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Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 A-2841/2011

16. August 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,190 Wörter·~11 min·1

Zusammenfassung

Bundespersonal | Fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses (vorsorgliche Massnahmen)

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­2841/2011 Urteil   v om   1 6 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter André Moser,  Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Gerichtsschreiber Toni Steinmann. Parteien Eawag,  vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Alfred Schütz,  Beschwerdeführerin,  gegen A._______,  vertreten durch Rechtsanwältin Astrid Lienhart,  Beschwerdegegnerin,  und ETH­Beschwerdekommission, Vorinstanz. Gegenstand Fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses (vorsorgliche  Massnahmen).

A­2841/2011 Sachverhalt: A.  A._______  wurde  mit  einem  bis  31.  Mai  2011  befristeten  öffentlich­ rechtlichen  Arbeitsvertrag  vom  25.  März  2008  als  Abteilungsleiterin  bei  der  Eidgenössischen  Anstalt  für Wasserversorgung,  Abwasserreinigung  und Gewässerschutz (Eawag) angestellt. B.  Am  22.  September  2009  verfügte  die  Eawag,  vertreten  durch  Rechtsanwalt Alfred Schütz, die sofortige Freistellung von A._______. In  derselben Verfügung wurde ihr insbesondere die Zutrittsberechtigung auf  das  Gelände  der  Eawag  entzogen  und  eine  dienstliche  Unterredung  betreffend die Lohnfortzahlung in Aussicht gestellt. Mit  separater Verfügung  vom 1. Oktober  2009  kündigte  die Eawag den  Arbeitsvertrag mit sofortiger Wirkung. Einer allfälligen Beschwerde wurde  die aufschiebende Wirkung entzogen. C.  Mit  Eingabe  vom  9.  Oktober  2009  liess  A._______,  vertreten  durch  Rechtsanwalt Eric Stern, sowohl gegen die Freistellungs­ als auch gegen  die  Kündigungsverfügung  Einsprache  bei  der  Eawag  erheben  und  beantragen,  es  sei  die  Nichtigkeit  beider  Verfügungen  im Wesentlichen  wegen  Verletzung  wichtiger  Formvorschriften  sowie  inhaltlicher  Unbegründetheit festzustellen. D.  Am  12.  November  2009  stellte  die  Eawag  bei  der  ETH­Beschwerde­ kommission  den  Antrag  auf  Feststellung  der  Gültigkeit  der  fristlosen  Kündigung  sowie  ein  Ausstandsgesuch  gegen  die  Instruktionsrichterin  der ETH­Beschwerdekommission (nachfolgend: Instruktionsrichterin). E.  A._______  beantragte mit  Eingabe  an  die ETH­Beschwerdekommission  vom 10. Dezember 2009 u.a. die Abweisung des Antrags auf Feststellung  der Gültigkeit  der  fristlosen Kündigung.  In  verfahrensrechtlicher Hinsicht  verlangte sie die Lohnfortzahlung bis zum rechtskräftigen Entscheid über  die Gültigkeit der Kündigung. F.  Mit  Verfügung  vom  15.  Dezember  2009  lehnte  die  ETH­Beschwerde­

A­2841/2011 kommission  das  Ausstandsbegehren  der  Eawag  ab  und  wies  die  Instruktionsrichterin  an,  das  Verfahren  fortzusetzen.  Einer  allfälligen  Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Diese Verfügung  liess die Eawag mit Beschwerde vom 11. Januar 2010  beim Bundesverwaltungsgericht anfechten (Verfahren A­161/2010). G.  Mit  einer  weiteren  Verfügung  vom  18.  Januar  2010  wies  die  ETH­ Beschwerdekommission  in  teilweiser  Gutheissung  des  Gesuchs  von  A._______ vom 10. Dezember 2009 die Eawag an, die Lohnfortzahlung  während dem laufenden Beschwerdeverfahren rückwirkend ab 1. Oktober  2009  bis  längstens  am  31. Mai  2011  wieder  aufzunehmen.  Einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Zwischenverfügung  wurde  die  aufschiebende Wirkung entzogen. Auch  gegen  diese  Verfügung  liess  die  Eawag  mit  Eingabe  vom  27.  Januar  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  erheben.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  sie  die  Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde (Verfahren A­505/2010). H.  Mit  Zwischenverfügung  A­505/2010  vom  25.  Februar  2010  wies  das  Bundesverwaltungsgericht das Gesuch der Eawag um Wiederherstellung  der aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde vom 27. Januar 2010 ab. Auf  die  dagegen  eingereichte  Beschwerde  ist  das  Bundesgericht  mit  Urteil 8C_209/2010 vom 29. März 2010 nicht eingetreten. I.  Mit  Urteil  A­161/2010  vom  1.  Juli  2010  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  der  Eawag  vom  11.  Januar  2010,  soweit  es  darauf  eintrat,  im  Sinn  der  Erwägungen  gut  und  verpflichtete die Instruktionsrichterin der ETH­Beschwerdekommission, in  sämtlichen  zwischen  den  Parteien  rechtshängigen  Verfahren  als  Instruktionsrichterin  und  Teil  des  Spruchkörpers  in  den  Ausstand  zu  treten. Dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. J.  Mit  Urteil  A­505/2010  vom  7.  Dezember  2010  hob  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Gutheissung  der  Beschwerde  der  Eawag  vom 27. Januar 2010 die Verfügung vom 18. Januar 2010 betreffend die 

A­2841/2011 Lohnfortzahlung  auf  und  verpflichtete  die  ETH­Beschwerdekommission,  in dieser Sache in anderer Zusammensetzung neu zu entscheiden. Auch  dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. K.  Nachdem die neu eingesetzte Instruktionsrichterin der ETH­Beschwerde­ kommission den Parteien am 25. Januar 2011 u.a. mittgeteilt hatte, dass  vor  dem  3.  Mai  2011  über  das  Gesuch  von  A._______  vom  10. Dezember 2009 betreffend Lohnfortzahlung nicht entschieden werde,  gelangte diese, nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin Astrid Lienhart,  mit  Rechtsverweigerungsbeschwerde  vom  24. Februar  2011  ans  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragte,  die  ETH­ Beschwerdekommission  sei  zu  verpflichten,  innerhalb  der  nächsten  30  Tage  seit  Zugang  des  Entscheids  des  Bundesverwaltungsgerichts  in  dieser  Sache  über  ihr  Gesuch  betreffend  Lohnfortzahlung  vom  10.  Dezember 2009 zu entscheiden. L.  Mit Verfügung vom 23. März 2011 kam die ETH­Beschwerdekommission  auf  ihre  Mitteilung  vom  25.  Januar  2011  zurück  und  wies  in  teilweiser  Gutheissung des Gesuchs von A._______ vom 10. Dezember 2009 die  Eawag  an,  die  Lohnfortzahlung  während  dem  laufenden  Beschwerdeverfahren  rückwirkend ab 1. Oktober 2009 bis  längstens am  31. Mai 2011 wieder aufzunehmen (Ziffern 2 und 3 des Dispositivs). Einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Zwischenverfügung  wurde  die  aufschiebende Wirkung entzogen (Ziffer 4 des Dispositivs). M.  Mit  Entscheid  A­1340/2011  vom  1.  April  2011  schrieb  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Verfahren  betreffend  die  Rechtsverweigerungsbeschwerde  vom  24. Februar  2011  infolge  Gegenstandslosigkeit ab. N.  Die  Eawag  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  erhebt mit  Eingabe  vom  19. Mai 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt  die Aufhebung der Ziffern 2 bis 4 der Verfügung vom 23. März 2011. Die  aufschiebende  Wirkung  ihrer  Beschwerde  sei  wieder  herzustellen  und  das  Gesuch  von  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin)  um  vorsorgliche Massnahmen im Sinn einer Lohnfortzahlung sei abzuweisen.

A­2841/2011 O.  Die  ETH­Beschwerdekommission  (nachfolgend:  Vorinstanz)  und  die  Beschwerdegegnerin  beantragen  in  ihren  Stellungnahmen  vom  3.  Juni  2011  die  Abweisung  des  verfahrensrechtlichen  Antrags  auf  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. In der Beschwerdeantwort  vom 22.  Juni  2011 und der Vernehmlassung  vom 23. Juni 2011 schliessen sowohl die Beschwerdegegnerin als auch  die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde vom 19. Mai 2011. P.  In  den  Schlussbemerkungen  vom  11.  Juli  2011  hält  die  Beschwerdeführerin an den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Q.  Auf  die  eingereichten  Akten  und  die  Begründungen  in  den  Rechtsschriften  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Die  ETH­ Beschwerdekommission  gehört  zu  den  eidgenössischen  Kommissionen  nach  Art.  33  Bst.  f  VGG  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  N 1.34  Fussnote  87)  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben  (vgl.  Art.  32  Abs.  1  Bst.  c  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  deshalb  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig  (vgl.  auch  Art.  62  Abs.  2  der  Verordnung  des  ETH­Rates  vom  15. März  2001  über  das  Personal  im  Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen  [PVO­ETH, SR  172.220.113]). 1.2  Die  angefochtene  Verfügung  stellt  eine  selbständig  eröffnete  Zwischenverfügung  dar,  denn  sie  betrifft  einzig  die  Frage  der 

A­2841/2011 Lohnfortzahlung  während  dem  hängigen  Beschwerdeverfahren,  nicht  aber  die  Hauptstreitfrage  betreffend  die  Gültigkeit  der  fristlosen  Kündigung.  Gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  ist  eine  solche  Verfügung  nur  dann  anfechtbar,  wenn  sie  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  bewirken  kann.  Dieser  Nachteil  muss  nicht  rechtlicher,  sondern  kann  auch  tatsächlicher  Natur  sein;  die  Beeinträchtigung  in  schutzwürdigen  tatsächlichen,  insbesondere  auch  wirtschaftlichen  Interessen  genügt,  sofern  der  Betroffene  nicht  nur  versucht,  eine  Verlängerung  oder  Verteuerung  des  Verfahrens  zu  verhindern  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2160/2010  vom  3.  Januar 2011 E. 2.2.3 mit Hinweisen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,  N 2.45  ff.;  MARTIN KAYSER,  in  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich und St. Gallen  2008,  N  10  ff.  zu  Art.  46).  Bewirkt  eine  Zwischenverfügung  dagegen  keinen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil,  so  kann  sie  erst  mit  Beschwerde gegen die Endverfügung angefochten werden (Art. 46 Abs. 2  VwVG). Mit  der  Zwischenverfügung  vom  23.  März  2011  wurde  die  Beschwerdeführerin  verpflichtet,  der  Beschwerdegegnerin  den  Lohn  während dem hängigen Beschwerdeverfahren rückwirkend ab 1. Oktober  2009  bis  längstens  am  31. Mai  2011  auszurichten.  Die  Beschwerdeführerin  hätte  für  die  während  dieser  Zeit  geleisteten  Lohnzahlungen keinen Anspruch auf Rückerstattung, selbst wenn sie  im  Hauptverfahren  betreffend  die  Gültigkeit  der  fristlosen  Kündigung  allenfalls  obsiegen  würde  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 7496/2010  vom  7.  März  2011  E.  6.2  und  A­4006/2010  vom  23. November 2010  E. 4.3;  SUSANNE  KUSTER  ZÜRCHER,  Aktuelle  Probleme  des  provisorischen  Rechtsschutzes  bei  Kündigungen  nach  Bundespersonalrecht,  in:  Jahrbuch  2007  der  Schweizerischen  Vereinigung  für  Verwaltungsorganisationsrecht,  Bern  2008,  S. 160  ff.;  HARRY  NÖTZLI,  Die  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  im  Bundespersonalrecht,  Bern  2005,  N 330;  WOLFGANG  PORTMANN,  Überlegungen  zum  bundespersonalrechtlichen  Kündigungsschutz,  in  LeGes  Gesetzgebung  und  Evaluation  2002/2,  N  8).  In  diesem  Sinn  könnte  die  vorliegend  angefochtene  Zwischenverfügung  für  die  Beschwerdeführerin  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  tatsächlicher  Natur  bewirken.  Die  Voraussetzungen  von  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  sind  demnach  erfüllt,  was  denn  auch  von  keiner  Seite  in  Abrede gestellt wird.

A­2841/2011 1.3  Die  Beschwerdeführerin  hat  als  erste  Instanz  verfügt  und  ist  daher  nach Art. 37 Abs. 2 ETH­Gesetz in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 VwVG  beschwerdeberechtigt.  1.4  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 2.  Das Verfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  auch  bei  Beschwerden  gegen  Verfügungen  der  ETH­Beschwerdekommission  grundsätzlich  nach  dem  VwVG.  Vorbehalten  bleiben  abweichende  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  vom  4.  Oktober  1991  über  die  Eidgenössischen  Technischen  Hochschulen  (ETH­Gesetz,  SR  414.110)  oder des VGG (vgl. Art. 37 Abs. 1 ETH­Gesetz i.V.m. Art. 37 VGG). Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). 3.  3.1  Die  Systematik  von  Art.  14  des  Bundespersonalgesetzes  (BPG;  SR 172.220.1)  sieht  vor,  dass  bei  Auflösung  eines  Arbeitsverhältnisses  zunächst  ein  provisorischer  Kündigungsschutz  zu  Gunsten  der  Arbeitnehmerin (Art. 14 Abs. 1 BPG) besteht. Alsdann kann auf Begehren  der Arbeitgeberin  die Gültigkeit  der Kündigung  festgestellt werden.  Fällt  diese Prüfung negativ aus, so ist die Kündigung nichtig und es greift der  definitive  Kündigungsschutz  (Art.  14  Abs. 2  BPG).  Art.  14  Abs.  2  BPG  sieht ein Verfahren vor, das nicht den Entscheid über die Einsprache der  Arbeitnehmerin in Form einer anfechtbaren Verfügung im Sinn von Art. 5  VwVG  auf  dem  Beschwerdeweg  nach  Art.  44  VwVG  erwirkt,  sondern  dass – in Umkehr der Parteirollen – die verfügende Arbeitgeberin bei der  Beschwerdeinstanz  die  Feststellung  der  Gültigkeit  der  Kündigung  zu  beantragen  hat.  Dieses  System  und  die  Tatsache,  dass  nicht  in  einem  eigentlichen  Beschwerdeverfahren  über  eine  Verfügung  entschieden  wird,  führen  dazu,  dass  eine  nach Art.  55 Abs.  3 VwVG anzuordnende  Wiederherstellung  der  –  durch  die  Arbeitgeberin  in  ihrer  Kündigungsverfügung  entzogenen  –  aufschiebenden  Wirkung  nicht  in  Frage  steht,  strebt  diese  doch  nicht  die  Beurteilung  ihrer  eigenen  Verfügung an, sondern nur die Feststellung derer Gültigkeit. Das von der 

A­2841/2011 Arbeitnehmerin  angestrebte  Ziel  muss  deshalb  durch  den  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  gemäss  Art. 56  VwVG  verwirklicht  werden  (Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A­2646/2011 vom 6.  Juni 2011 E. 3.1; NÖTZLI, a.a.O., N 320; PORTMANN, a.a.O., N 6). 3.2 Die Vorinstanz hat die von der Beschwerdegegnerin mit Gesuch vom  10. Dezember 2009 anbegehrte Lohnfortzahlung während des hängigen  Verfahrens  nach  Art. 55  Abs.  3  VwVG  (Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung)  beurteilt,  obschon  dies  nach  Art. 56  VwVG  (Erlass  vorsorglicher  Massnahmen)  hätte  erfolgen  müssen  (vgl.  oben  E. 3.1). Dies  ist  jedoch vorliegend nicht weiter entscheidend, weil die  im  Rahmen  von  Art. 55  VwVG  entwickelten  Grundsätze  sinngemäss  auf  Massnahmen  im  Sinn  von  Art. 56  VwVG  übertragen  werden  können  (Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A­2646/2011 vom 6.  Juni  2011  E.  3.2;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  N 3.32  mit  Hinweisen;  HANSJÖRG  SEILER,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N 25 zu Art. 56). 3.3  Damit  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  werden  können,  müssen  gemäss  der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung  verschiedene  Voraussetzungen  erfüllt  sein.  So  muss  es  sich  als  nötig  erweisen,  die  fraglichen  Vorkehren  sofort  zu  treffen  (Dringlichkeit).  Weiter  muss  der  Verzicht auf Massnahmen für die Betroffene einen Nachteil bewirken, der  nicht  leicht  wieder  gutzumachen  ist,  wobei  ein  tatsächliches,  insbesondere  wirtschaftliches  Interesse  genügen  kann.  Erforderlich  ist  sodann,  dass  eine  Abwägung  der  entgegenstehenden  Interessen  den  Ausschlag  für  den  einstweiligen  Rechtsschutz  gibt  und  dieser  verhältnismässig  erscheint,  der  durch  die  Endverfügung  zu  regelnde  Zustand dadurch jedoch weder präjudiziert noch verunmöglicht wird (vgl.  BGE 130 II 149 E. 2.2 mit Hinweisen; SEILER, a.a.O., N 40 f. zu Art. 56).  Die Behörde stützt sich auf den Sachverhalt, wie er aus den vorhandenen  Akten  ergeht,  und  trifft  ohne  zeitraubende  Abklärungen  bloss  aufgrund  einer  summarischen  Prüfung  einen  "prima­facie"­Entscheid.  Dabei  können  auch  die  Aussichten  auf  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Hauptsache  (sog.  Erfolgsprognose)  ins  Gewicht  fallen  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., N  3.27). Herabgesetzt  sind  neben  den  Untersuchungspflichten  auch  die  Beweisanforderungen;  das  Glaubhaftmachen  von  Anliegen  genügt  in  der  Regel  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.18).

A­2841/2011 4.  Streitig  und  zu  prüfen  ist,  ob  die  Vorinstanz  die  Beschwerdeführerin  zu  Recht  vorsorglich  dazu  verpflichtete,  die  Lohnfortzahlung  während  dem  laufenden  Beschwerdeverfahren  rückwirkend  ab  1.  Oktober  2009  bis  längstens  am  31. Mai  2011  wieder  aufzunehmen.  Dabei  ist  folgende  Entscheidsystematik  zu  beachten:  Zuerst  bedarf  es  einer  Entscheidprognose, dann ist nach dem Anordnungsgrund zu fragen, das  heisst  nach  dem  schweren  Nachteil,  der  ohne  die  Anordnung  der  vorsorglichen Massnahme droht, und schliesslich muss die angeordnete  Massnahme auf deren Verhältnismässigkeit hin geprüft werden (BGE 130  II 149 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. zur Entscheidsystematik ISABELLE HÄNER,  Vorsorgliche  Massnahmen  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  Zeitschrift  für  Schweizerisches  Recht  [ZSR]  1997,  Band 116, S. 322 ff.).  5.  Die  Hauptsachenprognose  kann  berücksichtigt  werden,  wenn  sie  eindeutig  ist. Bei  tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich  hingegen  Zurückhaltung  auf,  weil  in  diesem  Fall  die  erforderlichen  Entscheidgrundlagen  im  Hauptverfahren  erst  noch  beschafft  werden  müssen (BGE 130 II 149 E. 2.2; SEILER, a.a.O., N 28 zu Art. 56). Eine  verlässliche  Entscheidprognose  über  das  vor  der  Vorinstanz  hängige  Verfahren  in  der  Hauptsache  lässt  sich  –  entgegen  den  Behauptungen  der  Parteien  –  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  treffen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hatte  bereits  in  der  Zwischenverfügung  A­ 505/2010  vom  25. Februar  2010  (E.  6)  darauf  hingewiesen,  dass  im  Hauptverfahren verschiedene Rügen erhoben worden seien, die nicht im  Rahmen eines  "prima­facie"­Entscheids beantwortet werden können. Es  werde  genauerer  Abklärungen  und  einer  eingehenden  Prüfung  der  einschlägigen  Vorakten  bedürfen,  um  über  die  formelle  und  materielle  Gültigkeit der Kündigung zu befinden. An diesen Umständen hat sich  in  der  Zwischenzeit  nichts  verändert.  Mangels  eindeutiger  Entscheidprognose  hat  diese  deshalb  nachfolgend  ausser  Acht  zu  bleiben. 6.  In einem weiteren Schritt  ist nach dem Anordnungsgrund zu  fragen. Ein  solcher  liegt  vor,  wenn  zumindest  überzeugende  Gründe  für  die  Anordnung  vorsorglicher Massnahmen  gegeben  sind  (SEILER,  a.a.O.,  N  25 zu Art. 56  i.V.m. N 92 ff. zu Art. 55). Dies  ist dann zu bejahen, wenn 

A­2841/2011 ein  schwerer,  wahrscheinlich  eintretender  Nachteil  droht,  würde  die  Massnahme  nicht  angeordnet  (BGE  129  II  286  E.  3.1;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­897/2010 vom 23. August 2010 E. 11). 6.1 Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung darauf hin, dass  die  Beschwerdegegnerin  zum  Zeitpunkt  ihrer  Entlassung  im  Oktober  2009  zweifellos  einen  wichtigen  und  dringenden  Grund  gehabt  habe,  ihren  Lohn  weiterhin  zu  beziehen.  Die  seit  der  Gesuchseinreichung  erfolgten  Zwischenverfahren  habe  sie  nicht  zu  vertreten.  Aufgrund  der  Akten  erscheine  es  sodann  unangebracht,  von  der  bisherigen  Ausgangslage  abzurücken  und  in  Zweifel  zu  ziehen,  dass  sie  auf  die  Lohnfortzahlungen  bis  zum  31.  Mai  2011  angewiesen  sei.  Dies  gelte  umso mehr, als sie seit Februar 2011 erneut arbeitslos sei. 6.2  Die  Beschwerdeführerin  macht  dagegen  geltend,  sie  habe  der  Beschwerdegegnerin im November 2009 knapp Fr. 30'000.­­ Ferien­ und  Überstundenentschädigung  ausbezahlt.  Zudem  habe  die  Beschwerdegegnerin  Taggelder  der  Arbeitslosenversicherung  bezogen  und ab 1. März 2010 eine neue Arbeitsstelle mit  einem Jahresverdienst  von  ca.  Fr.  110'000.­­  angetreten.  Im  Weiteren  verfüge  sie  über  regelmässige Einkünfte aus ihrer Unternehmung (B._______ GmbH). Die  angeblich prekäre  finanzielle Situation sei unter Berücksichtigung dieser  Umstände nicht glaubwürdig. Dass sie seit dem 1. Februar 2011 erneut  arbeitslos  sei,  ändere  nichts  daran,  zumal  sie  wieder  Taggelder  der  Arbeitslosenversicherung beziehen könne. Entgegen der Auffassung der  Vorinstanz sei nicht davon auszugehen, der Beschwerdegegnerin drohe  bei  einer  Verweigerung  der  rückwirkenden  Lohnfortzahlung  im  heutigen  Zeitpunkt  ein  ernsthafter  Nachteil.  Das  Vorliegen  eines  Anordnungsgrundes sei deshalb zu verneinen. 6.3  Demgegenüber  führt  die  Beschwerdegegnerin  aus,  dass  die  Konsequenzen  der  im  Oktober  2009  eingestellten  Lohnzahlungen  bis  heute äusserst schwerwiegend seien. Sie sei alleinerziehende Mutter und  verfüge  über  keine  anderen  nennenswerten  Einkommensquellen.  Die  dringendste  finanzielle  Bedrohung  habe  sie  durch  den  Gang  zum  Arbeitsamt und später mit der Annahme einer schlechter bezahlten Stelle  lindern  können.  Diese  Stelle  habe  sie  aber  u.a.  wegen  gesundheitsschädigender  Arbeitsbedingungen  per  Ende  Januar  2011  aufgeben müssen; seither sei sie wieder arbeitslos. Aufgrund der Ausfälle  in  den  Monaten  Februar  und  März  2011  (Sperrfrist  der  Arbeitslosenversicherung) und der späten Taggeldzahlung für den Monat 

A­2841/2011 April  2011  sei  die  finanzielle  Lage  äusserst  angespannt.  Es  sei  zu  erwarten,  dass  die  finanziellen  Härten  mit  Blick  auf  die  andauernde  Arbeitslosigkeit und die drohende Aussteuerung noch zunehmen werden.  Sie sei deshalb  immer dringender auf die  ihr  schon  längst  zustehenden  Löhne angewiesen. Dass der befristete Arbeitsvertrag per Ende Mai 2011  abgelaufen  sei,  ändere  nichts  am  Interesse  an  der  Lohnfortzahlung.  Dieses  bestehe  sowohl  vor  wie  auch  nach  dem  Fristablauf  darin,  das  Geld jetzt zur Verfügung zu haben, um damit den finanziellen Engpässen,  der  Arbeitslosigkeit,  den  Unterhaltsverpflichtungen  und  den  Anwaltskosten begegnen zu können. Dies seien alles Folgen, die durch  die  fristlose Kündigung und die sofortige Einstellung der Lohnzahlungen  entstanden seien und weiterhin bestünden. 6.4  Die  Beschwerdegegnerin  bringt  einzig  finanzielle  Interessen  für  die  Anordnung  der  anbegehrten  und  von  der  Vorinstanz  verfügten  vorsorglichen  Massnahme  vor.  Ihr  Interesse  richtet  sich  hingegen,  nachdem  das  Arbeitsverhältnis  aufgrund  der  inzwischen  abgelaufenen  Befristung per 31. Mai 2011 ohnehin beendet wäre, nicht mehr auf eine  allfällige Weiterbeschäftigung, wie sie noch in der Zwischenverfügung des  Bundesverwaltungsgerichts  A­505/2010  vom  25.  Februar  2010  (E. 7.3)  erwähnt wurde. Ob die geltend gemachte prekäre finanzielle Situation für  sich  alleine  ein  überzeugender  Grund  für  die  Anordnung  einer  Massnahme  nach  Art.  56  VwVG  darstellt,  ist  aufgrund  der  gebotenen  Zurückhaltung  bei  der  Gewährung  vorsorglicher  Geldleistungen  zweifelhaft  (vgl.  SEILER,  a.a.O.,  N 48  zu  Art. 56).  Zudem  erscheint  es  fraglich,  ob  angesichts  des Bezugs  von Arbeitslosentaggeldern  und  der  Vermögenssituation  der  Beschwerdegegnerin  (vgl.  u.a.  Steuererklärungen  2009  und  2010)  tatsächlich  von  einem  –  dringliche  Vorkehren  erfordernden  –  finanziellen  Engpass  ausgegangen  werden  könnte. Auf diese offenen Fragen und damit auch die Frage nach einem  rechtsgenüglichen  Anordnungsgrund  braucht  vorliegend  jedoch  nicht  näher  eingegangen  zu  werden,  da  die  Anordnung  einer  vorsorglichen  Massnahme  im  Sinn  einer  Lohnfortzahlung  ab  1. Oktober  2009  bis  längstens  am  31. Mai  2011  –  wie  sich  nachfolgend  zeigen  wird  (vgl.  hiernach E. 7) – ohnehin nicht verhältnismässig wäre. 7.  Verhältnismässig ist eine Massnahme dann, wenn sie im Hinblick auf das  angestrebte  Ziel  geeignet  und  erforderlich  ist  und  ein  vernünftiges  Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für  die betroffene Partei  (vorliegend die Beschwerdeführerin)  bewirkt, wahrt 

A­2841/2011 (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­897/2010  vom  23.  August  2010 E. 12; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, N 581 ff.). 7.1 Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung u.a. darauf hin,  dass in der jüngeren Rechtsprechung zur aufschiebenden Wirkung einer  Beschwerde  gegen  eine  Kündigungsverfügung  das  Interesse  der  Arbeitnehmerin an der Lohnfortzahlung höher gewichtet werde als das für  die  Arbeitgeberin  bei  einem  allfälligen  Obsiegen  in  der  Hauptsache  bestehende  Risiko,  einen  finanziellen  Schaden  zu  erleiden.  Aufgrund  dessen  sei  das  Interesse  der  Beschwerdegegnerin  an  der  Lohnfortzahlung  höher  zu  gewichten  als  dasjenige  der  Beschwerdeführerin an der Vermeidung eines finanziellen Schadens. 7.2  Die  Beschwerdeführerin  bringt  dagegen  im  Wesentlichen  vor,  sie  habe  ein  berechtigtes  öffentliches  Interesse  daran,  die  Lohnzahlungen  nicht  wieder  aufzunehmen,  um  damit  eine  mögliche  finanzielle  Schädigung  der  Steuerzahlenden  zu  vermeiden.  Dieses  öffentliche  Interesse  wiege  schwerer  als  das  nicht  glaubhaft  gemachte  und  in  keinem  natürlichen  Kausalzusammenhang  zur  fristlosen  Kündigung  stehende Interesse der Beschwerdeführerin an der Lohnfortzahlung. 7.3  Vorliegend  stehen  sich  das  private  Interesse  der  Beschwerdegegnerin an einer rückwirkenden Lohnzahlung ab 1. Oktober  2009  bis  31.  Mai  2011  und  das  öffentliche  Interesse  der  Beschwerdeführerin  an  einer  finanziellen  Schadloshaltung  bzw.  der  Vermeidung  einer  Schädigung  der  Steuerzahlenden  gegenüber.  Beide  Parteien  beziehen  sich  somit  ausschliesslich  auf  finanzielle  Interessen.  Dabei  ist  vorliegend  –  wie  bereits  erwähnt  (vgl.  hiervor  E.  1.2)  –  zu  beachten,  dass  die  Beschwerdeführerin,  selbst  wenn  sie  im  Hauptverfahren  betreffend  die  Gültigkeit  der  fristlosen  Kündigung  obsiegen sollte, keinen Anspruch auf Rückerstattung der gestützt auf die  vorsorgliche  Anordnung  geleisteten  Lohnzahlungen  hätte.  Da  das  Arbeitsverhältnis  aufgrund  der  Befristung  per  31.  Mai  2011  inzwischen  ohnehin  beendet  worden  wäre,  hätte  die  von  der  Vorinstanz  verfügte  vorsorgliche Massnahme  somit  zur  Folge,  dass  die Beschwerdeführerin  der  Beschwerdegegnerin  für  den  gleichen  Zeitraum  einen  Lohn  ausrichten  müsste,  wie  wenn  das  Arbeitsverhältnis  ordentlich  –  mithin  durch  Ablauf  der  Befristung  –  beendet  worden  wäre.  In  diesem  Sinn  würde  die  vorsorgliche  Massnahme  die  durch  den  Entscheid  in  der  Hauptsache  zu  regelnden  Folgen  –  mindestens  teilweise  –  faktisch 

A­2841/2011 vorwegnehmen bzw. verunmöglichen. Eine solche Wirkung gilt es soweit  möglich zu verhindern (vgl. E. 3.3). Vor diesem Hintergrund ist im jetzigen  Zeitpunkt  das  öffentliche  Interesse  der  Beschwerdeführerin  an  einer  finanziellen  Schadloshaltung  gegenüber  dem  privaten  Interesse  der  Beschwerdegegnerin  an  der  rückwirkenden  Lohnfortzahlung  als  gewichtiger  zu  qualifizieren.  Unter  Berücksichtigung  aller  Umstände  erweist  sich die vorinstanzliche Anordnung der Lohnfortzahlung deshalb  als unverhältnismässig. Soweit  die  Vorinstanz  ihre  Interessenabwägung  hauptsächlich  auf  die  Rechtsprechung  abstützt,  bleibt  zu  bemerken,  dass  die  Verhältnismässigkeit  aufgrund  der  konkreten  Umstände  im  Einzelfall  zu  prüfen  ist.  Im  Unterschied  zu  den  von  ihr  aufgeführten  Urteilen  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­385/2007  vom  29.  März  2007  und  A­ 8198/2007  vom  21. Februar  2008  handelt  es  sich  vorliegend  um  ein  befristetes  Arbeitsverhältnis,  das  inzwischen  –  mithin  noch  vor  einem  rechtskräftigen  Entscheid  über  die  vorsorgliche  Massnahme  –  ohnehin  beendet  wäre.  Die  vorsorglichen  Lohnzahlungen würden  sich  damit  auf  den  gleichen  Zeitraum  beziehen,  wie  wenn  das  Arbeitsverhältnis  ordentlich  beendet  worden  wäre,  was  –  wie  oben  bereits  erwähnt –  aufgrund  des  fehlenden  Rückerstattungsanspruchs  der  Beschwerdeführerin Auswirkungen auf die im Endentscheid zu regelnden  Folgen hätte. Zudem ist mit dem Ablauf der Frist des Arbeitsverhältnisses  auch  das  bei  der  Verhältnismässigkeitsprüfung  zu  berücksichtigende  Interesse einer je nach Verfahrensausgang in der Hauptsache möglichen  Weiterbeschäftigung  entfallen.  Angesichts  dieser  Besonderheiten  im  vorliegenden  Fall  drängt  sich  im  Vergleich  zu  den  von  der  Vorinstanz  aufgeführten  Urteilen  eine  abweichende  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit auf. 8.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  vorinstanzliche  Anordnung  der  rückwirkenden  Lohnfortzahlung  während  dem  laufenden  Beschwerdeverfahren  rückwirkend ab 1. Oktober 2009 bis  längstens am  31. Mai  2011  unverhältnismässig  ist.  Die  Beschwerde  ist  deshalb  gutzuheissen, und die Ziffern 2 und 3 der Verfügung vom 23. März 2011  sind aufzuheben.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  gestellte  Verfahrensantrag  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  ihrer  Beschwerde  vom 

A­2841/2011 19.  Mai  2011  ist  mit  dem  vorliegenden  Beschwerdeentscheid  als  gegenstandslos abzuschreiben. 9.  Gemäss  Art.  34  Abs.  2  BPG  ist  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  in  personalrechtlichen  Angelegenheiten  unabhängig vom Verfahrensausgang kostenlos, ausser bei Mutwilligkeit.  Vorliegend  sind  daher  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zu  entrichten  (Art.  64  VwVG  i.V.m.  Art.  7  Abs.  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).

A­2841/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  und  die  Ziffern  2  und  3  der  Verfügung vom 23. März 2011 werden aufgehoben. 2.  Der Verfahrensantrag um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung  wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 6409; Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Toni Steinmann

A­2841/2011 Rechtsmittelbelehrung: Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  auf  dem  Gebiet  der  öffentlich­rechtlichen  Arbeitsverhältnisse  können  beim  Bundesgericht  angefochten  werden,  sofern  es  um  eine  vermögensrechtliche  Angelegenheit  geht,  bei  welcher  der  Streitwert  mindestens  Fr. 15'000.­­  beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung  stellt  (vgl.  Art. 85 Abs. 1  Bst. b  und Abs. 2  des Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Bei  einer  nicht  vermögensrechtlichen  Angelegenheit  ist  die  Beschwerde  nur  zulässig,  wenn  sie  die Gleichstellung  der Geschlechter  betrifft  (vgl.  Art. 83  Bst. g  BGG).  Steht  die  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  offen, kann sie  innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses Entscheids beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6,  6004 Luzern,  erhoben  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  BGG).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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