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Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 A-1776/2011

7. September 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·769 Wörter·~4 min·2

Zusammenfassung

Hausinstallationen | Ausstehender Sicherheitsnachweis

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­1776/2011 Urteil   v om   7 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), Richter Beat Forster, Richterin Marianne Ryter Sauvant,    Gerichtsschreiber Stephan Metzger. Parteien Renato Bossi, Alte Poststrasse 4, 8166 Niederweningen,   vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Bischofberger,  Anwaltsbüro Bischofberger + Bisegger, Mellingerstrasse 6,  5402 Baden, Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI,         Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf,    Vorinstanz.  Gegenstand Ausstehender Sicherheitsnachweis.

A­1776/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  vom  28.  Februar  2011  wies  das  Eidgenössische  Starkstrominspektorat (ESTI) Renato Bossi an, bis zum 2. Mai 2011 den  Sicherheitsnachweis  für  die  elektrischen  Installationen  seiner  Liegenschaft  an  der  Ringstrasse  14  in  Neuenhof  einzureichen.  Die  Gebühr  für  den Erlass  dieser Verfügung  setzte  das ESTI  auf  Fr.  600.­­  fest und drohte Renato Bossi eine Ordnungsbusse von Fr. 5'000.­­ an für  den Fall, dass er diese Anordnung missachten werde. B.  Renato  Bossi  (Beschwerdeführer)  führt  am  21. März  2011  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung.  Sein  Rechtsmittel  enthält  keine  Begründung,  doch  liegen  ihm  ein  Schreiben  des  Beschwerdeführers  an  das  ESTI  (Vorinstanz) sowie der angefochtene Entscheid bei. In der Folge ersuchte  das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer, bis zum 31. März  2011  eine  Begründung  nachzureichen  und  erhob  zugleich  einen  Kostenvorschuss.  C.  Am 31. März 2011 teilte der Anwalt des Beschwerdeführers dem Gericht  mit, sein Mandant sei an Leukämie erkrankt, habe wegen eines Rückfalls  am  21.  März  2011  notfallmässig  ins  Spital  eingeliefert  werden  müssen  und  sei  weder  in  der  Lage,  die  Beschwerde  zu  ergänzen,  noch  ihn  zu  instruieren. Der Anwalt ersuchte um Erstreckung der seinem Mandanten  angesetzten  Frist  bis  zum  20.  April  2011.  Dem  Schreiben  lagen  ein  ärztliches  Zeugnis  des  Universitätsspitals  Zürich  sowie  eine  alte  Anwaltsvollmacht  bei.  Das  Fristerstreckungsgesuch  wurde  am  1.  April  2011 gutgeheissen. D.  Am 20. April 2011 ersuchte der Anwalt des Beschwerdeführers um eine  weitere Fristerstreckung – bis zum 2. Mai 2011 –, da er sich noch nicht  mit  seinem  Mandanten  habe  besprechen  können.  Auch  dieses  Erstreckungsgesuch  wurde  gutgeheissen,  wobei  der  Beschwerdeführer  darauf  aufmerksam  gemacht  wurde,  dass  eine weitere  Erstreckung  nur  bei  Vorlage  eines  ärztlichen  Zeugnisses  in  Frage  komme,  das  dem  Beschwerdeführer  fehlende  Handlungsfähigkeit  bescheinige.  Mit  Schreiben vom 2. Mai 2011 teilte der Anwalt des Beschwerdeführers mit,  sein Mandant sei am heutigen Tag aus dem Spital entlassen worden und  eine Besprechung habe noch nicht erfolgen können. In der Eingabe stellt 

A­1776/2011 er  den  Rechtsstandpunkt  des  Beschwerdeführers  kurz  dar  und  ersucht  ausserdem  um  Zustellung  der  Beschwerdeakten  sowie  eine  weitere  Fristerstreckung  um  fünf  Tage.  Dieses  Gesuch  wies  der  Instruktionsrichter  mit  Verfügung  vom  9.  Mai  2011  ab,  da  der  Kostenvorschuss  in  der  Zwischenzeit  entrichtet  worden  war  und  das  Schreiben  vom  2.  Mai  2011  eine  summarische  Begründung  enthielt.  Stattdessen  holte  er  bei  der  Vorinstanz  eine  Vernehmlassung  ein  und  forderte  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  zum  Einreichen  einer  gültigen  Vollmacht  auf;  Letztere  traf  am  31. Mai  2011  –  nach  nochmaliger Fristerstreckung – beim Gericht ein. E.  Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 27. Mai 2011 die  Abweisung  der  Beschwerde.  Der  Beschwerdeführer  hat  seinerseits  auf  Schlussbemerkungen verzichtet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  sie  von  Behörden  erlassen  wurden,  die  gemäss  Art.  33  und  34  VGG  als  Vorinstanzen gelten und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Mit  der  hier  zu  beurteilenden  Beschwerde  wird  eine  Verfügung  des  Eidgenössischen  Starkstominspektorats  angefochten.  Dieses  ist  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art.  33  f.  VGG.  Eine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG ist nicht ersichtlich. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2.  Die  Beschwerdeschrift  hat  neben  anderen  Erfordernissen  eine  Begründung  zu  enthalten;  fehlt  eine  solche,  so  räumt  die  Beschwerdeinstanz  dem  Beschwerdeführer  eine  kurze  Nachfrist  zur  Verbesserung  ein  (Art.  52 Abs.  1  und  2 VwVG). Der Beschwerdeführer  hat  dem  Gericht  innert  mehrfach  erstreckter  Frist  eine  sehr  knapp  gehaltene  Darstellung  der  Gründe  vorgelegt,  weshalb  er  den  vorinstanzlichen  Entscheid  anficht.  Da  die  formellen  Anforderungen  an  die  Beschwerde  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 

A­1776/2011 praxisgemäss  gering  sind  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, S. 97 Rz. 2.219), kann die Beschwerdebegründung vorliegend als  genügend erachtet werden. Der  Beschwerdeführer  ist  Adressat  des  angefochtenen  Entscheids  und  wird  durch  diesen  belastet.  Er  ist  somit  formell  und materiell  beschwert  und  zur  Anfechtung  befugt  (Art.  48  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten. 2.  2.1. Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  er  habe  die  Firma  Voser  +  Eichmann beauftragt, die elektrischen Installationen zu prüfen und soweit  nötig  Verbesserungen  vorzunehmen.  Dieser  Auftrag  sei  ausgeführt  worden und die Firma habe erklärt, die Angelegenheit sei abgeschlossen.  Weiter  führt  er  aus,  zum  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen  Verfügung habe der Sicherheitsnachweis bereits vorgelegen.  2.2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 7. November 2001 über  elektrische  Niederspannungsinstallationen  (NIV,  SR  734.27)  hat  der  Eigentümer dafür zu sorgen, dass die elektrischen  Installationen ständig  den  gesetzlichen  Anforderungen  entsprechen.  Er  muss  auf  Verlangen  den entsprechenden Sicherheitsnachweis erbringen  (Art.  5 Abs. 1 NIV).  Die  Durchführung  von  technischen  Kontrollen  und  die  Ausstellung  der  entsprechenden  Sicherheitsnachweise  erfolgt  von  unabhängigen  Kontrollorganen  und  akkreditierten  Inspektionsstellen  im  Auftrag  der  Eigentümer  der  elektrischen  Installationen  (Art.  32  Abs.  1  NIV).  Die  Netzbetreiberinnen  fordern  die  Eigentümer,  deren  elektrische  Installationen  aus  ihrem  Niederspannungsverteilnetz  versorgt  werden,  mindestens  sechs Monate  vor  Ablauf  der  Kontrollperiode  schriftlich  auf,  den Sicherheitsnachweis bis zum Ende der Kontrollperiode einzureichen.  Diese  Frist  kann  bis  längstens  ein  Jahr  nach  Ablauf  der  festgelegten  Kontrollperiode  verlängert  werden.  Wird  der  Sicherheitsnachweis  trotz  zweimaliger Mahnung nicht  innerhalb der festgesetzten Frist eingereicht,  übergibt  die  Netzbetreiberin  dem  ESTI  die  Angelegenheit  zur  Durchsetzung der periodischen Kontrolle (Art. 36 Abs. 3 NIV). 2.3.  Aufgrund  dieser  Rechtslage  erweisen  sich  die  Einwände  des  Beschwerdeführers  als  unbegründet:  Als  Eigentümer  der  Liegenschaft  Ringstrasse 14 in Neuenhof ist er für die Instandhaltung der elektrischen 

A­1776/2011 Installationen verantwortlich und hat den Sicherheitsnachweis fristgerecht  zu  erbringen. Dies  ist  aufgrund  der  vorinstanzlichen Akten  nicht  erfolgt.  Seiner  Verantwortung  kann  sich  der  Beschwerdeführer  als  Grundeigentümer  auch  nicht  mit  Verweis  auf  ein  angebliches  Fehlverhalten  des  Elektro­Installateurs,  der  die  periodische  Kontrolle  durchführt,  entziehen.  Ein  solches  könnte  allenfalls  zivilrechtliche  Ansprüche  des  Beschwerdeführer  begründen,  vermag  aber  an  seiner  öffentlich­rechtlichen Verpflichtung,  den Sicherheitsnachweis  fristgerecht  zu erbringen, nichts zu ändern (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  A­7151/2008  vom  10.  Februar  2009  E.  3.2  und  3.3  mit  weiteren  Hinweisen).  Ist  eine  allfällige  Unterlassung  seitens  der  Voser  +  Eichmann  AG  nicht  massgeblich,  ist  der  Beweisantrag  des Beschwerdeführers  abzuweisen,  einen Vertreter dieses Unternehmens als Zeugen einzuvernehmen. 2.4.  Sodann  wendet  der  Beschwerdeführer  ein,  zum  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen  Verfügung  habe  der  Sicherheitsnachweis  bereits vorgelegen. Hinsichtlich der Beweislast gilt  im Bereich des öffentlichen Rechts Art. 8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10.  Dezember  1907  (ZGB,  SR 210) als allgemeiner Rechtsgrundsatz. Demnach hat  jede Partei das  Vorhandensein  jener  Tatsachen  zu  beweisen,  aus  denen  sie  Rechte  ableitet  (BGE 114 Ia E. 8c, 130  II 482 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts  9C_267/2007  vom  4.  September  2007  E.  1.3;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 166 Rz. 3.150). Somit obläge es  dem  Beschwerdeführer,  das  Vorliegen  eines  Sicherheitsnachweises  zu  beweisen.  Stattdessen  belässt  er  es  bei  der  blossen  Behauptung.  Die  Vorinstanz bestreitet dieses Vorbringen und in ihren Akten findet sich kein  Sicherheitsnachweis.  Es  muss  deshalb  davon  ausgegangen  werden,  dass der Beschwerdeführer keinen Sicherheitsnachweis eingereicht hat. 3.  Aus diesen Gründen ist die angefochtene Verfügung zu Recht erfolgt. Die  Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 4.  Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen.  Sie  werden  auf  Fr.  500.­­   festgesetzt 

A­1776/2011 und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  der  gleichen  Höhe  verrechnet. Dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Der Beschwerdeführer  hat  der Anordnung  des ESTI  gemäss Ziff.  1  der  Verfügung vom 28. Februar 2011 innerhalb eines Monats ab Rechtskraft  des vorliegenden Urteils nachzukommen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  500.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der gleichen Höhe  verrechnet. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. W­13835; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Kneubühler Stephan Metzger

A­1776/2011 A­1776/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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