermögen,  ist  bei  den  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  ein  Vermerk  anzubringen,  dass  Name,  Vorname  und  Geburtsdatum  umstritten  sind.  Insofern  ist  die  Beschwerde  teilweise  gutzuheissen,  im  Übrigen  aber  abzuweisen. 6.  6.1.  Die  Kosten  des  Verfahrens  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  werden  in  der Regel  der  unterliegenden  Partei  auferlegt  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Vorliegend  gilt  der  Beschwerdeführer  als  zu  drei  Vierteln  unterliegend.  Es  wurde  ihm  jedoch  mit  Zwischenverfügung  vom  1. September 2011 die unentgeltliche Prozessführung erteilt, weshalb ihm  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind  (Art.  65  Abs. 1  VwVG).  Die  teilweise unterliegende Vorinstanz hat als Bundesbehörde ebenfalls keine  Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 6.2.  Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  ist  mit  Zwischenverfügung  vom  1. September  2011  als  unentgeltlicher  Rechtsvertreter eingesetzt worden und hat eine Kostennote  in der Höhe  von  Fr. 3'070.30.­­  (inkl.  Mehrwertsteuer)  eingereicht.  Die  Parteientschädigung wird  in dieser Höhe  festgesetzt und der Vorinstanz  im  Umfang  ihres  Unterliegens  auferlegt.  Die  Vorinstanz  hat  demnach  Fr. 767.60.­­  zu  entrichten.  Die  übrigen  drei  Viertel  der  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 2'302.70.­­  sind  aus  der  Gerichtskasse  zu  leisten  (Art.  64  Abs.  2  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110] in analoger Anwendung).  7.  Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  auf  dem  Gebiet  des 

A­4035/2011 Datenschutzes  sind  nach  Art. 35  Abs. 2  der  Verordnung  vom  14.  Juni  1993 zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem  Eidgenössischen  Datenschutz­  und  Öffentlichkeitsbeauftragen  bekannt  zu geben.  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen  und  die  Vorinstanz  angewiesen,  bei  den  im  ZEMIS  erfassten  Personalien  einen  Vermerk  anzubringen, dass Name, Vorname und Geburtsdatum umstritten sind.  2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dem  Beschwerdeführer  wird  eine  Parteikostenentschädigung  von  Fr. 3'070.30.­­  zugesprochen. Diese wird der Vorinstanz  im Umfang von  Fr.  767.60.­­  zur  Bezahlung  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  dieses  Urteils  auferlegt  und  im  Übrigen  im  Umfang  von  Fr.  2'302.70.­­  aus  der  Gerichtskasse  ausgerichtet.  Betreffend  den  aus  der  Gerichtskasse  zu  leistenden  Anteil  der  Parteikostenentschädigung  hat  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht  einen  Einzahlungsschein  zuzustellen  oder  seine  Kontonummer  bekannt  zu  geben.  4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (…; Einschreiben) – das Eidgenössische Departement für Justiz und Polizei (Gerichtsurkunde) – den  Eidgenössischen  Datenschutz­  und  Öffentlichkeitsbeauftragten  (z.K., B­Post)

A­4035/2011 Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Benjamin Kohle Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Frist steht still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 Abs.  1 Bst. c BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-4035/2011 — Bundesverwaltungsgericht 19.12.2011 A-4035/2011 — Swissrulings