Beschluss vom 21. Juni 2016 Strafkammer Besetzung Bundesstrafrichter Daniel Kipfer Fasciati, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Nathalie Zufferey Franciolli, Gerichtsschreiber Kaspar Lang
Parteien BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwältin des Bundes Manuela Graber,
und als Privatklägerschaft:
A., unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Martin Dreifuss,
et al.
gegen
B., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Thomas Wenger,
et al.
Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal
Geschäftsnummer: SK.2016.22 (Hauptgeschäftsnummer: SK.2015.53)
- 2 - Gegenstand Erwerben und Lagern falschen Geldes (Art. 244 StGB), mehrfaches in Umlaufsetzen falschen Geldes (Art. 242 Abs. 1 StGB), mehrfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 BetmG und Art. 19a BetmG), Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB), mehrfacher einfacher Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 2 StGB), mehrfacher Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 StGB), Drohung (Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB), Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB), mehrfacher Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), mehrfache Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB), mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage (Art. 179septies StGB)
Verfahrenstrennung (Art. 30 StPO)
Einstellung (Art. 329 Abs. 4 StPO)
- 3 - In Erwägung, dass: die Bundesanwaltschaft (sowie diverse Privatklägerschaften) am 3. Dezember 2015 gegen B. wegen eingangs erwähnten Delikten und gegen C. wegen weiteren, teilweise zusammenhängenden Delikten Anklage erhoben hat (SK.2015.53 pag. 10.100.1 ff.); B. am 15. April 2016 folgende Vereinbarung mit der Privatklägerin A. einreichte (SK.2015.53 pag. 10.588.3 ff.): „1. B. entschuldigt sich in aller Form bei A. für die zur Anzeige gebrachten Vorfälle vom 11. und 12. September 2013, 25. November 2013, 25. Februar 2014, 20. und 23. September 2014 sowie 5. Oktober 2014 (vgI. Ziff. 1.2.5.1, 1.2.5.2, 1.2.5.3, 1.2.6, 1.2.7, 1.2.8, 1.2.9, 1.2.10.1, 1.2.10.2, 1.2.10.3, 1.2.12 der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft vom 3. Dezember 2015 im Verfahren SK.2015.53 des Bundesstrafgerichtes).
2. B. anerkennt, A. aus den Vorfällen gemäss Ziffer 1 hiervor eine Genugtuung in der Höhe von CHF 1‘000.00 zu schulden. B. verpflichtet sich, den Betrag von CHF 1‘000.00 innert 60 Tagen seit gerichtlicher Genehmigung der vorliegenden Vereinbarung zu bezahlen.
3. A. zieht ihre Privatklage im Straf- und Zivilpunkt sowie sämtliche gestellten Strafanträge im Verfahren SK.2015.53 des Bundesstrafgerichtes gegen B. zurück.
4. A. beantragt dem Bundesstrafgericht die Sistierung des Strafverfahrens bezgl. den Ziff. 1.2.5.1, 1.2.5.2, 1.2.5.3, 1.2.6 sowie 1.2.7 der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft vom 3. Dezember 2015 im Verfahren SK.2015.53 des Bundesstrafgerichtes nach Art. 55a StGB wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten und Drohung für die Dauer von sechs Monaten. Das Verfahren wird wieder an die Hand genommen, wenn A. ihre Zustimmung innerhalb von sechs Monaten seit der Sistierung schriftlich oder mündlich widerruft. Wird die Zustimmung nicht widerrufen, so wird die Einstellung des Verfahrens verfügt. 5. Die Parteien beantragen die Einstellung des Strafverfahrens gegen B. aufgrund der zurückgezogenen Strafanträge durch A. bezgl. den Ziff. 1.2.8, 1.2.9, 1.2.10.1, 1.2.10.2 sowie 1.2.12 der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft vom 3. Dezember 2015 im Verfahren SK.2015.53 des Bundesstrafgerichtes. 6. Im Übrigen erklärt A. ihr Desinteresse an der Bestrafung von B. wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss den Ziff. 1.2.11.1, 1.2.11.2 und 1.2.11.3 der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft vom 3. Dezember 2015 im Verfahren SK.2015.53 des Bundesstrafgerichtes. 7. B. übernimmt die entstandenen Verfahrenskosten sowie, vorbehältlich von Schuldsprüchen und des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege, die Parteikosten von A.. 8. Die Parteien beantragen beim Bundesstrafgericht im Verfahren SK.2015.53 die Genehmigung dieser Vereinbarung.“ die Bundesanwaltschaft auf eine Stellungnahme hiezu verzichtete (SK.2015.53 pag. 10.510.3);