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Bundesverwaltungsgericht 24.11.2011 A-1375/2011

24. November 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,099 Wörter·~10 min·1

Zusammenfassung

Personen- und Warentransport | Konzession für regelmässige, gewerbsmässige Personenbeförderung

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­1375/2011 Urteil   v om   2 4 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter André Moser (Vorsitz), Richter Beat Forster, Richterin Marianne Ryter Sauvant, Gerichtsschreiberin Anita Schwegler. Parteien vbl transport ag, Tribschenstrasse 65, 6005 Luzern, vertreten durch Rechtsanwalt Hubert Rüedi und  Rechtsanwältin Andrea Meule, Kaufmann Rüedi Rechtsanwälte AG, Alpenquai 28a, 6005 Luzern, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr,  Energie und Kommunikation UVEK, Bundeshaus Nord, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Konzession für regelmässige, gewerbsmässige  Personenbeförderung.

A­1375/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Gesuch  vom  9. September 2010  beantragte  die  vbl  transport  ag  (VBLT)  die  Erteilung  einer  Personenbeförderungskonzession  für  die  regelmässige  und  gewerbsmässige  Personenbeförderung  für  die  Nachtschnellbusverbindung  von  Luzern  nach  Altdorf.  Diese  Verbindung  sollte  ins Nachtbus­Angebot  "nachtstern"  integriert werden,  bei  dem ein  spezieller  Tarif  gilt  und  keine  Abgeltung  seitens  der  öffentlichen  Hand  entrichtet wird. Die Nachtschnellbusverbindung  von  Luzern  nach Altdorf  verkehrt  jeweils  Freitag­  und  Samstagnacht  (ohne  allg.  Feiertage)  ab  Luzern,  Bahnhof,  um  1:15  Uhr.  Der  Rückkurs  fährt  ab  Altdorf,  Telldenkmal, um 1:50 Uhr. B.  Mit  Verfügung  vom  25. Januar 2011  erteilte  das  Eidgenössische  Departement  für Umwelt,  Verkehr,  Energie  und Kommunikation  (UVEK)  der  VBLT  die  Konzession  Nr. 700  für  regelmässige  gewerbsmässige  Personenbeförderung  für  den  Nachtbusbetrieb  auf  der  Linie  Luzern –  Altdorf  via  Seelisbergtunnel  (Nachtbus)  ab  dem  12. Dezember 2010  bis  zum  Fahrplanwechsel  im  Dezember  2020.  Nebst  anderen  Auflagen  bestimmte  das  UVEK  in  Ziffer 3  der  Konzessionsverfügung,  dass  mit  Ausnahme  des  pauschalen  tarifierten  Ortsverkehrs  spätestens  ab  Fahrplanwechsel  im  Dezember  2012  die  Fahrausweise  des  direkten  Verkehrs  und  der  Tarifverbunde  anzuerkennen  seien,  wobei  ein  Nachtzuschlag erhoben werden dürfe. Es  begründete  diese  Auflage  damit,  dass  auch  die  Nachtbuslinien  gestützt auf Art. 16 PBG grundsätzlich in die Tarife des direkten Verkehrs  und der Tarifverbunde einzubinden seien,  sofern ein Bedürfnis bestehe.  Dabei  seien  für  die  speziell  ausgewiesenen  Nachtangebote  Zuschläge  zulässig.  Für  die  Nachtbusrelationen  im  Ortsverkehr  sei  weiterhin  ein  pauschaler  Spezialtarif  zweckmässig.  Für  die  längeren  Relationen,  z.B.  Luzern – Altdorf, seien dagegen die Fahrausweise des direkten Verkehrs  anzuerkennen. Einen Verkauf  dieser Fahrausweise  in den Nachtbussen  erachte  sie  demgegenüber  als  unverhältnismässig.  Für  Fahrgäste  ohne  Fahrausweis  könne  ein  Pauschalfahrausweis  verkauft  werden,  von  Fahrgästen mit  einem gültigen Fahrausweis  solle  hingegen  lediglich ein  Zuschlag erhoben werden.

A­1375/2011 C.  Gegen diese in Ziffer 3 enthaltene Auflage erhebt die VBLT (nachfolgend  Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  25. Februar 2011  Beschwerde  beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt deren Aufhebung. C.a  Sie  argumentiert,  das  geltende  Personenbeförderungsgesetz  vom  20. März 2009  (PBG,  SR  745.1)  erlaube  es  der  Vorinstanz  nicht,  Tarifbildungsauflagen  in die Konzessionen aufzunehmen. Dies  folge aus  dem Umstand, dass das UVEK bzw. das Bundesamt  für Verkehr  (BAV)  keine  Tarifaufsicht  inne  habe.  Die  Tarifgestaltung  liege  daher  in  der  ausschliesslichen Kompetenz des Transportunternehmens. Zudem  handle  es  sich  bei  der  Nachtbuslinie  Luzern  –  Altdorf  um  ein  bestellerunabhängiges  Angebot.  Sie  werde  auf  eigenes  Risiko  und  auf  eigene  Kosten  der  Beschwerdeführerin  angeboten.  Eine  Abgeltung  der  ungedeckten Kosten durch Bund oder Kantone erfolge nicht. Art. 16 PBG  sei so auszulegen, dass die Bestimmung auf den bestellerunabhängigen  und  damit  im  alleinigen  Risikobereich  des  Transportunternehmens  liegenden  Verkehr  nicht  anwendbar  und  damit  die  Einbindung  der  Nachtbuslinien in die Tarife des direkten Verkehrs und der Tarifverbunde  nicht rechtens sei. In einer Art Beispielrechnung  führt die Beschwerdeführerin aus, weil  sie  für  den  Betrieb  der  Nachtbuslinie  keine  Abgeltung  erhalte,  wäre  sie  gezwungen, den Nachtzuschlag wesentlich über Fr. 5.­­ anzusetzen. Dies  hätte zur Folge, dass  für Reisende mit einem Generalabonnement  (GA)  die Strecke Luzern – Altdorf mit dem Nachtbus nicht wesentlich günstiger  würde  als  heute.  Für  Reisende  mit  einem  Halbtax­Abonnement  (HTA),  welche  die  Strecke  Luzern  –  Altdorf  separat  lösen müssten,  würde  der  Billettpreis  zuzüglich  eines  Nachtzuschlags  von  Fr. 5.­­  oder  mehr  die  heutigen  Fr. 10.­­  gar  übersteigen,  koste  doch  ein  Billett  mit  HTA  von  Luzern  nach  Altdorf  einfach  bereits  Fr. 10.10.  Für  Fahrgäste  ohne  gültigen  Fahrausweis  und  ohne  GA  oder  HTA  könnte  die  Beschwerdeführerin  gemäss  Verfügung  einen  Pauschalfahrausweis  verkaufen. Die Höhe dieses Fahrausweises liege dabei im Ermessen der  Beschwerdeführerin.  Diese  müsste,  unter  Berücksichtigung  des  Gleichheitsgebots und des künftigen Billettpreises für einen Fahrgast mit  HTA,  für Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis und ohne GA oder HTA  zumindest  den  gleichen  Preis  als  Pauschalpreis  erheben.  Alles  andere  würde  im  Ergebnis  zu  einer  stossenden  Ungleichbehandlung  der  Fahrgäste  führen.  Dies  könne  unter  den  Gesichtspunkten  des 

A­1375/2011 Konsumentenschutzes, der Förderung des öffentlichen Verkehrs und der  einfachen  Preisgestaltung  für  den  Fahrgast  nicht  dem  Willen  des  Gesetzgebers  entsprechen,  weshalb  Art. 16  PBG  auf  Angebote  des  bestellerunabhängigen  Verkehrs  nicht  anwendbar  bzw.  vorliegend  nicht  wie  verfügt  anzuwenden  sei.  Zudem wäre es mit Blick  auf Art. 5 Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 1999  (BV, SR 101) auch unverhältnismässig, die Anerkennung  des direkten Verkehrs zu verfügen. C.b Selbst wenn man davon  ausginge, Art. 16 PBG habe  auch  für  den  nicht  bestellten  Verkehr  bzw.  im  vorliegenden  Fall  Geltung,  seien  die  Voraussetzungen dieser Bestimmung hier nicht erfüllt. Das  Gesetz  knüpfe  für  das  Anbieten  eines  einzigen  Transportvertrags  daran  an,  dass  eine  Verbindung  vorliege,  die  über  das  Netz  verschiedener  Unternehmen  führe.  Diese  Voraussetzung  sei  bei  der  Strecke  Luzern  –  Altdorf  gerade  nicht  erfüllt.  Es  handle  sich  um  eine  direkte  Verbindung  über  das  Netz  eines  einzigen  Transportunternehmens. Art. 16 Abs. 1 Satz 2 PBG mache die Anerkennung des direkten Verkehrs  im  Fern­  und  Regionalverkehr  zudem  von  einem  entsprechenden  Bedürfnis  abhängig.  Die  Vorinstanz  gehe  in  der  angefochtenen  Verfügung  stillschweigend  davon  aus,  dieses  Bedürfnis  sei  gegeben,  ohne auf diesen Punkt einzugehen. Die Beschwerdeführerin bestreite das  Vorliegen  eines  entsprechenden  Bedürfnisses.  Es  gehe  einerseits  um  das  wirtschaftliche  Interesse  der  Beschwerdeführerin,  eine  von  ihr  angebotene Nachtbuslinie wirtschaftlich annähernd  rentabel anbieten zu  können. Diesem Interesse stehe das Transportinteresse des Fahrgastes  gegenüber, der möglichst effizient und zu niedrigen Preisen in der Nacht  von Luzern nach Altdorf reisen möchte. Bei der Interessenabwägung sei  zu  berücksichtigen,  dass  die  Beschwerdeführerin  aus  dem  "Topf"  des  direkten  Verkehrs,  welcher  gestützt  auf  statistische  Erhebungen  mittels  Befragungen  der  Passagiere  verteilt  werde,  nur  sehr  kleine  Beträge  erhalten würde. Das Interesse der Beschwerdeführerin, die Nachtbuslinie  annähernd kostendeckend anbieten zu können, überwiege das Interesse  an der Einbindung in den direkten Verkehr, weshalb das Vorliegen eines  Bedürfnisses zu verneinen sei. Des  Weiteren  sei  die  relevante  Anzahl  der  zu  transportierenden  Fahrgäste zu berücksichtigen. Deren Anzahl und zudem auch die Anzahl 

A­1375/2011 der Fahrgäste mit einem Billett des direkten Verkehrs stünden in keinem  vernünftigen  Verhältnis  zu  den  Auswirkungen,  die  die  Auflage  auf  die  Beschwerdeführerin  habe.  Zu  berücksichtigen  sei  zudem,  dass  der  fragliche  Nachtbus  aktuell  nur  Freitag­  und  Samstagnacht  mit  je  einer  Hin­ und einer Rückfahrt verkehre, also mit total vier Kursen pro Woche.  Der  technische und  finanzielle Aufwand, der der Beschwerdeführerin  für  die  Umsetzung  der  Auflage  erwachsen  würde,  stünde  in  keinem  vernünftigen Verhältnis zur Anzahl der Kurse. Selbst ein allfälliger Ausbau  würde  die  Auflage  nicht  rechtfertigen.  Die  mit  der  Beispielrechnung  aufgezeigten möglichen Folgen einer Anerkennung des direkten Verkehrs  legten  dar,  dass  eine  dadurch  provozierte  Verteuerung  der  Fahrtkosten  oder  eine  allfällige  damit  einhergehende  Ungleichbehandlung  von  Fahrgästen nicht einem anerkannten Bedürfnis entsprechen könne. Das  Vorliegen eines Bedürfnisses sei auch aus diesen Gründen zu verneinen. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  6. April 2011  wurde  der  Antrag  der  Beschwerdeführerin, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu  entziehen und über diesen Antrag sei dringlich zu befinden, abgewiesen.  Es wurde  festgestellt,  dass die Ziffern 1, 2, 4 und 5 des Dispositivs der  Konzessionsverfügung  vom  25. Januar 2011  unangefochten  geblieben  und daher in Rechtskraft erwachsen sind. E.  Mit  Vernehmlassung  vom  31. Mai 2011  beantragt  das  UVEK  (nachfolgend Vorinstanz), die Beschwerde sei abzuweisen. E.a Die  Vorinstanz  macht  geltend,  aufgrund  der  Tatsache,  dass  sie  in  ihrer  Verfügung  zum  Ergebnis  gekommen  sei,  der  Nachtbusbetrieb  auf  der hier fraglichen Linie sei in den direkten Verkehr einzubinden, sei sie in  Anwendung  von Art. 16 PBG  i.V.m. Art. 56 Abs. 2  der Verordnung über  die  Personenbeförderung  vom  4. November 2009  (VPB,  SR 745.11)  berechtigt,  die Konzession mit  Tarifauflagen  – wie  der  angefochtenen –  zu verbinden. E.b Art. 16 PBG gelte unabhängig davon, ob ein Transportunternehmen  für ein konzessioniertes Angebot eine Abgeltung erhalte oder nicht. Auch  bei  Anerkennung  des  direkten  Verkehrs  sei  ein  kostendeckendes  Angebot  möglich.  Dies  werde  abhängig  sein  von  den  erzielbaren  Erlösanteilen aus dem direkten Verkehr, der Höhe der Zuschläge und der  Anzahl  der  Pauschalfahrausweise  für  Fahrgäste  ohne  Fahrausweis  des 

A­1375/2011 direkten  Verkehrs.  Die  Konzession  enthalte  bezüglich  der  Höhe  der  Zuschläge und der Pauschaltarife keine Vorgaben. E.c Die  Argumentation  der  Beschwerdeführerin,  es  handle  sich  bei  der  strittigen Nachtbuslinie um eine direkte Verbindung über das Netz eines  einzigen Transportunternehmens,  sei dann zutreffend, wenn es sich um  ein  isoliertes  Angebot  handle,  welches  nicht mit  dem  übrigen Netz  des  öffentlichen Verkehrs verknüpft sei und somit seitens der Fahrgäste kein  Bedürfnis  bestehe,  linien­  und  transportunternehmensübergreifende  Fahrausweise  kaufen  und  verwenden  zu  können.  Dies  sei  im  vorliegenden Angebot allerdings nicht der Fall. Es  sei  davon  auszugehen,  dass  die  Fahrgäste  der  Nachtbuslinie  zum  überwiegenden Teil  auf  der Hinreise  von Altdorf  nach Luzern  (oder  von  Luzern nach Altdorf) das Tagesangebot des öffentlichen Verkehrs benutzt  hätten,  sei  es die SBB­Bahnverbindung  via Arth­Goldau oder den SBB­ Tellbus  via  Autobahn.  Somit  bestehe  ein  Bedürfnis,  für  die  Retourfahrt  einen einzigen Fahrausweis kaufen und verwenden zu können. Zudem werde mit Abfahrt am Bahnhof Luzern um 01:15 Uhr im Sinn einer  spätabendlichen Reisekette  ein  optimaler  Anschluss  vom  Interregio  aus  Basel – Olten (mit Anschlüssen aus Bern und der Westschweiz), Ankunft  um 01:10 Uhr, Richtung Altdorf vermittelt. Von einem Bedürfnis, für diese  Fahrt  über mehrere  Transportunternehmen  einen  einzigen  Fahrausweis  kaufen  und  verwenden  zu  können,  müsse  dementsprechend  ausgegangen werden. Selbstverständlich werde auf jeder konzessionierten Linie das Angebot in  aller Regel nur von einer einzigen Transportunternehmung erbracht. Der  direkte  Verkehr  stelle  sicher,  dass  Fahrausweise  linien­  und  transportunternehmensübergreifend  angeboten  und  anerkannt  werden.  Im vorliegenden Fall  bestehe dieses Bedürfnis einerseits, weil  für  einen  Teil der Fahrgäste die Hinfahrt mit einem anderen Transportunternehmen  erfolge,  andererseits,  weil  der  Nachtbus  auch  Teil  einer  transportunternehmensübergreifenden Reisekette sei. E.d  Da  Art. 16  PBG  unabhängig  davon  gelte,  ob  ein  konzessioniertes  Angebot bestellt und abgegolten werde oder nicht, sei für die Vorinstanz  nicht  erkennbar,  gestützt  auf  welche  gesetzliche  Grundlage  die  Beschwerdeführerin  eine  Interessenabwägung  vornehme.  Die  Interessenabwägung  zwischen  Nutzen  für  die  Reisenden  und 

A­1375/2011 wirtschaftlichem  Aufwand  für  die  Transportunternehmung  sei  gemäss  Art. 56  VPB  einzig  für  den  Ortsverkehr  vorzunehmen.  Bei  der  zur  Diskussion  stehenden  Nachtbuslinie  Luzern  –  Altdorf  handle  es  sich  jedoch gerade nicht um eine Ortsverkehrslinie. F.  Mit  Stellungnahme  vom  30. Juni 2011  bestätigt  die  Beschwerdeführerin  die in ihrer Beschwerdeschrift gestellten Anträge 1 und 4. G.  Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  sowie  die  sich  bei  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  UVEK  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG ist  nicht gegeben. 1.2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung hat. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen  und ist Adressatin der Verfügung des UVEK betreffend die Erteilung der  Konzession  Nr. 700  für  regelmässige  gewerbsmässige  Personenbeförderung vom 25. Januar 2011. Sie  ist durch die Auflage  in  Ziffer  3  des  Dispositivs  der  Verfügung  materiell  beschwert  und  somit  befugt,  gegen  diesen  Teil  der  Konzessionsverfügung  Beschwerde  zu  erheben.

A­1375/2011 1.3. Auf die  frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und  52 VwVG) ist demnach einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder  unvollständigen Feststellung  des Sachverhalts  und Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit  (vgl.  Art. 49  VwVG). 3.  Mit  dem Angebot  des öffentlichen Verkehrs  soll  aus  verkehrspolitischen  und  ökologischen  Gründen  sowie  –  insbesondere  mit  einem  Nachtbusangebot – zur Verbesserung der Sicherheit  im Strassenverkehr  eine  attraktive  Alternative  zum  motorisierten  Individualverkehr  geboten  werden.  Eine mögliche Massnahme  um auf  dieses  Ziel  hinzuwirken,  ist  die Einbindung  der  konzessionierten Transportunternehmen  (KTU)  bzw.  der konzessionierten Linien in den direkten Verkehr. Als direkter  schweizerischer Verkehr gilt  die durchgehende Beförderung  von  Personen  zwischen  zwei  oder  mehreren  KTU  aufgrund  eines  einzigen Transportvertrags und eines gemeinsamen Tarifs (vgl. Ziff.1.2.1  des Übereinkommens über die Organisation der Zusammenarbeit der am  direkten  schweizerischen  Personenverkehr  beteiligten  Transportunternehmen vom 1. Januar 2010, Ue510). Im Fern­, Regional­  und Ortsverkehr bieten die Transportunternehmen gemäss Art. 16 Abs. 1  PBG  in  der Regel  der Kundschaft  für Verbindungen,  die  über  das Netz  verschiedener Unternehmen  führen, einen einzigen Transportvertrag an.  Soweit ein Bedürfnis besteht, ist im Fern­ und Regionalverkehr zwingend  ein  direkter  Verkehr  anzubieten.  Die  Transportunternehmen  erstellen  dafür gemeinsame Tarife und Fahrausweise (Abs. 2). 3.1.  Art. 16  PBG  ist  allgemein  formuliert  und  deshalb  nicht  auf  den  bestellten  öffentlichen  Verkehr  beschränkt.  Er  ist  somit  auch  auf  bestellerunabhängige  und  damit  nicht  abgeltungsberechtigte  konzessionierte Transportunternehmen anwendbar. Wie der Wortlaut der  Bestimmung  zum  Ausdruck  bringt,  muss  also  auch  ein  nicht  abgeltungsberechtigtes  KTU  –  unter  der  Voraussetzung,  dass  ein  entsprechendes Bedürfnis besteht – den direkten Verkehr  für den Fern­  und Regionalverkehr zwingend anbieten.

A­1375/2011 3.2.  Die  Vorinstanz  ist  gemäss  Art. 6  Abs. 4  PBG  zuständig  für  die  Ersterteilung  einer  Personenbeförderungskonzession.  Sie  kann  die  Konzession gestützt auf Art. 4 Abs. 3 VPB an Bedingungen knüpfen oder  mit  Auflagen  verbinden.  Die  Vorinstanz  ist  damit  auch  zuständig,  zu  entscheiden,  wann  ein  Bedürfnis  für  die  Einbindung  in  den  direkten  Verkehr besteht. 3.3. Gestützt  auf Art. 56 Abs. 2 VPB  ist  in der Konzession  festzuhalten,  wenn im Fern­, Regional­ und Ortsverkehr – bzw. für welche Linien – kein  direkter  Verkehr  angeboten  werden  muss.  Soll  ein  Angebot  in  den  direkten Verkehr eingebunden werden, müsste sich die Vorinstanz dazu  folglich gar nicht  äussern. Hier erachtete es die Vorinstanz  jedoch wohl  der  Klarheit  halber  als  angebracht,  die  Einbindung  in  den  direkten  Verkehr  trotzdem  explizit  zu  verfügen,  zumal  die  strittige  Nachtbuslinie  bereits  ins  Nachtsternangebot  mit  Pauschaltarif  aufgenommen  worden  war und der Beschwerdeführerin eine Übergangsfrist  für die Anpassung  der  Tarife  eingeräumt  werden  sollte.  Dieses  Vorgehen  wirkt  sich  zu  Gunsten der Beschwerdeführerin aus und ist nicht zu beanstanden. 3.4.  Die  Vorinstanz  ist  folglich  berechtigt,  indirekt  auf  die  Tarifbildung  einzuwirken,  indem  sie  die  Einbindung  in  den  direkten  Verkehr  verfügt.  Fraglich  bleibt  hingegen,  ob  eine  Einbindung  im  konkreten  Fall  gerechtfertigt und zweckmässig ist. 4.  Die  Argumentation  der  Beschwerdeführerin,  beim  hier  interessierenden  Nachtbus  handle  es  sich  um  eine  direkte  Verbindung  von  Luzern  nach  Altdorf  mit  nur  einem  konzessionierten  Transportunternehmen,  ein  weiteres  KTU  sei  nicht  beteiligt,  greift  nicht.  Auf  jeder  konzessionierten  Linie  wird  das  Angebot  in  der  Regel  nur  von  einem  einzigen  Transportunternehmen  erbracht.  Der  direkte  Verkehr  soll  sicherstellen,  dass  Fahrausweise  linien­  und  transportunternehmensübergreifend  angeboten und anerkannt werden. Beim direkten Verkehr geht es gerade  darum, den Fahrgästen zu ermöglichen, mit einem einzigen Fahrausweis  zu reisen, auch wenn sie z.B. von einem Fernverkehrszug auf einen von  einem anderen Transportunternehmen betriebenen Nahverkehrszug oder  ­bus umsteigen. Betreffend die Buslinie Luzern – Altdorf würde dies z.B.  bedeuten,  dass  für  eine  Fahrt  von  Basel  über  Luzern  nach  Altdorf  ein  einziger  Fahrausweis  gekauft  werden  könnte.  Für  diesen  Fall  wäre  die  Voraussetzung  der  Verbindung  über  das  Netz  verschiedener  Unternehmen gemäss Art. 16 PBG erfüllt.

A­1375/2011 5.  Art. 16 Abs. 1 Satz 2 PBG erklärt die Einbindung in den direkten Verkehr  für  den  Fern­  und  Regionalverkehr  für  zwingend,  sofern  ein  entsprechendes  Bedürfnis  besteht.  Gemäss  Art. 56  VPB  ist  in  der  Konzession  festzulegen,  für  welche  Linien  der  direkte  Verkehr  nicht  angeboten  werden  muss.  Diese  Formulierung  impliziert,  dass  für  den  konzessionierten Verkehr grundsätzlich ein Bedürfnis  für die Einbindung  in den direkten Verkehr angenommen wird. Dieses  nach  Art. 16  PBG  verlangte  "Bedürfnis"  wird  in  Gesetz  und  Verordnung  nicht  näher  umschrieben.  Es  handelt  sich  dabei  um  einen  unbestimmten  Rechtsbegriff,  der  der  Einzelfallgerechtigkeit  dient  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6086/2010  vom  16. Juni 2011  E. 6).  Verwendet  das  Gesetz  einen  unbestimmten  Rechtsbegriff,  ist  es  Sache der Behörde oder des Gerichts, diesen zu konkretisieren (vgl. BGE  116 IV 312  E. 2c).  Auch  wenn  gestützt  auf  die  gesetzlichen  Bestimmungen  grundsätzlich  von  einem  Bedürfnis,  die  Nachtbuslinie  in  den  direkten  Verkehr  einzubinden,  auszugehen  ist,  hat  die  Vorinstanz  dieses  Bedürfnis  in  jedem  konkreten  Anwendungsfall  zu  prüfen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  gestützt  auf  Art. 49  VwVG  grundsätzlich  in  freier  Kognition,  ob  die  Vorinstanz  den  unbestimmten  Rechtsbegriff  richtig  ausgelegt  und  zweckmässig  angewandt  hat  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8335/2010  vom  5. Mai 2011  E. 3.2). 5.1.  Bei  der  Beurteilung  des  Bedürfnisses  sind  Angebot  und  Tarif  auseinanderzuhalten. Das heisst, ein Bedürfnis, dass eine Nachtbuslinie  angeboten wird, kann ohne weiteres angenommen werden und wird von  den Parteien auch nicht bestritten. Dies begründet aber nicht automatisch  ein  Bedürfnis,  die  Nachtbuslinie  in  den  direkten  Verkehr  einzubinden.  Art. 16 PBG bezieht sich nur auf diese zweite Frage, also darauf, ob ein  Bedürfnis an der Einbindung in den direkten Verkehr besteht. Dies  hat  die  Vorinstanz  richtig  erkannt,  indem  sie  ihren  Entscheid,  die  Nachtbuslinie sei  in den direkten Verkehr einzubinden, damit begründet,  es  bestehe  ein  Interesse  daran,  einen  einzigen  Fahrausweis  für  Retourfahrten  oder  für  Fahrten  im  Sinn  einer  (spätabendlichen)  Reisekette  über  das Netz  verschiedener  KTU  kaufen  zu  können. Diese  Auslegung  des  "Bedürfnisses"  deckt  sich mit  dem Grundgedanken  des  direkten  Verkehrs.  Die  Vorinstanz  hat  das  Bedürfnis  somit  nicht  offensichtlich  falsch  definiert;  sie  unterlässt  es  jedoch,  konkrete 

A­1375/2011 Rechenbeispiele  durchzuführen,  bzw.  weiter  auf  den  hier  interessierenden  Einzelfall  einzugehen.  Insbesondere  hat  sie  sich  nicht  weiter mit den finanziellen Folgen für die Beschwerdeführerin und für die  Fahrgäste  auseinandergesetzt.  Es  ist  somit  zu  prüfen,  ob  die  vorinstanzliche  Anwendung  dieses  unbestimmten  Rechtsbegriffs  im  vorliegenden Fall zweckmässig und angemessen ist. 5.2. Das  Tagesangebot  auf  der  Strecke  Luzern  –  Altdorf  ist mit  seinen  Kursen  zu  den  Hauptverkehrszeiten  auf  den  (Berufs­)Pendlerverkehr  ausgerichtet.  Dieses  Angebot  ist  Teil  des  bestellten  Verkehrsangebots  und  daher  abgeltungsberechtigt  (vgl.  Art. 28  PBG).  Dass  ein  Angebot  bestellt  wird,  ist  bereits  ein  Indiz  dafür,  dass  ein  Bedürfnis  an  dessen  Einbindung  in  den  direkten  Verkehr  besteht.  Im  bestellten  Verkehrsangebot  werden  allfällige  ungedeckte  Kosten  durch  Bund  und  Kantone  abgegolten,  weshalb  das  wirtschaftliche  Risiko  für  das  Transportunternehmen gering ist. Im  nicht  bestellten  Verkehr  hingegen  sieht  die  Situation  etwas  anders  aus.  Dort  ist  das  Verkehrsangebot  nicht  schon  an  sich  "notwendig".  Im  vorliegenden  Fall  handelt  es  sich  um  eine  Art  Zusatzangebot  zu  den  Tageskursen,  welches  das  Transportunternehmen  zur  Komplettierung  des  übrigen  "nachtstern"­Angebots  anbietet.  Das  "Manual  Direkter  Verkehr"  des  Verbands  öffentlicher  Verkehr  (S. 95)  definiert  als  Nachtangebot,  für  welches  Nachtzuschläge  zulässig  sind,  Fahrten  in  Zügen  und  Bussen  ausserhalb  der  normalen  Betriebszeiten.  Dabei  handle es sich üblicherweise um Züge und Busse, die nach 1 Uhr nachts  respektive  nach  dem  letzten  Fernverkehrszug  abfahren.  Daraus  folgt,  dass der Tag­ und der Nachtbetrieb eben nicht ein und dasselbe Angebot  sind,  weshalb  auch  nicht  automatisch  von  einem  (übergeordneten)  Interesse  an  der  Einbindung  der  Nachtbuslinie  –  z.B.  im  Sinn  einer  spätabendlichen Reisekette  für Reisende  vom  Interregio  aus Basel  –  in  den direkten Verkehr ausgegangen werden kann. Es drängt sich vielmehr  eine differenziertere Betrachtung auf. 5.3. Die  Vorinstanz  argumentiert,  es  bestehe  ein  Interesse  daran,  dass  Fahrgäste, die den Hinweg bereits mit dem öffentlichen Verkehr gemacht  haben, ein einziges Billett für Hin­ und Rückfahrt kaufen können. Dem ist  zu  entgegnen,  dass  ein  entsprechendes  Retourbillett  höchstens  von  praktischem,  nicht  jedoch  von  finanziellem  Nutzen  sein  könnte,  kostet  doch  ein  Retourbillett  gleich  viel  wie  zwei  einfache  Fahrten.  Selbst  der  praktische  Nutzen  ist  freilich  zu  bezweifeln  bzw.  minim,  zumal  bei 

A­1375/2011 Benutzung  des  Nachtbusses  ohnehin  ein  Nachtzuschlag  im  Bus  zu  bezahlen ist. 5.4. Zu  beachten  ist  ebenfalls,  dass  Fahrgäste mit  HTA,  die  noch  kein  Billett  des  direkten  Verkehrs  haben,  den  Pauschaltarif  –  ohne  Vergünstigung – bezahlen müssten, weil gemäss Konzessionsverfügung  keine Verpflichtung besteht, Fahrausweise des direkten Verkehrs  in den  Bussen zu verkaufen. Um von einer Vergünstigung dank HTA profitieren  zu können, müssten die Fahrgäste somit separat ein Billett des direkten  Verkehrs  kaufen  und  anschliessend  im  Bus  einen  Nachtzuschlag  entrichten.  Das  HTA  würde  nur  anerkannt,  wenn  bereits  ein  Billett  des  direkten  Verkehrs  gelöst  wurde,  d.h.  die  Einbindung  in  den  direkten  Verkehr wäre keine vollständige. Dies widerspräche dem Gedanken des  direkten Verkehrs. 5.5. Weiter würden Inhaber des HTA bei Anerkennung der Fahrausweise  des  direkten Verkehrs mit Nachtzuschlag wesentlich mehr  bezahlen  als  mit  dem  heute  geltenden  Pauschaltarif.  Beim  Kauf  eines  einzigen  Fahrausweises  für  Verbindungen  über  das  Netz  verschiedener  Unternehmen hätte der Fahrgast aufgrund des Kilometeranstosses zwar  einen  gewissen  finanziellen  Vorteil  (z.B.  für  die  Strecke  Basel  –  Altdorf  Fr. 24.50  anstatt  Fr. 25.60  beim  Kauf  je  eines  Fahrausweises  für  die  Teilstücke Basel – Luzern [Fr. 15.50], Luzern – Altdorf [Fr. 10.10]), dieser  hebt  sich  für  einen  HTA­Inhaber  jedoch  aufgrund  des  Nachtzuschlags  insgesamt wieder auf. Ebenso  müsste  der  Pauschaltarif  für  Kunden  ohne  Fahrausweis  des  direkten Verkehrs höher ausfallen als der Preis für eine einfache Fahrt mit  HTA und Nachtzuschlag,  um Fahrgäste mit HTA gegenüber  denjenigen  ohne HTA nicht zu benachteiligen. Das heisst, der Pauschaltarif wäre viel  höher anzusetzen als der heutige. Das Nachtbusangebot  ist als eine Art Freizeitangebot zu verstehen. Das  Transportunternehmen  hat  ein  Interesse  daran,  die  Nachtbuslinie  zumindest  annähernd  kostendeckend  betreiben  zu  können,  zumal  die  ungedeckten Kosten im nicht bestellten Verkehrsangebot nicht durch die  öffentliche  Hand  abgegolten  werden.  Die  erzielbaren  Erlösanteile  aus  dem  direkten  Verkehr  für  das  Nachtbusangebot  dürften  aufgrund  der  relativ  geringen  Auslastung  und  der mit momentan  nur  vier  Kursen  pro  Woche  sehr  kleinen  Anzahl  Fahrten  tatsächlich  sehr  gering  ausfallen.  Deshalb müsste der Nachtzuschlag wohl relativ hoch angesetzt werden.

A­1375/2011 Die einzigen Fahrgäste, die in einem gewissen Mass von der Einbindung  profitieren würden, wären die  Inhaber  eines GA,  und auch diese hätten  keinen  wesentlichen  finanziellen  Vorteil,  wenn  der  Nachtzuschlag  mangels  Abgeltung  durch  Bund  und  Kantone  deutlich  über  Fr. 5.­­  angesetzt werden müsste. 6.  Zusammenfassend  ergibt  sich  somit  Folgendes:  Ziel  des  Nachtbusangebots  ist  es,  möglichst  viele  "Nachtschwärmer"  mit  öffentlichen Verkehrsmitteln zu befördern und damit nicht zuletzt auch die  Sicherheit  im  Strassenverkehr  zu  verbessern.  Dies  kann  jedoch  nur  erreicht  werden,  wenn  die  Leistungen  des  öffentlichen  Verkehrs  zu  attraktiven Preisen angeboten werden können. Im konkreten Fall  ist dies  bei Einbindung der Nachtbuslinie Luzern – Altdorf in den direkten Verkehr  nicht möglich. Die Einbindung würde  dem Bestreben, mit  dem Angebot  des  öffentlichen  Verkehrs  eine  attraktive  Alternative  zum  motorisierten  Individualverkehr zu bieten, zuwiderlaufen. Zudem könnte hier weder eine  Vereinfachung  der  Tarifgestaltung  für  die  Fahrgäste  erreicht  noch  die  Attraktivität des öffentlichen Verkehrs gesteigert werden. Die Einbindung  in den direkten Verkehr würde vielmehr zu einem stossenden und nicht  zweckmässigen Ergebnis führen. Die Vorinstanz hat somit dem konkreten  Einzelfall zu wenig Rechnung getragen und zu Unrecht die Einbindung in  den direkten Verkehr verfügt. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen,  Ziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung  aufzuheben  und  aufgrund  von  Art. 56 Abs. 2 VPB durch  folgenden Wortlaut  zu  ersetzen:  Für  die  Linie  Luzern  –  Altdorf  via  Seelisbergtunnel  (Nachtbus)  muss  kein  direkter  Verkehr angeboten werden. 7.  7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als  obsiegende  Partei,  weshalb  ihr  in  der  Hauptsache  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind.  Die  Kosten  für  die  Zwischenverfügung vom 6. April 2011 betreffend das Gesuch um Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  in  der  Höhe  von  Fr. 500.­­  werden  der  diesbezüglich  unterliegenden  Beschwerdeführerin  auferlegt  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). Dieser Betrag wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 1'500.­­ verrechnet. Der Überschuss von Fr. 1'000.­­  wird  der Beschwerdeführerin  nach Eintritt  der Rechtskraft  dieses Urteils  zurückerstattet. Hierzu hat sie dem Bundesverwaltungsgericht  ihre Post­ 

A­1375/2011 oder  Bankverbindung  bekannt  zu  geben.  Der  Vorinstanz  können  keine  Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 7.2. Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine  Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe  Kosten  zuzusprechen;  obsiegt  die  Partei  nur  teilweise,  so  ist  die  Parteientschädigung  entsprechend  zu  kürzen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG,  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Die  in  der  Hauptsache  obsiegende  und  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführerin  hat  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung.  Wird  keine  Kostennote  eingereicht,  setzt  das  Gericht die Parteientschädigung auf Grund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2  VGKE).  Die  unter  Berücksichtigung  des  Unterliegens  der  Beschwerdeführerin  hinsichtlich  der  Zwischenverfügung  auf  Fr. 2'000.­­  (inkl.  Auslagen  und  MWSt)  festzusetzende  Parteientschädigung  ist  der  Vorinstanz zur Bezahlung aufzuerlegen.

A­1375/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2.  Ziffer 3 der Konzessionsverfügung vom 25. Januar 2011 wird aufgehoben  und durch  folgenden Wortlaut ersetzt: Für die Linie Luzern – Altdorf  via  Seelisbergtunnel  (Nachtbus)  muss  kein  direkter  Verkehr  angeboten  werden. 3.  Die  Verfahrenskosten  für  den  Zwischenentscheid  in  der  Höhe  von  Fr. 500.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.­­ verrechnet. Der Überschuss  von Fr. 1'000.­­ wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft  dieses  Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  sie  dem  Bundesverwaltungsgericht  innert  30  Tagen  ihre  Post­  oder  Bankverbindung bekannt zu geben. 4.  In der Hauptsache werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5.  Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin nach Eintritt  der Rechtskraft  dieses  Urteils  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 2'000.­­  (inkl.  Auslagen  und MWSt) zu bezahlen. 6.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 731.1/2010­12­16/206; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: André Moser Anita Schwegler

A­1375/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Frist steht still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 Abs.  1 Bst. c BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

A-1375/2011 — Bundesverwaltungsgericht 24.11.2011 A-1375/2011 — Swissrulings