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Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 A-3762/2010

25. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·6,588 Wörter·~33 min·2

Zusammenfassung

Hochspannungsleitungen | Plangenehmigung vom 26. April 2010; Um- und Neubau der 220/132 kV-Leitung Innertkirchen - Mühleberg, Abschnitt Wattenwil - Gasel - Mühleberg

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­3762/2010 Urteil   v om   2 5 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richter André Moser, Richter Markus Metz,    Gerichtsschreiberin Mia Fuchs. Parteien 1. Gemeinde Riggisberg, handelnd durch den  Gemeinderat, 3132 Riggisberg, und Mitbeteiligte, alle vertreten durch Rechtsanwalt Roland Geiger, Flückiger  Geiger Partner Rechtsanwälte AG, Länggassstrasse 29,  Postfach 8915, 3001 Bern, 2. Einwohnergemeinde Köniz, handelnd durch den  Gemeinderat, Direktion Planung und Verkehr,  Landorfstrasse 1, 3098 Köniz, 3. A._______ und B._______, beide vertreten durch Fürsprecher Dr. Res Nyffenegger, Beschwerdeführende/Beschwerdegegner gegen BKW FMB Energie AG, Bahnhofstrasse 20, 3072  Ostermundigen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Güngerich und  Rechtsanwältin Anita Buri, Kellerhals Anwälte,  Kapellenstrasse 14, Postfach 6916, 3001 Bern Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin,

und Bundesamt für Energie BFE, Sektion Elektrizitäts­ und  Wasserrecht, Postfach, 3003 Bern, Vorinstanz, sowie swissgrid ag, Werkstrasse 12, 5080 Laufenburg, Beigeladene, Gegenstand Plangenehmigung vom 26. April 2010; Um­ und Neubau der  220/132 kV­Leitung Innertkirchen ­ Mühleberg, Abschnitt  Wattenwil ­ Gasel ­ Mühleberg.

A­3762/2010 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  vom  26. April  2010  erteilte  das  Bundesamt  für  Energie  (BFE)  der  BKW  FMB  Energie  AG  (BKW)  die  Plangenehmigung  mit  Auflagen für die 220/132 kV­Leitung Innertkirchen – Mühleberg, Abschnitt  Wattenwil  –  Gasel  –  Mühleberg  (Planvorlage  L­199892).  Das  Projekt  sieht vor, die Teilstrecke Wattenwil – Mühleberg als doppelsträngige 220  kV­Leitung  auszubauen,  damit  diese,  wie  schon  der  Abschnitt  Innertkirchen  – Wattenwil,  ebenfalls mit  220 kV  betrieben werden  kann.  Damit soll die Lücke  im bestehenden 220 kV­Netz geschlossen und die  Versorgungssicherheit erhöht werden. Als Auflage wurde unter anderem  verfügt,  dass  die  Leitung  ab  Mast  291  bis  Mast  302  als  erdverlegtes  Kabel  zu  führen  und  dafür  ein  gesondertes  Plangenehmigungsgesuch  beim  Eidgenössischen  Starkstrominspektorat  (ESTI)  einzureichen  sei  (Dispositiv Ziff. 7.8.3). B.  Gegen  diese  Plangenehmigungsverfügung  haben  am  26. Mai  2010  die  Einwohnergemeinde  Köniz  (Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2;  Verfahren  A­3811/2010),  am  28. Mai  2010  A._______  und  B._______  (Beschwerdeführende/Beschwerdegegner 3;  Verfahren  A­3871/2010)  sowie  mit  Eingaben  vom  31. Mai  2010  die  Gemeinde  Riggisberg  und  Mitbeteiligte  (Beschwerdeführende/Beschwerdegegner 1;  Verfahren  A­3762/2010)  und  die  BKW  (Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin;  Verfahren  A­3919/2010)  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  erhoben. Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  rügen  im  Wesentlichen  die  geplante  Linienführung  im  Bereich  ihrer  Gemeinden  bzw.  im  Einzugsbereich  der  betroffenen  Liegenschaften  und  beantragen  die  Aufhebung  der  erteilten  Plangenehmigung  und  die  Rückweisung  der  Sache  an  das  BFE.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragen  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1,  das  Beschwerdeverfahren  sei  zu  sistieren,  bis  die  Plangenehmigung  für  die  von  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  auszuarbeitende  Verkabelungsvariante  im  noch  nicht  genehmigten  Teilstück  zwischen  Mast  290  bis  302  vorliege.  Eventuell  sei  das  Beschwerdeverfahren  auf  die  Frage  der  Zulässigkeit  der  Aufteilung  des  Plangenehmigungsverfahrens zu beschränken.

A­3762/2010 Die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  ihrerseits  beantragt,  der  Plangenehmigungsentscheid  sei,  soweit  die  Frage  der  Ausführung  der  Leitung  als  erdverlegtes  Kabel  ab  Mast  291  bis  Mast  302  betreffend,  aufzuheben  und  der  Um­  und  Neubau  als  Freileitung  zu  bewilligen,  eventualiter die Sache zu neuem Entscheid an das BFE zurückzuweisen. C.  Mit  Zwischenverfügung  vom  1. Juli  2010  vereinigte  die  Instruktionsrichterin  die  vier  Verfahren  unter  der  Verfahrensnummer  A­ 3762/2010  und  bezog  die  swissgrid  ag  als  Beigeladene  ins  Beschwerdeverfahren ein. D.  Die  Beigeladene  beantragt  in  ihrer  Stellungnahme  vom  16. September  2010, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und über das Gesuch  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  sei  gesamthaft  zu  entscheiden.  Eventualiter  sei  der  Entscheid  aufzuheben  und  zur  Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Schreiben vom 14./15. September 2010 verzichteten das Bundesamt  für  Raumentwicklung  (ARE)  mit  Verweis  auf  sein  Schreiben  vom  8. Februar  2010  [recte:  2008]  und  die  Eidgenössische  Natur­  und  Heimatschutzkommission  (ENHK)  mit  Verweis  auf  ihre  im  Laufe  des  Plangenehmigungsverfahrens  abgegebenen  Gutachten  auf  eine  Stellungnahme. Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  liess  sich  mit  Eingabe  vom  16. September 2010 zu den Beschwerden vernehmen. Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  1  und  3  wie  auch  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  reichten  ebenfalls  am  16. September  2010  ihre  Beschwerdeantworten  ein;  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2 verzichtete darauf. E.  Mit  Zwischenverfügung  vom  30. September  2010  stellte  die  Instruktionsrichterin  fest,  dass  die  Vorinstanz  das  Plangenehmigungsgesuch  soweit  genehmigt  hatte,  als  es  genehmigungsfähig  war,  und  damit  nicht  von  einer  eigentlichen  Verfahrensaufteilung gesprochen werden kann, und die fragliche Auflage  es  dem  Bundesverwaltungsgericht  nicht  verunmöglicht,  eine  Gesamtbeurteilung des Projekts vorzunehmen, weshalb sie das Gesuch 

A­3762/2010 um  Sistierung  des  Beschwerdeverfahrens  abwies.  Ebenso  wies  sie  die  von  den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  in  ihrer  Beschwerdeantwort  beantragte  Auftrennung  der  vereinigten  Verfahren  ab. F.  Am  18. November  2010  nahm  das  ARE  zur  Frage  der Massgeblichkeit  der  Durchführung  eines  Sachplanverfahrens  Stellung.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  bis  3  und  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  reichten  am  selben  Tag  ihre  Repliken ein. G.  Die  ENHK,  das  BAFU  und  die  Vorinstanz  reichten  am  10.,  11.  und  21. Februar 2011  ihre 2. Vernehmlassung ein. Ebenso wandten sich die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  und  3  mit  Schreiben  vom  11. Februar 2011 an das Bundesverwaltungsgericht. H.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  und  3  sowie  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  gaben  am  7. April  2011  ihre  Dupliken/abschliessenden  Bemerkungen  zu  den  Akten.  Das  BAFU  verzichtete mit Schreiben vom 11. März 2011 auf weitere Bemerkungen,  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  mit  Schreiben  vom  5. April 2011. I.  Vor  dem  Hintergrund  des  neusten  Urteils  des  Bundesgerichts  vom  5. April 2011  in Sachen Teilverkabelung (BGE 137 II 266  i.S. Gemeinde  Riniken und Mitbeteiligte) ersuchte die Instruktionsrichterin die Vorinstanz  und  das  BAFU,  nochmals  zu  den  im  vorliegenden  Verfahren  gestellten  Verkabelungsanträgen Stellung zu nehmen. J.  Die Vorinstanz hält  in  ihrer Stellungnahme vom 23. Mai 2011  fest,  dass  ihr Entscheid auch unter Berücksichtigung der neusten Ausführungen des  Bundesgerichts nicht anders ausgefallen wäre. Das  BAFU  äussert  sich  in  seiner  Stellungnahme  vom  23. Mai  2011  dahingehend,  dass  sich  vor  dem  Hintergrund  der  neusten  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  eine  Verkabelungslösung  für  weitere  als  den  zur  Verkabelung  bereits  genehmigten  Abschnitt  als 

A­3762/2010 verhältnismässig erweisen könnte. Da es erst unter Berücksichtigung der  Ergebnisse  einer  entsprechenden  Verkabelungsstudie möglich  sei,  eine  vollständige  Interessenabwägung  durchzuführen,  sei  sowohl  für  das  ins  Bundesinventar  der  Landschaften  und  Naturdenkmäler  von  nationaler  Bedeutung (BLN; vgl. auch die Verordnung über das Bundesinventar der  Landschaften  und  Naturdenkmäler  vom  10. August  1977  [VBLN,  SR  451.11])  zu  liegen  kommende  Gebiet  als  auch  die  kantonalen  Landschaftsschutzgebiete eine solche zu erstellen. K.  Mit  Schreiben  vom  1. März  und  26. Mai  2011  teilt  das  ESTI  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  im  Teilabschnitt  Mast  381  bis  Unterwerk  Mühleberg  Ost  eine  Projektänderung  vorgenommen  werden  soll.  Die  Projektänderung  sei  von  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin mit Gesuch vom 10. Mai 2011  zur  Überprüfung  und  Genehmigung  eingereicht  worden.  Nach  Überprüfung  der  Unterlagen  werde  das  ordentliche  Verfahren  nach  Art. 16 ff.  des  Bundesgesetzes  vom  24. Juni  1902  betreffend  die  elektrischen Schwach­ und Starkstromanlagen (Elektrizitätsgesetz, EleG,  SR 734.0) veranlasst und das Projekt öffentlich aufgelegt. L.  Die Vorinstanz, die Beschwerdeführerenden/Beschwerdegegner 1  und 2  und  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  reichten  ihre  Schlussbemerkungen  am  16. Juni  resp.  20. Juli  2011  ein,  die  Beschwerdeführende/Beschwerdegegner 3  (Schreiben  vom  20. Juli  2011)  und  das  BAFU  (Schreiben  vom  7. Juni  2011)  verzichteten  auf  weitere Bemerkungen. M.  Mit  Eingabe  vom  19. September  2011  übermittelten  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  eine Stellungnahme  zu  den  von  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  eingereichten  Beweismitteln. N.  Am 5. Oktober 2011 reichte die Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  eine  Stellungnahme  zum  Schreiben  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  vom  19. September  2011  ein.

A­3762/2010 O.  Mit  Eingabe  vom  7. November  2011  gab  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  eine  Medienmitteilung  der  Beigeladenen  vom  28. Oktober  2011  sowie  eine  von  dieser  in  Auftrag  gegebene  Metastudie  über  Merkmale  von  Freileitungen  und  Erdkabelleitungen vom 12. Oktober 2011 zu den Akten. P.  Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die sich bei den  Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Die  Beschwerden  richten  sich  gegen  eine  Plangenehmigungsverfügung  des  BFE  betreffend  die  220/132  kV­Leitung  Innertkirchen  – Mühleberg,  Abschnitt Wattenwil – Gasel – Mühleberg. Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art. 33  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehören  die  Verfügungen  des  BFE  in  Plangenehmigungsverfahren  nach  Art. 16h  Abs. 2  EleG.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  damit  zur  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerden zuständig. Beschwerdelegitimation 2.  Zur Erhebung der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ist nach  Art. 48  Abs. 1  VwVG  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a),  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Bst. c).

A­3762/2010 2.1.  Sämtliche  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  haben  als  Einsprecher  bzw.  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  als  Gesuchstellerin am vorinstanzlichen Verfahren  teilgenommen, womit die  erste  Voraussetzung  für  die  Legitimation  zur  Beschwerdeerhebung  gegeben ist. 2.2. Weiter  sind  ein  besonderes  Berührtsein  durch  das  Projekt  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung  erforderlich.  Als  schutzwürdig  gelten  dabei  rechtliche,  aber  auch  bloss  tatsächliche  Interessen.  Diese  Interessen  brauchen  mit  dem  Interesse,  das  durch  die  von  den  Beschwerdeführenden  als  verletzt  bezeichneten  Normen geschützt wird, nicht übereinzustimmen. Wer Beschwerde führt,  muss  aber  jedenfalls  stärker  als  die Allgemeinheit  betroffen  sein  und  in  einer  besonderen,  beachtenswerten,  nahen  Beziehung  zum  Streitgegenstand  stehen.  Ein  schutzwürdiges  Interesse  liegt  vor,  wenn  die tatsächliche oder rechtliche Situation der Beschwerdeführenden durch  den  Ausgang  des  Verfahrens  beeinflusst  werden  kann.  Diese  Anforderungen  sollen  die  Popularbeschwerde  ausschliessen.  Ihnen  kommt  dann  eine  ganz  besondere  Bedeutung  zu,  wenn  nicht  der  Verfügungsadressat  im  materiellen  Sinn,  sondern  Dritte  den  Entscheid  anfechten.  Ist auch  in einem solchen Fall ein unmittelbares Berührtsein,  eine  spezifische  Beziehungsnähe  gegeben,  so  haben  die  Beschwerdeführenden  ein  ausreichendes  Rechtsschutzinteresse  daran,  dass der angefochtene Entscheid aufgehoben oder geändert wird. Dieses  Interesse  besteht  im  praktischen  Nutzen,  den  die  erfolgreiche  Beschwerde  den  Beschwerdeführenden  eintragen  würde,  das  heisst  in  der  Abwendung  eines  materiellen  oder  ideellen  Nachteils,  den  der  angefochtene Entscheid  für  sie  zur Folge hätte  (BGE 135  II  172 E. 2.1,  BGE  131  II  587  E. 2.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­438/2009 vom 8. März 2011 E. 3.2 und A­7365/2009 vom 9. November  2010  E. 2.2  mit  Hinweisen;  vgl.  auch  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.67 und ISABELLE HÄNER, in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008  [nachfolgend:  Kommentar  VwVG], Rz. 12 ff. zu Art. 48). Diese Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten  insbesondere  in  räumlicher  Hinsicht  gegeben  sein  (BGE  137  II  30  E. 2.2.2;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1813/2009  vom  21. September  2011  E. 2.2.1  und  A­7365/2009  vom  9. November  2010 

A­3762/2010 E. 2.2 mit Hinweisen). Weiter ist bei der Beurteilung der Parteirechte bzw.  der  Beschwerdelegitimation  Dritter  bei  Bauprojekten  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  eine  besondere  Betroffenheit  zu  bejahen, wenn vom Betrieb der projektierten Anlage mit Sicherheit oder  grosser  Wahrscheinlichkeit  Immissionen –  seien  es  Lärm­,  Staub­,  Erschütterungs­,  Licht­  oder  andere  Einwirkungen –  ausgehen,  die  auf  den  Grundstücken  der  Beschwerdeführenden  aufgrund  ihrer  Art  und  Intensität  deutlich  wahrnehmbar  sind.  Eine  besondere  Betroffenheit  ist  ebenfalls  dann  zu  bejahen,  wenn  ein  besonderer  Gefahrenherd  mit  erhöhten  Risiken  für  die  Anwohner  geschaffen  wird  und  die  Beschwerdeführenden  auf  Grund  der  räumlichen  Nähe  speziell  stark  exponiert  sind  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  1E.10/2006  vom  6. Juli  2006  E. 1.4,  1A.148/2005  vom  20. Dezember  2005  E. 3.3;  BGE  120  Ib  379 E. 4c; vgl. auch Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­1813/2009  vom  21. September  2011  E. 2.2.1  und  A­7365/2009  vom  9. November  2010 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Das  Beschwerderecht  nach  Art. 48  Abs. 1  Bst. b  und  c  VwVG  ist  auf  Private  zugeschnitten.  Auf  die  Bestimmung  kann  sich  jedoch  auch  ein  Gemeinwesen stützen, soweit es, etwa wenn seine vermögensrechtlichen  Interessen  tangiert  sind,  gleich oder ähnlich berührt  ist wie ein Privater.  Darüber  hinaus  ist  das  Gemeinwesen  beschwerdebefugt,  wenn  es  in  hoheitlichen  Befugnissen  betroffen  ist  und  ein  schutzwürdiges  eigenes  Interesse  an  der  Aufhebung  oder  Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  hat  (BGE 134  II  45 E. 2.2.1,  BGE 136 V  346 E. 3.3.2;  VERA  MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.], Zürich 2009 [nachfolgend: Praxiskommentar  VwVG],  Art. 48  N 1).  Das  Gemeinwesen  wird  auch  zur  Beschwerde  zugelassen, wenn es um spezifische öffentliche Anliegen wie den Schutz  der  Einwohner  vor  Immissionen  geht  (vgl.  BGE  133  II  400  E. 2.4.2 mit  Hinweisen).  So  werden  Gemeinden  seit  längerer  Zeit  als  legitimiert  erachtet,  in  Plangenehmigungsverfahren  nach  Bundesrecht  öffentliche  Interessen geltend zu machen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­ 954/2009  vom 1. Juli  2010 E. 2.2  und A­1813/2009  vom 21. September  2011 E. 2.2.2 je mit Hinweisen). 2.3. Die Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner,  die Privaten  ebenso  wie  die Gemeinden,  sind  unbestrittenermassen  Eigentümer  oder Mieter  von  Liegenschaften  oder  unüberbauten  Parzellen,  die  sich  in  unmittelbarer  Nähe  der  geplanten  Hochspannungsleitung  befinden.  Mit  Blick  auf  die  soeben  zitierte  Rechtsprechung  sind  sie  somit  stärker  als 

A­3762/2010 jedermann  von  den  mit  der  geplanten  Hochspannungsleitung  einhergehenden  Beeinträchtigungen  betroffen  und  verfügen  demzufolge  über  die  erforderliche  Beziehungsnähe  zur  Streitsache  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6820/2009  vom  23. März  2010  E. 2  mit  Hinweisen).  Da  es  für  die  Bejahung  der  Zulässigkeit  einer  Beschwerde  genügt, wenn zumindest ein Beteiligter legitimiert ist, insbesondere wenn  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  wie  hier  gemeinsam  auftreten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  7. September  1998  E. 2,  publiziert  in:  Schweizerisches  Zentralblatt  für  Staats­  und  Verwaltungsrecht  [ZBl]  101/2000  S. 83 ff.;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­1156/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 1.1  und A­7872/2010 vom 17. Oktober 2011 E. 2.2), muss nicht näher geprüft  werden,  ob  sämtliche  einzelnen  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  legitimiert  sind. Allenfalls  sind  jedoch Rügen, die sich  lediglich gegen einen Teil der Leitung beziehen,  der  ausserhalb  des  Gebiets  der  jeweiligen  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  liegt,  aufgrund  der  fehlenden  räumlichen  Nähe  der  Beziehung  zum  Streitgegenstand  unzulässig.  Ob  dies  der  Fall  ist,  wird  gegebenenfalls  im  Zusammenhang  mit  den  einzelnen vorgebrachten Rügen zu untersuchen sein. Die  beschwerdeführenden Gemeinden  können  sich  überdies  auf Art. 12  Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur­ und  Heimatschutz  (NHG,  SR  451)  und  Art. 57  des  Umweltschutzgesetzes  vom  7. Oktober  1983  (USG,  SR  814.01)  i.V.m.  Art. 48  Abs. 2  VwVG  berufen,  wonach  Gemeinden  berechtigt  sind,  gegen  Verfügungen  der  kantonalen und der Bundesbehörden  in Anwendung dieser Gesetze die  Rechtsmittel  des  eidgenössischen  und  kantonalen  Rechts  zu  ergreifen,  sofern sie dadurch berührt werden und ein schutzwürdiges  Interesse an  der Aufhebung oder Änderung haben. 2.4. Ebenso  ist  die Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin,  die  in  der  angefochtenen Plangenehmigung verpflichtet wurde, ab Mast 291 bis 302  die Leitung anstelle einer Freileitung als erdverlegtes Kabel zu führen und  entsprechend  ein  gesondertes  Plangenehmigungsgesuch  einzureichen,  durch  den  vorinstanzlichen  Entscheid  materiell  beschwert  und  zur  Beschwerdeerhebung legitimiert. 2.5. Damit  sind  sowohl  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  1  bis  3  als  auch  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  zur  Beschwerdeführung befugt.

A­3762/2010 3.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichten  Beschwerden  ist  daher  einzutreten (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG). Kognition 4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Bei  der  Angemessenheitskontrolle  hat  sich  das  Bundesverwaltungsgericht –  insbesondere  bei  technischen  Fragen  und  wenn  die  Vorinstanz  ihren  Entscheid  gestützt  auf  die  Berichte  von  Fachbehörden  gefällt  hat –  jedoch  eine  gewisse  Zurückhaltung  aufzuerlegen (vgl. MOSER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149 ff.).  In  diesen  Fällen  hat  es  primär  zu  klären,  ob  alle  berührten  Interessen  ermittelt und beurteilt sowie ob die möglichen Auswirkungen des Projekts  bei  der  Entscheidfindung  berücksichtigt  wurden.  Es  untersucht  daher  lediglich,  ob  sich  die  Vorinstanz  von  sachgerechten  Erwägungen  hat  leiten  lassen  und  weicht  nicht  ohne  Not  von  deren  Auffassung  ab.  Voraussetzung  für  diese  Zurückhaltung  ist  allerdings,  dass  es  im  konkreten  Fall  keine  Anhaltspunkte  für  eine  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  Sachverhalts  gibt  und  davon  ausgegangen  werden  kann,  dass  die  Vorinstanz  die  für  den  Entscheid  wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen  sorgfältig  und  umfassend  vorgenommen  hat  (BGE  133  II  35  E. 3;  BGE  125  II  591  E. 8a;  s.a.  CHRISTOPH  BANDLI,  Neue  Verfahren  im  Koordinationsgesetz:  Ausgleich  von  Schutz  und  Nutzen  mittels  Interessenabwägung,  in:  Umweltrecht  in  der  Praxis  [URP]  2001,  S. 511 ff., Ziff. 6.2 S. 549). Dabei darf gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Vorinstanz  auf  Berichte  und  Stellungnahmen  der  vom  Gesetzgeber  beigegebenen  sachkundigen  Instanzen  abstellen,  wenn  sich  eine  solche  in  einem  Fachbericht  mit  fallrelevanten  naturwissenschaftlichen  oder  technischen  Fragen  auseinandergesetzt  hat  (Urteil  des  Bundesgerichts  1E.1/2006  vom 12. April  2006 E. 5). Fachbehörden sind beispielsweise das BAFU,  das  sich  für  landschafts­  und  naturschutzrechtliche  Fragen  durch 

A­3762/2010 besonderen  Sachverstand  und  Fachwissen  auszeichnet  (vgl.  Art. 3  Abs. 4  NHG  und  Art. 23  Abs. 1  Bst. a  der  Verordnung  vom  16. Januar  1991  über  den  Natur­  und  Heimatschutz,  [NHV,  SR  451.1])  oder  die  ENHK, die beratende Fachkommission des Bundes  für Angelegenheiten  des  Natur­  und  Heimatschutzes  (vgl.  Art. 23  Abs. 4  und  Art. 25  Abs. 1  NHV; vgl. zum Ganzen statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  A­7872/2010 vom 17. Oktober 2011 E. 4). Rechtliches Gehör 5.  In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz. 5.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  und  umfasst  verschiedene  Teilgehalte,  so  das  Recht  auf  Information  über  den  Verfahrensausgang, die Möglichkeit,  sich zu äussern bevor entschieden  wird und dabei  angehört  zu werden, das Recht auf Akteneinsicht  sowie  auf einen begründeten Entscheid (BGE 136 I 265 E. 3.2, BGE 135 II 286  E. 5.1,  jeweils  mit  Hinweisen;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.84 ff.;  JÖRG  PAUL  MÜLLER/MARKUS  SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz:  Im Rahmen der Bundesverfassung,  der EMRK und  der UNO­ Pakte, 4. Aufl., Bern 2008, S. 846 ff.). Die Verpflichtung der Behörde, die  Partei vor Erlass einer Verfügung anzuhören,  ist  in Art. 30 Abs. 1 VwVG  geregelt. Der Anspruch auf vorgängige Anhörung und Äusserung besteht  primär in Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts.  Dagegen  erwächst  den  Parteien  kein  allgemeiner  Anspruch  auf  vorgängige Anhörung zu Fragen der Rechtsanwendung.  Im Allgemeinen  genügt  es,  wenn  sich  die  Partei  zu  allen  relevanten  Fragen  in  einem  einzigen  Verfahrensschritt  äussern  kann;  es  besteht  kein  Anspruch  darauf,  mehrmals  Gelegenheit  zur  Äusserung  und  Stellungnahme  zu  erhalten,  soweit  sich  eine  bestimmte  Frage  immer  wieder  unverändert  gleich  stellt. Mehrere Anhörungen  sind  in  der Regel  nur  geboten, wenn  neue Aspekte tatsächlicher Natur in das Verfahren einfliessen (BERNHARD  WALDMANN/JÜRG BICKEL, Praxiskommentar VwVG, Art. 30 N 18, 35). Der  Gehörsanspruch  ist  nach  feststehender  Rechtsprechung  formeller  Natur.  Daraus  folgt,  dass  seine  Verletzung  ungeachtet  der  Erfolgsaussichten der Beschwerde grundsätzlich zur Aufhebung des mit  dem  Verfahrensmangel  behafteten  Entscheids  führt.  Nach  der 

A­3762/2010 Rechtsprechung  kann  eine  Verletzung  des  Gehörsanspruchs  indes  als  geheilt  gelten,  wenn  die  unterbliebene  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  in  einem  Rechtsmittelverfahren  nachgeholt  wird,  in  dem  die  Beschwerdeinstanz  mit  der  gleichen  Kognition  prüft  wie  die  untere  Instanz. Ausgeschlossen ist die Heilung jedoch, wenn die Verletzung der  Parteirechte  besonders  schwer  wiegt;  überdies  darf  den  Beschwerdeführenden kein Nachteil  erwachsen und die Heilung soll die  Ausnahme bleiben (BGE 135 I 279 E. 2.6.1, BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE  126  V  130  E. 2b,  BGE  126  I  68  E. 2;  Urteil  des  Bundesgerichts  1A.234/2006  vom  8. Mai  2007  E. 2.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4597/2009  vom  17. Juni  2010  E. 2.5.1;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 986 f.). 5.2.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  führen  aus,  die  Vorinstanz  habe  einerseits  mit  dem  BAFU  am  2. Februar  2009  eine  Differenzbereinigung  durchgeführt  und  andererseits  in  ihrem  Entscheid  die  Studie  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  zur  Teilverkabelung  Rümligen  vom  September  2005  berücksichtigt.  Zu  beidem  hätten  sie  sich  nicht  äussern  können.  Zudem  seien  sie  an  der  Einigungs­  und  Einspracheverhandlung  vom  10. Juni  2008  völlig  ungenügend angehört worden. So hätten sie sich ihre Redezeit teilweise  geradezu  erstreiten  müssen,  es  sei  ihnen  immer  wieder  das  Wort  entzogen worden und die Argumente, welche die Verkabelung betrafen,  habe  die  Vorinstanz  gar  nicht  anhören  wollen.  Auch  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  macht  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  der  Begründungspflicht  geltend.  Insbesondere  habe es die Vorinstanz unterlassen,  eine Verkabelung oder mindestens  eine Teilverkabelung zu prüfen. 5.3.  Die  Vorinstanz  hält  den  Vorwürfen  entgegen,  das  Differenzbereinigungsverfahren  sei  ein  behördeninternes Verfahren,  das  dazu  diene,  Differenzen  zwischen  den  Fachbehörden  oder  zur  Haltung  der  Leitbehörde  zu  bereinigen.  Eine  Mitwirkung  behördenexterner  Verfahrensbeteiligter sei nicht vorgesehen. In Bezug auf die Studie habe  der  Überweisungsbericht  des  ESTI  auf  diesen  und  die  Tatsache,  dass  sich  der  Kanton  Bern,  die  Stiftung  Landschaftsschutz  sowie  das  BAFU  dazu  geäussert  hätten,  verwiesen.  Mit  dem  Versand  des  Überweisungsberichts sowie der Stellungnahmen der Fachbehörden am  16. April  2008  sei  explizit  nochmals  auf  dieses  Akteneinsichtsrecht  hingewiesen  worden.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 

A­3762/2010 hätten somit jederzeit Gelegenheit gehabt, die Akten einzusehen. An der  Einspracheverhandlung vom 10. Juni 2008 in Gurzelen hätten sodann 68  Personen  teilgenommen,  weshalb  eine  straffe  Führung  der  Sitzung  unerlässlich gewesen sei. Sämtliche Vorbringen in der Verhandlung seien  ausführlich behandelt und klar beantwortet worden. 5.4.  Sieht  ein  Gesetz  für  Vorhaben  wie  Bauten  und  Anlagen  die  Konzentration von Entscheiden bei einer einzigen Behörde (Leitbehörde)  vor,  so  holt  diese  gemäss  Art. 62a  Abs. 1  des  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsgesetzes  vom  21. März  1997  (RVOG,  SR  172.010)  vor  ihrem  Entscheid  die  Stellungnahmen  der  betroffenen  Fachbehörden  ein.  Bestehen  zwischen  den  Stellungnahmen  der  Fachbehörden  Widersprüche  oder  ist  die  Leitbehörde  mit  den  Stellungnahmen nicht einverstanden, führt sie mit den Fachbehörden ein  Bereinigungsgespräch;  sie  kann dazu weitere Behörden oder Fachleute  beiziehen  (Art. 62b  Abs. 1  RVOG).  Misslingt  die  Bereinigung,  so  entscheidet  die  Leitbehörde;  bei  wesentlichen  Differenzen  zwischen  Verwaltungseinheiten  des  gleichen  Departements  weist  dieses  die  Leitbehörde  an,  wie  zu  entscheiden  ist  (Art. 62b  Abs. 3  RVOG).  Dem  Bereinigungsverfahren  kommt  die  Funktion  zu,  einerseits  Druck  auf  die  Leitbehörde  auszuüben,  offene  Fragen  möglichst  früh  im  Verfahren  zu  bereinigen,  und  andererseits  den  übrigen  Fachbehörden  Gewähr  zu  bieten, dass ihren materiellen Anliegen in gebührendem Mass Rechnung  getragen  wird.  Das  Bereinigungsverfahren  dient  der  (bundes­)  verwaltungsinternen  Meinungsbildung  und  Entscheidfindung  (Botschaft  zu  einem  Bundesgesetz  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  der  Plangenehmigungsverfahren vom 25. Februar 1998, in: Bundesblatt [BBl]  1998 III 2599, 2613). Es stellt somit ein behördeninternes Verfahren dar,  das  die  Beteiligung  von  anderen  als  Behörden  nicht  vorsieht.  Die  Vorinstanz  hat  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  daher  zu  Recht nicht in die Bereinigung einbezogen. Was  die  Studie  zur  Teilverkabelung  Rümligen  anbelangt,  stand  es  den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  offen,  im  Rahmen  einer  Akteneinsichtnahme  Einblick  in  diese  zu  nehmen  und  sich  gegebenenfalls  dazu  zu  äussern.  Mit  dem  Versand  des  Überweisungsberichts  des  ESTI  sowie  der  Stellungnahmen  der  Fachbehörden  vom  16. April  2008 wurden  sie  auf  die Möglichkeit  einer  Akteneinsicht in die vollständigen Unterlagen hingewiesen. Nachdem die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  es  unterliessen,  in  die  Akten  Einsicht  zu  nehmen,  kann  der  Vorinstanz  keine  Verletzung  des 

A­3762/2010 rechtlichen  Gehörs  vorgeworfen  werden.  Im  Übrigen  konnten  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  ihre  Argumente  im  Verfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  vorbringen,  das  volle Kognition  (vgl.  E. 4 hiervor)  und damit  die Möglichkeit  hat,  ihre Argumente  im gleichen  Umfang  zu  prüfen  wie  die  Vorinstanz.  Eine  allfällige  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts wäre demnach ohnehin als geheilt zu betrachten. Auch  in  Bezug  auf  die  Einspracheverhandlung  vom  10. Juni  2008  in  Gurzelen  ist  nicht  von  einer  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  auszugehen.  Eine  Einspracheverhandlung  vermittelt  den  Verfahrensbeteiligten  keinen  Anspruch  auf  unbeschränkte  Redezeit.  Vielmehr  soll  sie  den  Beteiligten  die  Möglichkeit  bieten,  ihre  Anliegen  noch  einmal  mündlich  vorzutragen.  Gerade  bei  zahlreichen  Verfahrensbeteiligten  ist es dabei unausweichlich, eine gewisse Struktur  in  die  Verhandlung  zu  bringen,  was  etwa  mit  einer  Beschränkung  der  Redezeit  erreicht  werden  kann.  An  der  Einspracheverhandlung  vom  10. Juni  2008 nahmen  insgesamt  68 Personen  teil;  dies  bedingte  einen  geregelten  und  strukturierten  Sitzungsverlauf  und  eine  zeitliche  Begrenzung der Redezeiten. Sämtlichen Parteien wurde das Wort erteilt  und  deren  Vorbringen  wurden  protokollarisch  festgehalten.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1 bestreiten das grundsätzlich  auch  nicht,  fühlten  sich  jedoch  offenbar  nicht  ernst  genommen.  Sie  machen  aber  nicht  geltend,  ein  konkretes  Vorbringen  sei  von  der  Vorinstanz nicht aufgenommen worden. Da dem Anspruch auf rechtliches  Gehör  im Allgemeinen Genüge getan  ist, wenn sich eine Partei zu allen  relevanten Fragen in einem einzigen Verfahrensschritt äussern kann, ein  Anspruch  darauf,  sich mehrmals  zur  selben  Frage  äussern  zu  können,  nicht besteht  (vgl.  vorne E. 5.1),  ist daher nicht ersichtlich,  inwiefern die  Vorinstanz  anlässlich  der  Einspracheverhandlung  das  rechtliche  Gehör  verletzt haben sollte. Insoweit  als  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  rügt,  die  Vorinstanz hätte es unterlassen, eine Verkabelung oder Teilverkabelung  der  Leitung  zu  prüfen,  ist  diesen  entgegenzuhalten,  dass  sich  die  Vorinstanz  in  ihrem  Entscheid  sehr  wohl  mit  der  Verkabelungsthematik  auseinandergesetzt  hat.  Dass  sie  dabei  eine  andere  Interessengewichtung  vornahm  als  von  der  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin  beantragt,  stellt  eine  Rechtsfrage  dar,  die  nicht  das  rechtliche  Gehör  beschlägt,  sondern  im  Rahmen der materiellen Abklärungen zu beurteilen ist.

A­3762/2010 5.5.  Der  Vorwurf  der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  erweist  sich  damit insgesamt als unbegründet. Aufteilung des Plangenehmigungsverfahrens 6.  6.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  machen  geltend,  indem die Vorinstanz die Leitung zwischen Mast 291 und Mast 302 nicht  genehmigt  und die Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  verpflichtet  habe,  für  dieses  Teilstück  eine  Verkabelungsvariante  zur  Plangenehmigung  vorzulegen,  habe  sie  faktisch  eine  unzulässige  Aufteilung des Plangenehmigungsverfahrens verfügt. Ob und  in welcher  Form  die  verfügte  Verkabelung  tatsächlich  realisiert  werden  könne,  sei  unklar. Aufgrund der unvollständigen Abklärungen der Vorinstanz könne  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  Projektänderungen  erforderlich  würden.  Ein  sofortiger  Entscheid  über  die  vorliegenden  Beschwerden  hätte eine präjudizierende Wirkung und könne im Extremfall Sachzwänge  schaffen,  die  entgegen  der  Beurteilung  aller  Fachstellen  sogar  zu  einer  oberirdischen  Verlegung  der  Leitung  im  fraglichen  BLN­Gebiet  führen  könnten. 6.2.  Die  Vorinstanz  wendet  dagegen  ein,  der  Ausgang  des  behördeninternen  Differenzbereinigungsverfahrens  habe  ergeben,  dass  aus  landschaftschützerischer Sicht  im Abschnitt zwischen Mast 291 und  Mast  299 keine Freileitung genehmigt werden könne. Sie habe deshalb  das Freileitungsgesuch in diesem Abschnitt abgewiesen. Um Präjudizien  soweit  wie  möglich  zu  vermeiden,  habe  sie  dabei  die  Freileitung  zusätzlich  eine  Spannweite  vor  und  drei  Spannweiten  nach  dem  fraglichen  Abschnitt  von  der  Plangenehmigung  ausgenommen.  Die  Genehmigung  habe  somit  nur  diejenigen  Teile  der  Anlage  umfasst,  die  fachbehördenseitig  den  gesetzlichen  Anforderungen  unbestrittenermassen  genügt  hätten.  Bei  einer  Verkabelung  der  Teilstrecke  zwischen  Mast  291  und  Mast  299  entsprechend  der  Teilverkabelungsstudie  Rümligen  könnten  gemäss  heutigem  Stand  der  Technik  die Masten  Nr.  290  und  302  wie  im  vorliegend  angefochtenen  Entscheid belassen werden. 6.3.  Die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  führt  dazu  aus,  die  Entscheidung darüber,  ob die  Leitung als Freileitung  oder  erdverlegt  zu  führen  sei,  betreffe  einzig  das  Teilstück  zwischen  Mast  291  und  Mast 

A­3762/2010 302.  Inwieweit  es  sich  hierbei  um  eine  faktische  Aufteilung  des  Plangenehmigungsverfahrens handeln solle, sei nicht ersichtlich. Bei der  Frage nach der Art der Leitungsführung gehe es vielmehr einzig darum,  ob die Auflage der Erdverlegung rechtlich haltbar sei oder nicht. 6.4. Die Beigeladene weist darauf hin, das anstehende Ausbauvorhaben  stehe  in  einem  Zusammenhang  mit  weiteren  Ausbauplanungen.  Verzögere  sich  die  Realisierung,  habe  dies  klare  Auswirkungen  auf  weitere  Projekte,  die  ihrerseits  eine  Verzögerung  erfahren  dürften.  Zu  beachten sei, dass die heutige  Infrastruktur des Übertragungsnetzes ein  durchschnittliches Alter zwischen 40 und 50 Jahren aufweise. Ausgehend  von einer Lebensdauer von 60 Jahren und einer Realisierungsdauer von  15 bis 20 Jahren für den Neu­ resp. Ausbau einer neuen Leitung ergebe  sich  dringender  Handlungsbedarf.  Sollte  sich  zeigen,  dass  die  Gesuchsunterlagen  in Teilen nicht genügend seien, um einen Entscheid  über das gesamte Projekt  fällen zu können,  sei  das Gesuch  integral  zu  überarbeiten  und  allenfalls  die  Linienführung  zu  prüfen.  Im  Falle  eines  Teilentscheids werde die Möglichkeit von Alternativen eingeschränkt. Bei  einer Aufteilung des Entscheids könne das ganze Projekt gefährdet sein. 6.5.  Im  vorliegend  angefochtenen Entscheid  genehmigte  die  Vorinstanz  den  von  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  ersuchten  Um­  und  Neubau  der  fraglichen  kV­Leitung,  wobei  sie  unter  anderem  als  Auflage  verfügte,  dass  die  Leitung  ab  Mast  291  bis  Mast  302  als  erdverlegtes  Kabel  zu  führen  und  dafür  ein  gesondertes  Plangenehmigungsgesuch  einzureichen  sei.  Die  Vorinstanz  entschied  somit  über  das  Gesuch  als  Ganzes,  wobei  sie  es,  soweit  sie  es  als  genehmigungsfähig  ansah,  guthiess  und  im  Übrigen  Auflagen  erliess,  unter  anderem  betreffend  die  Verkabelung  des  fraglichen  Abschnitts.  Entgegen  dem  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  kann  dabei  aber  nicht  von  einer Aufteilung des Verfahrens gesprochen werden. Die Vorinstanz kam  in  ihrem  Entscheid  gestützt  auf  die  Ausführungen  des  BAFU  vom  28. April  2009  und  des  Gutachtens  der  ENHK  vom  27. Mai  2004  zum  Ergebnis, dass die neue Linienführung, die zwischen Mast 291 und 299  durch das BLN­Objekt Nr. 1320 führt, nicht mit Art. 6 NHG vereinbar sei.  Um  eine  präjudizierende  Wirkung  möglichst  zu  vermeiden,  verweigerte  sie  die  Genehmigung  zusätzlich  eine  Spannweite  vor  und  drei  Spannweiten  nach  dem  betreffenden  Abschnitt  und  verwies  dieses  Teilstück auf das ordentliche Plangenehmigungsverfahren. Demnach hat  die  Vorinstanz  das  Projekt  als  Ganzes  beurteilt  und  soweit  möglich 

A­3762/2010 genehmigt,  weshalb  nicht  von  einer  unzulässigen  Verfahrensaufteilung  gesprochen  werden  kann.  Den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  steht  es  offen,  sollten  sie  Einwände  gegen  das  eingereichte  Verkabelungsgesuch  haben,  sich  in  jenem Verfahren betreffend den fraglichen Abschnitt einzubringen. Fehler im Plangenehmigungsverfahren 7.  7.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  rügen  Fehler  im  Plangenehmigungsverfahren.  Einerseits  sei  die  Linienführung  während  der  Planung  geändert  und  Mast  331  versetzt  worden,  ohne  dass  dies  öffentlich  aufgelegt  oder  den  betroffenen  Anwohnern  bekannt  gegeben  worden  sei.  Andererseits  habe  der  Umweltverträglichkeitsbericht  (UVB)  falsche  Masthöhen  ausgewiesen.  Diese  seien  zwar  korrigiert  worden,  doch  hätten  sämtliche  Fachstellen,  insbesondere  auch  die  ENHK,  ihre  Fachberichte gestützt auf den ursprünglichen, das heisst den fehlerhaften  UVB  abgegeben.  Beim  UVB,  der  von  einem  Unternehmen,  das  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  ausgesucht  und bezahlt  habe,  erstellt  worden  sei,  handle  es  sich  zudem  nur  um  ein  Parteigutachten.  Aufgrund  der  zahlreichen  Mängel  des  UVB  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  die  Umweltverträglichkeit  des  Projekts  durch  einen  unabhängigen  Experten  prüfen  zu  lassen.  Auch  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  rügt  die  fehlerhafte  Angabe  der Masthöhen im UVB und beantragt eine neuerliche Stellungnahme der  ENHK gestützt auf die korrigierten Masthöhen. 7.2.  Die  Vorinstanz  widerspricht  den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  und  führt  aus,  die  Pläne  für  den  Abschnitt  um  Mast  331  hätten  vom  15. Januar  2004  bis  zum  13. Februar  2004  in  den  betroffenen  Gemeinden  aufgelegen.  Der  mit  jener  Planauflage  publizierte  Standort  von  Mast  331  sei  seither  nicht  mehr geändert worden. Was die  falschen Masthöhen  im UVB vom Juni  2006 betreffe, habe der korrigierte UVB mit den korrekten Angaben vom  24. August 2006 bis 22. September 2006  in den betroffenen Gemeinden  aufgelegen  und  die  Behörden  hätten  vorschriftsgemäss  noch  einmal  Gelegenheit  erhalten,  Stellung  zu  nehmen.  Davon  hätten  insbesondere  das  BAFU  und  die  ENHK  sowie  der  Kanton  mit  seinen  Fachstellen  Gebrauch  gemacht.  Die  Fachbehörden  könnten  entgegen  der  Meinung  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  aber  nicht  zu  einer 

A­3762/2010 Stellungnahme  gezwungen  werden.  Schliesslich  sei  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin als Projektandin gemäss Art. 7  der  Verordnung  vom  19. Oktober  1988  über  die  Umweltverträglichkeitsprüfung  (UVPV,  SR  814.011)  die  Pflicht  zugekommen, einen UVB zu erstellen und mit dem Gesuch einzureichen.  Der Bericht diene den Behörden dazu  festzustellen, ob das Projekt den  bundesrechtlichen  Vorschriften  über  den Umweltschutz  entspreche.  Die  Behauptung,  der UVB  stelle  lediglich  ein Parteigutachten  dar,  sei  somit  haltlos. 7.3. Wie die ENHK in ihrer Stellungnahme vom 10. Februar 2011 explizit  darauf  hinweist,  legte  sie  ihrer  Prüfung  nicht  die  fehlerhafte  kurze  Projektzusammenfassung,  sondern  die  vollständigen  und  ausführlichen  Projektunterlagen  des  Auflageprojekts  zu  Grunde.  Bereits  in  ihrer  Stellungnahme vom 5. März 2007 habe sie auf die fälschlicherweise aus  dem  UVB  übernommenen,  unkorrekten  Angaben  bezüglich  der  durchschnittlichen  Masthöhen  in  der  Projektzusammenfassung  im  Gutachten  vom  27. Mai  2004  hingewiesen.  Die  damals  vorgenommene  Überprüfung der Beurteilung und die Schlussfolgerungen des Gutachtens  hätten  indessen  keine  Notwendigkeit  ergeben,  das  Gutachten  zurückzuziehen  und  zu  überarbeiten.  Auch  das  BAFU  beurteilte  die  neuen Projektanpassungen aufgrund der Neuauflage des UVB vom Juni  und August 2006. Dabei stützte es sich ebenfalls auf den neu aufgelegten  UVB. Die Fachbehörden hatten demnach in ihren Beurteilungen durchaus  Kenntnis  von  den  richtigen  Angaben  und  legten  diese  ihren  Stellungnahmen zu Grunde. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und damit auch der UVB sollen  einen  begründeten  Entscheid  über  eine  umweltbelastende  Anlage  ermöglichen. Sie dienen unter anderem der Sachverhaltsabklärung, was  unter  Beizug  von  Fachbehörden  und  der  qualifizierten  Mitwirkung  der  Gesuchsteller geschieht, und der umweltrechtlichen Interessenabwägung  (vgl. dazu HERIBERT RAUSCH/PETER M. KELLER, Kommentar USG, N. 9 ff.  zu  Art. 9  USG).  Gemäss  dem  zum  fraglichen  Zeitpunkt  gültigen  Art. 9  Abs. 3  USG  sorgt  der  Gesuchsteller,  sei  es  ein  Privater  oder  eine  Amtsstelle,  für  die Erstellung  des Berichts.  Art. 7 UVPV  führt  in  diesem  Sinne aus, wer eine Anlage, die nach dieser Verordnung geprüft werden  muss,  errichten  oder  ändern  will,  muss  bei  der  Projektierung  einen  Umweltverträglichkeitsbericht über die Auswirkungen der Anlage auf die  Umwelt  (Bericht)  erstellen.  Gleichermassen  spricht  auch  der  am  1. Juli  2007 in Kraft getretene Art. 10b Abs. 1 USG nicht mehr ausdrücklich vom 

A­3762/2010 Gesuchsteller, sondern von "wer"; in der Sache hat sich damit aber nichts  geändert  (vgl.  ALAIN GRIFFEL/HERIBERT RAUSCH,  Kommentar  zum  USG,  Ergänzungsband  zur  2. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2011,  N. 4  zu  Art. 10b  USG).  Damit  wird  festgehalten,  wer  für  die  Ausarbeitung  des  UVB  verantwortlich  ist,  und  zugleich  angedeutet,  dass  diese  Pflicht  nicht  persönlich  zu  erfüllen  ist –  in  der  Regel  wird  dies  Fachpersonen  überlassen  (RAUSCH/KELLER,  Kommentar  USG,  N. 103,  106  zu  Art. 9  USG). Beim UVB handelt es sich demnach nicht um ein Parteigutachten.  Da vorliegend zudem nicht ersichtlich ist, inwiefern sich die Verfasser des  Berichts abhängig gezeigt hätten und der diesbezügliche Vorwurf von den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegnern  auch  nicht  näher  ausgeführt  wird, besteht  kein Anlass, einen neuen UVB durch einen unabhängigen  Experten  erstellen  zu  lassen.  Die  entsprechenden  Rügen  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  sind  demnach  abzuweisen.  (Was Mast  331  und  dessen Standort  betrifft,  wird –  sogleich  in E. 8.4 –  auch diese Rüge abzuweisen sein.) Leitungsführung 8.  8.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  rügen  hinsichtlich  der  Leitungsführung,  für  die  Strecke  von  1.5 km  durch  den  Thurnenholzwald  (Gemeinden  Lohnstorf,  Mühlethurnen  und  Kirchenthurnen)  bestünden  insgesamt  vier  Varianten  und  dem  Genehmigungsentscheid der Vorinstanz könne nicht entnommen werden,  was  genau  bewilligt  worden  sei.  In  der  Gemeinde  Köniz  sei  Mast 331  versetzt  worden,  ohne  dass  den  Anwohnern  davon  Kenntnis  gegeben  worden  sei.  Der  angefochtene  Entscheid  enthalte  weder  einen  Hinweis  auf  die  Projektänderung  noch  eine  Begründung.  Sodann  kreuze  der  genehmigte  Leitungsverlauf  auf  einer  Strecke  von  2 km  zwischen  Mast 361  und  367  die  Autobahn  gleich  fünfmal.  Es  sei  absehbar,  dass  das  Bundesamt  für  Strassen  (ASTRA)  diesen  Streckenlauf  nicht  akzeptieren  werde.  Schliesslich  sei  aufgrund  der  zahlreichen  Ungereimtheiten  und Widersprüchlichkeiten  nicht  auszuschliessen,  dass  es  noch  zu  weiteren  Projektänderungen  gekommen  sei,  von  denen  sie  keine Kenntnis hätten. 8.2.  Die  Vorinstanz  räumt  ein,  dass  aufgrund  eines  Kanzleifehlers  versehentlich  der  falsche  Übersichtsplan,  Plan  7.02113  LA  00163  B  anstelle von Plan 7.02113 LA 00163, gestempelt worden sei. Es handle 

A­3762/2010 sich dabei um den Trasseeverlauf, der die Projektanpassung  im Bereich  der  Abeggstiftung  irrtümlicherweise  nicht  berücksichtige.  Bei  der  Finalisierung  der  Übersichtskarte  sei  anstelle  des  ursprünglichen  Trasseeverlaufs  die  Projektanpassung  "Mühlethurnen"  von  Juni/August  2006 gelöscht worden.  In der Ergänzung zum UVB, Neuauflage August  2006,  und  im  Ordner  Verfahrensakten  BFE  sei  der  korrekte  Übersichtsplan  (mitsamt  Darstellung  der  Projektvariante  2004)  eingeordnet. Trotz dieses Versehens sei aber unzweifelhaft klar, welche  Leitungsführung bewilligt worden sei. Es  sei  offensichtlich,  dass es  sich  um eine  irrtümlich  falsche Darstellung der  räumlichen Übersicht  handle.  Die massgebenden Detailpläne würden mit dem Text der Verfügung und  dem  genehmigten  Projekt  übereinstimmen  und  die  Situation  im  Detail  korrekt  wiedergeben.  Was  die  Pläne  für  den  Abschnitt  um  Mast  331  betreffe,  seien diese vom 15. Januar 2004 bis  zum 13. Februar 2004  in  den  betroffenen  Gemeinden  aufgelegen.  Der  mit  jener  Planauflage  publizierte  Standort  von  Mast  331  sei  seither  nicht  mehr  geändert  worden. Hinsichtlich  der Autobahnquerung  zwischen Mast  361  und  367  macht  die  Vorinstanz  geltend,  dass  sich  das  ASTRA  mit  dem  Projekt  einverstanden erklärt habe. 8.3. Die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  hält  fest,  die  von  ihr  eingereichten  Pläne  würden  den  Leitungsverlauf  korrekt  wiedergeben.  Bei  Mast  331  handle  es  sich  um  den  bereits  bestehenden  Mast.  Eine  Projektänderung  habe  hier,  entgegen  der  Rüge  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner,  nie  stattgefunden.  Auch  sei  nicht  ersichtlich,  weshalb  die  Vorinstanz  die  Leitungsführung  in  der  Gemeinde  Frauenkappelen  nicht  hätte  genehmigen  sollen,  habe  doch  das ASTRA eine positive Stellungnahme abgegeben. 8.4.  In  der  Planmappe  zur  Plangenehmigungsverfügung  findet  sich  der  durch  die  Vorinstanz  genehmigte  Übersichtsplan  7.02113  LA  00163  B.  Dieser  unterscheidet  sich  indessen  betreffend  die  Leitungsführung  im  fraglichen Bereich des Thurnenwalds – abgesehen davon, dass auch die  ursprüngliche Planauflage vom Januar 2004 eingezeichnet ist – nicht von  dem  von  der  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  angeführten  Plan  7.02113 LA 00163. Dagegen ist im "Ergänzungsbericht vom August 2006  zum  UVB  der  Neuauflage  vom  Juni  2006"  der  korrekte  Übersichtsplan  7.02113 LA 00163 A enthalten, der eine leicht versetzte Leitungsführung  im  Bereich  des  Thurnenwalds  aufweist.  Dem  Ergänzungsbericht  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Leitung  so  angepasst  werden  soll,  dass  sie  den  Thurnenwald  soweit möglich  und machbar  nicht  bzw.  nur  so wenig wie 

A­3762/2010 möglich  überragt.  Die  neu  projektierte  Leitung  verläuft  im  Vergleich mit  der Leitung gemäss Neuauflage vom Juni 2006 weiter östlich und  tiefer  über den Wald und weist geringere Masthöhen auf. Dass die Vorinstanz  in der Planmappe den falschen Übersichtsplan genehmigt hat,  lässt sich  zwar nicht mehr als Bagatelle bezeichnen. Immerhin ist ihr aber insofern  Recht zu geben, als der korrekte Plan sowohl im Ergänzungsbericht vom  August  2006  zur  UVB  Neuauflage  sowie  in  ihren  Verfahrensakten  vorhanden  ist  und  aus  diesem  sowie  den  Detailplänen  und  dem  Verfügungstext  die  genehmigte  Linienführung  hervorgeht.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  vermögen  aus  ihrer  Rüge  daher nichts weiter abzuleiten. Was den Standort von Mast 331 anbelangt,  führt der UVB vom Oktober  2003 aus, dass dieser aus Gründen der Verordnung vom 23. Dezember  1999  über  den  Schutz  vor  nichtionisierender  Strahlung  (NISV,  SR 814.710)  NISV  leicht  versetzt  wurde.  Wie  die  Vorinstanz  darlegt,  wurde diese Planänderung anfangs 2004 in den betroffenen Gemeinden  aufgelegt und seither nicht mehr geändert. Diese Rüge erweist sich daher  ebenfalls als haltlos. In  Bezug  auf  die  Autobahnquerung  zwischen Mast  361  und  367  nahm  das  ASTRA  mit  Schreiben  vom  4. März  2004  und  7. April  2005  zu  Handen des ESTI zum Projekt Stellung und beurteilte dieses im Hinblick  auf  seinen  Fachbereich  grundsätzlich  positiv.  Es  hielt  aber  auch  fest,  dass es begrüssen würde, wenn die  Leitung  zwischen den Masten 361  und 364 nicht auf die andere Seite der Autobahn geführt werden müsste,  damit  eine  zweimalige  Überquerung  der  N1  vermieden  werden  könnte.  Mit  Schreiben  vom  9. Juni  2005  stimmte  es  sodann  dem  Projekt  grundsätzlich  zu,  mit  den  Auflagen,  dass  einerseits  nach  Art. 24  des  Bundesgesetzes vom 8. März 1960 über die Nationalstrassen (NSG, SR  725.11) Bauten  innerhalb der Baulinien vom Kanton nach Anhörung des  UVEK  genehmigt  werden  müssen  und  andererseits  die  Bewilligung  gegen einen Revers auszustellen sei, der die Verpflichtung enthalte, bei  Änderungen  oder  Erweiterungen  der  Nationalstrassenanlage  alle  Anpassungen  oder  die  Entfernung  der  bewilligten  Bauten  auf  eigene  Kosten  und  ohne  Schadenersatzpflicht  vorzunehmen.  Nachdem  die  Vorinstanz die Auflagen des ASTRA  in die Plangenehmigungsverfügung  aufgenommen  hat  (vgl.  Dispositiv  Ziff. 7.11 ff.),  ist  nicht  zu  erkennen,  inwiefern sich das ASTRA nun gegen die genehmigte Plangenehmigung  stellen sollte. Auch diese Rüge ist daher abzuweisen.

A­3762/2010 9.  9.1.  Die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  beantragt  die  Prüfung  eines  anderen  Leitungsverlaufs  in  Niederwangen.  Wenn  sich  nach  sorgfältiger  Abwägung  erweise,  dass  eine  Verkabelung  im  Wangental  unverhältnismässig  sei,  sei  zumindest  ein  anderer  Leitungsverlauf  der  Freileitung  zu wählen,  der  die  Bevölkerung weniger  stark  belaste.  Die  ENHK  habe  sich  1995  lediglich  in  einem  Satz  zum  alternativen  Leitungsverlauf  geäussert.  Die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  schlägt  deshalb  einen  Leitungsverlauf  vor,  der  die  Bauzone  an  möglichst  wenigen  und  gleichzeitig möglichst wenig sensiblen Stellen überquert. Besser noch als  der  bereits  früher  skizzierte  Leitungsverlauf  scheine  ein  S­förmiger  Leitungsverlauf, der bei Mast 339 oder 340 die projektierte Linie verlasse,  die Weiler Studweid und Feldmoos rechts umfahre, dann das Wangental  überquere (Schnittpunkt mit der projektierten Leitung ungefähr Mast 345),  links  von  der  Erlenmatt  in  den  Inselwald  geführt  werde  und  nach  einer  weiteren  Kurve  ungefähr  bei  Mast 349  oder  350  wieder  auf  die  projektierte Leitung treffe. 9.2.  Dagegen  wendet  die  Vorinstanz  ein,  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  würden  implizit  die  erneute  Durchführung  eines  Verfahrens  mit  neuerlicher  Interessenabwägung  verlangen. Die Trasseeführung  im Bereich Niederwangen  sei  indes  von  den  Fachstellen  geprüft  und  im  Entscheid  hinreichend  erläutert  und  begründet  worden,  weshalb  eine  erneute  Durchführung  des  Verfahrens  nicht angezeigt sei. 9.3. Das BAFU  führt  aus,  es  sei  seinerzeit  summarisch  eine  alternative  Linienführung  betreffend  den  Leitungsverlauf  in  Niederwangen  geprüft  worden.  So  sei  im  Rahmen  der  Voruntersuchung  zur  UVP  zwischen  Gasel und Oberbottigen im Jahr 1993 eine Untervariante studiert worden,  die  jedoch eine weit grössere Beeinträchtigung der Landschaft,  inklusive  Beanspruchung  von  Waldareal,  zur  Folge  gehabt  hätte,  weshalb  der  bestehenden Linienführung der Vorzug gegeben worden sei. 9.4. Auch die Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin weist darauf hin,  dass  der  von  der  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  vorgeschlagene  Leitungsverlauf  im  Vorverfahren  als  Untervariante  G1  geprüft, von den Fachbehörden aber abgelehnt worden sei.

A­3762/2010 9.5.  Anlässlich  der  Voruntersuchung  wurde  im  Bereich  Niederwangen  eine  Untervariante  (G1)  geprüft,  im  Ergebnis  aber  der  nun  bewilligten  Leitungsführung  der  Vorzug  gegeben.  Die  ENHK  empfahl  in  ihrem  Gutachten  vom 3. Mai  1996 wegen der  grösseren Beeinträchtigung  von  Waldareal den Ausbau entlang des bestehenden Trassees. Ebenso kam  auch das BAFU zum Schluss, dass die Untervariante die Landschaft weit  mehr  beeinträchtigen  und  Waldareal  beanspruchen  würde.  Da  sich  an  diesen Einschätzungen der zuständigen Fachstellen offensichtlich nichts  geändert  hat,  sieht  das  Bundesverwaltungsgericht  keinen  Anlass,  dem  Begehren  der  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  Folge  zu  leisten. In  diesem  Zusammenhang  stellt  sich  zudem  die  Frage,  ob  nicht  vorgängig  zum  Plangenehmigungsverfahren  ein  Sachplan  hätte  erstellt  werden müssen. Wie  indes nachfolgend noch ausführlich dargelegt wird  (siehe E. 11.6 ff.),  erschiene es  unverhältnismässig,  für  das  vorliegende  Projekt zum heutigen Zeitpunkt ein Sachplanverfahren durchzuführen, da  die  notwendigen  Abklärungen  im  Plangenehmigungsverfahren  stattgefunden  haben  und  ein  Sachplanverfahren  zu  keinen  anderen  Erkenntnissen führen würde. 10.  10.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  machen  geltend,  der Weiler Oberscherli liege teils im BLN­Gebiet, teils ausserhalb und sei  als Ortsbild  von  regionaler  Bedeutung  im  Inventar  der  schützenswerten  Ortsbilder  der  Schweiz  (ISOS)  verzeichnet.  Die  ENHK  habe  in  ihrem  Gutachten  1996  eine  westliche  Umfahrung  des  Dorfes  empfohlen.  Hinsichtlich der Umfahrung von Oberscherli sei aber lediglich eine einzige  Variante  geprüft  und  verworfen  worden.  Die  von  der  ENHK  1996  zur  Prüfung empfohlene Südumfahrung sei nie evaluiert worden. Dabei sei es  zumindest  nicht  ausgeschlossen,  dass  eine  Südumfahrung  von  Oberscherli ohne Beeinträchtigung von kommunalen Schutzgebieten und  Objekten des Inventars der historischen Verkehrswege (IVS) möglich sei  und  ohne  dass  dies  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  in  unverhältnismässiger  Weise  belaste.  Die  angefochtene  Plangenehmigung  erweise  sich  daher  auch  aus  diesem Gesichtswinkel  als gegen das NHG und kommunales Recht verstossend. 10.2. Die Vorinstanz  führt auch hierzu aus, dass die Trasseeführung  im  Bereich  Oberscherli  von  den  Fachstellen  geprüft  und  im  Entscheid 

A­3762/2010 hinreichend  erläutert  und  begründet  worden  sei,  weshalb  eine  erneute  Durchführung des Verfahrens nicht angezeigt sei. 10.3.  Soweit  die  Rüge  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  die  Umfahrung  von  Oberscherli  betreffe,  verweist  das  BAFU  auf  das  Bundesamt  für  Kultur  bzw.  die  ENHK  als  zuständige  Fachstellen.  Es  betont  zudem,  dass  die  Verkabelung  im  Raum  Rümligen  nicht  als  Ersatzmassnahme  für  die  zusätzliche  Beeinträchtigung  der  drei  Weiler  gelte. 10.4.  Die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  macht  schliesslich  geltend,  die  Südumfahrung  von  Oberscherli  sei  während  des  Vorverfahrens  geprüft  und  nach  verschiedenen  Begehungen  mit  der  Planungskommission  der  Gemeinde  Köniz  und  dem  BAFU  verworfen  worden.  In  den  zahlreichen Verhandlungen  und Begehungen  habe  sich  die heutige Variante als die wohlausgewogene Lösung erwiesen. 10.5.  In  ihrem  Gutachten  vom  3. Mai  1996  hatte  die  ENHK  zwar  vorgebracht, es könne im Interesse des Ortsbildschutzes eine Umfahrung  westlich des Dorfes geprüft werden.  Im Laufe des Verfahrens zeichnete  sich jedoch die projektierte Leitungsführung ab. Nachdem das Gutachten  der ENHK noch vor Aufnahme des heutigen Objekts Nr. 1320 in das BLN  verfasst  worden  war,  erfolgte  nach  dessen  Inventarisierung  keine  eingehende  Auseinandersetzung  mit  der  Frage,  ob  die  projektierte  Leitung  das  nunmehr  inventarisierte  Ortsbild  beeinträchtige.  Insbesondere liegt diesbezüglich keine hinreichende, mithin mit Blick auf  die neue Sachlage gemachte Stellungnahme der ENHK vor. Die offenbar  durchgeführten Prüfungen und Diskussionen mit den Fachbehörden, der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  und  der  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  vermögen  dies  nicht  aufzuwiegen.  Den  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  ist  somit  Recht zu geben, als sie eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung und  damit  auch eine unvollständige  Interessenabwägung  rügen. Da  sich die  erforderlichen  Abklärungen  als  aufwändig  erweisen  dürften  und  auch  besonderes  Fachwissen  voraussetzen,  rechtfertigt  es  sich  ausnahmsweise,  diesbezüglich  in  Gutheissung  der  Beschwerde  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  die  Angelegenheit  der  Vorinstanz  zur  Vervollständigung  des  Sachverhalts  unter  Beizug  der  entsprechenden  Fachinstanzen  und  zur  anschliessenden  Interessenabwägung  zurückzuweisen  (Art. 61  Abs. 1  VwVG;  zu  dieser  Möglichkeit MADELEINE CAMPRUBI, Kommentar VwVG, Rz. 11  zu Art. 61; 

A­3762/2010 PHILIPPE WEISSENBERGER,  Praxiskommentar  VwVG,  Art. 61  N. 16;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts,  A­7872/2010  vom  17. Oktober  2011  E. 8.3.6 mit Hinweisen). Auch  an  dieser  Stelle  erscheint  fraglich,  ob  vorgängig  ein  Sachplanverfahren durchzuführen gewesen wäre.  Jedoch gilt  auch hier,  wie  bereits  in  E. 9.5  dargelegt,  dass  es,  insbesondere  aufgrund  der  langen  Verfahrensdauer,  unverhältnismässig  erschiene,  für  das  vorliegende  Projekt  zum  heutigen  Zeitpunkt  ein  Sachplanverfahren  durchzuführen.  Die  erforderlichen  Abklärungen  fanden  im  Plangenehmigungsverfahren  statt;  an diesen Erkenntnissen würde auch  ein  nachgeholtes  Sachplanverfahren  nichts  ändern  (eingehend  sogleich  E. 11.6 ff.). Sachplanerfordernis 11.  11.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  beantragen,  die  Akten  seien  zur  Durchführung  eines  Sachplanverfahrens  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz habe die Durchführung eines  Sachplanverfahrens nicht für erforderlich gehalten, weil beim Inkrafttreten  des Sachplans Übertragungsleitungen  (SÜL) vom 12. April 2001  für das  Leitungsbauvorhaben  bereits  das  Vorverfahren  zur  Umweltverträglichkeitsprüfung  im  Gang  gewesen  sei.  Damit  habe  sie  aber  Art. 13  des  Raumplanungsgesetzes  vom  22. Juni  1979  (RPG,  SR  700)  und  Art. 16  Abs. 5  EleG  verletzt.  Auch  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  macht  geltend,  der  umstrittene  Leitungsabschnitt  hätte  nicht  ohne  vorgängiges  Sachplanverfahren genehmigt werden dürfen und verweist diesbezüglich  insbesondere auf den neuen Art. 1a der Verordnung vom 2. Februar 2000  über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische Anlagen (VPeA, SR  734.25).  Sollte  das  Gericht  zum  Schluss  kommen,  dass  kein  Sachplanverfahren  durchgeführt  werden  müsse,  müsse  der  Plangenehmigungsentscheid  selbst  zumindest  sachplanähnliche  Überlegungen  enthalten.  In  ihrer  Replik  kommen  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  zum  Schluss,  das  Vorverfahren  bzw.  die  UVP­Voruntersuchung  hätten  eine  andere  Ausgangslage  und  Zielsetzung  als  ein  Sachplanverfahren,  weshalb  sie  ein solches nicht zu ersetzen vermögen. Insbesondere werde Art. 6 NHG  verletzt,  wenn  nach  Durchführung  des  Vorverfahrens,  aber  vor 

A­3762/2010 Einreichung  des  Plangenehmigungsgesuchs,  das  von  der  Leitung  betroffene  Gebiet  in  das  BLN­Inventar  aufgenommen,  darauf  in  der  Plangenehmigungsverfügung aber nicht eingegangen werde. 11.2.  Dagegen  wendet  die  Vorinstanz  ein,  gemäss  geltendem  SÜL  müsse nicht jedes Projekt zwingend alle Stufen im Sachplan durchlaufen.  Beim  Inkrafttreten  des  SÜL  am  12. April  2001  sei  bereits  das  Vorverfahren  zur  Umweltverträglichkeitsprüfung  im  Gange  gewesen,  in  welchem  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  in  intensivem  Kontakt mit den kantonalen Fachstellen sowie dem BAFU (damals noch  BUWAL) gestanden habe. Vorliegend gehe es um den Um­ und Neubau  einer  bestehenden  Leitung,  das  heisst  vom  heutigen  Leitungstrassee  werde  nur  teilweise  abgewichen.  Somit  könne  nicht  generell  von  erheblichen  räumlichen  Auswirkungen  ausgegangen  werden,  die  sich  durch das Projekt ergeben würden. Im Rahmen des Vorverfahrens seien  verschiedene  Linienführungsvarianten,  die  räumlichen  Zusammenhänge  und Auswirkungen des Vorhabens untersucht sowie damals hängige und  absehbare Fragen zu Problempunkten beantwortet worden. Wo von der  heutigen Linienführung abgewichen worden sei, seien die verschiedenen  Varianten  und  Auswirkungen  untersucht  und  entsprechend  die  ideale  Leitungsführung  in  Absprache  mit  den  Behörden  in  das  Plangenehmigungsgesuch  aufgenommen  worden.  Die  Durchführung  eines  Sachplanverfahrens  nach  heutiger  Regelung  hätte  keine  neuen  Erkenntnisse gebracht, weshalb darauf verzichtet worden sei, dies umso  mehr, als Art. 1a VPeA erst seit dem 1. September 2009 in Kraft sei. 11.3. Das ARE führt aus, der SÜL setze einen Planungskorridor  in einer  Breite von bis zu mehreren hundert Metern  fest und gebe Anweisungen  zum weiteren Vorgehen. Im Sachplanentscheid könne festgelegt werden,  ob  die  Leitung  oder  Teilstücke  davon  verkabelt  werden  müssten.  Gemeinden  und  Einzelpersonen  könnten  sich  während  der  öffentlichen  Auflage  zum  Projekt  äussern;  rechtlich  könne  gegen  das  Vorhaben  allerdings erst  im Plangenehmigungsentscheid vorgegangen werden.  Im  vorliegenden Streitfall  sei die UVP­Voruntersuchung abgeschlossen und  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  habe  die  nach  VPeA  notwendigen  Unterlagen  eingereicht.  Die  angehörten  Bundesämter  und  der  Kanton  Bern  hätten  sich  im  Plangenehmigungsverfahren  auf  ein  Leitungstrassee  einigen  können.  Da  das  ARE  erst  sehr  spät  in  dieses  Verfahren einbezogen worden sei, könne es sich nur bedingt zu dessen  Ablauf  äussern.  Es  weise  indes  darauf  hin,  dass  die  von  den  Beschwerdeführenden geführten Konflikte kleinräumiger Natur seien und 

A­3762/2010 deren  Bereinigung  somit  stufengerecht  im  Rahmen  des  Plangenehmigungsverfahrens  oder  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens zu erfolgen habe. 11.4.  Auch  das  BAFU  hält  fest,  das  vorliegende  Projekt  sei  bereits  in  Projektierung  gewesen,  bevor  der  SÜL  im  Jahr  2001  verabschiedet  worden  sei.  Seit  1993  hätten  im  Rahmen  der  UVP­Voruntersuchung  Variantenevaluationen  stattgefunden,  die  inhaltlich  einem  Sachplanverfahren  gleichzusetzen  seien.  Daraus  sei  die  im  Plangenehmigungsverfahren  vorgelegte  Leitungsführung  hervorgegangen.  Im  Rahmen  der  Variantenevaluation  seien  auch  Linienführungen geprüft worden, die grossräumig vom heutigen Trassee  abwichen. Ein Sachplanverfahren zum jetzigen Zeitpunkt würde daher zu  keinen neuen Erkenntnissen führen. 11.5.  11.5.1.  Gemäss  Art. 16  Abs. 5  EleG  setzt  die  Plangenehmigung  für  Vorhaben,  die  sich  erheblich  auf  Raum  und  Umwelt  auswirken,  grundsätzlich  einen  Sachplan  nach RPG  voraus.  Die  Bestimmung  führt  nicht  aus,  wann  die  Auswirkungen  eines  Vorhabens  auf  Raum  und  Umwelt als erheblich zu gelten haben bzw. ob für das vorliegende Projekt  ein  Sachplanverfahren  durchzuführen  gewesen  wäre.  Immerhin  ergibt  sich aus dem Wortlaut  in allen sprachlichen Fassungen, dass selbst bei  erheblichen Auswirkungen auf Raum und Umwelt nur grundsätzlich und  damit nicht ausnahmslos ein Sachplanverfahren durchzuführen ist. 11.5.2.  Das  Sachplanerfordernis  gemäss  Art. 16  Abs. 5  EleG  wird  in  Art. 1a  Abs. 1  VPeA  konkretisiert:  Danach  können  Hochspannungsleitungen  ab  220 kV  nur  genehmigt  werden,  wenn  sie  zuvor  in  einem  Sachplanverfahren  festgesetzt  worden  sind.  Als  Ausnahme  sieht  Art. 1a  Abs. 3  VPeA  vor,  dass  Ersatz,  Änderung  und  Ausbau  bestehender  Leitungen  ohne  vorgängiges  Sachplanverfahren  genehmigt werden können, wenn die Möglichkeiten zur Zusammenlegung  mit  anderen  Leitungen  ausgeschöpft  wurden  (Bst. a);  die  bestehenden  Masten  nicht mehr  als  50 Meter  seitlich  zur  Leitungsachse  verschoben  und um nicht mehr als 10 Meter erhöht werden (Bst. b); Nutzungskonflikte  im bestehenden Leitungskorridor gelöst werden können (Bst. c); Konflikte  in  Schutzgebieten  nach  eidgenössischem  und  kantonalem  Recht  durch  Ersatzmassnahmen  ausgeglichen  werden  können  (Bst. d)  und  die 

A­3762/2010 Anforderungen  der  NISV  eingehalten  werden  können,  ohne  dass  eine  Ausnahmebewilligung beansprucht werden muss (Bst. e). Im Urteil 1C_172/2011 vom 15. November 2011 hielt das Bundesgericht  fest,  die  in  Art. 1a  VPeA  genannten  Kriterien  würden  denjenigen  entsprechen, die  im SÜL 2009 (Anpassung des SÜL vom 6. März 2009,  Ziff. 3.2.3.3) zur Sachplanpflicht festgehalten sind. Diese wurden von der  Arbeitsgruppe  Leitungen  und  Versorgungssicherheit  (LVS)  in  ihrem  Schlussbericht vom 28. Februar 2007 empfohlen, um rasch und effizient  über die Notwendigkeit eines Sachplanverfahrens entscheiden zu können  ("SÜL­Check";  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_172/2011  vom  15. November  2011  E. 4.3).  Das  Bundesgericht  gelangte  in  jenem  Verfahren zum Schluss, dass eine Sachplanpflicht an sich zu bejahen sei  (E. 4.3.1 ff.).  Unter  Berücksichtigung  der  langen  Dauer  des  Verfahrens  und  der  Tatsache,  dass  gewisse  Teilabschnitte  bereits  rechtskräftig  bewilligt  worden  waren,  erachtete  es  im  Ergebnis  aber  die  Erarbeitung  eines  Sachplans  als  unverhältnismässig  und  hielt  fest,  auf  einen  Sachplan könne verzichtet werden, sofern die notwendigen Abklärungen  im Plangenehmigungsverfahren vorgenommen werden (E. 4.4). 11.6.  11.6.1. Das  vorliegende  Projekt  sieht  vor,  die  bestehende  220/132 kV­ Leitung  um­  und  auszubauen,  damit  auch  das  fragliche  Teilstück  Wattenwil – Mühleberg mit  220 kV betrieben werden  kann. Dass dieses  Vorhaben Auswirkungen auf Raum und Umwelt hat, ist unbestritten, doch  erachtet  die  Vorinstanz  diese  nicht  als  erheblich.  Dem  ist  jedoch  entgegenzuhalten,  dass –  obschon  die  projektierte  Leitung  im  Wesentlichen dem bestehenden Trassee  folgt – mitunter Abweichungen  notwendig  sind,  deutlich  höhere  Masten  als  die  bisherigen  benötigt  werden  und  insbesondere  ein  BLN­Gebiet  tangiert  ist.  Gesamthaft  gesehen  kann  der  Auffassung  der  Vorinstanz  deshalb  nicht  gefolgt  werden,  sondern  ist  von  erheblichen  Auswirkungen  der  projektierten  Leitung  auf  Raum  und  Umwelt  auszugehen.  Folglich  ist  die  Pflicht  zur  Durchführung eines Sachplanverfahrens an sich zu bejahen. 11.6.2.  Indessen  stellt  sich  die  Frage,  ob  sich  vorliegend  gestützt  auf  Art. 1a  Abs. 3  VPeA  eine  Ausnahme  vom  Sachplanerfordernis  rechtfertigen  lässt  (siehe hiervor E. 11.5.2): Die Möglichkeit,  die  Leitung  mit  einer  anderen  zusammenzulegen  besteht  nicht  (Bst. a)  und  Nutzungskonflikte  sind  nicht  auszumachen  (Bst. c).  Jedoch  werden 

A­3762/2010 Eingriffe  in  die  Schutzgebiete  nur  teilweise  durch  Ersatzmassnahmen  ausgeglichen  (Bst. d; dazu E. 10.5, 14.2 und 16.4). Zudem wird, obwohl  die  Anlagegrenzwerte  der  NISV  grundsätzlich  eingehalten  werden,  betreffend  ein  Grundstück  noch  zu  prüfen  sein,  ob  ein  Ort  mit  empfindlicher  Nutzung  (OMEN)  betroffen  ist  (Bst. e;  dazu  nachfolgend  E. 17.5).  Schliesslich  soll  vom  bereits  bestehenden  und  genutzten  Trassee  zwar  lediglich  teilweise abgewichen werden,  doch  kommen die  Abweichungen nicht überall unter 50 m zu liegen und die Masten werden  teilweise  um  deutlich  mehr  als  10 m  erhöht  (Bst. b).  Wie  gesehen  (E. 10.5),  ist  auch  die  Rüge  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  betreffend  die  Umfahrung  von  Oberscherli  gutzuheissen  und  die  dort  projektierte  Leitung  zu  überprüfen. Dies alles spricht grundsätzlich für eine Sachplanpflicht. 11.6.3. Allerdings erscheint es  fraglich, ob es sinnvoll  und zumutbar  ist,  für  das  vorliegende  Plangenehmigungsverfahren  nachträglich  ein  Sachplanverfahren  zu  verlangen.  Der  SÜL  hat  zum  Ziel,  Bedarf  und  Korridorvarianten  zu  beurteilen,  allfällige  Konflikte  auf  übergeordneter  Stufe  aufzudecken  und  zu  bereinigen,  den  geeignetsten  Korridor  für  geplante  Leitungsbauvorhaben  zu  bestimmen  und  durch  Koordination  das bestehende schweizerische Übertragungsleitungsnetz zu optimieren,  bevor  Detailprojektierungen  getätigt  werden.  Der  Korridor  weist  je  nach  Topografie eine Breite von mindestens 100 bis einige hundert Metern auf,  wobei  die  Linienführung  innerhalb  des  Korridors  erst  im  Plangenehmigungsverfahren  festgelegt  wird.  Der  SÜL  ist  eine  wichtige  Entscheidungsgrundlage  für  das  Plangenehmigungsverfahren.  Mit  dem  SÜL  werden  zentrale  Fragen  wie  der  Bedarf,  die  übergeordneten  raumordnerischen  Belange  und  weiträumige  Umweltaspekte  im  Voraus  behandelt.  Auf  die  darin  gewonnenen  Erkenntnisse  kann  im  Plangenehmigungsverfahren  abgestellt  werden  (SÜL,  S. 5,  7).  Gemeinden und Privatpersonen können sich im Sachplanverfahren zwar  öffentlich  äussern,  rechtlich  kann  jedoch  erst  im  Plangenehmigungsverfahren vorgegangen werden (vorne E. 11.3). So erachtet das Bundesgericht die Kriterien gemäss Art. 1a Abs. 3 VPeA  denn  auch  nicht  als  einzig  massgebend,  sondern  anerkennt  vielmehr,  dass  sich  die  nachträgliche Durchführung eines Sachplanverfahrens als  unverhältnismässig  erweisen  kann,  selbst  wenn  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  eine  Ausnahme  vom  Sachplanerfordernis  an  sich  nicht  erfüllt  sind  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_172/2011  vom  15. November 2011 E. 4.4, soeben E. 11.5.2). Auch aus den Materialien 

A­3762/2010 ergibt  sich,  dass Ausnahmen  vom Sachplanverfahren möglich  sind. Die  Botschaft  zu  Art. 16  Abs. 5  EleG  verweist  unter  anderem  auf  die  Kommentierung zu Art. 126 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 3. Februar  1995 über die Armee und die Militärverwaltung (MG, SR 510.10). Danach  ist für Vorhaben mit erheblicher Raum­ und Umweltrelevanz grundsätzlich  ein Sachplanverfahren nach RPG durchzuführen. Mit der Beifügung von  "grundsätzlich" solle indes erreicht werden, dass in Ausnahmefällen vom  Sachplanerfordernis abgewichen werden könne. Dies sei etwa dann der  Fall, wenn es aus objektiven Gründen als unzumutbar erscheine,  für ein  einzelnes  Projekt  ein  Sachplanverfahren  durchzuführen.  In  diesem  Fall  müssten  die  nach  RPG  erforderlichen  Abstimmungsnachweise  im  Plangenehmigungsverfahren  erbracht  werden  (Botschaft  zu  einem  Bundesgesetz  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  der  Plangenehmigungsverfahren, a.a.O., BBl 1998 III 2618 f.). 11.6.4. Selbst wenn vorliegend das eigentliche Plangenehmigungsgesuch  erst  am  12. November  2003  und  damit  nach  Inkrafttreten  des  SÜL  eingereicht  wurde,  wurde  mit  der  Projektierung  des  Vorhabens  bereits  zehn  Jahre  zuvor  begonnen.  Im  Rahmen  der  UVP­Voruntersuchung  wurden  bereits  1993  vier  verschiedene  Varianten  zur  Leitungsführung  untersucht,  darunter  auch  solche,  die  von der  heutigen Leitungsführung  abweichen  (vgl.  UVP­Bericht,  Entwurf  vom  Juni  1993,  S. 15 ff.).  Die  Variante 1 "Bestehendes 132 kV­Trassee" erwies sich als  ideale Lösung  und  wurde  schliesslich  in  das  Plangenehmigungsverfahren  aufgenommen. Im Verfahren der UVP­Voruntersuchung haben demnach  eingehende Abklärungen  hinsichtlich  der Auswirkungen  des Vorhabens,  einschliesslich Abklärungen zu möglichen Alternativen, stattgefunden, die  inhaltlich  einem  Sachplanverfahren  gleichkommen.  Auch  die  soeben  (E. 10.5) behandelte Frage nach Alternativen im Raum Oberscherli sowie  die  Frage  der  Verkabelung  (sogleich  E. 12 ff.,  insbesondere  E. 14.4)  lassen sich im Plangenehmigungsverfahren hinreichend prüfen. Der Bundesrat nahm mit der Anpassung des SÜL vom 6. März 2009 den  Abschnitt  Mühleberg –  Wattenwil  in  das  strategische  Netz  für  die  allgemeine  Stromversorgung  auf  und  legte  dieses  im  SÜL  fest.  Damit  unterstrich er die Notwendigkeit  dieses Netzes und der entsprechenden  Leitungsprojekte  für  die  Versorgungssicherheit  der  Schweiz.  Wie  die  Fachbehörden,  insbesondere  die  Vorinstanz  und  das  BAFU,  geltend  machen,  würde  ein  Durchlaufen  des  Sachplanverfahrens  zu  keinen  weiteren  Erkenntnissen  führen.  Vielmehr  würde  dies  das  bereits  lange  dauernde  Verfahren  weiter  verzögern.  Im  Übrigen  ist  auch  die 

A­3762/2010 Voraussetzung, bei einem Verzicht auf einen Sachplan die notwendigen  Abklärungen im Plangenehmigungsverfahren vorzunehmen, erfüllt (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_172/2011  vom  15. November  2011  E. 4.4,  soeben  E. 11.5.2).  Angesichts  dieser  Umstände,  insbesondere  der  langen  Verfahrensdauer,  würde  es  sich,  unter  Berücksichtigung  der  dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, auch  im vorliegenden  Fall  als  unzumutbar  erweisen,  auf  der  Erstellung  eines  Sachplans  zu  bestehen. Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  es  sich  als  unverhältnismässig  erwiese,  für  das  vorliegende  Projekt  zum  heutigen  Zeitpunkt  einen  Sachplan  zu  erarbeiten,  zumal,  wie  dargelegt,  die  notwendigen Abklärungen  im Plangenehmigungsverfahren stattgefunden  haben  resp.  stattfinden  und  ein  Sachplanverfahren  zu  keinen  anderen  Erkenntnissen  führen  würde.  Hinzu  kommt,  dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  im  Wesentlichen  die  Frage  der  Verkabelung  ausstehend  ist,  die  Durchführung  eines  Sachplanverfahrens  mithin  vor  allem  mit  Blick  auf  diese  eine  Frage  erfolgen  würde.  Die  Thematik  Freileitung – Verkabelung wird  indes nachfolgend – unabhängig von der  Frage  des Sachplans –  aufgegriffen.  Auch  dies  spricht  somit  gegen  die  Anträge  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner,  weshalb  die  Sache  nicht  zur  Nachholung  eines  Sachplanverfahrens  zurückzuweisen  ist und die entsprechenden Rügen abzuweisen sind. Verkabelung 12.  12.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  rügen,  dass  die  von der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung in wesentlichen  Teilen  sachlich unhaltbar  sei  und auf Annahmen basiere,  die nicht  dem  heutigen  Stand  der  Technik  entsprächen.  Sie  habe  insofern  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht  richtig  oder  nur  unvollständig  ermittelt.  In  ihrer  Replik  beantragen  sie  daher,  ein  unabhängiger  Sachverständiger  habe  zu  prüfen,  inwieweit  eine  Verkabelung  der  gesamten Strecke möglich  sei  und welche  Immissionen und Kosten mit  einer solchen Erdverlegung verbunden wären. Sämtliche Fachbehörden,  die  einer  Freileitung  durch  die  Schutzgebiete  zugestimmt  hätten,  seien  ursprünglich von falschen Masthöhen und von falschen Seilquerschnitten  ausgegangen.  Sachliche  Argumente  gegen  eine  Verkabelungslösung  innerhalb  des  ganzen  BLN­Gebiets  und  der  übrigen  besonders 

A­3762/2010 schutzwürdigen und/oder stark überbauten Gebiete gäbe es – abgesehen  von den höheren Kosten – keine. Eine blosse Gewinnmaximierung dürfe  indessen  nicht  ausreichen,  um  die  durch  das  vorliegende  Projekt  geschaffene Beeinträchtigung  von Schutzgebieten  und  der  Bevölkerung  zu rechtfertigen. 12.2.  Desgleichen  wirft  auch  die  Beschwerdeführerin/Beschwerdegegnerin 2  der  Vorinstanz  vor,  keine  gründliche  und  nachvollziehbare  Interessenabwägung  vorgenommen  zu  haben. Eine Verkabelung oder zumindest Teilverkabelung hätte ernsthaft  geprüft  werden  müssen.  Insbesondere  nachdem  das  Bundesgericht  in  Sachen  Riniken  (BGE  137  II  266)  eine  Verkabelung  angeordnet  habe,  obwohl  es  sich  weder  um  ein  BLN­Gebiet  noch  um  ein  kantonales  Schutzgebiet gehandelt habe, scheine es angezeigt, sich auch vorliegend  eingehend  mit  dem  Wangental  zu  befassen.  Die  Belastung  durch  die  Leitung sei gross, selbst wenn das Gebiet nicht schutzwürdig sei. 12.3.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  rügen,  im  eigentlichen Plangenehmigungsverfahren seien keine Alternativen geprüft  oder auch nur  in Erwägung gezogen worden. Eine neue 220 kV­Leitung  in  einem  BLN­Objekt  zu  genehmigen,  setze  aber  voraus,  dass  keine  zumutbaren  Umfahrungsvarianten  möglich  seien  und  ein  mindestens  gleichwertiges  nationales  Interesse  an  der  Leitungsführung  durch  das  BLN­Objekt  bestehe.  Erst  müsse  der  Nachweis  erbracht  werden,  dass  eine  Beeinträchtigung  durch  eine  Starkstromleitung  unumgänglich  sei.  Sollten keine zumutbaren Umfahrungsvarianten bestehen, wäre in einem  weiteren  Schritt  zu  prüfen,  ob  die  Hochspannungsleitung  innerhalb  des  BLN­Objekts ganz oder  teilweise als erdverlegte Leitung geführt werden  könne. 12.4.  Die  Vorinstanz  erachtete  das  eingereichte  Gesuch  für  eine  Freileitung – mit Ausnahme des Abschnitts Mast 290 bis 302 – aufgrund  der  Stellungnahmen  der  Fachbehörden  als  genehmigungsfähig,  insbesondere  auch  aus  Sicht  des  Landschaftsschutzes.  Gewichtige  Gründe,  um  von  den  Beurteilungen  der  Fachbehörden  abzuweichen,  seien  nicht  vorgelegen.  Vorliegend  seien  die  Kosten  nicht  ausschlaggebend  gewesen  für  den  Entscheid  gegen  eine  Verkabelung.  Die  Interessenabwägung  habe  sich  weniger  auf  den Mehraufwand  und  die  Kosten  bezogen  als  vor  allem  auf  die  Versorgungssicherheit,  den  Landschaftsschutz,  Natur  und  Umwelt  und  die  Rechte  von  Privatpersonen.  Selbst  unter  Berücksichtigung  der  neusten 

A­3762/2010 Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  dränge  sich  daher  keine  Überprüfung des Plangenehmigungsentscheids auf. 12.5.  Das  BAFU  kommt  in  seiner  Stellungnahme  vom  23. Mai  2011  dagegen  zum  Schluss,  es  sei  vor  dem  Hintergrund  der  neueren  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  nicht  ausgeschlossen,  dass  die  Interessenabwägung  aufgrund  der  günstigeren  technischen  und  finanziellen  Rahmenbedingungen  von  Verkabelungslösungen  zu  einem  anderen Ergebnis  führen könne. Dies gelte  für die Abschnitte des BLN­ Objekts Nr. 1320,  in  denen  aus Verhältnismässigkeitsgründen  bis  anhin  keine  Verkabelung  beantragt  worden  sei,  sowie  für  die  betroffenen  kantonalen  Landschaftsschutzobjekte,  soweit  sie  nicht  ohnehin  im BLN­ Objekt Nr. 1320  liegen würden. Gemäss Einschätzung des BAFU könne  sich  eine  Verkabelungslösung  aufgrund  der  Zugänglichkeit  der  Gebiete  (topografische und geologische Rahmenbedingungen) für weitere als den  zur  Verkabelung  bereits  genehmigten  Abschnitt  als  verhältnismässig  erweisen.  Da  es  erst  unter  Berücksichtigung  der  Ergebnisse  einer  entsprechenden  Verkabelungsstudie  möglich  sei,  eine  vollständige  Interessenabwägung im Sinne von Art. 3 und Art. 6 NHG durchzuführen,  sollte  für  das  BLN­Objekt  sowie  für  die  kantonalen  Landschaftsschutzgebiete eine Verkabelungsstudie erstellt werden. 13.  Das  Erstellen  oder  Ändern  einer  Starkstromanlage  bedarf  einer  Plangenehmigung  (Art. 16  EleG).  Gemäss  der  gestützt  auf  Art. 3  EleG  erlassenen  Starkstromverordnung  vom  30. März  1994  (SR  734.2)  sind  bei  Planung,  Erstellung,  Betrieb  und  Instandhaltung  von  Starkstromanlagen die massgeblichen Vorschriften über den Natur­  und  Heimatschutz sowie den Landschafts­, Umwelt­ und Gewässerschutz zu  beachten  (Art. 7  Abs. 1  Starkstromverordnung).  Die  Rügen  im  vorliegenden  Verfahren  betreffen  vor  allem  Fragen  des  Landschafts­  resp.  Naturschutzes.  Zudem  ist  vorliegend  unter  anderem  ein  Gebiet  betroffen, das im BLN erfasst ist. Die Genehmigung  von Plänen  für Werke  und Anlagen  zur  Beförderung  von Energie ist eine Bundesaufgabe gemäss Art. 2 Bst. b NHG (vgl. auch  Art. 78 Abs. 2 BV). Bei der Erfüllung einer solchen Bundesaufgabe haben  die  Behörden  und  Amtsstellen  des  Bundes  sowie  seiner  Anstalten  und  Betriebe  dafür  zu  sorgen,  dass  das  heimatliche  Landschafts­  und  Ortsbild,  geschichtliche  Stätten  sowie  Natur­  und  Kulturdenkmäler  geschont  und,  wo  das  allgemeine  Interesse  an  ihnen  überwiegt, 

A­3762/2010 ungeschmälert erhalten bleiben. Diese Pflicht gilt nach Art. 3 Abs. 1 i.V.m.  Art. 4  NHG  unabhängig  davon,  ob  der  Eingriff  in  ein  Objekt  von  nationaler,  regionaler  oder  lokaler  Bedeutung  vorgenommen  wird;  für  Objekte  von  nationaler  Bedeutung  gilt  allerdings  ein  strengeres  Schutzregime. Durch die Aufnahme eines Objekts  in ein Bundesinventar  wie  das  BLN  wird  dargetan,  dass  es  in  besonderem  Masse  die  ungeschmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  aber  unter  Einbezug  von  Wiederherstellungs­  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche  Schonung  verdient  (Art. 6  Abs. 1  NHG).  Ein  Abweichen  von der ungeschmälerten Erhaltung  im Sinne der  Inventare darf bei der  Erfüllung einer Bundesaufgabe nur  in Erwägung gezogen werden, wenn  ihr  gleich­  oder  höherwertige  Interessen  von  ebenfalls  nationaler  Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG). Ungeschmälerte Erhaltung  verdient  in  besonderem Masse das, was die  Objekte  so  einzigartig  oder  typisch  macht.  Zur  Beurteilung  der  Schutzzielverträglichkeit  eines  Vorhabens  ist  von  der  jeweiligen  Umschreibung  des  Schutzgehalts  auszugehen,  die  in  den  gesondert  veröffentlichten Beschreibungen zu den Gebieten des Inventars enthalten  ist  (vgl.  statt  vieler  BGE  127  II  273  E. 4c  mit  zahlreichen  Hinweisen).  Zusätzlich  zu  den  objektspezifischen  Schutzzielen  erlauben  die  Erläuterungen zum BLN Rückschlüsse; sie  legen allgemein  für die BLN­ Objekte  die  Gründe  für  ihre  nationale  Bedeutung,  mögliche  Gefahren,  bestehende  Schutzmassnahmen,  den  anzustrebenden  Schutz  und  Verbesserungsvorschläge  dar  (vgl.  Art. 5  Abs. 1  NHG  i.V.m.  Art. 2  VBLN).  Zur  Beurteilung  der  Zulässigkeit  eines  Eingriffs  müssen  alle  bedeutsamen  Interessen  ermittelt,  beurteilt,  gewichtet  und  im Entscheid  möglichst  umfassend  berücksichtigt  werden  (JÖRG  LEIMBACHER,  in:  Kommentar  NHG,  Zürich  1997,  Rz. 22 f.  zu  Art. 6  NHG;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8386/2010  vom  1. Dezember  2011  E. 6.2  mit Hinweisen und A­7872/2010 vom 17. Oktober 2011 E. 6.2). 14.  14.1. Als  erstes  stellt  sich  die  Frage,  inwieweit  das  vorliegende  Projekt  schutzzielrelevant  ist.  Die  ENHK  formulierte  aufgrund  der  Objektbeschreibung  des  BLN­Objekts  Nr. 1320  "Schwarzenburgerland  mit  Sense  und  Schwarzwasserschluchten"  in  ihrem  Gutachten  vom  27. Mai 2004 folgende Schutzziele: 

A­3762/2010 ­ Ungeschmälerte  Erhaltung  der  reich  strukturierten  Natur­  und  Kulturlandschaft  mit  ihren  prägenden  geomorphologischen,  kulturhistorischen und biologischen Strukturen und Elementen. ­ Ungeschmälerte  Erhaltung  des  Mosaiks  von  Wäldern,  Hecken,  Einzelbäumen und bewirtschafteten Flächen. ­ Ungeschmälerte  Erhaltung  der  Siedlungsstruktur  sowie  der  wertvollen  kulturgeschichtlichen Elemente wie Weiler, Einzelhöfe und Einzelbauten. ­ Ungeschmälerte  Erhaltung  des  reich  strukturierten,  bewaldeten  Hanges  zwischen  den  Landwirtschaftsflächen  auf  dem  Längenberg  und  dem  Gürbetal. ­ Ungeschmälerte  Erhaltung  und  Förderung  der  geschützten  und  schützenswerten  naturnahen  Lebensräume  mit  ihren  charakteristischen  Pflanzen­ und Tierarten. In  ihrer Beurteilung bestätigt die ENHK, dass die neue Linienführung für  den Abschnitt Kirchenthurnen (Mast 288) bis Guetenbrünnen (Mast 299)  neu  zwischen Mast  291 und 299 durch das BLN­Objekt  führt. Auch die  weiter  westlich  geführte  Variante  dazu,  die  bei  Hermiswil  vorbeiführe,  liege zwischen diesen Masten innerhalb des BLN­Objekts. Das tangierte  Gebiet zeichne sich durch eine reiche Strukturierung und Kleinräumigkeit  aus.  Das  bewegte,  hügelige  Gelände  werde  von  Hecken,  kleinen  Wäldchen und Einzelbäumen sowie vom gut integrierten Weiler Hermiswil  und  dem  Einzelhof  Weiermatt  geprägt.  Die  neue  Leitung  würde  die  Landschaft stark prägen, ja dominieren und als technischer Fremdkörper  empfunden  werden.  Das  Vorhaben  widerspreche  klar  den  aufgeführten  Schutzzielen des BLN­Objekts. Angesichts  dieser  Ausführungen,  welche  die  ENHK  als  Fachbehörde  darlegte  und  in  ihrer  Stellungnahme  vom  5. März  2007  wiederholte,  ist  zweifelsfrei  von  einer  Schutzrelevanz  des  vorliegenden  Projekts  auszugehen. 14.2.  Als  Weiteres  ist  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  bei  Erlass  der  Plangenehmigungsverfügung  diese  Schutzzielrelevanz  hinreichend  berücksichtigt hat. 14.2.1. Die Aufnahme eines Objekts in das Inventar bedeutet nicht, dass  sich  am  bestehenden  Zustand  überhaupt  nichts  mehr  ändern  darf,  werden  doch  in  den  Art. 6 ff.  NHG  die  Voraussetzungen  für  die  Zulässigkeit  von  Eingriffen  umschrieben.  Bereits  bei  der  Schaffung  des 

A­3762/2010 NHG ging der Gesetzgeber zudem davon aus, dass die Berücksichtigung  von  Entlastungen  in  einer  Gesamtbetrachtung –  wenn  auch  mit  dem  Hinweis  darauf,  dass  geringfügige  Nachteile  mindestens  ausgeglichen  werden müssen – zulässig sein kann (Botschaft des Bundesrates an die  Bundesversammlung  zum  Entwurf  eines  Bundesgesetzes  über  den  Natur­  und  Heimatschutz  vom  12. November  1965,  BBl  1965  III  89 ff.,  103  [nachfolgend:  Botschaft  NHG];  vgl.  LEIMBACHER,  a.a.O.,  Rz. 7  zu  Art. 6 NHG). Das  in Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 6 Abs. 1 NHG statuierte  Gebot  der  ungeschmälerten  Erhaltung  resp.  der  grösstmöglichen  Schonung gebietet allerdings, dass mögliche alternative Standorte  resp.  Varianten für ein Vorhaben geprüft und die Auswirkungen eines Projekts  auf  das  unumgänglich  notwendige  Mindestmass  reduziert  werden  (LEIMBACHER,  a.a.O.,  Rz. 9 f.  zu  Art. 6  NHG).  Der  Gesetzgeber  hat  in  Art. 6  Abs. 2  NHG  die  Gewichtung  der  Interessen  weitgehend  vorweggenommen,  indem  er  ein  Abweichen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  nur  beim Vorliegen  von  Interessen  von  nationaler  Bedeutung  vorsieht.  Bei  einer  Gesamtbetrachtung  ist  deshalb –  wie  die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 3  zu Recht  geltend machen –  vor der eigentlichen Interessenabwägung zu prüfen, welche Variante mit  den  gesetzlichen  Schutzzielen  des  BLN­Inventars  am  besten  zu  vereinbaren  ist  (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­7872/2010 vom  17. Oktober 2011 E. 8.1). Das Bundesgericht  vergleicht  denn  auch  die Plangenehmigung  für  eine  Starkstromleitung  eher  mit  einem  Sondernutzungsplan  als  mit  einer  Polizeibewilligung  und  weist  darauf  hin,  dass  eine  Prüfung  von  Alternativen  zur  Prüfung  der  Gesetzeskonformität  gehöre,  wenn  die  massgeblichen  Bestimmungen –  namentlich  die  offenen  Interessenabwägungsnormen des Natur­ und Heimatschutzrechts – eine  umfassende Abwägung gebieten; ernsthaft in Betracht fallende Varianten  seien zu prüfen (eingehend Urteil des Bundesgerichts 1C_560/2010 vom  14. Juli  2011 E. 7 mit  Hinweisen,  bestätigt  in  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_172/2011  vom  15. November  2011  E. 2.4;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7872/2010  vom  17. Oktober  2011  E. 8.1  mit  Hinweis).  Anders  als  von  der  Vorinstanz  vorgebracht,  lässt  sich  spätestens  seit  diesem  Entscheid  die  im  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_76/2008 vom 5. September 2008 E. 4.1 enthaltene Feststellung, bei  der Plangenehmigung gemäss Eisenbahngesetz handle es sich um eine  Polizeierlaubnis,  nicht  mehr  auf  die  Plangenehmigung  für  Hochspannungsanlagen übertragen. Insbesondere kann dem Vorbringen  der  Vorinstanz,  es  handle  sich  bei  der  Plangenehmigung  um  eine  Art 

A­3762/2010 Polizeibewilligung, die entweder zu genehmigen oder abzuweisen sei und  die zwar einen gewissen Spielraum bei der Interessenabwägung mit sich  bringe,  aber  der  Vorinstanz  nicht  erlaube,  von  den  Gesuchstellern  die  Einreichung von Alternativprojekten zu verlangen, nicht gefolgt werden. Aus den Akten geht indes hervor, dass sich die Vorinstanz durchaus mit  Alternativen  beschäftigt  hat.  Fraglich  ist,  ob  dies  genügend  eingehend  erfolgt ist. 14.2.2. Das vorliegende Projekt  führt zwischen den Masten 291 bis 324  durch  das  BLN­Objekt  Nr. 1320.  In  Bezug  auf  die  Trasseeführung  kam  die  Vorinstanz  zum  Schluss,  dass  der  Abschnitt  zwischen  den  Masten  290  bis  302  nicht  genehmigt  werden  könne  und  hierfür  ein Gesuch  für  eine erdverlegte Leitung einzureichen sei  (vgl. E. 15 ff.  in Bezug auf die  Rügen  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin).  Im  Abschnitt  zwischen  Mast  303  und  318  kommt  die  neue  Leitung  weitgehend  im  Trassee der bestehenden Leitung zu liegen. Anschliessend erfolgt für die  Umfahrung  Oberscherli  eine  Abweichung  von  der  bisherigen  Leitungsführung.  Im  Rahmen  der  Projektanpassung  2006  wurde  der  Abschnitt  zwischen Mast  316  bis  323  angepasst  und  die  Linienführung  verlegt.  Wie  die  ENHK  in  ihrer  Stellungnahme  vom  5. März  2007  beurteilte, werde durch die Verschiebung des Leitungstrassees höher  in  die  Talflanke  die  Einzelhoflandschaft  Bachtele­Uecht­Bäreried­ Horberematt  umfahren und entlastet, was  im Sinne der Schutzziele des  BLN sei. Jedoch bedinge diese Linienführung höhere Masten. Angesichts  der Entlastung  der  landschaftsprägenden Einzelhöfe  stimmte  die ENHK  der  Projektänderung  zu,  sofern  die  Höhe  von  Mast  320  erheblich  reduziert  und  zusätzliche  Ersatzmassnahmen  gegen  die  verbleibende  Landschaftsbelastung  ergriffen  würden.  Auf  diese  Anträge  ist  die  Vorinstanz  insofern  eingegangen,  als  sie  die  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  verpflichtete,  die  Pläne  betreffend Mast 320 zu überarbeiten und dessen Höhe um etwa 20 m zu  reduzieren  sowie  Ersatzmassnahmen  zum  Ausgleich  der  durch  die  Projektänderung im Bereich Oberbalm entstehende Beeinträchtigung des  Landschaftsbilds  vorzuschlagen.  Die  Vorinstanz  hat  sich  somit  mit  Alternativen auseinandergesetzt und das ursprünglich aufgelegte Projekt  zugunsten  einer  landschaftschonenderen  Variante  abgeändert,  die  insbesondere auch  von den Fachbehörden ENHK und BAFU bevorzugt  wurde.

A­3762/2010 14.3. Weiter  bleibt  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  die  Möglichkeit  einer  (Teil­) Verkabelung der Freileitung genügend eingehend abgeklärt hat. 14.3.1. Das Bundesgericht stellt hohe Anforderungen an den Schutz von  BLN­Gebieten und räumt dem Interesse an einer Verkabelung zugunsten  des  Landschaftsschutzes  grundsätzlich  grosses  Gewicht  ein  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  1A.84/2001  vom  12. März  2002  E. 2).  Es  stellt  insbesondere  auch  hohe Anforderungen  an  die Prüfung  einer  allfälligen  Verkabelung  wie  auch  überhaupt  an  die  Prüfung  einer  möglichst  landschaftsverträglichen  Gestaltung  der  erforderlichen  Bauwerke  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_560/2010  vom  14. Juli  2011  E. 8).  Selbst  ausserhalb  von BLN­Objekten  fordert  es  neu  bei  Landschaften mittlerer  Bedeutung  aus  Gründen  des  Landschaftsschutzes  die  Prüfung  einer  Verkabelung; dabei hebt es hervor, dass Verkabelungen im Vergleich zu  früher leistungsfähiger, zuverlässiger und kostengünstiger geworden sind  und  die  Ausfallraten  von  Kabelanlagen  heute  deutlich  tiefer  liegen  als  diejenigen von Freileitungen (BGE 137 II 266 E. 4 und 6). Es sei zudem  nicht nachvollziehbar, weshalb kurze Teilstücke im Allgemeinen anfälliger  für  technische  Störungen  sein  sollen  als  längere  Stücke  (Urteil  des  Bundesgerichts 1C_560/2010 vom 14. Juli 2011 E. 8.2). 14.3.2.  Das  hier  fragliche  Teilstück  war  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  umstritten.  Für  die  Vorinstanz  war  aufgrund  der  Studie  "Teilverkabelung  Rümligen"  nicht  hinreichend  erwiesen,  dass  die  Auswirkungen  einer  Verkabelung  das  BLN­Gebiet  weniger  beeinträchtigen  würden  als  die  Freileitung.  Sie  wog  die  öffentlichen  Interessen  der  Versorgungssicherheit,  des  Landschaftsschutzes,  Natur  und  Umwelt  sowie  Kosten  ab  und  gelangte  zum  Schluss,  dass  die  Freileitung  insgesamt  die  bessere  Lösung  darstelle,  weshalb  sie  die  Anträge auf Verkabelung, soweit nicht die Strecke zwischen Mast 290 bis  302  betreffend,  abwies.  Im  Rahmen  ihrer  Stellungnahme  vom  23. Mai  2011  zu  den  Auswirkungen  der  neusten  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung auf den aktuellen Fall verwies sie auf die Notwendigkeit  einer  umfassenden  Studie,  welche  die  Besonderheiten  der  geplanten  Leitung  sowie  die  topographischen  und  geologischen  Verhältnisse  auf  dem  Trassee  Wattenwil –  Gasel –  Mühleberg  aufzeige,  um  die  Auswirkungen  einer  Verkabelung  beurteilen  zu  können.  Insbesondere  erscheine die Eignung des Trassees, das sich auf einer Länge von etwa  33 km über  hügeliges Gelände  erstrecke,  für  eine Verkabelung  fraglich.  Die  Vorinstanz  kommt  deshalb  zum  Schluss,  dass  ihr  angefochtener  Plangenehmigungsentscheid  auch  nach  dem  Entscheid  des 

A­3762/2010 Bundesgerichts  im  Sachen  Riniken  (BGE  137  II  266)  nicht  anders  ausgefallen wäre. 14.3.3.  Auch  die  Beschwerdegegnerin  vertritt  die  Ansicht,  dass  eine  umfassende  Prüfung  der  Interessen  stattgefunden  habe  und  das  Ergebnis  gegen  eine  Verkabelung  spreche.  Der  Sachverhalt  im  Fall  Riniken  lasse  sich  nicht mit  dem  vorliegenden  vergleichen.  Dafür  seien  die  Verhältnisse  insbesondere  bezüglich  Topographie,  Geologie,  Gewässerschutz,  Landschaftsschutz,  Boden  und  Kosten  zu  unterschiedlich. Zwar habe das Bundesgericht  seine Rechtsprechung  in  Bezug  auf  die  Kosten,  die  in  die  Interessenabwägung  einzubeziehen  sind, geändert, doch seien die Kosten  im vorliegenden Fall nicht alleine  ausschlaggebend für den Entscheid der Verkabelung gewesen, weshalb  auch  keine  genaue Kostenevaluation  resp.  Verkabelungsstudie  verlangt  worden sei. Vielmehr habe sich das Freileitungstrassee als bestmögliche  Lösung ergeben. Das Bundesgerichtsurteil vom 5. April 2011 (BGE 137 II  266)  gebe  somit  keinen  Anlass,  zusätzliche  Verkabelungsstudien  zu  erstellen.  14.3.4.  Eine  konkrete  Verkabelungsstudie  wurde  im  vorliegenden  Fall,  nachdem  dies  von  den  Fachbehörden  nicht  verlangt  worden  war,  nicht  ausgearbeitet. Das BAFU hatte im vorinstanzlichen Verfahren einzig eine  Verkabelung  zwischen  Mast  291  und  302  beantragt,  alle  weiteren  Verkabelungsanträge  dagegen  als  nicht  erforderlich  bzw.  unverhältnismässig erachtet und daher deren Abweisung beantragt. Vor  dem Hintergrund von BGE 137 II 266 schloss es in seiner Stellungnahme  vom  23. Mai  2011  indes  nicht mehr  aus,  dass  die  Interessenabwägung  aufgrund  der  günstigeren  technischen  und  finanziellen  Rahmenbedingungen  von  Verkabelungslösungen  zu  einem  anderen  Ergebnis  führen  könnte. Dies  gelte  sowohl  für  die  Abschnitte  des BLN­ Objekts  Nr. 1320,  in  denen  bis  anhin  keine  Verkabelung  beantragt  worden  war,  als  auch  für  die  betroffenen  kantonalen  Landschaftsschutzobjekte,  soweit  sie  nicht  ohnehin  im  BLN­Objekt  Nr. 1320  lägen.  Das  BAFU  kommt  denn  auch  zur  Einschätzung,  dass  sich  aufgrund  der  Zugänglichkeit  der  Gebiete  (topographische  und  geologische  Rahmenbedingungen)  eine  Verkabelungslösung  als  verhältnismässig  erweisen  könnte,  weshalb  eine  entsprechende  Verkabelungsstudie durchgeführt werden sollte. 14.4.  Die  Ausführungen  sowohl  der  Vorinstanz,  der  Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin  als  auch  des  BAFU  machen 

A­3762/2010 somit deutlich, dass eine vertiefte Auseinandersetzung unerlässlich ist für  eine umfassende Interessenabwägung, dass eine solche jedoch mit Blick  auf  den  bisher  festgestellten  Sachverhalt  nicht  in  rechtsgenügender  Weise  erfolgen  kann. Demzufolge  ist  der Sachverhalt,  soweit  das BLN­ Gebiet und die kantonalen Landschaftsschutzgebiete betreffend, mit einer  konkreten  Prüfung  der  Verkabelung  zu  ergänzen.  Insbesondere  ist  zu  klären,  ob  die  Schutzziele  des  BLN­Objekts  und  der  kantonalen  Landschaftsschutzgebiete  mit  einer  Verkabelung  weniger  beeinträchtigt  werden.  Da  sich  auch  diese  Abklärungen  als  aufwändig  erweisen  und  besonderes,  auch  technisches  Fachwissen  voraussetzen,  wird  die  Angelegenheit  in  Gutheissung  der  Beschwerden  der  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner  1 –  3  der  Vorinstanz  zur  Vervollständigung des Sachverhalts zurückgewiesen (vgl. E. 10.5). 14.5.  14.5.1.  Die  Beschwerdeführenden/Beschwerdegegner 1  machen  des  Weiteren geltend, bei der  Interessenabwägung zwischen Freileitung und  Verkabelung  sei  auch  zu  berücksichtigen,  dass  der  in  der  NISV  festgelegte  Anlagegrenzwert  von  1 µT,  der  zu  jeder  Zeit  und  an  jedem  empfindlichen Ort  eingehalten werden müsse,  eine Gefährdung an Leib  und  Leben  von Mensch  und  Tier  nicht  auszuschliessen  vermöge.  Zwar  lasse  die  NISV  als  abschliessende  Regelung  keinen  Raum  für  weitergehende Massnahmen  im  Einzelfall,  doch  sei  zu  berücksichtigen,  dass,  wie  von  der  Vorinstanz  anerkannt,  eine  Kabelleitung  gegenüber  einer Freileitung ein seitlich stärker abfallendes Feld elektromagnetischer  Strahlung  aufweise,  die  Vorgaben  der  NISV  also  weit  besser  einhalten  könne. 14.5.2.

A-3762/2010 — Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 A-3762/2010 — Swissrulings